Sydney Lohmann, FC Bayern München, Bayenr-Campus © Sven Beyrich

Bayern-Frauen kommen aus der Winterpause

Jolle Trenner 17.02.2019

Und direkt treffen die zwei Teams aufeinander, die in den letzten Jahren die Meisterschaftstitel unter sich aufgeteilt haben: der FC Bayern München empfängt den VfL Wolfsburg am 17.2.2019 um 15 Uhr am Bayern-Campus.

Die Bayern liegen nur drei Punkte zurück und könnten zu Wolfsburg aufschließen. Dass es nur drei Punkte sein würden, war nicht zu erwarten gewesen, als die Wölfinnen die Bayern im Hinspiel mit 6:0 – kurz einwirken lassen – Sechs zu Null aus dem Stadion geschossen hatten.

Die AFBL-Hinrunde in Zahlen

Mandy Islacker und Jill Roord sind Münchens erfolgreichste Torschützinnen der Hinrunde. Islacker schoss 7 Tore in nur 402 Minuten und kommt somit auf einen exzellenten g/90-Wert von 1,57 – deutlich mehr als 1 Tor in 90 Minuten. Sie trägt damit 18,42 Prozent Anteil der Bayern-Tore. Nimmt man nicht nur die 11 Spieltage der Hinrunde, sondern alle 13 in Betracht, sind es sogar schon 12 Tore – doppelt so viele wie die gesamte letzte Saison.

Die meisten Tore

Torschützinnen Hinrunde AFBL 2018 Klick auf Grafik zum Vergrößern

Sara Däbritz hat in der Hinrunde deutlich mehr Minuten gespielt als Islacker und schoss 9 Tore in 883 Minuten. Däbritz kommt somit auf 0,92 Tore pro 90 Minuten und ist an den Team-Toren mit 23,68 Prozent beteiligt. In den zwei Spielen der Rückrunde konnte Däbritz weitere 2 Tore hinzufügen und steht aktuell bei 11 Toren.

Abhängigkeit des Teams von den Toren einer Spielerin

Anteil Team-Tore Hinrunde AFBL 2018 Klick auf Grafik zum Vergrößern

Absolute Top-Torschützin der Hinrunde ist die herausragende Ewa Pajor vom VfL Wolfsburg: 15 Tore in 673 Minuten, 2,01 Tore pro 90 Minuten. Mit 67,98 Prozent gehen mehr als zwei Drittel der Wolfsburg-Tore auf das Konto der Polin.

Tore pro 90 Minuten

g/90 Tore/90 Hinrunde AFBL 2018 Klick auf Grafik zum Vergrößern

Die erfolgreichsten Torschützinnen mit mindestens 300 Minuten und 2 Toren

Spielerin, TeamToreElfmeter-ToreTore exkl. Elfmeterg/90Anteil Team-Tore in %Tore TeamMinutenAnteil Team-Minuten in %StartelfEinwechs.Auswechs.SpieleSpiele Team
Ewa Pajor, VfL Wolfsburg150152.0130.6114967367.98803811
Mandy Islacker, Bayern München7071.5718.423840240.46525711
Lena Petermann, Turbine Potsdam7071.1421.213355555.86634911
Lena Sophie Oberdorf, SGS Essen7070.97282565165.68723911
Sara Däbritz, Bayern München9090.9223.683888388.9910121111
Laura Freigang, 1. FFC Frankfurt7070.9131.822269069.04814911
Lea Schüller, SGS Essen8080.73322599210011001111
Verena Wieder, SC Freiburg3030.6715.791940640.84442811
Dörthe Hoppius, MSV Duisburg7070.66501495789.3211031111
Jill Roord, Bayern München4040.6310.533857057.40725911
Viktoria Schwalm, Turbine Potsdam3030.589.093346946.973811111
Dina Blagojević, SC Sand4040.5733.331263664.099181011
Tabea Waß, TSG Hoffenheim5050.5617.862880580.8710071011
Laura Feiersinger, 1. FFC Frankfurt6060.5427.2722100210011001111
Nicole Billa, TSG Hoffenheim5050.5417.862883784.1210041011
Anne Fühner, TSG Hoffenheim3030.5110.712852953.23612711
Lena Uebach, Bayer 04 Leverkusen3030.51301053153.59542911
Sandra Starke, SC Freiburg4040.5021.051971471.527311011
Lisa Marie Makas, MSV Duisburg3030.5021.431453653.74601611
Giulia Gwinn, SC Freiburg5050.4726.321995595.8611021111
Lara Prašnikar, Turbine Potsdam3030.479.093357457.726551111
Nicole Rolser, Bayern München2020.475.263838338.69431711
Lena Lattwein, TSG Hoffenheim4040.4614.292877577.78902911
Pernille Harder, VfL Wolfsburg9180.4418.3749163483.0310051011
Rieke Dieckmann, Turbine Potsdam4040.4212.123385485.8810021011
Kristine Minde, VfL Wolfsburg6060.4012.2449134453.74612711
Valentina Oppedisano, Borussia Mönchengladbach2020.4033.33645245.47523711
Svenja Huth, Turbine Potsdam5140.4015.153390590.9010001011
Lina Magull, Bayern München4220.3510.533851351.796441011
Anna Gasper, Turbine Potsdam3030.339.093380480.8110061011
Nina Burger, SC Sand2020.3316.671255055.16614711
Zsanett Jakabfi, VfL Wolfsburg4040.318.1649115935.053711011
Clara Schöne, SC Freiburg2020.2810.531963663.64700711
Alexandra Popp, VfL Wolfsburg6150.2812.2449159785.759111011
Maximiliane Rall, TSG Hoffenheim3030.2710.712898598.9911011111
Danica Wu, SGS Essen2020.2782566667.12905911
Tanja Pawollek, 1. FFC Frankfurt3030.2713.6422100210011001111
Katharina Schiechtl, SV Werder Bremen2020.2633.33670570.51801811
Elisabeth Mayr, Bayer 04 Leverkusen2020.23201078078.699141011
Géraldine Reuteler, 1. FFC Frankfurt2020.229.092280380.0110071011
Leticia Santos de Oliveira, SC Sand2020.2116.671284384.759111011
Sarah Zadrazil, Turbine Potsdam2020.206.063390791.1111031111
Sydney Lohmann, Bayern München2020.195.263895095.7611021111
Noelle Maritz, VfL Wolfsburg2020.124.0849151470.91801811
Leonie Pankratz, TSG Hoffenheim2110.097.142899510011001111
Felicitas Rauch, Turbine Potsdam2110.096.063399510011001111

Zu wenig Frauenfußball auf Miasanrot?

Auf Miasanrot gibt es kaum noch etwas zu lesen über die Bayern-Frauen – aus Kapazitätsgründen. Das hat das Team nicht verdient. Aber zum Glück springen andere in die Bresche:

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Was hat sich in groben Zügen in der aktuellen Saison bei den Bayern getan?

Die Liga: noch alles drin

Mit 32 Punkten und 50:13 Toren stehen die Bayern auf Platz 2 hinter Wolfsburg (35; 55:5) und vor Potsdam (27; 37:11).

Der Pokal: im Viertelfinale

Mit zwei 3:0-Siegen gegen Jena und Bremen zog der FCB ins Viertelfinale ein, wo es am 13. März 2019 auswärts nach Frankfurt geht. Die anderen Begegnungen sind Wolfsburg-Potsdam, Leverkusen-Hoffenheim und Gladbach-Freiburg.

Die Champions League: im Viertelfinale

In der 1. KO-Runde waren die Bayern-Frauen gegen den serbischen Club ZFK Spartak Subotica kaum gefordert und setzten sich locker mit insgesamt 11:0 Toren durch. Auch das Achtelfinale bestritt der FCB souverän und brachte nach Hin- und Rückspiel insgesamt 5:0 Tore gegen den FC Zürich auf die Anzeigetafel. Ende März steht als Viertelfinalgegner Slavia Prag zwischen den Bayern und dem Halbfinale. Dort könnte es der FCB dann mit Barca oder dem norwegischen Dauersieger-Club LSK Kvinner zu tun bekommen, wo nach ihrem Abgang von den Bayern vor mehr als fünf Jahren eine gewisse Isabell Bachor unter Vertrag steht.

Personal: Trainer Wörle wird gehen

Es wird die Abschiedstournee von Erfolgstrainer Tom Wörle von den Bayern. Er verlässt das Team zum Saison-Ende. Sein Nachfolger Jens Scheuer hat beim SC Freiburg schon bewiesen, dass er Talente entwicklen und seinem Team ein erfolgreiches Konzept von Fußball mit auf den Platz geben kann.

Schon seit Beginn der Saison hat Melanie Leupolz das Amt der Spielführerin von Melanie Behringer übernommen, die 2018 zweimal am Knie operiert werden musste.

Im Januar kam die dänische Nationalspielerin Simone Boye Sørensen vom FC Rosengård zum Team und unterschrieb einen Vertrag für 3,5 Jahre. Die vielseitige Abwehrspielerin konnte bei der Europameisterschaft 2016 als rechte Halbverteidigerin einer Dreierkette überzeugen.

Die dienstälteste Bayern-Spielerin – Carina Wenninger verlängerte Ihren Vertrag und bleibt bis 2021 Münchnerin genauso wie Dominika Škorvánková. Wenninger ist die einzige Bayern-Spielerin, die die Hinrunde komplett durchspielte. Auch Melanie Leupolz und Gina Lewandowski erhielten neue Arbeitsverträge und bleiben der Mannschaft mindestens bis 2020 verbunden. Zudem band der Club auch Nachwuchsgranate Sydney Lohmann langfristig an den Verein und verlängerte mit ihr bis 2022.

Trainingslager: Club und National

Für viele Spielerinnen standen in diesem Winter gleich zwei Trainingslager auf dem Programm. Die Bayern folgten dem moralisch zwielichtigen Vorbild der Männer und reisten nach Doha, ohne dass sich Kritik an der Menschenrechtslage vor Ort hätte vernehmen lassen.

Für die DFB-Spielerinnen ging es im ersten Trainingslager unter der neuen Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg ins spanische Marbella, wo sie mit Blick auf die Weltmeisterschaft in Frankreich im Sommer die Gelegenheit nutzte, 30 Spielerinnen zu sichten. Vom FC Bayern waren Kathrin Hendrich, Leonie Maier, Verena Schweers, Sara Däbritz, Melanie Leupolz, Sydney Lohmann und Lina Magull mit dabei. Laura Benkarth und Nicole Rolser kurieren beide noch ihre Kreuzbandrisse aus und Kristin Demann wurde im November am Knie operiert. Alle drei konnten somit nicht dabei sein.

Auch die Niederländerinnen Jill Roord und Lineth Beerensteyn, die Schwedin Fridolina Rolfö sowie die Österreicherinnen Manuela Zinsberger und Carina Wenninger reisten mit ihren Nationalteams.

Die Überraschung: Sydney Lohmann

Sydney Lohmann ist denn auch die Überraschungsspielerin der Saison für den FC Bayern. Im März 2017 debütierte sie für die erste Mannschaft, spielte aber bis zur letzten Saison hauptsächlich für das zweite Team des FCB. In der aktuellen Saison kommt Lohmann nun schon auf zwei DFB-Pokal-Einsätze, zwei Einsätze in der Champions League und ist mit 13 von 13 möglichen Startelfeinsätzen in der Liga zur absoluten Stammkraft geworden.

Diese Spielerinnen standen in der Hinrunde jede Minute auf dem Platz

Spielerin, TeamToreElfmeter-ToreTore exkl. Elfmeterg/90Anteil Team-Tore in %Tore TeamMinutenAnteil Team-Minuten in %StartelfEinwechs.Auswechs.SpieleSpiele Team
Lea Schüller, SGS Essen8080.73322599210011001111
Laura Feiersinger, 1. FFC Frankfurt6060.5427.2722100210011001111
Tanja Pawollek, 1. FFC Frankfurt3030.2713.6422100210011001111
Leonie Pankratz, TSG Hoffenheim2110.097.142899510011001111
Felicitas Rauch, Turbine Potsdam2110.096.063399510011001111
Johanna Elsig, Turbine Potsdam1010.093.033399510011001111
Merle Barth, Bayer 04 Leverkusen1100101099110011001111
Marith Prießen, 1. FFC Frankfurt0000022100210011001111
Anne van Bonn, SC Sand000001299410011001111
Carina Wenninger, Bayern München000003899210011001111
Luisa Wensing, SV Werder Bremen00000699810011001111
Meike Kämper, MSV Duisburg0000014180910011001111
Carina Schlüter, SC Sand000001299410011001111
Anne-Catherine Kufner, Borussia Mönchengladbach00000699210011001111
Henrietta Csiszár, Bayer 04 Leverkusen000001099110011001111
Bryane Heaberlin, 1. FFC Frankfurt0000022100210011001111

Merci an Lukas, fürs Buddeln in den Zahlen.

»Eier, wir brauchen Eier!«

— Oliver Kahn

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  1. Danke für den Überblick @Jolle :) Gute Zusammenfassung, nach der ich mich wieder halbwegs up-to-date fühle. Das Aufschließen zu Wolfsburg hat ja gestern erfreulicherweise sehr gut geklappt. Immer wieder faszinierend, was es für unfassbare Leistungsunterschiede im Frauenfußball gibt: trotz des 0:6 in Wolfsburg haben wir eine Tordifferenz von +39…das heißt, wenn man den VfL jetzt mal ausklammert hat der FCB in gerade mal 12 Spielen eine Tordifferenz von +43 gegen den Rest der Liga-im Schnitt schlägt man diese Teams also mit knapp vier Toren Differenz. Und selbst dieser Rest ist alles andere als homogen, da gibts dann mit Gladbach ein Team mit einem Punkt und -64 Toren aus 14 Spielen…

    Was mir ein wenig fehlt in dem Artikel ist ein Ausblick auf die Chancen in der CL. In der Liga ist die Situation klar, hoffentlich rutscht Wolfsburg nochmal irgendwo aus, so dass Bayern vorbeiziehen kann. Im Pokal wirds halt irgendwann auch auf das Duell Bayern-Wolfsburg hinauslaufen. Aber wie schauts in der Champions League aus, ist Prag Laufkundschaft wie Subotica und Zürich oder können die gefährlich werden? Und wie sind die Spitzenteams einzuschätzen-ist Lyon weiterhin unantastbar und auf eine ähnliche Art überlegen wie FCB und Wolfsburg in der Liga? Oder könnte da was gehen?

  2. […] Bayern-Frauen kommen aus der Winterpause | Jolle […]

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