Finale! 3:0-Sieg gegen Lyon

Christopher Trenner 19.08.2020

Eine Galavorstellung gegen den FC Barcelona sicherte den Bayern den Platz im Halbfinale und gleichzeitig die Favoritenrolle.

Falls ihr es verpasst habt

Die Aufstellungen

Hansi Flick ging mit der gleichen Aufstellung aus dem Spiel gegen Barça und Chelsea in die Partie. Somit behielt Perišić den Platz auf der linken Außenbahn. Coman kam erneut nur von der Bank. Dort saß er in direkter Nachbarschaft von Pavard, der nach überstandener Verletzung wieder im Kader war. Für die Startelf kam das Halbfinale noch zu früh.

Rudi Garcia setzte auf der Gegenseite ebenfalls auf die Startelf, die sich überraschend mit 3:1 gegen Manchester City durchsetzte. Der Franzose setzte weiterhin auf die Doppelspitze Depay und Toko Ekambi. Aouar und Caqueret sollten dahinter beide Stürmer bedienen. Cornet und Dubois agierten als Flügelverteidiger und unterstützten im Bedarfsfall die Dreierkette.

1. Halbzeit

Lyon hielt Manchester City 30 Minuten ohne Torschuss und versuchte, über Konter zum Erfolg zu kommen. In der 4. Minute wäre es fast aufgegangen. Thiago spielte einen Fehlpass im Mittelfeld. Depay bekam den Ball direkt in die Schnittstelle der Bayernabwehr. Neuer entschied das Eins-gegen-Eins-Duell für sich. Spätestens jetzt waren die Münchner gewarnt.

Der FC Bayern begann die Partie wie die letzten Spiele sehr druckvoll mit einem hohen Pressing. In der 9. Minute kam Goretzka so zum ersten gelungenen Abschluss. Der Mittelfeldspieler traf den Ball, aber zu ungenau.

Die Bayern taten sich aber insgesamt schwerer als zuletzt. Das Kombinationsspiel war nicht so sicher und auch die langen diagonalen Bälle waren zu ungenau. Auf der Gegenseite zeigte sich Lyon genauer in den Aktionen. Davies konnte einen Steilpass auf Ekambi nicht unterbinden. Der Stürmer von Lyon setzte sich im Anschluss sehr gut durch und traf den Pfosten.

Zielgenauer war auf der Gegenseite Gnabry. Im Arjen-Robben-Style dribbelte er sich am Strafraumrand in die Schussposition und traf in den Winkel. Ein Traumtor – die unverdiente Führung.

Das 1:0 brachte Sicherheit. Der Ball lief besser durch die eigenen Reihen. Lyon änderte trotz Rückstand die eigene Vorgehensweise nicht. Dadurch beruhigte sich die Partie insgesamt.

Gnabry eroberte einen zweiten Ball im Mittelfeld und leitete einen Bayern-Angriff ein. Perišić flankte flach nach innen, doch Lewandowski verpasste das 2:0 aus kurzer Distanz. Erneut war es Gnabry, der auf den Ballgewinn und aufs Tor geht – und dieses auch erzielt.

Der FC Bayern ging mit einer 2:0-Führung in die Kabine. Die Münchner waren am Anfang viel zu unruhig. Lyon wehrte sich erfolgreich gegen das Pressing und kam immer wieder gefährlich vor das Bayern-Tor. Erst die Einzelaktion von Gnabry half.

2. Halbzeit

Beide Trainer wechselten zur Halbzeit. Garcia brachte Mendes, um das offensive Mittelfeld zu stärken. Hansi Flick brachte Süle für Boateng, der angeschlagen in der Kabine blieb.

Perišić verpasste in der 50. Minute die Entscheidung. Im direkten Duell gegen Lopes war sein Torschuss nur eine bessere Rückgabe.

Garcia wechselte in der 57. Dembele ein, der Lyon gegen Manchester City auf die Siegerstraße brachte. Für Depay war der Arbeitstag beendet. Wenig später war es abermals Manuel Neuer, der Schlimmeres verhinderte. Ekambi kam nach einem Querschläger von Süle zum Abschluss vor dem Bayern-Torwart.

Bayern verlor in dieser Phase relativ schnell den Ball. Lyon konnte sich im eigenen Ballbesitz allerdings keine ernsthaften Chancen erspielen.

Flick reagierte und nahm Perišić vom Feld. Coman sollte mehr Tempo in die Partie bringen und für Entlastung sorgen. Garcia nutzte ebenfalls die Chance und wechselte abermals. Tete, Reine-Adélaïde und Cherki kamen. Dubois, Marçal und Ekambi gingen vom Rasen.

Durch die Einwechslung von Coutinho verlagerte sich das Geschehen wieder in Richtung von Lyon. Der Brasilianer traf auch zur Entscheidung, doch stand bei seinem Treffer im Abseits. Insgesamt gab es wieder längere Kombinationen. Lyon konnte nicht mehr so viel Druck ausüben. Tolisso und Pavard bekamen ebenfalls noch Spielzeit von Flick.

In der 87. verwandelte Lewandowski einen Kimmich Freistoß. Der 15. Treffer im laufenden Wettbewerb. Der Stürmer trifft weiterhin.

Es war nicht das beste Spiel in der Champions-League-Saison des FC Bayern. Ganz gewiss nicht. Die Nervosität vor einem Finaleinzug war spürbar. Gerade zu Beginn der Partie. Über die gesamten 90 Minuten gelang den Münchnern nur selten ein guter Zugriff. Das sonst so gelobte Gegenpressing lief vielerorts ins Leere. Lyon indes kann sich nur die mangelnde Chancenverwertung vorwerfen lassen. Am Sonntag wartet mit Paris eine Mannschaft, die die Schwächen der Bayern gnadenloser ausnutzen kann.

Dinge, die auffielen

1. Serge Gnabry!

Der FC Bayern wird häufig auf Robert Lewandowski reduziert. Zu unrecht. Schon im Viertelfinale zeigten Perišić, Müller und Gnabry, dass sie durchaus einen Beitrag leisten können. Gegen Lyon war es vor allem der Bayern-Flügelstürmer, der den Unterschied ausmachte. Gnabry erzielte das 1:0 in einer schweren Phase per Einzelaktion. Beim 2:0 eroberte er zunächst den Ball im Gegenpressing und blieb dauerhaft in der Aktion. Das war in einer ausgeglichenen ersten Halbzeit der Unterschied. Gnabry mit dem neunten Treffer im neunten Spiel.

2. Lyon belohnt sich nicht

Zur Geschichte des Spiels gehört auch, dass Olympique Lyon eine Vielzahl von hochkarätigen Chancen nicht verwertete. Depay (4.) und Ekambi (13., 16. und 58.) ließen einige Abschlüsse liegen. Der Spielplan von Garcia ging lange auf. Gegen hochstehende Bayern kamen die schnellen Spieler von Lyon immer wieder in Dribblings gegen die Münchner Abwehr. Lyon gewann über 18 (!) dieser Duelle. Fast immer wurde es in diesen Szenen gefährlich. Am Ende bedurfte es einer ordentlichen Portion Glück, die in den letzten Champions-League-Halbfinals fehlte.

3. Offensive gewinnt Spiele – und Titel?

Der FC Bayern stellt die beste Offensive des Wettbewerbs. Mit offensiven Grundeinstellungen wurden die meisten Gegner dominiert. 42 Tore erzielten die Bayern im laufenden Wettbewerb. Selbst in knappen Situationen, wie zum Beispiel in der 1. Halbzeit gegen Tottenham und die ersten 20. Minuten gegen Barcelona oder jetzt gegen Lyon brachten das Team nicht aus der Ruhe. Das Wissen über die eigene Stärke gab den Münchnern das nötige Selbstvertrauen, jeden Gegner zu schlagen. Namentlich in der Person von Robert Lewandowski. Der Pole erzielte 15 Tore selbst und bereitete 6 Treffer vor.

Das alte Credo ‘Offensive gewinnt Spiele, Defensive gewinnt Titel’ gilt nicht mehr. Der Finalgegner Paris Saint-Germain stellt die zweitbeste Offensive der laufenden Champions-League-Saison. Das Finale könnte ein offensives Feuerwerk werden.

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