Vorschau: Knüller gegen Borussia Dortmund

Justin Trenner 05.03.2021

Für Borussia Dortmund ist diese Saison nicht so gelaufen, wie man sich das gewünscht hatte. Nach 23 Spieltagen steht der BVB in der Bundesliga nur auf Platz 5 – 13 Punkte hinter den Bayern und noch schlimmer: elf hinter RaBa Leipzig. Auf Wolfsburg (Platz 3) sind es bereits sechs Punkte Rückstand, Frankfurt ist auf dem vierten Champions-League-Platz immerhin in einer Reichweite von nur drei Punkten.

12 Siege, 3 Unentschieden, 8 Niederlagen – Dortmunds Saison gleicht einer Achterbahnfahrt. Zwischendrin versuchte man, das Team durch einen Trainerwechsel wieder auf Kurs zu bringen. Edin Terzić übernahm das Steuer und löste damit Lucien Favre nach etwas mehr als zwei Jahren ab. Mit vier Siegen aus den ersten fünf Partien schien er den BVB wieder auf Kurs zu bringen – darunter ein mehr oder weniger überzeugender 3:1-Sieg gegen den Konkurrenten RaBa.

Doch wie schon zuvor wechselten sich die Höhen und Tiefen auch unter Terzić weiterhin ab. In den darauffolgenden sechs Partien gab es nur zwei Siege und zwei empfindliche Niederlagen gegen die Konkurrenten aus Leverkusen und Gladbach. Trotzdem ist die Stimmung vor dem Knüller gegen den FC Bayern ganz gut. In den letzten fünf Pflichtspielen holte die Terzić-Elf abermals vier Siege und ein Unentschieden. Darüber hinaus hat man im DFB-Pokal gute Karten und mit dem 3:2-Erfolg in Sevilla im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinals ein gutes Ergebnis im Rücken, um das Viertelfinale zu erreichen.

Borussia Dortmund: Ein Spieler Mahmoud

Der öffentliche Tenor hat sich wieder gewandelt. Von einer aufsteigenden Formkurve ist die Rede. Insbesondere das Sevilla-Spiel gilt dabei als Wendepunkt, weil die Spanier zuvor in guter Verfassung waren. Terzić leitete den x-ten Umschwung der Saison gewissermaßen selbst ein. Setzte er zu Beginn seiner Amtszeit noch auf einen Wechsel von der Dreierkette zum fast schon klassischen 4-2-3-1, so wich er nach der kleinen Misserfolgsserie davon ab, um auf eine flexible 4-3-3-Variation zu vertrauen. Dieses Vertrauen wurde zunächst zurückgezahlt. Mit zwei Achtern hat der BVB mehr Präsenz zwischen den Linien des Gegners und kann auch im (Gegen-)Pressing etwas mehr entgegensetzen.

Einer der besonders Mut macht in der aktuellen Phase: Mahmoud Dahoud. Bis zum Achtelfinale gegen Sevilla war der Mittelfeldspieler außen vor, absolvierte nur zwei Partien über 90 Minuten. In den letzten vier Spielen stand er im Schnitt 86 Minuten auf dem Platz (ohne Nachspielzeit). Interessant ist zudem, dass der BVB bis auf das Supercup-Spiel gegen die Bayern kein einziges Pflichtspiel verloren hat, wenn Dahoud mehr als 45 Minuten auf dem Platz stand. 10 Siege und 1 Unentschieden sind womöglich keine ausreichende Bewertungsgrundlage, aber mit ihm fällt den Dortmundern das Aufbauspiel augenscheinlich leichter.

Und das ist ohnehin ein großes Problem für den BVB: Weder unter Favre noch unter Terzić gelingt es der Mannschaft, aus Ballbesitzphasen konstant hochwertige Chancen herauszuspielen. Die starke Offensive kommt oft nur dann ins Rollen, wenn sich Räume aus Umschaltsituationen oder Fehlern des Gegners ergeben. Dortmund ist ansonsten sehr abhängig von den Geistesblitzen eines Mats Hummels oder eben eines Dahouds.

Großes Potential, wenig Substanz

Dabei ist das Potential der Mannschaft riesig. Mit Raphaël Guerreiro hat der BVB einen einzigartigen Linksverteidiger, der jede Mannschaft der Welt mit seiner Diagonalität, seiner Passqualität und seinen Läufen vor Probleme stellen kann. Der Portugiese ist zweifellos der beste Linksverteidiger der Bundesliga, weil er kaum Fehler macht, das Spiel von außen clever kontrollieren und Torgefahr ausstrahlen kann. Dass Hummels bei aller Kritik in den letzten Jahren nach wie vor ein überragender Aufbauspieler ist, würde wohl auch kaum jemand in Frage stellen. Und dann gibt es vorn noch Jadon Sancho, Marco Reus und Erling Haaland, der in ganz Europa vielleicht der einzige Stürmer ist, der aktuell ein bisschen mit Robert Lewandowski mithalten kann, was das Komplettpaket aus Spielanteilen und Torbeteiligungen angeht. Das Dreiergespann ist sehr flexibel unterwegs und stellt die gegnerische Abwehr vor große Herausforderungen.

Einzig gelingen will es nicht, dass diese Puzzleteile optimal und dauerhaft zueinander finden. Auf gute Spielphasen, in denen Dortmund mit hohem Tempo, vielen Tiefenläufen und ansehnlichem Steil-Klatsch-Spiel zu überzeugen weiß, folgen unerklärlich passive Abschnitte. Auch weil es im Mittelfeld an Verbindungsspielern fehlt, die, wie Dahoud in seinen stärkeren Momenten zuletzt, das Ballbesitzspiel der Mannschaft in die Hand nehmen und lenken.

Der BVB scheint den Weg zu sich selbst nach wie vor nicht gefunden zu haben. Zu einer Philosophie und zu einem Spiel, das unverkennbar ihre Handschrift trägt. Stattdessen wartet man stets darauf, dass der Achse des Teams kreative Dinge einfallen. Eigentlich zu wenig, um den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden. Und so wäre es auch nicht verwunderlich, würde der BVB bald wieder abwärts fahren auf seiner Achterbahnfahrt.

Alles dreht sich um Haaland

Nimmt man allein die letzten sechs Bundesliga-Spiele in München zusammen, dürfte der Abschwung wahrscheinlich am Samstagabend beginnen. 3:26 Tore und teils deftige Niederlagen sprechen eine klare Sprache. Und doch hofft der BVB angesichts des nun wieder gewachsenen Selbstvertrauens, dass man die Negativserie in der Allianz Arena endlich beenden kann.

Ein Schlüssel zum Sieg: Erling Haaland. Der Norweger trifft aktuell nach Belieben und ist auch sonst an nahezu jedem Angriff seiner Mannschaft beteiligt. Haaland ist eine Naturgewalt, weil er nicht nur Tore erzielt und vorbereitet, sondern trotz seiner Physis eine unglaubliche Geschwindigkeit sowie Beweglichkeit mitbringt. Zurecht sprechen viele vom nächsten Top-Stürmer in Europa.

Doch Dortmund besteht insbesondere in den Umschaltsituationen nicht nur aus Haaland. Sancho, der zuletzt wieder besser in Form kam und Reus unterstützen ihn tatkräftig. Exemplarisch dafür ist das Tor unter der Woche von Sancho gegen Gladbach im Pokal. Mit wenigen Kontakten kommt das gesamte Team hinter die absichernde Kette des Gegners. Oft dauert es keine sieben Sekunden, bis der Gegner aus der vermeintlich eigenen Chance in einen nicht mehr zu verteidigenden Gegenangriff gezwungen wird.

Wie druckvoll spielt der BVB?

Am Samstagabend wird man diese Qualität definitiv einbringen können, passt sie doch optimal zu den Schwächen, die die Bayern in den letzten Wochen angeboten haben. Doch um diese Umschaltmomente zu erzwingen, benötigt der BVB mehr Energie und Aggressivität gegen den Ball. Nahezu alle Niederlagen in den vergangenen Duellen mit den Münchnern hatten gemeinsam, dass man ab einem gewissen Punkt das Mittelfeld kampflos an den Gegner übergeben hat und sich zu tief hinten reindrücken ließ.

Das liegt auch am Anlaufverhalten der Offensivspieler. Unter Lucien Favre waren diese häufig nur Wegbegleiter der gegnerischen Aufbauspieler. Druck durch Präsenz, aber nicht durch Zweikämpfe. Das ist unter Terzić ebenfalls häufig so zu beobachten. Haben die Gegenspieler aber die Qualität, sich allein von der Präsenz nicht beeindrucken und lenken zu lassen, gibt ihnen dieses Verhalten entscheidende Sekunden.

Die Bayern haben mit David Alaba, Joshua Kimmich und Jérôme Boateng gleich drei Aufbauspieler, die nur selten gravierende Abspielfehler einstreuen. Und wenn es dann doch mal passiert, dann stehen ihnen die Gegenspieler meist auf den Füßen. Reus kommt immerhin auf 17,9 Pressures pro 90 Minuten mit einer Erfolgsquote von 35,9 %. Im Vergleich zu Thomas Müller (19,3 und 35 %), dem Pressingmonster der Bayern, keine schlechten Werte. Doch seine Laufwege sind nicht immer optimal und gerade was die Aggressivität und Konsequenz seines Anlaufens angeht, könnte er noch zulegen.

So schlägt Dortmund die Bayern

1. Aggressiveres Pressing und schnelles Umschalten

So richtig deutlich wird der Unterschied beim Pressing beider Mannschaften aber erst im Vergleich der anderen Spieler:

Dortmund legt mehr Wert auf Ballgewinne im Mittelfeld und im Abwehrdrittel. In der Bundesliga kommt der BVB insgesamt auf 749 Pressures im Angriffsdrittel – 306 weniger als die Bayern (1055). Im Mittelfeld ist der Unterschied deutlich kleiner (1355 zu 1440) und hinten sind die Werte nahezu identisch (794 zu 805).

Gegen die Bayern kann es ein Problem für den BVB werden, wenn sie das spiel- und laufstarke Mittelfeld mit Kimmich, Goretzka und Müller nicht ständig in Stresssituationen bringen. Schaffen sie es hingegen, genau dort Ballverluste zu erzwingen, eröffnet sich ihnen ein relativ kurzer und unkomplizierter Weg zu Manuel Neuer, den sie – das haben sie mehrfach bewiesen – in der Lage sind, zu gehen. Auch wenn Sancho, der zuletzt großen Einfluss auf das Spiel seiner Mannschaft hatte, und Gio Reyna fehlen werden, hat Dortmund viel Qualität im Angriff.

2. Seitenverlagerungen und Entlastungsphasen

Doch der BVB darf sich keinesfalls nur auf die Arbeit gegen den Ball verlassen. Über 90 Minuten drohen sie ein solches Spiel aus der Hand zu geben, wenn sie es nicht schaffen herauszuschieben. Irgendwann findet die die Qualität der Bayern ihren Weg durch die Dortmunder Defensivformation und dann passiert das, was der BVB vermeiden möchte: Ein Spiel auf ein Tor.

Ein Gegenmittel ist Ballkontrolle. Dortmund und Bayern haben in dieser Saison in etwa gleich viel Ballbesitz (rund 58 %), aber bei den letzten Aufeinandertreffen waren die Werte meist klar in Richtung der Münchner verteilt. Der BVB hatte immer dann starke Phasen, wenn er es geschafft hat, sich durch etwas Spielkontrolle aus dem Druck der Bayern zu befreien. Mats Hummels wird dafür ebenso eine entscheidende Rolle einnehmen wie Dahoud. Beide haben die Qualität, Drucksituationen aufzulösen und ballferne Räume zu bespielen.

Und genau da haben die Bayern Probleme in der Verteidigungsarbeit. Sie üben zwar nahezu unwiderstehlichen Druck in der Nähe des Balls aus, indem sie die Räume extrem eng halten. Kommt der Ball dann aber beispielsweise durch Seitenverlagerungen in eine ballferne Zone, hat der Gegner ein paar Sekunden Zeit für große Raumgewinne.

Gerade weil das Pressing der Münchner im Moment nicht immer so effizient greift, wie es Flick gern sehen würde, kann das für den BVB neben Umschaltmomenten eine geeignete Waffe werden. Gegen kompakt verteidigende Bielefelder konnten die Dortmunder mit einigen solcher Seitenverlagerungen Raumgewinne erzeugen. Bayern wird ihnen allerdings weniger Zeit zur Durchführung gewähren und dass Guerreiro ausfällt, ist ein harter Rückschlag für den BVB. Schon im Hinspiel konnte der Portugiese unter Beweis stellen, dass er Bayerns Pressing mit klugen Laufwegen und von ihm initiierten Kombinationen aushebeln kann. Nico Schulz wird diesen Qualitätsverlust vor allem in Ballbesitz nicht annähernd auffangen können.

3. Nicht durch den Spielverlauf vom Matchplan abbringen lassen

Neben taktischen Schlüsseln zum Sieg wird die viel beschworene Mentalitätsfrage eine Rolle spielen. Dortmund hatte in den letzten Jahren immer mal wieder eine ganz gute Anfangsphase in der Allianz Arena, ließ sich mit dem ersten Gegentor aber meist aus der Fassung bringen.

Wollen sie die Bayern ernsthaft vor Probleme stellen, müssen sie sich selbst und ihrem Matchplan treu bleiben. Dafür muss Kapitän Reus die Verantwortung übernehmen und sein Team konstant hinten rausholen, wenn es dazu neigt, dem Druck der Bayern nachzugeben.

Die Debatte um Mentalitätsprobleme wird den BVB auch unabhängig vom Ausgang der Partie noch lange begleiten. Doch mit einem Sieg gegen Bayern könnte die Saison nochmal eine Wendung für Borussia Dortmund nehmen, die vor einigen Tagen niemand auf dem Schirm hatte.

So schlägt Bayern Dortmund

1. Raumkontrolle und Bewegung im Mittelfeld

Wie bereits angesprochen, ist der BVB nicht als Mannschaft bekannt, die in allen Spielphasen den Druck auf die Spieleröffnung des Gegners hoch hält. Es wird sicher auch Momente geben, in denen die bayerische Abwehr sich mit 2-3 Dortmundern konfrontiert sieht, doch schaffen sie es, diese Situationen ruhig und geduldig aufzulösen, wird sich die Mannschaft von Terzić schnell ein paar Meter zurückziehen.

Als Ausgangslage für diese Partie wäre das bereits ein guter Teilerfolg für die Bayern. Steht Dortmund etwas tiefer, können die Bayern sich mit mehr Zeit den Gegner zurechtlegen. Das kommt ihnen entgegen. Für Hansi Flick ist die Rückkehr von Müller und Goretzka extrem wichtig. Beide sorgen mit ihren Läufen dafür, dass Kimmich Räume bekommt.

Dann geht es um Anschlussaktionen. Der BVB ist trotz seiner kompakten Grundausrichtung im 4-1-4-1 und zuletzt weniger Gegentoren nicht unverwundbar. Gerade in der Halbspur bieten sich neben dem jeweiligen Sechser immer wieder Möglichkeiten, die Müller und Goretzka für sich nutzen sollten. Werden die Achter etwas aus der Formation gezogen, braucht der BVB hin und wieder zu lange, um die Lücke zu schließen. Reus sammelt in der Statistik zwar viele Pressures, setzt den Gegner also immer wieder unter Druck, lässt sich zugleich aber häufig aus seiner eigentlichen Position und Rolle ziehen. Statt die Räume hinter sich im Blick zu haben, attackiert er so hin und wieder den Gegner. Für Bayern kann das eine Chance sein. Auch weil Reus seine Pressingaktionen nicht immer mit hundertprozentiger Überzeugung durchführt und so dann zwischen den Stühlen steht.

Finden die Bayern das richtige Verhältnis aus Tempoangriffen, Tiefenläufen und Ruhe am Ball, wird es für den BVB schwer, die eigenen Stärken auf den Platz zu bringen.

2. Konterabsicherung und Breitenverteidigung

Zuletzt hat Niklas Süle viel Gefallen an einer offensiveren Interpretation seiner neuen Position gefunden. Gegen den BVB ist damit zu rechnen, dass Flick wieder auf eine konsequente Dreierabsicherung setzt und so auch Süle seltener in den Genuss des Offensivspiels kommt.

Die Frage ist aber, ob das ausreichen wird. Dortmunds Qualität in der Offensive wird die Bayern vor viele Aufgaben stellen. Gerade, aber nicht nur wegen Haaland. Ein Gedankenexperiment wäre daher die Umstellung auf eine Dreier- beziehungsweise Fünferkette.

Bayern könnte damit zwei Probleme mit einer Umstellung lösen: Einerseits die schwache Breitenverteidigung, wenn das Pressing nicht greift und andererseits die fehlende Absicherung, wenn beide Außenverteidiger hoch schieben. Man müsste nicht von der eigenen Spielweise abrücken und hätte womöglich trotzdem eine bessere Absicherung. Bei Bedarf lässt sich zudem schnell zum klassischen 4-2-3-1 wechseln.

Flicks Pressing ist stark darauf ausgelegt, den Gegner entweder auf den Flügel oder in den Maschinenraum (Kimmich, Goretzka und Müller) im Zentrum zu locken, wo dann jeweils aggressiv gepresst wird. Beides wäre theoretisch auch mit einer Umstellung der Grundformation möglich. Auf den Außenbahnen wäre der Druck vielleicht sogar noch höher, weil die Flügelverteidiger mehr ins Risiko gehen können.

Ein wesentlicher Nachteil ist, dass die Bayern ihre Offensive umstellen und dabei auf einen natürlichen Offensivspieler verzichten müssen, wenn Flick nicht gerade Gnabry, Coman oder Sané als Flügelverteidiger testet. Durch cleveres Verschieben kann man diesen Verlust zwar rein vom Positionsspiel her kompensieren, doch es ist eben etwas anderes, ob ein Außenverteidiger den Ball bekommt oder ein echter Angreifer- beziehungsweise Mittelfeldspieler. Gerade bei Süle, der zwar offensiv zuletzt einige gute Szenen hatte, seine Stärken aber doch eher hinten einbringt. Demnach wäre damit zu rechnen, dass Flick bei einer solchen Umstellung die Offensivpower ein Stück weit verliert.

Das größte Problem dürfte aber sein, dass die Bayern die dafür notwendigen Abläufe noch nicht trainieren konnten. Die Umstellung ist zwar keine, die alles auf den Kopf stellen würde, doch einige Laufwege würden sich für die Spieler verändern. Es wäre ein Risiko, das dazu führen könnte, dass das Team Fehler macht, die den Dortmundern wiederum in die Karten spielen.

Also wird Flick sehr wahrscheinlich auf das vertrauen, was in den letzten Wochen mal mehr, mal weniger gut, aber fast immer erfolgreich funktioniert hat. Die Mannschaft wird sich am wohlsten damit fühlen, den BVB mit gewohnten Laufwegen unter Druck zu setzen. Trotzdem wird es spannend zu sehen, was sich Flick für Haaland, Sancho und Reus ausgedacht hat. Verteidigen sie hinten Mann gegen Mann, könnte es den einen oder anderen Gegentreffer geben.

3. Hoher und präziser Druck auf den Ball

Flicks Dilemma ist also, dass er zwei Dinge im Blick haben muss, die schwer zu vereinen sind: Hoher Druck auf den Ballbesitzer des BVB auf der einen, und eine gute Tiefenstaffelung, um nicht in unangenehme Eins-gegen-eins-Duelle mit Dortmunds Offensivspielern zu kommen, auf der anderen Seite.

Er muss hier wohl zwangsläufig eine Entscheidung treffen: Starker Kompromiss oder volles Risiko. Dazwischen gibt es wenig bis nichts. Wer Flick in den letzten Monaten erlebt hat, dürfte keinen Zweifel daran haben, dass er sich für Letzteres entscheidet. Sein Verständnis von Fußball lässt keinerlei Angstgefühle zu. Als die Bayern unter Pep Guardiola das eine oder andere große Spiel verloren, wurde ihm zu viel Pragmatismus unterstellt. Zu viel Anpassung auf den Gegner, die letztendlich zum Verlust der eigenen Stärken führte und die Spieler womöglich sogar verunsicherte.

Eine recht steile, aber nicht ganz unbegründete These. Flick stellt auf dieser Bewertungsskala vielleicht das andere Extrem dar: Anpassungen nur im Detail, ständiger Fokus auf die eigenen Stärken und gnadenloses Festhalten an dem, was sein Team bereits erfolgreich nachweisen konnte. Auch das ist wohlgemerkt eine Überspitzung. Beide Trainer sind sehr wahrscheinlich deutlich weiter in der Mitte dieser Skala zu verorten, als ihnen mitunter nachgesagt wird. Und doch erklärt das womöglich einen signifikanten Unterschied.

Von Flick ist somit nicht weniger zu erwarten als eine Bayern-Mannschaft, die mit der Idee ins Spiel geht, die Chancen von Haaland zu verhindern, bevor sie überhaupt entstehen. Extrem hoher Druck im zentralen Mittelfeld, hoch verteidigende ballnahe Außenverteidiger und das Verhindern von gezielt und kontrolliert gespielten Bällen hinter die eigene Kette, indem man dem Ballbesitzer des Gegners auf den Füßen steht. Zweifelsohne hat Flick dafür gute Gründe. Und die Umsetzung dessen wird mitentscheidend dafür sein, wie das Spiel ausgeht.

Was für ein Spiel wird es?

Beide Teams kennen sich gut. Beide haben ihre spezifischen Qualitäten, um den Gegner ins Schwitzen zu bringen. Obwohl sowohl der BVB als auch die Bayern im Ligaalltag ähnliche Ballbesitzwerte haben, sind ihre Spielanlagen recht verschieden. Die Bayern wollen ihre Gegner mit Pressing und Dauerdruck zermalmen und gehen ein großes defensives Risiko ein. Auf der anderen Seite mag der BVB defensiv eine stabilere Tiefenverteidigung und Absicherung haben, verpasst es dafür aber oft genug, den Gegner im Mittelfeld und beim Spielaufbau unter Druck zu setzen.

Beide verfügen über tolle Offensivreihen, die jederzeit für ein Spektakel sorgen können. Und so gab es in den letzten Jahren viele Tore in den direkten Duellen – wenn auch oftmals einseitig verteilt.

Die Bayern, so viel dürfte Konsens sein, sind der Favorit. Zwar kam der BVB zuletzt wieder in die Spur und der Rekordmeister bietet immer wieder etwas an, aber die Erfahrung der letzten Jahre ist eben jene, dass die Bayern selbst in schwächeren Phasen immer zur Stelle gewesen sind, wenn es gegen Borussia Dortmund ging. Für beide Mannschaften ist der Knüller richtungsweisend. Dortmund braucht einen Sieg, um das große Ziel der Champions-League-Qualifikation nicht aus den Augen zu verlieren. Die Bayern hingegen könnten bereits zum Anpfiff die Tabellenführung verloren haben, wollen diese aber gegen 20:30 Uhr zurückerobern – oder bestenfalls sogar ausbauen.



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  1. Beim BVB fehlen Sancho, Guerreiro und Reyna. Das spielt den Bayern extrem in die Karten.

  2. Wir haben dieses Mal einen seltenen und von der Konstellation her unglaublichen Vorteil:
    wir konnten uns seit einer Woche nur auf dieses Spiel vorbereiten und haben das nächste Spiel auch erst wieder eine Woche später. Der BVB hat dagegen am Dienstag im DFB-Pokal gespielt und das CL-Rückspiel vor der Brust. Auch wenn sie in der Liga jeden Punkt brauchen, so ist es für sie morgen definitiv das am wenigsten wichtige Spiel der Woche aus dem Dreierpack Gladbach, Bayern und Sevilla.
    Gelingt uns ein guter Start, dann glaube ich, dass es ein relativ leichtes Spiel werden kann, in dem dann vielleicht auch der eine oder andere BVB-Star nach spätestens 60 Minuten geschont wird.
    Dazu ist es natürlich unabdingbar, dass unsere Jungs von Anfang an konzentriert und engagiert zu Werke gehen und nicht wie schon viel zu oft seit November die Anfangsphase verschlafen und dem Gegner leichtfertig Tore schenken. Die Führungstore unserer Gegner fielen da eher selten systembedingt, sondern waren eigentlich immer eine Folge fehlender Konzentration. Diese Sorge habe ich gegen den BVB eigentlich nicht.

    Antwortsymbol4 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. 2 volle Wochen sind ein echter Pluspunkt zu der jetzigen Phase. Quasi Flicks Saisonvorbereitung die derzeit stattfindet. ;-)

      Ich freu mich auf das Spiel morgen.

    2. Du hast recht. Das ist eine wirklich sehr, sehr seltene Konstellation. Und sehr erfreulich für uns.
      Es würde mich allerdings wundern, wenn man von Seiten des BVB dieses Spiel als das unwichtigste der Woche betrachten würde. Die Qualifikation für die CL wäre für den Verein elementarer als ein möglicher Cup-Gewinn.
      So realistisch wird man das dort sehen.
      Allerdings, das könnte deine These stützen, wäre es möglich, dass die Spieler das ein wenig anders als die Verantwortlichen sehen. Könnte sein, dass da für den einen oder anderen Siege in den Cups wertvoller wären.

      1. Auch bei den Verantwortlichen wird die Sehnsucht nach einem Titel sehr groß sein, was verständlich ist, wenn man bedenkt, das nach dem grandiosen Start ins letzte Jahrzehnt mit dem Meistertitel 2011 und dem Double 2012 in den folgenden Jahren “nur” noch ein DFB-Pokalsieg dazu kam. Natürlich ist die Quali für die CL elementar für den BVB, aber auch nach dem morgigen Spiel haben die Dortmunder noch 10 weitere Spiele in der Hinterhand, um das klarzumachen und diese 10 Spiele sind auf dem Papier allesamt leicher als das morgige Auswärtsspiel in München. Mit unwichtig meinte ich auch nicht, dass sie es abschenken werden. Ich wollte lediglich zum Ausdruck bringen, dass sie sich in diesem Spiel womöglich nicht bis zum Ende bedingungslos gegen eine mögliche Niederlage stemmen würden.

    3. Dortmund gibt heute Vollgas, da bin ich mir sicher. Da geht es um Reputation und Revanche für die teilweise heftigen Niederlagen. Und die zusätzliche Trainingszeit sehe ich eher mittelfristig als Vorteil, sicher nicht für das Spiel heute. Dortmund steht im Pokal-Halbfinale, die haben sicher mächtig Selbstvertrauen im Moment.

  3. Auf eine 3er bzw. 5er Kette wie im Artikel angedacht, würde ich nicht ändern, da man ansonsten den rechten Flügelbereich meiner Meinung nach mit Süle und Müller unzureichend abdeckt.

    Müller ist in der Mitte einfach unverzichtbar für mich. In der oben angesprochenen Variante wäre sein Radius eingeschränkt.

    Persönlich würde ich Hernandez gerne gegen Haaland sehen.

    Antwortsymbol2 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Persönlich würde ich Hernandez gerne gegen Haaland sehen

      +1
      Das wäre eine interessante Feuertaufe

      1. Ich denke einfach, dass er im 1 zu 1 stärker als Alaba ist.

  4. Klasse Analyse wieder. Vielen Dank!

  5. Semi-Dortmund bezogen: interessant, Jürgen Klopp in Liverpool zu beobachten. Sein Sprüche, für die er geliebt wird, scheinen im Falle des Misserfolg genauso stark nach hinten auszuschlagen. Schuld sind immer die anderen, ohne die Verletzungen wäre das alle doch anders. Jetzt geht er sogar die eigenen Spieler an.

    Irgendwie verpufft der Klopp’sche Effekt nach 3-4 Jahren. Und eines fällt mir auch auf: bei allen Fehlern, die Pep machte: er war immer Sportsmann und zeigte auch in Niederlagen Größe.

    Antwortsymbol18 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. An so arg viele Fehler von Pep beim FC Bayern kann ich mich jetzt gar nicht erinnern – aber egal: es stimmt in jedem Fall, Guardiola übernimmt bei Niederlagen immer die Verantwortung und würde nie öffentlich etwas Negatives über einen Spieler sagen. Ist definitiv mit ein Grund, warum ihn die Spieler im Normalfall lieben – er kritisiert intern zweifellos deutlich (aber wie ich vermute, immer mit einem direkten, konkreten Verbesserungsvorschlag), nimmt aber die Spieler aus der Schusslinie der Öffentlichkeit.

      Klopp ist offenbar der Typ Trainer, der eine Mannschaft zwar ganz nach oben bringen kann, aber noch kein Konzept gefunden hat, dann auch oben zu bleiben. Ist vermutlich eher eine Charakterfrage als eine Frage des richtigen taktischen Konzeptes. Andererseits ist er jetzt auch schon wieder fast 6 Jahre in Liverpool, das ist für Bundesliga-Verhältnisse ja schon eine Ewigkeit; da kann schon mal ein Abnutzungseffekt eintreten …

    2. Ich bin zwar wahrlich kein Freund von Klopp, aber wenn sein Effekt erst nach 3-4 Jahren verpufft, wäre das eine überragende Quote.
      Mal dran denken, wir hatten in den letzten 30 Jahren gerade einen Trainer, der länger als drei Jahre geschafft hat.

      1. Ja, unter Klopp sind die Spieler nach drei bis vier Jahren kaputt, vielleicht nicht körperlich, aber vermutlich mental. Oder eine Mischung aus beidem.
        Seine Zeit in Liverpool ist eine Blaupause seiner Dortmunder Zeit. Aber mal schauen, Pep war letztes Jahr in Manchester auch schon (fast) »abgeschrieben«. Heute: Erster der PL und (Mit-)favorit auf die CL. Okay, das ist er jedes Jahr : – )

        Ich würde Klopp nicht abschreiben, aber die Wahrscheinlichkeit, dass er nächstes Jahr wieder ganz vorne landet, ist nicht groß. Ich erwarte nächstes Jahr einen Zweikampf Man City vs. Chelsea. Aber wie sagte schon Karl Valentin: Prognosen sind schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen.

      2. Da hast du Recht. Allerdings muss man dazusagen, dass bei Klopp der Abnutzungseffekt jeweils nach den großen Erfolgen ziemlich schnell kam. Dortmund und Liverpool sind zwar große Namen im Fußballgeschäft, aber als Klopp dort anfing, waren sie in ihren jeweiligen Ligen nicht mehr als gehobener Durchschnitt. Hier zeigte Klopp seine wahren Stärken, indem er Vereine, die irgendwie im Dornröschenschlaf vor sich hinschlummerten, wieder ganz nach oben brachte. Als er dann oben angelangt war und die ganz großen Ziele erreicht waren, zeigte sich, dass seine Klubs auf oberstem Niveau nicht mehr so konstant abliefern konnten. Für mich ist das ganz logisch, denn ein Hauptargumentationsstrang von Klopp ist immer, dass er mit seinen Vereinen gegen die großen, bösen Mächte des Fußballs kämpft. Irgendwie schaffte er es immer, seinen Klubs den Underdog-Anstrich zu verpassen und die Rivalen zu Bösewichten zu erklären. Klassenkampf im Fußball des 21. Jahrhunderts zieht halt immer noch, sowohl bei der eigenen Anhängerschaft, als auch bei vielen Medien. Vielleicht ist es kein Zufall, dass Klopp gerade in zwei Städten seine größten Erfolge feierte, deren wirtschaftliche Blüte schon lange vorbei ist?
        Wenn der eigene Verein dann irgendwann an der Spitze steht, ebenfalls mit Geld um sich schmeißen kann und das große Ziel erreicht wurde, ist der “Klassenkämpfer” möglicherweise irgendwann mit seinem Latein am Ende. Seine langen Zeiten bei seinen letzten beiden Vereinen lassen sich auch dadurch erklären, dass er die ersten 1-2 Jahre keine überragenden Ergebnisse abliefern musste und in Ruhe einen Neuaufbau starten konnte. Diese Zeit hätte er z.B. bei uns, aber auch bei anderen Klubs wie Real oder PSG nicht. In Dortmund hatte er drei richtig fette Jahre, wobei die Saison 2012/13 eigentlich nur in der CL wirklich gut war. Bei Liverpool waren es auch drei sehr gute Jahre mit CL-Finale 2019, CL-Sieg 2020 und Meisterschaft 2021.

      3. @willy: Ja, stimmmt – Fußball als Klassenkampf, das hatte ich glatt vergessen. Ich kann mich noch gut an das Interview vor dem Finale 2013 erinnern, wo uns – vermeintlich scherzhaft – als das »Imperium« bezeichnete (glaube ich).

        Ja, die Rolle des Etablierten liegt ihm gar nicht, ich finde auch, seine Ausraster machen ihn in dieser Rolle [des Etablierten] auch ziemlich unsympathisch.

      4. @jjs: waren wir vor dem CL-Finale nicht der Bösewicht aus James Bond? Nach dem DFB-Pokal-VF waren wir auf jeden Fall Chinesen, die geistigen Diebstahl begehen, weil wir ihm die Pressing-Idee klauten.
        Er ist ein guter Trainer, aber genauso wie Mourinho ein Populist und das ist eine Eigenschaft, die ich bei Trainern nicht mag. Heynckes, Guardiola und Flick haben so etwas nicht nötig.

      5. @willy: Stimmt.
        Bei Mourinho kommt noch das Problem hinzu, dass er gerne mal verbrannte Erde hinterlässt. Das wenigstens kann man Klopp nicht vorwerfen, in diversen BVB Foren gilt er immer noch als unhinterfragbare Größe (nicht bei allen, aber bei den meisten).
        Es gibt ja sogar in der Anhängerschaft des FC Bayern Stimmen, die Klopp gerne bei uns als Trainer sähen.
        Aber Deinem Argument folgend, glaube ich nicht, dass er bei uns große Wirkung entfalten könnte. Oder, einfach mal kurz imaginieren: Klopp und Kahn an einem Tisch : – )
        Was mich an Klopp fasziniert ist folgendes: Niemand macht derzeit mehr Werbung als er, unter anderem auch für so mittelmäßig sympathsiche Unternehmen wie die Deutsche Vermögensberatung, und trotzdem widr Klopp noch als authentischer »Underdog« bzw. Vertreter dieser gesehen. Er und Trump – das wär mal ein »Duo infernale«*

        * Nein, es geht mir nicht um Politik, sondern um die populistischen Talente der beiden

    3. Klopp nutzt sich also nach 3-4 Jahren ab, alles klar. Nach knapp 4 Jahren bei Liverpool gewann er die Champions League. Nach knapp 5 Jahren die Premier League mit 20 Punkten Vorsprung. Selten so einen Schwachsinn gelesen, obwohl ich ganz sicher nicht sein größter Fan bin.

      1. Okay, ohne jetzt persönlich werden zu wollen, würde ich Dir empfehlen, die Post nochmals – dieses mal genauer – zu lesen. Es hat niemand die Erfolge Klopps unterschlagen, es war nur die Rede davon, dass diese nach drei bis vier Jahren eben ausbleiben.

      2. @DG98
        +1

    4. Klopp war noch nie ein guter Verlierer und wird auch keiner mehr werden. Wozu man allerdings sagen muss, dass das nur sein persönliches Image betrifft, und nicht seine Leistung als Trainer. Psychologisch kann eine Wagenburg-Mentalität schon helfen, nochmal das letzte bisschen aus der Mannschaft herauszukitzeln. Und man muss ihm auch zugestehen, dass die extreme Häufung von Verletzungen in einem Mannschaftsteil sein System ziemlich über den Haufen geworfen hat.

      Es würde mich aber auch nicht allzu sehr wundern, wenn das sein letztes Jahr in Liverpool wird. Er hat dort inzwischen alles erreicht, dürfte zunehmend Probleme haben, sich selbst und die Spieler zu motivieren, und der Nationaltrainer-Posten wird demnächst frei. Vorausgesetzt, die Klubführung dort ist ähnlich entgegenkommend wie die Dortmunder 2015.

      1. Nationaltrainer? Puh.
        Aber ja, so alle zwei Jahre eine Wagenburgmentalität aufzubauen, das könnte er. Und er kann Titel gewinnen, das hat er auch bewiesen. Der Vorteil für Ihn: er könnte NOCH mehr Werbung machen, beispielsweise für Nivea, er könnte Opel durch Mercedes ersetzen, also ich sehe da großes Potential für ihn : – )

      2. Ein weiteres Argument für Klopp als Nationaltrainer: wenn er den Job übernimmt, wird ein gewisser anderer Trainer mit DFB-Vergangenheit hoffentlich nicht in Versuchung geführt.

    5. Es ist doch genau andersrum:

      Der Effekt verpufft nicht nach drei Jahren, sondern Klopp BRAUCHT erstmal 2-3 Jahre, bis sein Plan greift. Diese Zeit bekäme er bei einem Topklub gar nicht, deswegen geht er auch nicht zu einem.
      Er spielt gnadenlos die Underdog-Karte. Wenn alle ihm folgen und der Kader mit Klopp-Jüngern / ego-armen Sprintern / Talenten steht, läuft es für 2-3 Jahre, DANN verpufft der Effekt.
      Und er kann nicht Favorit, das passt nicht zu seiner tief sitzenden Pseudo-Bescheidenheit, Pseudo weil er sich selber sehr geil findet.
      Nach dem gewonnenen CL-Finale (da waren sie Favorit und der Druck riesengroß, auch für ihn) war auch interessant zu sehen, wie er seine Freude einsperrt, damit ja keiner merkt, wie krass erleichtert er ist. Das war ja fast schon pervers, wie er da nicht vor Freude explodiert ist, sondern einen auf “ja, schon ne feine Sache, aber alles nicht so wichtig” gemacht hat.

      Hoffe dass wir ihn nie holen, passt einfach überhaupt nicht. Bin mir aber sicher, dass es nie passieren wird, sowohl er als auch Bayern (Kahn!) sind zu smart und realistisch, um das Mismatch zu ignorieren. Er hat’s schon drauf, aber nur unter speziellen Voraussetzungen. Bis jetzt, vielleicht geht er auch 2023 zu Real und räumt alles ab. Glaub ich aber nicht.

      1. @Bumshauser: Nein, es ist nicht andersherum, Du hast nur 2-3 Jahre hinzugefügt : – ) … und damit völlig Recht.

        Klopp’sche Phasen dauern wahrscheinlich um die 6-8 Jahre: 2-3 Jahre für den Aufbau, 2-3 Jahre Erfolg, und 2-3 Jahre Verpuffungseffekte.

      2. Wenn es heißt nach 2-3 Jahren ist’s vorbei und eigentlich geht’s nach 2-3 Jahren erst los, dann ist das schon andersrum / oder besser: das Gegenteil würde ich sagen.
        Oder halt nach hinten geschoben, hast schon auch recht.
        Gut wenn wir uns sonst eh einig sind. :)

    6. Die Verletzungen als Ausrede? WHAT?! Nimm uns mal über Monate Alaba, Boateng und Süle/Hernandez weg. Und dann noch die, die als erste andere Optionen zählen würden – meinetwegen Pavard und Martinez. Sodass wir einen Monat lang mit Mbi und Feldhahn spielen, sowie dann Kabak dazuholen würden. Würden wir natürlich alles in Grund und Boden spielen und ein Negativstrudel wäre kein Thema. Meine Güte.

      1. Vielleicht sind die Spieler auch völlig ausgelaugt und neigen daher eher zu Verletzungen? Klopp Fußball bedeutet ein intensives Spiel mit viel Aufwand.

        Selbst bei stumpfen Einwirkungen, welche z.B. zu Kreuzbandverletzungen führen können, kann es entscheidend sein ob die Muskulatur voll frisch oder ermüdet ist.

        Die Ersatzbank von Liverpool war schon zu Saisonstart nicht qualitativ hochwertig besetzt. Das rächt sich nun.

  6. Ich fand diese kurze Diskussion um Klopp wirklich interssant und informativ. Ich fasse kurz zusammen:
    Klopp ist erfolgreich, wenn er:
    – die Rolle des Underdogs einnehmen kann und damit:
    – Sympathie (für den Underdog) erlangen
    – eine Art Wagenburgmentalität aufbauen
    – Spieler, die in dieser Mannschaft eine Chance sehen, weil sie bei den Blue Chips (im Moment) keine Chance haben, motivieren
    Hat er Erfolg, stürzt dieses Erfolgsmodell in sich zusammen, weil:
    – er nun kein Underdog mehr ist
    – und die Spieler, die sich noch vor kurzem für ihn den sprichwortlichen Arsch aufgerissen haben, von den großen Blue Chips angeworben werden (vor allem in Dortmund)

    Außerdem: Ich halte Klopp für einen schlechten Verlierer, die Underdog-Attitüde passt schon lange nicht mehr (schon alleine wegen seiner unzähligen Werbeauftritte) und ich bin zunehmend der Meinung, dass er seinen taktischen Werkzeugkasten erweitern muss, um weiterhin Erfolg zu haben (oder den Verein wechseln).

    Als Nationaltrainer wäre er ideal, weil sich Spieler eher für ein kurzes Turnier ausbeuten lassen als über mehrere Jahre.

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    1. Stimme dir voll zu.

      Und ja, er wäre ab Sommer ein passender Nationalcoach.

    2. Naja, bei Klopp sind’s immerhin 3-4 Jahre, der Flick Effekt verpufft nach einem 3/4 Jahr.

      1. Trink nicht soviel.

    3. Ja eine sehr interessante Diskussion. Off-Topic aber vermutlich eine der besten der letzten Wochen .

      Einen Punkt würde ich noch ergänzen. Klopp ist auch ein sehr großes Aushängeschild für Deutschland. Der große blonde Kerl, Detail versessen und ein bisschen awkward crazy. So wird er unter dem Strich in vielen Ländern, insbesondere außerhalb Europas gesehen und das ist grundsätzlich mal positiv.

      Auch ich halte ihn v.a. für einen großen Schauspieler und Selbstvermarkter im Fußball-Biz auch wenn er privat vermutlich ein echter Kumpeltyp ist und vor 10 Jahren den Fußball mit Sicherheit ein bisschen revolutioniert hat. Am interessantesten fand ich allerdings, wie Dortmund um ihn herum die Aura der Authentizität und Ehrlichkeit aufgebaut, weil gerade das ist Klopp eigentlich nicht.

      1. @Turbo Batzi: Ja, stimmt, er ist ein wirklicher Sympathieträger. Das rechne ich ihm auch hoch an. Aber daran sieht man, wie (scheinbar) einfach es ist, sich als Sympathieträger zu positionieren. In England ist er ja nicht mehr soooo unumstritten. Wir werden sehen.

  7. RedBull…

    Fuck, hab’ auf ein Remis gehofft
    Die Dosen nutzen momentan ziemlich eiskalt ihre Chance kassieren auch kaum was.
    Das wird leider wirklich ’ne enge Kiste mit der Meisterschaft.

    Und worst case wäre eim Double Leipzigs :(

    Hoffentlich punktet die Eintracht nächste Woche. Vielleicht packts RedBull ja vorher in die Verlängerung gegen Pool, so dass es gegen kampstarke Frankfurter mal nicht für nen weiteren Sieg reicht!

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    1. Leipzig hatte auch im Herbst eine Phase, wo sie verwundbar waren. Mal schauen wie sie weiter performen.

      Ich denke der Druck tut uns ganz gut, wenn ich an unsere Unkonzentriertheiten in der Vergangenheit denke. Wir haben ja nach wie vor alles selber in der Hand.

  8. Geht ja gut los.

  9. So eine Scheiße! Wieso spielt Hernandez nicht?

    Ich bin sowas von bedient!

  10. Hat man ja noch nicht gewusst, dass der Haaland Tore schiessen kann. Den kann man ruhig alleine im 16er rumstehen lassen.

  11. Also von der Erklärung in wichtigen Spielen würde das schon klappen mit der Konzentration von Anfang an können wir jetzt getrost in die Tonne treten.

  12. ROOOOBEEEERT!!!

  13. UNFASSBAR, dass er den Elfer nicht sofort sieht.

    PRAISE VAR!

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    1. Die Schiri-Leistung ist fast schon skandalös. In jeder möglichen Szene wird Dortmund gepusht.
      Hitz faustet Goretzka gegen den Kopf und bekommt den Freistoß!??
      Und wenn man diesen Elfer nicht sieht, hat das was von nicht sehen wollen.
      Und Fuss lacht sich über Reus Handspiel kaputt. Andersrum wäre da die restlichen 70 Minuten darauf herumgeritten worden.

      1. Deswegen schau ich mir unsere Spiele nur noch mit Stadionton an. Sonst raste ich nur aus bei diesen drecks kommentatoren. Sorry aber mir fällt da nix anderes mehr ein dazu

      2. Naja ich schaue nur englische Streams. Die sind schon meistens okay. Das übliche Gequatsche von wegen “Klassiker” und so, aber keine Fanboys der Bienchen.

      3. Die Schiri-Leistung war schon eine Frechheit. Die Aktion gegen Goretzka ist ein klarer 11er, die Aktion von Reus zumindest mal knapp dran. Aber hinterher heulen die Bienchen dann rum, wenn Sané mal mit dem Körper gegen den auch nicht gerade zimperlichen Can dagegen hält. Irgendwie bekommen wir auch immer nur die 1000%ig klaren VAR-Situationen für uns gepfiffen, weil es dann halt partout nicht anders geht. Aber da die Schiris ja normalerweise immer in schwarz-gelb rumlaufen, ist das ja eigentlich auch gar nicht verwunderlich ;-)

  14. Nach den ersten zehn Minuten auf einmal eine der besten Saisonleistungen. Und können wir bitte schonmal anfangen, für Haaland zu sparen, da graut mir nämlich vor der Vorstellung, dass Real oder City den irgendwann gegen uns ins Feld schicken.

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    1. Über Haaland haben wir auch schon diskutiert. Der gehört nach München!

  15. So alles auf Null. Jetzt erwarte ich die entsprechende 2. HZ die wir so oft gesehen haben. Aber auch Dortmund kann sich manchmal noch ordentlich steigern nach der Pause.

    Aber an sich kam von denen ja nix. Ohne die Fehler von uns, macht Haaland auch nur eins der zwei Tore.

  16. Die Jungs spielen ja gar nicht schlecht…aber diese vielen Gegentore

    Mich kotzt auch die Effizienz unserer Gegner an. Fast immer treffen die mit jedem Schuss!

    Heute 14-2 Torschüsse…aber 2-2!!!

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    1. Ja,das nervt total. Aber wieder geile Mentalität.

    2. Ja,das nervt total. Aber wieder geile Mentalität.

      1. Haaland ist einfach heiß gegen Lewy. Und der ist ja auch sonst eiskalt. Heute gegen eins seiner Idole halt nochmal 10% hungriger.

    3. In Sachen gegnerischer Effizienz kann ich dir in Bezug auf diese Saison nur bedingt zustimmen. Ich kann mich an sehr viele Spiele erinnern, in denen die Gegner klarste Chancen ausließen und wir sehr effektiv waren.
      Heute verwandelt der BVB seine Chancen sehr effizient. Einmal hatten wir aber auch Glück, als Meunier beim Stand von 0:2 kurz vor unserem Anschluss den nicht so schweren Querpass auf Haaland nicht schaffte.

  17. Der Sersch kommt und macht’s

  18. Ich hab nicht das Gefühl dass wir das noch gewinnen. Dortmund steht jetzt besser.
    Hoffentlich geht das mit Javi in der IV gut.

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    1. Klar gewinnen wir das noch.

      1. Ich Zweifler ;-)

  19. Na klar und Boa verletzt sich mit seiner besten Aktion im Spiel.

  20. Wenn Upamecano kommt, können wir ja Süle auf den Flügel vorziehen und müssen Sané nicht mehr ertragen. SORRY NOT SORRY.

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    1. Okay nochmal sacken lassen. Sané mit wichtiger Vorlage zum Anschlusstreffer und nettem Dummy beim 4:2. Unterm Strich also produktiv gewesen. Aber die Effizienz. Man man man.

      Da ist soviel Ausschuss dabei. Und seine Art auf den Ball zu warten gefällt mir nicht. Dem muss man endlich mal das Bayerngen einimpfen. Sonst wird das nicht besser als Costas Karriere bei uns.

      1. Also Sané ist mir oft zu langsam im Kopf. Er ist zwar schnell auf den Beinen und auch trickreich. Aber alleine, dass er so oft wartet, bis der Ball bei ihm ankommt, macht mich wahnsinnig. Und irgendwie ist vieles bei ihm sehr vorhersehbar. Was natürlich auch daran liegt, dass er den rechten Fuß eigentlich nur hat, um nicht umzufallen – nur leider fehlt ihm der Robben-Signature-Move. Aber wenn die Situationen mal etwas unübersichtlicher werden, dann ist er nicht gedankenschnell genug. Wenn man sich Phonzy oder Müller dagegen ansieht, dann versteht man vielleicht besser, was ich meine. Die können auch spontan auf Spielsituationen oder versprungene Bälle reagieren. Da ist Sané einfach zu langsam. Ob er das noch lernt? Weiß nicht, denn Gedankenschnelligkeit ist halt schon auch seht stark eine Grundeigenschaft.

      2. Vergiss nicht die geile Balleroberung vor dem dritten Tor, die die Dortmunder in den Wahnsinn treibt.
        Bei drei Toren im Spiel gewesen, geht schlechter.

      3. Spox:

        “LEROY SANE (bis 90.+1): Agil, spritzig, trickreich. Setzte nach zuletzt schon überzeugenden Auftritten einen drauf. Sehr stark: seine Vorlage zum Anschlusstreffer. Mischte auch beim dritten und vierten Tor mit. Note: 2.”

        An 3 von 4 Toren beteiligt und wird trotzdem noch kritisiert.
        Kann man sich nicht ausdenken. :D

  21. LEWANDOWSKI 3 – HAALAND NUUUUUULL

  22. HAHAHAHAHAHA die Bienen im TM-Forum meinen der Schiri hätte sie beschissen.

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    1. Reus auf Sky auch. Zur Situation Can vs. Sané vor dem 3:2: “Wenns die Bayern gewesen wären, hätte der Schiri gepfiffen.” Zur Erinnerung: den Elfmeter hat er auch nicht gepfiffen, obwohl er nebendran stand. Ohne VAR hätten wir den nicht bekommen.

      1. Ich würde sagen der Schiri war einfach wie immer nicht auf der Höhe. In der 1. HZ hat er quasi alles für Dortmund gepfiffen und in der 2. HZ war er wiederum etwas großzügiger zu uns.

        So eine Linie ist dann einfach schwaches Refereeing.

  23. Haaland, der Prophet:

    》》Stürmerstar Erling Haaland von Borussia Dortmund hat verraten, dass er sich jedes Spiel von Rekordmeister Bayern München anschaut. Zudem schwärmte der Norweger von Weltfußballer Robert Lewandowski.

    “Der Typ ist verrückt. Er ist einfach verrückt”, sagte Haaland im Interview mit dem norwegischen Sender Viaplay Football. “Wenn ich ein Tor erziele, sage ich mir: ‘Okay, jetzt bin ich ihm ein Tor näher gekommen’. Aber dann macht er einfach mal wieder einen Hattrick, als wäre es etwas Alltägliches.”《《

  24. […] liegt vor allem an der wackeligen Defensive. Bereits in der Vorschau auf den Knüller gegen Borussia Dortmund analysierten wir einen der wichtigsten Faktoren […]

  25. […] bieten sich aus den Erfahrungen der letzten Spiele vor allem Seitenverlagerungen auf die schnellen Flügelspieler an. Gerade Wamangituka dürfte ein […]

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