Vorschau: FC Bayern München – SV Werder Bremen

Werder Bremen gelang im Heimspiel gegen Hoffenheim ein guter Start in die Rückrunde, wenngleich es nicht für drei Punkte reichte. Die holten die Bayern gegen Leverkusen. Am Sonntag treffen sie aufeinander und Werder möchte eine erschreckende Negativserie beenden.

Mittlerweile sind es 21 Spiele in Folge, die Bremen nicht gegen den FC Bayern gewinnen konnte. Darunter sogar 16 aufeinanderfolgende Niederlagen. Die Münchner wollen natürlich auf 22 und 17 erhöhen, doch auch Werder ist gewillt, endlich mal wieder Punkte aus München mitzunehmen.

Bremen braucht Mut

So wie damals – 2008 – als Rosenberg (2x), Naldo, Özil und Pizarro fünf Tore in München erzielten. Borowskis später Doppelpack war schlussendlich nur noch Kosmetik eines schlimmen Nachmittags. Werder stand damals noch für Offensivspektakel und mutiges Auftreten.

Parallelen zu Heute verbieten sich aber nicht nur aus taktischer Perspektive, sondern auch aus personeller. Die Naldos, Özils und Pizarros sind schon lange anderen Gesichtern gewichen. Der Kader hat nicht mehr die nötige Qualität, um ganz oben mitzuspielen.

Trotzdem steckt mehr drin, als es die Tabelle ausweist. Nicht zuletzt gegen Hoffenheim zeigte Werder eine engagierte und disziplinierte Leistung. Gerade zu Beginn sorgte die Elf von Kohfeldt für eine komplett offene und chaotische Partie. Das hohe Mittelfeldpressing setzte Hoffenheim unter Druck und so wechselte der Ballbesitz sehr häufig. Erst mit wachsender Spieldauer bekam die TSG das Geschehen unter Kontrolle.

Bremen zeigte gegen den Ball zwar eine gute Leistung, schaffte es aber nicht, in Ballbesitz entsprechend zu entlasten. Im offensiven Mittelfeldzentrum war es quasi Kruse allein, der sich immer wieder fallen ließ, um einen Hauch Struktur in das Angriffsspiel zu bekommen. Der Nationalstürmer ist ohnehin enorm wichtig für das Spiel des SVW.

Werder schafft es dennoch nicht, Abstände und Staffelung so zu verbessern, dass eine bessere und sicherere Ballzirkulation möglich wird. Darüber hinaus werden sie durch diese Schwächen immer auf die Flügel gedrückt, wodurch Kruse an fehlender Unterstützung leidet.

Daran konnte auch Kruses Freigeist-Rolle wenig ändern. Der Stürmer ist ohne Frage der Spieler, mit dem die Offensivbemühungen Werders stehen und fallen.

Hoffenheim hatte das Zentrum über weite Phasen im Griff, ließ Bremen dann aber immer wieder zurück ins Spiel. Dadurch entstand Chaos, das Werder zu nutzen wusste. Gerade in diesen Phasen zeigten die Grün-Weißen, dass sie durchaus in der Lage sind, sich sehenswert in Gefahrenzonen zu kombinieren.

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Alles in allem war der Punkt verdient, doch Bremen hatte auch die Chancen, das Spiel zu gewinnen. Weil sie gerade im Pressing, Gegenpressing und mit Max Kruse immer wieder offene Spielphasen kreierten. Die fehlende Konstanz ist jedoch ein Problem, das sich durch die letzten Jahre zieht.

Was bedeutet das für den FC Bayern?

In München müssen die Bremer diese Leistung nicht nur über die kompletten 90 Minuten zeigen, sondern auch etwas Glück haben, wenn sie etwas mitnehmen wollen. Zu erwarten ist eine Bremer Mannschaft, die kompakt stehen will.


Kohfeldt hat den Zugang zur Mannschaft gefunden, muss aber an einigen Stellen noch Detailarbeit leisten.
(Foto: Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images)

Spannend ist aber, wie sie das umsetzen wollen. In den letzten Jahren glich Werder eher einer ängstlichen unterklassigen Mannschaft, die das Spiel irgendwie überstehen wollte. So gerät man in München mindestens unter die Räder.

Bayern sollte deshalb mit Bremern rechnen, die zumindest versuchen werden, das Mittelfeldzentrum zu attackieren. Umso wichtiger wird es sein, direkt für klare Verhältnisse zu sorgen und dem Pressing etwas entgegenzusetzen. Die Anfangsphase wird viel entscheiden.

Der FC Bayern präsentierte sich in Leverkusen recht solide. Bayer 04 hatte kaum Chancen, um das Spiel zu kippen. Auch nach dem 1:2-Anschlusstreffer gab es nur eine fünfminütige Phase, die Unruhe erzeugte. Sonst hatte der Rekordmeister das Geschehen im Griff.

Gegen ein aggressives Pressing der Werkself konnten sich die Bayern überraschend gut behaupten. Ohne Neuer, Kimmich, Hummels, Thiago, Lewandowski und Coman war dies nicht selbstverständlich. Allerdings war bei dieser Liste auch klar, dass es kein Feuerwerk werden würde.
Gerade der Übergang vom zweiten ins letzte Drittel gelang den Bayern wie schon im Dezember nicht beziehungsweise selten. Das hatte vor allem den Grund, dass kein klassischer Stoßstürmer auf dem Feld stand. Dem Tabellenführer fehlte ohne Lewandowski und Wagner ein Spieler, der Tiefe gibt.

Es war das typische Müller-Problem auf dieser Position, dass oft eine echte Neun fehlte. Trotzdem machte Müller ein sehr gutes Spiel. Er war viel unterwegs, öffnete Räume und strahlte Gefahr aus. Allerdings hätte ihm ein Stürmer gut getan.

Umso mehr stach aber wiedermal James Rodríguez heraus. Der Kolumbianer wird immer wichtiger und war nicht zum ersten Mal auch bedeutender als Robben und Ribéry. Er gibt dem Offensivspiel Struktur und sorgte regelmäßig dafür, dass Ribéry den Platz bekam, den er unbedingt brauchte. Immer wenn das nicht gelang, dribbelte sich der Franzose fest.

Speziell wenn Thiago zurück ist, sollte es aber wieder einfacher für den FC Bayern sein, das eigene Spiel mehr in die Zentrale zu verlagern. Dort ging zuletzt zu wenig, weil die Abhängigkeit von James zu groß ist. Vidal ist zwar immer bemüht, bringt aber nicht die Fähigkeiten mit, um James zu entlasten. Auch Rudy war da zuletzt nicht besser.

Die Bundesligisten im Stats-Vergleich.

Gegen Bremen kommt es aber genau darauf an, im Mittelfeldzentrum die Kontrolle zu erobern. Zunächst gegen den Ball, um die Passwege auf Kruse abzuschneiden. Dann aber auch in Ballbesitz, um James ins Spiel zu bekommen. Der kann dann die Wege zu Lewandowski (oder Wagner) sowie den Flügelspielern finden.

Das wird der Schlüssel zu einem guten Auftritt sein. Wie schon in der letzten Vorschau angedeutet, muss Bayern sich jetzt von Spiel zu Spiel steigern. Gegen den Ball gab es gegen Leverkusen wenig zu meckern. Lediglich an der Konstanz und den spielerischen Lösungen im Offensivdrittel sollte der Rekordmeister noch arbeiten. Alles andere dürfte mit den Spielen und den zurückkehrenden Stars von alleine kommen. Der Weg ist immer noch weit, aber das Rüstzeug ist vorhanden, um das Jahr sehr erfolgreich zu gestalten.

Gesamtstand: 28:19 für die Redaktion
Gast in dieser Woche: Werder-Fan und Blogger Joey

Fantipp

Im Fantipp tippt einer unserer Leser den Spielausgang. Für den richtigen Tipp gibt es drei Punkte und für die richtige Tendenz (Sieg, Unentschieden, Niederlage) einen Punkt. Verglichen wird dies dann mit einem Tipp aus der Miasanrot-Redaktion. Am Ende der Saison wird sich zeigen, ob die eingeladenen Fans mehr Punkte erreicht haben, als die Redaktion.

Joey: 3:0 Bayern. Lange Zeit 0:0, dann Ende der ersten oder Anfang der zweiten Halbzeit 1:0 Bayern, Werder hält weiter gut gegen, macht dann am Ende auf, kassiert das 2:0 und spät noch das 3:0. Taktisch guter Auftritt von Werder, Bayern am Ende einfach zu gut.

Pavlenka ist ein Biest, aber Bayern präziser im Abschluss als andere Teams, daher keine Wunderparade dieses Mal von ihm. Werder defensiv überwiegend kompakt, im Auftreten mutig und mit hohem Mittelfeldpressing, situativ mit Angriffspressing, das Bayern aber immer wieder umspielt kriegt und zu Chancen kommt.

Werder dann fahrig im Umschaltverhalten, mehrfach mit Chancen im Ansatz, aber am Ende zu unpräzise und daher mit wenigen klaren Abschlussaktionen, entsprechend zu wenig Entlastung und schließlich einfach nicht gut genug.

Fazit von allen Seiten:
Werder: “Gut gemacht, aber mit dem Ergebnis natürlich nicht zufrieden.”
Bayern: “Haben uns lange schwer getan, Werder hat sich gut geschlagen, aber sind verdienter Sieger.“

Justin: Bayern wird wieder Schritte in die richtige Richtung gehen. Am Ende wird Werder es den Münchnern höchstens 20-30 Minuten schwer machen und dann fällt das Führungstor. Anschließend gewinnt Bayern die Partie mit 4:0. Ich kann mir nur ein kompliziertes Spiel vorstellen, wenn Werder früh die Führung übernimmt und dann etwas länger die Null hält.

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Leserkommentare
  1. Isla

    Der FC Bayern München wird wie gegen Leverkusen das Spiel weitgweitgehendst übernehmen und das Spiel strukturiert und konzentriert angehen. Ich tippe für meine Bayern ein 4:0.

  2. Der FC Bayern München wird wie gegen Leverkusen das Spiel weitgweitgehendst übernehmen und das Spiel strukturiert und konzentriert angehen. Ich tippe für meine Bayern ein 4:0.Mia San Mia ⚪

  3. Pat

    Hoffentlich steht Coman wieder in der Start Elf. Sollte wieder Ribéry den Vorzug erhalten, verstünde ich die Welt nicht mehr.
    Sehe es ähnlich wie Joey, würde das so unterschreiben.

  4. Axel

    Bin ich eigentlich der Einzige hier, dem der Enthusiasmus so langsam abstirbt? Enthusiasmus für jeden neuen Spieltag, der doch wieder nur einen Bayernsieg (mit mäßig bis guter Leistung) und Versagen der “Konkurrenz” bringt? Mir war es noch nie so egal, wer spielt, weil es absolut unerheblich ist. Auch die Vorschau und Nachbetrachtung hier, so kompetent und schnell sie sind, verlieren ihre Bedeutung. Wir diskutieren Monotonie. Ich warte auf den Tag, an dem ich zum ersten Mal verpasst habe, dass wir überhaupt spielen. Aber vielleicht bin ich ja wirklich der Einzige, dem das so geht…..

    1. Ju

      Ein wenig ambivalent ist das aber schon: Als Bayernfan ist es doch fast ein Urinstinkt, die Konkurrenz “mit dem Fernglas beobachten” zu wollen. Ich sehe da im Moment jetzt nicht unbedingt, warum man sich von dem Geunke über die furchtbar schwache Bundesliga so die Laune verderben lassen sollte. Immerhin war man auch in den Jahren, in denen DO und GE Real nass gemacht haben und Leverkusen gegen Atletico bis ins Elfmeterschießen gegangen ist, schon im März/April Meister. Und auch damals (man erinnere sich an die letzte Guardiola-Rückrunde) hat Bayern kaum einen Galaauftritt an den nächsten gereiht. Die Liga ist keineswegs so schwach wie sie scheint und die nächsten Jahre werden das bestätigen.

      Es gab eine Phase unter Ancelotti, in der ich andere Dinge den BuLi-Spielen vorgezogen habe, weil mir die damals nur den Tag verhagelt haben. Im Moment verhageln mir die Spiele aber nichts, da es – wie ich finde – in jedem Spiel einen neuen kleinen Schritt, eine Verbesserung, ein Experiment zu beobachten gibt. Ich bin schon total gespannt, wer morgen die Offensivreihe bilden wird. Ich freue mich, dass Bernat wohl eine Chance bekommt und durch eine möglicherweise höhere Rolle eine Asymmetrie bis hin zur Aufbau-Dreierkette zu sehen sein könnte. Langeweile empfinde ich da kein bisschen.

    2. Hitmer Ottzfeld

      Bin absolut bei dir. Die -gefühlt- letzten 5 Spielzeiten ist Rückrunde = Warten auf Champions-League. Was Ju schreibt, stimmt ja auch ein Stück weit aber wenn du mit 1999/2000 und 2000/2001 groß wirst, dann bleiben dir solche 15-Punkte Meisterschaften nicht nachhaltig im Gedächtnis und der gruselige Punkt, und da muss ich Ju widersprechen, sehe ich da auch für die nächsten Jahre keinen ernstzunehmenden “Feind”. Die Unkenrufe aus dem Ausland a lá “Bayernleague” sind nicht unbegründet.

    3. FR7

      Das Problem haben seit geraumer Zeit sehr viele Fans, gerade die Erfolgsfans Jungs besprachen mal in einem Podcast, dass einem so langsam die Lust vergeht, am Verein, am eigenen Spiel, vielleicht am Fußball generell. Natürlich erlebt man nach fünf Meisterschaften infolge nicht jeden Spieltag einen absoluten Thriller und offene Spiele. Dennoch kannst du dich ja vielleicht selbst ein wenig reflektieren ob du nicht ein wenig übersättigt bist mit dem ganzen Fußball bzw. Bayern Kram? Was machst du sonst so in deiner Freizeit? Wie siehts aus mit Freunden, Familie und dem Beruf? Eventuell machst es ja so wie die Jungs des Erfolgsfans Podcast und nimmst dir eine Auszeit. Mal zwei Monate oder länger abschalten und nichts mit Fußball zu tun haben. Alle Sportapps löschen, nichts mehr lesen, nichts mehr sehen und nichts mehr hören über Sport und unseren Fcb. Vielleicht brennt deine Leidenschaft für das Ganze ja dann wieder auf wenn du zurückkehrst und vieles siehst was neu ist. Neuer Trainer, neue Spieler, neue Probleme etc.

    4. Osrig

      Wenn das so ist, @Axel, dann solltest Du mit dem Fussball als Sport abschließen, oder dich mit einem anderen Verein anfreunden! Das sage ich ohne Häme oder Respektlosigkeit, denn was Du beschreibst, wirkt auf mich wie eine innerliche Distanzierung von unserem Lieblingsverein, und damit richtet sich der Blick meist schon woanders hin.

      Mir ging es vor vielen Jahren ähnlich: Mein damaliger Herzensverein – ein Hamburger Stadtteilclub^^ – spielte damals einen Fussball, der mir mit der Zeit immer mehr missfiel. Am Ende war es ein unsäglicher Rumpelfussball, sodass ich mich, noch befeuert durch eine für mich unverständliche Haltung der Vereinsführung, immer mehr distanzierte, mich innerlich abwendete und mich auch nicht mehr so recht freuen konnte über dann doch mal gute Ergebnisse. Niederlagen habe ich meinem damaligen Liebling allerdings nie gewünscht!
      Es gab dann eine Phase von mehreren Jahren, in denen ich die Bundesliga ohne echtes Interesse verfolgte, selbst wenn hier und da guter Fussball geboten wurde. Dieser wurde allerdings immer öfter vom FC Bayern gezeigt, sodass ich für meinen jetzigen Lieblingsverein immer mehr Neugier und Sympathie, schliesslich sogar Begeisterung entwickelte. Mittlerweile beschäftige ich mich auch gern mit Taktikfragen und Spielzügen, schaue auf das Schöne im Spiel. Die Zeit unter Guardiola war in dieser Hinsicht für mich prägend!

      Also, grundsätzlich, Monotonie hin und vermeintliche Langeweile her: Wer keine Begeisterung mehr für unseren FCB aufbringen kann, wem Spieler und “Matches” egal geworden sind, weil es ihn nicht mehr interessiert, bei dem ist eine große Distanzierung vorhanden, und der sollte sich meines Erachtens neu orientieren: Eine neue Sportart, ein anderer Club, oder vielleicht auch nur ein anderer Blick auf unseren FCB.

      Auch wenn ich – so wie an diesem Spieltag gegen Bremen – davon ausgehe, dass wir das Spiel klar gewinnen werden, so ist trotzdem von Monotonie keine Spur, weil ich mich auch am schönen Spiel freuen kann. Auf die punktgenaue Seitenverlagerung über 40, 50 m, auf die beeindruckende Verschiebung ganzer Mannschaftsteile mit schnellen Pässen, auf den genialen Freistoß! Das alles zusammen mit dem Wunsch, die Mannschaft siegen zu sehen, liefert für mich genügend Kraft, um mich es nicht zu Monotonie und Verzweiflung kommen zu lassen. Selbst wenn wir zum x-ten mal hintereinander Deutscher Meister werden – der Weg dahin bringt trotzdem viele schöne Spiele und Spielmomente mit sich.

      Zum Vorbericht: Ich gehe mit allem von Joey Gesagtem konform. Nur eine Kleinigkeit: Defensiv kompakt zu stehen bedeutet für mich, sich am eigenen Strafraum zu verrammeln, den vielzitierten Mannschaftsbus vor dem eigenen Tor zu parken.
      Werder wird vermutlich versuchen, etwas höher zu stehen, im Mittelfeld kompakt zu bleiben, um situativ ins Hohe Pressing zu gehen. Ohnehin wird das wohl zunehmend eine Taktik sein, auf die wir uns einstellen müssen. Trotzdem wird es den Bremern nicht gelingen, uns nachhaltig von deren 16er fernzuhalten. Wenn es unseren Jungs gelingt, sich in der Bremer Hälfte festzuspielen, dann wird es auch gefährlich vor dem Bremer Tor werden, dann werden auch Tore fallen. Ich rechne mit einem ungefährdeten Sieg mit mindestens 3 Toren Unterschied – auch, wenn mir dieses Ergebnis mit Blick auf die Stellinger nicht gefällt, freuen werde ich mich trotzdem ;-)

      1. Hitmer Ottzfeld

        Naja Osrig, ein St.Pauli-Fan der sich zum Bayern-Fan entwickelt hat, ist ungefähr so nachvollziehbar wie Geschmacksnerven am Anus.

        Glaube nicht das Axel dem FCB Niederlagen wünscht und/oder das er sich eine andere Sportart/anderen Verein suchen muss, nur weil er moniert das die Bundesliga als Ganzes abbaut.

      2. Osrig

        @HO: Wenn Du nicht nachvollziehen kannst, dass jemand keinen Spaß mehr an Rumpelfußball hat, und dann irgendwann bei unserem FC Bayern landet, dann spricht das nicht gerade für Dich und dein Einfühlungsvermögen bzw. deine Vorstellungskraft. Ich denke auch nicht, dass Du so limitiert bist, Du wolltest vermutlich nur provozieren.

      3. Marco05

        Da muss ich dem Ottzfeld aber teilweise zustimmen. Den Lieblings- aka Herzensverein zu wechseln halte ich persönlich für unmöglich und denke das wird den meisten hier ähnlich gehen. Da du so offensiv damit umgehst, @Osrig hast du sicher auch kein Problem mit etwas Gegenwind ;)

      4. Osrig

        Wenn der Gegenwind nicht mit Hagel einhergeht… ;-) Jedenfalls danke, Marco05, dass Du in deiner Antwort auf Spitzen unterhalb der Gürtellinie verzichtest.

        Nun aber eine Frage zu deiner Stellungnahme:
        “Den Lieblings- aka Herzensverein zu wechseln halte ich persönlich für unmöglich…”

        Verstehe ich deine Aussage richtig? Sagst Du damit, dass ich – und jeder, der irgendwann mal als Fußballfan von einem anderen Verein zum FC Bayern gekommen ist – entweder früher seinen ersten Verein nicht richtig “im Herzen” hatte, oder jetzt nicht 100 Prozentig hinter dem FC Bayern steht?

    5. Axel

      Vielen Dank für die Antworten und großartig, dass da keine abfälligen Kommentare bei waren. Mir ging es in erster Linie um den immer gleichen mäßig-guten Fußball unseres Teams und die sprachlos machende Schwäche der anderen. Man kann natürlich an taktischen Aspekten Freude finden oder an Vorhersageversuchen (á la “5-Thesen vor dem Spiel”), aber Spannung und Begeisterung entstehen damit eben wesentlich weniger als das früher bei mehr Wettbewerbsdichte der Fall war.

      Aber es kann doch nicht nur Hitmer Ottzfeld und mir so gehen. Bin ich z.B. der einzige, der denkt, die Monotonie der Liga wird von immer gleichen, völlig durchschaubaren Anheizversuchen von Sky & Co verstärkt, die ihr schwächelndes Produkt umso öfter stark quatschen müssen, je langweiliger es wird? Ein anderes Indiz: Der Fanclub, in dem ich bin, hat Schwierigkeiten, für die Heimspiele gg Bremen, Hoffenheim und den HSV seine Tickets loszuwerden. Soviel zum Thema “Die Arena ist wieder einmal restlos ausverkauft!” Sie ist aber nicht voll besetzt.

      Ich glaube, es ist eine schlichte Tatsache, dass ohne sportliche Spannung und Topleistungen weniger Enthusiasmus aufkommt. Wer mal längere Zeit richtg gut gegessen hat, dem zaubert danach keine Tiefkühlpizza mehr ein Lächeln auf’s Gesicht.

      Aber jetzt ist genug. Mal sehen, ob Werder mit drei, vier oder fünf Toren Unterschied nach Hause geschickt wird. Wird spannend ;)

      1. Ju

        Das mit der Arena ist tatsächlich ein Punkt. Dass es relativ einfach ist, an Karten zu kommen, ist aber jetzt auch schon paar Monde lang so. Es wird wohl leider keine Zahlen geben, seit wann das so ist, obwohl das sehr interessant wäre.

        Dem Verein ist halt die Aufbruchstimmung (und der Hype) abhanden gekommen, wodurch der Enthusiasmus im Umfeld nachgelassen hat. Der Verein hat nichtmehr die beste Flügelzange der Welt, der (vielleicht) beste Trainer der Welt ist weitergezogen, taktischer Vorreiter ist man auch nicht mehr und dazu sind noch die zwei aktuell vielleicht besten Spieler langfristig verletzt. Diese Entwicklung ist auch folgerichtig und lässt sich letztendlich nichtmal mit einem Marketing-Feuerwerk (grüße nach Lüdenscheid-Nord) verhindern. Es ist ein Auf und Ab. Grundsätzlich denke ich, dass es im Sommer durchaus Aufbruchstimmung geben könnte.

        Dass auch zusätzlich die Konkurrenz schwächelt (was ich in dieser Ausprägung wie gesagt eher für ein kurzfristiges als ein langfristiges Phänomen halte), ist nun eben so. Aber, dass ich mir nun von Truppen wie DO, Wolfsburg oder RaBa meine Freude an einem Bayernspiel nehmen lasse, nur weil die es nicht hinbekommen, in Hannover oder gegen Hertha zu gewinnen, kommt eigentlich nicht infrage.

      2. Marco05

        @Axel
        mal ein paar Worte von mir. Ich will nicht sagen, dass es mir genauso geht, aber in (weiten) Teilen kann ich deine Worte nachvollziehen. Bei mir ist es eher die Emotion, die aktuell etwas auf der Strecke bleibt. Wenn ich an das Spiel letzte Woche denke, da hätte ich normal schon tagsüber lange Vorfreude drauf gehabt. Zur Zeit wird das alles mehr oder weniger durchgewunken. Nach dem Anschlußtreffer hätte ich früher angefangen nervös zu werden, letzte Woche dachte ich mir: na wenn schon, 2:2 who cares?

        Für meinen Teil liegt das nicht am FCB, der nach wie vor sehr vieles richtig macht (s. Goretzka). Ich bin enttäuscht von der nicht vorhandenen Konkurrenz. Wie lange hat kein Tabellenzweiter mehr gewonnen? Seit Bayern vorne ist? Das sagt doch alles. Gestern Leipzig wieder (wobei man denen in der zweiten Saison am wenigsten vorwerfen kann), der BVB, nicht mehr weit von einem Scherbenhaufen entfernt. Schalke sehe ich nicht als Konkurrenz, Leverkusen kommt zwar wieder aber es steht zu befürchten, dass die die Konstanz der letzten Jahre an den Tag legen werden. Gladbach mal hü mal hott. Potentielle finanzstarke Vereine wie WOB oder HSV haben mit sich zu tun – speziell Wolfsburg ist aktuell eine der grauesten Mäuse ever, kennt man da außer Arnold noch irgendwen? Undsoweiter und so fort.

        Ich merke auch, dass ich außer dem Bayern-Spiel fast kein Einzelspiel mehr verfolge, früher habe ich fast alles mitgenommen. Aber wen interessiert heute noch Hertha, Mainz, Freiburg, Hoffenheim, Bremen…?

        Die Verfügbarkeit der Eintrittskarten ist ein weiteres Indiz. Das würde trotz Sättigung nicht passieren, wenn es mehr spannende Spiele gäbe. Aber wenn es für ein Heimspiel gegen Wolfsburg oder Mainz dann mehrere 100 Karten im Zweitmarkt gibt, ist das ne eindeutige Aussage.

        Die Lösung ist – und da stimme ich Seifert weitgehend zu – die Vereine, die potentiell ins obere Mittelfeld gehören müssen wieder mehr tun. Mir scheint auch es mangelt etwas an (kompetentem) Fachpersonal. Da wird halt immer nur der Trainer ausgetauscht (wieviel bereits in diesem Jahr???) und dann kommt entweder einer aus den eigenen (zweiten) Reihen oder ein alter Bekannter, der kurz vorher vom Hof gejagt wurde. Ein Patentrezept hat sicher keiner, aber wenn wir weiterhin mit Mainz, Freiburg und Augsburg international antreten und uns schneller verabschieden als man Europaleague aussprechen kann, dann gehts dahin mit der Bundesliga, da bin ich mir relativ sicher.

  5. FR7

    Meine fünf Thesen zum Heimspiel gegen Werder Bremen:

    1. Lewandowski trifft (endlich wieder).

    2. Die Bayern erzielen ein Tor nach einer Standardsituation.
    3. James erzielt erneut mindestens einen Scorerpunkt.

    4. Coman, Tolisso und Lewandowski stehen in der Startelf.

    5. Ulreich hält die Null.

    Gegen Leverkusen trafen vier der fünf Thesen zu.

    Meine Trefferquote liegt leicht verbessert bei 57%. (Insg. 63 von 110 richtig)

  6. bürschchen

    Bin etwas irritiert durch die Aussagen meiner Vor”schreiber”….es kann noch nie “nur” darum gehen, das der FC Bayern gewinnt. Sogar unter Felix Magath und dem damaligen unansehnlichen Fussball gab es Spiele, die “besser” waren als andere und zur Freude beim Betrachter führten. Seit van Gaal und später vor allem seit Guardiola haben wir dann teilweise unfassbar geilen Fussball von unserer Mannschaft serviert bekommen. Seit dieser Zeit haben manche – und ich nehme mich da nicht komplett raus – ein sehr gesteigertes Anspruchsdenken: unter 4, oder 5:0 hat die Mannschaft “enttäuscht”….Da stimmt etwas mir der Wahrnehmung nicht bei einigen. Ich kann nur etwas Demut empfehlen und erinnert euch bitte an Zeiten, wo wir manchmal grauenvoll Fussball mit Kopfball- und Befreifungsschlagsstaffeten erleben mussten. Ich freu mich also immer noch an JEDEM Sieb – aber ich habe an die Mannschaft den Anspruch, dass sie guten (ihrem Leistungsvermögen entsprechenden) Fussball zeigen. ….und Langeweile kommt bei mir bestimmt keine auf. Bin immer noch bei jedem Freundschaftsspiel mit Herz dabei..in diesem Sinne: auf gehts ihr Roten!

  7. Stiepel-Arne

    … wem der FC Bayern zu langweilig wird, dem kann ich nur empfehlen, etwas über den Tellerrand der Profimannschaft hinauszuschauen.
    Ich fahre heute schön zum Auswärtsspiel der 2. Bayern-Basketballmannschaft in Schwelm. Als Außenseiter mit der jüngsten Mannschaft der Liga ist das mal ein ganz anderes Gefühl und erzeugt bei mir einen Enthusiasmus für diesen Verein, mit dem ich dann wieder voller Begeisterung zum Fußballprofi-Auswärtsspiel nach Mainz in zwei Wochen fahren kann.

  8. rotweiss

    …wir sollten uns diesen schuh nicht anziehen, der uns so gerne von denen hingestellt wird, die selber trotz guter voraussetzungen zu wenig auf die reihe kriegen. klar sind meisterschaften wie die 2000er und 2001er absolute Highlight in einem fanleben, doch den Fußball, der in jeden jahren zu sehen war, würden wir uns heute nicht mehr gar so gern antun.

    das ist doch das eigentliche neue, seit van gaal den Grundstein legte: unser spielerische Überlegenheit; die Fähigkeit, Situationen spielerisch zu lösen und nicht nur durch pure wucht und einschüchternden willen – so wichtig die auch sind.
    unter guardiola war der gipfel erreicht (jaja, ich hör schon das Lamento: keine Champions league gewonnen. na und? dreimal halbfinale und das letzte nur durch unfassbares Pech gegen atletico nicht überstanden, Etablierung in der absoluten europäischen spitze).

    und auch heute, wage ich mal die Behauptung, ist der bayern-Fußball um einiges anspruchsvoller und spielerisch wertvoller als vor 2013. und genau deshalb ist er von der garde der deutschen hintensichersteher, kompaktverschieber und umschaltrenner so schwer zu besiegen. Bundesliga langweilig? ja mei, sind wir denn für die unterhaltung der idiotenveranstaltung “fußballdeutschland” zuständig? gemach…die häme, wenn wir mal ein jahr straucheln, wird grenzenlos sein. und dann sehnen wir uns ganz schnell wieder nach der eben noch so langweiligen bundesliga. villeicht hat uns der exorbitante erfolg des fc Bayern dann alle dickfelliger gemacht und wir können sowas locker “einfach gar ned ignoriern”
    lasst uns vernünftig bleiben und jeden titel so würdigen wie er es verdient – und die mannschaft auch!

  9. Stern des Südens

    Heijeijei … was ich hier so lese. Ich bin seit etwa 35 Jahren Bayernfan. Habe lange Zeiten, teilweise sogar über Jahre gehabt, in denen ich den deutschen Fußball fast nicht verfolgt habe, weil ich echt weit weg war. Da haben sich auch diese kurzfristigen Ereignisse stark relativiert. Abgesehen von meiner subjektiven Sympathie sorgt der Verein bis heute dafür, das der deutsche Fußball ein “Pfund” im internationalen Vergleich einbringt. Und es geschafft hat, bei allen Expansionen und Explosionen im Markt, nicht nur dranzubleiben, sondern seine Position eher sogar zu stärken. Der FCB ist eine Marke, die wahlweise und je nach Anschauung und Perspektive zu den Top-Five der Welt gehört. Fanherz, was willste mehr? Und die Freude der Spieler über Tore und Siege erscheint mir bis heute echt. Schon mal im Stadion gewesen und aus ein paar Metern Entfernung gesehen, wie auch “Weltstars” nach ein paar Minuten “pumpen”. Und abgesehen davon, sind unglaublich schöne Spielzüge, punktgenaue Anspiele über dutzende Meter und fantastische Einzelleistungen, die den Fußball so einzigartig machen, beim FCB weniger seltenes Zufallsprodukt als bei ALLEN anderen deutschen Vereinen.

    1. Osrig

      Das kann ich nur unterschreiben! *sign* ^^

  10. pitvonbonn

    …..und Bayern ist auch nicht Schuld, dass Leipzig und Dortmund wieder Punkte eingebüßt haben…..

  11. 4-1-4-1? Könnte interessant werden.
    Schade dass Coman nicht von Beginn an spielt

  12. Hotte

    Hier wird über die aktuell gute Verfügbarkeit von Karten gesprochen. Wo kommt man denn am besten an “Zweitkarten”?

  13. Stiepel-Arne

    auf der Homepage vom FCB, Stichwort “Zweitmarkt”
    Mitglied und Kreditkarte ist allerdings Voraussetzung.

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