FC Bayern – Eintracht Frankfurt 5:0 (2:0)

Steffen Trenner 03.02.2014

Mit der Einwechslung von Robben nahm das Münchener Offensivspiel erst ab der 75. Minute noch einmal so richtig Fahrt auf. Robben, Dante und Mandzukic erhöhten in der Folge mit sehenswerten Treffern auf 5:0. Ein Ergebnis, das am Ende durchaus noch hätte höher ausfallen können.  Guardiola hat nun eine seltene, komplette Trainingswoche vor sich, um die Abläufe zu verfeinern – am kommenden Samstag geht es zu den seit November ungeschlagenen Nürnbergern.

3 Dinge, die auffielen: 

1. Keine Experimente

Guardiola widerstand der Versuchung gegen Frankfurt erneut einige Varianten auszuprobieren und ging ohne größere Überraschungen in die Partie. Das Experiment ohne echten Zielspieler im Zentrum und Götze auf der 9 scheint nach den Eindrücken des Stuttgarts-Spiel zumindest für den Moment verworfen. Die Hereinnahme von Mandzukic zahlte sich aus. Bayern rettete die Intensität und Durchschlagskraft der Schlussviertelstunde gegen Stuttgart auch dank ihm in die Partie gegen Frankfurt herüber.

Ich hatte es im Vorfeld der Partie hier im Blog geschrieben. Es ist Zeit Fahrt aufzunehmen für den FC Bayern, dem richtungsweisende Wochen bevor stehen. Mit der Rückkehr von Robben und Ribéry gibt es eigentlich wenig Grund und Spielraum, um zu experimentieren. Die Zeiten einer Stammelf sind zwar vorbei und Guardiola wird auch in den kommenden Wochen immer wieder Dinge verändern und personell variieren. Die Grundausrichtung sollte dabei jedoch nicht verloren gehen. Es gibt Phasen in denen taktische Experimente und Tests ihre Daseinsberechtigung haben. Etwas mehr als 14 Tage vor der ganz schweren Aufgabe gegen den FC Arsenal in der Champions League sollte es jedoch darum gehen die Mechanismen zu verfeinern und das System zu veredeln. Ich bin froh, dass Guardiola mit der Ausrichtung gegen Frankfurt genau diesen Weg eingeschlagen hat.

2. Thiago on fire

Nach dem der Spanier mit seinem Last-Minute-Treffer gegen Stuttgart unter der Woche ein dickes Ausrufezeichen gesetzt hatte, legte er gegen Frankfurt mit seinem wohl bestem Auftritt im Dress der Münchener nach. Ohne Toni Kroos agierte Thiago wieder stärker als vertikaler Verbindungsspieler im Zentrum. Zwar kippte Bayerns Nummer 6 immer mal wieder zwischen die Innenverteidiger ab und agierte als Ballschlepper von hinten heraus – meist agierte Thiago aber im Bereich zwischen Mittellinie und gegnerischem Sechzehner.

Seine 185 Ballkontakte sind rekordverdächtig. Viel wichtiger als diese Zahl ist für mich aber eine Andere. Thiago spielte 53 Pässe im Angriffsdrittel. In den beiden Rückrunden-Spielen zuvor waren es gerade einmal 33 im Schnitt. Das zeigt wie gut es dem Spanier gegen Frankfurt gelang die Verbindung zwischen den aufbauenden und den angreifenden Spielern herzustellen. Gerade Götze konnte durch die Arbeit des Verbindungsspielers Thiago immer wieder in die Spitze nachstoßen und sich auf die kreativen Momente im Angriff konzentrieren. Götze war an 2 Toren beteiligt und bereitete insgesamt 5 Torschüsse vor. Die Kombination aus Taktgeber Lahm, Verbindungsspieler Thiago und dem torgefährlichen Götze auf den drei zentralen Positionen ist eine sehr vielversprechende Mischung.

3. Shaqiri erneut ohne Durchschlagskraft

Es war das Zeitfenster, um nachhaltig auf sich aufmerksam zu machen. Xherdan Shaqiri bekam gegen Frankfurt zum dritten Mal in Folge die Chance von Anfang an. Nutzen konnte der Schweizer diese Gelegenheit auch gegen Frankfurt nicht zu 100 Prozent. Shaqiri hat die zweitwenigsten Ballkontakte, spielte die zweitwenigsten Pässe, schoss nur 1 Mal aufs Tor und hatte die schlechteste Passquote des gesamten Bayern-Mittelfelds (83 Prozent). Es gibt ein paar Rätsel auf, dass Shaqiris größte Stärke – sein Zug zum Tor – in drei zurückliegenden Startelf-Einsätze so gut wie gar nicht zur Geltung kam. 6 Mal schoss der 22-Jährige in den 3 Spielen insgesamt 6 Mal aufs Tor. Franck Ribéry kam allein im Spiel gegen Frankfurt häufiger zum Abschluss (7 Mal). Wie in den Spielen gegen Mönchengladbach und Stuttgart wurde Shaqiri frühzeitig ausgewechselt.

Arjen Robben bereitete in seinen knapp 25 Minuten einen Treffer vor und erzielte ein Tor selbst. Gleiches gilt für den bereits angesprochenen Ribéry. Es spricht viel dafür, dass Shaqiri in den kommenden Wochen wieder ins zweite Glied zurück rücken muss. Zumal mit Müller eine weitere torgefährliche Alternative 90 Minuten auf der Bank saß. Shaqiri hat in der Vergangenheit gezeigt, dass er als Einwechselspieler durchaus ein sehr wertvoller Spieler für diese Mannschaft sein kann. Für mehr reicht es momentan wohl nicht. Das haben seine 3 durchwachsenen Startelf-Einsätze gezeigt.

FC Bayern Neuer – Rafinha, Boateng, Dante, Alaba (75. Contento) – Lahm – Shaqiri (65. Robben), Thiago, Götze (74. Pizarro), Ribéry – Mandzukic
Ersatz Starke, Hojbjerg, Kroos, Müller
Eintracht Frankfurt Trapp (77. Wiedwald) – Jung, Madlung, Russ, Djakpa – Flum, Schwegler (65. Weis) – Barnetta (62. Aigner), Meier, Rosenthal – Joselu
Schiedsrichter Meyer (Burgdorf)
Zuschauer 71.000 (ausverkauft)
Tore 1:0 Götze (12.), 2:0 Ribéry (44.), 3:0 Robben (67.), 4:0 Dante (69.), 5:0 Mandzukic (89.)
Gelbe Karten – / –

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