Augsburg zu Gast: Das fast Pepfekte Spiel

Vor dem Spiel gab es erneut eine Hiobsbotschaft, denn nach der Champions League Fahrt gegen Pilsen wurde bekannt, dass Schweinsteiger sich erneut am Knöchel operieren lassen muss. Eine bittere Pille. Wir verlieren den Spieler, der auf Platz 3 von Goalimpact gelistet ist. Goalimpact gibt an, wie stark die Tordifferenz einer Mannschaft von einem einzelnen Spieler im Durchschnitt abhängt. Hat ein Spieler einen sehr hohen Wert, so hatte seine Mannschaft in der Vergangenheit mit ihm eine sehr gute Tordifferenz im Vergleich zu Spielen ohne ihn. Eigentlich hatte man von Vereinsseite gehofft das Problem durch eine OP im Sommer zu lösen. Allerdings scheint keine Besserung eingetreten zu sein. Dass die Verletzung nun schon fast zwei Jahre alt ist, macht die ganze Sache nicht viel besser. Der Ex-Bayern Profi Georg Niedermeier hatte damals in einem DFB Pokalspiel zur Grätsche an- und den Vizekapitän außer Gefecht gesetzt. Eine Randnotiz, die aber nicht unerwähnt bleiben sollte: Bastian Schweinsteiger hat sich zusammen mit Felix Neureuther operieren lassen und auch dieser kann noch nicht beschwerdefrei Ski fahren.

Roter Himmel über der Allianz Arena

Durch die Verletzung sind die Zeichen im Mittelfeld eigentlich neu gemischt. Gesucht wird ein neuer „8er“, denn Martinez wird sich nach seinen Verletzungen dauerhaft auf der 6 fest spielen. Das haben die Spiele gegen Hoffenheim, Pilsen und jetzt Augsburg klar gezeigt. Es gibt wohl keinen anderen »Staubsauger« der nahezu jeden Ball erobern kann. Der eigentliche Plan von Pep war es Lahm wieder als RV auflaufen zu lassen, dies wurde noch mal um zwei Wochen verschoben. So spielte er gegen Augsburg auf der Schweinsteiger-Position. Die Dreier-Mittelfeldachse wurde von Martinez – Kroos und besagtem Lahm gebildet. Die Flügelzange von Götze und Ribery. Ganz vorne durfte sich erneut Mandzukic abarbeiten.

Als Gegner kam der stets unbequeme FC Augsburg. Ich glaube kein Fan der anderen 17 Bundesligamannschaft verfällt in Jubelschreie, wenn er sieht, dass sein Verein am Wochenende gegen die Schwaben spielt. Der FCA agiert immer mit 120 % und gibt auch bei Rückständen nie auf. Man kann wirklich sagen, dass die Verantwortlichen mehr als nur das Optimum aus dem Verein herausholen.

Daher lesen sich die Zahlen des Spiels so als hätte der FC Bayern eine nahezu perfekte Partie erwischt: 67 % Ballbesitz, 626 angekommene Pässe mit einer Quote von 89%, 61% gewonnene Zweikämpfe und 23:6 Torschüsse. Natürlich wurde dies begünstigt durch den frühen Treffer von Boateng (4.) – der nach einer Ecke in Gerd-Müller-Manier einen tollen Drehschuss ins Augsburger Tor setzte. Dieser Treffer gab Sicherheit, denn endlich musste man nicht schon wieder ein Spiel drehen. So kombinierte und dribbelte sich der FC Bayern immer wieder gefährlich vors Augsburger Tor. Besonders die Offensivseite Alaba & Ribery konnte endlich wieder zum gewohnt harmonischen Zusammenspiel finden. Allerdings fehlten die wirklich zwingenden Momente. Erst in der 41. Spielminute konnte Ribery gefährlich in die Mitte ziehen und holte einen Freistoß zwei Zentimeter vor der Strafraumlinie heraus. Der Gefoulte verwandelte mit Mach 12 ins Torwarteck. Ein toller Treffer!

Zugleich war es die erste Pausenführung in der Allianz Arena seit dem Bundesligaauftakt gegen Gladbach. In der zweiten Halbzeit schaltete der FC Bayern mindestens zwei Gänge zurück und kontrollierte dennoch über weite Strecken die Partie. Pep brachte noch Robben und Müller, sowie den »closing pitcher« Jan Kirchhoff. Dieser hätte beinahe mit einem schönen Dropkick das 3:0 erzielt. Dieses fiel dann aber in der Nachspielzeit. Nicht nur dank Collinas Erben dürfte sich mittlerweile bis zur Kreisliga B rumgesprochen haben, dass es keine Regel gibt, die »Schutzhand« erlaubt. Nur am Augsburger Ostrzolek ging dies (wohl) vorbei. Zugegeben: Müller flankt direkt in sein Gesicht – wer hätte da nicht die Hände reflexartig hochgezogen? Sei’s drum – Müller verwandelte selbst.

In der Summe bleibt ein souveräner Auftritt, den man zuletzt etwas vermisst hatte. Dennoch gab es erneut kleinere Probleme. So hatte Mandzukic keinen Torschuss, aber zumindest kann er sich eine Boateng-Fluggrätsche im Strafraum ins Fleißheft eintragen. Das zweite Sorgenkind war Philipp Lahm. Er kam auf der Schweinsteiger-Position nicht so gut zurecht und brachte es über 90 Minuten nur auf 66 Ballkontakte. Sein Pendant Kroos schaffte fast 30 mehr. Natürlich jammern wir auf hohem Niveau – 10 Augsburger hatten weniger Ballbesitz als unser Kapitän. Aus Sicht der Mannschaft gelang es zudem nicht einen Treffer direkt aus dem Spiel heraus zu erzielen. Alle drei Tore fielen durch Standardsituationen. Es bleibt also ein kleiner Makel.

Zu einem perfekten Spiel gehören Fehler, sonst könnte man wohl nichts mehr verbessern. Und wir alle wissen – Stillstand bedeutet Rückschritt im Haifischbecken Bundesliga. Viel Zeit zur Verbesserung bleibt allerdings nicht, denn es beginnt erneut die schlimmste Zeit für Fußballfans: Die Länderspielpause. Anschließend geht es zum BVB und dort wird man sehen, wie nah der FC Bayern wirklich am pepfekten Spiel ist.

FC Bayern – FC Augsburg 3:0 (2:0)
FC BayernNeuer – Rafinha (74. Müller), Boateng, Dante, Alaba – Martinez – Götze (66. Robben), Lahm, Kroos (81. Kirchhoff), Ribéry – Mandzukic
BankStarke (Tor), Van Buyten, Thiago, Hojbjerg
FC AugsburgHitz – Verhaegh, Callsen-Bracker, Klavan, Ostrzolek – Baier – Hahn, Vogt (79. Mölders), Moravek (74. Hong), Werner – Altintop (54. Milik)
BankManninger (Tor), M. de Jong, Philp, Holzhauser
Tore1:0 Boateng (4.), 2:0 Ribéry (42.), 3:0 Müller (90.+4/Handelfmeter)
Karten– / –
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