FC Bayern nach Sieg gegen Galatasaray im Achtelfinale

Georg Trenner 08.11.2023

Im Hinspiel hatte Galatasaray den FC Bayern in der ersten Halbzeit mit sehr aggressivem Pressing überrascht, dennoch hatte der FC Bayern sich am Ende scheinbar souverän mit 3:1 in Istanbul durchgesetzt. Mit neun Punkten aus den ersten drei Spielen war der Weg bereitet. Ein Sieg gegen die starken Türken würde auf jeden Fall für den vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale reichen.

FC Bayern München vs. Galatasaray: Der Spielverlauf

Diesmal war der FC Bayern von Beginn an spielbestimmend. Das Pressing von Galatasaray stellte die Münchner nur sporadisch vor Probleme. Offensiv spielten die Bayern gefällig, allerdings ohne die Durchschlagskraft und Präzision der letzten Spiele. So ging es mit 0,6 zu 0,3 „expected Goals“ torlos in die Halbzeitpause.

Bereits in der 40. Minute musste Thomas Tuchel wechseln. Für Jamal Musiala ging es verletzungsbedingt nicht weiter. Er wird mit einer Muskelverletzung auszufallen. Ein Opfer von zu wenig Rotation?

In der zweiten Halbzeit kam der FC Bayern zu klareren Chancen. Wo zunächst der Pfosten gegen Kane rettete, war er anschließend zweimal gewohnt treffsicher. Per Kopfball nach Kimmich-Freistoß und eingeschoben nach Tel-Querpass stellte der Brite auf 2:0. 

Galatasarays Anschlusstreffer in der Nachspielzeit kam zu spät, um das Spiel nochmal zu drehen. Der FC Bayern setzte sich souverän und verdient mit 2:1 durch.

FC Bayern München vs. Galatasaray: Das fällt auf

Vorzeitig im Achtelfinale. Schon wieder. Es ist der Fluch der souveränen Gruppenphasen der letzten Jahre: Die Qualifikation fürs Achtelfinale wirkt beim FC Bayern so selbstverständlich, dass die sportliche Leistung dahinter manchmal verblasst. 

Dabei ist das Achtelfinale kein Selbstläufer. In den letzten Jahren scheiterten Vereine wie der FC Barcelona, Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen, Atletico Madrid, Ajax Amsterdam, Juventus, Leipzig, Inter Mailand und Manchester United, teils mehrmals. 

Einzig die aktuell ganz Großen wie City, Real Madrid sowie Paris schaffen es Jahr für Jahr ins Achtelfinale. Und der FC Bayern, auch einer der ganz Großen.

Durch das Ergebnis im Parallelspiel (4:3 für Kopenhagen gegen Manchester United) ist auch Platz eins nicht mehr zu nehmen. Auch das lohnt: In den letzten fünf Jahren setzten sich die Gruppensieger in 65% der Achtelfinals durch. Vor allem wird Tuchel die verbleibenden beiden Spiele zum Rotieren nutzen können.

Spieler des Spiels: Joshua Kimmich

Nachdem Goretzka in Dortmund mit Laimer als Absicherung statt Kimmich als Nebenmann groß aufspielte und auch der FC Bayern insgesamt die beste Saisonleistung zeigte, stellte sich für einige Beobachter die Frage, ob der FC Bayern ohne Kimmich besser sei.

Ist er nicht. Auch wenn es keiner Antwort bedurft hätte, gab Kimmich sie heute. 

Er war der beste Spieler auf dem Platz und 90 Minuten lang präsent. Gemeinsam mit Goretzka koordinierte er das gute Gegenpressing der Bayern. Die beiden zeigten, dass sie auch zusammen funktionieren.

Neben den Balleroberungen spielte Kimmich gute einleitende Pässe, darunter den vorletzten Pass bei Kanes Pfostentreffer. Kanes späteres 1:0 fiel nach seinem Freistoß. Die perfekte Pointe an seine Kritiker, die ungeachtet seiner guten Werte nicht müde werden, seine Standards zu kritisieren. 

Eine Erwähnung in dieser Kategorie hat sich auch der alte und neue Kapitän Manuel Neuer verdient. Das späte Gegentor verhinderte seine dritte “weiße Weste” im vierten Spiel. Doch bis dahin hielt er sich schadlos. In der ersten Halbzeit klärte er in einer wichtigen Phase gegen Icardi und Zaha. Vor allem aber lag es auch an Manuel Neuer, dass Galatasaray heute kaum zu Ballgewinnen durch ihr hohes Pressing kam. Er ist wieder der Unterschiedspieler im Spielaufbau.

„Enttäuschung“ des Spiels: Trikotfarbe 

Der FC Bayern hat ein Heimtrikot, ein Auswärtstrikot und ein “Champions League”-Trikot. In welchem würde er also zum Heimspiel in der Champions League auflaufen?

Die Wahl fiel aufs Auswärtstrikot. Eine Wahl, die nicht allen gefiel. Denn während das Heimtrikot in Rot-Weiß gehalten ist und das “Champions League”-Trikot in Weiß-Bordeaux dem zumindest nahe kommt, strahlt das Auswärtstrikot in Schwarz-Violett. 

Genau das wurde von der Südkurve kommentiert. Ein übergroßes Trikot verwies auf § 1 der Vereinssatzung: “Die Clubfarben sind Rot und Weiß.” Ein Thema für die Jahreshauptsversammlung am 12.11. dürfte gesetzt sein. 

Die Daten zum Spiel des FC Bayern gegen Galatasaray 

Tore: 1:0 Kane (80.), 2:0 Kane (86.), 2:1 Bakambu (93.)

Gelbe Karten: Davies – Bardakci, Buruk (Trainer), Bakambu

Aufstellung FCB: Neuer – Mazraoui, Upamecano (72. Laimer), Kim, Davies – Kimmich, Goretzka, Coman (87. Gnabry), Musiala (40. Müller), Sané (72. Tel) – Kane

Aufstellung Galatasaray: Muslera – Boey, D. Sanchez, Bardakci, Angelino (78. Nelsson) – Torreira, Ayhan (69. Oliveira), Ziyech (58. Yilmaz), Aktürkoglu, Zaha (78. Bakambu) – Icardi (69. Tete)



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