3:0! Bayern holt Tabellenführung gegen Belgrad

Justin Trenner 18.09.2019

Niko Kovač verzichtete auf eine ganz große Rotation, änderte aber doch einige Dinge im Vergleich zum Topspiel in Leipzig am Wochenende.  

Falls Ihr es verpasst habt:

Statt Serge Gnabry lief Ivan Perišić auf, Corentin Tolisso rückte neben Thiago auf die Sechs und statt Thomas Müller stand Philippe Coutinho auf der Zehn. Kimmich begann dementsprechend auf der Rechtsverteidiger-Position und Pavard startete statt Boateng neben Süle in der Innenverteidigung. Die Gäste aus Belgrad starteten wie erwartet in einer 4-2-3-1-Grundformation mit Marko Marin als Dreh- und Angelpunkt auf der Zehn. 

Das Spiel begann genauso, wie ein Spiel zwischen klarem Außenseiter und Favoriten eben meistens beginnt: Die Bayern mit viel Ballbesitz, Belgrad darum bemüht, sich tief und kompakt aufzustellen. Dementsprechend sah der Start in die Partie aus Sicht der Münchner auch souverän aus. Lange Zeit fehlte es dem Spiel aber an Tiefe und so blieb der viele Ballbesitz zunächst ohne Ertrag.

In den ersten 20 Minuten hatten die Bayern sieben Abschlüsse, Sechs davon gänzlich ungefährlich, der andere ein Kopfball von Perišić, der letztendlich auch maximal als Halbchance zu werten war. Just als die Bayern dann aber durch einige gute Angriffe ins Spiel zu kommen schienen, kam aber auch die beste Phase der Gäste. Zwischen der 25. und der 30. Minute entstand so eine wilde Phase mit einigen unnötigen Ballverlusten der Münchner und ein paar ordentlichen Kontersituationen durch Belgrad.

In der 34. Minute kam dann aber die Erlösung: Nachdem Manuel Neuer mit viel Risiko einen Angriff des Gegners stoppte und so einen Konter einleitete, setzte sich Perišić am Flügel durch und bediente Coman mit einer gefühlvollen Flanke. Der Franzose köpfte zur Führung. Anschließend hatte die Mannschaft von Niko Kovač die beste Phase. Gerade über Coutinho, der bereits vorher als Zentrum vieler Kombinationen glänzen konnte, liefen jetzt einige sehenswerte Kombinationen. Zu einer höheren Führung reichte es aber nicht mehr und so ging es mit einem 1:0 in die Pause.

Der zweite Durchgang verlief ähnlich wie der erste. Bayern hatte weiterhin hauptsächlich den Ball und Belgrad wartete auf Einladungen der Münchner. Gerade in der Anfangsphase der zweiten Halbzeit verpasste die Mannschaft von Niko Kovač es, mit dem zweiten Tor für klare Verhältnisse zu sorgen. Und so bekamen die Gäste immer wieder ihre Chancen. Die größte davon hatte Marko Marin in der 78. Minute. Auch Martínez und Gnabry, die in der 65. Minute für Tolisso und Perišić kamen, brachten nicht die nötige Schärfe ins Spiel ihrer Mannschaft.

Obwohl klar überlegen, blieb immer das Gefühl, dass Belgrad mit nur einer konsequenter zu Ende gespielten Situation ausgleichen könnte. Lewandowski beendete die Hoffnung der Serben dann aber in der 80. Minute. Ein gescheiterter Doppelpass mit Gnabry landete wieder bei ihm und er drückte den Ball über die Linie. Die Vorentscheidung. 

Hätte Marcel Reif dieses Spiel kommentiert, hätte er wohl nicht seine beliebte Phrase aus der Kiste geholt, dass der Zirkus in der Stadt gewesen sei. Zu unspektakulär und glanzlos war der Auftritt der Bayern. Doch einen Höhepunkt hatte das Spiel am Ende noch zu bieten. Der mittlerweile eingewechselte Thomas Müller erzielte ein Tor, das so vermutlich nur er erzielen kann. Gefühlt hatte er es seit der WM 2014 immer wieder bei Freistößen probiert, doch gegen Belgrad gelang es endlich: Thiago, der direkt am Ball stand, lupfte ihn über die Mauer, wo Müller in den freien Raum startete und per Direktabnahme einnetzte. Ein schönes Tor.

Unter dem Strich bleibt ein Pflichtsieg, der einige positive Eindrücke aus dem Leipzig-Spiel bestätigte, gleichzeitig aber auch einige Schwächen offenbarte. Mit dem 3:0 stehen die Bayern nun an der Tabellenspitze ihrer Gruppe. 

Dinge, die auffielen:

1. Zu wenig Mut zur Geduld?

Es war deutlich zu erkennen, dass die Bayern auch gegen Belgrad darum bemüht waren, mehr zu kombinieren und die Lücken beim Gegner durch Läufe und Pässe in die Tiefe statt durch Flanken aufzureißen. Letztendlich fehlte ihnen dafür aber die Geduld. Gerade vor dem Führungstreffer gab es etliche Szenen, in denen zu schnell eine Abschlusssituation gesucht wurde, statt den Gegner zu bewegen und geduldig auf die Lücke zu warten. Flanke um Flanke segelte in den Strafraum, doch wirklich gefährlich wurde es selten. Aus den insgesamt 18 Abschlüssen erspielten sich die Münchner im ersten Durchgang nur 1,35 Expected Goals, wovon der Großteil durch das Tor von Kingsley Coman abgedeckt wurde.

Auch in der zweiten Halbzeit blieb es dabei, dass die Bayern zu überhastet agierten. Am Ende der Partie waren es 33 Abschlüsse, wovon 16 von außerhalb des Strafraums kamen. Die Expected-Goal-Metrik von “infogol” zählte nur vier Abschlüsse mit einer Torwahrscheinlichkeit von 25%, darunter die drei Tore. Es bleibt das Gefühl, dass die Bayern noch mehr Druck auf ihren Gegner hätten ausüben können, hätten sie ihre Angriffe geduldiger ausgespielt.

Dabei waren die Ansätze mal wieder gar nicht so schlecht. Über den sehr umtriebigen Coutinho gelang es den Bayern oft genug, zwischen die Linien zu gelangen und über sehenswerte Kombinationen Räume zu kreieren. Letztendlich kam in den letzten Zügen dieser Angriffe aber doch ein Gefühl von Nervosität auf, das größere Chancen verhinderte. An dieser Ungenauigkeit müssen die Münchner einerseits arbeiten. Andererseits wird es eine Aufgabe des Trainerteams sein, nicht jede Situation für einen Pass in die Tiefe oder eine Flanke zu nutzen. Mehr Ruhe, weniger Abschlüsse und dafür mehr Qualität sowie eine höhere Wahrscheinlichkeit auf Tore täten den Bayern gut. Nichtsdestotrotz sind 3,65 Expected Goals ein guter Wert gegen eine Mannschaft, die den eigenen Strafraum zumauern wollte. 

2. Steil-Klatschtinho

Coutinho war einer der Spieler, denen man den Vorwurf der Ungeduld nur selten machen konnte. Etwas weniger Fernschüsse und dafür noch mehr seiner herausragenden Pässe in die Tiefe wären zwar wünschenswert, doch das ist eben sein Spiel. Und ehrlicherweise war auch fast jeder dieser Abschlüsse gefährlich. Besonders stark war aber sein Kombinationsspiel. Coutinho war viel unterwegs, suchte immer Dreiecke und Rauten und tat so dem Positionsspiel seiner Mannschaft extrem gut.

Dabei beschränkte der Brasilianer nicht nur auf den Zehnerraum. Er kippte immer mal wieder tief ab und unterstützte Thiago somit im Spielaufbau. Außerdem achtete er beinahe penibel darauf, dass die Abstände zu den anderen beiden Mittelfeldspielern im Zentrum nicht zu groß werden. Coutinho glänzte mit Spielwitz und Laufbereitschaft. Links überlud er mit seinen Mitspielern den Halbraum, löste enge Situationen auf und entschärfte damit ein ums andere Mal die tickende Flankenbombe auf der Außenbahn. Sehenswert war vor allem sein Kombinationsspiel mit Lewandowski.

Immer wieder bediente er den Polen mit Steilpässen zwischen die Linien und rückte so schnell nach, dass er den Ball direkt zurück bekam. “Steil und Klatsch” war schon in Leipzig ein beliebtes taktisches Mittel der Münchner. Doch mit Coutinho bekam das gleich nochmal eine andere Qualität. Wenn man überhaupt ein Haar in der Suppe finden möchte, dann war es die manchmal zu tiefe Positionierung des Brasilianers. In einigen Situationen stand er Thiago und Tolisso zu sehr auf den Füßen. Je länger das Spiel aber dauerte, umso besser verstand er es, seine Rolle im System sehr gut auszuführen.

3. FC Baviére mit Licht und Schatten

Die französische Abteilung des FC Bayern wurde in diesem Sommer um einige Gesichter ergänzt. Bis auf Mickaël Cuisance standen sie alle in der Startelf: Pavard, Tolisso, Coman und Hernández. Sie alle können dabei auf unterschiedliche Leistungen zurückblicken.

Coman und Pavard bestätigten dabei ihren Formtrend und wussten auch gegen Belgrad zu überzeugen. Während Pavard hinten für Sicherheit sorgte und im Aufbauspiel den einen oder anderen Akzent setzen konnte, war Coman vorne an vielen Angriffen beteiligt. Der Flügelstürmer ist als Kombinationsspieler ebenso stark wie im Eins-gegen-eins und trifft derzeit viele kluge Entscheidungen auf dem Platz. Gerade die weiter oben kritisierte Ungeduld konnte man ihm nicht zum Vorwurf machen. Coman bricht ab, wenn es richtig ist und geht ins Risiko, wenn es sich lohnt. Im Moment ist sein Spiel sehr reif und auch torgefährlich. In den letzten 15 Pflichtspielen für den FC Bayern war er an 15 Treffern direkt beteiligt.

Bei Hernández merkte man zuletzt in Leipzig aber auch gegen Belgrad, dass er als Linksverteidiger kein 1:1-Ersatz für David Alaba ist. Aber er löst seine Aufgabe defensiv solide und beteiligt sich offensiv an einigen Kombinationen. Er ist eben einen Innenverteidiger mit der Möglichkeit, einen sehr ordentlichen Linksverteidiger zu geben, wenn er dort gebraucht wird. Mit dieser Qualität ist er schon ein Gewinn für diese Position.

Eher weniger gewinnbringend ist aktuell Tolisso. Der Mittelfeldspieler scheint nach seiner Verletzung große Probleme zu haben, zu seinem Spiel zurückzufinden. Gerade neben Coutinho und Thiago fiel seine schlechte Entscheidungsfindung einmal mehr deutlich auf. Seitenverlagerungen, die Perišić regelmäßig unter Druck setzten, einfache Ballverluste und insgesamt wenig Einfluss auf das Kombinationsspiel kennzeichneten seine blasse Leistung. Tolisso wird sich in den kommenden Monaten sehr strecken müssen, will er regelmäßig von Anfang an spielen.

4. Mental nicht ganz auf der Höhe

Die Kritik an der taktischen (zu schnelle Abschlüsse; siehe Punkt 1) und an der individuellen Leistung (siehe Punkte 2-3) ist die eine Sache. Die andere ist, dass die Bayern zu viele Konzentrationsschwächen offenbarten. Mental waren sie nicht auf dem selben Level wie am Wochenende. Belgrad hatte gerade im zweiten Druchgang mehrfach Konterszenen, in denen die Münchner eher wie Begleitschutz wirkten. Weil die Gäste qualitativ aber nicht in der Lage waren, diese Situationen zu nutzen, blieb die Bestrafung aus. Dennoch sollte es intern nicht auf die leichte Schulter genommen werden, dass die Bayern dieses Spiel nicht mit der richtigen Einstellung über die Ziellinie brachten.



»Eier, wir brauchen Eier!«

— Oliver Kahn

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  1. Unnötige Schludrigkeiten und teilweise Belgrad zu viel machen lassen. Gerade so um die 60-70 Minute rum, hat es nicht gewirkt, als würde man zu Hause spielen.

    Coutinho hat mir gut gefallen, man merkt, dass er will. Schade, dass er im Abseits stand.

  2. Es gibt im SI Footballmanager (etwas versteckt) eine Möglichkeit, sich die Spiele nicht anzugucken, sondern mit einer voreingestellten Strategie/Matchplan zu spielen. Zunehmend habe ich das Gefühl, dass Kovac etwas ähnliches macht, inklusive schon vor Spielbeginn feststehender Wechsel (2 mal um die 65., 1 mal um die 85.). Es muss schon sehr, sehr viel passieren, dass er dann davon abweicht. Unter der Prämisse verstehe ich die Ingameentscheidungen, während sie in den eigentlichen Spielen mir oft völlig unmotiviert erscheinen.

    Antwortsymbol2 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Im SI Football Manager 2011 habe ich mit dem SV Sandhausen übrigens fünf mal in Folge die Champions League gewonnen, womit ich meine desaströse Performance im hiesigen Tippspiel relativieren möchte. Karrierehighlight war übrigens ein 4:0 Sieg in der Allianz Arena gegen den bis dato ungeschlagenen Tabellenführer…

      1. Dann gibt es ja noch Hoffnung für Kovac.

  3. Danke für den schnellen Spilebericht. – Für mich war das ein Auftritt, bei dem zwar nicht alles geklappt und manches gehakt hat, auf den man aber aufbauen kann. Die Mannschaft ist im Augenblick eher noch ein Versprechen, aber eines mit Substanz. Coutinho bringt viel spielerische Qualität, und wenn die Abstimmung sich noch verbessert, dann kann das sehr gut werden. Auch Hernandez und Pavard zeigen, dass sie das Team verstärken.
    Die Chancenverwertung ist aber nicht erst seit diesem Spiel ein Thema. Als das zweite Tor zunächst einfach nicht fallen wollte, und Marin dann in der 78. Minute knapp verzog, da schwante mir, es könnte einer dieser Abende werden, wo sich der ganze Aufwand nicht lohnt. Kam zum Glück anders. Vorne ist mir in manchen Situationen einfach zu wenig Bewegung, oftmals nur durch den Ballführenden, und dann fehlen die Anspieloptionen, oder das Spiel wird einfach zu statisch und langsam, wodurch die gegnerische Abwehr sich immer neu ordnen kann. Aber wie gesagt, geben wir dem Team Zeit und lassen wir die Dinge sich Schritt für Schritt entwickeln. Frage: Wäre es eigentlich auch denkbar, Coutinho und Müller gleichzeitig auf dem Platz zu haben bzw. in welcher Form wäre das am günstigsten, falls überhaupt?

  4. Kein Wort zu Kimmich? Für mich war das heute auf Lahm- Niveau: der spielmachende Rechtsverteidiger. Sehr stark.

  5. Volle Zustimmung zum Artikel. Zwei Anmerkungen von mir:
    1. als Kimmich kurz vor der verletzungsbedingten Auswechslung stand, kam mir wieder der knapp bemessene Kader in den Sinn. Viel passieren darf da nicht.
    2. Ich will Coutinho (was hat der für ein feines Füßchen) UND Müller gemeinsam auf dem Platz sehen!

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    1. Volle Zustimmung!
      Ich sehe hier auch kein “entweder oder”.
      Die gemeinsamen Spiele von James und Müller waren auch stark.

  6. Deine Zusammenfassung finde ich optimal. So kurz nach dem Spiel…das würde mir aufgrund meiner Leidenschaft nicht klappen.
    ABER, es war ein Spiel zum Einschlafen. Wenig Tempo. Der einzige, der ein Tor erzielen wollte war Robert. Und ich freute mich für ihn. Du schreibst, dass Kovac die große Rotation ausgelassen hat. Das sehe ich anders. Es sind zwar nur drei Spieler neu in der Mannschaft, aber noch zwei in einer anderen Funktion auf dem Platz. Fußball ist ein Mannschaftssport und dabei ist eine Einspielung sehr wichtig. Sonst bleibt nur “individuelle Klasse” übrig. Und das zog sich durchs gesamte Spiel.
    Wer mir außer Coutinho gefallen hat, war Pavard. Er hat nicht nur sämtliche Kopfballduelle gegen Pavkov gewonnen, sondern auch sehr besonnen verteidigt und nach vor ein kluges Aufbauspiel gemacht.
    Ach ja und Kimmich…was waren das für Böcke, die ihm nach hinten unterlaufen sind? Und klar als Müllerfan, viel zu spät kam die Einwechslung. Coutinho war nach 70′ am Ende seiner Kräfte. Ich bleibe dabei, Kovac und Müller, das geht nicht…

  7. Off Topic:
    Die jüngsten Aussagen unserer Führung, insbesondere des Herrn Hoeneß, ist absolut unangebracht und diskreditieren Ter Stegen. Es wäre auch seltsam gewesen, wenn sich die Verantwortlichen FÜR Ter Stegen ausgesprochen hätten. Dass Kovac ins selbe Horn blässt, obwohl er sich zuvor etwas diplomatischer ausgedrückt hat, ist mir ein Rätsel. Bin sowas von froh, wenn Hoeneß den FC Bayern verlässt. Seit seinem Gefängnisaufenthalt ist für mich nur noch untragbar. Ihm fehlt die Weitsicht, dass er mit solchen Aussagen Ter Stegen’s Standing in Deutschland beschädigt. Es ist nicht das erste Mal. Kurz davor war es Juan Bernat, dann Mesut Özil. Das ist respektlos.

    Mal eine Frage, fand Hoeneß es auch gerecht als Neuer ein Jahr nicht spielte, dass er trotzdem für die Nationalmannschaft nominiert wurde – als Nummer eins?!! Als das Leistungsprinzip ausgehebelt wurde?!!

    Ich bin Bayern Fan aber fairerweise muss ich gestehen, dass ich Ter Stegen ein Stück weit vorne sehe. Und somit als klare Nr.1.

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    1. Ich verstehe deine Aufregung nicht. Schau dir doch die komplette Aussage vom Hoeness an, da gibt’s nichts, was als unangemessen zu kritisieren ist.

      1. “…denn er [Ter Stegen] hat überhaupt keinen Anspruch dort zu spielen (Torwartposition)…” – wenn das nicht respektlos gegenüber Ter Stegen ist, dann weiß nicht mehr weiter, Sorry.

        “…wenn er [Neuer] wieder alte Form hat, gibt es keine Diskussion, dass nur er [Neuer] die Nummer 1 sein kann…”- wie realitätsfern ist sowas denn? Es gibt andere Keeper, die sich weiter entwickelt haben in dieser Zeit.

        Ich zweifel Neuer’s Qualitäten nicht an, doch man muss ehrlich zugeben, die Gründe weshalb Neuer im Tor steht sind kurios. Vor allem warum er zur WM fahren dürfte – ohne wirklich sein Können beständig unter Beweis zu stellen. Nur weil er Kapitän und Erfahrung hat, ist mir zu wenig. Ter Stegen bringt auch internationale Erfahrungen mit. Das Standing kann er sich erarbeiten – wie Neuer einst auch.

        Hoeneß misst mit zweierlei Maß. Damals als der Konflikt zwischen Ballack und Lahm toppte, schwieg er. Wir können ruhig ehrlich sein, dass Bayern Spieler häufig privilegierter sind. So wurde auch ein Sven Ullreich für die DFB Auswahl nominiert – ohne vorzeigbare Leistungen – als Ersatzkeeper. Zu dem hat sich Hoeneß auch nicht geäußert. Dass der DFB Kader überwiegend aus Bayern Spieler besteht, darüber regt er sich nicht auf. Und die Medien sind nicht dazu da, um seine [Hoeneß] Meinung in die Öffentlichkeit zu verbreiten. Der Mann lebt völlig in einer anderen Welt.

        Seid mir nicht böse aber den Typ kann ich nicht mehr ernst nehmen. Seine Aussagen sind fast nur noch polemisch, populistisch, herablassend und nicht mehr zeitgemäß. Er soll einfach keine Interviews geben. Er bezieht eine positive Stellungnahme zu Gunsten seiner Spieler und kann daher nicht unbefangen sein.

        Ter Stegen ist für mich die klare Nummer eins – unabhängig vom Elfmeter. Er hat es mit herausragenden Leistungen unter Beweis gestellt. Im Tor gibt es keine Typ Frage. Der Keeper ist die einzige Figur, die den Ball in die Hand nehmen darf – ENDE.

    2. 1. ter Stegen ist fußballerisch nochmal besser als Neuer. Diese Fähigkeiten suchte Barcelona. Aber die N11 in ihrer momentanen Form braucht das nicht so sehr.
      2. Von einem gehaltenen Reus-Elfer darf man sich nicht täuschen lassen. Ich denke, dass Neuer im Gesamtpaket, incl. seinem überragenden Herauslaufen (das jetzt wieder da ist), immer noch besser ist.
      3. Wie würdest Du als Angestellter eines Vereins reagieren, wenn, nachdem die “mainstream-Öffentlichkeit” mal wieder schnell pro ter Stegen entschieden hat, sich noch nicht mal der eigene Verein hinter dich stellt?
      4. Es ist für den FC Bayern auch eine Renomme- und Marketingfrage, ob man den aktuellen Nationaltorhüter stellt, oder ob der grad mal wieder, wie seinerzeit Kahn, abgesägt wird.
      5. Die Oberwurst ist doch mal wieder der – in den Mainstreammedien sakrosankte – Bundestrainer. Erst scheint er ter Stegen einen Einsatz gegen Nordirland versprochen zu haben. Dann spielt doch Manuel – der ja auch Kapitän ist und den man stärken muss. Und dann “orchestriert” er das (vielleicht sogar berechtigte) ter Stegen Gemotze mit Worthülsen (“wir wollen diesen Konkurrenzkampf” ..)

      1. Volle Zustimmung wipf1953! Nur ob Ter Stegen fußballerisch besser ist weiß ich nicht. Eventuell ist er auf der Linie etwas stärker, aber sehe da kaum Unterschied.

    3. Seh ich total anders. Ich finde es sehr gut, dass sich die Bayern Bosse so klar hinter Neuer stellen. Vor allem Rummenigge hat das in seinem Interview sehr sachlich, aber trotzdem klar ausgedrückt. Hoeneß lag vielleicht von der Wortwahl her etwas daneben und war zu heftig. Trotzdem fand ich die beiden Statements im Prinzip richtig, da Neuer mal den Rücken gestärkt bekommen musste. Die öffentliche Meinung ist klar gegen ihn, wie man z.B. an dir sieht. Alle wollen sehen wie der junge, aufstrebende Neue den eingesessenen Alten stürzt, das liegt in der Natur des Menschen. Kovac und Müller haben sich hingegen sehr diplomatisch ausgedrückt, also keine Ahnung was du da bei Kovac gehört haben willst.
      Es gab einen Moment, wo ich verstanden hätte, wenn Löw Ter Stegen zur Nummer 1 gemacht hätte und zwar vor der WM 2018, eben wegen Neuers langer Verletzung. Danach gab und gibt es aber überhaupt keinen Grund mehr seinen Status als Nummer 1 in Frage zu stellen. Er hält auf Weltklasse Niveau und hat dazu noch die ganzen Erfolge, Verdienste und das Amt des Kapitäns. Er ist zu Recht die Nummer 1. Das bedeutet natürlich nicht, dass Ter Stegen nicht auch mal spielen soll, aber das ist ein Problem mit Löw und nicht mit Neuer, dass Ter Stegen da hat. Deshalb sehe ich genauso wie Rummenigge den DFB hier in der Pflicht das klarer zu moderieren.
      Zu guter Letzt will ich nochmal sagen, dass ich finde, dass Neuer echt in einer unfairen Situation ist. Jede gute Leistung von Ter Stegen wird tagelang thematisiert, während man es bei Neuer kaum beachtet. Genau das Gegenteil passiert, wenn Neuer mal einen kleinen Fehler macht. Dann wird er direkt in Frage gestellt. Bei Ter Stegen hingegen beachtet das dann kaum jemand. Keine leichte Situation für Neuer. Aber er hat ja schon oft gezeigt, dass er mit Druck umgehen kann.

      1. Es geht um die Wortwahl von Uli und da darf er sich gerne weniger Arrogant äußern.

      2. Letztendlich hat dein Satz Gültigkeit, sobald er zu reden anfängt :-(

      3. Super Kommentar, 100 % Zustimmung!

        “Alle wollen sehen wie der junge, aufstrebende Neue den eingesessenen Alten stürzt, das liegt in der Natur des Menschen.” Damit triffst du den Nagel auf den Kopf, was die öffentliche Meinung bei dieser Thematik angeht.

        Bin zwar eigentlich von diesem Thema eher genervt, aber der Kommentar war wirklich lesenswert.

    4. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Höchstens, dass es sehr überraschend ist wieviele hier das anders sehen und jeden Ausfall von Hoeneß auch noch verteidigen.

  8. Bei aller Euphorie sollte man nicht vergessen welche Auswärtsbilanz Roter Stern Belgrad in der CL hat, nämlich eine katastrophale. Darum sollte der Sieg auch richtig eingeordnet werden.

  9. […] 3:0! Bayern holt Tabellenführung gegen Belgrad | Justin […]

  10. Schöner präziser Artikel. Mit den Konzentrationsschwächen bin ich nicht ganz so kritisch. Man hat sich auf die Transferstrategie geeinigt, auch kurz vor Schließen des Transfersfensters noch zuzugreifen. Das kann schöne Abschlüsse bescheren, ist aber natürlich für die Vorbereitung suboptimal. Wenn die Abläufe mit v.a. Coutinho noch eingespielter werden, kann noch viel Schönes kommen. Für diese Phase bin ich recht zufrieden, weil ich noch viel Potential sehe. Das wird. Ganz bestimmt. Trotz des Trainers.

  11. Schöne Zusammenfassung. Kaum spielt Kimmich als RV, klappt’s auch wieder mit Thiago.

    Etwas ernsthafter: Interessant finde ich die Achse Martinez-Thiago-Coutinho. Auf dem Papier das Beste aus 3 Welten. Und sah in der Endphase gar nicht so schlecht nicht aus. Martinez könnte die Betonwand für die Achillesferse Konter sein. Thiago und Coutinho haben maximalen Gestaltungsspielraum nach vorne-hinten bzw. nach vorne.

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    1. Ich finde Coutinho zusammen mit Thiago überragend, frage mich aber auch, was die beste Ergänzung zu den beiden wäre. Tolisso hat das gar nicht schlecht gemacht gestern. Eher die soliden Pässe gespielt, nach hinten absichernd, aber nach vorne situativ unterstützend – weil Thiago und Coutinho das für ihr Kombinationsspiel, die Steckpässe und das Überladen eben auch brauchen. In der Hinsicht kommt mir von Martinez leider ein bisschen zu wenig, auch wenn er sicher den stärkeren absicherenden Part gibt. Bin gespannt, wie Goretzka das löst, wenn er mal in der Konstellation getestet wird.

    2. Das fand ich nicht: Martinez hat sich zu weit nach hinten fallen lassen, stand zwischen den IVs. Darauf hat sich Thiago dann in den Sechserraum bewegt und dann hatten wir nur noch einen Achter. Der Reporter bei Sky war davon so verwirrt, dass er zwischenzeitlich überlegt hat, ob das eine taktische Anpassung auf eine Doppelsechs sein soll, aber Thiago hat da einfach den Raum gefüllt, den Martinez offen ließ.

    3. Ich finde das schon sehr ernsthaft: Es ist sehr auffällig, dass Thiago besser spielt, wenn Kommich nicht im Mittelfeld spielt. Wobei ich mir wirklich nicht erklären kann, woran das liegen soll.

  12. Worauf ich mich aktuell konzentriere ist die Defensive. In der ersten HZ wurde teilweise noch den Belgrader Kontern hinterhergelaufen. Es ist richtig – nach ca. 30 Minuten hatte Bayern diverse “schlechte” Torchancen und Belgrad eine, die besser war. In HZ zwei hatte man Belgrad dann unter Kontrolle.

    Für ein CL-ko-Spiel gegen ein besseres Team hätte die Defensive nicht gereicht. Da hätte es irgendwann ein, vielleicht sogar zwei schnelle Gegentore gegeben. Zu Hause.

    Lewandowski hat mich gestern genervt. Das war an der Grenze zum “Ego-Shooter”.

  13. Auch auf die Gefahr, mich zu wiederholen… Ich denke, Kovac stellt die Mannschaft gut ein. Auch hat er sicher ein taktisches Konzept (Plan A). Aber irgendwie läuft mir das Spiel ab Beginn in Tempo und Variabilität monoton daher. Hab den Eindruck, dass wir taktisch viel zu viel vom Gegner abhängig sind.
    Gestern gewinnst du irgendwie immer. Aber wenn der Gegner in der Lage ist zu reagieren oder umzustellen… Ja, was dann?
    Darauf gabs gestern wieder mal keine Antwort. Die 2. HZ war eher semi (Wenn der Gegner z.B. eben nicht kann…)

  14. Offensiv und ballbesitztechnisch ging gestern bei Belgrad natürlich nicht wahnsinnig viel, aber wenn, dann hat mir Marin wirklich gut gefallen. Sehr ballsicher, kluge Bewegungen und kluge Pässe. Schade, dass er so aus dem Blickfeld ist – wäre für die meisten Bundesligisten eine absolute Bereicherung. Aber scheint ja auch sehr glücklich in Belgrad zu sein.

    Wer mir bei Roter Stern auch aufgefallen ist: Jander. Ein paar mal sehr stark und bissig in der Defensive, zum Beispiel gegen Coman, dem er in Sachen Dynamik und Schnelligkeit in nicht so wahnsinnig viel nachstand. Und offensiv hat Jander zwei, drei Mal Kimmich gar nicht gut aussehen lassen.

  15. Wie schlecht ist eigentlich Tolisso gerade? Mir fällt gerade gar nicht ein wie er dem Spiel helfen könnte.
    Was waren das für sinnlose Ecken? 15 oder so, alle hoch an den 5er geholzt, jeder gefangen oder weggeköpft. Hier gab es doch eigentlich unter NK viel bessere Phasen/ Varianten. Und wenn es erkennbar nicht klappt muss ich die dann vllt auch mal Pep-mäßig ausspielen.
    Kimmich wieder defensiv unsicher in einigen Situationen, offensiv bemüht, der Chip auf perisic weltklasse.
    Ansonsten: wirklich mehr Geduld und die noch mehr bespielen und Lücken reißen, dass die letzten Bälle dann mal durchkommen.
    3:0 und 3 Punkte, langweiliges Spiel, ok.

  16. Letztendlich souveräner Sieg, obwohl ich Mitte der zweiten HZ dachte: wenn sich das mal nicht rächt. Zu viele “unforced errors”, mit denen man leichtfertig Chancen verdaddelt hat. Aber im ersten Gruppenspiel gewinnt man die CL noch nicht, da zählen eben nur die 3 Punkte.
    Positiv aufgefallen ist mir Parvard. An dem werden wir noch viel Freude haben. Ebenso Hernandez, obwohl er den LV natürlich defensiver spielt als Alaba. Aber kam eine Angriff über seine Seite? Steht wie eine Eins.
    Perisic mit toller Flanke, aber ansonsten hapert es noch mit der Abstimmung. Coutinho ein echter Gewinn. Wenn der richtig eingespielt ist, dann ist der Zirkus wieder da in der Stadt.

    Zur TW-Debatte: ich finde es ja gut, wenn sich der Verein hinter Neuer stellt. Aber manchmal denke ich mir, es gibt Interviews, da wäre es ganz gut, wenn die abgebrochen würden…

  17. Allemal besser als B04, passt. ;-)

    Rudis Buben haben gestern ja wieder einmal gezeigt, dass sie in entscheidenden Spielen zuverlässig und konstant aussetzen. Hoffentlich gewöhnt Havertz sich das nicht an.

  18. Schon erstaunlich wie verschieden die Wahrnehmungen sind. Konnte das Spiel leider nicht sehr sondern lediglich bei Amazon Music hören. Dort fand der Kommentator weitaus lobendere Worte für das Spiel der Bayern. Starke Defensivarbeit, extrem starkes Gegenpressing mit vielen Balleroberungen schon in des Gegners Hälfte, die zahlreichen Torchancen und insbesondere die extreme Flexibilität und Kreativität im Angriff wurden hervorgehoben. Ein abräumender Thiago, Kimmich der einrückt, Wechsel der Flügelspieler, sogar mal Lewandowski auf rechts und natürlich ein zaubernder Coutinho wurden da in Superlativen beschrieben. Ich war ziemlich euphorisch über die dort beschriebene Leistung. Lese nach dem Spiel in diesem Blog und werd wieder ganz schön runter gezogen.

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    1. Es war jetzt auch bei allem Respekt nur Roter Stern und nicht City oder Juve, sonst wären hier auch alle euphorisch….

      1. Das hier alle euphorisch sind, wirst du nicht erleben.
        Selbst so ein Sieg gegen Juve oder City und du würdest hier nur lesen ” Glück / Gegner einen schlechten Tag / Sieg trotz Kovač / Gegen XY wird so eine Leistung nicht reichen”.
        Gerade den letzten Satz find ich immer hochgradig amüsant.
        Man muss ihn nur vor jedem Spiel wiederholen und wenn dann kein CL-Sieg dabei rauskommt, kann man sich genüsslich zurücklehnen und sagen “Ich hab es doch prophezeit”.

      2. Ja, das Forum ist doof!

        @Andreas
        Du hast recht mit den Wahrnehmungen, du müsstest das gar nicht so ironisch schreiben. Es gibt eine tausende Jahre alte Tradition, darüber zu philosophieren, warum das so ist, warum Menschen Dinge anders wahrnehmen. Um auf deinen Beitrag einzugehen habe ich zum Beispiel den Blogbeitrag komplett anders wahrgenommen. Ich finde den Tenor hier sehr positiv. Sowohl die Analyse als auch die meisten Beiträge. Mir macht das Leipzig spielt sowie das gestern Hoffnung, ich habe das Gefühl es entsteht was :-)
        Und lass dich nicht von Tobi runterziehen, der will sich nur streiten.

    2. @Tobi13
      Wenn ich mir nahezu nach jedem siegreichen Spiel die Kommentare durchlese, haben weit mehr als die Hälfte einen euphorischen Inhalt. Hier wird das 3:0 auch bejubelt und das Spiel nicht als das bewertet, was es gewesen ist, nämlich ein Sieg gegen die seit Jahren besonders auswärtsschwache und harmlose Mannschaft von Roter Stern. Ähnlich schaut es doch wieder beim unpassenden Rundumschlag von Uli aus. Darüber lese ich auch wenig kritische Stimmen.

      1. @Klaus Koch:
        Gut das du mich erinnerst.
        “Schwacher Gegner” hatte ich in meiner Aufzählung doch glatt vergessen.
        Danke.

      2. @Tobi13
        Auch deine Ironie ändert nichts an den Tatsachen…

      3. @Klaus Koch:
        Was sind denn die Tatsachen?
        Ein nie gefährdeter Sieg ohne Gegentor im ersten CL-Spiel der Saison.
        Haben nicht alle Mannschaften geschafft, selbst gegen schwache Gegner.
        Jetzt kann man natürlich das Haar in der Suppe suchen, aber inwieweit ist das zielführend?

      4. @Tobi13
        Es gibt ein Zitat von Bertolt Brecht, das sich auf den Erfolg bezieht und dessen Sinn man verstehen muss: Siegen macht dumm! Ich würde den Spruch etwas abwandeln und anmerken: Siegen macht blind!
        Übrigens gilt das auch für Real Madrid und seine Fans.

      5. @Klaus Koch:
        Versteh ich tatsächlich nicht.
        Inwiefern passt der Satz auf die aktuelle Situation des FCB?

      6. @Tobi13
        Einfach mal drüber nachdenken und besonders dabei Real berücksichtigen, vielleicht kommst du dann darauf.

      7. @Klaus Koch:
        Hab drüber nachgedacht, erschließt sich mir nicht.
        Erklär mal bitte was du meinst.

      8. @Tobi13
        solltest du tatsächlich darüber nachgedacht haben, dann wird dir meine Erklärung auch nicht weiterhelfen, zumal der Text mehr als eindeutig ist!
        “Was man nicht verstehen will, versteht man auch nicht.”

      9. @Klaus Koch:
        Sei doch bitte so freundlich und versuch es einfach.
        Interessiert mich wirklich, wie du auf den Satz ,in Bezug auf den FCB kommst.

    3. Amazon ist moderationstechnisch immer etwas drüber. Die verstehen sich aufs Stimmung machen.

  19. Kann dem Artikel sehr beipflichten. Insbesondere die kritischen Beobachtungen zu Hernandez und Tolisso muss ich leider teilen, beide sind leider teilweise gegenüber dem Rest der Truppe etwas abgefallen.
    Stark war das Gegenpressing, das war in der ersten Kovac-Saison definitiv nicht so prononciert.

    Gefragt habe ich mich aber, warum Kovac gerade in Anbetracht des Alaba-Ausfalls nicht doch mal über eine Dreierkette nachdenkt: Das würde einerseits das Zentrum stärken, andererseits die Schwäche von Hernandez im Offensivspiel auf der Außenbahn kaschieren. Und auch für Martinez hätten wir als zentralem IV in einer Dreierkette eine viel optimalere Position als im Mittelfeld, wo er sich im Spielaufbau zu schlecht bewegt.

    Könnte dann so aussehen:

    IVs: Hernandez – Süle (Martinez) – Pavard (Boateng)
    Wingbacks: Coman (Perisic) – Gnabry (Kimmich/Davies)
    Mittelfeld: Kimmich (Tolisso) – Thiago (Cuisance) – Coutinho (Müller)
    Sturm: Lewandowski (Arp) – Müller (Gnabry/Coman)

  20. Super Spielanalyse Justin! Da kann man sich ja eigentlich das selbst Anschauen sparen ;)
    Ich war gestern wieder ein wenig enttäuscht von Thiago. Da waren wieder einige seltsame Pässe dabei. Das passiert natürlich auch den anderen Spielern, aber irgendwie fällt es mir bei ihm immer besonders auf und regt mich dann ziemlich auf. Ich erkenne natürlich trotzdem seinen großen Wert für das Spiel der Bayern.
    Die zweite Sache, die ich etwas enttäuschend fand, war die mangelnde Einstellung in der zweiten Halbzeit, wie du sie auch beschreibst. Mit etwas Pech hätte da das 1:1 fallen können und dann hätten alle ziemlich doof geschaut, wären aber selbst Schuld gewesen.
    Ach ja und diesen Müller muss man doch einfach lieben oder? Hat sich super reingehauen nach seiner Einwechslung und der Freistoß war natürlich genial, auch wenn ich fast denke, dass man sich den für wichtigere Momente hätten aufsparen können. Naja und das Interview mit ihm war natürlich auch Weltklasse!

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    1. So kann sich die Sichtweise unterscheiden. Ich fand die zweite HZ von Bayern deutlich besser. Mit einem mannschaftsdienlicheren Lewandowski hätte Bayern vielleicht auch zwingendere Torchancen rausgespielt.

    2. Zu Mülla, hatte ich schon in der Nacht was geschrieben. Aufgefallen ist mir, vor seinem Tor, dass er wieder der Raumdeuter war, allerdings die Mitspieler mit seinem Tempo total überfordert waren. Siehe Justins Aussage zur Einstellung…
      Was mir auf den Keks geht, ist die Lobhudelei von Kovac zu Müller. Ich bleibe dabei, die Brüder können nicht mit ihm.

  21. Den Pflichtsieg geholt, einen guten Auftakt für die CL, Tottenham lässt was liegen.
    Passt im Grunde alles. Einziger Kritikpunkt, dass man das Spiel schon deutlich früher hätte tot machen sollen. Da hätte der eine oder andere von den 30x-Abschlüssen auch mal reingehen dürfen. Allerdings waren das fast alles keine hundertprozentigen Chancen, die du nur noch reinschieben musst, sondern mehr so Kann-Dinger.
    An dem Punkt muss man Belgrad auch ein Kompliment machen, wenn es auch das einzige ist welches sie verdienen. Geschenkt haben sie uns gar nichts. Normalerweise sind bei einem solchen Spielverlauf, wo die Bälle und Schüsse nur so durch den Strafraum fliegen, immer der eine oder andere Bolzen der verteidigenden Mannschaft drin. Der Torwart lässt den Ball prallen, einer haut drüber usw. Aber in der Hinsicht haben sie uns wirklich nichts angeboten, keine Geschenke verteilt. Da musste jede einzelne Chance wirklich hart erarbeitet werden.
    Ansonsten ein sehr sparsamer Auftritt. Dass 11 Mann sich nur darauf beschränken sich im eigenen Strafraum zu verschanzen, sieht man in der Form auch nur noch selten. Die eigenen Angriffe ohne jede Überzeugung oder Klasse gespielt. Im Grunde mag ich ja solche Gegner. Das sieht dann phasenweise nicht sehr hübsch aus, aber man weiß, so wird man zu 99% in München nichts holen.

    Coutinho hat Spaß gemacht und genau das angedeutet was man sich von ihm versprochen hat. Nur schade, dass wir in den nächsten Wochen das erwartbare mediale Getöse zur Coutinho/Müller-Thematik werden ertragen müssen.

    Zu Coman und seiner Spielweise möchte ich mich Justin anschließen. Eindeutig mehr Robben als Ribery. Und wirklich faszinierend: Nachdem er nach seinem Katastrophenjahr 2018 wieder in Schwung gekommen ist, scort er seit Monaten auf Prime-Robbery-Niveau.

    Das nervigste für mich gestern (und nicht nur gestern) waren unsere Eckbälle. So wie wir das in dieser Saison spielen, sind die quasi nur Zeitverschwendung. Klar, fehlen mit Hummels und Martinez (meistens) unsere wichtigsten Zielspieler, aber so allmählich sollte man sich da wieder was einfallen lassen.

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    1. Sehr richtig was du zu den “Bolzen” der verteidigenden Mannschaft schreibst, @Jo. Im Fußball ist es oft so, dass ein Tor aus einer “blöden” Situation entsteht – sei es ein abgefälschter Schuss, ein Schnitzer des Torwarts, ein Verteidiger, der ausrutscht oder schlicht ein (erzwungenes) Eigentor (insb. in Deutschland kommen noch die überflüssigen Elfmeter hinzu, aufgrund angeschossener Hand oder weil der Verteidiger den abgehobenen Stürmer “vorher berührt hat”).

      So könnte man auch ohne hochkarätige Chancen ein Tor erzwingen – einfach indem man auf den Faktor Zufall baut, wenn man aus wenig aussichtsreicher Position zum Fernschuss ansetzt oder aus unmöglichem Winkel aufs Tor schießt.

      Lewandowski hat das gestern aber übertrieben. Wenn sein Ziel aktuell darin besteht, dieses Jahr die CL-Torjägerkanone zu holen, sollte er bitte umdenken.

    2. Wir haben aber schon von Bolzen bei Belgrad profitiert. Das 2:0 war eigentlich kein schwer zu verteidigendes Ding. Wenn der Ball sauber gespielt oder einfach weggedroschen wird, schaut Lewa nur hinterher.

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