Vorschau: FC Bayern München – Atlético Madrid

Justin Trenner 20.10.2020

Wer wissen möchte, was Diego Simeone so besonders macht, der sollte etwas Zeit mitbringen. Der Trainer hat es geschafft, Atlético Madrid in der europäischen Spitzenklasse zu etablieren. Er ist der Star dieses Klubs, weil es ihm gelingt, die Spieler hinter einem Ziel zu vereinen. Egoisten, Starallüren und ungesunde Hierarchien haben bei ihm keinen Platz.

Simeone ist ein Vulkan an der Seitenlinie. Einer, dessen Ruhepuls irgendwo jenseits jeglicher gesunder Grenzen liegen dürfte. Einer, der mit seinen Möglichkeiten zur Beeinflussung des Spiels gern mal die Geduld des Schiedsrichterteams auf die Probe stellt. Aber Simeone ist nicht nur pure Emotion. Er ist auch ein Denker und Philosoph – eine Seite, die so nur selten den Weg in die Öffentlichkeit findet.

Atlético Madrid: Simeones Werk

Wer über einen Zeitraum von rund neun Jahren mit nur einem Klub so erfolgreich ist wie er, der muss besondere Qualitäten mitbringen. Selbst die größten Trainer dieser Zeit können ein Lied davon singen, wie es ist, wenn die eigenen Methoden und Ansätze nicht mehr funktionieren. Es ist ein natürlicher Abnutzungseffekt, den Pep Guardiola seinerzeit in Barcelona spürte und dem er entgehen wollte. Selbiger ereilte Jürgen Klopp einst in Dortmund.

Simeone aber ist einer, bei dem alles zu passen scheint und der dieser Abnutzung irgendwie entkommen kann. Die Gründe dafür sind vermutlich so vielseitig, dass es dafür ein Buch und keinen Artikel bräuchte. Doch ein entscheidendes Element ist, dass er taktisch immer wieder neue Reize setzen kann, die selbst langjährige Spieler wie Koke aufs Neue herausfordern.

Hinzu kommt eine über die Jahre gesunde Weiterentwicklung des Kaders, die ebenso notwendig ist, um eine Abnutzung zu vermeiden. Wenn Klopp und Guardiola die Offensivphilosophen des letzten Jahrzehnts sind, dürfte Simeone aber der Defensivphilosoph sein. Er hat Verteidigen zur Kunst gemacht. Das sollte keinesfalls unterschätzt werden, wenn vom “Vulkan”, seinem Puls oder den vielen Emotionen gesprochen wird.

Die zähe Arbeit an Ballbesitzphasen

Gerade im letzten Jahr befand sich Atlético Madrid erneut im Wandel. Simeone wird gern nachgesagt, dass es nach 2014 nicht mehr zum Meistertitel gereicht hat, weil im Alltag die Durchschlagskraft aus Ballbesitzphasen heraus fehlt. Verteidigen, den Gegner jagen, ihn in Umschaltsituationen überrennen – kaum ein Team kann das so perfekt wie Atlético. Doch wenn sie das Spiel selbst machen müssen, tun sie sich schwer.

In dieser Saison hat Atlético noch nicht viele Spiele absolviert. Gerade die beiden Unentschieden (jeweils 0:0) gegen SD Huesca und FC Villareal bestätigen diesen Eindruck aber. Simeone aber schaut dieser Entwicklung keinesfalls nur zu. Über weite Strecken der letzten Saison brach er sein über Jahre nahezu in Stein gemeißeltes 4-4-2 etwas auf, probierte sich beispielsweise an der Raute im Mittelfeld, um in Ballbesitzphasen mehr Präsenz im Angriffsdrittel zu erzeugen.

Spieler wie Saúl Ñíguez oder João Félix haben zudem unglaubliche technische Fähigkeiten, die mit dem Narrativ des den Gegner zerstörenden Atlético wenig gemein haben. In dieser Mannschaft steckt mehr als ein diszipliniertes Verteidigungsverhalten. Simeone ist auf dem Weg, dieses Potenzial entsprechend auszuschöpfen und möchte gerade in der Liga das Ballbesitzspiel erheblich verbessern.

Gegen Bayern voll in ihrem Element

Doch gegen den FC Bayern ist das ohnehin kein allzu großes Thema. Denn hier kann Atlético so auftreten, wie sie es am liebsten tun: Fokus auf die Arbeit gegen den Ball und blitzschnelle Konter nach Ballgewinnen. Dabei zeigt sich die Simeone-Elf nach wie vor so flexibel, dynamisch und anpassungsfähig wie kaum ein anderes Team auf der Welt.

Die Grundausrichtung ist das von vielen bereits gefürchtete 4-4-2 mit zwei eng beieinander stehenden Viererketten, die in der Breite meist unterschiedlich positioniert sind: Eine enge Defensivreihe (blau gestrichelt) und eine breiter aufgestellte Mittelfeldreihe (grün gestrichelt) hier im Beispiel, manchmal auch umgekehrt – je nach Situation. Die dargestellte Variante erlaubt es den Flügelspielern, auch mal aus dem Mittelfeld in die Abwehr zu kippen und so eine 5-3-2-Struktur herzustellen. Vorn sind dann zwei Stürmer positioniert, die im Abwehrpressing auf die Initialpässe des Gegners warten, beim Herausschieben aber die Laufwege und Orientierung der Mitspieler mitbestimmen.

Entscheidend sind die sechs Spieler im Spielfeldzentrum (rot eingegrenzt und schraffiert) – auch und gerade gegen die Bayern. Sie sorgen dafür, dass es Gegner extrem schwer haben, Bälle in den Zwischenlinienraum zu spielen. Sie stehen eng, sind gut aufeinander abgestimmt und packen sofort zu, wenn ein Ball in ihren Bereich gespielt wird. Gelangt der Ball auf die Flügel, schieben sie gemeinsam rüber, um die beiden Außenspieler zu unterstützen, die Abstände gering zu halten und diagonale Passwege in die vermeintlich offenen Halbräume zu verhindern.

Viel mehr als Abwehrpressing

Atlético geht mit einer unglaublichen Laufintensität und Disziplin vor. Fehler im Verschieben sieht man nur selten. Die Bayern sind wiederum ein Team, das gern über die Außenbahnen spielt, dabei aber immer die Passwege ins Zentrum und die Halbräume im Blick behält, um nicht zu berechenbar zu sein. Atlético wird sie in die berüchtigte U-Form drücken wollen, um dann auf den Außenbahnen Ballgewinne zu erzeugen – gerade weil Spieler wie Alphonso Davies (insofern er spielt) oder Benjamin Pavard zuletzt nicht sattelfest wirkten.

Aber Atlético ist nicht nur Abwehrpressing. Kaum ein Team variiert so zielsicher und effizient die Höhe des eigenen Pressings wie die Rojiblanco. Stets kompakt, immer mit einer guten Orientierung für Raum, Ball und Gegner sowie mit hoher Aggressivität und Intensität schieben sie in Phasen des Spiels auch mal weit raus in ein höheres Mittelfeld–, vereinzelt sogar ins Angriffspressing.

Vor allem wenn der Gegner das Spiel auf den Außenverteidiger eröffnet und die Mannschaft gut positioniert ist, wird der Raum stark verengt. Mindestens fünf Spieler versuchen dann, den Außenspieler zum Ballverlust zu zwingen, indem seine Optionen stark reduziert werden.

Oft bleibt dann nur ein Rückpass auf einen sich fallen lassenden Innenverteidiger, der von Atlético aber ebenfalls sofort unter Druck gesetzt werden kann. Durch klare Abläufe und Positionswechsel haben sie stets einen guten Zugriff und immer noch genügend Spieler in der Defensivreihe, um lange Bälle abzulaufen und zu verteidigen.

Funktioniert Bayerns Pressing auch gegen Atlético?

Es wird extrem spannend, wie die Bayern mit einem derart variablen und gut organisierten Pressing zurechtkommen. In den letzten Wochen waren sie immer für den einen oder anderen gefährlichen Ballverlust gut. Anders als Bielefeld, Düren oder Hertha wird Atlético diese wohl eher bestrafen. Nur mit sehr viel Bewegung und mutigen Laufwegen wird es gelingen, auch in das vielleicht am besten organisierte Defensivsystem Lücken zu reißen. Seitenverlagerungen, gegenläufige Offensivbewegungen, Steil-Klatsch-Spielzüge – viele gute Lösungen haben die Bayern bereits in ihrem Repertoire. Entscheidend wird es sein, die Präzision und das Tempo aufzubringen, um Atlético immer wieder aus der Defensive herauszulocken und dann ins Leere laufen zu lassen.

Die Rojiblanco werden sicher nicht oft aus einem geordneten Spielaufbau heraus agieren, aber auch hier gibt es durchaus Aspekte, die für die Bayern von Bedeutung sind. Atlético spielt insbesondere gegen starke Mannschaften nur selten über viele Kurzpässe von hinten heraus. Der rot schraffierte Bereich ist also eher eine Tabuzone.

Für die Bayern wird es also nicht viel Zeit für Zugriff geben, wenn sie hoch anlaufen, weil der Ball tendenziell schnell in den grün schraffierten Bereich gelangen soll. Atlético versucht mit langen Bällen (hoch, gechipt und flach) schnell in Situationen zu kommen, die sie selbst besser kontrollieren können und die das Risiko für Gefahr minimieren. Denn nach erfolgtem Pass sind sie sofort wieder in ihrem Element: Pressing, zweite Bälle, schnelle Angriffe.

Da Diego Costa ausfällt, werden mit Luis Suárez und Felíx vermutlich zwei Stürmer starten, die nicht so robust sind wie Costa, der als Wandspieler mit Ablagen langer Bälle in den Zwischenraum durchaus seine Qualitäten hat. Dafür ist Felíx aber erheblich wendiger, technisch stärker und cleverer in seinem Positions- sowie Bewegungsspiel.

Im in der Grafik grün schraffierten Bereich wird es für die Bayern darauf ankommen, mannorientierte Schlüsselduelle zu gewinnen, Atlético nicht aufdrehen zu lassen und raumöffnende Bälle auf die nachrückenden Außenverteidiger (schwarze Pfeile) zu verhindern. Denn die Simeone-Elf wird versuchen, die Verteidigung der Bayern zusammenzuziehen und die Flügel so zu öffnen. Dafür ist auch die Verteidigungsarbeit der bayerischen Flügelstürmer wichtig.

Packender Fußballabend ohne Fans

Es ist vermutlich ein Duell auf Augenhöhe, wenngleich insbesondere Fitness und Rhythmus bei beiden Teams sehr unterschiedlich ist. Einerseits die Bayern, die sich vor Spielen kaum retten können, andererseits Atlético, die erst vier Pflichtspiele absolviert haben. Schlägt Rhythmus hier Erholung? Oder andersherum? Oder ist beides relativ egal?

Für Hansi Flick ist es so oder so eine Herausforderung, die er so noch nicht hatte. Es ist ein Test für seinen Spielstil und eine Standortbestimmung für sein Team. Flick und Simeone sind augenscheinlich sehr gegensätzlich – so wie ihre taktischen und strategischen Überzeugungen. Beide haben aber gemein, dass ihre konzeptionellen und fußballphilosophischen Qualitäten in der Berichterstattung über sie oft zu kurz kommen.

Beide sind große Denker und Philosophen ihres Sports. Sie beide zählen auch deshalb im Moment zu den besten Trainern der Welt. Am Mittwochabend treffen sie früh in der Saison aufeinander. Für beide Trainer wird dieser erste Champions-League-Spieltag wichtige Erkenntnisse bringen, die womöglich den weiteren Saisonverlauf entscheidend beeinflussen können. Es ist nur schade, dass dieses Aufeinandertreffen zweier Welten nicht vor Publikum stattfinden kann. Ein solches Fußballspiel hätte zweifelsohne mehr verdient gehabt.



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    1. Autsch. Hoffentlich kommt er gut durch und hat keine Spätfolgen …

  1. Auch das wird eine klare Angelegenheit
    Bei Atlético fehlen Costa Saúl Giminez und bei uns Sane Gnabry. Partey abgesprungen zu Arsenal.

    Neuer
    Pavard Boa Alaba Lucas
    Kimmich Goretzka
    Müller
    Costa Lewa Coman

    Man muss nur die letzten DAZN highlights ansehen. So löchrig hat man Atlético lange nicht gesehen.

    Antwortsymbol4 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Abwarten, ob Serge der einzige positiv getestete bleibt.

      https://www.bild.de/sport/fussball/fussball/fc-bayern-gnabry-infiziert-corona-schock-fuer-bayern-73507738.bild.html

      Kann gut sein, dass Bayern dann weder gegen Atletico noch gegen die Eintracht antreten kann oder aber halt mit jeder Menge Nachwuchsspielern.
      Wobei, gibts da irgendeine Regel von wegen maximale Anzahl an Amateuren??

      Oder kann es sogar sein, dass Spiele dann am grünen Tisch entschieden werden?? Nachholen ist ja kaum möglich…

      1. Die UEFA hat das geregelt. Sehr zum Nachteil des betroffenen Teams. Wenn man 13 Spieler inkl. einen Torwart “übrig” hat, muss man spielen. Wenn nicht, wird es 0:3 gewertet. Wie übrigens auch, wenn eine Behörde die Austragung im Heimstadion verbietet und der Heimverein kein Ersatzstadion in einer anderen von der UEFA als genehm eingestuften Stadt aufbieten kann. Kleines Schmankerl: Während die UEFA die Vereine für meinen Geschmack sehr unter Druck setzt (und auch die Kosten einer Spielverlegung auf die Vereine abwälzt), macht sie sich bei den Schiedsrichtern geschmeidig: Wenn da einer ausfällt, darf sie einen auch aus dem Land eines der beiden Teams nachnominieren und der muss nicht einmal auf der offiziellen FIFA Liste stehen…

        Zurück zum FCB: Man kann nur hoffen, dass da jetzt nicht 2-3 weitere “positiv” sind. Der Rattenschwanz wäre ja Wahnsinn. Nicht zuletzt haben die Amateure heute auch ein Spiel!

    2. Was für ein Unterschied.
      Der Artikel: setzt sich respektvoll mit dem Gegner auseinander.
      Der Kommentar: jetzt weiß ich wieder was Bayern-Arroganz ist.

    3. Wie zu erwarten war.
      Klarer Sieg!
      Rosarote Zeiten

  2. Jaja, diese Trainer, die Bagaluten … Bei Simeone immerhin, wohl dem weißen Raben unter ihnen, scheint alles zu passen. Wie schön!

    Oder gibt es womöglich doch ein paar mehr von dieser zugegebenermaßen seltenen Spezies? Dann empfiehlt es sich, den Satz so zu modifizieren: “… einer dieser Trainer, bei denen alles passt …”.

    Heute ist in so vielen ähnlich gelagerten Fällen Variante 2 gemeint, obwohl Variante 1 gewählt wurde, dass es kaum noch auffällt. Insofern absolut verzeihlich, aber doch irgendwie schief.

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. @ Justin:

      Danke für die Korrektur! Es ist angenehm, wenn die inhaltlich anspruchsvollen Texte auch beim Sprachempfinden des Lesers keine Widerhaken platzieren.

  3. Der Fall Gnabry zeigt wie sehr sich diese Saison zur Lotterie entwickelt. Was wenn z. B. Neuer oder Lewa sich auch infiziert hätten? Für jede Mannschaft (siehe Hoffenheim letztes Wochenende) ist es somit nicht mehr möglich fest mit einem Team für das nächste Spiel zu planen bzw. Zu trainieren…somit wird die Saison wenigstens so spannend wie lange nicht mehr.

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. Wer sagt, dass sich Neuer und Lewa nicht vielleicht auch infiziert haben. Mit dem Lotteriespiel hast Du Recht. Ich gehe aufgrund der derzeitigen Entwicklung davon aus, dass der Spielbetrieb im November wieder auf unbestimmte Zeit wieder eingestellt werden muss.

  4. Nein, das wird nicht passieren. Es wird weder eine Unterbrechung noch einen Lockdown geben.
    Das Problem wird sein, dass sich Spieler und alle anderen Vertreter in eine noch dickwandigere Blase begeben müssen. Die werden ab jetzt sowas von abgeschirmt.

    Antwortsymbol3 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Na ja, wenn Gnabry, wie berichtet wird, gestern nachmittag beim Training noch dabei war, dann besteht leider eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass er nicht der einzige Fall sein könnte. Ich hoffe zwar nicht, aber überraschen würde es auch nicht… :-(

      1. Angeblich sollen wir um 15:00 mehr erfahren. Mal schauen.
        Es bleibt spannend.
        Jedenfalls kommt jetzt eine Ebene hinzu: Gewinnen? Verlieren? Unentschieden? … Spielen …?

      2. @jjs: Danke für die Info, hab mich schon gefragt, wann es da etwas Neues zu vermelden gibt, nachdem die Spieler ja heute nochmal getestet wurden.

  5. https://www.kicker.de/gnabry-mit-corona-infiziert-15-uhr-als-frist-fuer-weitere-testergebnisse-787656/artikel

    15 Uhr sind wir schlauer…

    Und Kimmichs Freundin darf sich mit dem Nachwuchs auch mal beeilen

  6. Partie findet lt. UEFA statt; (noch) keine weiteren Infos über Testergebnisse.

  7. Laut Sportinformationsdienst alle Tests von heute Morgen negativ. Hoffen wir, dass es so ist…
    https://www.sueddeutsche.de/sport/champions-league-bayern-atletico-corona-gnabry-1.5087213

  8. Die Spielansetzung ist ja fast noch spannender als das Spiel selbst … : – ) … oder : – (

  9. Mal was Anderes: die Sportbild hat heute in einem Artikel geschrieben, dass es die “Schattenliste” tatsächlich gab. 10 Tage vor Transferschluss waren die Führungsspieler bei der sportlichen Führung weil man sich erhebliche Sorgen wegen der Kaderbreite machte. Zu dem Zeitpunkt waren zB auch schon erste Gespräche mit Costa geführt – mit dem sich Brazzo fließend auf Italienisch unterhalten hat. Im Termin hat man ihnen dann die Schattenliste gezeigt und erklärt dass man finanziell keine weiteren teuren Transfers stemmen will. Danach waren sie zwar noch nicht restlos überzeugt, aber das Endergebnis war dann ok :-)

    Sieht also – wie vermutet – nicht nach einer plan- und kopflosen Transferperiode aus, sondern eher nach einer durchdachten. Und wenn Du als Sportdirektor mehrere Sprachen sprichst und Dich direkt mit einem Spieler verständigen kannst, ist das sicherlich ein Bonus,

  10. Asche auf mein Haupt, ich habe Brazzo am Anfang total unterschätzt, um ehrlich zu sein, habe ich ihn für VÖLLIG ungeeignet gehalten. Sicher wird aus ihm kein Steve Jobs, aber seinen Job scheint er echt zu machen.
    Man lernt nie aus.

    Die Schattenliste, sozusagen der Plan B, kann ich mir gut vorstellen. Warum auch nicht? Nächsten Mai werden wir klüger sein, aber grad im Moment bin ich zufrieden.

    Antwortsymbol11 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Man kann doch bei einem Verein, der ein Umsatzvolumen von immerhin einer dreiviertel Milliarde hat, nicht allen Ernstes davon ausgehen, dass man ins nächste Geschäftsjahr mit dem Motto “Der Herrgott wird’s schon richten!” geht.
      Wenn das – bei allen Fehlern, die es immer mal geben wird – das Vorgehen des FC Bayern wäre, würde man nicht seit Jahren da stehen, wo man steht.

      1. Mich musst Du nicht überzeugen. Aber wenn Du Dir die Kommentare der letzten zwei Monate teilweie durchliest … da gibt es schon einige, die das glauben.
        Allerdings, das muss ich gestehen, war ich schon ein klein wenig nervös. Weil, und das musst du zugestehen, es werden auch in großen Unternehmen große Fehler gemacht.

    2. Eine “Schattenliste” ist an sich wirklich eine gute Idee und erklärt das späte Handeln auf dem Transfermarkt zu 100%. Man hatte wohl noch andere Kandidaten auf dem Schirm, die man etwas lieber verpflichtet hätte und versuchte so lange wie möglich, diese Kandidaten zu wirtschaftlich vertretbaren Konditionen zu bekommen. Als sich diese Optionen zerschlugen, wurde mit den Kandidaten von der Schattenliste Nägel mit Köpfen gemacht. So etwas funktioniert sicherlich im Bereich der Ergänzungsspieler ganz gut, denn für die Spieler, die wir jetzt geholt haben, war ein Engagement beim FC Bayern sicherlich die bestmögliche Alternative. Ab einem etwas höheren Niveau wird es natürlich nicht mehr funktionieren, da solche Spieler sicherlich auch woanders Begehrlichkeiten wecken und sie sich deshalb wohl nicht so lange hinhalten lassen. Ich bin mir nicht sicher, aber so wie es bei Werner vorletzte Saison gelaufen ist, könnte ich mir vorstellen, dass er auch auf einer “Schattenliste” stand und durch das zögerliche Verhalten (auch bedingt durch den Sane-Poker und die Aussicht, ihn ablösefrei zu kriegen) das Interesse an einem Wechsel nach München verlor. Gerade für die Spieler auf den Kaderplätzen 15-20 ist diese Vorgehensweise aber sicherlich sinnvoll und wohl auch ein Modell für die Zukunft.

      1. @willythegreat: die Schattenliste ist natürlich nur für »Ergänzungsspieler« ein adäquates Mittel. Bei Spielern, die man unbedingt haben MÖCHTE, muss man ohnehin »all in« gehen, siehe Sané in 2019.

      2. Die “Schattenliste” ist ja quasi einfach nur ein Plan B, wenn es mit den Wunschspielern halt nicht klappt. Das hat ja jeder Amateurverein. Ideales Transfer-Management heisst aber doch: möglichst die besten Spieler – also Plan A.
        Etwas befremdlich finde ich auch, daß es (laut Medien) den Druck bzw. das Vorsprechen des Mannschaftsrats bei Karl-Heinz Rummenigge, Herbert Hainer und Oliver Kahn brauchte, damit man überhaupt noch in die Gänge kam.

      3. @ willythegreat
        +1
        wobei sicherlich div. Faktoren innerhalb der Liste berücksichtigt wurden. (z.B. wenn wir für Spieler X Einnahmen von y Euro generieren, dann
        können wir diesen Spieler aus wirtschaftlicher Sicht verpflichten, wenn nicht, dann eben einen anderen. Bei der Gehaltsstruktur verhält es sich ähnlich. Also im Prinzip nichts anderes wie in der normalen Wirtschaft. Optimistische-realistische-pessimistische Planung.Und das ist
        in der momentanen Situation unabdinglich. Es wurde m.M.n. gut gearbeitet.)

      4. Also ich bin mir auch nicht sicher, ob das Satire oder ernstgemeint ist.
        Da wird einer der profiliertesten Vereine der Welt dafür gefeiert, dass er sich mit ein paar Spielern gleichzeitig beschäftigt.
        Echt jetzt?
        Wir beschäftigen einen ganzen Stab von Leuten, die sich ausschließlich diesem Thema widmen. Ob ich das Thema jetzt Schattenteam, Kadermanagement, oder wie auch immer nenne.
        Wie niedrig will man denn das Stöckchen noch halten, damit man auch ja darüber springen kann? Morgen entdecken wir vielleicht, dass die sogar schon Telefone einsetzen.

      5. @Jo
        +1

      6. Etwas befremdlich finde ich auch, daß es (laut Medien) den Druck bzw. das Vorsprechen des Mannschaftsrats bei Karl-Heinz Rummenigge, Herbert Hainer und Oliver Kahn brauchte, damit man überhaupt noch in die Gänge kam.

        Da ist nichts befremdlich – die “Schattenliste” wurde ja nicht erst auf Druck des Mannschaftsrats gemacht. Die gab es schon vorher und wurde dann bei dem Treffen, das auf Druck/Wunsch des Mannschaftsrates zustande kam, vorgestellt.

      7. Da wird einer der profiliertesten Vereine der Welt dafür gefeiert, dass er sich mit ein paar Spielern gleichzeitig beschäftigt. Echt jetzt?

        Da scheinst Du etwas falsch zu verstehen. Natürlich ist das komplett normal und erforderlich. In den Kommentaren hier wurden aber wochenlang Befürchtungen (teils Unterstellungen) geäußert, dass der Verein kopf- und planlos reagieren würde und das wieder mal ein Beweis für Brazzos Versagen sei. Selbst nachdem die Transfers bekannt waren, wurde noch gemutmaßt es habe sich um Kurzschlussreaktionen gehandelt.

        Es geht also lediglich darum aufzuzeigen, dass unser Management sehr wohl den Job getan hat, den es zu liefern hat.

      8. Das Stöckchen hält die Bildzeitung – und dann wird gesprungen. Immer!
        Und wenn die schreiben, dass Vidal säuft, dann braucht es sogar einen Richter, um das wieder gerade zu rücken.
        Und das ist beim Transfermarkt das Gleiche.
        Beim FCB sind alle zu dumm! Und jeder springt auf den Zug.
        Boah, wir haben eine Schattenliste!
        Und wäre der Mannschaftsrat nicht…., dann hätte man glatt…. – weil ja mit Rummenigge, Kahn und Flick nur Pappnasen sitzen, die nicht gemerkt haben, dass dieser Brazzo wieder alles verschläft.
        Wie war das doch, als Sane eigentlich nicht mehr wechseln wollte und Neuer einen 5-Jahrs-Vertrag geforderthat.

  11. Ja, @jo, wir feiern das. Schau Dir Manchaster United an, die hatten keinen Plan B bezüglich Sancho (beispielsweise). Wir feiern auch, unausgesprochen, quasi als Implikatur, die wirtschaftlich wirklich sinnvollen Transfers.
    Also, wie gesagt, ich bin zufrieden.

  12. Man muss den Verein sicherlich nicht dafür feiern einen Plan A, B, C oder eine Schattenliste für die Kaderplanung zu haben.

    Genau so wenig sollte man dies aber ständig in Frage stellen, wie es hier in den letzten Wochen oder Monaten fast täglich geschehen ist.

    Weil das einfach das selbstverständlichste der Welt ist.

    Und unser Verein wäre nicht da wo er jetzt ist, wenn die Verantwortlichen so blöd wären, wie sie hier oft dargestellt werden.

    Und es brauchte “den Druck bzw. das Vorsprechen des Mannschaftsrats bei Karl-Heinz Rummenigge, Herbert Hainer und Oliver Kahn, damit man überhaupt noch in die Gänge kam.”
    OMG, da springt ja jemand über ein unterirdisch gehaltenes Stöckchen der Bild-Zeitung.

  13. Super Aktion von Kimmich, Ball erobert und präzise Flanke!!!!

  14. Horrorschiri, aber hat immerhin angefangen die Karten gleich zu verteilen.

    Sieht gut aus. Bin wirklich froh, dass die Mannschaft offensichtlich nur eine kurze Verschnaufpause gebraucht hat, um wieder auf Touren zu kommen.

    Jetzt noch das obligatorische Lewy-Tor (hätte er schon haben können, das war doch ein Elfer oder?) und das Ding ist durch. Hauptsache heute mal zu Null.

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. Gleicher Ref wie beim Merseyside-Derby letztes Wochenende…

  15. Toooooooolissssssoooooooooooooo

    In your face bitch :-)

  16. Sauerei von Atletico in den letzten 15 Minuten nochmal anzufangen Fußball zu spielen. Paar unglückliche Szenen für Sarr. Hätte mir einen ruhigeren Einstand gewünscht.

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