Vorschau: FC Schalke 04 – FC Bayern München

Justin Trenner 23.01.2021

Das Hinspiel dürfte allen noch in Erinnerung geblieben sein. Schalke trat mit dem Hoffnungsschimmer an, dass in München vielleicht die Sattheit nach dem großen Triple noch vorherrschen würde. Der Hunger des Rekordmeisters überrollte die Knappen dann aber achtfach.

Während es für die Gäste der Auftakt in eine bisher katastrophale Saison war, bemerkten die Bayern ziemlich schnell, dass sie es in den folgenden Partien nicht mehr so einfach haben würden. Nach 16 weiteren Bundesliga-Spieltagen stehen sich beide Mannschaften nun wieder gegenüber.

Die große Frage ist, ob sich an der Situation etwas geändert hat. Schalke hat Manuel Baum im Dezember entlassen und nach der Übergangslösung Stevens mit Christian Gross einen Trainer präsentiert, der keine allzu erfolgreiche Vita vorweisen kann. Es ist das Duell zwischen dem Tabellenführer und dem Tabellenletzten. Auf dem Papier ist die Antwort auf die Frage also klar: Schalkes Mission wird voraussichtlich erst am nächsten Spieltag beginnen.

FC Schalke 04: Der Weg in die zweite Liga?

Der Weg dorthin ist extrem weit. Auch wenn sich in Gelsenkirchen zumindest einige Strohhalme gefunden haben, an die es sich zu klammern lohnt, so wirkt dieses Team aktuell schlicht nicht reif für die Bundesliga. Nahezu auf allen Positionen fehlt die Qualität. Wobei die Frage erlaubt ist, ob es nicht viel mehr daran liegt, dass die vorhandene Qualität nicht zusammenpasst.

Auf Schalke hatten die Trainer in den letzten Jahren ein großes Problem damit, die Einzelteile zu einem guten Mannschaftsgefüge zusammenzusetzen. Selbst Domenico Tedesco, der ein hervorragendes erstes Jahr mit Königsblau hinlegte, bekam im darauffolgenden Sommer nur wenig Mitspracherecht, was die Kaderplanung anging. Stattdessen fehlten seinem Kader Spielertypen, mit denen er eine Entwicklung in Ballbesitz vorantreiben konnte.

Seit März 2019 ist Jochen Schneider als Sportvorstand bei Schalke aktiv. Zuvor versuchte sich der in München bestens bekannte Michael Reschke als technischer Direktor an der Aufgabe. Keiner von ihnen war bisher erfolgreich. Und so ist es längst kein Geheimnis mehr, dass es nicht an einzelnen Personen liegen kann. Trainer, Sportvorstand, Kaderplaner, Geldgeber, weitere Vorstände, die ganze hochkomplexe Geschichte mit Tönnies – wenn der Kader ein Haufen von Einzelteilen ist, die nicht zusammen passen, so dürfte er wohl ein Spiegelbild dessen sein, was ganz oben im Klub passiert.

Die Unsicherheit ist überall zu spüren

Eine Geschichte, die viel zu groß ist, um sie in einem Bayern-Blog abschließend oder auch nur annähernd angemessen zu beleuchten. Aber auch eine, die insofern interessant ist, weil mit Schalke der nächste historische Konkurrent des Rekordmeisters den Weg in die zweite Liga anzutreten scheint.

Aus dieser Perspektive heraus erscheint es fast schon absurd, Schalkes taktische Probleme zu analysieren. Zumal allein dieser Teilbereich schon eine mehrseitige Analyse abverlangen würde. Dem Team ist auf allen Ebenen anzumerken, dass Selbstvertrauen und Mut fehlen. In Ballbesitz scheint es keine klaren Abläufe zu geben und erst recht keine Spieler, die den Ball mal fordern und dann halten können.

Stattdessen verlieren die Schalker sehr schnell den Ball in Situationen, die eher in einem Pinball Flipper zu erwarten wären und nicht auf einem Fußballplatz. Wenn mit dem Ball schon Chaos entsteht, ist es gegen den Ball und in den Umschaltmomenten umso schwerer, geordnet in die Zweikämpfe zu kommen. Passivität und im Gegensatz stehende individuelle Entscheidungen prägen die Verteidigungsarbeit.

Kleine Hoffnungsschimmer

Christian Gross und seinem Team bleibt aber nichts anderes übrig, als diese Probleme immer wieder anzusprechen und sie in Videoanalysen zu visualisieren. Selbst für ein Team wie Schalke gibt es im Moment zu wenig Zeit, um diese Abläufe im Training entscheidend verbessern zu können.

Für die Partie gegen Bayern wird sich Schalke an dem orientieren, was Kiel, Freiburg und Augsburg gemacht und probiert haben: Kompakt verteidigen und bei Ballgewinnen mit wenigen Kontakten hinter die hochstehende Kette der Bayern kommen.

Ein bisschen Hoffnung machen die letzten drei Partien gegen Hoffenheim (4:0-Sieg), Frankfurt (1:3-Niederlage) und Köln (1:2-Niederlage). Doch warum eigentlich? Letztlich ist die Bilanz der Schalker auch unter Gross nach wie vor schlecht.

Fünferkette gegen Bayern?

Schalke hat unter dem neuen Trainer aber immerhin gezeigt, dass sie offensiv eine gewisse Qualität nach Ballgewinnen mitbringen können. Zwar fehlt es da an Konstanz und Mustern, um dem zu viel Bedeutung beizumessen, aber die sechs Tore wurden fast alle gut und mit Tempo nach Pressingerfolgen herausgespielt.

Darauf wird es gegen die Bayern ankommen. Wenn Schalke sich mit einer Vierer- oder gar Fünferkette hinten reinstellt und darauf wartet, dass der Gegner einen Fehler macht, werden sie unter die Räder kommen. Goretzka, Müller und Kimmich sind allesamt mit ihren Läufen und Pässen in der Lage eine passive Verteidigung (wie beispielsweise Augsburg in der ersten Halbzeit) auseinander zu ziehen.

Schalke braucht deshalb eine Idee, die im Mittelfeld Druck erzeugt, ohne aber hinten die Schnittstellen zu sehr zu öffnen – ein möglichst stabiles Mittelfeldpressing. In der Sky-Show “Matchplan” plädierte André Schubert deshalb für ein 5-4-1-System, das den Innenverteidigern ermöglicht, situativ aus der Kette heraus zu rücken und zwischen den Linien aufzuräumen. Außerdem können bei Umschaltsituationen drei Spieler in der Offensive das Tempo aufnehmen und in die Tiefe gehen. Vor dem Hintergrund, dass Schalke unter Gross bisher darauf aus war, in Kontersituationen zu kommen, wirkt auch der Transfer von Klaas-Jan Huntelaar eher wieder wie ein planloser Notfalltransfer. Es ist zwar schwer genug, ohne Geld Transfers zu machen, aber ob Huntelaar den Schalkern ohne Systemumstellung weiterhelfen kann, bleibt abzuwarten.

Pflichtaufgabe für die Bayern

Schuberts Vorschlag erscheint im Moment aber als eine gute Lösung gegen eine Mannschaft wie Bayern, weil es mehr darauf ankommen wird, in der eigenen Hälfte viele Spieler hinter den Ball zu kriegen – gerade wenn einem immer wieder leichte Fehler unterlaufen. In den kommenden Wochen wird es für das Trainerteam der Schalker aber darum gehen, irgendwie eine Art taktisches Gerüst zu entwickeln, an dem sich die unsicheren Spieler hochziehen können.

Für Gross ist das womöglich die Herausforderung seiner bisherigen Karriere – und vielleicht sogar ein Ding der Unmöglichkeit. Es deutet im Moment mehr darauf hin, dass Schalke in die zweite Liga geht als dass sie sich nochmal stabilisieren können.

Bayern, so viel steht fest, muss am Wochenende vor allem auf sich schauen. Wenn die Mannschaft von Hansi Flick den Druck aus den beiden ersten Halbzeiten gegen Freiburg und Augsburg auf den Platz bringen kann, wird Schalke von selbst ins Straucheln kommen. Wichtig wird es vor allem mit Blick auf die zweiten Halbzeiten zuletzt sein, dass man die Partie möglichst schnell für sich entscheiden kann.

Nachdem Flick zuletzt zweimal auf eine recht ähnliche Startelf setzte, darf man gespannt sein, ob er gegen Schalke dabei bleibt, oder ob er – wie mehrfach in der Hinrunde – mehr rotiert. So oder so: Ein Sieg bei Schalke 04 ist in dieser Saison eine Pflichtaufgabe.

Mehr zu den Bayern gibt es in unserer aktuellen Podcast-Folge.



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  1. Es ist nicht immer so, dass Bayern Meister wird, aber die 17 anderen Clubs werden immer nicht Meister.

    Antwortsymbol2 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Für die Meisterschaft im Synchronstolpern wären sie heisse Favoriten.

    2. @Kurt
      Das war ein hochphilosophischer und wahrer Satz ;)

  2. In der Tat. Da verliert Leipzig gegen Mainz, Leverkusen gegen Wolfsburg und der BVB gegen Gladbach. Hast Du nicht gesehen. Heute noch irgendwie 3 Punkte holen und wir sind schon fast wieder im Fernglas-Modus, trotz wenig überzeugender Leistungen.

    Antwortsymbol3 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Ich bin von der BL nur noch enttäuscht: Natürlich werde “ich” mit unseren Bayern gerne Meister. ;-)

      Aber seit ein paar Jahren findet doch gar kein echter Wettbewerb mehr statt.
      Die aktuelle Saison setzt diesem erbärmlichen Schneckenrennen noch einmal die Krone auf.

      Der BVB hat seit Jahren keine Mannschaft mehr, sondern nur 3-4 fitte Jungs, die gerne zaubern. Das war schon länger so.
      B04 spielt wie immer nur eine starke Halbserie, aber dass jetzt auch RB alles liegen lässt…

      Meinetwegen kann die Superleague kommen – die Meisterschaft ist mittlerweile sportlich entwertet.

      1. Kann man leider nur zustimmen @Mehmet

        Nach all den Turbulenzen hatte ich auf einen wirklich spannenden Meisterschaftskampf gehofft. Nach den ersten 10, 15 Spieltagen sah es auch tatsächlich danach aus. Und jetzt können wir morgen schon wieder mit 7 Punkten Vorsprung von der Tabellenspitze aus grüßen.

        Klar, wenn wir dieses Jahr in der CL wieder weit kommen werden wir den Vorsprung auch aufzehren, aber na ja.. man weiß ja quasi jetzt schon wie es enden wird.

        Diese nicht endende Gier absolut jedes Spiel gewinnen zu wollen scheint den anderen Mannschaften tatsächlich abzugehen.

  3. Wäre nach den gestrigen und heutigen Ergebnissen in der Bundesliga schon sehr, sehr gut diese Pflichtaufgabe zu lösen. Dann wären es 7 Punkte Vorsprung und in den kommenden Wochen auch noch Gegner aus der unteren Tabellenhälfte. Eventuell die Chance, die vielzitierte “Belastungssteuerung” zu intensivieren. Aber morgen bitte noch einmal raushauen, ruhig mir der ersten 11.

    Wahnsinn, wenn mir jemand im Dezember vor den Wolfsburg und Leverkusen-Spielen gesagt hätte, dass der FCB Ende Januar mit 7 Punkten Vorsprung Tabellenführer ist, 13 auf BVB und LEV …gut, noch ist es nicht soweit.

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    1. 10 auf LEV, wollte ich schreiben.

  4. Ist schon krass, alle “Experten” haben mal wieder geunkt, von wegen dieses Jahr könnte es durch die extreme Belastung der Bayern endlich mal einen anderen Meister geben.
    Und dann sind die Kontrahenten wieder zu doof…

    Morgen könnte Bayern dann also:

    7 vor Red Bull
    10 vor Kusen & Wburg
    11 vor Gladbach
    12 vor der Eintracht
    13 (!!!) vorm BVB

    stehen!

    Langeweile pur… ;-)

    Vor allem vom BVB bin ich extrem enttäuscht. Mit diesem starken Kader so zu performen, ist schon arg schwach!

    Leipzig würde ich allerdings noch nicht abschreiben, wenn die erstmal gegen Liverpool ausgeschieden sind!!

    Also Bayern, morgen die Chance nutzen!!!

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. Liverpool geht gerade auf dem Zahnfleisch. Vier Spiele lang kein Tor geschossen (!), van Dijk ist nach wie vor verletzt, die Abwehr wird von Mittelfeldspielern gestellt usw. usf.
      Ich würde Leipzigs Chance also als 50:50 einschätzen, von einem klaren Ausscheiden kann keine Rede sein, finde ich.
      Zustimmung findet hingegen deine Aussage, daß man Leipzig im Titelrennen nicht vorzeitig abschreiben sollte.
      Deswegen braucht es morgen eine konzentrierte Leistung.

  5. Der Vorsprung ist wirklich erstaunlich angesichts der teilweise gezeigten Leistungen. 39 Punkte in einer Hinrunde sind an sich aber ein wirklich guter Wert, den wir nur in den drei Pep-Jahren deutlich überboten haben (1×44, 1×45 und 1×46 Punkte). In anderen Spielzeiten waren es vielleicht mal 41 oder 42 Punkte, also nicht so weit entfernt von der Ausbeute in dieser Saison. Im Triplejahr 2013 waren es übrigens 42 Punkte.
    Was den Vorsprung so erstaunlich erscheinen lässt, ist wahrscheinlich in den Leistungen begründet. Auf jeden Fall sollte man so fair sein, dass man zugesteht, dass es das Spielglück eher gut mit uns meinte, als umgekehrt. Allgemein muss ich auch feststellen, dass ich mich an kaum eine Saison erinnern kann, in der es in so vielen Spielen bis zum Abpfiff brisant war. Zurücklehnen in der Schlussphase war eigentlich nur gegen Schalke, in Hoffenheim (andersrum), in Bielefeld, gegen Frankfurt und gegen Mainz angesagt. In den anderen Spielen ging es immer hoch her. Etwas Pech hatten wir in der Schlussphase gegen Bremen (Riesenchance von Choupo-Moting zum 2:1 vergeben, bei Union Berlin mit dem Kopfball von Sane der noch von der Linie gekratzt wird und in Gladbach, wo Süles Kopfball noch von einem Feldspieler für den bereits geschlagenen Torwart geklärt wird. Da wären mit etwas mehr Glück also 5 Punkte mehr drin gewesen. In vielen anderen Spielen war uns das Glück dagegen sehr hold. Gegen Hertha und in Leverkusen gelang in letzter Sekunde noch der Siegtreffer. Gegen Wolfsburg, Freiburg und Augsburg hielten und Neuer, Latte und Pfosten den Sieg fest. In Dortmund zielte Reus aus aussichtsreicher Position drüber. Das macht insgesamt 12 Punkte aus, die es wenn es blöd läuft, nicht gegeben hätte. Das Spielglück half uns in dieser Saison also mehr als überragende Leistungen, um ein Polster rauszuspielen.

    Antwortsymbol12 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. @willy
      Danke für die interessante Zusammenfassung- erstaunlich.

    2. Da führt ein angeblicher Bayernfan eine souveräne Tabellenführung am 18.Spieltag also tatsächlich hauptsächlich auf Spielglück zurück?
      Um das zu toppen musst du dir echt Mühe geben. Vielleicht in Zukunft eher in BVB-Foren posten, da wird man solche absurden Thesen begeistert bejubeln.

      1. Wenn du meinst. Ich frage mich gerade, in welchem Forum du gut aufgehoben wärst. Es gibt sicher welche, in denen sich Nutzer tummeln, die nur andere User angreifen oder sich über Spieler, Funktionäre etc. polemisch auslassen wollen.
        imangrybecauseidontlikemyself.com vielleicht? Im Ernst: ich kann mich an keinen Post von dir erinnern, der eine vernünftige Diskussion angestoßen hätte oder der etwas enthalten hätte, was einen Mehrwert für andere bedeuten würde.
        Da bist du übrigens in diesem Forum die einzige Person. Mit jedem anderen User hätte ich über meine These nämlich gerne diskutiert.

      2. Wundert es dich tatsächlich mit solchen Thesen in einem Bayernforum auch Gegenwind zu ernten?
        Ich greife allerdings deine Thesen an, du mich als Person. Und das nicht zum ersten Mal.

      3. “Angeblicher Bayernfan” ist also ein Angriff auf die Thesen, nicht auf die Person.
        Muss man erstmal drauf kommen. :D

      4. @BM: ich habe nichts dagegen einzuwenden wenn man meine Thesen nicht gut findet. Manchmal bin ich auch bereit, meine Meinungen zu hinterfragen. Muss es sein, dass man dann als angeblicher Fan abgekanzelt wird oder dass man gleich als Fanboy eines entlassenen Trainers tituliert wird? Wenn du es lernen würdest, andere, Sichtweisen, die nicht deinem Weltbild entsprechen, sachlich zu kritisieren, würdest du von meiner Seite her sicherlich keine evtl für dich unangemessene Antworten kriegen, sondern rein sachliche Repliken.
        Selber austeilen und sich dann wundern, wenn es zu einer Retourkutsche kommt, ist für mich einfach eine Unart.

    3. “Etwas Pech hatten wir in der Schlussphase gegen Bremen”
      Hmm, da hatte Werder aber kurz vor Schluss (Sargent allein vor Neuer) auch noch ‘ne Riesenchance. Gegen Frei- und Augsburg waren die Siege unterm Strich verdient (was das Chancenverhältnis angeht), aber in der Schlussphase half auch das Glück des Tüchtigen. Nils Petersen hatte so z.B. dem Platzwart dankenswerterweise die Arbeit des Schnee-Abklopfens von der Querlatte abgenommen. ;-)

      1. Danke für den Hinweis bzgl. Bremen.
        Wir hatten in der ganzen Hinrunde mMn keinen unverdienten Sieg dabei. Einige waren halt ziemlich glücklich und das wollte ich zum Ausdruck bringen.

    4. Beeindruckendes Gedächtnis. :-)

      Ich kann mich nur an so Sachen erinnern wie das 3:2 zwischen Bremen und Bayern 1996, welches in einer englischen Woche stattfand.. dass wir 2:0 in Führung waren und das Emil Konstandinov damals in der Form seines Lebens (beim FCB) war.

      Kam mir bei der letzten Folge von 11 Leben in den Sinn.

      1. Bringt einige Perlen zum Vorschein!

      2. Ja,ja…. der Emil. Die 1995/96er Saison hab ich auch noch erstaunlich im Gedächtnis. Mit der Niederlage in Bremen haben wir quasi die Meisterschaft verspielt, denn vor dem Spiel waren wir noch punktgleich mit dem BVB. Das Spiel stand für Bremen unter dem Motto “Rache für Otto”, denn 10 Tage vorher wurde die Bremer Trainerlegende bei uns nach einem 0:1 gegen Rostock entlassen. Aus Ottos letztem Spiel ist mir noch eine Szene in Erinnerung, wie Matthäus nach dem spielentscheidenden Kontertor durch Akpoborie mit einem süffisanten Grinsen die Rostocker Spieler durchzählte, die nach der abgewehrten Bayern-Ecke in Richtung Bayerntor sprinteten und die er im Verbund mit einem einzigen Mitspieler, der es noch für nötig hielt ebenfalls zurückzulaufen, hätte abwehren sollen. Ich glaube, es waren 5 Rostocker gegen 2 Bayern. Da lief die Konterabsicherung suboptimal. Am Abend hieß es auf jeden Fall, dass Otto entlassen wurde, Franz für den Rest der Saison (4 Ligaspiele und die 2 Finals gegen Bordeaux) übernimmt und zur neuen Saison Trap wiederkommt. Zumindest den UEFA-Cup konnten wir gewinnen. Nach dem gewonnenen Finale spielten wir übrigens 3 Tage später gegen Düsseldorf am letzten Spieltag. Die Saison war für beide schon gelaufen, Franz lag wegen Nierensteinen im Krankenhaus und Augenthaler durfte als Cheftrainer ran. Er hat in der Halbzeit bei 0:2 Rückstand 4mal gewechselt (war damals bekanntermaßen nicht erlaubt) und wir spielten noch 2:2. Düsseldorf wars egal und die haben nicht einmal Protest eingelegt. Danach ging es in strömendem Regen zum Marienplatz und wir feierten den UEFA-Cup. Wer sich solche Dinge merken kann, darf auch mal einen Hochzeitstag vergessen, oder?

      3. Mike Probst im Tor für die zweite Hälfte, weil Kahn sich verletzte.
        Mike Probst!!

  6. In dieser Saison wird der FC BM sogar mit angeblichen, wenn nicht sogar sogenannten Übungsleitern Meister. Da brauchen sich unsere Jungs ja gar nicht mehr umziehen …

  7. Mich würden wirklich einmal die genauen Hintergründe für den schleichenden Schalker Abstieg interessieren.

    Klar, Management steht an Nummer eins, aber ist das alles? So schlecht kann der Kader doch gar nicht sein, wie er der Verein Punkte hat. Vom Marktwert steht er auf Platz 10 in der Bundesliga und mit Serdar, Harit und Kolasinac hat der Verein auch einige versprechende bzw. gestandene Spieler. Den Trainern wurden nie wirklich Vertrauen geschenkt, aber man könnte auch nicht behaupten, dass waren alles komplette Nieten (Jens Keller, Di Matteo, Breitenreiter, Tedesco, Wagner). Schon etwas sonderbar.

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    1. Die Ironie ist das Keller noch der beste Trainer in den letzten Jahren war. Einer der wenigen der die Mentalität von Schalke und den Spielern verstanden hat. Aber der Vorstand hat von Meisterschaft und CL geträumt und denen war Keller dafür nicht gut genug.
      Aber das scheint der Fluch von Keller zu sein, das er gute Arbeit liefert aber diese nicht anerkannt wird. Wie zb bei Union Berlin, führt die Mannschaft respektabel zum 4. Tabellenplatz und wird die Saison darauf ohne Not rausgeschmissen. Der Nachfolger Hofschneider schnitt danach deutlich schlechter als Keller ab, zeitweise war man den Abstieg gefährlich nahe.
      Schalke musste die letzten Jahre gute Spieler verkaufen um Kohle zu generieren und hatten viele Trainerwechsel, für mich der Grund warum sie zwar Spielertechnisch nicht so schlecht aufgestellt sind aber als Mannschaft nicht funktionieren. Der Loddar meinte neulich, mit dieser Mannschaft kannst du um die CL spielen, aber nicht Abstiegskampf, dazu fehlen ihnen die Spielertypen.

    2. Ganz spontan würde ich sagen: die haben schon länger keinen richtig guten Angreifer.

    3. Schalke hat m.E. die gleichen Fehler gemacht wie der HSV. Über Jahre viel Geld für vermeintlich gute Spieler in die Hand genommen, die dann nicht gut genug waren. Und das wiederholt. In der Folge sind dann andere Spieler im Club unzufrieden geworden, weil die vermeintlichen Leistungsträger zwar teuer bezahlt wurden, aber keine adäquate Gegenleistung gebracht haben. Und dann schauen diese weniger wertgeschätzten Spieler halt auf die großen Namen und denken sich: “Soll der mal vorangehen/machen.”

      Der Verein hat darauf aber nicht reagiert und versucht, diese teuren Spieler wieder loszuwerden. Statt dessen sind dann die restlichen Guten, die schon da waren (z.T. ablösefrei) gegangen. Dieser letzte Punkt ist vielleicht der Unterschied zum HSV (zumindest in der Vielzahl der Abgänge). Und so hatte man lauter teure Profis, die überbezahlt waren. Und das Managent hat das nicht verhindert, indem man diese teuren “Minderleister” wieder rechtzeitig transferiert hat. Und stattdessen immer den Trainer verantwortlich gemacht und so den Spielern auch wieder Ausreden geliefert.

  8. Da guckst du Abends den Spieltagbericht an und musst dir die Augen reiben. Jahr für Jahr wird von den Topvereinen die alte Leier “Wenn die Bayern schwächeln, müssen wir da sein” gespielt und dann verkacken es sämtliche Bayernverfolger an einem Spieltag. Die Bayernverantwortlichen müssen sich im positiven Sinne gesehen vearscht vorkommen. Da rumpelt man so lala durch die englischen Wochen und am Ende winken 7 Punkte Vorsprung und der BVB als sogenannte zweite Kraft der Bundesliga verabschiedet sich von den internationalen Plätzen. So ein schlechtes Drehbuch muss dir erstmal einfallen.
    Und zur Krönung steht morgen mit Schalke vs Bayern “Abwrackauto gegen Formel 1 Wagen” an (Zitat WAZ). Ich bin fast geneigt ein paar Euros auf einen Schalker Sieg zu wetten so beknackt läuft es momentan in der Bundesliga…

    1. bin auch ein Fan von Hernandez, was seine Defensiv-Fähigkeiten angeht. Ich mag seine humorlose Herangehensweise in den Zweikampf und andererseits seine humorvolle, positive Ausstrahlung. Von den beschriebenen Diagonalpässen, wie im Artikel beschrieben, hab ich allerdings noch nicht so viel gesehen. In der Spieleröffnung steht er hinter Alaba. Mag aber sein das es bei regelmäßigen Einsätzen und damit verbunden, mehr Sicherheit, besser wird. Ich denke der entscheidende Punkt für Flick ist, das Alaba die Abwehr organisiert. Das ist, glaube ich auch, der Grund warum Roca auf der 6 nicht zum Zuge kommt. Flick braucht dort einen lautstarken Organisator.

      zum heutigen Spiel: Alles andere als ein Sieg ist kaum vorstellbar.

      1. In der 1. Halbzeit in Kiel waren 2-3 Diagonalpässe dabei, die sehr gut getimt waren und bei denen ich mir dachte, dass ich die auch von Alaba bzw. Boateng in letzter Zeit nicht besser gesehen habe.
        Zum Thema Dirigieren: in jeder Abwehr gibt es 2 Innenverteidiger und somit kann man auch vom 2. IV erwarten, dass der die lautstarken Kommandos übernimmt. Boateng hat die nötige Erfahrung dazu, Süle ist immerhin in der Nationalelf Abwehrchef und Upamecano macht das bei Leipzig trotz seines jungen Alters auch sehr häufig, vor allem seit Orban immer weniger spielt. Zudem bin ich der Meinung, dass Hernandez auch mit mehr Einsatzzeiten lauter werden würde.

    2. Ich bin da am letzten Satz hängen geblieben.
      Also erst mal müssen wir schauen, in wie weit unser 80 Mio-Königstransfer überhaupt als IV taugt. Wenn er das tut, können wir uns “nur” mit Upamecano, als kleine Lösung zufrieden geben. Wenn er das nicht tut, müssen wir aber einen richtigen Kracher als gestandenen Abwehrchef verpflichten.
      Puh, das sind schon sehr ambitionierte Vorstellungen.

      1. Der letzte Absatz mindert die Qualität des ansonsten guten Artikel tatsächlich etwas. An der “kleinen Lösung” hat laut Medienberichten eine nicht unerhebliche Zahl von Spitzenklubs ernsthaftes Interesse. Die werden ihn wohl eher nicht als Back-Up ansehen, was bei dieser Ablöse auch Wahnsinn wäre. Mich würde mal interessieren, welche Namen dem Autor dann bei den “größeren Lösungen” vorschweben würden.

      2. Mich lässt sowas auch stets ratlos zurück. Den Abwehrchef für die kommende Saison haben wir aus meiner Sicht auch bereits im Kader. Heißt Jerome, man müsste nur mit ihm verlängern.

  9. Kolasinac nicht dabei, wird durch Oczipka ersetzt, der da hinten nicht immer stabil wirkte. Was mir ein wenig Sorgen bereitet ist der Acker in der Veltins Arena, das sah gegen Köln schon schlimm aus, das wirkt wie so ein zertretenes Spielfeld im DFB Pokal in dem man als großer Favorit anreist und dann feststellt, dass der Untergrund das Kombinationsspiel lahmt.
    Matthew Hoppe in sensationeller Form, der traf in den letzten drei Spielen. Grundsätzlich war Schalke auch gegen Hoffenheim zumindest in den ersten 30 Minuten komplett unterlegen. Wenn ich mich recht entsinne, haben die zwei Großchancen vergeben bevor Hoppe kurz vor der Halbzeit das Tor gemacht hat. Auch gegen Frankfurt sind die ordentlich unter Druck geraten. Gegen Köln ein wenig unglücklich, die haben in der zweiten Halbzeit den Sieg gesucht und sind mit zunehmendem Verlauf der zweiten Halbzeit immer verzweifelter angerannt und haben den Kölnern so ein paar Konterchancen ermöglicht, die nicht sauber zu Ende gespielt wurden, bis sie in der NSZ den Treffer kassiert haben.

    Grundsätzlich sind die definitiv bespielbar also durch sauberes Pressing und strukturiertes Offensivspiel gut unter Druck zu setzen und dann machen die hinten auch teilweise haarsträubende individuelle Fehler, die wir hoffentlich ausnutzen können. Ich hoffe auf einen, wie auch immer Sieg, ein hoher Sieg wäre angesichts der Konkurrenz in Leipzig und Leverkusen mal ein nettes psychologisches Signal, aber drei Punkte heute sind immens wichtig.

  10. Ui. Süle wieder als RAV. Hernandez auf der Bank.

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    1. Das verstehe, wer will. Schalke nicht nur ohne Kolasinac, sondern auch ohne Sané und Mascerell immer noch nur auf der Bank, weil offenbar immer noch nicht fit, Vorzeichen wären eigentlich günstig. Hinten stabil stehen und vorne Dauerdruck und die Schalker zu Fehlern zwingen und die in Tore ummünzen. Hoff nur, dass wir mit der Defensive hinten nicht wieder so schwimmen.

    2. Wenn Kimmich schon nicht nach rechts hinten geht, wäre mein re. AV in anbetracht des heutigen Kader Musiala. Er kann im MF sehr viele Positionen spielen, daher denke ich dass er es rechts hinten auch gut machen würde.

      1. Das wäre aktuell die alternative Aufstellung, die ich auch gerne sehen würde. Vor allem weil gerade alle drei Flügelspieler (Sane, Gnabry, Coman) wenig Druck entfachen können. Leider ist Musiala aus meiner Sicht noch nicht stark genug für Anfang an.

        Süle heute mit einer bockstarken Leistung auf einer Off-Position. Laut einigen Experten hier ja nicht würdig, das FC Bayern Trikot zu tragen weil unfähig das Flick System zu kapieren.

  11. Ja, fairerweise muss man sagen das Süle eine gute Partie macht. Mir hätte heute gg. einen schwächeren Gegner halt Musiala besser gefallen, da er so zu mehr Einsatzzeiten gekommen wäre und es für die Entwicklung sicher auch nicht schlecht ist auf verschiedenen Positionen zu spielen.

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. Wenn man sich auch anguckt, wie Diaby die Dortmunder Hintermannschaft ein ums andere Mal komplett auseinandergenommen hat, da hatte ihn Süle damals verhältnismaßig gut im Griff.

  12. Zur AV/IV 21/22
    Alaba geht und Lucas ist als LIV gesetzt.
    Süle muss zeigen das man mit ihm verlängern sollte- bisher hinkt er leistungsmässig stark hinterher. Stand jetzt wird er wenn überhaupt einen kurzen Vertrag mit gleichem Gehalt bekommen oder man verkauft ihn. So oder so ist es ein Szenario wo man mit Boa 1 Jahr verlängern muss. Am besten wäre natürlich das Süle Top Leistungen bringen und mit Lucas die Stamm IV formen würde- Boa dahinter für 1 Jahr. Nianzou kann sich in Ruhe einfinden. Aber momentan muss man sich leider wieder mit der IV befassen.
    Es gibt keinen top IV mit ASK außer Upamecano. Kounde Kanute Torres haben alle längerfristige Verträge. Varane ist der einzige dessen Vertrag 2022 ausläuft.
    Pavard ist auf RAV gesetzt genau wie Davies auf LAV. Man wird noch einen LAV Backup holen.

    Süle unerwarteter Leistungsabfall führt wohl leider dazu das man Upamecano verpflichtet anstatt die Priorität Nr 1 einen äquivalenten Ersatz für Thiago zu kaufen.
    Zakaria Ceballos Aouar .
    Man wird die Situation in den nächsten Monaten beobachten. Befürchte aber das Süle es nicht mehr packt und zusammen mit Tolisso verkauft wird.

    Dann sollte Neuer anfangen französisch zu lernen-.

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