Das Bayern Geschäftsjahr 2018/19 – Eine Analyse

Marc Trenner 27.11.2019

Die Analyse von Swiss Ramble überzeugt stets dadurch, dass sie die nackten Zahlen in anschaulichen Grafiken aufbereitet und ergänzt durch erklärende Kommentare präsentiert. Wir haben diese Aufbereitung zur Grundlage genommen und uns einige der Ergebnisse genauer angeschaut, die unsere Aufmerksamkeit besonders erregt haben. 

Die wichtigsten Kennzahlen

Ein Blick auf Bayerns Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) 2019 zeigt wieder einmal ein starkes Geschäftsjahr der Bayern mit einigen kleinen Einschränkungen. Der Umsatz stieg um 30,9 Mio. € auf 660,1 Mio. €. Der Gewinn vor Steuern stieg um 29,1 Mio. € auf 75,3 Mio. € und der Gewinn nach Steuern um 23,0 Mio. € auf 52,5 Mio. €.

Allerdings fielen die Einnahmen aus dem Spielbetrieb im Vergleich zu 2018 um 11,4 Mio. € auf 92,4 Mio. €, was laut Swiss Ramble wesentlich auf die geringere Anzahl an Champions-League-Heimspielen zurückzuführen ist. Bayerns Ausgaben stiegen merklich um 83,3 Mio. € auf 604,3 Mio. €. Die Einnahmen vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) fielen um 48% auf 55,8 Mio. €. Ebenso fiel das operative Ergebnis (EBIT) um 34,1 Mio. € auf -20 Mio. €.

Grafik: Swiss Ramble

Hauptverantwortlich für diesen Rückgang waren eine Zunahme der Gehälter um 33,7 Mio. € und der sonstigen Ausgaben um 53,1 Mio. €. Dass die Gehaltszahlungen steigen ist nachvollziehbar und wird sich wahrscheinlich in Zukunft weiter fortsetzen, allerdings ist der Anstieg der sonstigen Ausgaben schwieriger zu erklären. Es wird sich lohnen, diesen Posten zukünftig genauer im Auge behalten.

Auswirkungen von Spielerverkäufen

Die Buchhaltung von Spielerverkäufen ist erfahrungsgemäß ein Streitpunkt zwischen einem Verein und seinem Wirtschaftsprüfer. Der Club möchte die Erträge aus Spielerverkäufen in seine Umsatzzahlen einbeziehen, der Wirtschaftsprüfer klassifiziert sie als außergewöhnliche Erträge.

Grafik: Swiss Ramble

Dies wirkte sich in diesem Jahr verstärkt auf die Zahlen aus, da die Erträge von 90,3 Mio. € aus Spielerverkäufen die höchsten in der Vereinsgeschichte sind. Unter Einbeziehung dieser Erträge stieg der Umsatz von 660,1 Mio. € auf 750,4 Mio. €.

Wenn man dagegen die Erträge aus Spielerverkäufen vom Gewinn vor Steuern abzieht, haben die Bayern einen Verlust von -15,0 Mio. € statt Gewinn von 75,3 Mio. € erzielt. Dies mag zunächst alarmierend wirken, allerdings sind Spielerverkäufe heutzutage ein recht gewöhnlicher Umsatzfaktor eines Vereins.

Der EBITDA wird auch stark von den Spielerverkäufen beeinflusst. Unter Einbeziehung dieser Erträge liegt Bayern in der Nähe seiner historischen Gewinn-Höchststände, während der Verein ohne sie 2019 auf einem 10-Jahres-Tief liegt.

Grafik: Swiss Ramble

Da Spielerverkäufe ein immer regelmäßigerer Umsatzfaktor werden, scheint es sinnvoll diese endlich als reguläre Einnahmequelle zu akzeptieren und ihre Bedeutung anzuerkennen. Unabhängig davon, wie man dazu steht, liefern beide Alternativen interessante Einblicke in die Tätigkeit des Clubs.

Umsatzsteigerung

Die Umsätze haben ihren Wachstumskurs im Jahr 2019 gegenüber dem Vorjahr fortgesetzt. Die folgende Grafik schlüsselt die Einkommensquellen der letzten acht Jahre auf, was Aufschluss über die Herkunft dieses Anstiegs gibt.

Grafik: Swiss Ramble

Wie man vielleicht erwarten konnte, sind die Einnahmenszuwächse aus der TV-Vermarktung einer der größten Wachstumsposten. Diese Einnahmen lagen 2019 bei 211 Mio. €, eine Steigerung von 34 Mio. € gegenüber dem Vorjahr und 105 Mio. € gegenüber 2015.

Sponsoring & Marketing ist der andere wichtige Bereich, der in den dargestellten letzten acht Jahren stetig gestiegen ist. Die im Jahr 2019 hier erwirtschafte Summe von 197 Mio. € bedeutet eine Steigerung von 8 Mio. € gegenüber 2018 und 83 Mio. € gegenüber 2015.

Grafik: Swiss Ramble

Schließlich ist die Lohnquote am Umsatz eine wichtige Kennzahl und hier haben die Bayern 2019 mit nunmehr 51% erstmals die 50%-Marke überschritten. Angesichts der Entwicklung des Transfermarktes in den letzten Jahren ist dies kaum überraschend, aber wahrscheinlich etwas, das das Management der Bayern genau im Auge behalten wird.

Nationale Dominanz

Was die finanziellen Zahlen angeht, sind die Bayern im Bundesliga-Vergleich nicht weniger dominant als in den letzten sieben Jahren auf dem Platz. Auch 2019 liegen sie wieder einmal deutlich vor ihren stärksten Rivalen.

Grafik: Swiss Ramble

Borussia Dortmund ist noch am nächsten dran, wurde aber wieder einmal deutlich übertroffen. Zwar hat sich der Umsatzvorsprung im Jahr 2019 von 312 Mio. € im Jahr 2018 auf 283 Mio. € verringert, dies ist aber immer noch der dritthöchste Wert in den letzten 10 Jahren.

Zwei der wichtigsten Faktoren dieses Vorsprungs sind die Unterschiede bei Sponsoringverträgen und TV-Einnahmen. Wie man in der folgenden Grafik sehen können, dominieren die Bayern den inländischen Sponsoringmarkt, wobei allein ihr Adidas-Deal die gesamten Sponsoringeinnahmen ihres engsten Rivalen um 10 Mio. € übertrifft.

Grafik: Swiss Ramble

Die folgende Grafik zeigt die Umsatzverteilung der Bundesliga für die Saison 2017/18. Die Bayern haben wenig überraschend die höchste TV-Geld-Ausschüttung erhalten, was sich wahrscheinlich auch zukünftig nicht ändern wird.

Grafik: Swiss Ramble

Wo sich der Vorsprung der Bayern jedoch wirklich vergrößert, sind die europäischen Fernseheinnahmen. In den letzten 5 Jahren haben die Bayern hier schätzungsweise in Summe 124 Mio. € mehr eingenommen als ihr stärkster Wettbewerber BVB.

Grafik: Swiss Ramble

Natürlich hat dieser Umsatzunterschied zwischen München und der übrigen Bundesliga auch einen großen Einfluss auf die Möglichkeiten, einen teuren (und entsprechend leistungsfähigen) Kader zu unterhalten. Die folgende Grafik zeigt, dass die Gehaltszahlungen der Bayern für ihre Spieler im Vergleich zum BVB mit 131 Mio. € ein 10-Jahres-Hoch erreicht hat.

Grafik: Swiss Ramble

Allerdings haben die Bayern interessanterweise in den letzten vier Spielzeiten weder bei den Brutto- noch bei den Nettotransferausgaben die Nase vorn. RB Leipzig hat die höchsten Nettoausgaben, während Dortmund mit deutlichem Abstand die meisten Bruttoausgaben hat.

Grafik: Swiss Ramble
Grafik: Swiss Ramble

Der Vorteil Bayerns gegenüber ihrer heimischen Konkurrenz nimmt weiter zu. Zweifellos funktioniert der Fußball gemäß des Matthäus-Prinzips: Wer hat, dem wird gegeben. Die Reichen werden immer reicher. Während viele die Auswirkungen dieses Umstands auf den Wettbewerb beklagen, verdient der Club Anerkennung für seine anhaltende finanzielle und sportliche Dominanz.

Europa und die Money League

Insgesamt behaupten sich die Bayern ökonomisch in Anbetracht ihrer strukturellen Nachteile bei der TV-Vermarktung insbesondere gegenüber der Premier League im europäischen Vergleich sehr gut.

Grafik: Swiss Ramble

Der Gewinn vor Steuern 2019 rangiert auf Platz 5 unter den 15 besten Money League Clubs hinter vier englischen Mannschaften, die stark von ihrem nationalen TV-Einnahmen profitieren.

Auch in Sachen Umsatz blieben die Bayern stark und lagen auf Platz 4 hinter Real Madrid, Barcelona und Manchester United, wobei Arsenal, Chelsea und Liverpool zum Zeitpunkt der Analyse ihre Ergebnisse noch nicht veröffentlicht hatten.

Grafik: Swiss Ramble

Das Umsatzwachstum der Bayern war jedoch im Vergleich zur europäischen Konkurrenz im letzten Jahr relativ gering. Lediglich Real Madrid legte mit nur 6 Mio. € weniger zu als die Bayern mit ihren 31 Mio. €. Die traurige Wahrheit ist leider, dass die Bayern momentan wohl auch zumindest kurzfristig nur recht wenig tun können, um diesem Trend Einhalt zu gebieten. Wie die folgende Tabelle zeigt, haben die TV-Einnahmen sowohl die beiden spanischen Renommierclubs Real und Barca als auch die Premier League in schier uneinholbare Sphären katapultiert. Bis sich diesbezüglich etwas ändert, wird es für die Bayern schwierig sein, mit diesen Clubs mitzuhalten.

Grafik: Swiss Ramble

Ein weiterer Bereich, in dem die Bayern im Vergleich zu ihren Konkurrenten im Nachteil sind, sind die Sponsoringverträge. Der FC Bayern mag zwar in der Bundesliga dominieren, liegt aber im Vergleich zu seinen europäischen Kollegen nur auf Platz 9.

Grafik: Swiss Ramble

Die Bayern haben sich eindeutig in den Verhandlungen mit ihren Ausrüstern und Werbepartnern – und im Falle von Adidas sogar Teilhabern – im Vergleich zu den anderen großen Clubs in Europa mit relativ wenig zufriedengegeben. Mit 35 Mio. € jährlich von der Deutschen Telekom für ihr Trikotsponsoring liegen die Bayern mit Abstand auf dem letzten Platz unter den 11 untersuchten Vereinen, während sie mit den 60 Mio. € von Adidas auf Platz 8 liegen. Beides erscheint angesichts des wirtschaftlichen und sportlichen Erfolgs, den die Bayern in den letzten Jahren erzielt haben, viel zu gering. Wie man der folgenden Tabelle entnehmen kann, liegen sie mit ihrem Koeffizient in der Champions League beispielsweise auf Platz 3, direkt hinter Real Madrid und Barcelona, was darauf hindeutet, dass wenn es nach ihrer sportlichen Leistung ginge, ihre Ausrüster- und Sponsoringverträge besser dotiert sein sollten.

Grafik: Swiss Ramble

Während Bayern in Bezug auf Sponsoring und TV-Einnahmen also im Nachteil ist, konnten sie aufgrund ihrer im Vergleich hervorragenden kommerziellen Einnahmen mit Europas Elite mithalten. Somit waren sie auch in der Lage, wettbewerbsfähige Spielergehälter zu zahlen, was sich natürlich dann auch im sportlichen Erfolg niedergeschlagen hat. Wie man in der Grafik unten sehen kann, hatte der FC Bayern die absolut fünfhöchsten Löhne der Vereine der Money League.

Grafik: Swiss Ramble

Es ist jedoch entscheidend hervorzuheben, dass die Bayern es geschafft haben, dass ihre Gehälter mit Ausnahme von Real Madrid (und Tottenham, deren Löhne ebenfalls deutlich niedriger waren) einen viel geringeren Prozentsatz ihrer Gesamteinnahmen ausmachenals bei sämtlichen anderen Clubs der Money League. Während der Anstieg um 3 Prozentpunkte auf 51% also wahrscheinlich keine Jubelstürme beim Management auslösen wird, liegt diese Quote immer noch deutlich unterhalb derer des Großteils der relevanten europäischen Konkurrenz.

Grafik: Swiss Ramble

2017/18 Money League

Aufgrund der Unterschiede bei den Veröffentlichungsterminen der Jahresabschlüsse der einzelnen Clubs und der Zeit, die für die Zusammenstellung der Daten benötigt wird, muss für einige Kennzahlen auf frühere Perioden zurückgegriffen werden. Die folgenden Angaben stammen im Wesentlichen aus Deloittes Money League Report für 2017/18.

Grafik: Swiss Ramble

Insgesamt belegte Bayern in der Money League hinter Real, Barca und Manchester United den vierten Platz. Wie Swiss Ramble feststellt, werden die Bayern in diesem Ranking allerdings aller Wahrscheinlichkeit nach noch zurückfallen, da mehrere Clubs, darunter Barcelona und PSG, ihre Zahlen noch nicht veröffentlicht haben und in Sachen Commercial Revenue die Bayern voraussichtlich übertreffen werden.

Grafik: Swiss Ramble

Während Bayern in der vergangenen Saison den zweiten Platz belegte, holen viele europäische Vereine in dieser Kategorie, die sie bisher dominiert haben, auf oder übertreffen sie. Wie bereits mehrfach erwähnt, stellen zudem die Einnahmen aus der TV-Vermarktung für die Bayern ein großes Problem dar. Die folgende Grafik zeigt im Detail auf, wie die Bayern hier 2019 abgeschnitten haben.

Grafik: Swiss Ramble

Diese Grafik unterstreicht die Problematik der Bayern in Bezug auf ihre inländischen TV-Einnahmen noch einmal deutlich. Manchester United zum Beispiel hat 2019 allein durch den nationalen Anteil ihrer TV-Einnahmen mehr eingenommen als die Bayern insgesamt mit ihrem Anteil an den TV-Einnahmen. Selbst Vereine der Premier League mit sehr geringen bis gar keinen Einnahmen aus den europäischen Wettbewerben liefern sich hier ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit den Bayern. Unter den europäischen Elite-Clubs schneidet nur PSG mit nur 66 Millionen Euro national schlechter ab als die Bayern.

Grafik: Swiss Ramble

Positiv zu verzeichnen ist, dass die Bayern nach wie vor sehr sehr einträgliche Einnahmen aus dem Spielbetrieb haben, wo sie auf Platz 5 liegen. Dies ist besonders beeindruckend angesichts ihres Ticketpreisniveaus, das im Vergleich zum Rest Europas tendenziell deutlich niedriger ist.

Herausfordernde Zukunft

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der FC Bayern auch 2019 ein solides Geschäftsjahr hinter sich hat. Während der Club weiterhin seine heimische Konkurrenz beherrscht, sieht es im europäischen Vergleich düsterer aus. Bayerns Management  wird einiges an Kreativität benötigen, um trotz der strukturellen Nachteile insbesondere bei den TV-Einnahmen einträgliche Einkommensmöglichkeiten für die Zukunft zu erschließen. 

Es wird besonders interessant zu sehen sein, wie diese Herausforderungen angesichts der jüngsten Umstrukturierungen jetzt im Aufsichtsrat und bald im Vorstand bewältigt werden. Nach dem Ausscheiden von Uli Hoeneß wird Herbert Hainer seine unzweifelhafte unternehmerische Kompetenz einbringen können und müssen. Er und Karl-Heinz Rummenigge werden diese Aufgabe in den nächsten Jahren verantworten, ebenso wie Oliver Kahn, der in einigen Jahren Rummenigge als CEO beerben soll.

Vielleicht kommen diese Änderungen aber auch gerade zur rechten Zeit. Vielleicht sorgt frisches Blut auf höchster Ebene für die neuen Ideen, die es dem FC Bayern ermöglichen, seine Identität zu bewahren und gleichzeitig in Europa wettbewerbsfähig zu bleiben. Es besteht jedoch kein Zweifel daran, dass der Vorstand in Zukunft vor großen Herausforderungen steht. Ob er diese auch wird meistern können, bleibt abzuwarten.

»Eier, wir brauchen Eier!«

— Oliver Kahn

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HandsofGod XMAX FC Bayern
  1. Wow, tolle Analyse.

    Die nationale TV-Split ist Verteilungs-Sozialismus in Reinkultur. Vereine wie Hannover, Freiburg und Stuttgart und andere Zweitligisten bekommen teilweise mehr als die Hälfte des FCB-Beitrages. Kann man natürlich so machen, dann sollte aber dem stets wiederkehrenden Vorwurf der Ungerechtigkeit klar entgegen getreten werden. Hauptproblem ist hier nach wie vor der geringe Sockelbetrag.

    Das Level der Lohnquote wurde auf der HV 2018 ausdrücklich betont, nicht zu überschreiten. Hier ist nun also das Limit erreicht, was inflationsbedingt weitere Umsatzsteigerungen bedeuten muss.

    Was mich überrascht, ist der niedrige Betrag durch den Trikotsponsor. Hier liegt offensichtlich ein großer Hebel.

    Der Rückgang der Fanartikel-Einnahmen ist meines Wissens ein europaweiter Trend. Trotzdem muss der Verein sehen, dass er durch regelmäßige CL-Teilnahme unter den letzten 4 bleibt. Nur so behalten aus meiner Sicht Vereine global dauerhaft ein Gesicht, also in den Märkten wie Americas und China.

    Der operative Verlust vor Spielerverkäufen ist natürlich ein bilanzielles Resultat. Da die Abschreibungen auf Spieler (gibt es hier eigentlich klar definierte Regeln?) heuer sehr hoch waren, würde mich der Cashflow interessieren. Spieler wie Harvertz und Co müssen später ja bezahlt werden. Ansonsten: sehr gut geschrieben.

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    1. Ich meine mich zu erinneren, dass der nationale TV-Split in England noch “sozialistischer” ist, d.h. noch mehr ausgeglichen. Allerdings ist die Gesamtsumme in England natürlich deutlich höher. Die Engländer haben einfach eine Top-Auslandsvermarktung, von der sich unsere DFL eine (oder mehrere Scheiben) abschneiden sollte. United/Arsenal sind z.B. fussballerisch seit Jahren unter ferner Liefen, haben aber deutlich höhere Einnahmen als wir oder andere europäische Topklubs.

    2. die Spieler Abschreibungen waren nicht hoch sondern fast auf Rekordtief
      das habe ich Dir schon vor Monaten versucht zu erklären.

      Niedrige Abschreibungen=höherer zu versteuernder Gewinn
      Höhere Abschreibungen=niedrigerer zu versteuernder Gewinn

      Unverständlich das wir es toll finden völlig unnötig einen zu hohen zu versteuernden Gewinn auszuweisen um Rekordsteuern und Dividenden zu zahlen anstatt in unser AV = AA Säbener etc oder UV = Spielerkader zu investieren

      Wir agieren wie ein börsennotiertes DAX unternehmen das möglichst viel Dividende zahlen will.

      wir sind aber ein Fusball Club und an erster Stelle müssen Investments in unseren Kader stehen

      Und obendrauf wird dann von Uli erzählt wir hätten keine Kohle

      Unglaublich das das auch noch einige Leute glauben

      1. Es gibt ja eine interessante Theorie zu dem Komplex “Niedrige Abschreibungen/Tranferstau – Hohe Gewinne/Steuern/Dividenden.

        Ausgangspunkt sind dabei die Dividendenzahlungen. Wer profitiert davon? Unsere Anteilseigner? Für diese Konzerne sind das nicht mal Rundungsdifferenzen.

        Extrem profitieren, im Vergleich zu seinen sonstigen finanziellen Möglichkeiten, kann allerdings der e.V.
        Derselbe e.V. der vor einigen Jahren gewissermaßen in Vorleistung gegangen ist mit dem Bau des NLZ und seitdem die notwendigen Kredite abbezahlt. Und wie es nun fast schon Bayernlike ist, werden diese Kredite wieder deutlich vorfristig getilgt werden. Nämlich nächstes Jahr, den Aussagen auf der JHV zufolge. Dies wäre gar nicht denkbar gewesen ohne den massiven Zufluss an Dividenden in den letzten Perioden.
        Nun wird spekuliert dies wäre sozusagen das Abschiedsgeschenk von Hoeneß an den e.V. gewesen. Derselbe Hoeneß der vor einigen Monaten meinte, er würde den Verein gerne mit gut gefüllten Kassen übergeben. Und dabei hat der Präsident des e.V. sicher nicht nur an den Konzern und die AG gedacht.

        Wenn ich das alles so will, muss ich natürlich auf jeden Fall namhafte Überschüsse erzielen, um überhaupt in die Lage zu kommen etwas ausschütten zu können. Dabei wären Transfers/Abschreibungen natürlich ein guter Hebel, weil man da einigermaßen flexibel agieren kann.

        Also dieser Theorie zufolge wurde bewusst in den letzten Jahren ein hoher Überschuss angestrebt um über den Umweg der Dividenzahlungen an den e.V. das NLZ zügig und vorfristig abzahlen zu können (s. AA)
        Die dabei natürlich ebenfalls anfallenden Steuern wären dann nur ein Kollateralschaden, den man in Kauf genommen hat.

        Ob das tatsächlich so geplant wurde, wer weiß? Aber wer Hoeneß kennt und weiß wie er tickt, dem kann das nicht gänzlich unplausibel erscheinen.

      2. @Jo
        Es ist richtig das die Dividenden VOR dem Bau des NLZ die einzige Einnahmequelle neben den Mitgliedsbeiträgen der 300000 Mitglieder war.

        Aber mit Fertigstellung des NLZ zahlen wir eine relativ hohe Pachtgebühr für die Nutzung des NLZ.

        Der e.V. hat ja nach eigenen Angaben schon 70% der Kredite für den Bau abbezahlt.

        Persönlich habe ich es nicht verstanden warum das NLZ Gelände vom e.v. erworben und bebaut wurde denn die AA und Säbener gehören der AG.

        Einziger logischer Grund ohne es zu wissen wäre eben sicherzustellen das mit den Pachtzahlungen der AG an den e.V. langfristig Großereignis Einnahmen sichergestellt werden unabhängig von möglichen Dividenden Zahlungen.
        Keine Ahnung aber es ist merkwürdig.
        Wenn es so wäre dann machen Dividenzahlungen überhaupt keinen Sinn denn es wird unnötig Kapital aus der AG gezogen das wir besser in Spielerkäufe investieren sollten.

        Die hohe Pacht könnte auch der Grund für die stark gestiegenen Betriebsausgaben sein.

      3. @Jo
        Pacht ist 3 Mio pa also peanuts

      4. @918

        Dein Schulbuch BWL ist etwas ermüdend. Auf meine Frage, wie Abschreibung im Profifußball bilanztechnisch genau funktionieren, hast du freilich auch keine Antwort. Damit hättest du ausnahmsweise mal echten Mehrwert stiften können. Vielleicht findest du dazu ja mal einen Link in den Tiefen des www, mit denen du uns stets erfreust? Wäre super.

      5. Ok, spricht dafür, dass es die Dividendenzahlungen waren, die die schnelle Tilgung ermöglicht haben.

        Warum der e.V. hier ins Spiel kam?
        Wenn ich mich recht erinnere im Grunde ein politische Angelegenheit. Die beteiligten Stellen (Bund, Stadt) wollten wohl nicht, dass die “Geldsäcke” des FCB an das Gelände kämen, zumindest zu einem vernünftigen Preis. Öffentlicher Eindruck usw.
        Deshalb hat man die Konstruktion über den gemeinnützigen e.V. ersonnen, der sich hier offiziell Jugend, Amateur- und Breitensport widmen kann. Ohne diesen Umweg wäre möglicherweise der ganze Deal nicht zustande gekommen, oder vielleicht zu einem wesentlich ungünstigeren Preis.

        Der wesentliche Treiber bei den gestiegenen Betriebsausgaben dürfte die Ausbuchung der korrespondierenden Restbuchwerte unserer verkauften Spieler sein. Hier spiegelt sich gewissermaßen unser Transfer-Rekord. Ohne genau nachzurechnen und über den Daumen gepeilt, dürfte das ungefähr für die Hälfte des Anstiegs stehen.

        Deine weiter unten stehenden Ausführungen passen meines Erachtens. Nur eine Korrektur beim UV, das liegt aktuell bei 280 Mio €.
        Dementsprechend würde dann nach deiner ceteris paribus-Rechnung auch die Liquidität steigen. Aber für genauere Zahlen werden wir da wohl auf die dementsprechenden Veröffentlichungen warten müssen.

    3. @Jo, 918:

      Spieler werden für gewöhnlich wie normale Investitionsgüter über ihre Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Nutzungsdauer entspricht bei einem Spieler der Vertragslaufzeit. Ein Spieler mit einer Ablösesumme von 100 Mio. Euro und einem Fünfjahresvertrag wird also z. B. über 5 Jahre à 20 Mio. Euro AfA abgeschrieben.

      Für die Berechnung der Höhe der relevanten Einnahmen beim FFP überlässt die UEFA einem Vereinen die Wahl, ob er bei einem Spielerverkauf den Gewinn heranziehen möchten (Ertrag abzgl. Restbuchwert) oder den gesamten Ertrag (wobei dann bei der Berechnung der relevanten Ausgaben gleichzeitig der gesamte Einstellungsbetrag des Spielers berücksichtigt werden muss zur Wahrung der bilanziellen Konsistenz und Äquivalenz beider Ansätze).

      @Turbo Batzi: Re. Fernsehvertrag: Ja, das ist vielleicht Sozialismus in Reinkultur, aber im Großen und Ganzen spielt dieser Umstand für die relativen Einkommensverhältnisse der Vereine eine nur recht geringe Rolle. Abzüglich der Transfereinnahmen liegen die Bayern momentan bei ca. 650 Mio. Euro Umsatz p. a., die Nummer zwei ist der BVB mit ca. 320 Mio. Euro gefolgt von Schalke mit ca. 250 Mio. Euro auf Platz drei, Fernsehgeld-Umverteilung inklusive. Und diese Abstände sind in den letzten jahren prozentual ungefähr gleich geblieben, absolut gesehen aber gewachsen. (Der wesentliche unmittelbare Hebel sind übrigens nicht die Fernsehgelder, sondern die Einnahmen aus den Europapokalen. Wer immer in der Champions League spielt, ist umsatztechnisch systematisch uneinholbar, und wer systematisch uneinholbar ist, spielt immer in der Champions League.)

      Eigentlich müsste man somit im Gegenteil sogar sagen, dass wenn die Bundesliga nicht auf Dauer zu einer monotonen “die Bayern gewinnen immer”-Veranstaltung werden soll, die kleineren Vereine noch wesentlich mehr Geld bekommen müssten.

  2. Ein wirklich sehr interessanter Bericht.
    Finde es schon heftig wie viel weniger Einnahmen der FC Bayern im internationalen Vergleich im Bereich der TV-Vermarktung und des Sponsorings hat. Selbst wenn man hier nur unter den Top 5 wäre, könnte man seinen Umsatz nochmals um 90-100 Millionen Euro steigern.
    Es ist schon bemerkenswert wie gut der Verein arbeitet, wenn man mal den finanziellen Nachteil des Standorts berücksichtigt (ja, das ist schon jammern auf hohem Niveau).

    Hoffen wir mal, dass sich das in Zukunft genau so positiv fortsetzt. Unser neuer Präsident ist ja ein wirklicher Fachmann, was Finanzen von Großkonzernen angeht. Der kann sicherlich bei der Abwicklung des ein oder anderen großen Deals mitarbeiten.
    Man stelle sich mal vor, Bayern hätte jedes Jahr 70-80 Millionen Euro mehr zur Verfügung. Da wäre man ja völlig unaufhaltsam :)

    Solche Berichte gerne öfter. Für mich als Kaufmann und Zahlenfetischist immer wieder sehr interessant.

  3. Eindeutig ist ja, dass die Bayern mit dem kleinen Kader einen ganz anderen Ansatz verfolgen verglichen mit vielen anderen Vereinen Europas. Vom Sinn oder Unsinn 30, 40 Spieler im Profikader zu haben und der daraus folgenden Probleme mal ganz abgesehen ist das eigentlich auch ganz konsequent, wenn man sich selbst eh nicht als Verkäufer im Markt sieht.

    Das finanzielle Fundament ist so ausgerichtet, dass selbst sinkende Einnahmen keinerlei Problem darstellen würden. Klar kann man sich fragen: Wozu? Das ist doch ein stets wachsender Markt. Lieber auf Kante genäht für den absoluten sportlichen Erfolg, aber wird der dadurch berechenbarer? Ich bin mir sicher in Barcelona beneiden sie uns um unseren Kader, unsere Kosten und die trotzdem vorhandene Konkurrenzfähigkeit.

    Auf der anderen Seite geben sie allein 100 Mio im Jahr dafür aus um Messi zu bezahlen. Das könnte man als Investition in die Zukunft sehen, weil es langfristig den Mythos und die Marke Barcelona stärkt den bekanntesten, besten Fußballer in seinen Reihen zu haben.

    Als Geschäftsmann stellt sich nur die Frage: Geht das nicht auch billiger? Ala Lewa schießt uns mit fabelhaften 70 Saisontoren in allen Wettbewerben zum Triple für 1/5 des Geldes und wiederholt das ala CR7 das ein oder andere Jahr.

    Man könnte sich fragen was man tun könnte um seine Stars weltweit noch besser in Szene zu setzen, sie noch besser zu vermarkten. Aber letztlich macht man das am besten mit sportlichen Erfolg, internationalen Titeln.

    Dadurch ließe sich vielleicht auch der Unterschied bei den Einnahmen durch Ausrüstungs- und Sponsorenverträge ein Stück weit erklären, außer bei Manchester United. Oder ist es da von Nachteil, dass die Sponsoren gleichzeitig auch Anteilseigner sind und man nicht gezwungen ist jeden Preis zu bezahlen um den Austattungsvertrag zu erhalten?

  4. HeinrichVonStahl Seite 27.11.2019 - 11:07

    Danke für den tollen Artikel!
    Er beschreibt aus meiner Sicht wunderbar zwei Aspekte, die 918 schon in vielen Kommentaren angedeutet hat.

    1) Die Bayern funktionieren eigentlich sehr gut und haben sich ein tolles finanzielles Fundament geschaffen, das es ihnen ermöglicht, mit den ganz großen konkurrenzfähig zu sein – das Understatement von KHR und UH diesbezüglich verstehe ich nicht ganz.

    2) in Sachen Sponsoring lässt sich der FC Bayern von AAA und der Telekom offensichtlich übervorteilen.
    Ich sehe ein, dass wir an einige international besser vermarktete Teams nicht herankommen werden, aber momentan verkaufen wir uns hier unter Wert.
    Ich hoffe hier sehr stark auf Heiner, der seinen Sachverstand und sein Netzwerk nutzen sollte, um marktüblicher Preise zu erwirken!

  5. Zitat: „Wenn man dagegen die Erträge aus Spielerverkäufen vom Gewinn vor Steuern abzieht, haben die Bayern einen Verlust von -15,0 Mio. € statt Gewinn von 75,3 Mio. € erzielt.“

    So würde ich aber auch nicht rechnen. Wenn man sämtliche Erträge aus Verkäufen abzieht, tut man ja so, als ob die Spieler verschenkt worden wären bzw. überhaupt keinen Wert mehr hätten. Dass man im Rahmen eines Kaderumbaus immer noch etwas für die alten Spieler erlöst, ist ja völlig normal. Aussergewöhnlich war 2018 nur, dass den (erheblichen) Erlösen kaum Ausgaben gegenüberstanden und deshalb eine für einen Spitzenklub untypische positive Transferbilanz herauskam. Ich gehe mal davon aus, dass man aus Steuergründen diesem Sonderprofit im selben Jahr möglichst hohe, ebenfalls aussergewöhnliche Ausgaben (Campus?) gegenrechnen wollte, und sich deshalb auch der sprunghafte Anstieg in „sonstigen Ausgaben“ erklärt.

    Was die Zukunft angeht, sehe ich das ähnlich: bei den Bundesliga-TV-Einnahmen ist jetzt erstmal Ende der Fahnenstange, da wird man in den nächsten Jahren noch weniger mithalten können. International ist sicher noch etwas mehr drin, aber mit mehr als dem Viertelfinale kann man nicht seriös rechnen, da kann immer früh ein Brocken wie Liverpool letztes Jahr kommen. Beim Sponsoring rächt sich halt das Modell mit strategischen Partnern etwas, da man die nicht mit anderen Mitbieten unter Druck setzen kann. Der geplatzte Übergang von Audi zu BMW ist ja auch schlussendlich am Verkauf der Anteile gescheitert, solche Komplikationen hat man dann eben. Finanziell werden bald sieben, acht Vereine auf gleichem oder höheren Niveau operieren. Deshalb wäre es umso wichtiger, ein klares sportliches Konzept und dementsprechend ausgewählte Trainer und Spieler zu haben.

    Antwortsymbol4 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. so rechnet die UEFA KPMG Deloitte und die DFL

      1. Ja, weil es denen darum geht, die wirtschaftliche Basis verschiedener Vereine zu vergleichen. Rein auf den Umsatz begrenzt, ist das auch völlig legitim. Aber mit der oben verwendeten Variante wird suggeriert, dass wir uns nur mit Spielerverkäufen in der Gewinnzone halten konnten, und sonst einen Verlust geschrieben hätten. Das ist Unsinn, wenn man sich die stetigen Gewinne in normalen Jahren mit negativer Transferbilanz anschaut. Vielmehr hat man seit Sommer 2018 gewusst, dass in dem Jahr ein aussergewöhnlicher Überschuss bei Transfers anfällt, und wird sich bemüht haben, durch das Verbuchen höherer Ausgaben im selben Zeitraum die Steuerrechnung zu drücken.

      2. @Horst
        Nein dienUEFA will nichts vergleichen sondern stellt klare Regeln zum FFP und Lizensierungsverfahren auf.
        Die DFL setzt darauf auf.
        Dazu kommen die unterschiedlichen Gaps HGB und IFRS.

        KPMG Deloitte und SwissRamble setzen nur darauf auf.

        Du willst doch nicht wirklich Transfereinnahmen die immer nur one offs sind zum originären operativen Geschäft zählen?

        Unterm Strich bleibt ja unterm Strich nur man sollte sich nichts vormachen. Darum geht es.
        Die Zahlen sind eben nicht extrem positiv.

        Unsere Gesamtsituation ist extrem positiv.
        Wir haben
        – total moderne Infrastrukturen AA und Säbener
        -eine Bilsnz ohne Ginanzverbindlichkeiten und Zinsverbindlichkeiten
        -einen relativ guten Kader

        Wir können/müssen verbessern
        -Sponsoreneinnahmen besonders der AAA und DT
        – Investitionen in den Kader
        – den richtigen Trainer
        -Output des NLZ sportlich wie finanziell

      3. Wenn man sich das Chart “Impact of Player Sales…” anschaut wird deutlich, dass wir in diesem Jahrzehnt ohne die Einnahmen aus den Spielerverkäufen im Grunde keine Gewinne gemacht hätten.
        Das ist nichts Ehrenrühriges oder Schlimmes, einfach gut es zu wissen.

        Im übrigen: Wir verkaufen Spieler um Gewinne zu machen, der BVB um seine Rechnungen zu bezahlen ;-)

  6. Schöner, informativer Beitrag.

    Bei der Frage, ob die Sponsoring-Deals jetzt wirklich so schlecht sind, bin ich mir nicht so ganz sicher.
    Außer den kolportierten Summen gibt es dazu auch immer irgendwelche “Nebengeräusche” zu berücksichtigen. Und dazu hört man dann meistens recht wenig.

    So sind wir mit der Telekom auch im TV-, Social Media- und Mobil-Bereich in irgendeiner Art uns Weise verbandelt. Inwieweit dort Gelder fließen, oder sozusagen geldwerte Leistungen erbracht werden, wäre interessant. Auch bei der digitalen Ertüchtigung der AA sind die immer mit am Start. Ein Großauftrag wurde z.B. zumindest zu einem großen Teil durch zur Verfügung stellen von medialem Content unsererseits abgearbeitet.

    Bei dem Ausrüstervertrag müssten eigentlich auch solche Elemente wie Lizenzgebühren, Boni und die Vertriebsform berücksichtigt werden.

    Kann durchaus sein, dass sich dadurch auch nichts quantitativ bedeutendes ändern würde. Aber die Möglichkeit sollte man zumindest im Hinterkopf behalten.

  7. habe schon auf der US Seite darauf kommentiert.
    erstmal Glückwunsch an Marc und Alex mal irgendwo anzufangen die Zahlen zu analysieren und zu interpretieren.
    Swiss ramble ist ein financial analyst der sich an den Grundsätzen der führenden football analyst Deloitte und KPMG orientiert und die Zahlen komprimiert verständlich darzustellen. Zwei wesentliche Aspekte wo der FCB abweicht ist das die Analysten die UEFA zahlungen unter TV einnahmen verbuchen (wie auch alle anderen grossen Clubs) und das die Transfereinnahmen nicht zum originären operativen Geschäft gezählt werden sonern als a.o. Einnahmen verbucht werden (weil diese ja immer nur einmalige Transaktionen sind).
    Aber leider hat er was den FCB betrifft hier zu schnell geschossen.
    Die Presseerklärung des FCB mit den Erläuterungen zum JA und die anhängenden Kennzahlen geben nur einen sehr limitierten Einblick. Man muss wirklich auf die Veröffentlichung der Jahresberichte des Konzern und der AG im April warten um es korrekt im Detail analysieren zu können ( Bundesanzeiger). So wirft er Konzern und AG zahlen durcheinander bzw rät wohl die der AA die überhaupt noch nicht veröffentlicht wurden.

    Insbesonders die Zuordnung welche Spieler denn in den Transfereinnahmen enthalten sind, welche der Zugänge aktiviert wurden, welche Auswirkungen dies auf die Abschreibungen hatte sind unklar.

    man kann versuchen es von den veröffentlichtlichen Zahlen aus dem JA 2017/18 abzuleiten.

    Folgende Fakten laut JA 17/18

    Der Kader der Lizenzmannschaft verzeichnete in der Saison 2017/2018 folgende Zu- und Abgänge:
    ― Zugänge: Corentin Tolisso, Niklas Süle, Serge Gnabry, SebastianRudy (ablösefrei vonTSG 1899 Hoffenheim), James Rodriguez (Leihe von Real Madrid), Sandro Wagner (Wintertransfer von TSG 1899 Hoffenheim)
    ― Ausgeliehen waren: Serge Gnabry (TSG 1899 Hoffenheim), Marco Friedl (Werder Bremen),Douglas Costa (Juventus Turin), Renato Sanches (Swansea City)
    ― Abgänge: Philipp Lahm (Karriereende), Xabi Alonso (Karriereende),Medhi Benatia (JuventusTurin), Gianluca Gaudino (Chievo Verona).
    ― Vertragsverlängerungen: Joshua Kimmich, Franck Ribéry, Arjen Robben, Rafinha, Sven Ulreich
    ― Lizenzspielerverträge für Jugendspieler: Christian Früchtl (abJanuar 2018)

    Die FC BAYERN MÜNCHEN AG hat die Lizenz für die Spielzeit 2018/2019 ohne Auflagen erhalten. Als Cheftrainer konnte Nico Kovač verpflichtet werden. Folgende Veränderungen im Kader stehen bereits fest:
    ― Zugänge: Leon Goretzka (ablösefrei von Schalke 04), Serge Gnabry (Ende Leihe), Renato Sanches (Ende Leihe)
    ― Abgänge: Douglas Costa (Verkauf Juventus Turin), Felix Götze(Vertrag beendet)
    ― Außerdem haben folgende Jugendspieler einen Lizenzspielervertrag erhalten: Franck Evina, Lars Lukas Mai, Meritan Shabani.

    D.h. also das in den Transfereinnahmen 18/19 über 90,3 Mio Costa mit 40 Mio enthalten ist (die Leihgebühr von 6 Mio hat Juve im Vorjahr bezahlt). Wir wissen gesichert das Vidal (ca 18 Mio), Bernat (ca.10 Mio), Rudy (ca.16 Mio), Wagner (ca.10 Mio) in dieser Periode verkauft wurden.
    Aber definitiv sind die Verkäufe von Hummels (ca 30 Mio) und Sanches (ca. 25 Mio)und Friedl (ca.5 Mio) in den Einnahmen nicht enthalten.

    Da die Abschreibungen für Spieler gesunken sind von 68,9 auf 48,4 kann man davon ausgehen das ausser Davies mit 10 Mio Ablöse kein weiterer Zugand aktiviert wurde so das Lucas Pavard Arp Cuisance alle im laufenden GJ aktiviert und verbucht werden.
    Die Ablösen müssen pro rata über die Vertragslaufzeit abgeschrieben werden (dh Lucas 80 Mio 5J 16 Mio pa., Pavard 35 Mio 5J 7 Mio pa, etc), dh die Abschreibungen erhöhen sich mit den Zugängen schon über 25 Mio p.a.
    wenn dann die Rekordtransfers von Sane und Havertz oder Coutinho dazukämen mit ca 200 Mio dann weiter 40 Mio über 5 J Abschreibungen.
    Die Abschreibungen verringern zwar das operative Ergebnis bzw den zu versteuernden Gewinn sind aber non cash items.
    Die Ablösen von 130 Mio (bzw zusätzlichen 200 Mio) verringern die Liquidität erhöhen aber die Aktiva der Spielerwerte.
    Da die Spielerzugänge erst in der laufenden Periode verbucht wurden verringert sich wohl auch die Liquidität erst in dieser Periode (es sei denn es wurden Anzahlungen geleistet, ist sowieso sehr schwer zu analysieren da ja auch Verkäufe teils in Raten bezahlt werden siehe Barca schuldete uns noch 10 Mio für Vidal).

    Fakt ist das die Liquidität per 30.6.18 220,8 Mio betrug (UV mit Forderungen und Vorräten 274,7 Mio)
    Per 30.6.19 wurde das UV mit 260,6 Mio angegeben dh mit angenommenen unveränderten Forderungen und Vorräten liegt die Liquidität bei ca 205 Mio.

    Fakt ist auch das der EBITDA um Transfereinnahmen bereinigt im Vergleich zu Real Barca MUFC etc erschreckend niedrig ist und das obwohl wir die vergleichsweise niedrigsten Personalkostenquote haben.

    Die betrieblichen Aufwendungen sind extrem gestiegen. Das ist rätselhaft es sei denn dort wird die Pacht für das NLZ verbucht.
    (das ja dem e.V. gehört). Wenn man die nach oben schraubt dann erhält der e.V. quasi eine indirekte Gewinnausschüttung (der e.V. bekam ja bisher Zahlungen nur als Dividende was aber dazu führte das die anderen Anteilseigner von 24,9% auch Dividenden erhalten). Dann müsste man aber konsequenterweise zukünftig auf Dividendenzahlungen verzichten.

    Es ist sowieso insane das ein Fussballclub seinen Hauptsponsoren die vergleichsweise uns viel zu niedrige Sponsorengelder zahlen dann damit auch noch mit Dividenden belohnt werden.

    Das gesamte Konstrukt mit den AAA die ja durch Aktienkauf einen Teil der AA finanziert haben ist inzwischen überholt.
    denn es führt dazu das sie unseren Wettbewerbern Real und MUFC im Fall adidas 120 Mio bzw 100 Mio zahlen und uns nur 60 Mio.
    Allianz zahlen Juve mehr und Audi zahlen Real mehr. Die DT zahlt weniger als die Hälfte als das was Rakuten Barca oder Emirates Real zahlen.

    Wir fallen da ja schon hinter LFC CFC und MCFC zurück.
    Dazu kommen die niedrigen TV einnahmen die wier nicht beeinflussen können.

    Hainer KHR und Kahn müssen dringendst an den Sponsorenverträgen mit den AAA und DT arbeiten. Da sind mind 120 Mio drin.

    Und die Kostenseite muss man sich sehr gut ansehen!!

    Ein anderer revenue stream sind nun mal Transfererlöse. Barca hat 120 Mio p.a. budgetiert.

    Zuerst muss aber der Kader weiterhin verbessert werden. Sane und Havertz sind ein MUSS. Dazu hoffentlich die richtige Trainerwahl.

    Unter dem Strich sind die präsentierten Zahlen leider sehr geschönt und man kann mutmassen ein schönes Abschiedsgeschenk für Uli.

  8. Demnach ist die Pacht peanuts 3 Mio
    Also o.g. Überlegungen hinfällig

    https://www.google.com/amp/s/fcbayern.com/de/amp/news/2019/11/fc-bayern-muenchen-ev-finanziell-gesund-und-sportlich-erfolgreich

    Prof. Dr. Dieter Mayer, 1. Vizepräsident des FC Bayern München eV, berichtete von einem Überschuss des FC Bayern München eV in Höhe von fast zehn Millionen Euro (9.786.222 Euro). Das Eigenkapital erhöhte sich auf 124.968.000 Euro (Vorjahr 115.181.557 Euro), die Eigenkapitalquote liegt bei beachtlichen 83 Prozent. „Das ist ein stattliches Ergebnis“, sagte Mayer. Auch die Mitgliederanzahl ist weiter angewachsen, mit nun 293.000 Mitgliedern (Vorjahr 291.000) bestätigte der FC Bayern seinen Status als größter Sportverein der Welt.

    Tilgung des FC Bayern Campus schreitet zügig voran

    Haupteinnahmequellen des Vereins waren wie in den Vorjahren die Mitgliedsbeiträge (12.229.029 Millionen Euro) sowie die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von neun Millionen Euro durch die FC Bayern München AG. Eine weitere Einnahmequelle kam durch Pachterlöse des von der der AG genutzten Teile des FC Bayern Campus (u.a. Clubheim, Spielstätte, Akademie) hinzu. Hier wurden Erträge in Höhe von knapp 2,65 Millionen Euro erzielt.

    Die Tilgung für die Darlehen zur Errichtung des Campus in Höhe von 40 Millionen Euro schreitet laut Mayer weiter gut voran. Auch dank diverser Sondertilgungen könne das Nachwuchsleistungszentrum voraussichtlich Ende des kommenden Jahres vollständig getilgt werden. Angesichts der liquiden Mittel und der „äußerst positiven Entwicklung im Mitgliederbereich“ wollte Mayer den Mitgliedern einen „rundweg optimistischen Ausblick geben. Ich denke, dass es unserem Verein auch in den nächsten Jahren sehr gut gehen wird.“

    Antwortsymbol2 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. AntwortsymbolHeinrichVonStahl Seite 28.11.2019 - 11:45

      Danke dir!
      Hat jemand eine Idee, was der e.V. mit dem Geld künftig anstellen möchte, wenn das NLZ abbezahlt ist?

      1. Basketballstars finanzieren!!!

  9. Mal sehen ob man das jetzt wirklich umsetzt mit Sane und Havertz

    Dreesen
    Der FC Bayern steht damit auf einem sehr stabilen Fundament, welches uns in einem zunehmend schwierigem Transferumfeld erlaubt, die notwendigen Investitionen in den Lizenzspielerkader zu tätigen“, so Dreesen weiter.
    Denn schließlich sei die oberste Maxime „nicht die Maximierung des Gewinns, sondern die Maximierung des sportlichen Erfolgs“, wie der 52-Jährige weiter ausführte. „Im Wettbewerb um die Spitzentalente glauben wir, aufgrund unserer gestiegenen Finanzkraft in der europäischen Top-Elite des Profifußballes weiterhin konkurrenzfähig zu sein und werden auch künftig all unsere wirtschaftlichen Anstrengungen auf dieses Ziel lenken“, betonte Dreesen. „Wir sind bereit zu investieren, auch noch mehr als in der Vergangenheit.“

    1. Konzentration Bruder!
      Deine ersten 5 Beiträge waren sehr interessant, die nächsten 5 etwas viel, der mit den 12 Links leicht übertrieben und diesen Beitrag hier nennt man Spam.
      Das ist nicht böse gemeint, sondern die Bitte, dir doch wieder kurz zu überlegen, welchen deiner Gedanken du unbedingt mit der Community teilen willst ;-)

      1. Alex weiß worum es geht also warum stößt du dich dran? Denke nicht das wir hier ein Forumsaufpasser benötigen?
        Denke Du verstehst nicht ganz worum es überhaupt geht? Am besten Du liest jeden einzelnen Beitrag noch einmal ganz konzentriert durch dann sollte Dir der Sinn klar werden?

      2. Also Lukas. Ganz langsam und konzentriert die Expertisen durchlesen. Aber krieg keinen Kopfkasper :-)

      3. Hab ich doch, deswegen hab ich ja geschrieben, dass die inhaltlichen Beiträge interessant waren. Dass Man City Mumbai FC kauft ist aber uninteressant- und relevant. Es bläht es Kommentarbereich ungemein auf und erschwert die Auseinandersetzung mit dem Thema, deshalb weise ich dich darauf hin.

    2. @918:

      Hahahaha. Indonesien kommt garantiert noch! ;-)

      Aber die meinen es bei der City Football Group durchaus schon ernst. Klubnetzwerke sind die Zukunft. In Amerika gang und gäbe, im europäischen Fußball noch unterentwickelt. Red Bull hat das auch für sich erkannt. Clever, sehr clever. Ich hoffe, dies ist ein Trend, den die Bayern nicht verschlafen.

      1. Denke ich auch

        Momentan denken nur AbuDhabi Qatar und Mateschitz in diese Richtung.
        Chelsea hat ja auch einigen Verflechtungen.
        Qatar werden wohl Leeds United kaufen.

        CFG haben ja jetzt weitere 10% für 500 Mio USD an US Investoren verkauft nachdem sie PRC 13% für 400 Mio USD verkauft hatten.
        Damit wird CFG mit USD 4,8 Mrd bewertet.

        AbuDhabi haben MCFC für ca USD 200 Mio gekauft und ca USD 1,7 Mrd reingepumpt (Kredite sind inzwischen zu EK umgewandelt).

        Simple Rechnung
        NettoInvest ca 1,0 Mrd
        Heutiger Wert 77%

        https://www.google.com/amp/s/mobile.reuters.com/article/amp/idUSKBN1Y10FJ

      2. Heutiger Wert 3,6 Mrd (77%)

        Würde mich nicht wundern wenn die irgendwann ein horserace zwischen US und PRC Investoren veranstalten und nach der WM mit riesigen Gewinnen sich verabschieden.

    3. mein gott dann such dir n city forum. was stimmt mir dir nicht?

      1. @MSR
        Wie kann jemand mit meiner ID hier so einen Quatsch absondern?

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