MUNICH, GERMANY - APRIL 20: Kingsley Coman of Bayern Munich battles for possession with Kevin Mohwald of Werder Bremen during the Bundesliga match between FC Bayern Muenchen and SV Werder Bremen at Allianz Arena on April 20, 2019 in Munich, Germany. (Photo by Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images)

Bayern erkämpft sich Heimsieg gegen Bremen

Christopher Trenner 20.04.2019

Im Jahr 2019 war Bremen noch unbesiegt. Die richtige Raute holte in zwölf Spielen sechs Siege und sechs Unentschieden. Dementsprechend selbstbewusst reisten sie nach München.

Falls ihr es verpasst habt

Die ersten 45 Minuten

Der Twitteraccount des FC Bayern verbreitete die frohe Kunde: Corentin Tolisso saß zum ersten Mal nach sieben Monaten wieder auf der Bank der Münchner. Der französische Weltmeister soll zunehmend wieder an den Spielalltag herangeführt werden. Niko Kovač musste vor der Partie kurzfristig, aber wenig überraschend auf Mats Hummels (Oberschenkel) und James (Adduktorenprobleme) verzichten. Schon länger bekannt war der Ausfall von Manuel Neuer. Durch die Ausfälle rückte im Vergleich zur Vorwoche Sven Ulreich und Jérôme Boateng in die Startelf.

Auf der Gegenseite gab es bei Florian Kohfeldt nur einer nominelle Änderung im Vergleich zum 2:1 Heimsieg gegen Werder Bremen. Kevin Möhwald begann für Yūya Ōsako. Taktisch ergab sich eine 4-4-2 Formation mit einer flachen Doppelsechs, gebildet von Sahin und Maximilian Eggestein.

Bremen versuchte es in der Anfangsphase sehr variabel. Ergab es sich aus der Situation, pressten Milot Rashica und Max Kruse, unterstützt von zwei bis drei Mittelfeldspielern, bis auf Sven Ulreich drauf. Konnten sich die Münchner befreien, spielten die Bremer ein sehr abwartendes Mittelfeldpressing. Das 4-4-2 gab dabei viel Stabilität.

Die Bayern taten sich zunächst schwer mit der Bremer Spielweise und hatten selbst zu viele einfache Ballverluste durch ungenaues Passspiel und Stockfehler. Da Davy Klaasen und Möhwald auf den Außenbahn viel mit nach hinten arbeiten, gab es dort wenig Platz für die Flügelspieler der Bayern.

Chancen, wenn man die Abschlüsse so nennen will, gab es nur nach Fehlern der Bremer im Aufbau. Müller kam so aus halbrechter Position zum Schuss (21.). Serge Gnabry versuchte es mit einem Drehschuss nach einem Thiago-Lupfer, Jiri Pavlenka parierte exzellent (25.).

Robert Lewandowski hatte nur wenig Raum.
(Foto: Günter Schiffmann/AFP/Getty Images)

Optisch erarbeiteten sich die Bayern in dieser Spielphase ein Übergewicht, ohne sich nennenswerte Torchancen zu erspielen. Vieles blieb halbgut, was bis dato nicht reichte, um die Bremer in Verlegenheit zu bringen. So ging es mit einem 0:0 überpünktlich in die Kabine.

Die zweiten 45 Minuten

Ohne Änderungen auf beiden Seiten ging es in die zweite Halbzeit. Diese begann gleich mit mehr Tempo. Nach einer Halbfeldflanke von Joshua Kimmich kam Robert Lewandowski zum Abschluss. Doch Pavlenka blieb auch hier der Sieger (48.). Wenig später schoss Gnabry Miloš Veljković auf der Linie an (50.). Drei Minuten drauf traf Gnabry dann den Pfosten. Auch hier hatte Pavlenka seine Finger im Spiel. Weitere drei Minuten später scheiterte Lewandowski abermals am Bremer Keeper (56.).

In der nächsten Szene schwächte sich Bremen dann selbst. Veljković ging, bereits mit einer gelben Karte belastet, mit den Ellenbogen zuerst in das Kopfballduell mit Süle. Für den Abwehrspieler bedeutete dies die Ampelkarte.

Beide Trainer reagierten. Kovač ging mehr Risiko und brachte Leon Goretzka für Javi Martinez. Auf der anderen Seite komplettierte Sebastian Langkamp die Viererkette. Für ihn musste Möhwald weichen.

Fortan entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor. Bremen wollte das Unentschieden mitnehmen. Bayern ging auf den Sieg. Thomas Müller köpfte in der 70. Minute die bis dato größte Bayern-Chance knapp neben das Tor. Es war die letzte Aktion. Für ihn kam Franck Ribéry.

Eine Einzelaktion war der späte Dosenöffner. Niklas Süle wurde 20 Meter vor dem Tor der Bremer nicht angegriffen. Sein Fernschuss fälschte Klaasen unglücklich ab, wodurch der Ball an Pavlenka vorbei in den Kasten trudelte (76.).

Die Bayern blieben weiter am Drücker. Robert Lewandowski traf ebenfalls per Fernschuss die Latte (79.). Wenig später verzog der Stürmer aus elf Metern. Es war seine größte Chance.

Auf Seiten der Münchner kam noch Renato Sanches. Bremen brachte noch Claudio Pizarro ins Spiel. Spielentscheidend waren diese Wechsel nicht.

Am Ende reichte das Tor von Süle dem FC Bayern, den ersten Teil des Bremen-Doubles für sich zu entscheiden. Wie in vielen Spielen in dieser Saison taten sich die Münchner mit dem 4-4-2 der Gegner äußerst schwer. Eine individuelle Aktion rettet den Bayern den Sieg, die sich defensiv keine Fehler erlaubten und Werder nicht eine Torchance ließen.

Am Mittwoch kommt es dann zum Rückspiel in Bremen. Das Halbfinale des DFB-Pokals steht an.

Dinge die auffielen

Wenig Ideen

Der FC Bayern hatte keine Ideen, um das 4-4-2, später das 5-3-1 der Bremer zu knacken. Die Mannschaft von Kohfeldt deckte die Außenbahn geschickt zu und gab nur wenig Raum in den Zwischenlinien frei. Dadurch ergab sich die gefürchtete U-Formation im Aufbau. Die Folge waren viele Halbfeldflanken. Am Ende standen über 40 Flankenversuche.

Hier fehlte es der Mannschaft an Ideen, vom Start weg so eine gegnerische Formation zu bespielen. Den Siegeswillen kann man der Elf von Kovač nicht absprechen, aber nach wie vor ist das Team abhängig von Einzelleistungen oder eben Zufallstoren, wie beim 1:0 durch Süle zu sehen war.

Thiago

Wenn es einen Spieler gab, der Ideen (siehe Punkt 1) einbrachte, dann war es Thiago. Der Spanier ist das Bindeglied zwischen Abwehr, Mittelfeld und Angriff beim FC Bayern. 94% Passquote vermeldete die Statistik am Ende. Mit fünf Key-Pässen leitete er viele Angriffe direkt mit ein. Sehenswert war beispielsweise der Lupfer über beide Viererketten, bevor Gnabry in der 25. Minute zum Abschluss kam. Ansonsten präsentierte sich Thiago wie gewohnt defensiv stark. Mit geschickter Zweikampfführung und klugem Positionsspiel verhinderte er, dass sich Bremen entfalten konnte.

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