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Miasanrot – Transparenzbericht Q1 2026: Positive Entwicklung bei den Einnahmen – und trotzdem ein weiter Weg

Justin 10.04.2026



Liebe Leser*innen, liebe Hörer*innen,

am 1. Januar 2026 haben wir unseren letzten Transparenzbericht veröffentlich. Damals berichteten wir von starken Zahlen in der Reichweite und finanziellen Herausforderungen. Nach dem ersten Quartal in diesem Jahr wollen wir ein kurzes Update geben – okay, nachdem der Artikel nun fertig ist, muss ich mich hier korrigieren: kurz wurde da nichts. Aber hoffentlich trotzdem interessant. Also bleibt dran und kämpft gegen eure tiktokisierte Aufmerksamkeitsspanne an.

Bevor wir zu den wichtigen Punkten kommen, ist hier aber nochmal ein kleiner Reminder: Miasanrot sucht aktuell Verstärkung. Bisher kamen so wenige Bewerbungen rein wie selten zuvor. Alle Informationen gibt es hier.

In den ersten drei Monaten des Jahres haben sich direkt mal sehr viele Themen aufgetan – die meisten davon, so viel können wir vorwegnehmen, waren sehr erfreulich. So haben wir jetzt eine eigene App, wir haben eine Umfrage zum Thema Monetarisierung durchgeführt, auf die es sehr viel herzerwärmendes Feedback von euch gab und unsere Einnahmen durch euch sind gestiegen.

Die finanzielle Situation: Ein transparenter Überblick

Geld ist in unserer Gesellschaft ein heikles Thema. Soll man damit offen umgehen? Soll man damit dezent und vage umgehen? Soll man es ganz aus der Diskussion herauslassen? In vergangenen Transparenzberichten habe ich mich für einen Mittelweg entschieden und immer ungefähre Wasserstandsmeldungen abgegeben, was wir mit dem Blog einnehmen und ausgeben.

Das liegt auch daran, dass ich vorsichtig formuliert Verbesserungsbedarf habe, was die wirtschaftliche Organisation meines Daseins als Freiberufler betrifft. In den ersten drei Monaten dieses Jahres hat sich für mich nun beruflich etwas verändert. Ich bin nicht mehr für Spox tätig. Grund dafür ist eine Umstrukturierung, bei der alle freiberuflichen Mitarbeiter gehen mussten.

Für mich ist damit eine kleine finanzielle Säule weggebrochen – wir sprechen hier „nur“ von einem dreistelligen monatlichen Betrag, aber immerhin. Und gerade als Freiberufler ist es wichtig, mehrere Standbeine zu haben, um auf Szenarien wie dieses vorbereitet zu sein. Für die, die sich wundern, warum ich das jetzt alles erzähle: Die finanzielle Situation von Miasanrot ist meine finanzielle Situation. Miasanrot ist kein eigenständiges Unternehmen, sondern ein Projekt von mir. Bin ich reich, ist Miasanrot reich. Bin ich pleite, ist Miasanrot pleite.

Ich schreibe hier oft von „wir“, weil ich Miasanrot nach wie vor als Team begreife. Rechtlich bin ich aber Miasanrot. Es sind meine Einnahmen, das „Team“ ist quasi eine Gruppe an Freiberuflern, die ab und an etwas für mich tun.

Werbung (Affiliate):

Ich habe den Wegfall eines Auftraggebers versucht positiv zu sehen: Mehr Zeit für Miasanrot. Vielleicht die Chance, das alles nochmal mehr voranzutreiben. Und da mir Georg im Podcast ja immer auf den Ohren liegt, wenn es um den FC Bayern geht: Investieren, investieren, investieren. Da habe ich mir gesagt: Gut, dann mach ich das jetzt auch mal antizyklisch. Von einem Teil meiner Rücklagen und den aktuellen Einnahmen habe ich mir im Februar einen Zugang zu Wyscout gekauft.

Im Jahr kostet mich das einen fast mittleren vierstelligen Betrag. Was bekomme ich dafür? Zugang zu Advanced Stats, Zugang zu Videomaterial und Zugang zu einer riesigen Fußball-Datenbank. Ihr konntet bisher unter anderem folgende Analysen nur deshalb lesen, weil ich mir dieses Tool besorgt habe:

Mein Gedankengang dahinter: Miasanrot muss wieder nerdigeren Content anbieten. Hier sind wir am stärksten, hier haben wir die Möglichkeit uns stark von der Konkurrenz abzuheben. Wir wissen, wie man sinnvoll mit Daten umgeht und wir haben das Knowhow für Taktikanalysen. In der Tiefe gibt es das nirgendwo sonst. Bisher erachte ich die Investition als positiv.

Die Einnahmen im Überblick

Und es kommt auch mehr zurück als in den Vorjahren. Ich erkläre gleich noch, warum ich das noch nicht überbewerten möchte, aber will zunächst einen Überblick über die erfreulichen Zahlen geben.

Im Januar und Februar haben wir etwas mehr als 2.500 Euro durch Unterstützung aus der Community eingenommen. Im März gab es einen kleinen Rückgang auf etwas weniger als 2.500 Euro. Insgesamt dennoch sehr stabile drei Monate. Ins Besondere nach dem letzten Transparenzbericht und rund um die Community-Umfrage zum Thema Werbung konnten wir einen starken Anstieg beobachten. Wir bekamen damals auch einige Rückmeldungen wie „jetzt habe ich mich endlich mal durchgerungen“. Nachhaltigkeit ist für uns natürlich extrem wichtig, deshalb müssen wir beobachten, wie sich das entwickelt.

Allerdings profitieren diese Zahlen auch von einigen sehr hohen Einmalzahlungen. Im Januar und Februar gab es jeweils von zwei Unterschiedlichen Personen eine Zahlung von 300 Euro. Der Januar war in der Vergangenheit auch deshalb oft der stärkste Monat, weil viele dort ihre Jahreszahlung abgeben. Im Januar und Februar lag die durchschnittliche Unterstützung pro Person bei knapp 15 Euro. Im März waren es nur noch etwas mehr als elf Euro – dafür aber insgesamt mehr Menschen, die uns unterstützt haben. Rund 60 Prozent kommen übrigens per Überweisung rein. Das ist gut, weil da keine Gebühren abgehen, sondern „nur“ die Steuern.

Zusätzlich zu den Einnahmen durch euch gab es noch Einnahmen aus der Werbung im Podcast und aus unserer Partnerschaft mit Onefootball, sodass die Einnahmen in diesen drei Monaten aktuell im Schnitt bei rund 3.000 Euro im Monat lagen. Davon abgezogen werden Server- und Hostingkosten (fast 400 Euro pro Quartal), Reisekosten (Jakob war in Manchester für uns, ich war in München gegen Manchester dabei), der Erwerb von Fotos für Social Media (knapp 500 Euro), die üblichen Kosten für Streamingdienste, Kosten für Podcasthosting und -software, vereinzelte Honorarzahlungen an Mitglieder und ein paar kleinere Ausgaben.

Und natürlich sind da auch noch Steuern. Ihr merkt also: Extrem viel bleibt von diesen knapp 3.000 Euro auch nicht übrig. Ich könnte das jetzt noch mit den typischen privaten Ausgaben wie Miete und Lebenshaltungskosten weiter treiben, aber ihr merkt, worauf ich hinaus will. Entsprechend ist es weiterhin notwendig, dass ich für andere Medien arbeite, um Miasanrot querfinanzieren zu können.

Folgende Ziele würde ich mal formulieren – mit entsprechender Beschreibung, was das bedeuten würde:

5.000 Euro monatlich

3.000 Euro60 %

Bei 5.000 Euro vor Steuern würde ich meinen aktuellen Lebensstandard ansetzen. Wenn wir schon transparent sind, dann richtig. Ich bin nicht so drin in der Thematik, aber das dürfte ungefähr Durchschnitt in Deutschland sein. Ich bin zufrieden mit meinem Standard und brauche nicht sehr viel mehr. Insofern wäre das ungefähr der Bereich, ab dem ich Mehreinnahmen noch stärker umverteilen würde. Und der Bereich, in dem ich meine Arbeit für andere Medien so zurückfahren würde, dass ich fast jeden Tag für Miasanrot Content produzieren kann. Ich wäre dann fast nur noch für euch da.

7.500 Euro monatlich

3.000 Euro40 %

Mit 7.500 Euro monatlich könnte ich nicht nur die Ausgaben für Miasanrot deutlich lockerer decken, sondern mir auch Gedanken darüber machen, welche Investitionen darüber hinaus sinnvoll sind. Oberste Priorität wären hier natürlich Personalkosten. Jakob ist für uns viel als Reporter bei den Frauen unterwegs, Simon macht einen unglaublichen Job auf Social Media, was leider immer noch nahezu ein Ein-Mann-Projekt ist, Florian und andere schreiben neben ihren Jobs zahlreiche Artikel und entlasten mich. Gern würde ich ihnen mehr zurückgeben, als ich aktuell kann. Mit 7.500 Euro würde mein Spielraum deutlich größer sein. 500 Euro monatlich für fünf Redaktionsmitglieder, oder 250 Euro für zehn, oder 1.250 für zwei, die dafür ihren Output nochmal deutlich erhöhen. Es wäre der Start in eine deutliche Professionalisierung.

10.000 Euro monatlich

3.000 Euro30 %

Ab allem, was jenseits der 7.500 Euro liegt, würden sich die Möglichkeiten natürlich potenzieren. Ab 10.000 Euro sprechen wir konkret über die Möglichkeit, Freiberufler engagieren zu können, die einen großen Teil ihrer monatlichen Arbeitszeit dafür aufwenden, Miasanrot voranzutreiben. Es wäre die Möglichkeit, sowohl im Newssektor als auch im Bereich der Analysen nochmal ordentlich hochzufahren und die Medienlandschaft mit unserer Präsenz, unseren Werten und unseren Ansätzen deutlich aufzurütteln.

„Wat is denn nu mit die Werbung?“

So viele Worte und immer noch keines zur Werbung. Dabei haben wir eine so große Umfrage dazu gemacht. Ehrlichgesagt sind wir hier noch nicht so richtig vorangekommen. Aber wir sind dran. Grund für mein Zögern ist auch der Anstieg in der Unterstützung durch euch. Ich würde gern beobachten, wie das weiterläuft und wo sich der Betrag einpendelt, um dann anschließend zu evaluieren, wie viel Geld noch fehlt, um den „Rest“ aufzufüllen.

Die wichtigsten Erkenntnisse aus der Umfrage waren für uns:

  • Werbung ist okay, aber bitte nicht die komplette Seite zumüllen und so gut es geht auf Inhalt und Datenschutz achten
  • Bitte nach Möglichkeit keine nervigen Videos und Popups
  • Lieber Werbung als kein Miasanrot
  • Wir sind super (Spaß, aber eure netten und positiven Rückmeldungen waren so toll, danke dafür!)

Ich denke, es wird irgendwann einen Vorstoß in dieser Richtung geben, um die Sache etwas zu beschleunigen und anzutesten, wie sich die Einnahmen dann anschließend entwickeln. Nur kann ich noch gar nicht sagen, wann und in welche Richtung. Dynamische Werbesysteme haben den Vorteil, dass wir uns nicht viel kümmern müssen, aber sie haben auch den Nachteil, dass wir inhaltliche Kontrolle abgeben. Komplexere Modelle erfordern viel Arbeit im Vertrieb, die ich aktuell nicht aufbringen kann. Aber in zukünftigen Berichten gibt es weitere Updates.

Neuer YouTube-Rekord, stabile Website-Zahlen

Was die Reichweite angeht, will ich nicht allzu tief ins Detail gehen, der Fokus liegt heute woanders. Aber: Wir freuen uns über einen neuen YouTube-Rekord. Unsere Podcastfolgen 433 und 434 sind die erfolgreichsten jemals auf dieser Plattform. Die Folge 433 hat fast 7.000 Views erzielt. Der vorherige Rekord lag bei 2.409. Die Folge 434 kam auf fast 3.000 Views.

Beide Folgen hatten die FC Bayern Frauen als Hauptthema. Beide profitieren aber von Momoko Tanikawa als „Zugpferd“. 75 Prozent der Views aus der Rekordfolge kamen aus Japan. Aber selbst die 1.750 Views, die dann noch bleiben, sind ein für uns überdurchschnittlicher Wert.

Mit knapp 600.000 Views liegt unser Blog derweil im ersten Quartal im Soll. Kein spektakulärer Wert, aber ungefähr auf dem Kurs des letzten Jahres. Wichtig ist hier wie immer: Die Zahl speist sich aus den Leuten, die uns bei der Cookie-Abfrage Tracking erlauben. Das wiederum sind erfahrungsgemäß „nur“ 30-50 Prozent des realen Werts. Genauer können wir das hier nicht bemessen. Dass wir uns auf diesem Niveau stabilisieren, obwohl wir nicht zehn oder 15 Artikel pro Tag veröffentlichen, ist gut.

Wann kommt die Android-App?

Eine weitere Frage, die uns derzeit oft erreicht: Wann endlich Android? Wir haben bereits eine erste Version der App, die wir nun ordentlich durchtesten und verbessern werden. Sobald wir mit unseren Verbesserungen soweit durch sind, dass wir sie für gut genug befinden, sie auf euch loszulassen, wird sie auch kommen. Einen genauen Zeitplan können wir dabei nicht geben. Aber wir sind in den letzten Wochen deutlich vorangekommen.

Wie geht es weiter?

Langfristige Planung ist für mich extrem schwer. Von einem auf den anderen Tag kann es passieren, dass uns jemand wegbricht, der oder die wichtigen Content für Miasanrot liefert. Was passiert, wenn Florian und/oder Jakob irgendwann nicht mehr so oft am Campus sein können, um für Miasanrot Reels und Artikel zu den Frauen zu produzieren? Dieser Content ist ein wesentlicher Eckpfeiler unseres aktuellen Wachstums.

Ich könnte das nicht auffangen. Ein Umzug nach München ist derzeit nicht möglich für mich. Finanziell ist es schwierig, aber auch andere Umstände erschweren einen derart großen Schritt. Alle zwei Wochen nach München reisen kommt für mich auch nicht in Frage. Absehbar ist dieser Wegbruch noch nicht, aber die Vergangenheit zeigt, dass das aktuelle Konstrukt fragil ist.

Je schneller wir auf der Einnahmenseite einen Bereich erreichen, in dem ich unsere Reporter vor Ort angemessen bezahlen kann, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie sich die Zeit für Miasanrot freischaufeln können. Und genau da kommt ihr ins Spiel. Ich bleibe dabei, dass das gesündeste und bestmögliche Wachstum aus der Community heraus entsteht. Nur bei dieser Art der Unterstützung bleiben wir unabhängig und – ich nenne es mal „optisch attraktiv“.

Viele von euch haben uns Vertrauen ausgesprochen, dass wir unsere Inhalte wegen Werbung nicht großartig verändern werden. Dieses Vertrauen weiß ich zu schätzen und ich verspreche, dass ich jeden Schritt in diese Richtung gewissenhaft durchdenken werde. Ihr habt anhand der Umfrage gesehen, dass wir Wert auf Transparenz und auf eure Meinung legen und dass wir auf Feedback reagieren.

Trotzdem hat Werbung immer auch einen negativen Einfluss, der über die Optik hinausgeht. Natürlich wird es dann wichtiger für uns sein, Reichweite zu erzeugen und mit Klicks Einnahmen zu erhöhen. Im Moment spielen Klicks für uns nur eine untergeordnete Rolle. Das bedeutet nicht, dass wir dann Clickbait betreiben und unsere Inhalte komplett verändern. Einfluss wird die Werbung trotzdem haben, davon können wir uns nicht frei machen.

Ich glaube weiterhin daran, dass wir auf der Communityseite großes Potenzial haben. Und die ersten drei Monate des Jahres haben das unterstrichen. Also: Schauen wir mal, was wird.

Was wird.

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