Bayern Amateure – FC Augsburg II 0:2 (0:1)

Jan Trenner 16.08.2014

Wir haben heute nicht gut gespielt und verdient verloren. Wir haben Durchschlagskraft und Qualität vermissen lassen.
Erik ten Hag nach dem Spiel, FCBayern.de am 16.08.2014

Falls ihr es verpasst habt: Viele der anwesenden 928 Zuschauer hatten den Derbysieg am Dienstagabend noch im Kopf, als erneut in der Regionalliga angepfiffen wurde. Erik ten Hag musste auf die verletzten Ribéry und Görtler verzichten und stellte Stefan Buck und Bastian Fischer in die Startelf. Mit Görtler verlor man einen ständigen Unruheherd im Mittelfeld und Steeven Ribéry präsentierte sich zuletzt als engagierter Akteur auf der Außenbahn. Den Spielen waren die Derby-Anstrengungen noch anzumerken und nach dem frühen Treffer von Augsburgs Valonis Kadrijaj in der 8. Minute, war früh jeglicher Zug zum gegnerischen Tor beendet. Einzig Sallahi konnte sich zwei Mal in Szene setzen, während Tobias Schweinsteiger bemüht war, seine Mannschaft durch Einsatz wachzurütteln. Die Spielsituation änderte sich in der zweiten Hälfte kaum und über 90 Minuten gelang kaum ein Pass im Angriffsdrittel. Spätestens nach dem 2:0 des FC Augsburg (64., Jonathan Scherzer) waren die Hoffnungen für diesen Samstag geplatzt. Die Gäste standen defensiv zu sicher, agierten sehr konzentriert und vermochten über Konter gefährlich zu werden, während bei den Bayern Amateure die Räume und Abstände immer größer wurden. Schiedsrichter Andreas Hartl pfiff die Partie ohne erwähnenswerte Nachspielzeit ab.

Höhen & Tiefen

Im Jugendbereich gilt es als selbstverständlich, dass Spieler selten über einen längeren Zeitraum auf konstant hohem Niveau auftreten. Dennoch ist es bemerkenswert, dass in der aktuellen Spielzeit ein ständiges Auf und Ab der Leistungen im ganzen Kader vorliegt. Diejenigen, die am Dienstagabend glänzten, wie der engagierte Torschütze Gerrit Wegkamp, tauchten erneut völlig ab. Ihnen gelang kaum etwas. Bastian Fischer konnte Görtler nicht ersetzen, spielte oftmals fahrig und unkonzentriert im Angriffsdrittel – und damit war er nicht allein. Wie bereits erwähnt, gab es über 90 Minuten höchstens eine Handvoll halbwegs guter Hereingaben von den Außenbahnen in den Strafraum. Viel zu oft wurde nur der Gegenspieler getroffen oder um mehrere Meter zu unpräzise gespielt. Erik ten Hag und sein Trainerteam können nicht aus dem vollen Kader schöpfen, aber anstatt ihre Einsatzminuten zu nutzen, um sich zu präsentieren, sah man enttäuschende Leistungen und verdiente Punktverluste. Bei Einwechslungen entstanden keine neuen Impulse bzw. schwächten sie das Team wie heute, als Sallahi – bis dahin wieder einmal bester Mann – auf die Position des Linksverteidigers zurückgehen musste und dadurch im Mittelfeld fehlte.

Spielaufbau über Oikonomou

Erneut übernahm Angelos Oikonomou den Spielaufbau als Sechser und versuchte die Partie zu lenken. Im Gegensatz zum Stadtderby, als sich seine Vorderleute durch große Laufbereitschaft ständig in anspielbare Positionen bewegten, war er gegen den Augsburg oft ohne Möglichkeiten. Ihm blieb nur der Pass auf die neben ihm stehenden Innenverteidiger oder der lange Ball in die Sturmspitze, den die gut stehenden Gäste schnell kontrollieren konnten. Oikonomou gelang es nicht Strukturen zu etablieren, mit Tempowechseln den Spielfluss zu beeinflussen oder Geschwindigkeit aufzunehmen. Trotz guter Laufbereitschaft machten es sich die Bayern Amateure zu einfach, indem sie die Verantwortung auf den 18-jährigen Griechen abwälzten.

Aufstiegschancen?

Eine Meisterschaft entscheidet sich in den ersten acht Spielen. So oder so ähnlich könnte man Pep Guardiola und viele seiner Trainerkollegen wohl zitieren. Nach den bisher gespielten sechs Partien in der Regionalliga Bayern befinden sich die Amateure im Mittelfeld und lassen keinen richtigen Aufwärtstrend erkennen, während sich die Würzburger Kickers bereits an der Tabellenspitze absetzen. 11 Punkte Rückstand sind nicht nur rechnerisch schwer aufzuholen, sondern auch mit Blick auf die Leistungen beinahe unmöglich. Bereits vor dem Start in die Spielzeit sprachen wir vom Umbruch und der herausfordernden Phase im August bzw. frühen Herbst. Derzeit findet man als Amateurefan und Beobachter keine Argumente für die Aufstiegsrelegation oder Regionalligameisterschaft.

FC Bayern Amateure – FC Augsburg II 0:1 (0:2)
Bayern Amateure Zingerle – Steinhart, Buck (61. Jelisic), Strohmaier, Koussou – Sallahi, Basta, Oikonomou, Fischer – Schweinsteiger, Wegkamp
Bank Müller, Leo, Puchegger, Ingmann
Augsburg Gelios – Pangallo, Framberger, Reinthaler (83. Stanese), Rieder – Schuster, Müller, Scherzer (70. Busching), Biankadi (83. Habersetzer), Uhde – Kadrijaj
Tore 0:1 Kadrijaj (8.), 0:2 Scherzer (64.)
Karten Gelb: – / Reinthaler, Pangallo
Schiedsrichter Andreas Hartl
Zuschauer 928

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