Vorschau: Stolperstein SC Freiburg?

Justin Trenner 29.03.2019

Vielleicht war es für Niko Kovač diesmal eine willkommene Pause. Spielvorbereitungen sind während der Länderspiele oft höchst problematisch, doch nach dem Ausscheiden gegen Liverpool bot sie den Spielern einiges an Ablenkung.

Gerade der deutliche 6:0-Sieg über Mainz 05 vor der Länderspielpause war aus psychologischer Sicht nochmal sehr wichtig. Kovač kann sich nun voll auf die zwei verbleibenden Wettbewerbe konzentrieren. Und da beginnt jetzt die heiße Phase.

Die Stolpersteine der Hinrunde haben die Münchner bisher eindrucksvoll aus dem Weg geräumt. Oft sind es aber die Spiele, bei denen alle mit klaren Siegen rechnen, die plötzlich für eine Überraschung sorgen. So ließ Dortmund Punkte in Nürnberg liegen. Die Bayern wiederum spielten schon im Hinspiel nur Unentschieden gegen Freiburg und Fortuna Düsseldorf.

Mehr Warnung geht nicht

Beides individuell klar unterlegene Mannschaften, die jeweils ihr Herz auf dem Rasen der Alianz Arena ließen. Durch Laufstärke, Aggressivität und taktische Disziplin gelang es ihnen, den Bayern das Leben schwer zu machen und gleichzeitig bei Ballgewinnen für Entlastung zu sorgen.

Das sollte Warnung genug für den Rekordmeister sein. Trotz des Laufes, den die Münchner aktuell in der Liga haben, ist es keine Selbstverständlichkeit, solche Spiele zu gewinnen. Freiburg ist gerade im eigenen Stadion ein schwer zu bespielendes Team.

Umso mehr kommt es neben der Einstellung darauf an, den Ball sicher in den eigenen Reihen zu behalten und nichts zu überstürzen. Geduld ist eine Tugend, die vor allem in Freiburg nötig sein könnte.

Der Gegner

Streichs Mannschaft hat es erneut geschafft, sich im Niemandsland der Bundesliga zu positionieren. Angesichts der finanziellen Mittel eine hervorragende Leistung. Zwar hat die Mannschaft immer dann ein paar Probleme, wenn sie selbst dazu gezwungen wird, das Spiel zu machen. Schlussendlich wird das gegen die Bayern aber nicht der Fall sein.

Da kann der SC seine Stärken voll einbringen: kompakt verteidigen, aggressiv und diszipliniert anlaufen, schnell und sicher verschieben sowie in den wenigen Umschaltsituationen eiskalt zuschlagen.

Auch wenn Torjäger Nils Petersen wohl ausfällt, ist das ein Spiel, das wie gemacht für die Freiburger ist. Es ist gut vorstellbar, dass Streich dafür die Fünferkette auspackt. Er weiß um die Schwächen der Bayern, wenn es darum geht, tiefstehende Gegner auszuhebeln, die kompakt und gut organisiert sind.

Der Schlüssel zum Sieg

Für den FCB kommt es also darauf an, Lösungen im Spiel nach vorn zu entwickeln. Es braucht die nötige Tiefe, die James mit seinen Pässen und Müller mit seinen Läufen geben könnten.

Im Prinzip so, wie es schon in den letzten drei Bundesliga-Partien der Fall war. Doch von Freiburg ist tatsächlich mehr Aggressivität zu erwarten.

Es wird also ein echter kleiner Test, der den Bayern viel abverlangen wird. Ein Sieg ist unabdingbar, um weiterhin an der Spitze der Tabelle zu bleiben. Das Duell mit Borussia Dortmund geht jetzt in die heiße Phase und gerade die vermeintlich sicheren Siege sind es, die am Ende zu unangenehmen Stolpersteinen werden können.

Das Thesen-Duell

Die Regeln findet ihr hier. Die Zahl für These 3 wurde diesmal von Justin gewählt.

Justins Tipps

  1. Torschütze: Robert Lewandowski
  2. Freie These: Freiburg trifft.
  3. Über/Unter 3,5: Unter!
  4. Aufstellung: Neuer – Kimmich, Süle, Hummels, Alaba – Thiago, Martínez – Goretzka – Müller, Lewandowski, Gnabry

Fatbardhs Tipps

  1. Torschütze: Serge Gnabry
  2. Freie These: Bayern spielt zu Null.
  3. Über/Unter 3,5: Unter!
  4. Aufstellung: Neuer – Kimmich, Süle, Hummels, Alaba – Thiago, Goretzka – James – Müller, Lewandowski, Gnabry

»Eier, wir brauchen Eier!«

— Oliver Kahn

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  1. “Für den FCB kommt es also darauf an, Lösungen im Spiel nach vorn zu entwickeln.”

    Tja, spielerische Lösungen im Spiel nach vorn findet unser FCB unter Kovac nicht! Genau das wird ihm ja zurecht vorgeworfen, auch von mir! Aber wir brauchen keine spielerischen Lösungen, denn die Masse macht’s!
    Freiburg wird mit Herzblut verteidigen und klug die Räume eng machen. Unsere Jungs werden sich, ähnlich klug, im mittleren Drittel positionieren und auf die Befreiungsschläge und Abpraller warten, auf den 2. Ball gehen – und ihn postwendend wieder zurück in den Freiburger Strafraum befördern. Ein um’s andere mal, ohne das Freiburg wirklich eine Gelegenheit bekommt, sich frei zuspielen, denn bei allem Respekt vor den Breisgauern, diese spielerische Qualität haben sie noch nicht.
    Von unserer Seite wird noch der eine oder andere Steilpass und vereinzelt auch mal eine Kombination entlang der Aussenlinie dazu kommen! Das wird alles andere als schön anzusehen sein und ganz sicher kein Offensivspektakel, aber es wird effektiv sein.
    Denn auch wenn sich unsere Offensive immer wieder festrennen wird, irgendwann rutscht ein Ball mal durch, und dieser eine Ball wird dann verwertet werden können. Gehen wir in Führung, ist der Drops gelutscht, die Zeiten, in der unsere Hintermannschaft plötzlich kollektiv verdächtig nahe ans Kreisklassenniveau abzurutschen drohte, wenn der Gegner aufmüpfig wurde, sind glücklicher Weise vorbei. Was nicht bedeutet, dass ein Standard oder ein Freiburger Konter nicht doch zu einem Gegentor führen könnte, aber wir lassen uns eben nicht mehr aus der Ruhe bringen und legen noch ein zweites Tor nach.
    Sollte allerdings Freiburg genau jene Wellenbrecher-Mentalität aufbringen können, die es braucht, um diesen unermüdlichen Angriffsversuchen unserer Jungs eine genauso unermüdliche Arbeit gegen den Ball in einer vielbeinigen Abwehrformation entgegen zu setzen, dann wird es nicht nur zäh, dann könnte doch eben jener Punktverlust passieren, der am Ende die Meisterschaft kosten könnte. Da Kovac im Moment aber auch das nötige Glück hat, sehe ich der Partie recht gelassen entgegen.

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. So kann man das sehen.
      Wird James spielen oder laeuft Javi auf?
      Wird entscheidend fuer unsere Durchschlagskraft sein.

  2. Bayern, Dortmund, Leipzig sind die einzigen Mannschaften, die weniger Heimspiele verloren hat als Freiburg. Die Freiburger haben es geschafft, nur ganze drei Spiele zuhause zu verlieren.
    Man sollte also nicht glauben, dass das ein Selbstläufer wird. Auch Mannschaften wie Leipzig, Hertha, Wolfsburg, Mönchengladbach, Bremen haben diese Erfahrung schon machen müssen und dort Punkte gelassen.

  3. Mein Wunsch wäre im Mittelfeld Martinez, weil er die defensive Komponente mehr stärkt.
    Auf den Flügeln Gnabry und Müller, James hinter Lewandowsky.

  4. Könnte mir vorstellen, dass James geschont wird. Er hatte die längste Reise und kam als letztes zurück zur Mannschaft. Rechne in dem Fall mit Ribery auf links (sofern fit) und Müller in der Mitte. Wobei ich grundsätzlich natürlich für James in der Mitte bin.

    1. So kannst du die Meisterschaft nicht gewinnen. Und zu Recht!

  5. Das Spiel war ne Frechheit.

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. Und das nicht das erste Mal in dieser Saison!

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