Jamal Musiala jubelt über ein Tor für den FC Bayern gegen den FC St. Pauli und zeigt sich auf den Kopf.
Bild: Stuart Franklin/Getty Images

Plötzlich unter Druck! Jetzt muss Jamal Musiala den FC Bayern retten – ein Kommentar

Justin 20.04.2026

Fußball ist so unfassbar schnelllebig. Beim FC Bayern München war man bisher sehr entspannt, was das eher schleppende Comeback von Jamal Musiala anbelangt. Geduld war die oberste Prämisse, um ihn rechtzeitig für die entscheidende Saisonphase in Form zu bringen.

Grund für die intensive Entspannung der Verantwortlichen war vor allem Serge Gnabry. Der Nationalspieler spielte vermutlich die zweitbeste Saison seit seiner Ankunft beim FCB. Zwischenzeitlich wurde sogar spekuliert, ob die Rückkehr Musialas eher Probleme bringen würde.

Auch Lennart Karl hatte Aktien daran, wie ruhig es trotz der Abstinenz eines Schlüsselspielers der vergangenen Jahre war. Und natürlich die Top-Leistungen von Harry Kane, Michael Olise sowie Luis Díaz.

Doch die Situation hat sich jetzt verändert. Gnabry droht die WM zu verpassen, Karl wird wohl mindestens das Hinspiel gegen PSG nicht bestreiten können. Plötzlich ist die Offensive so dünn besetzt, dass Musiala wieder in den Fokus rückt. Zumal selbst eine baldige Rückkehr von Karl Unsicherheiten mitbringt: Der 17-Jährige spielt eine herausragende Debütsaison, allerdings mit für sein Alter typischen Schwankungen.

Hat die Geduld mit Musiala jetzt also ein Ende? Muss sie gar ein Ende haben?

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Natürlich nicht, wenn es um die interne Betrachtung der Situation geht. Vincent Kompany wird einen Teufel tun und wegen zwei Ausfällen auf einmal etwas erwarten, was er vor ein oder zwei Wochen noch bewusst anders moderiert hat, um den Druck herauszunehmen.

Der Belgier und auch die restlichen Verantwortlichen des Rekordmeisters werden weiterhin behutsam mit dem 23-Jährigen umgehen und ihm den Rücken stärken. Vielleicht wird es aber auch gar nicht notwendig sein, diese Debatte überhaupt weiterhin zu führen.

Musialas Formkurve war zuletzt nämlich stark ansteigend. Gegen den FC St. Pauli steuerte er ein Tor und eine Vorlage bei, unter der Woche war er nach Einwechslung gegen Real Madrid einer der wichtigen Schlüssel, um die Partie in die eigene Richtung zu lenken – und sammelte ebenfalls einen Assist.

Beim Meisterstück gegen den VfB Stuttgart zeigte er ebenfalls eine starke Leistung und bereitete einen Treffer vor. „Er kommt“, sagte Kompany nach dem Madrid-Spiel noch selbstbewusst bei DAZN.

Musiala wird wieder zum Mann der großen Spiele

Und trotzdem ist die relativ druckfreie Phase jetzt vorbei. Musiala wird gezwungenermaßen jetzt wieder zum Mann der großen Spiele. Wirkliche Alternativen gibt es nicht. Selbst wenn die interne Betrachtung eine andere, realistischere sein wird, wird man von außen sehr genau auf ihn schauen. Zumal der Fokus auf die WM im Sommer sich schon jetzt mit den Spielen des FC Bayern überschneidet.

Die Berichterstattung dreht sich zu Teilen um das Turnier im Sommer. Sollte Manuel Neuer doch noch mit? Was bedeutet der Ausfall von Gnabry fürs DFB-Team? Wie performt Musiala? Themen, die sich nicht vermeiden lassen, auch wenn sie viele Bayern-Fans nerven.

Themen, die den Druck auf die Spieler zusätzlich erhöhen, weil nochmal mehr auf sie geschaut wird. Musiala ist nicht als jemand bekannt, der sich davon besonders unter Druck setzen lässt. Aber seine Rückkehr verlief eben schleppend. Die Lange Suche nach vorn, ein nicht unwesentlicher Rückfall und zuletzt ein paar gute Leistungen.

Gerade jetzt brauchen die Bayern wieder jenen Musiala, der den Unterschied machen kann. Die vergangene Woche war ein guter Schritt. Aber kann er schon wieder konstant auf diesem Level performen? Die Antwort auf diese Frage könnte mitentscheidend dafür sein, wie nah die Bayern am Ende an den begehrten Henkelpott kommen.

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