Blickpunkt Amateure: Gefahren beim Derby

Morgen Abend ist es soweit. Stadtderby, Hermann-Gerland-Kampfbahn und das Rückspiel gegen die Blauen in der Regionalliga Bayern. Unsere Amateure haben die Chance ihren Vorsprung auf 11 Punkte auszubauen. Die Tabellensituation ist komfortabel, aber gegen Würzburg gab es unnötige Gegentreffer und von der Niederlage gegen den FV Illertissen sprechen wir lieber nicht.

Karte Amateurederby München 2013

Die zweite Mannschaft des FC Bayern begegnet ihrer wohl schwerste Aufgabe und im folgenden Beitrag möchte ich auf einige Gefahren und mögliche Schwachstellen unserer Roten eingehen.

Offenes Mittelfeld, große Abstände

Im Gegensatz zur letzten Spielzeit haben die Bayern Amateure eine steile taktische Weiterentwicklung durchgemacht. Unter Erik ten Hag wird – wie auch bei den Profis – ein 4-1-4-1 gespielt, wobei die Formation bei eigenem Ballbesitz noch offensiver wird. Beim Spiel gegen Würzburg sah man große Abstände zwischen Abwehr und Angriff, welche nur von Strieder als defensive und Højbjerg als offensive Anspielstation gehalten werden. Friesenbichler, Green, Rankovic und Schöpf tummelten sich derweil vor dem gegnerischen Strafraum. Nach Ballverlust dauerte das Umschalten und Einnehmen der »Verteidigungspositionen« mitunter sehr lange und der Gegner konnte – sich nun öffnende Räume – leicht bespielen. Außerdem konnte ein langer Ball 5-6 unserer Spieler überwinden, welche sich aus dem Vollsprint heraus gegen die, ebenfalls in Richtung unseres Tores eilenden Angreifer, behaupten mussten. Gegen einen deutlich schwächeren Gegner wie Heimstetten reicht ein halbwegs geschicktes Stellungsspiel und man hat den Ball schnell wieder in den eigenen Reihen. Illertissen hingegen nutzte diese Schwäche eiskalt aus. Die Blauen werden etwas ähnliches versuchen.

Das Derby wird ein intensiv geführtes Spiel mit Zweikämpfen um jeden Ball. Eine lockere Laufleistung ist am Mittwochabend nicht drin. Vielmehr müssen die Bayern Amateure jeden Weg gehen und sich im Kollektiv nach vorn bewegen, dabei das Spielfeld sehr eng machen und auch beim Verteidigen auf diagonale Laufwege der Blauen achten. Ein »einfaches« Kreuzen der Formation darf nicht zu unnötiger Gefahr führen.

Zweikampfhärte

Hohe Siege gab es oft dann, wenn der Gegner nicht die nötige Härte in seine Zweikämpfe legte oder sich vom flinken Kombinationsspiel beeindrucken ließ. Steht der Gegenspieler weit weg, bauen die Amateure in Ruhe ihr schnelles Spiel auf und sind kaum zu stoppen. Mit Blick auf die Gastgeber dieses Derbys dürfen wir uns von beiden Vorstellungen verabschieden. Nicht nur das Hinspiel im August hat bewiesen, dass uns eine intensiv geführte und von Zweikämpfen geprägte Partie erwartet. Beide Fanlager werden für die dafür nötige Stimmung sorgen.

Tempovorstöße über die Außenbahn, wie wir sie von Vladimir Rankovic kennen und auch bei Julian Green zu schätzen wissen, könnten jäh durch eine Grätsche oder etwas mehr Körperkontakt gestoppt werden. Unsere Bayern Amateure sind keine Fliegengewichte, aber durch Technik und Schnelligkeit statt Härte oder körperliches Durchsetzungsvermögen erfolgreich. Hoffen wir, dass unseren Flügelflitzern nicht die Lust am Spiel vergeht oder sie sich ihrerseits zu leichtsinnigen Aktionen hinreißen lassen.

Leichtsinnsfehler – Es ist halt die Amateuremannschaft

70 Minuten lang hatte man die Begegnung gegen die Kickers Würzburg am Samstagnachmittag absolut im Griff. Dann lenkte Pechvogel Julian Green eine halbhohe gegnerische Ecke nicht aus dem Strafraum heraus, sondern ins eigene Tor. Die letzten 20 Spielminuten schwankten zwischen Trotzreaktion und Ritt auf einem schmierigen Stück Seife. Nachdem die sich direkt an den Gegentreffer anschließenden Vorstöße scheiterten, zeigten die Bayern Amateure Nerven.

Über den Abpfiff waren alle Spieler der Bayern sichtlich erleichtert, denn einen ausgelassener Zweikampf und Handelfmeter nach verunglückter Ballannahme später, sahen wir ein 4:3 statt 4:1 neben der Stadionuhr. Nach 3:0 Halbzeitführung. Auch im Hinspiel des Derbys sorgte das Führungstor für die nötige Ruhe und Abgeklärtheit. Ein Rückstand könnte fatal sein und Kevin Friesenbichler nicht immer – wie aber gegen Rosenheim gezeigt – einen Turbo kurz vor Schluss zünden, um die Partie noch zu drehen. Jeglicher Fehler könnte (und wird vermutlich) bestraft werden. Wo der Einzelne eine schwächere Sekunde erwischt, muss jemand anderes in die Bresche springen. Den nötigen Teamgeist haben die Bayern Amateure in den letzten Wochen gezeigt.

Die Fans der Bayern Amateure treffen sich am Mittwochabend ab 17 Uhr im Biergarten auf dem Nockherberg. Gegen 18.30 Uhr geht es gemeinsam zur Hermann-Gerland-Kampfbahn. Hoffen wir auf einen fantastischen Abend für unsere Roten, ein stimmungsvolles und friedliches Spiel, das mit gutem Fußball und Gesängen statt Gewalt entschieden wird. Und auf wenig Regen.

Auf geht’s, München ist rot!

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Leserkommentare
  1. […] wenige Tage vor dem wahrscheinlich wichtigsten Rückspiel der Saison gegen den blauen Lokalrivalen Gefahren im Spiel der Bayern Amateure analysiert und viele Probleme direkt auftreten. Noch immer ist man sehr anfällig, wenn der Gegner […]

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