Dortmund schlägt Bayern am Limit mit 3:2

Do or die, Tod oder Gladiolen, auf einen Punkt ran oder mindestens vier Punkte weit weg – für den FC Bayern stand am Samstagabend im Top-Spiel gegen Borussia Dortmund einiges auf dem Spiel.

Die Favoritenrolle wurde hin- und hergeschoben, die Chancen und Risiken abgewogen. In den letzten Jahren war es vor diesem Duell selten so unklar, wohin sich das Spiel entwickeln würde. Spannung pur.

Falls Ihr es verpasst habt:

Dass Kovač vor dieser besonderen Partie etwas ändern würde, war die große Hoffnung der Fans.

Borussia Dortmund vs. FC Bayern MünchenGrundformationen: BVB – Bayern, 10.11.2018

Nur bestätigen sollte sie sich nicht. Auch in Dortmund hielt der Trainer an seinem 4-3-3 fest. Mit Goretzka, Martínez und Müller standen zwar vor allem drei Läufer und Arbeiter auf dem Platz und so war auch die taktische Ausrichtung schnell interpretiert. Doch wirklich Mut machte das den Anhängern des Rekordmeisters nicht.

Auf der anderen Seite brachte Favre vorne Bruun Larsen und im Mittelfeld Julian Weigl. Die Intention dahinter dürfte gewesen sein, dass Pulisic zuletzt einige Fehler in seinem Spiel hatte und mit Delaney und Witsel als Doppelsechs der Übergang nach vorn zäh war. Gegen Bayern setzte der BVB-Trainer also auf mehr Mittelfeldpräsenz in Ballbesitz und kombinative Optionen. Wahrscheinlich, um das löchrige Zentrum der Bayern zu bespielen.

Die Bayern begannen in einer sehr offensiven 2-4-4-Struktur, in der Goretzka sich viel bewegte. Mal als Sechser neben Martínez um den Spielaufbau zu stärken, mal als Achter in den Zwischenräumen und mal sogar in letzter Linie. Gerade im Pressing schoben die Münchner zu Beginn extrem aggressiv nach vorn. Neben einigen vielversprechenden Situationen bot dies aber auch Räume für die Borussia

Favres Mannschaft fühlte sich direkt wohl in der tiefen Grundausrichtung und den Kontern, die sie fahren konnten. Reus (10.) verpasste die frühe Führung alleinstehend vor Neuer und auch eine weitere gefährliche Aktion nach einem Gegenstoß führte nicht zum Tor (14.).

Das erzielten die Bayern in der 26. Minute. Gnabry fand Lewandowski, der die Kugel in den Kasten von Hitz beförderte. Zu diesem Zeitpunkt keinesfalls unverdient, wenn man bedenkt, mit welchem Aufwand die Münchner in der Anfangsphase agierten.

Anschließend folgte eine Art Ruhephase, in der sich die Bayern in ein tieferes 4-4-2 fallen ließen. Dortmund bekam so mehr Ballbesitz, mitnichten allerdings mehr Chancen. Gerade im letzten Drittel fehlte es der Borussia hier noch an der entscheidenden Idee.

Die gab es dann in der zweiten Halbzeit. Nachdem die Borussia vielversprechend in den Bayernstrafraum kam, holte Neuer Reus von den Beinen. Die richtige Konsequenz: Elfmeter. Diesen verwandelte der Gefoulte selbst (48.).

Werde Miasanrot Patrone & unterstütze unser Projekt. Jetzt direkt teilnehmen und Vorteile sichern oder im Blog mehr erfahren!

Nur wenige Augenblicke später kombinierten sich die Bayern aber wieder über Gnabrys Seite mit Hilfe von Kimmich vor das BVB-Tor. Erneut vollstreckte Lewandowski und so wurde der Ausgleich sofort wieder egalisiert. Dortmund war nun aber wesentlich besser im Spiel.

Dass Reus nicht ein weiteres Mal den Ausgleich besorgte, lag nur daran, dass Kimmich in der 57. Minute kurz vor der Linie klärte. Hummels, der schon in der ersten Halbzeit eine Riesenchance der Borussia einleitete, brachte nach gut einer Stunde Sancho in eine gute Ausgangslage. Auch hier wieder viel Glück für die Bayern, dass weder der Flügelstürmer noch der kurz zuvor eingewechselte Alcácer trafen.

Dortmund lief nun Angriff für Angriff. Goretzka leitete mit dem nächsten Fehler eine weitere Chance für die Heimmannschaft ein. Reus traf den Ball nicht und so hatten die Münchner zum dritten Mal Glück. Die Partie schien nun erstmals richtig zu kippen.

Aller guten Dinge sind Vier, sagte sich der BVB und so gab es in der 67. Minute den folgerichtigen Ausgleich durch Marco Reus. Auch der Führungstreffer ließ nicht lange auf sich warten. Der FC Bayern hatte keine Idee, was er den nun stärkeren Borussen entgegensetzen konnte und geriet völlig verdient in Rückstand. Alcácer besorgte das 3:2 für die Heimmannschaft (73.).

In der Schlussphase spielte der BVB das Ding souverän runter. Bayern wurde hier und da zwar noch annähernd gefährlich, brachte sich allerdings bis auf ein Abseitstor Lewandowskis in keine gute Schussposition mehr. Und so erhöhten Favre und seine Mannschaft den Abstand auf den FC Bayern auf sieben Punkte. Sieben. Eine Zahl, die die Münchner bei aufeinanderfolgenden Meisterschaften erreichen wollen. Dieses Ziel wird allerdings zunehmend unwahrscheinlich.

Dinge, die auffielen:

1. Besseres Pressing

Beim Tabellenführer war von Beginn an klar, dass diese Münchner etwas vor hatten. Die ersten 25 Minuten absolvierte der Meister fast ohne Unterbrechungen im Angriffspressing und mit offensivem Gegenpressing. Nicht in Perfektion, wie die beiden Konter zwischen der zehnten und der fünfzehnten Minute zeigten, doch die resultierten eben vor allem aus ungünstigen Positionierungen in Ballbesitz.

Bayern lief nicht so wild an wie zuletzt, sondern bekam mehr Struktur in die eigene Formation. Weit vorne stellten sie die Dortmunder Schaltzentrale mit Mannorientierungen, dahinter wurde endlich mal wieder nachgeschoben. Martínez stand phasenweise weit in der gegnerischen Hälfte, während Goretzka und Müller Lewandowski zuarbeiteten. Es war ein Kollektiv zu erkennen.

Dortmund konnte so sein eigenes Spiel zunächst kaum entfalten und wurde zu leichtfertigen Ballverlusten gezwungen. Bayern hätte daraus fast noch mehr machen müssen, scheiterte aber an den letzten Aktionen.

Nach dem Führungstreffer ließ sich der FCB tiefer fallen. In einem 4-4-2 lauerten sie auf Kontergelegenheiten und standen auch dort recht passabel. Allerdings mit größeren Problemen als noch im Angriffspressing. Im Gegensatz zu Atlético gelang es der Mannschaft nicht, eine große Kompaktheit zu erzeugen. Das lag nicht zuletzt an vielen Mannorientierungen, die auch im Mittelfeld- oder Abwehrpressing weiterhin praktiziert wurden.

Dortmund konnte dadurch Räume öffnen und Gefahr erzeugen. Vor allem zu Beginn der zweiten Halbzeit zeigte sich das. Auch die Gegentore und die Druckphase der Borussia wurden durch die großen Abstände begünstigt. Kovač bekommt dieses Problem einfach nicht in den Griff.

Gerade im tiefen 4-4-2 sollten die Bayern mehr auf ihre Geschlossenheit achten und Gegenspieler eher übergeben, als sie hartnäckig zu verfolgen. Es war deshalb nur ein kleiner Fortschritt.

2. Bessere Struktur

Das gilt auch für die Struktur in Ballbesitz. Zwar war das Zentrum in einigen Phasen immer noch unbesetzt, doch die Unterstützung der beiden Flügel war durch Müller und Goretzka wieder besser. Auch Lewandowski wurde dank der Läufe seiner Mitspieler eingebunden. Gnabry und Ribéry wurden selten allein gelassen und hatten so auch immer die Option, einen Pass zu spielen, statt sich festzulaufen.

Gerade Goretzka brachte einen großen Mehrwert. Durch sein hohes Laufpensum schaffte er es, Martínez im ersten Drittel zu unterstützen, im zweiten Drittel eine Lösung zwischen Martínez und Müller anzubieten und im Angriffsdrittel Gefahr zu erzeugen.

Goretzka fehlt es hier und da noch an Ruhe am Ball, aber seine Läufe brachten Optionen in ein System, dem vor allem in den Zwischenräumen zuletzt viel fehlte. Auch Müller ist hier explizit ein Kompliment auszusprechen, weil er zuletzt zu Recht hart kritisiert wurde. In Dortmund war er vor allem dafür verantwortlich, dass das eigene Pressing besser funktionierte, aber auch, dass es auf der rechten Spielfeldseite mehr Optionen in Ballbesitz gab.

Es bleibt festzuhalten, dass der FC Bayern noch Fußball spielen kann. Auch gegen tiefstehende und kompakte Gegner. Nur wie nachhaltig das ist, bleibt weiterhin offen. Denn trotz guter Phasen gab es auch wieder viele schlechte Phasen. Und viel mehr klare Chancen als zuletzt gab es ebenfalls nicht.

3. Bessere Einstellung

Borussia Dortmund, Westfalenstadion, ausverkaufte Hütte, Flutlicht – es braucht derzeit ein bisschen was, um den FC Bayern zu motivieren. Am Samstagabend war die Einstellung aber herausragend. Auch wenn etwas nicht funktionierte, ließ man sich davon nicht umwerfen. Ob das auch so gewesen wäre, wenn Reus das frühe 1:0 gemacht hätte, wird sich nicht auflösen lassen.

Letztendlich zeigte die Mannschaft nach längerer Zeit mal wieder Biss. Als Ribéry in der Anfangsphase einen Zweikampf an der Mittellinie gewann, sprang die halbe Bayernbank auf, um die Mannschaft zu pushen. Nach dem Elfmeter ließ man sich nicht beirren und lief weiter hoch an und erzwang die erneute Führung. Szenen, die zuletzt in dieser Form vermisst wurden. Nun liegt es am gesamten Team, diese positive Stimmung über die Länderspielpause hinweg zu transportieren und wieder gemeinsam an den Zielen zu arbeiten. Das negative Ergebnis wird dabei allerdings nicht helfen.

4. Besser reicht halt nicht

Alles war an diesem Abend ein bisschen besser. Und doch gab es genügend Lücken in Ballbesitz, zu viele individuelle Fehler und erneut zu große Abstände. Für ein Spiel auf absolut höchstem Niveau ist das zu wenig. Dass die Einstellung der Bayern stimmte, ist deshalb nur ein schwacher Trost.

Denn letztendlich reicht das Ergebnis nicht, um in der Tabelle einen wichtigen Schritt zu machen. Die Fortschritte waren zu klein, die taktischen Ideen gegen die leichten Umstellungen des Gegners nicht vorhanden. Im zweiten Durchgang offenbarte sich der Unterschied zwischen einer Spitzenmannschaft der Bundesliga und einer guten Mannschaft aus München. Der FC Bayern zeigte vielleicht seine beste Leistung der letzten Wochen. Doch es reichte eben nicht.

5. Chapeau, Favre!

Doch die zwei verschiedenen Halbzeiten haben ihren Ursprung nicht etwa in einem akuten Leistungsabfall, den man beim FC Bayern zuletzt häufiger beobachten konnte. Die Münchner blieben in dieser Partie relativ leistungskonstant.

Der Ursprung liegt in einer herausragenden Borussia, die die Schwächen des FC Bayern im zweiten Durchgang gnadenlos offenbarte. In den ersten 45 Minuten gelang es dem BVB nicht, die großen Lücken zwischen den Ketten sowie die Mannorientierungen der Gäste für sich zu nutzen. Dann stellte Favre aber etwas um, brachte nicht nur einen echten Stürmer, sondern ließ Reus auch weiter in den Zwischenlinienraum abkippen.

Dortmund gewann plötzlich an Durchschlagskraft, bespielte immer wieder die Zentrale, um von dort dann die freien Halbräume zu nutzen. Favre hat Kovač hier auf dem falschen Fuß erwischt. Der wusste sich erneut nicht wirklich zu helfen und brachte zwar ein paar personelle Wechsel, jedoch keine Lösungen gegen stark verbesserte und auch veränderte Borussen.

Favre muss ein Kompliment ausgesprochen werden. Der Spielverlauf sprach lange klar für die Bayern, doch sein Team störte sich nicht an Rückschlägen und vergebenen Chancen. Sie spielte immer weiter und erzeugte eine Druckphase, in der die Münchner nichts entgegenzusetzen hatten. Eine große Leistung einer Mannschaft, die sich erst noch am Anfang eines Prozesses befindet. Das sollte als Warnsignal für den FC Bayern reichen.

6. Läuft, Lewy!

Um den Spielbericht mit einer positiven Perspektive zu beenden: Robert Lewandowski ist im Moment der(!) Spieler beim FC Bayern. Er trägt die Offensive, er sorgt immer für Gefahr, er gibt teilweise sogar dem Mittelfeld Struktur, indem er sich klug bewegt. Auch in Dortmund war er früh der Schlüsselspieler. Nicht nur wegen seines Tores.

Dem Polen wurde oft nachgesagt, dass er das allerhöchste Niveau nicht habe, weil er in großen Spielen nicht vernünftig abliefert. In dieser Saison ist die Offensivstruktur des FC Bayern gewiss nicht auf Top-Niveau. Das ist immer schwer für einen Stürmer. Aber Lewandowski ist es. Er strahlt absolute Weltklasse aus und geht mit starken Leistungen voran.

Wie gut ist Lewandowski erst, wenn der FCB ihn wieder optimal einbinden kann? In Dortmund zeigte er erneut, dass auf ihn Verlass ist. Und, dass er einer der besten Stürmer dieses Planeten ist.

7. Schmerz

Diese Niederlage tut deshalb so weh, weil man weiß, dass in dieser Konstellation einfach nicht mehr drin war. Es war die bestmögliche Leistung. Es war die bestmögliche Einstellung. Trotzdem war der BVB den Tick besser, der am Ende entscheidend war. Und während man bei der Borussia das Gefühl hat, dass sie noch besser werden, zeigt der Trend in München nach unten. An der individuellen Qualität der Spieler liegt dies jedoch nur zu Teilen. Das sollte an einem Abend, an dem vor allem auch die taktischen Anpassungen des Gegners den Unterschied machten, deutlich geworden sein.

Miasanrot Patreon

Abonniere unsere Beiträge!

Twitter & Facebook

Folge uns über Social Media

Du willst die aktuellsten und wichtigsten News zum FC Bayern lesen? Folge uns auf Twitter @miasanrot oder like unsere Facebook Seite.

Folgen

Leserkommentare
  1. Alexander Milinski

    Ohne das Spiel gesehen zu haben: schmerzhaft finde ich, dass James für Kovač offensichtlich keine Option mehr ist.

    1. Mogician

      Sehe ich absolut genauso.
      Somit ist unser potentiell bester Mann bald weg.
      Und zu uns kommt dann lange keiner mehr. Dann können wir unfertige Spieler scouten gehen.
      Corman wird der Mannschaft auch nicht mehr helfen können und weggehen.

      Wir haben dafür dann deutsche Nationalspieler wie Leon Goretzka.

  2. Mogician

    So sieht ein Club aus, der seit drei Jahren nur falsche Entscheidungen getroffen hat!

  3. Kai

    What a game! Ich fürchte, ich kann nicht Substantielle beitragen, zu frisch all die Eindrücke, zu umfassend und auf den Punkt eure Analyse! Chapeau an die Jungs, bessere Zeiten werden kommen! Dortmund hat verdient gewonnen.

  4. wipf1953

    Eine leider komplett verdiente Niederlage. Naive, viel zu offensive und ungeordnete Hurra-Spielweise in HZ2. Bei einer nicht mehr ganz hochklassigen Innenveteidigung ist das, wie zu sehen war, tödlich. Wenn das Kovac’ Vorgabe war, kommen mir Zweifel.

    Vieles erinnerte in HZ2 an das DFB-Pokalfinale 2012.

    1. Grullit

      …wie kann man in dieser situation 0:1 und 1:2 vorne stehen und insgesamt 3 kontertore fangen?

      1. Herrispezial

        Man könnte ja mal nachfragen, warum nach dem 2:1 nicht einfach mal der Laden hinten dichtgemacht wird. Solche Fragen stellen unsere Sportjournalisten leider nicht. Also bekommen wir auch keine Antworten darauf. Aber als Spieler würde ich genau das den Trainer auch mal fragen, wenn wir so oft in Führung geben, um sie dann noch wieder abzugeben. Und in einem Spiel wie heute stelle ich dann auf mal eine 5er-Kette nach der Führung auf.

      2. wipf1953

        Auf mich wirkte das so, als hätte der Trainer die Entscheidung, wie gespielt wird, den Spielern übertragen. Und die wollten das spielen, was sie jahrelang gespielt haben.

      3. Osrig

        @WIPF: Was ihnen in der ersten Halbzeit ja auch gut gelungen ist!
        In der Halbzeitpause gab es dann wohl anders lautende Anweisungen…

      4. wipf1953

        in HZ 2 stand Bayern, wie damals unter Guardiola, mit 10 Mann in der Hälfte des BVB. Boateng irrt beim 3:2 als letzter Mann umher und bewegt sich Richtung linke Auslinie (!). Wenn das die Vorgaben des Trainers waren ist er das Problem. Wenn das die Entscheidung des Spielers im Spiel war, dann gute Nacht Boateng.

        Das 2:2 entstand zwar aus Ballbesitz des BVB, aber wieder stark unterstützt von einer umherirrenden Bayern-Abwehr ..

        Ich denke, das ist ein mentales Problem. Flaschen leer.

  5. Olorin

    Wie ich im Vorbericht gesagt hab: fallen mehr als drei Tore, gewinnt der BVB. In einem offensiven Shootout gewinnt das Team mit der höheren Klasse, und das ist nunmal der BVB. Der Sieg des BVB geht natürlich klar in Ordnung, neben den Toren noch drei Riesenchancen ausgelassen. Für einen Sensationspunkt in Dortmund hätten wir schon sehr viel Dusel gebraucht…ein bissl Dusel hatten wir, aber nicht genug.
    Als Bayernfan kann ich mit diesem Spiel gut leben, das stärkste Spiel seit dem 2:2 in Madrid vor einem halben Jahr. Das Desaster, das ich auch gut für möglich hielt, ist ausgeblieben. Trotzdem sind wir nicht über dem Berg: Kovac konnte heute seine Spielidee, die primär auf Destruktivität basiert, gut durchbringen, weil der FCB erstmals unter ihm als Außenseiter in die Begegnung ging. Diese Situation wird in der HR nicht erneut auftreten und ich fürchte, nach der Länderspielpause gehts mit dem gleichen Gewürge weiter wie in den letzten Wochen.

    Seltsam mal wieder Kovacs Personalwahl: warum lässt er auswärts beim stärksten Team der Liga den stabilsten Verteidiger dieser Saison draußen und startet wieder mit Hummels/Boateng? Boateng fand ich etwas verbessert, Hummels dafür völlig desolat, langsam und fehleranfällig. Mit weniger Glück ist er alleinverantwortlich für zwei Dortmunder Treffer. Warum wurde eigentlich Boateng aus dem DFB-Kader geworfen und nicht Hummels, der es viel mehr verdient hätte? Alaba und Kimmich stark. Ribéry in der ersten Hälfte deutlich verbessert (aber bei Rib sind die Erwartungen so gesunken dass verbessert heißt viel brotlose Kunst ohne entscheidende Fehler), aber warum ließ ihn Kovac durchspielen (und wechselte stattdessen Gnabry aus), obwohl er offensichtlich am Ende war? Den Ballverlust von Rib vor dem Siegtor des BVB muss sich auch Kovac ankreiden. Neuers Aktion beim Elfer total dämlich. Zu James will ich eigentlich nichts sagen, ohne die Hintergründe zu kennen. Nur soviel: wenn James aus disziplinarischen oder gesundheitlichen Gründen ohnehin keine Option für einen Einsatz war hat er auch auf der Bank nichts zu suchen, dann nimmt man lieber noch einen Jugendspieler mit. Und andernfalls hätte James zwingend spielen müssen.

    1. Mogician

      Ich finde, dass gerade dieses Spiel die Mängel unserer Mannschaft gezeigt hat. Das wird diese Mannschaft auch nicht mehr umbiegen können. Es werden nicht sechs oder mehr Spieler ihre alte Form wiederfinden bzw ich glaube nicht, dass es noch eine Frage nach der Form ist.
      Ich glaube nicht, dass Boateng, Hummels, Martinez und Müller nochmal Weltklasse werden.
      Heute war das Höchstleistung, und dafür unfassbare Fehler. Fehlpässe, schwere Konter, individuelle Fehler… Das kann mal gegen Mainz passieren, wenn das passiert obwohl man motiviert ist, dann deshalb, weil man nicht besser kann.

      Diese Mannschaft geht seit Jahren langsam die Luft aus, die wird, meines Erachtens, nicht mehr besser.
      Ich schreibe sie mit dem heutigen Spiel ab.
      Rückblickend muss man sagen, dass Vidal stand heute ein deutlicher Qualitätsgewinn wäre.
      Letztlich fehlt auch ein Nachfolger von Schweinsteiger oder/und Lahm.

      1. Olorin

        Ich will dir da gar nicht widersprechen. Dieses Spiel hat die Mängel der Mannschaft aufgedeckt. Und zwar hat es aufgedeckt, dass wir-selbst wenn wir an unser Leistungslimit gehen-eine Mannschaft wie den BVB nicht schlagen können, selbst für ein Unentschieden bräuchten wir ordentlich Glück. Das ist aber keine Erkenntnis, die mich persönlich überrascht hat. Mich hat eher gefreut, dass die Mannschaft heute tatsächlich-wie du zurecht sagst-ihre Höchstleistung abrufen konnte. Das spricht für ihren Charakter. Ich hatte auf kicktipp 3:0 getippt, habe ein Desaster wie vor einem Jahr in Paris befürchtet. Ich fürchte das wäre es auch geworden, wenn Reus seine erste Chance gleich genutzt hätte. So aber kann man der Mannschaft zumindest kämpferisch nichts vorwerfen. Fußballerisch und taktisch sind wir halt momentan dann einfach nicht auf Augenhöhe mit dem BVB, so bitter das auch ist.

      2. wipf1953

        Doch, diese vier Spieler können sich sicherlich wieder fangen. Sie werden ihr Spiel ändern müssen (Hummels vor allem), bzw. sich eine Mannschaft suchen müssen, in der ihre Qualitäten gebraucht werden.

        Aber Bayern kann es sich schlicht nicht leisten, wenn von zehn Feldspielern vier sich “im Umbruch” befinden. Wobei man einfach sehen muss, dass Boateng und Martinez (und auch Neuer) inzwischen diverse Verletzungen hatten.

      3. Mogician

        Ja, es war schön, dass Alaba und Lewandowski mal wieder überzeugt haben. Es war auch schön, dass wir mal ein paar ganz leichte Tore geschossen haben.
        Aber ich hoffe nicht, dass wir zu Fans werden, die solch kurze Momente des Glücks als einzige Freude haben werden.

        Es war kein grauenvolles Spiel, es hat bis zu einem gewissen Punkt Spaß gemacht, zuzuschauen.
        Leider sind für mich die Abnutzungsspuren aber irgendwie mit diesem Spiel zementiert, mehr als mit der Niederlage in Gladbach.
        Die Mängel in der Mannschaft bzw Club sind für mich nun endgültig fundamental.

        Man hat lange gehofft, dass Bayern noch in die Spur kommen kann und an ein, zwei Schrauben gestellt werden muss dann geht das wieder.

        Meiner Meinung nach ist die Mannschaft wie ein Flugzeug, bei dem die Turbinen ausgefallen sind. Dabei g
        Hat Heynckes dieses Flugzeug umsichtig wie ein Segelflugzeug im Gleitflug gehalten, was der junge Pilot Kovac nicht kann.
        Mit ihm ist der FCB ein Dickschiff auf dem Weg nach unten.
        Ich würde gerbe in zwei Jahren sehen, wie ich selbst zu diesem Urteil von heute stehe.

  6. Kurt2

    Danke für die Einschätzung. Ja, taktische Variabilitäten finden bei Kovac nicht wirklich statt.
    Neben den fehlenden Mittelfeldimpulsen fällt auch auf, dass außer Lewa und Gnabry kein weiterer Bayern-Spieler mehr wirkliche Torgefahr ausstrahlt.

  7. Leo

    Also Dortmund hat natürlich nicht unverdient gewonnen, absoluter Fight von allen, Respekt von meiner Seite ;)

    Das James nicht gebracht wurde, nicht in der Startelf stand etc grenzt für mich an einen Scherz!

    1. Hummelrobbe

      Sehe ich genauso und das kreide ich Kovac an! Warum nicht spätestens in der 2. HZ James für Müller??? Warum Gnabry raus??? Warum nicht Sanchez für Ribery, der in HZ 2 total abgebaut hat???
      Die Mannschaft hat alles gegeben. Kovac ist nicht fähig richtig zu reagieren! Punkt!

  8. GestrandetinBerlin

    Ich verstehe, dass man bei dem Spiel auch ein paar positive Aspekte sehen kann. Ja, das Pressing war in der 1.Hz wirklich besser und man hat selber Dortmunds Leere in der Mitte gut bespielt.
    Letztlich kann es aber morgen gut sein, dass man als Tabellen 5. in die Länderspielpause geht. Letztlich lief wieder über Ballverluste von Ribery ein Tor. Letztlich wurde Bayern in der 2 Hz wieder ausgecoached. Ich verstehe echt nicht, was diese Mannschaft, mit diesen Spielern für eine positive Zukunft haben soll. Aus meiner Sicht führen uns Hoeneß, Brazzo und Kovac gerade in die Mittelmäßigkeig. Aber gut, nach 6. Meisterschaften muss man damit auch Mal leben können. Man muss auch klar anerkennen, dass sowohl Dortmund als auch Gladbach meilenweit besser sind.
    Vielleicht war es auch einfach ein perfider Plan der Frankfurter, Kovac zu Bayern zu lassen, damit man uns so überholen kann.

    1. Mogician

      Sehe vieles auch so.
      Ich denke, der Unterschied zu früher, und das ist gefährlich, ist, dass Hoeneß etc heute gar keine dicken Bretter mehr bohren können.
      Man hätte, als Guardiola gegangen ist, direkt groß angelegt investieren müssen.
      Ich befürchte, dass wir bald von der internationalen Spitze völlig abgeschnitten sind.

      Durch das Geld, das heute international ausgeschüttet wird, geht dann die Schere noch weiter auseinander.

      Wir haben bereits sehr an Strahlkraft eingebüßt. Wir können kaum überdurchschnittliche Spieler verpflichten.
      Von unserem Leistungszentrum hört man auch schon lange nichts mehr.
      Wie schon vor über einem Jahr hier geschrieben wurde, unter den Umständen ist ein Konzept die einzige Rettung.

    2. Done

      “Letztlich lief wieder über Ballverluste von Ribery ein Tor. ”

      Schön langsam wirds wirklich slapstick…

  9. Mehmet68

    Danke an Justin für die wie immer tolle Analyse!

    Punkt 7 *schmerzt* am meisten, wenn man sich vor Augen führt, wo die Mannschaft noch vor zwei Jahren stand. Ich spare mir jetzt aber die Auflistung zweifelhafter Entscheidungen.

    Kann man mit Kovac weiter machen, oder liegts an den Spielern? Einerseits erscheint mir offensichtlich, dass Kovac einige Spieler nicht mehr 100%ig erreicht. Andererseits sind unsere üblichen Retter mittlerweile im Seniorenalter und nicht mehr verfügbar. Jemanden in dieser Phase ins Feuer zu werfen, stelle ich mir schwierig vor. Wenger wird abwinken, van Gaal kann mit Uli nicht mehr. Man bräuchte halt jemanden in der Rolle von Rangnick bei RBL für die Überbrückungsphase.

    Und dann ein klares Konzept mit neuen Namen im Kader und auf Funktionärsebene für die nächsten 5 Jahre. Aber nachdem Uli noch 2-3 Jahre weiterwursteln will, wird das wohl nicht passieren. Davies muss es ab Januar alleine richten. ;-))

    1. Nur der FCB

      Wenger wäre meiner Meinung nach eine Option, man sollte versuchen ihn zu bekommen. Kovac wird Bayern immer weiter runterwirtschaften und spätestens wenn die CL-Qualifikation für nächstes Jahr in Gefahr gerät, wird man sowieso handeln müssen. Hoffentlich verschläft man nicht wieder durch Sturheit und Zögerlichkeit, andere Optionen zu prüfen wie vor der Saison mit Favre und Tuchel.

  10. Kurt

    Armer Lewy. Den wollten manche schon verscherbeln.

    1. Michael

      Und womit? Mit Recht! Ich hätte ihn auch liebend gerne ziehen lassen, so lustlos und offensichtlich abwanderungswillig er rüberkam. Umso höher rechne ich es ihm an, wie er sich jetzt wieder reinhängt. Sauber!

  11. Amadona

    Definitiv eine Leistungssteigerung, aber dennoch ernüchternd. Am meisten Sorgen macht mir für den Neuaufbau (wo ist der eigentlich?) die Personalie James. Wenn ich den gegen Dortmund nicht bringe, ist echt was im Argen. Meiner Meinung nach sollte man den Umbruch basierend auf den Säulen Thiago und James aufbauen. James scheint aber von Kovac einfach ignoriert zu werden. Geht das so weiter, ist der nächste Saison weg. Gratulation. Es gibt nun mal Spieler, denen man einfach Vertrauen und Verantwortung schenken muss. Was James kann, sollte jedem bekannt sein. Das Potenzial zu sehen und richtig rauszukitzeln ist Hauptaufgabe des Trainers. Nennt sich “Motivieren”, hab ich mal irgendwo gelesen.

  12. JP

    Diese Saison geht halt flöten, das passiert. Aber wenn das Kasperltheater mit Spielern wie Gnabry (ausgewechselt statt Ribery) oder James weitergeht, verlieren wir nicht nur diese Spieler, sondern auch die nächsten Jahre.

  13. cj

    Taktisch war die 2. Halbzeit extrem schwach. Nach der erneuten Führung hätte Kovac sofort versuchen müssen, das Mittelfeld wieder kompakter zu bekommen, zum Beispiel mit Sanches und James für Ribery und Müller. Stattdessen sieht er seelenruhig zu wie unser Mittelfeld zerfällt, um dann als wir zurückliegen plötzlich Sanches für Gnabry zu bringen. Tut mir leid, verstehe ich nicht.

    1. Herrispezial

      Da bist Du nicht der Einzige. Aber es ist ja inzwischen unsere Spezialität nach Führungen noch Gegentore zu kassieren. Die haben uns fast immer Punkte gekostet oder zumindest in Bedrängnis gebracht. Dass daraus nicht irgendwann einmal Schlussfolgerungen gezogen werden, ist unverständlich.

    2. Hummelrobbe

      +1
      Habe ich oben auch geschrieben!

      1. uc

        Aber das ist doch mehr als nur ein deja vu zur Ancelotti Zeit!!!
        Schwer nachvollziehbare Aufstellungen und als einzige taktische Maßnahme ebensolche Wechsel in sehr späten Phasen des Spiels.
        Das wird teuer in der nächsten Zeit, wenn zwei Innenverteidiger, Rib+Rob, Verstärkung der Außenbahnen, 6er Ersatz auf der Einkaufsliste stehen.

  14. Roland Wohlfarth

    Wie kann Kovac nur Rib durchspielen lassen. Und gleichzeitig James das ganze Spiel auf der Bank lassen? Wieso hat er Sanches nicht früher gebracht? Wieso lässt sich Kovac in der zweiten Hälfte so auscoachen und hat keine Antwort auf die Umstellungen von Favre? Es gibt soviele Punkte, die man nennen könnte. Solche Spiele werden durch Nuancen entschieden und obwohl das Team alles gegeben hat und einen guten Fight geliefert hat, können wir uns nicht auf den Coach verlassen, dass er imstande ist, durch Korrekturen (oder IRGENDEINE Art von in-game coaching) auch in schwierigen Situationen Impulse zu setzen. Für mich war das das deutlichste Zeichen, dass Kovac nicht in der Lage ist, eine Spitzenmannschaft zu coachen. Fürchte aber, dass die Tatsache, dass wir heute nicht komplett untergegangen sind, dazu führt dass Kovac weiter wursteln darf.

    1. Herrispezial

      Das ist ja besonders schmerzhaft an dem Ergebnis. Es sieht so aus also ob wir mithalten könnten, obwohl es am Ende doch nicht der Fall war. Und diese Täuschung führt zu Fehleinschätzungen anstatt einer anständigen Analyse. So war es ja schon letzte Saison. Ohne die Lose im Achtel- und Viertelfinale der CL wäre man vielleicht schon damals aufgewacht. Und im Pokal hatten wir auch Losglück. Ebenso mit der CL-Gruppe. Deswegen sieht es derzeit noch erfolgreicher aus als es eigentlich ist. Ein Blick auf die Tabelle in der BL (der angeblich ehrlichste Wettbewerb) zeigt ja deutlich, wo wir stehen. Offensiv und defensiv so gerade noch im oberen Drittel. Das könnte man sehen, wenn man hinschaut bzw. hinschauen möchte.

      1. Olorin

        Da ist fürchte ich viel wahres dran. Eine deutliche Niederlage hätte auch im besten Fall ein reinigendes Gewitter sein können, so wie damals in Paris. Zumal die Länderspielpause auch die letzte Gelegenheit für einen neuen Coach wäre, etwas inhaltlich zu arbeiten und den Leistungsstand der Problemfälle (die ja an der Säbener Straße bleiben großteil) mit dem der Jugendspieler abzugleichen. Mein Glaube an Kovac geht mittlerweile auch gegen null, die starke 1. Hälfte schreibe ich eher dem Charakter der Spieler als dem Geschick des Trainers zu. Taktisch ist das dünn, die Personalwahl ist uninspiriert, fragwürdig und schädigt die Zukunft des Vereins. Was spricht da noch für ihn?

      2. Roland Wohlfarth

        Es war am Ende nicht mehr der Fall. Weil Kovac nicht angemessen auf die taktischen Umstellungen von Favre reagiert hat. Ich sehe hier also Kovac in der Bringschuld. BVB fährt Angriff um Angriff und da muss ich als Trainer reagieren. Zumindest das Team an die veränderten Bedingungen, die nach der Weigl Auswechslung herrschten, anpassen. Kovac hat das einmal mehr versäumt. Er kann es einfach nicht. Und so gewinnst du keine großen Spiele.

      3. Herrispezial

        Habt Ihr die PK gesehen? Auf die Frage, warum Dortmund in der 2 Hälfte besser durch die Mitte kam, antwortet er ausreichend. Erst der Verweis auf die Einwechslung von Dahoud und dann der Verweis auf den Ballverlust von Ribery. Aber keine klare Antwort darauf. Dazu die Aussagen von Hummels, dass er alles dumpf wahrgenommen hat – und trotzdem weiterspielen darf. Da ist der Trainer gefragt zu reagieren. Und er fragt einfach nur nach, ob es noch geht. Das alles macht mich sprachlos.

    2. Hummelrobbe

      Das sehen anscheinend einige hier auf MSR absolut gleich. Das gibt mir die Genugtuung, min meiner Überzeugung nicht allein zu sein. Nutz aber nix, solange Kovac immer wieder völlig hirnrissig wechselt!!!

  15. Kurt74

    Erstmal muss ich sagen das ein Unenschieden Gerecht gewesen wäre. Ich hatte nach den Eindrücken der letzten Spiele nie so ein Spiel von uns erwartet das natürlich direkt zu der Frage bringt, warum nicht immer so? Die erste Halbzeit gehörte klar Bayern und hätten mehr Tore schießen müssen, zweite Halbzeit schlägt für den BVB aus.
    Momentan hat der BVB den Dusel einen Alcacer auf der Bank als Joker zu haben. Der Mann ist momentan eine Garantie auf ein Tor.
    Schade das uns Tolisso, Thiago und Coman fehlen. Sind schon Spieler die einen Unterschied ausmachen können wobei Ribery heute wieder eine seiner besseren Leistungen gezeigt hat. Unverständlich für mich auch was Kovac mit James macht. Wenn das so weitergeht ist er im Sommer weg und das wäre in meinen Augen ein großer Verlust.
    Und absolut unverständlich wie Kovac einen erkälteten Hummels bringt und einen fitten Süle auf der Bank lässt.
    Egal, zumindest bin ich jetzt zuversichtlich das wir unter den Top3 landen werden und ein CL Platz sicher ist. Die Meisterschaft halte ich zwar immer noch für offen, den dafür gehen einige Spiele vom BVB zu sehr glücklich für sie aus, aber es schadet der Liga ingesamt nicht wenn mal ein anderer Verein Meistert wird.
    Wichtiger ist das im Sommer dann die richtigen Lehren aus dieser Saison gezogen werden. Angefangen bei verdienten Spielern bis hin zum Trainer. Kovac scheint während des Spiels taktisch nichts mehr bewirken zu können.

    1. Herrispezial

      Die Frage ist, ob die Mannschaft solche engagierten Auftritte nochmals an den Tag legen wird. Sie hätte es ja zuletzt schon machen können. Heute ging es um sehr viel – da klappte es zumindest mit der Einstellung. Aber warum die ganzen Wochen zuvor nicht? Und warum sollte es dann gegen Bremen, Düsseldorf und Nürnberg wieder so sein wie heute? Eigentlich war es in der Vergangenheit immer so, dass nach einer Klatsche wie gegen Glabdbach klare Reaktionen zu sehen waren. Die Mannschaft zeigt das diese Saison nicht. Und das bereitet mir sehr viel Bauchschmerzen und wenig Hoffnung. Wäre das Engagement die letzten Woche so wie heute gewesen, dann würden wir jetzt nicht 7 Punkte hinter der Tabellenspitze hängen und um Platz 4 bangen müssen.

    2. Olorin

      “Erstmal muss ich sagen das ein Unenschieden Gerecht gewesen wäre.”
      ? Ich kann mich an drei vergebene Monsterchance des BVB erinnern. Hätt auch leicht deutlicher ausfallen können.

      1. GestrandetinBerlin

        Ja, also gerecht wäre ein Unentschieden im Leben nicht gewesen. Bayern hat in der 2. Hz auch kaum Chancen gehabt, so fair sollte man schon sein. Ich befürchte,dass die Bayern Bosse sich die Niederlage auch schönreden. Andererseits, soviel lässt sich jetzt wohl eh nicht machen.

      2. Herrispezial

        Also es lässt sich schon eine Menge machen. Trainerwechsel. Dazu einen Sportdirektor holen, der auch Ahnung von sportlicher Führung hat. Und im Winter Martial und Ramsey verpflichten (sind beide im Sommer ablösefrei und wenn man da pro Spieler jetzt noch zwischen 30 und 40 Mios auf den Tisch legt, dfte man gute Chancen haben), um das Klima in der Mannschaft zu verbessern, denn die vielen etablierten Spieler sind nicht dazu in der Lage, die Stimmung zu verändern. Dazu ab sofort konsequent Robben und Ribery als Teilzeitspieler einsetzen (Job-Sharing). Es gibt schon einige Dinge, die sofort oder in wenigen Wochen passieren können. Man muss es nur wollen. Die Frage ist, ob die Vereinsführung sich dazudurchringen kann. KHR würde ich es zutrauen, aber UH nicht, weil er zu viel Wert auf familäres Klima legt.

      3. Olorin

        “Und im Winter Martial und Ramsey verpflichten (sind beide im Sommer ablösefrei und wenn man da pro Spieler jetzt noch zwischen 30 und 40 Mios auf den Tisch legt, dfte man gute Chancen haben)”

        Ablösefrei im Sommer gern, aber 60 bis 80 Mio, nur um die beiden Spieler ein halbes Jahr früher zu kriegen? Im Europapokal wären die beiden ohnehin nicht einsatzberechtigt. Die Meisterschaft können wir wohl ohnehin abschreiben, Platz 4 seh ich nicht als gefährdet an. Der Sommer wird teuer genug, da können wir jetzt nicht so die Kohle verballern.

      4. GestrandetinBerlin

        Bei einem Sportdirektor Wechsel bin ich ja noch dabei. Ich muss auch ganz ehrlich sagen, wenn man da Siri einstellen würde, wird man vermutlich auch nicht weniger kompetent dastehen. Bei einem Trainer Wechsel stellt sich schon die Frage, wer das machen soll. Und Martial ist und bleibt kein Flügelstürmer. Ist Gnabry ja eigentlich auch nicht. Zumindest will es Martial nach eigener Aussage nicht sein, wenn ich das richtig im Kopf habe. Das sind aber glaube ich alles nicht Spieler, die man zu Weihnachten bekommt. Außerdem sollte man dann Davies eine Chance geben. Eigentlich hat man ja auch etliche Spieler für eine Verjüngung, der Lichtblick des Tages war für mich auch Goretzka.

      5. Herrispezial

        Ehrlich gesagt müssten wir rund 200 Mios im kommenden Sommer ausgeben können angesichts der Einnahmensteigerungen (TV-Gelder) und der Nichtausgaben in den vergangenen Jahren. Da bliebe also noch genug Geld übrig, zumal ich davon ausgehe, dass man Boateng abgeben wird. Und wir brauchen für eine Stimmungsveränderung im Team dringend frisches Blut, denn die Lage erscheint mir zu verfahren, als dass einfach ein Trainerwechsel alleine reicht.

        Wenn man sicherstellen kann, dass die beiden im Sommer ablösefrei kommen und man dennoch die 200 Mios ausgeben könnte, dann wäre das für mich etwas Anderes. Aber dann müsste trotzdem ein neuer Trainer her, der dann vermehrt auch Nachwuchsspieler einbindet.

      6. Ju

        ManUnited hat bei Martial eine einseitige Option zur Vertragsverlängerung, die dir – wie man hört – in jedem Fall ziehen werden. Außerdem hat der sich zuletzt in die erste 11 gespielt, ziemlich gut genetzt und wirkt ziemlich glücklich (Und zwar als Flügelstürmer…). Es hätte wohl im Sommer die einmalige Möglichkeit gegeben, ihn zu holen. Er war nicht bei der WM, kein Stammspieler und nach wie vor sauer über den Kauf von Alexis. Diese Chance hat man aber großzügig verstreichen lassen. Zuerst durch die Verlängerung mit den Oldies und dann durch den geistreichen Hinweis, man würde doch für 3 Monate keinen Spieler kaufen. Jetzt werden die Martial zünftig mit Geld zuschütten und behalten.

        Mal davon abgesehen, dass der ständig verletzt ist und wir mit dieser Eigenschaft eigentlich ausreichend gesegnet sind: Ramsey ist zwar stärker im Dribbling und in engen Räumen, als es unsere 8er-Garde ist, jedoch auch ein Box-to-Box Spieler. Haben wir ausreichend. Auch, wenn ich persönlich den für besser und passender halte, als Goretzka – den wir aber eben schon haben. Nee, wenn wir im Mitteldfeld was machen, dann stünden ein Nadelspieler und ein tiefer Taktgeber auf der Agenda. Gerade letzterer müsste nichtmal der absolute Leistungsträger sein, sondern einfach Thiago entlasten können. Also pressingresistent, passsicher und formidabel gegen den Ball sein. Da müsste sich auch für kleines Geld was finden lassen, wenn man nicht nur nach Nationalität kaufen würde. Bspw läuft der Vertrag von Banega nur noch ein Jahr und Bentancur könnte ob seiner Standings auch zu haben sein.

      7. Herrispezial

        Oder es gibt den perfiden Plan mit James, dass er so wenig spielt, weil man ihn loswerden möchte, um ihn in Sommer im Tausch für Kroos zurück nach Madrid zu schicken. (#Taktgeber)

  16. Turbo Batzi

    Das wievielte mal kassiert Bayern nun schon ein Gegentor nachdem sich Ribery im 1vs3 festläuft. Zu Dutzenden Malen hier analysiert. Als ob das taktisch nicht abzustellen wäre. Tut irgendwie weh zu sehen, dass der Einsatz stimmt aber man gehandicapt ist durch die mangelnde spielerische Vielfalt.

    Die aktuelle Tabellensituation schreibe ich zu einem Drittel dem schwächeren Kader zu (inkl. der Verletzten) und zu 2 Dritteln der mangelnden Taktik. Dazu diese seltsamen Auswechselspielchen inkl. der Situation James (die, so befürchte ich, dem Verein langfristig schaden wird).

    Und ganz ehrlich: sich zu verausgaben, um an Ende als Werbe-Onkel für eine “spannende Bundesliga” dazustehen – darauf kann ich gerne verzichten.

    1. Hummelrobbe

      100% Zustimmung!

  17. Liza

    Ich war von Dortmunds Passivität in HZ1 sehr überrascht, das hat uns in die Karten gespielt, so dass ich die erste Hälfte sehr stark von uns fand. Ich ahnte aber schon, dass Dortmund zum einen über einen Trainer verfügt, der die Schwächen erkennt und in-game zu beheben versucht, zum anderen über genug hochwertiges Spielermaterial verfügt, um den Versuch gelingen zu lassen. Mit einer aggressiveren Dortmunder Mannschaft in HZ1 hätte das imho aber vom Ergebnis her klarer für den BVB sein können als es dann war.

    PS: Wenn man Hoeneß‘ ausgiebigen Jubel zum 0:1 gesehen hat und in den Kontext der Trainerentscheidung stellt, kann man sicherlich vermuten, dass ihn die Niederlage sehr fuchsen wird. Er hätte es gerne heute allen gezeigt. Dass das nicht gelungen ist, finde ich ehrlicht gesagt nicht ausschließlich traurig.

    1. Johannes

      Favre lag mit Weigl aber auch mit Götze in der Start 11 nicht ganz richtig.Mir waren sie auch etwas zu passiv besonders wenn man sieht das die Bayern Grösse Probleme im Aufbau hatten wenn sie aggressiv angelaufen wurden.Hintenraus aber das Potenzial noch abgerufen besonders mit der Bank. Wenn man sieht das ein pulisic noch draussen war… echt ne super Truppe.Bei Bayern waren bestimmt drei Spieler ab der 60 stehend K.O.
      Was ich mich Immer noch Frage warum wurde Bayern von den Bookies als Favorit gehandelt?

    2. Johannes

      Was macht Neuer eigentlich beim Elfer? Vor zwei Jahren hätte er den Pass noch an der Mittellinie antizipiert und mit der Brust abgefangen.Jetzt zögert er beim rauslaufen bis Reus fast im aus ist und kommt dann Immer noch zu spät

      1. Turbo Batzi

        Ich finde Neuer ist das beste Beispiel, das die Mannschaft irgendwie einen Knacks hat oder im Kopf etwas nicht stimmt.

        Früher – das klingt jetzt heftig – hätte Neuer in so einem Spiel so einen Elfer doch zu 50% gehalten. Neuer hat jahrelang jedes Spiel im Schnitt einen Unhaltbaren gehabt, was jedes Mal Spiele für uns vorangetrieben hat. Gestern irrlichtet er im Strafraum, wie ein beliebiger 0815 Torwart der Bundesliga. Nix besonderes und blöd aus der Wäsche geschaut nach jedem Gegentor. Von seiner Magie und Dominanz, die er jahrelang im Strafraum ausstrahlte, ist nichts mehr zu sehen. Und das komische ist: die ersten Saisonspiele war sie durchaus noch vorhanden..

    3. Lukas

      Die Einwechslungen von Dortmund machen mir die größten Sorgen… Tendenziell bin ich der Meinung, dass es uns gut tun würde, wenn die Gelben dieses Jahr mal Meister werden. Das Problem ist, dass ihr Kader dem unseren nächstes Jahr eher noch überlegener sein wird. Die konnten gestern Dahoud, Delany und Alcacer einwechseln und haben noch Guerrero und Pulisic auf der Bank… Fast kein Spieler außer Reus spielt schon am Limit, alle können noch stärker werden.
      Was ist nur mit unserem Kader passiert? das macht mich echt fertig

      1. Osrig

        Wenn DO jetzt DIE europäische Spitzenmannschaft wäre, dann könnten wir ja noch halbwegs beruhigt sein! Aber sie sind es noch nicht! Und trotzdem unseren Spielern deutlich überlegen!
        Sind unsere Spieler mittlerweile so schlecht? An Sattheit kann es nicht liegen, denn Leistungswille und Einsatz würde ich keinem unserer Jungs absprechen wollen. Aus einer schon ab den ersten Minuten Entschlossenheit, Dominanz und Spielwitz zeigenden Mannschaft mit erkennbarer Spielidee werden in der zweiten Halbzeit verunsicherte Spieler, die erst versuchen, den Gegner kommen zu lassen, dann überrollt werden und schließlich ohne Koordination und Struktur anzurennen, ohne wirklich Effektivität zu zeigen.
        Eine Halbzeit, in der weder Dominanz- , noch schnelles vertikale Spiel als System zu erkennen war, weder Fisch noch Fleisch! Und das bei Spieler mit Erfahrung von hier bis zum Mond!! Die ja durchaus auch jüngere, hungrige Spieler an die Seite bekommen haben! Und alle versagen plötzlich kollektiv?

        Klar, wir könnten jetzt sagen, auf der Leistung der ersten Halbzeit können Mannschaft und Trainer aufbauen! Aber macht das Sinn bei einem Trainer, der zwar irgendwie immer “die ärmste Sau” ist, aber eben auch alle Instrumente und Möglichkeiten parat haben müsste, um die vielen kleinen und größeren Defizite auszumerzen! Seit Monaten passiert das aber nicht, stattdessen müssen wir die Fortschritte bei uns mit der Lupe suchen!!
        Wie soll das erst werden, wenn wir wirklich gegen die Großen Vier spielen?

      2. wohlfarth

        Alcacer ok, aber mit der Einwechslung von Delany und Dahoud kannst normal niemanden erschrecken. Dahoud wurde im April in München schwindelig gespielt.
        Wenn wir vor der Saison Delany und Dahoud verpflichtet hätten, da wäre aber hier was los gewesen.
        Also immer am Boden bleiben und die anderen Spieler nicht so überhöhen.

      3. Olorin

        Dahoud ist ein tolles Talent (erst 22), aber das Mittelfeld ist nunmal die diffizilste Position überhaupt, da ist es für einen jungen Spieler sehr schwer, sich durchzusetzen. Delaney seh ich ähnlich wie du, da haben wir deutlich bessere. Grundsätzlich sind aber beide tendenziell Achter und da haben wir wirklich keinen Bedarf. Da schiel ich eher neidisch auf die Offensivabteilung des BVB…

      4. Lukas

        Lustig, die Dahoud Diskussion hatte ich in diesem Forum schon öfter und sie bezieht sich bei Kritikern immer das das SPiel in München, in dem er komplett versagt hat.
        Im Spiel am Samstag würde ich sagen, war er einer der Hauptgründe warum Dortmund so stark wurde. Dortmund konnte auf einmal das Angriffspressiv ganz leicht überspielen. Der Typ hat keinen Ball verloren, vertikale Pässe gespielt und defensive Zweikämpfe gewonnen. Der Junge ist einer der Pressingresistentesten Spieler der gesamten Liga – wir haben ein deartiges Profil exakt einmal im Mittelfeld und das ist Thiago. In der aktuellen Situation würde ich Goretzka, Martinez und Sanchez sofort gegen in tauschen.

  18. wohlfarth

    Die James-Situation ist wirklich sehr fraglich. Die Hintergründe wären echt interessant.
    Zu Ribery/Gnabry:
    Ribery hat kein Tor verschuldet. Wenn ein Ballverlust weit in des Gegners Hälfte automatisch ein Gegentor verursacht, dann gute Nacht.
    Vielleicht kann Gnabry, aus welchen Gründen auch immer, nicht 90 Minuten spielen.
    Wir sind im Moment einfach nicht besser, jetzt heißt es bis zum Winter dran bleiben und hoffen, dass mit der Rückkehr von Thiago, Coman und Tolisso wieder mehr Power reinkommt.
    Boateng soll die Länderspielpause nutzen um sich wieder richtig fit zu machen.
    Und bitte lieber Jogi. Lass Kimmich gegen Russland draußen. Der Junge kann nicht mehr.

  19. Osrig

    Was soll ich jetzt von diesem Spiel halten? Ich stimme dem Tenor hier und in den Medien zu, die sagen, unser FCB hat eines seiner besseren Spiele in dieser Saison gezeigt, insbesondere in der ersten Halbzeit überraschend stark im Spiel nach vorn. Ich muss aber auch anerkennen, das DO noch besser gewesen ist, wobei den Schwatzgelben auch nicht alles gelang, sie aber eben in der Lage waren, in 30 starken Minuten ihr Spiel durchzubringen.

    Welche Erkenntnis lässt sich aus den 90 Minuten ziehen?
    Zu allererst: Wir haben eine Mannschaft gesehen, die in herausragender Weise in der Lage war, schnelles vertikales Spiel in die Spitze zu zeigen! Und nein, es war nicht unser FCB unter Kovac, der diese Spielidee erfolgreich umsetzen konnte – was ich ja im Stillen vor dem Spiel noch gehofft hatte -, es war der BVB unter Favre, der nach erfolgter Umstellung in der Halbzeit diese Taktik in Tore ummünzen konnte. Wobei DO in Person von Reuss ja noch zwei Hochkaräter hatte liegen lassen, wir also noch höher hätten verlieren können.

    Aber: Wir haben auch eine Mannschaft gesehen, die versuchte, Dominanz aufzubauen, den Ball laufen lies – teils sogar in schnellem Pass-Spiel – und dadurch des Gegners Hintermannschaft ein ums andere Mal in Verlegenheit bringen konnte. Zumindest in der ersten Halbzeit, denn diese Mannschaft war unser FCB, der in dieser Phase für mich viel mehr von Heynckes’ und viel weniger von Kovac’ Spielidee zeigte, in der die Räume gut besetzt waren und auch im Zentrum mehr Präsenz gegeben war. Unsere Tore waren meiner Ansicht nach kein Zufall, sondern prima herausgespielt.

    Der Einbruch kam, als die Jungs sich mehr zurückzogen, als keine Antwort gefunden werden konnte auf die Umstellung von Favre, als DO besser ins Pressing kam und mehr Selbstsicherheit gewann. Unglückliche Wechsel taten dann ihr Übriges, und so müssen wir uns wohl langsam aber sicher damit anfreunden, dass die nächste Meisterschaft auf dem Borsig-Platz gefeiert wird – wenn sich bei uns nicht etwas ändert!

    Was kann sich ändern? Wenn es der Mannschaft gelingt, die Form der ersten 45 Minuten zu halten und über 90 Minuten zu zeigen, dann wird sich das auch in Erfolgen niederschlagen, denn das war Dominanzfussball, den unsere Jungs beherrschen.
    Allerdings: Es war stark, aber keineswegs herausragend umgesetzt, sodass auch an dieser Taktik noch viel gearbeitet werden muss, will man gegen Top-Mannschaften bestehen! Denn es sollte noch mehr Druck auf den Gegner aufgebaut werden, um ihn noch stärker am eigenen Sechzehner einzuschnüren. Aber es war eine Entwicklung in die richtige Richtung.
    Doch kann das Kovac schaffen? Eine Spielidee weiterentwickeln, von der er überhaupt nicht überzeugt ist?
    Will er das überhaupt? Oder wird er an seiner Variante festhalten, bei der sich doch mehr als deutlich gezeigt hat, das Kovac seine Spielidee vom schnellen vertikalen Spiel nicht umsetzen kann, andere Mannschaften ihm da sogar voraus sind!

    Ich befürchte, dass Kovac diesen Schritt nicht gehen wird, sondern wieder in alte Muster verfallen werden wird,. Es wird weiterhin keine Entwicklung zu sehen sein, sondern der Abstand zu den Top-Mannschaften in Europa – und wohl auch in der Liga größer werden wird.
    Wir werden wohl tatsächlich bis zur Winterpause warten müssen.

    1. wohlfarth

      Das ist unser großes Problem. Wir haben fast nur Spieler, die Dominanzfußball spielen wollen, aber nicht mehr können. Wenn wir vorher auswärts führten, haben wir auch weiterhin in des Gegners Hälfte kombiniert und gespielt. Wir ließen den Gegner nicht vor unser Tor und auch nur selten Konter zu und spielten die Siege nach hause.
      Jetzt können wir das nicht mehr und lassen uns in Dortmund bei Führung auskontern.
      Wenn wir schon nicht mehr so dominant sind, sollten wir lernen, wie wir eine Führung über die Zeit verteidigen.

      1. Osrig

        Ich denke schon, dass die Spieler noch können!!! Sie werden zum einen nicht alles verlernt haben, was sie unter Pep und Jupp gelernt haben, und abgesehen von unseren beiden Altmeistern sind die Jungs zumeist im besten Fussballer-Alter!
        Aber das Dominanzsystem spielt sich nicht von alleine! Und wenn ein Trainer die Vorgaben macht, der von diesem System und der damit verbundenen Zonenbesetzung und den erforderlichen Abläufen wenig Erfahrung hat, dann können die Spieler selbst in ihrem vertrauten System eben nicht mehr die 5 bis 7% mehr bringen, die es haben müsste, um wieder in die Spur zu kommen.
        Und – mindestens genauso problematisch – das eigentlich System der schnellen vertikalen Bälle wird ja auch nur unzureichend umgesetzt, weil wichtige Aspekte wie Pressingverhalten und Umschaltmomente nicht verbessert werden vom Trainer. Und weil die Vorgabe, den Ball schnell auf die Aussen zu tragen, unser Spiel zu berechenbar macht. Das liegt meines Erachtens also weniger an den Spielern, sondern viel mehr an den fehlenden Konzepten.

      2. Klaus Koch

        Es fehlt einfach die taktische Finesse eines Trainers. Lucien Favre zeigte doch sehr deutlich, wie eine Mannschaft ihr ursprüngliches Konzept ändert, um so dem Gegner Probleme zu bereiten. Außerdem ist es auffällig, wie die Joker bei Favre stechen, was bei Kovac kaum zu erkennen ist. Sicherlich hat dies auch mit der taktischen Maßnahme des Trainers bezüglich der Einwechselspieler zu tun, die gerade in der Endphase eines Spiels alles gekonnt und erfolgreich umsetzen können.

      3. Osrig

        @Klaus Koch:
        So schaut es aus! Vor allem bemerkenswert ist, dass Favre nicht nur ein Konzept hat, sondern dieses Konzept auch variabel gestalten kann. Und bereit ist, im Spiel umzustellen und zu reagieren.
        Mit den Einwechselungen kann jeder Trainer Glück, aber auch Pech haben, das würde ich gar nicht so hoch hängen! Die passenden Änderungen in der Formation oder der Herangehensweise vorzunehmen, hat weniger mit Glück oder Pech zu tun, sondernv viel mehr mit den Fähigkeiten des Trainers hinsichtlich Einschätzungsvermögen, Taktik und Variabiltät.
        Aber Taktik und Variabiliät sind unter Kovac kaum ersichtlich, sein System gegen Kompaktteams ineffektiv und auf Einzelaktionen angewiesen, gegen spielstärkere Mannschaften fehlt defensive Stabilität, weil die Abstände beim Verschieben und Pressing nicht stimmen.
        Da ist Favre dem Kovac meilenweit voraus!

      4. Klaus Koch

        @Osrig!
        Was bringt dir gut besetzte Auswechselbank, wenn der Trainer nicht die richtigen Schlüsse aus der laufenden Partie zieht? In den ersten 20 Minuten hatte Kovac seine Mannschaft ja bestens auf- und eingestellt. Nur dauert so ein Spiel 90 Minuten und in diesen Minuten verändert sich häufig das Spiel des Gegners. Darauf muss der Trainer eine Antwort finden. Gegen schwächere Gegner mag das Verharren in einer vorgegebenen Taktik noch ausreichen, nur in Begegnungen mit Gegnern auf Augenhöhe entscheiden eben dieses Drehen an kleinen taktischen Stellschrauben.

        Kovac wird auf noch stärker Mannschaften als Dortmund treffen, dann entscheiden nicht nur Spieler die Begegnung, sondern auch die Konzepte. Was weiterhin gerne ausgeblendet wird, sind die agierenden Personen hinter der Mannschaft und Trainer. Wenn alles perfekt funktioniert und die ausgegebenen Ziele nicht in Gefahr geraten, lassen sich Schwächen leicht überdecken. Läuft es aber nicht so wie gewünscht, dann ist das Personal im Hintergrund gefordert. Da sind die beiden Borussen aus Dortmund (Kehl, Sammer) und Gladbach (Eberl) derzeit besser aufgestellt. Nicht nur die Qualität einer Mannschaft entscheidet über Erfolg und Misserfolg, sondern auch die über die Saison nicht aufkommende störende Unruhe. Da hat der FCB eine eigene Baustelle zu bewältigen.

  20. Kurt

    Immerhin gibt es jetzt keine Illusionen mehr für mich.

  21. rotweiss

    1. ein angegrippter Hummels, der über einen dicken kopf berichtet, spielt innenverteidiger, leistet sich ein paar böcke und demonstriert eindrucksvoll seine durch krankheit noch verschärfte Langsamkeit, während ein relativ schneller IV wie süle draußen hockt. 2. James brauchen wir nicht, wir haben ja so viele kreative 3. wenn’s nach vorn schon recht schematisch ist (meistens außer HZ1 heute), dann wenigstens hinten sicher stehen. 4. auswechslungen from hell – der platte ribery verdaddelt den ball vor dem Siegtor des bvb, weil er nicht mehr kann.

    wer jetzt noch fragt, was das mit dem trainer zu tun hat, hat den schuss verpennt. der Coach erzählt dann vor dem mikro mal wieder “wir haben noch viel arbeit vor uns”. bleibt die frage: was habt ihr seit august eigentlich getrieben? und wer hat dich engagiert? muss es noch viel übler werden, bevor sich was tut?

    1. Herrispezial

      Mein Lieblingssatz von Kovac war: “Dann lassen wir uns zwei Mal auswärts auskontern, das darf uns nicht passieren.” Die zweite Satzhälfte habe ich in den vergangenen Monaten so oder in ähnlicher Form von ihm mehrmals gehört. Das spricht für sich selbst.

  22. Icke

    Bin auch der Meinung, dass dieses Spiel in Verlauf / Art und Weise den bisherigen Saisonverlauf und die Defizite der letzten Jahre wiedergibt.

    – Verpasster Umbruch. Heute spielten 8 Wembley-Spieler in Startformation, und wer weiß, ob Robben auch noch gespielt hätte, wäre er nicht verletzt gewesen. Wobei ichs hier noch etwas verstehen kann, weils Fingerspitzengefühl braucht, die Leistungsträger, die jahrelang für den Erfolg standen, sukzessive auszutauschen. Da haben es andere Teams sicher leichter, aus “der Not eine Tugend zu machen”…

    – Verrfehlte Kaderplanung (in der Breite wie auch in der Kaderzusammenstellung). Während sich im Mittelfeld ein Überangebot tummelt, gibt es in der Abwehr (AV) und im Sturm (auch, was andere Spielertypen angeht) kaum Alternativen. Heute sah man trotz der Verletzten, dass es zu wenig Alternativen gibt, um im Spiel entscheidend auf den Verlauf einwirken zu können. Das dann individuelle Fehler dazu kommen bei einer im Moment wenig gefestigten Mannschaft ist dann nur folgerichtig.

    – Der strukturelle Umbruch ist wichtiger denn je und sollte auch da korrigiert werden, wo er sich als nicht richtig erwiesen hat. In den letzten Jahren gab es eine Entwicklung der Verantwortlichen von Guardiola, Sammer, Reschke oder Hörwick zu Kovac, Brazzo und Nickles. Im Ergebnis ist die Außenwirkung der sportlichen Kompetenz (Stichwort PK) und der Medienabteilung katastrophal. Mitarbeiter gingen, potenzielle Sportdirektoren wie Eberl oder Lahm wollten nicht kommen… Auch die Trainersuche verlief alles andere als reibungslos. Man kann den Eindruck gewinnen, dass Leute von außen was erkannt haben, was wir (in der Blase?) nicht mehr sehen. Dass z.B.UH nicht loslassen kann und kein Raum für eigene Ideen potenzieller Kandidaten da sind? Da hilft Wagenburgmentalität als Reaktion auf Kritik sicher nicht weiter…

    Es bleibt zu hoffen, dass daraus in den nächsten Monaten die richtigen Lehren gezogen werden. Insofern hat die Niederlage vielleicht doch ihr Gutes, um nicht wieder die Situation schön zu reden…

    1. Hummelrobbe

      +1
      Das Schlimme an Kovacs Unfähigkeit ist, dass wir eine miese Saison spielen würde, was jeder echte Fan akzeptieren könnte, wenn wir dabei den Umbruch schaffen. So bleibt sie Saison scheisse und der Umbruch wird verpennt. Dann starten wir nächste Saison wieder am selben Punkt!

      1. Herrispezial

        Und dabei hat Heynckes uns dafür letzte Saison eigentlich die Zeit dafür geschenkt. Aber diese Zeit wurde taten- und sinnlos verplempert.

      2. GestrandetinBerlin

        Das ist auch meine größte Sorge. Eine nicht so tolle Saison ist ja nicht die Welt aber die Sorge, dass die ganze Saison umsonst ist…Man wird vor der Saison unterschätzt haben, wie sehr ein Umbruch notwendig ist und überschätzt haben, wie sehr Kovac diesen Übergang moderieren kann.

      3. Klaus Koch

        Die Frage ist doch, ob die Herren Hoeneß und Rummenigge sich darin einig sind, den Umbruch so zu gestalten und damit auch gegebenenfalls Misserfolge akzeptieren können.

      4. Osrig

        @Klaus Koch:
        ich würde es noch etwas anders ausdrücken:
        Vorübergehenden Mißerfolg akzeptieren, dass wäre sicherlich noch einfach und auch unseren Oberen zuzutrauen. Aber zu erkennen, wann Mißerfolg eben nicht mehr vorübergehend ist, sondern droht, in den freien Fall überzugehen, DANN diesen Umstand zu erkennen und die Reißleine zu ziehen, DAS traue ich dem Einen nicht mehr zu, und der Andere hat keinen Mut, sich gegen den Einen zu stellen und zur Not auch mal auf eigenen Faust zu handeln. Was ihm in seiner Funktion eigentlich möglich sein sollte!

        Wobei für mich “Reißleine ziehen” gleichbedeutend ist damit, den Trainer vor die Tür zu setzen; anstatt ihm in der nächsten Saison für 100 bis 200 Mio Euros neue Spieler zu kaufen, die er dann genauso in die Mittelmäßigkeit treibt!

  23. rotweiss

    absolut, icke…wir “kritischen geister” sollten zu möglichst vielen auf der JHV am 30.11 erscheinen…es wird zeit, dass unsere Führung konstruktiven Gegenwind spürt!

    1. Icke

      Das sich auf den JHVs die Mitglieder eher, und ich spitz das mal zu, wie auf einem Boygroup-Konzert verhalten… da braucht man sich nicht zu wundern, dass KHR und UH bisher keinen Anlass sahen, eigenes Verhalten zu hinterfragen.
      Dabei lebt Vereinsarbeit von konstruktiver Kritik; unkritisches Zujubeln hat für mich auch wenig mit “teilhaben” im besten Sinne zu tun.

  24. Usedomspotter

    Nur ein paar Gedankensplitter.

    Sehr starke erste 30 Minuten, mittelmäßige letzte 15 Minuten in der ersten HZ. War so wohl nur möglich, weil der BVB sehr tief stand und weitestgehend auf Pressing verzichtet hat. Die zweite HZ war dann wieder das übliche Gemenge aus Konzentrationsmängeln, individuellen Fehler und Verlust jeglicher Struktur.

    Hummels mit drei katastrophalen Fehlern, die zu einer sehr guten und zwei hundertprozentigen Chancen für den BVB führten. Rätselhaft, wie er den Vorzug vor Süle bekommen kann.

    Ribéry würde ich viel mehr das zweite Tor des BVB ankreiden, als er nicht in der Lage war, Pisczek auf der Außenbahn am flanken zu hindern. Ribéry war ab der 60. Minute völlig platt.

    Gnabry nach 65 Minuten völlig platt. Wie kann das sein? Wie übrigens fast die ganze Mannschaft. Der BVB wirkte über die gesamten 90 Minuten deutlich fitter.

    Goretzka in HZ 2 völlig untergegangen. James bei Rückstand nicht zu bringen und statt dessen Sanchez auf Rechtsaußen? Ich würde das gerne verstehen.

    Man hat heute (wieder einmal) gesehen, dass Kovac nicht in der Lage ist, während eines Spiels taktische Anpassungen vorzunehmen.

    Das Spiel heute wird die Mannschaft mental noch weiter runterziehen. Aufgerafft, beste Saisonleistung geboten, trotzdem die schlechtere Mannschaft und verdient verloren. Ich glaube nicht, dass Kovac in der Lage ist, da entgegen zu wirken.

    Traurig zu sehen, wie UH den Verein zurück in die Wurstigkeit Mitte der Achtziger führt und niemand da ist, um ihn in die Schranken zu weisen.

    1. wipf1953

      Die Fitness beurteile ich anders als Du, Usedom. Nachdem Bayern in der HZ1 ziemlich viel getan hat, war klar, dass der BVB in HZ2 aufdrehen würde. Trotzdem konnte Bayern bis zum Schluss ihre Angriffe spielen. Hat mich (positiv) überrascht.

      Der so “platte” Ribery konnte in den letzen Minuten nochmal in die Abwehr zurückspielen und den Ball klären. Ihm mache ich wirklich keine Vorwürfe. Traurig ist, dass der FC Bayern darauf angewiesen ist, dass ein 35jähriger Ribery in der Schlussphase sowas machen muss.

      1. Usedomspotter

        Manuel Akanji gab ein paar Kabineninterna preis: “Der Trainer hat in der Halbzeit gesagt, Bayern kann das Tempo nicht halten. Wir aber schon.”

    2. Hummelrobbe

      Die Fitness sehe ich auch nicht als das große Problem. Da ist UH mit seiner Retro-Attitüde schon das fundamentalere Problem. Er schafft es wirklich die Arbeit der letzten 6 Jahre in kürzester Zeit zunichte zu machen. Und alle schauen zu, wie der große Zampano mit Altersstarrsinn uns zum europäischen Mittelmaß macht.

  25. wipf1953

    Für mich ist ziemlich offensichtlich, dass momentan Trainer und Führungsspieler nicht an einem Strang ziehen. Was Osrig schreibt ist richtig. Bayern hat heute einen Stil gespielt, der nicht der Stil von Kovac ist. Ärgerlicher Weise wurde das auch in HZ zwei durchgezogen (jedenfalls die konditionelle Leistung unsere FCB war spitze, das sah unter Ancelotti schon mal anders aus). Dabei waren heute bei Bayern wieder sechs Spieler auf dem Platz, die nicht nur das CL-Finale 2013 gespielt haben, sondern auch das DFB-Pokalfinale 2012. Die nötige Erfahrung wäre als auf dem Platz gewesen. Ich frage mich also, wollten diese Spieler diese Spielweise 90 Minuten durchziehen, oder wollte sie Kovac am Ende gar ins offene Messer laufen lassen (weil sie es anders nicht kapieren)?

    Jedenfalls denke ich, dass es vor dem Spiel eine Aussprache gab zwischen Kovac und der Mannschaft. Das Ergebnis war, dass die Mannschaft anders gespielt hat als die letzten Wochen. Und wohl auch anders als es Kovac vorschwebt.

    Die Niederlage heute hat nur dann ihr Gutes, wenn die, die bis heute geglaubt haben, die Spieler von 2014 müssten weiter den Fußball von 2014 spielen, endlich mal umdenken. Diesen Fußball sollte dieses FC-Bayern-Team für die laufende Saison mal schnell vergessen. Das erfolgreich zu spielen ist das Team schlicht nicht in der Lage. Trainer und Team müssen sich jetzt mal an die eigene (Profi-)Nase fassen und einen Plan machen, wie sie die Saison sauber durchspielen wollen. Wenn aber Trainer und Teile der Mannschaft weiter gegeneinander arbeiten, sehe ich für diese Saison rabenschwarz.

    1. Osrig

      Na ich fand schon, dass wir versucht haben, in der zweiten Halbzeit etwas zurückgezogener zu stehen, um DO kommen zu lassen und selbst Platz für das schnelle vertikale Spiel zu bekommen. Also ganz im Sinne des Kovac’en Systems!
      Das hat DO nach ihrer Umstellung in der Halbzeit in die Karten gespielt, und der Versuch, nach dem Gegentreffer die Dominanzmuster der ersten Halbzeit wieder aufzunehmen, endete in wenig koordinierten, wilden Offensivbemühungen, die den Schwatzgelben eher noch mehr Räume boten. Natürlich ist es Spekulation, zu überlegen, was gewesen wäre, hätten wir zu Beginn der Halbzeit weiterhin versucht, hoch zu stehen und DO weiter unter Druck zu setzen. Vielleicht wäre es trotzdem zum Elfmeter gekommen. Grundsätzlich können wir beim FCB eine stärker defensiv ausgerichtete Spielweise nicht spielen, da die Jungs keine wirkliche Erfahrung darin haben, Beton anzurühren!
      Auffällig ist aber, dass es nicht gelingt, schnell genug in eine defensive Ordnung zu kommen, wenn der Ball verloren geht. Unabhängig davon, ob ich versuche Dominanz aufzubauen, oder schnell vertikal spiele! Und DAS ist Sache des Trainers, etwas zu ändern!

  26. Tipic

    Olli Kahn spart im aktuellen Sportstudio nicht mit Kritik an Kovac und benennt schonungslos die taktischen Defizite der Mannschaft … Im Gegenzug lobt er die „glasklare Spielidee“, die Favre dem BVB vermittelt.

    1. Herrispezial

      Womit er ein um Längen besserer SpoDi wäre als unser jetziger.

    2. Tipic

      Er wurde noch gefragt, ob Bayern-Präsident was für ihn wäre, zumal die von Uli aufgestellten Kriterien (aus dem Fußball, menschlich) auf ihn zutreffen. Seine Antwort: „Alles zu seiner Zeit!“ ;-)

      1. Herrispezial

        Er muss ja nicht gleich Präsident werden, aber er könnte in gewisser Weise die Rolle eines Matthias Sammer einnehmen, indem er Mentalität und permanentes Streben nach noch besserer Leistungen wieder reinbringt. Das wäre schon ein Anfang. Dazu noch jemand, der sportlich mehr Ahnung hat (für Kaderplanung, Trainerberatung, sportliche Strategie etc.) und man wäre deutlich besser aufgestellt als jetzt.

      2. Osrig

        Meiner Meinung nach muss ein Sportdirketor ZWINGEND Erfahrungen als Trainer gesammelt haben, um dem Cheftrainer wirklich eine Stütze sein zu können. Der SpoDi muss dem Ersten Mann an der Seitenlinie auf Augenhöhe begegnen können, undzwar aufgrund seiner Fachlichkeit, nicht seiner Position!

        Mit Sammer hatten wir die ideale Besetzung dafür, den Matthias brachte nicht nur Trainererfahrung, sondern auch noch Erfahrung auf Funktionärsebene mit! Trainererfahrung halte ich auf der SpoDi-Position allerdings für bedeutsamer. Die bringt Kahn noch nicht mit!

      3. Olorin

        @Osrig
        Korrigier mich, wenn ich falsch lieg: aber meines Wissens haben die allermeisten SpoDis keine Trainererfahrung. Zorc in Dortmund, Eberl in Gladbach, Rosen in Hoffenheim, Bobic in Frankfurt, Baumann in Bremen, Preetz bei Hertha, Heidel auf Schalke…von keinem dieser Leute wüsste ich, dass er mal (ernsthaft) als Trainer gearbeitet hat. Eigentlich fallen mir spontan nur Rangnick in Leipzig und Völler in Leverkusen ein, die tatsächlich auf Erfahrung als Cheftrainer zurückblicken können. Übrigens: Uli Hoeneß hat auch nie als Trainer gearbeitet, trotzdem hat er als Manager jahrzehntelang einen hervorragenden Job gemacht (breiten wir über die Zeit nach dem Knast mal den Mantel des Schweigens). Scheint also doch gut zu gehen.

      4. Olorin

        Übrigens fällt mir auch kein Kandidat für den Sportdirektor bei uns ein, der Trainererfahrung hat. Wer schwebt dir denn da vor? Damit wären die meist genannten Verdächtigen (Kahn, Lahm, Eberl) ja raus. Rangnick ist der Vordenker des Umschaltfußballs, da sind wir uns wohl einig, dass der nicht passt. Völler will ich nicht in München sehen.
        Wir tun uns ja schon schwer, überhaupt nur einen geeigneten Mann mit Trainererfahrung, Kompetenz und passender Spielidee für den Trainerjob zu finden, wo sollen wir denn dann noch einen zweiten für den Sportdirektorposten hernehmen? Und irgendeinen aus der Riege der abgehalfterten Buli-Trainer zu nehmen (Labbadia, Funkel…), nur weil der Trainererfahrung hat, kanns ja wohl auch nicht sein.

      5. Herrispezial

        Trainererfahrung schadet sicherlich nicht; Erfahrung in Funktionärspositionen ist auch von Vorteil. Allerdings gibt es auch Dinge, die extrem wichtig sind, die man meist als Person mitbringt: Ehrgeiz und die Fähigkeit, alles immer und immer wieder kritisch zu hinterfragen. Dazu permanente “Unzufriedenheit” mit dem Erreichten, indem man stets auf der Suche nach Optione zur Verbesserung ist. Und da sehe ich Kahn schon ganz weit vorne. Sammer war auch der stetige Mahner, unter dem wir nie Selbstzufrieden wurden und unter dem jedes Jahr Geld in die Weiterentwicklung des Kaders gesteckt wurde. Diese Fähigkeiten bringt Kahn m.E. auf jeden Fall mit ein. Unsicher bin ich mir bei der sportlichen Kompetenz im engeren Sinn. Deswegen würde ich mir da auch noch eine weitere Person wünschen. Dafür geht dann UH. KHR rückt etwas auf, und darunter stehen Kahn oder Lahm plus Mr. X (der ja auch gerne aus dem Ausland kommen darf) und ersetzen Brazzo und den aufgerückten KHR. Und das alles könnte bis zum Winter stehen, damit wir dann die neue Saison planen.

      6. GestrandetinBerlin

        Ich stimme da Osrig zu, also, vielleicht muss ein Sportdirektor nicht unbedingt Trainer gewesen sein, aber ein überdurchschnittliches taktisches Verständnis sollte er schon haben, wie soll er sonst beurteilen, ob ein Trainer auf dem richtigen Weg ist? Das macht auch bei Bayern gerade Sorgen, mir fehlt da der Glaube, dass irgendjemand überhaupt einschätzen kann, ob Kovac gute Arbeit leistet.

      7. Klaus Koch

        @Olorin
        Schaue dir die erfolgreichen Vereine an, sie alle haben einen Sportdirektoren, die zwar nicht immer eine Trainererfahrung haben, aber dafür Persönlichkeit verkörpern. Leverkusen, Bremen, Leipzig, Dortmund nur als Beispiel genannt.

      8. Osrig

        @Olorin: Du hast sicherlich Recht mit den genannten Ex-Spielern, die allesamt keine Trainererfahrung mitgebracht haben, in ihren Vereinen aber durchaus gute Arbeit leisten.
        Doch zum Einen kann man die Aufgaben nicht unbedingt vergleichen, da die Vereine unterschiedliche Anforderungsprofile an ihre Sportdirektoren haben, zum Beispiel hinsichtlich des Scoutings, welches bei einigen Vereinen augenscheinlich eine höhere Bedeutung hat, als die Schnittstelle zwischen Trainer und Mannschaft.

        Entscheidender noch finde ich allerdings den unterschiedlichen Anspruch an die Mannschaften, denen der Sportdirektor genügen muss! Bei Vereinen wie unserem FCB braucht es eine deutlich höhere Expertise auf diesem Posten, als es bei den meisten anderen Vereinen erforderlich wäre. Nicht ohne Grund hat DO ja zusätzlich Sammer installiert!
        Lange Zeit war das Bild eines Sportdirektors in der Öffentlichkeit ja eher das eines “Handlangers” der Clubbosse und “Erzählonkels” für die Presse, auch intern waren die Möglichkeiten zur Einflussnahme ja begrenzt, wenn es über Scoutingfragen hinausging. Erst jetzt zeigt sich mehr und mehr die Bedeutung eines guten Sportdirektors für den Erfolg eines Vereins, und da ist meiner Ansicht nach Trainererfahrung mittlerweile(!) von essentieller Bedeutung.

      9. Olorin

        @Osrig
        Also dass ein Sportdirektor bei uns mehr Expertise braucht als irgendwo anders seh ich eigentlich nicht so. Eine kompetente Leitungsebene ist überall wichtig. Sieht man ja beim HSV, was mit inkompetenter Führungsmannschaft passiert. Dass die genaue Kompetenzzuteilung nicht überall gleich ist stimmt natürlich, ändert aber auch nichts daran, dass die meisten Vereine keinen Funktionär mit nennenswerter Trainervergangenheit haben.
        Leider bleibst du eine Antwort auf meine Frage, welcher Kandidat mit Trainererfahrung dir denn vorschwebt, schuldig. Wobei mir beim nochmaligen Nachdenken tatsächlich jemand eingefallen ist: seit diesem Sommer ist Mark van Bommel Cheftrainer in Eindhoven und scheint das auch recht gut zu machen. Jedenfalls legt das seine Fabelbilanz von 12 Siegen aus 12 Spielen (darunter ein 3:0 gegen Ajax, die-wie wir aus der CL wissen-nicht schlecht sind) bei 43:5 Toren in der Eredivisie nahe. Auch in der CL schlagen sie sich wacker, auch wenn die Gruppe mit Barca, Inter und Tottenham natürlich eine Nummer zu groß ist. Van Bommel könnte insofern tatsächlich eine gute Alternative sein, da er viel mitbringt.

        @Klaus Koch
        Also bei erfolgreichen Vereinen wär Leverkusen jetzt nicht das erste was mir einfällt. Und inwiefern Zorc oder Baumann “Persönlichkeit verkörpern” kann man find ich auch diskutieren (wobei mir das generell zu schwammig ist als Kriterium).

      10. Osrig

        @Olorin:
        Nun, tut mir leid, dass ich dir etwas schuldig bleibe, doch ging es mir vor allem darum, auf die meiner Meinung nach bei einem Sportdirektor in der heutigen Zeit für einen europäischen Top-Verein erforderliche Trainerausbildung hinzuweisen. Ich halte das für essentiell, will man ganz oben mitspielen. Bei einem Team aus den unteren Tabellenregionen sieht es sicherlich anders aus, da dürfte vor allem das Scouting Priorität haben.
        Natürlich darf die Trainerausbildung nicht das einzige Kriterium sein, vermutlich nicht einmal das Wichtigste, aber es spielt eben doch eine Rolle und wird einen Unterschied machen, in wie weit der Sportdirektor den Cheftrainer ergänzen, ihn unterstützen und mit ihm zusammen die Mannschaft weiterentwickeln kann.
        Als Kandidaten hätte ich da im Moment eher an Alonso gedacht, als an van Bommel, aber es ging mir in meinem Beitrag nicht um Personen.

  27. Paul

    Bayerns Problem ist die Defensive, weniger die Offensive, die viele kritisieren. Wenn man zwei Tore in Dortmund schießt, sollte es eigentlich reichen. Die drei Gegentreffer – Neuers zögerliches Rauslaufen, das zum Elfer führte. Hummels mehrfach katastrophale Fehler und Boateng, der beim dritten Gegentor unnötig und ungeschickt die Mitte aufmacht – gehen vor allem auf das Konto der Abwehr, nicht weil Ribery vorne mal einen Ball verloren hat.
    Ich finde, das Problem bei Bayern im Moment ist nicht so sehr die taktische Schwäche von Kovac, sondern dass er keine Hierarchie im Team installieren kann wie Heynkes. Der wusste, wie man mit James umgehen muss und hat ihn als klaren 10er gestärkt. Kovac findet zum besten Mittelfeldspieler der Bayern leider keinen Draht, hat ihn am Anfang demontiert, dann auf außen gebracht und jetzt mit Disziplinarmaßnahmen belegt. Das verspricht nichts Gutes für die Zukunft, zumal ihm mit Thiago und Tolisso zwei sehr zentrale Mittelfeldspieler fehlen.
    Insgesamt ist Bayern halt am Ende einer Ära und über dem Zenith, unabhängig vom Trainer und Millionen-Einkäufen. Es wird einige Jahre dauern, bis der Umbruch gemacht ist. Die Mannschaft mag in einigen Spielen zwar wie eine Altherren-Mannschaft daherkommen, manchmal, wie gestern in Dortmund, ist sie aber immer noch streckenweise erfrischend kreativ und könnte sich vielleicht in der Champions Legeau nochmal zu ein paar Superspielen aufraffen, die Hoffnung ist da.

    1. Klaus Koch

      Die taktische Fähigkeit eines Trainers zeigt sich doch gerade in solchen Spielen wie gegen Dortmund. Favre hatte auf die Fehler reagiert und was war mit Kovac?

  28. Tschemp

    Meine Analyse zu diesem Spiel fällt kurz aus: Bei Dortmund hat kein Offensivspieler gefehlt. Spieler wie Kagawa waren nicht mal im Kader, selbst ein Pulisic wurde nicht mal eingewechselt. Bei uns dagegen war Wagner die einzige offensive Nachlademöglichkeit auf der Bank. James nur halb-fit, Robben, Thiago, Tolisso und Coman ganz verletzt, da hat Kovac heute mit stumpfer Klinge gekämpft.

    Weitere Analysen sind meiner Meinung nach Ergebnisgesteuert und somit obsolet.

    1. Klaus

      Kompliment. Der erste Kommentar, der auch die Verletzungen anspricht. Es war ein tolles Spiel zweier guter Mannschaften. Vayern war die erste Halbzeit besser, Dortmund die zweite. Am Schluß war die höhere Geschwindigkeit des BVB entscheidend. Da hapert es bei Hummels, Boateng und Martinez.

    2. Olorin

      Dass James nur halb-fit gewesen sein soll ist deine Interpretation, da hört man auch andere Dinge. Bei Dortmund hat kein Offensivspieler gefehlt-dafür der Stammkeeper, der Linksverteidiger und ein in dieser Saison bisher starker IV. Alles in allem fielen bei uns vier Spieler aus (Robben, Thiago, Tolisso, Coman) und beim BVB drei (Bürki, Schmelzer, Diallo). Wow, welch Unterschied. Ich kann das Gejammer echt nicht mehr hören.

      1. Herrispezial

        Also die Sache mit den Verletzungen ist echt eine billige Ausrede. Wir wussten, dass wir verletzungsanfällige Spieler haben – und trotzdem gehen wir mit 19 Feldspielern in die Saison. Und Verletzungen sind (leider) ein Stück Normalität bei uns. Also kann man damit umgehen, indem man der Kader entsprechend aufstellt. Die meisten Teams in der Liga und Europa agieren mit 25 Spielern, nur wir erlauben uns eine andere (und absehbar falsche) Politik. Wir MÜSSEN auf jeder Position mit 2 Spitzenspielern besetzt sein. Dazu 3 Nachwuchsleute oder gute Backups. Dann darf man u.U. einmal anfangen zu jammern. Ist ja nicht so, dass nur wir unter Verletzungen leiden.

        Das Spiel gestern haben wir nicht verloren, weil Thiago oder Coman fehlten, sondern weil Dortmund gestern in HZ2 ein wenig umgestellt hat – und wir nicht darauf reagiert haben. Spätestens nach dem 2:1 hätte man sehen können, dass Dortmund uns weiter in Bedrängnis bringt. Da darf man dann gerne einmal taktisch oder personell reagieren. Aber an der Stelle muss man Lisa Müller Recht geben – es braucht halt eine ganze Weile, bis der Trainer einmal reagiert.

      2. Klaus Koch

        Stimmt! Verletzungen dürfen nicht als Ausrede herhalten. Beim FCB und BVB sitzen auf der Ersatz-bzw. Auswechselbank ja keine Lehrlinge.

  29. AlAs

    Die erste Halbzeit hat mich auf gewisse Weise versöhnt. Es war erkennbar, was Wille und Kampfgeist erreichen können. Die 2. HZ war natürlich schlechter, wobei wir nicht vergessen dürfen, dass der Gegner immer einen Anteil daran hat. Ich finde es zudem nicht in Ordnung die Dortmunder über den Klee zu loben, nur weil sie gewonnen haben. Ein Götze ist mir z.B. erst bei seiner Auswechslung aufgefallen. Und die erste Halbzeit waren sie nicht gut!
    Ja, Fußball ist ein Punktespiel, aber mir war die Einstellung der meisten FCB-Spieler von gestern viel lieber und da kann ich die Niederlage auch eher akzeptieren, wie ein müdes Gekicke gegen Athen mit einem Sieg.

    Die Kommentare im Forum haben mir auf der anderen Seite insgesamt schon zu denken gegeben und viele Kritikpunkte sind berechtigt. Was mir dann beim Lesen aufgefallen ist, war die immer wiederkehrende Erwähnung des Umbruchs. Gleichzeitig wurde aber auch zu Recht geschrieben, dass 2012 und 2013 viele Spieler ebenfalls noch auf dem Platz waren. Wie soll der Kovac eigentlich den Umbruch einleiten, wenn hauptsächlich die “Alten” im Kader sind? Wenn man Dortmund vergleicht. Sie haben 3 Saisons gebraucht, um den Umbruch zu vollziehen. Aber sie haben eben auch die “Jungen” gefördert. Das erkenne ich momentan tatsächlich nicht. Und daran sind wirklich die beiden Herren UH und KHR schuld. Salihamidzic kann man eigentlich keinen Vorwurf machen. Er ist nur die falsche Wahl. Wenn mich jemand fragen würde, ob ich bei Google Chefentwickler werden möchte, würde ich auch zusagen, aber wäre eine ähnliche Fehlbesetzung. Dennoch wäre ich doof, nicht “nicht zuzusagen”.

    Es müssen junge hungrige Spieler geholt werden. Davies muss erst noch zeigen, ob er das kann. Aber auch in der Abwehr muss und im Sturm muss was passieren. Und so sehr ich es nicht betonen möchte: auch im Tor muss was passieren. Warum spielt ein Früchtl z.B. im Pokal gegen den 4. Ligisten oder unter der Woche gegen Athen nicht? Wenn er nicht gut genug ist, dann kann er nicht die Zukunft sein. Außerdem muss auch ein Neuer spüren, dass er nicht unersetzbar ist. Ich glaube, dass die Hauptschuld an seiner Form sogar der Bundesjogi tragen muss. Er hat Neuer vermittelt, dass er der Halbgott im Tor ist und in jeder Form besser ist als alle anderen.

  30. JP

    Hier wird ja aufgrund der taktisch etwas seltsamen 2. Halbzeit auch die Theorie vertreten, dass sich die Mannschaft weigert Kovacs Vorgaben umzusetzen. Selbst, wenn es so ist, ändert das an der Abhilfe meiner Ansicht nach nichts:

    Entweder die Mannschaft hat gestern so gespielt, weil Kovac keinen besseren Plan hatte. Dann sollte man den Trainer wechseln (ich hätte in der Halbzeit darauf gewettet, dass Dortmund uns einfach überrennt in HZ 2… Manchmal ist es doof, wenn man Recht behält :-/)

    Oder die Mannschaft macht, was sie will, weil die Mehrheit der Spieler Kovac, warum auch immer, nicht für voll nimmt. Das halte ich zwar für unwahrscheinlich, aber auch dann muss man eigentlich das Experiment mit Kovac aufgeben. Denn 10 neue Spieler bekommt man nicht über Nacht. Und außerdem scheint Kovac bei der Integration neuer Spieler sowieso nicht so perfekt zu sein…

    Im Prinzip war das alles vorhersehbar, nämlich vor ca einem Jahr , als Hoeneß offensichtlich ernsthaft gewollt hat, mit Heynckes über die Saison hinaus zu planen.

  31. willythegreat

    Natürlich hat Kovac gestern mit einigen für viele nicht nachvollziebaren Entscheidungen entscheidenden negativen Einfluss auf den Ausgang des Spiels gehabt. Er ist somit jetzt offiziell Mitglied im Club der Trainer, die in Spielen gegen den BVB auf deren Umschaltfußball “reingefallen” sind. Weitere Mitglieder im Club: van Gaal, Heynckes, Guardiola und Ancelotti. Wenn es Trainer, die allesamt im Vereinsfußball alles gewonnen haben, was es zu gewinnen gibt, nicht schafften, ist es vielleicht doch nicht so einfach? Nimmt man mal ein paar Heimspiele gegen den BVB in den letzten Jahren beiseite, dann sollte man konstatieren, dass die Spiele gegen den BVB fast immer auf Augenhöhe waren, selbst in Zeiten, in denen der BVB schwächer und Bayern souveräner war. Im Vorjahr beim 3:1 Sieg hatte der BVB genauso viele Chancen wie gestern, scheiterte aber an seinem Unvermögen und damals waren die Dortmunder nach einer längeren Mißerfolgsserie sicherlich deutlich angeschlagener als zum jetzigen Zeitpunkt. Es war übrigens schon öfters so, dass Bayern gegen den BVB gerade ab der 60. Minute massive Probleme bekam und man Spiele, in denen man vieles im Griff zu haben schien, noch vergeigte. Die beiden Pokalniederlagen 2015 und 2017 sind eindrucksvolle Beispiele dafür.

    1. Olorin

      Niemand will Kovac allein wegen des Spiels gestern an die Wäsche gehen. Aber das Spiel bettet sich ja in einen Gesamtkontext ein, in einen wochenlangen, steilen Abwärtstrend. Von den Grundlagen, die Kovac aus der Heynckes-Zeit übernommen haben müsste, ist kaum noch was zu sehen und in seinen Interviews vermisst man jede Selbstkritik. Und Kovacs Personalentscheidungen gefährden nicht nur die gegenwärtigen Ergebnisse, sondern auch die Zukunft. Sein Kleinkrieg mit James könnte zum Bruch mit einem der wenigen Leistungsträger im “besten Fußballalter” führen, den wir noch haben. Gnabry hat immer noch kein einziges Spiel durchgespielt, Süle sieht, dass er in wichtigen Spielen selbst dann Ersatz ist, wenn Hummels krank ist. Dass sich das leistungshemmend auswirkt, wenn der Boss gar nicht auf die Leistung schaut und immer seine Lieblinge fördert, kann sich jeder vorstellen.

    2. JP

      Da bin ich anderer Meinung. Ich halte das Spiel gestern für nicht mal im Ansatz vergleichbar mit den Spielen unter Guardiola oder auch Ancelotti. Guardiola hatte immer einen nachvollziehbaren und passenden Matchplan. Dass man nicht immer gewinnt, ist den Zufälligkeiten des Fußballs geschuldet.

      Bei dem Spiel gestern habe ich das Gefühl, dass – wenn wir das 10mal spielen – mindestens 9mal verlieren.

      Aber vielleicht täusche ich mich. Ich wüsste ehrlich gesagt auch nicht, wer Kovac denn jetzt auch ersetzen sollte. Und vielleicht startet die Mannschaft nach der Länderspielpause ja richtig durch. So richtig daran glauben tu ich allerdings nicht.

      1. Klaus Koch

        Kovac wird sicherlich wie Guardiola und Co. auch einen Matchplan gehabt haben. Nur ist dann die Frage zu stellen, wie reagiert ein Trainer, wenn der Plan nicht mehr greift. Da zeigt sich die Qualität eines Trainers.

  32. SLerby

    Sind wir doch mal ehrlich: einen Sancho hat die Führung abgelehnt, ein Bruun Larsen hätte keine Minute Einsatz gehabt und die anderen jungen Dortmunder auch nicht. Was ist mit unseren jungen Spielern der Amateure? Die mischen die Liga auf, haben aber keine Chance bei den Profis. Warum bekommt ein Shabani nicht einmal eine Chance oder ein Paul Will? Eine junge Mannschaft werden wir so nie haben, weil kein Vertrauen in die Jugend da ist. Wir gaben einen Hummels ab, um ihn dann für 40 Mio. zurückzuholen, obwohl er schon über dem Zenit war.
    Die Leistungsträger sind Weltmeister, Champions League Sieger. Mehr gibt es nicht zu gewinnen und dann lässt die Motivation nach. Das ist eine Binsenweisheit, aber leider wahr.
    Kalle und Uli müssen den Weg freimachen. Lahm, Kahn, Scholl müssen in Verantwortung gebracht werden. Es muss wieder Mut zum Querdenken reinkommen. Wo wären wir ohne van Gaals Mut auf Müller, Badstuber und mit Abstrichen Alaba zu setzen?
    Diese Saison sollte man als Übergangssaison nutzen und endlich auf die jungen Spieler setzen. Ich muss nicht schon wieder die Meisterschaft feiern. Ich hätte mehr Spaß an einer jungen Mannschaft, die Fehler macht, aber eine Zukunft hat. Wann, wenn nicht jetzt?

    1. AlAs

      +1 thumbs up!

    2. Herrispezial

      Diese Saison ist keine Übergangssaison. Eine Übergangssaison ist eine, in der der Umbruch angegangen wird und man ausprobiert, wie man den Umbruch gestalten kann. Dazu braucht es neue Spieler, von denen man die Hoffnung hat, dass sie in Zukunft tragende Säulen sein werden/können. Doch dafür haben wir viel zu wenige Spieler geholt. Wo ist der 4. IV und der 4.AV, um in Zukunft Hummels/Boateng bzw. Rafinha abzulösen? Wo ist der zusätzliche Winger, der Robben oder Ribery ersetzen kann? Wo ist das junge Sturmtalent, das Lewandowski Ruhepausen können kann? Haben wir alle nicht. Und Kovac stellt zudem die jungen Spieler kaum auf. Die Spielminuten von Sanches oder Gnabry sind für einen Umbruch viel zu gering.

      Ich könnte damit leben, dass diese Saison holprig verläuft, wenn man denn den Umbruch gestartet hätte. Aber wir haben seit dem Antritt von Heynckes jetzt rund ein Jahr verplempert; einen Umbruch erkenne ich bis heute nicht. Der kann auch durch die Transfers erst im kommenden Sommer so richtig starten. Also ist diese Saison in der Hinsicht schon jetzt völlig vertan. Diese Saison war der Versuch, mit dem alten Personal noch ein Jahr mehr durchzuziehen. Das klappt offensichtlich nicht sonderlich gut. Die kommende Saison wird dann der Versuch sein, den Umbruch zu gestalten. Wenn alles perfekt ineinandergreift, dann startet die neue Mannschaft ab dem Sommer wieder durch. Aber eigentlich liegt es in der Natur eines Umbruchs, dass der Zeit braucht. Zeit, die wir mit dieser Saison verschenkt haben. Also wird es sehr wahrscheinlich noch mind. ein weiteres Jahr des (echten) Umbruchs geben – vermutlich sogar eher zwei, weil ja nicht immer alle Dinge so funktionieren, wie man sie sich vorstellt. Und das ist der größte Vorwurf, den man der Vereinsspitze machen muss: sie hat im Sommer einfach nicht gehandelt, obwohl es absehbar notwendig war.

      1. Uc

        Da ist natürlich viel Wahres dran. Ich halte es aber für grundlegend falsch, Umbruch mit einer Überdosis Amateure gleichzusetzen. Das ist klassische Sozial-Romantik. Herrispezial beschreibt ja, was verschlafen wurde. Oben habe ich bereits erwähnt, dass die Einkaufsliste immer teurer wird. Mit Gnabry, Sanches, Davies hätten wir ausreichend junge Talente, die es zu fördern gilt. Ich kann einen Laden ja nicht ausschließlich mit Auszubildenden laufen lassen.

    3. Dinzinger

      Was willst du denn mit Scholl??
      Immer wieder lustig, dass der erwähnt wird, wenn es um Positionen bei Bayern geht. Keinerlei Qualifikation für irgendeinen Job bei uns.
      Hockt den ganzen Tag in der Altstadt vor Szenecafés und raucht, hin und wieder ein pseudo-kontroverses Interview, damit er im Gespräch bleibt, das war’s.

  33. Marlene Dietrich

    Salihamidzic, Kovac, Rummenigge, Hoeneß raus!

  34. jjs

    Eine kurze Frage, ohne Ironie!, warum lässt man einen erkälteten Hummels spielen und einen gesunden Süle auf der Bank?

    1. Done

      Weil Hummels’ Frau in den sozialen Medien aktiv ist?

      1. jjs

        Würde natürlich passen :- ) Aber nach dem Supergau von Lisa Müller glaube ich nicht, dass sich Cathy noch viel trauen wird, in Bezug auf ihren Mats.

    2. Herrispezial

      Weil Hummels dem Trainer gesagt hat, dass er sich fit genug fühlt.

      1. jjs

        Folgerichtig wäre es dann so: wenn Hummel jetzt zum Trainer sagt, er sei der allerallerbeste Spieler der Welt, meinst Du also, der Trainer würde ihm glauben./Ironie aus.
        Ich lasse doch keinen angeschlagenen Spieler in die Mannschaft, wenn ich einen gesunden, guten Spieler habe.

      2. Herrispezial

        Ich gebe nur wider, was Hummels und Kovac gesagt haben. Kovac hat auch bestätigt, dass er krank war, aber in der Pause noch ein Medikament bekommen hat. Dazu kann sich dann ja jeder selbst sein Bild machen.

  35. Tom

    Dass wir diese Saison so oft nach eigener Führung nicht gewinnen konnten, liegt m.E. zum größten Teil einfach am Coaching. Natürlich sind viele unserer Jungs über ihren Leistungszenit hinaus, aber gegen Freiburg, Augsburg und Ajax darf man zuhause nach einem Vorsprung einfach keine Pkt. lassen. Da muss der Coach auch mal richtig reagieren…

    Wenns dumm läuft und Uli/Kalle keinen größeren Umbruch einleiten, werden uns Clubs wie der BVB und Red Bull die nächsten JAHRE enteilen…

    Im Prinzip müssten wir Hummels und Boateng durch Pavard/de Light ersetzen. Robben und Ribery durch Martial und Pepe oder Brandt. Werner wäre auch geil…auf alle Fälle ein paar Jungs mit Speed!!!
    Aber das kostet halt extrem viel, da wir halt auch leider keinen Spieler für so wenig Kohle bekommen wie der BVB

    Wirklich behalten würde ich nur:

    Neuer, Ulreich

    Kimmich, Alaba, Süle

    Coman, Gnabry, Thiago, James, Tolisso, Goretzka, Sanches

    Lewandowski

    Gehen können:

    Hummels, Boa, Rafinha, Martinez, Müller, Rib, Rob, Wagner…

    Täte mir zwar für den einen oder anderen verdienten Spieler (Müller) leid, aber die Genannten werden sich m.M. nach nicht mehr steigern geschweige denn ihre alte Klasse wiedererlangen…

    Auf jeden Fall ist es mit 2 bis 3 Transfers nicht getan!

    1. Osrig

      Eine interessante Überlegung, wer von den aktuellen Spielern denn im Rahmen eines Umbruchs den Stamm von morgen bilden würde. Ich gehe mit deiner Auflistung, @Tom, weitgehend konform, würde Hummels, der mir im Moment zu schlecht wegkommt, und Müller als bayrische Indentifikationsfigur behalten, dafür allerdings Sanches von der Liste streichen, weil ich den Jungen für überschätzt halte. Doch wie auch immer:

      Wir haben doch schon eine erfreuliche Anzahl von jungen Spielern, und in der Liste finden sich einige Granden wie Thiago und Lewa, die aufgrund ihrer Erfahrung und Zeit bei unserem FCB als Führungsspieler wirken können!
      Also: Der Umbruch läuft doch schon! Ihn zu bestreiten, nur weil wahlweise Rib und/oder Rob noch auflaufen, wäre ein Blick mit Scheuklappen auf die Mannschaft!

      Das es nicht gelingt, aus dieser wie ich finde guten Mischung eine Mannschaft zu formen, die allerhöchsten Ansprüchen genügen kann, liegt weniger an den vorhanden Spielern und dem Umbruch, sondern an der Führung UND dem Trainer!
      Da unsere Führung nichts mit dem Tagesgeschäft zu tun hat bzw. haben sollte, wäre der Umbruch hier ohnehin ein Aspekt der mittelfristigen Zukunft, die Arbeit des Trainers hingegen wirkt sich aktuell im Tagesgeschäft UND in die Zukunft wirkend aus!

      Wie ich es also drehe und wende, ich lande bei der Überlegung, was zu ändern wäre, immer beim Trainer und dessen Spielidee!

      1. Olorin

        Hummels kommt dir im Moment zu schlecht weg? Interessant, bei mir ist es eher (mal wieder) Boateng. Klar, der Elfer in Berlin war dämlich, aber sonst find ich ihn meist ganz solide. Auch gestern hat er wieder eine der Großchancen des BVB mit einer tollen Grätsch zunicht gemacht. Klar ist er nicht mehr auf diesem krassen Niveau wie 2015, aber den allgemeinen Abgesang hier kann ich dann doch nicht so ganz nachvollziehen.

        Bei Hummels dagegen seh ich mittlerweile wirklich nicht mehr viele Argumente: bei uns wird die Abwehr immer recht hoch stehen müssen und dafür ist er mittlerweile einfach viel zu langsam. Schon zu seinen Glanzzeiten war die Geschwindigkeit immer das große Manko bei ihm, aber inzwischen fehlt da einfach sehr sehr viel. Und da haben wir über die permanenten Aussetzer noch gar nicht gesprochen.

      2. Turbo Batzi

        Hummels kam nach München, weil er meinte hier mehr Titel sammeln zu können. Das kommunizierte er recht offen. Von allen gestandenen Spielern scheint gerade er am „sattesten“.

        Und ja, Boateng‘s Zeit ist abgelaufen. Ich weiß nicht warum, aber er ist nicht mehr der alte. Ein Duo Pavard/Süle wäre eine risikolose Transformation.

        Wichtig ist, diese Saison nicht den Kimmich komplett zu verheizen. Zumal junge Überlieger nach 2 Jahren Höhenflug irgendwann mal in ein größeres Loch fallen. Der Junge braucht eine vernünftige Dosis.

      3. GS

        Ich glaube nicht, dass Kimmich “eine Pause braucht”.
        Philipp Lahm hat so was auch nie gebraucht.

  36. Done

    Vielen Dank an dieser Stelle an Stefan Effenberg, der gerade gesagt hat, das zweite Tor von Reus war nicht zu verteidigen. Das war in dem Moment gestern auch mein Gedanke.

    Und nochmal, weils ja hier anscheinend Leute gibt, die gegen Club-Heroen allergisch sind: Das dritte Tor dem Franck Ribery anzulasten, weil der im Dribbling gegen 2 Mann 10 Meter von der gegnerischen Eckfahne entfernt den Ball verliert, ist derart absurd, dass man am Verstand des jeweiligen Kritikers zweifeln muss. Fußball ist ein Mannschaftssport, das scheint einigen nicht klar zu sein.
    Wenn solche Ballverluste öfter zu gefährlichen Situationen gegen uns führen, wäre es halt an der Zeit, im Training durch entsprechende Positionierungen/Laufwege/Pressingverhalten dem entgegen zu wirken. Das muss man dem Trainer anlasten.

    1. Herrispezial

      Was Effenberg als Trainer taugt, hat man ja gesehen. Das zweite Tor war zu verteidigen (dichter an Reus stehen – wir hatten genügend Leute im Strafraum – und er tut sich deutlich schwerer, den Ball ordentlich zu treffen; den Flankengeber attackieren, damit er den Ball nicht spielen kann). Und Ribery sollte man das dritte Ding in der Tat nicht anlasten. Aber das Verhalten danach war dilletantisch. Wir stehen extrem hoch und in der Mitte interessiert sich keiner für Alcacer. Eine ordentliche Positionierung (nicht für Boateng, auch Martinez muss das klüger agieren) wäre sehr hilfreich gewesen. Und für die Organisation bei solchen Situationen ist der Trainer verantwortlich. Indirekt sagt er das ja auch seit Wochen (“das darf uns nicht passieren”).

      1. wipf1953

        Sagt das Kovac dass er am vogelwilden Abwehr verhalten Schuld trägt? Oder haben sich unsere “Weltmeister” da selbst organisiert? Für das Abwehrverhalten von Boateng beim 3:2 müßte ein Jugendspieler 20 Liegestützen machen ..

      2. Herrispezial

        Egal ob die Spieler das selbst organisieren oder Kovac es so vorgibt: Beides ist kein gutes Zeugnis für den Trainer. In dem einen Fall macht er falsche Vorgaben, in dem anderen Fall lässt er falsches Verhalten (seit Monaten) laufen oder bekommt es nicht in den Griff, weil die Spieler nicht auf ihn hören. Auf jeden Fall ist der Satz “das müssen wir besser machen” der Inbegriff von Hilf- und/oder Ahnungslosigkeit, wenn man den seit etlichen Zeiten immer wieder hört.

      3. Holdor

        Das erste Tor von Lewa war auch zu verteidigen. Gnabry darf gar nicht zum Flanken kommen und Zagadou hatte Lewa aus den Augen verloren. So what? Tore passieren durch Fehler. Und Reus hat sich halt geschickt fallen lassen und war deshalb für den entscheidenden Moment ungedeckt. Du kannst als Abwehrspieler nicht alle Bewegungen des Angreifers mitgehen, andernfalls könnte ein Ribery ja auch niemanden mehr aussteigen lassen.

      4. Dinzinger

        Macht er ja auch nicht #blasphemie

  37. wipf1953

    Es gab gestern ein, zwei Szenen mit Neuer, die mir nicht aus dem Kopf gehen. Er bekam den Ball zugespielt und hat ihn vom einen auf den anderen Fuß gewechselt. Ich meine, vom linken auf den rechten. Seine OP war am linken Fuß. Mit dem hab ich ihn nicht passen gesehen. Auch die Elferszene passt in dieses Bild. Reus sagte selbst (im ZDF), Neuer habe gezögert, sei dann doch raus. Wollte er zuerst mit dem Fuß klären? Das wäre dann der linke gewesen ..

    Es wurde oben schon geschrieben – der Neuer von vor ein paar Jahren wäre rausgelaufen und hätte Bälle geklärt. Daran ist momentan nicht zu denken. Dann muss das aber vom Spielsystem aufgefangen werden. Sprich: Die beiden IVer müssen sich im Klaren sein, dass sie nur noch einen ganz normalen Torwart hinten drin haben.

    Insgesamt ist meine Verärgerung über das kopflose, der Qualität des Kaders nicht mehr angepassten Spielweise größer als gestern. Trainer und Mannschaft sollten sich mal Gedanken zur Schadensbegrenzung bis zur Winterpause machen. Vielleicht kann man für die Rückrunde Paul Will und Woo Yeong Jeong hochziehen, damit die ein bisschen Druck auf die Etablierten machen. Auf echte Wintertransfers brauchen wir nicht zu hoffen – da ist der Club ähnlich “erfolgreich” wie damals beim Südamerikascouting.

    1. Osrig

      Ich hatte auch den Eindruck, Neuer zögert für einen Sekundenbruchteil! Die Selbstverständlichkeit in seine Aktionen ist ihm augenscheinlich abhanden gekommen. Und dann kommt er eben genau diese Sekundenbruchteile zu spät und trifft letztlich die falsche Entscheidung.
      Der schlechteste Mann auf dem Platz war Manu aber trotz der drei Gegentore meiner Meinung nach nicht.

    2. Olorin

      Das ist eigentlich schon die ganze Saison so, aber es ist doch auch nicht weiter erstaunlich. Wir sollten uns nochmal vergegenwärtigen, aus was für einer Verletzung Neuer kommt: er hatte innerhalb kürzester Zeit zwei Fußbrüche hintereinander. Bruch heißt, dass das betreffende Bein komplett demobilisiert und monatelang nicht belastet wird. Der Körper baut nicht benötigte Muskeln aber sehr schnell ab, viel schneller, als er sie im Belastungsfall wieder aufbaut. Die Muskelmasse, die während der Verletzungsphase von (beide Verletzungen zusammengerechnet) einem knappen Jahr im rechten Bein abgebaut wurde, kann man sich gar nicht in dem halben Jahr wieder drauftrainieren, das er jetzt wieder gesund ist (außer vielleicht mit massivem Doping). Deswegen ist es auch kein Wunder, dass Neuer noch nicht wieder die Dynamik und Sprungkraft hat wie vor der Verletzung. Auch seine Probleme in der Entscheidungsfindung sind da kein Wunder: zum einen braucht man für eine korrekte Einschätzung von Spielsituationen Spielpraxis (und die holt er sich grad erst wieder) und zum anderen hat Neuers Unterbewusstsein halt einen anderen Fitnessstand in Erinnerung. Vor seiner Verletzung wäre Neuer wahrscheinlich wirklich einfach vor Reus am Ball gewesen und wäre nicht unter der Ecke gegen Holland durchgetaucht.

      Ich kann die Diskussion um Neuer hier nicht wirklich verstehen: es gibt einigen Grund zu der Hoffnung, dass er momentan einfach eine temporäre Schwächephase durchmacht. Und selbst im momentanen Zustand ist er mit Sicherheit keine Schwachstelle (sondern nur nicht der überragende Rückhalt wie zuvor) und besser als Ulreich. Da haben wir wirklich weitaus größere Baustellen.

    1. Marlene Dietrich

      Hoeneß ist eine genialer Komiker… ah, hoppla, der meint das ja ernst.

    2. Icke

      … hätte man 2018 machen müssen, so ist ein Jahr verschenkt worden… Umso bitterer, weil es das Jahr Heynckes hergab. Aber da war der kurzfristige Erfolg wichtiger. So hat die dann “neue” Mannschaft gleich wieder Druck, wenn’s dies Jahr sportlich weiter so läuft wie jetzt…

  38. Kurt2

    Zu dem Spiel gestern:
    Man darf durchaus auch als Titel-Aspirant bei der momentan besten BL-Mannschaft, die wenig verletzte Key-Player hat und sich zu dem in einem Lauf befindet, im Signal-Iduna-Park gegen 80.000 Leute, in einem großen Samstagabend-Spiel (und das war es) knapp mit 2:3 verdient verlieren. Zumal man sich selbst momentan in einem Formtief befindet und 2, 3 angeschlagene KeyPlayer (James, Tiago, Coman) zu beklagen hat. Das passiert ManCity, Real, Barca auch und wird auch nicht jedesmal als richtungsweisend umgedeutet. Zumal wir mit unserer Spielweise dem BVB auch auf fast allen Ebenen entgegenkommen.

    Allerdings: Die mentale Verfassung der Mannschaft ist aus dem Lot geraten. Die Ergebnisse und Erfolge gründen sich momentan nicht mehr (fast) automatisch aus einem taktischen System, sondern mehr und mehr sind die Spieler wieder auf individueller Ebene gefordert. Und das scheinen sie alle noch nicht ganz verstanden zu haben.

    Es gab im Frühjahr das Ausscheiden gegen Real, was die Mannschaft meiner Menung nach bis ins Mark erschütterte. Sie hätten das Weiterkommen schaffen können und spielten (wie so oft gegen Real) gegen den Schiri und kämpften (eigentlich auch wie immer) mit zu vielen Verletzten. Die ersten Nachwirkungen aus diesem Ausscheiden zeigten sich dann schon in den letzten Spielen unter Heynckes. Das 1:4 gegen Stuttgart war schon schwer verständlich, die Pokalniederlage noch mehr. Schon da die gleiche Unfähigket bei Gegenstößen ordentlich gestaffelt zu stehen und das effizienter zu verteidigen. In diesem “MindSet” schleppten die Jungs sich dann zur WM – das Ergebnis ist bekannt.

    Sieht man sich das kollektive Defensivverhalten der Mannschaft an, ist das auf internationalem Niveau höchstens befriedigend, schaut man sich das individuelle Zweikampfverhalten an, fällt oft auch eine gewisse Lethargie und Unbeholfenheit der einzelnen Spieler auf. Damit hängt eventuell auch die anhaltende Verletzungsmisere zusammen. Das sind m.E. alles noch Relikte aus der Guardiolazeit, wo man durch das Positionsspiel fast gar nicht mehr als Defensiv-Verbund verteidigen musste. Ja, der FCB muss erst wieder neu lernen, verschiedene Systeme effizient zu verteidigen.

    Über Hoeness, KHR und Brazzo ist bereits alles gesagt – zur Kader- und Trainer-Planung nur soviel: Dass Hoeness allen Ernstes in Erwägung gezogen hat, mit Jupp nochmal zu verlängern, sagt alles. Weder Vereins- und Spielphilosophie bzw Kader,- Trainer oder Sportdirektorplanung folgen einer auf die Herausforderungen der Zukunft ausgerichteten Agenda. Das ist alles zusammenhangloses, situativ entstandenes Stückwerk. Management by Gutsherrenart.

    Kovac
    Netter Kerl, guter Trainer, aber der FCB ist nicht seine Liga. Ich kann wirklich wenig Struktur im Spiel erkennen
    Und wenn es stimmt, das er und sein Bruder da auf dem Traingsplatz tatsächlich manchmal Kroatisch sprechen ist das ein NoGo. Das wäre eine unverzeihliche Ausgrenzung der anderen Beteiligten. Dass ich seine Startaufstellungen, seine Auswechslungen und sein nicht vorhandenes InGame-Coaching oft nicht nachvollziehen kann – geschenkt. Aber das, was er sonst so nach außen kommuniziert, lässt nichts Gutes erahnen.

    Wenn sich der Verein nicht bald fundamental neu aufstellt, werden wir uns auf 2, 3 verschenkte Jahre einstellen müssen.
    Was halt am meisten schmerzt, ist, dass die ganze Situation völlig unnötig selbst verschuldet wurde und es anscheinend keinen mehr beim FCB gibt, der sagt: “So gehts nicht weiter, Leute” Es ist schlichtweg kein Korrektiv mehr da.

  39. Holdor

    Schaut euch mal City gegen United an. Silva hat mal wieder eine Bude gemacht. Einer meiner absoluten Lieblingsspieler, der seit gefühlt 15 Jahren gefühlt auf einem Mega-Niveau spielt und nun 32 (!) Jahre alt ist. Das zum Thema Alter. ;)

    1. Kurt

      Ja, aber bei Spaniern weiß man nie wie sehr gedopt die sind. Manchmal hab ich das Gefühl, wir sind die einzigste saubere Mannschaft im Sport.

      1. Marlene Dietrich

        lol

  40. chicago_bastard

    Keine Ahnung wie man ernsthaft zum Fazit kommen kann, dass diese Mannschaft gegen den BVB nicht gewinnen könne. Mit einem Nixkönner wie Kovac als Trainer mag das stimmen.

    Wenn der neben Lewy beste Spieler des Kaders 90 Minuten auf der Bank sitzt, wenn der in dieser Saison bislang beste Innenverteidiger für einen nicht fitten Hummels auf der Bank sitzt, wenn nach der Führung des BVB ein defensiver Mittelfeldspieler für den neben Lewy besten Offensivspieler (was hat sich das Trainergenie dabei eigentlich gedacht?) eingewechselt wird, ist mehr als offensichtlich, dass der eklatanteste Unterschied zwischen beiden Mannschaften auf der Trainerbank zu finden ist. Favre hat auch nicht alles richtig gemacht (Weigl in der Startelf war eine Katastrophe mit Ansage) aber er hat wenigstens im Spiel reagiert. Der Trainerdarsteller auf der Bayernbank hat von In-Game-Coaching hingegen so viel Plan wie von strukturiertem Offensivspiel. Da ist das Einwechseln eines zweiten Mittelstürmers schon der größte Geistesblitz, den man erwarten kann. Dass der ohne weitere Anpassungen nichts bringen würde, war jedem außer Kovac klar, aber der kanns halt einfach nicht. Je eher man dieses unsägliche Experiment beendet, desto besser.

    1. Olorin

      Etwas zu aggressiv formuliert für meinen Geschmack, aber im Kern leider zutreffend. Wobei ich glaub, dass auch ohne diese Patzer maximal ein Punkt drin gewesen wär.

      “wenn nach der Führung des BVB ein defensiver Mittelfeldspieler für den neben Lewy besten Offensivspieler eingewechselt wird”
      Hab ich mich auch gefragt, geht in der Diskussion über andere Sachen fast ein wenig unter: man gerät erstmals in Rückstand und das nutzt man dann als Anlass, um den Spieler auszuwechseln, der beide Treffer schön eingeleitet hat und zumindest Gefahr ausstrahlt? Das ist eine-freundlich gesagt-kreative Maßnahme.

    2. Usedomspotter

      Gnabry war ab spätestens 70. Minute platt, der stand mehr als dass er noch lief.

  41. GestrandetinBerlin

    Nur um nochmal alles einzuordnen. Man steht jetzt erstmal 2 Wochen auf dem 5. Platz und hat das 6. Beste Torverhältnis. Dh die CL ist ernsthaft in Gefahr. Das ist gerade das Niveau und nicht ob man vielleicht anders doch auch Dortmund hätte schlagen können.
    Aber Hauptsache, Kovac fand das gestern eigentlich ganz gut.

    1. Tipic

      Es wird – leider – auch gegen Bremen und/oder Leipzig Punktverluste geben, so dass selbst Hoeneß einsehen wird, dass man in der Winterpause handeln muss. Ich habe weder was gegen Brazzo, noch gegen Kovac, sind beide nette Kerle, nur halt leider völlig ungeeignet, um bei Bayern nachhaltig erfolgreich zu sein.

  42. Kurt2

    Der Bundesliga tut das momentan ganz gut, die anderen Mannschaften holen auf und für Bayern sollte der Weckruf jetzt auch für alle Beteiligten deutlich vernehmbar sein …

    1. Herrispezial

      Wirklich? Hoeneß hat doch schon gesagt, dass es im Winter keine Transfers geben wird, weil wir ja quasi Neuzugänge haben (durch die Rückkehr von Coman und Co). Insofern habe ich noch nicht den Eindruck, dass man wirklich verstanden hat, was Phase ist. Immerhin könnte man im Winter noch ein paar Spieler abgreifen, die bald ablösefrei zu haben sind und dann wohl woanders landen werden, wenn wir nicht schnell genug sind. Zumindest sollte man es versuchen.

  43. willythegreat

    Es ist einfach erschütternd, wie einfach es derzeit ist, gegen Bayern Tore zu schießen. Was bei Bayernangriffen zu Recht oft als planlos kritisiert wird (z.B. Halbfeldflanken) reicht gegen Bayern vollkommen aus. Letzte Woche in Freiburg, gestern vor dem 2:2…..Flanken, die eigentlich leicht zu verteidigen wären, sind für unsere Abwehrspieler scheinbar zu anspruchsvoll. Beim 2:2 gestern waren 2-3 Dortmunder im Strafraum, aber 5-6 Bayernspieler.
    Das erklärt für mich einiges. Wenn das im Training auch so abläuft, dann treffen unsere Offensivspieler dort am Fließband und denken sich dann Woche für Woche mit zunehmender Spieldauer, warum es gegen andere Teams mit dem Herausspielen von Chancen nicht klappt. Antwort: Weil diese Teams das Einmaleins des Verteidigens beherrschen.
    Hier geht mein Vorwurf aber nur bedingt an Kovac, denn der muss hier etwas ausbaden, was ihm seine Vorgänger bzw. auch Jogi Löw eingebrockt haben. Bayernabwehrspieler bzw. Abwehrspieler in der N11 zu sein, hieß ja immer in erster Linie Ankurbler der Offensive zu sein, egal ob als erster Passgeber oder als Dauerläufer auf der Außenbahn. Grundlegende Dinge wie konsequentes Abwehrverhalten im Strafraum, Zweikampfführung etc. waren da im Training wohl zu oft nicht existent. Anders kann ich mir diese Fülle von leichten Gegentoren schwer erklären. Das war aber in den letzten Jahren immer so. Sehr deutlich leider immer gegen Real zu sehen und da vor allem in den Heimspielen. 2017 fallen beide Tore von CR7 trotz deutlicher Überzahl im eigenen Strafraum. Ronaldo hatte beide Male auf einen Radius von fast 5 Metern keinen Gegenspieler. Auch 2018 machen drei Madrilenen beim Ausgleich 6 Bayernspieler nass.
    Wenn das Pressing nicht stimmt und die Abwehr gefragt wäre, muss einem wirklich Angst und Bange werden.

    1. Done

      “2017 fallen beide Tore von CR7 trotz deutlicher Überzahl im eigenen Strafraum. Ronaldo hatte beide Male auf einen Radius von fast 5 Metern keinen Gegenspieler.”

      Logisch. Der war ja auch 5 Meter im Abseits.

      1. willythegreat

        Bitte lesen: Ich sprach vom Heimspiel und da waren beide Tore absolut regulär und ein Musterbeispiel für unterirdische Abwehrarbeit. Ein A-Klassenverteidiger hätte diese Tore wohl auch nicht verhindert, wäre aber zumindest näher an Ronaldo dran gewesen.

  44. pepismo

    neben dem 5. ligaplatz und der dtl. gefährdeten CL-quali bleibt das hauptproblem doch, dass kovac fussballfachlich nicht in der lage ist und jemals sein wird, unsere spieler wirklich weiter zu entwickeln, den FCB taktisch (á la favre) voran zu bringen und einen umbruch positiv zu gestalten. das ist doch schon seit vielen wochen ziemlich klar sichtbar! worauf will man denn jetzt noch warten in stiller hoffnung…? dass kovac unterm christbaum ein paar lichter aufgehen…? spätestens weihnachten sollten wir alle uns einen neuen trainer (z.b. zidane) und sportdirektor (z.b. kahn) wünschen…
    p.s. derweil zeigt man city wie schön fussball sein kann und schießt nach 44 pässen das entscheidende tor!

    1. Liza

      Eintracht Frankfurt spielt eine sehr gute Saison. Wir sollten deren Trainer verpflichten.

      1. Anton

        Das verbuchen wir mal unter Galgenhumor!

      2. Herrispezial

        Ich habe es ja schon mal geschrieben : es ist auffällig, dass die Mannschaften von Kovac nach seinem Weggang besser sind als vorher. Und jetzt ist seine Ex-Mannschaft sogar vor uns in der Tabelle, obwohl er eigentlich den besseren Kader hat. Nuff said.

  45. Anton

    Vielleicht seheh ich das ja alles falsch, aber für micht hat es den Eindruck, als könne Kovac nur ein System. Was man bei einem Guardiola fast in Perfektion erlebt hat und auch bei anderen Trainern beobachten kann, dass sie während des Spiels auf ihren Gegner reagieren und ihr System ändern. Bei Kovac kann ich das nicht erkennen. Und wenn wie gestern ein Trainer auf sein System reagiert, ändert sich nichts.
    Und wenn man dann noch seinen Privatkrieg mit dem ein oder andren Spieler dazunimmt, dann braucht man sich nicht zu wundern, was los ist.
    Gut gegen eine starke Dortmunder Mannschaft kann man verlieren – und wenn alleine ein Reus gestern nicht so verschwenderisch mit seinen Chancen gewesen wäre, dann hätte man ein ganz anderes Ergebnis erlebt.
    Abe auch gestern war sichtbar, dass auf die Rektion eines Favre sich am System Kovac nichts änderte.

    Über Spielerwechsel wollen wir gar nicht erst nachdenken.

  46. Hittmer Otzfeld

    – Müller mit einer guten Leistung, hätte ich ihm so gar nicht zugetraut
    – Kimmich ein absolutes Monster, bitte frühestmöglich verlängern
    – Boateng ein Schatten seiner selbst aber immerhin kommt bald sein Lifestyle-Magazin raus, darf gerne verkauft werden
    – Gnabry darf man gerne jemanden vor die Nase setzen, sehe nicht das er die Klasse hat über Ergänzungsspieler herauszukommen
    – Neuer menschelt, sei ihm vergönnt
    – Favre anstatt Kovac wäre die bessere Wahl gewesen, hab ich schon vor der Saison gesagt
    – befürchte man wird an Kovac festhalten und dafür James verlieren

    1. Anton

      Wenn es denn bei James bleibt! Ich fürchte, da werden noch ganz andere mit einem Abgang liebäugeln, wenn sie sich weiterhin als “Notnagel” betrachten dürfen. Das gilt auch für einen Gnabry. Dem wird ja so das Selbstvertrauen eingeimpft – seit er beim FCB spielt hat er noch nicht ein Spiel durchspielen dürfen. Goretzka – auch so ein Fall. Da wird sich schon der ein oder andere fragen, warum man ihn überhaupt haben wollte.
      Von irgendwelchen Nachwuchsspielern ganz zu schweigen, die spielen zawar in der Regionalliga aber bekommen ja nicht mal gegen einen Regionalligisten eine Chance.

      Einen Trainings- und Spielrückstand von fast einem Jahr holt auch kein Neuer mal so eben in 5 Monaten auf.

  47. Jo

    Dieses Spiel ließ mich zwischen zwei literarischen Reminiszenzen schwanken. Irgendwas zwischen “Eines langen Tages Reise in die Nacht” und “Chronik eines angekündigten Todes”.

    Auf jeden Fall eher eine etwas melancholische Stimmung als ein wirklicher Schmerz. Wahrscheinlich war das Ergebnis auch schon zu sehr antizipiert, vielleicht so gar besser als erwartet/befürchtet um das allzu sehr als schmerzhaft zu empfinden.
    Wie schon oft hier erwähnt an Einsatz ließ es die Mannschaft nun wirklich nicht fehlen. Symbolisch mag dafür der Allzeit-Laufleistungs-Rekord des FCB stehen, der in diesem Spiel aufgestellt wurde.
    Ich war und bin zwar der Meinung, dass Kilometerfressen nicht unbedingt der Maßstab eines Spitzenteams sind, aber rein von der Einstellung her sollte man es anerkennend erwähnen.

    Auch positiv zu diesem Spiel beigetragen hat, was fast schon zu einer ironischen Pointe geführt hätte, dass ausgerechnet diesmal der Zufall sich zu einer Korrektur in Richtung Normalverteilung entschlossen hatte.
    Sprich wir haben fast zu 100% unsere Chancen ausgenutzt, während der BVB zum ersten Mal richtig was liegen ließ.
    Führt zu der leider betrüblichen Feststellung, dass obwohl der Einsatz stimmte, der Zufall uns gewogen war, wir trotzdem nichts an einem verdienten Sieg des BVB zu deuteln haben.
    Wenn das so ist, wie gesagt, eher betrüblich als wirklich schmerzlich, muss man an einem solchen Tag auch mal akzeptieren können.
    Für uns haben sich zwei Dinge bestätigt, wenn es ich es mal von Offensive und Defensive her betrachte.
    Offensiv spielen wir nur relativ wenige, klare Torchancen heraus. Wenn dann die Chancenverwertung nicht sehr gut ist, wird jedes Spiel automatisch eng.
    Defensiv können wir kaum einmal zu ´Null stehen. Mindestens ein Tor kassieren wir immer, meistens noch selber irgendwie ins Nest gelegt.
    Offensiv ist das schon seit Anfang der Saison so, die Defensive schwächelt seit dem ominösen Augsburg-Spiel.

    Wobei an so ein Spiel wie in Dortmund mit einer Serie mit derartig haarsträubenden individuellen Fehlern kann ich mich zumindest spontan nicht erinnern. Insofern möchte ich auch dem Eindruck etwas widersprechen, der BVB hätte dann nach der Halbzeit kurzfristig zur Genialität gefunden. Im Grunde haben wir denen die Dinger doch selber aufgelegt und die einzelnen Situationen scharf gemacht.
    Ganz klassisch den Gegner stark gemacht, das fast schon entschlafene Heimpublikum wieder aufgeweckt.

    Nun das können bis zur Winterpause noch einige heiter/heiße Wochen werden. Was dann Besserung verheißen mag, wären eine geordnete Vorbereitung mit der gesamten Mannschaft und die Personalien Thiago und Coman.
    Ansonsten wird man wohl seine Hoffnungen schon mal auf die Planungen für die nächste Saison richten können.

    Wenn man natürlich besonders herausheben muss ist Lewy. Wenn da nicht zweimal ein paar Zentimeter gefehlt hätten, wäre er mit 4 Toren vom Platz gegangen.

    Wenn man ebenfalls herausheben muss ist Hummels. Zu seiner Krankheits-Schmierenkomödie hat Oliver Kahn ja schon das Notwendige gesagt. Rückt für mich allmählich Richtung Nummer 1 der Verkaufsliste. Wenn es da auch vermutlich wenige Abnehmer geben wird.
    Hätten wir noch einen LV hätte ich gute Lust Alaba mal wieder in die IV zu stellen.

    1. Anton

      “Mindestens ein Tor kassieren wir immer!” Und das hat sich mittlerweile rumgesprochen. Alle Mannschaften sehen das und wissen, dass eben nicht nur die vermeintlich Großen, sondern JEDER gegen den FCBTore schießen kann. Und damit ist – auch bei den Heimspielen-das, was der FCB oft genug erleben konnte, weg – der Respekt vor dem Gegner FCB.
      Und das macht es noch zusätzlich schwieriger.

    2. Done

      Was die selbstkritischen Fähigkeiten eines Mats Hummels anbelangt, ist es ja auch nichts neues. In der BVB-Kabine dürfte der Transfer zu uns nicht nur Betroffenheit ausgelöst haben.

  48. cj

    Meine Prognose: die Mannschaft stabilisiert sich wieder soweit, dass Kovac bis zum Saisonende bleibt (CL-Quali ohne grosses Zittern). Hoeness und Rummenigge werden zunehmend nachdenklich (Medienschelte war gestern, schon jetzt werden Thema wie Nachfolge, eines neues Gesicht der Mannschaft angeschnitten). Hoeness nennt ein konkretes Rückzugsdatum und präsentiert einen neuen starken Sportdirektor, der auch gleich einen neuen Trainer mitbringt. Hoeness ist einer der auf Gegenwind zunächst mit Trotz und Wagenburgmentalität reagiert, aber wenn sich alles ein bisschen beruhigt, wird die Erkenntnis reifen, dass sie schon jetzt einen neuen starken Mann ins Boot holen müssen. Soweit zumindest meine Hoffnung.

  49. cj

    Konkret: die Stimmung auf der JHV wird Hoeness zur Vernunft bringen. Danach beginnt die konkrete Suche nach einem Sportdirektor, der aber erst zur neuen Saison anfängt.

    1. Jo

      Erwartet du so eine aufgeladene Stimmung bei der JHV? Kann ich mir gar nicht vorstellen.

      Interessanter dürfte der Ausblick auf 2019 sein, wenn wieder Wahlen anstehen. Heute hätte man vielleicht ein paar schlechte Wochen zu verkaufen. Aber die gegenwärtige Entwicklung mal ein Jahr weiter projiziert, würde das dann ganz anders aussehen.
      Das kann nicht im Sinne von Hoeneß sein. Deshalb könnte ich mir für das Jahr 2019 doch beträchtliche Aktivitäten vorstellen.

      1. cj

        Keine aufgeladene Stimmung, scharfe Kritik prallt an Hoeness aber ohnehin ab. Er wird aber merken, dass die Wagenburgmentalität nicht mehr zieht, und dass viel Skepsis und wenig Aufbrauchstimmung da ist. Das könnte ihn selbst ins Zweifeln bringen, ob es nicht jetzt schon Zeit ist für den Personalwechsel auf der Führungsebene. Hoeness ist grundsätzlich keiner der im Sturm von Bord geht. Er wird nur gehen, wenn er selbst spührt, dass es genug ist.

    2. Anton

      Was nutzt die Suche nach einem Sportdirektor? Die Suche nach Spielern wird viel schwieriger werden, wenn das so weitergeht.
      Offenbar scheint es ja gerade angesagt zu sein, den Perspektivspielern zu zeigen, dass man sie eigentlich nur als “Notnagel” braucht.
      Ein James wird sich das sicher nicht noch eine Saison antun, das was er gerade jetzt erlebt, kann er auch bei Real haben. Ein Thiago wird sicher genauso überlegen, ob das das ist, was er sich vorstellt. Und auch für einen Gnabry gibt es nur noch im Sommer Geld. Sanches? Goretzka? Sie scheinen ja oft genug in den Überlegungen nur eine nachgeordnete Rolle zu spielen.
      Ich hoffe dass ich mich irre, aber es spricht immer mehr dafür, dass man den jungen Spielern das Gefühl vermittelt – ihr seid zwar hier, aber nur als Lückenbüsser.
      Und ob das gut geht?

      1. Tobi13

        >>”Ein James wird sich das sicher nicht noch eine Saison antun, das was er gerade jetzt erlebt, kann er auch bei Real haben”.

        Ist aber nicht seine Entscheidung.

      2. Anton

        James ist bis zum Saisonende ausgeliehen. Der FCB hat eine einseitige Kaufoption. Und der derzeit gültige Vertrag von James mit Real läuft bis 2021. Und wie willst du denn einen Spieler zur Unterschrift zwingen?

      3. Tobi13

        Korrekt.
        Und wenn der FCB die Kaufoption nutzt, ist der Spieler bis 2021 gebunden.
        Da muss er zu gar nichts gezwungen werden.

      4. Tobi13

        “Im August enthüllte der SPIEGEL mit Unterstützung der Plattform „Football Leaks“ alle Zahlen aus dem 31-seitigen Bayern-Vertrag von James (Gehalt 6,5 Mio. Euro netto im Jahr) zu seinem Wechsel von Madrid nach München. Als Leihgebühr zahlen die Bayern Real für zwei Jahre 13 Mio. Euro, die Hälfte wurde bereits im September überwiesen. Für 42 Mio. Euro können sie den Kolumbianer 2019 komplett kaufen. Diese Option ist einseitig! Allein die Münchner entscheiden, ob James dann zurückkehrt oder bleibt.”

      5. Anton

        Das wäre dann der zweite Costa. Na Glückwunsch!
        Und dann den Bocklosen 2020 wieder verhökern?

      6. Tobi13

        Abwarten.
        Das Heft des Handelns liegt auf jeden Fall beim FCB.

      7. cj

        Mit dem richtigen Sportdirektor findet sich der richtige Trainer und der richtige Trainer wird es auch schaffen eine starke Mannschaft aufzubauen. Wie lange er dafür braucht und welche Spieler teil davon sind wird sich dann zeigen. Unter einen beuen Trainer werden aber ohnehin die Karten neu gemischt und was vorher war zählt dann nicht mehr.

  50. Marco05

    Aber leider (oder zum Glück) sind wir hier nicht im Fantasy-Land…

    Ich bin etwas erstaunt über einige (viele) der Kommentare hier. Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass ich das Spiel wirklich genossen habe. Für mich war das insgesamt (Ok, nicht mehr in der 2. HZ aber in 90 Minuten) ein absolutes 50:50 Ding in dem Dortmund zwar die besseren Chancen hatte, aber nicht zwangsläufig gewinnen musste. Der Ausgleich mit dem Hackentor in der Nachspielzeit wäre noch das i-Tüpfelchen gewesen. Der Elfer war etwas “glücklich”, andererseits hatten wir etwas Pech mit diversen nicht “Hand” Entscheidungen usw.

    Dennoch: Ich war positiv überrascht, dass die Truppe plötzlich den Schalter umlegen konnte und vieles was die letzten Wochen im Argen lag auf einmal gepasst hat.

    Was ich nicht verstehe ist dass man immer noch unzufrieden ist, wenn es nicht direkt wieder 100% sind. Wer das nach den letzten Wochen erwartet hat ist ein Träumer. Immerhin scheint doch zumindest klar, dass die Jungs nicht das Kicken verlernt haben. Wenn wir jetzt die durchaus machbaren Aufgaben bis zur Winterpause meistern ist doch noch alles möglich.

    Im Grunde finde ich es durchaus interessant, dass wir mal Verfolger sind und der Druck auf den BVB wird ja auch peu a peu größer. Und dann bin ich mal gespannt.

    Und weil hier einige meinen, der Favre, der wärs gewesen: mit seiner Art und „Eloquenz“ würde den die Presse in und um München in der Luft zerreissen. Eine Kritik zuviel und schmeißt die Flinte ins Korn. Man stelle sich mal vor er hätte bei uns Müller so lange auf der Tribüne schmoren lassen wie Götze. Das allein hätte einen Aufschlag gegeben. Also das sehe ich bei Leibe nicht, dass der uns gut zu Gesicht gestanden hätte zumal in der jetzigen Situation mit dem Personal.

    Allein, wie sich die Dortmunder neu aufgestellt haben in anderen Bereichen, da haben wir deutlich an Boden verloren. Aber auch das kann ja noch werden.

    A propos: Wenn ich jetzt sehe, wie Sammer wieder auf der schwarz-gelben Seite steht (oder sitzt), dann komm ich nicht umhin ihn für leicht schizophren zu halten, wenn man bedenkt was die letzten Jahre alles war…

    1. Anton

      Warum soll Sammer denn schitzophren sein?
      Wo hat denn ein Mattes Sammer seine größten Erfolge errungen?
      Als Spieler beim BVB unter Hitzfeld 2 Meisterschaften und den CL-Gewinn.
      Als jüngster Meistertrainer der Bundesliga Deutscher Meister mit dem BVB.
      Es ist ja nun nicht so, als hätte er mit diesem Verein noch nie etwas am Hut gehabt.
      Und es ist eben ein Unterschied, ob du als externer Berater alle 14 Tage mal ein Meeting mit der Vereinsführung machst oder ob du einen Fulltime-Job im operativen Geschäft hast. Und den hat er ja für sich ausgeschlossen.

    2. Icke

      Das ist doch (mit dem Abstand zu Samstag) mal ein positiver und versöhnlicher Ausblick ;) Bei mir ist ded Ärger auch etwas verflogen und die Zuversicht auf die nächste Zeit wächst. Tiefs haben auch immer den Vorteil der Veränderung und dann passiert was. Ich hoffe, wir können das über Strecke in Euphorie umwandeln. Für mich geht die Saison heute los… oder wie es Kimmich (übrigens gleich nachm Spiel) sagte:
      “Wer jetzt nicht die Gier entwickelt, wieder nach oben zu kommen, ist bei uns fehl am Platz.” In dem Sinne…

  51. Sebastian

    Hallo, um mal einen Gedanken einzuwerfen, der mir hier zu oft untergeht: Es wird immer auf Kovac gezeigt, der es nicht schafft, Strukturen in der Defensive einzuschleifen. Was ich mich allerdings frage : Wann hätte das denn passieren sollen? Gefühlt (habe nicht nachgesehen) spielt die Mannschaft seit dem Spätsommer im Halbwochentakt. Mit Reisezeiten und Regeneration bleibt dann nicht mehr viel Zeit für konzentrierte Trainingsarbeit. Das hat das Trainerteam möglicherweise unterschätzt, trotzdem sollte es bei der aktuellen Leistungsbeurteilung von Trainer und Mannschaft nicht unter den Tisch fallen. Unter anderem deswegen vermute ich, dass Kovac trotz aller negativer Ergebnisse noch Zeit bekommt, bevor der Stab über ihn gebrochen wird.

    1. Herrispezial

      Das stimmt nur bedingt. In den ersten Wochen der Saison waren die Spiele immer am Wochenende. Ausserdem ist die Vermutung eine starke Spekulation, denn Kovac hat mit seinen Teams weniger Erfolg gehabt als seine Nachfolger, die mehr rausholen uns besser spielen als unter ihm. Deswegen liegt der Verdacht nahe, dass er es auch in der Winterpause nicht hinbekommt. Und das Gegenbeispiel Dortmund und Frankfurt zeigt ja, dass ein neuer Trainer auch schnell Zugriff auf die Mannschaft finden kann. Zumal die Spieler der dt. N11 ja recht früh wieder zurück waren.

    2. Marco05

      Die Nationalspieler kamen erst nach der USA-Reise Anfang August dazu.
      Nach 2 Bundesliga-Spieltagen waren sie auch schon wieder weg zur ersten Länderspielpause.
      Danach ging es mit CL und englischen Wochen los.
      Wenn überhaupt hatte er Anfang August etwas Zeit mit der kompletten Truppe. Die Nationalspieler werden aber “Top motiviert” gewesen sein…

      Davon abgesehen lief es ja in der Zeit – 7 Pflichtspielsiege in Serie – auch ziemlich gut. Der Einbruch kam ja erst in der Nachspielzeit gegen Augsburg. Ab da waren die englischen Wochen voll im Gange.

      Dazu kamen: viele Auswärtsspiele, überproportional viele Flutlichtspiele etc. Geht alles etwas mehr an die Substanz als Samstag 15:30 Heim/Auswärts im wöchentlichen Wechsel. Zu einer bestimmten Zeit hatte der BVB im Vergleichszeitraum 3 Heimspiele mehr. Führt alles dazu, dass man sich in einen schönen Lauf schießt wenn man dann auch noch Aufbaugegner wie den FCN hat…

      1. Turbo Batzi

        Plus das Schiri-Geschenk in der ersten DFB-Runde. De facto hatte Dortmund das Spiel verloren. Wer weiß, ob die Saison beim Ausscheiden so gelaufen wäre. Momentan schwimmt der Verein auf einer beispiellosen Glückswelle, während bei uns anfing alles falsch zu laufen, was falsch laufen kann.

        And when the shit hits the fan – dann kommen solche Dinge wie bei Ribéry nach dem Spiel am Samstag heraus. Andererseits auch gut nach Jahren an der Sonne wieder durch solche Täler zu gehen. Und in der Krise zeigt sich meist die wirkliche Stärke eines Vereins.

      2. Herrispezial

        Und was ist jetzt das Argument? Man könnte es dann auch so lesen: Kovac hatte keine Zeit zur Vorbereitung, aber dennoch war sie am Anfang gut. Und je länger er mit ihr zusammen ist, desto schlechter wird die Leistung. Irgendwie kriegen andere Trainer das besser hin. Er mag nicht die optimale Ausgangslage gehabt haben. Aber gerade die deutliche Verbesserung der Frankfurter macht mich skeptisch, dass Kovac noch etwas aus der Mannschaft macht. Er hatte dort 2 Jahre Zeit und kaum ist er weg, sind sie dort besser als zuvor.

  52. Osrig

    Ich wäre lieber noch zurückhaltend mit Euphorie und würde erstmal die nächsten zwei, drei Spiele abwarten, bis ich in Begeisterung ausbreche.
    Denn gegen DO hat unsere Mannschaft ein gepflegtes Dominanzsystem gespielt, da haben – wenn auch noch nicht optimal – Zonenbesetzung und das Pass- und Positionsspiel gut funktioniert. Ich hätte diese Art Spiel unter Kovac nicht erwartet, und so stellt sich mir die Frage, ob es so vorgesehen war von unserem Trainer, oder die Mannschaft sich schlicht auf ihre Stärken besonnen hatte. Jedenfalls kann auf die Leistung dieser ersten Halbzeit aufgebaut werden – und tatsächlich Anlass zum Optimismus geben. Wenn es denn gegen unsere nächsten Gegner fortgesetzt werden wird!!!
    Mit Düsseldorf und Nürnberg werden wir wieder auf Gegner treffen, die hinten wieder alles verrammeln und wenig Ambitionen nach vorn entwickeln werden.
    Gegen diese Teams es wieder mit dem schnellen vertikalen Spiel zu versuchen, wieder nur schnell über die Aussen den Ball laufen zu lassen, ohne das Zentrum vernünftig zu besetzen, wird zum selben Geduldspiel führen, wie schon zuvor gegen Freiburg und Co. Dann wird sich zeigen, dass Kovac eben nicht erkannt hat, wie zu spielen ist, die Taktik gegen DO der ersten Halbzeit nur eine Eintagsfliege war. Dann sind weitere Punktverluste für mich vorprogrammiert.

    Hat Kovac aber erkannt, wie er den Ball bei uns laufen lassen muss, dann versucht er, auch gegen diese Maurermeister das Dominanzspiel aus dem DO-Match fortzuführen, und somit unseren FCB auf einen anderen Weg zu führen! Den ich mit viel mehr Optimismus begleiten würde. Dann, und erst dann, erlaube ich mir Euphorie!

    1. Anton

      “Mit Düsseldorf und Nürnberg werden wir wieder auf Gegner treffen, die hinten wieder alles verrammeln und wenig Ambitionen nach vorn entwickeln werden.” Das hat insbesondere Hertha am Wochenende erfahren dürfen, wie das so ist gegen die Maurermeister aus Düsseldorf ohne Ambitionen nach vorne. So eine 4:1-Packung ist schon recht eindeutig.
      Hoffen wir mal, dass Kovac sich das Spiel genau ansieht.

    2. cj

      Ist doch klar dass im Topspiel die Spieler sich mehr reinhängen, konkret sich mehr bewegen und auf eine schlechte Zonenbesetzung reagieren. Ich finde Dortmund im übrigen defensiv auch gar nicht so stark. Ribery hat zum Beispiel sehr stark von Piszczeks Passivität profitiert. Nein, ich glaube nicht dass es von jetzt an grundsetzlich wieder besser läuft. Gleichen sich die Ergebnisse wieder mehr an den xgoals an, sollte sich die Punkteausbeute aber wieder verbessern.

    3. Herrispezial

      Bleibe da auch skeptisch. Warum ist das Tempo nicht die 2 Monate zuvor zu sehen gewesen? Weil die Mannschaft supermotiviert war und es um viel Prestige ging. Spielerisch war auch nur HZ1 wirklich gut. Die Frage ist, ob wenigstens die Motivation so hoch bleibt wie am WE. Dann sollte es für die nächsten Gegner reichen. Aber wir haben auch noch Spiele gegen Leipzig und Bremen, da müssen dann nicht nur die Einstellung und das Tempo stimmen.

      Fazit: eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, auch wenn sie wenigstens die Hoffnung darauf weckt.

      1. Anton

        Jetzt könnte man natürlich ketzerisch fragen, warum ist die Mannschaft nur gegen den BVB supermotiviert. Warum nicht gegen Hertha, gegen die man die letzten vier Spiele nicht gewonnen hat, warum nicht gegen Gladbach, die uns in den letzten beiden Jahren auch immer Punkte gekostet haben?
        Wenn das wirklich so ist, dann sollte sich die Truppe aber mal schleunigst selbst hinterfragen.

      2. Herrispezial

        Wenn sich in der aktuellen Situation nicht sowieso jeder im Verein hinterfragt, dann läuft etwas gewaltig falsch. Das gilt sowohl für die Spieler als auch die Verantwortlichen.

        Ich will auch gar nicht die Mannschaft schützen, aber angesichts der leistungsfeindlichen Aufstellungen, kann man als Spieler auch schon einmal die Lust verlieren. Soll nur heissen, dass jeder seinen Anteil daran trägt.

      3. Anton

        Für leistungsfeindliche Aufstellungen ist aber eigentlich nur Einer verantwortlich.

  53. Tom

    [http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/startseite/736043/artikel_naechster-ausfall_bayerns-james-am-knie-verletzt.html]

    Nicht, dass der Ausfall von James ein großes Übel für Kovac wäre, hat er ihn anscheinend eh nur sehr ungern aufgestellt…aber so langsam wird es auch im Mittelfeld extrem dünn…

    – Tolisso fällt locker bis Februar aus
    – Thiago tritt auch erst wieder zur Rückrunde an
    – James wird in der Hinrunde auch keinen Einsatz mehr bekommen
    – Coman muss man abwarten
    – Robben kommt wohl bald zurück

    Bleiben aktuell gerade mal noch 6 Spieler: Ribery, Gnabry, Martinez, Goretzka, Sanches, Müller….

    Werden “lustige” Spiele gegen RedBull, die Eintracht und Werder!!!

    Danke Uli und Kalle für die professionelle Kaderplanung!

    1. Anton

      Na dann stellt sich ja die Mannschaft sozusagen von selber auf. Und Kovac braucht keine Begründung mehr zu suchen, warum er auf James verzichtet.

    2. Herrispezial

      Das ist der Grund, warum jede Position doppelt mit Qualität besetzt sein muss. Naja, die Meisterschaft ist eh gelaufen. Und wenn Platz 4 noch ernsthaft in Gefahr gerät (was ich für möglich halte), dann kapiert wenigstens auch UH, dass die letzten zwei Jahre nahezu alles falsch gemacht wurde, was man so falsch machen kann.

      1. Anton

        Ich möchte ja jetzt nicht die Personalpolitik in Schutz nehmen, aber das Argument eines Brazzo – wir haben jetzt für 4 Positionen 10 Spieler und das ist zuviel. kann man ja zumindest nachvollziehen. Rechnet man zu den oben angegebenen 6 die derzeit Verletzten dazu, dann kommt man auf 11. Und dass sich davon dann gleich vier derart verletzen, kann man ja der Führung nicht alleine anlasten.
        Dass man den Umbruch eigentlich viel zu spät eingeläutet hat, dürfte jedem klar sein. Nur hätte das, was jetzt passiert ist, auch jedem anderen Spieler genauso passieren können.

        Das Problem, und auch das wird ja hier immer wieder diskutiert, ist ja weniger die Qualität der Spieler als die Spielidee. Es ist ja nun nicht so, dass mit den oben genannten da nur noch Pappnasen auf dem Platz stehen., die entweder das Fußballspielen verlernt haben oder davon keine Ahnung haben. Das sind ja immerhin alles Nationalspieler, die es eigentlich können müssen.

      2. Osrig

        Richtig! Und genau deswegen bin ich gespannt, wie Kovac gegen Düsseldorf und Nürnberg spielen lassen wird!

      3. Anton

        Und wie harmlos Düsseldorf ist, hat ja Hertha gerade zu spüren bekommen!

      4. Herrispezial

        Du willst doch nicht etwa behaupten, dass wir gegen Düsseldorf wieder schlecht aussehen dürfen. Die Etatunterschiede sind riesig, die Tabelle sagt auch aus, wie Düsseldorf einzuschätzen ist. Bei aller Liebe zum FCB, aber wenn solche Spiele nach der Leistung am letzten Samstag mies werden, dann sind unsere Probleme noch größer als bisher angenommen.

      5. Anton

        Ich behaupte gar nichts, ich warne nur davor die Truppe zu unterschätzen. Die haben schließlich nichts zu verlieren. Das hat Hertha, die ja gegen uns gewonnen und gegen den BVB unentschieden gespielt haben, offensichtlich getan. Und dann fährt man eben mit einer 4:1-Packung nach Hause.
        Und wie das so mit den vermeintlich Kleinen ist, hat man ja diese Saison schon sehr eindrucksvoll im Pokal bewundern dürfen.

      6. Osrig

        Und auch ein Team mit dem Etat eines potentiellen Absteigers kann durchaus effektiv “den Laden hinten dicht” machen, gerade jetzt, wo die ersten Spiele gespielt wurden und Abläufe immer besser passen (sollten).
        Düsseldorf wird sich hinten rein stellen, sehr defensiv agieren, nach vorn situativ vorgehen, aber voraussichtlich immer 7 bis 8 Mann hinter dem Ball halten, um sich nicht überrumpeln zu lassen.
        Und ein so ein Nadelstich, ein Standard kann immer mal im Netz landen!
        Ich sehe die drei Punkte noch längst nicht “im Sack”, im Gegenteil befürchte ich einmal mehr einen Punktverlust.
        Es sei denn Kovac lässt mit der Spielidee aus der ersten Halbzeit in Dortmund agieren, dann wäre ich entpannt!
        Wenn nicht, dann….

    3. Turbo Batzi

      „Professionelle Kaderplanung“: deinem Argument zufolge müsste Bayern einen 30-Mann Kader melden, damit man die Verletzten-Misere auffangen kann. Am besten noch extra Sitzreihe im Stadion anmelden, für die, die nur auf der Bühne sitzen können.

      Ich würde statt Masse lieber beim Grundproblem anfangen: seit Jahren verletzen sich Schlüsselspieler regelmäßig. Coman war durch Fremdeinwirkung, der Rest nicht afaik. Das ist schon institutionalisiert beim Verein.

      Und während sich ein Reus in Topform bei den Länderspielen einfach mal eine Auszeit gönnt („brauche diese Pausen einfach“), halten unsere Spieler wieder mal die Knochen hin. Vielleicht sollte man hier auch einfach etwas egoistischer sein? Oder tut den Leuten die Wohlfühloase DFB vielleicht sogar gut?

      1. Herrispezial

        Bei mir macht 11×2 22. Soll heißen: wir brauchen einen 22er Kader mit starken Leuten. Dazu 3 Nachwuchsspieler mit Potenzial. Sind 25. Das ist so ungefähr die Größe, die branchenüblich ist. 20 Spieler sind mal einfach zu wenig angesichts der Drei- bis Vierfachbelastung.

      2. Rainer

        @Herrisp…22+3 klingt m.M.n. sehr gut. Jede Position mit der richtigen Qualität und zur Spielidee passenden Fähigkeiten doppelt besetzt. Dazu drei Top Nachwuchskräfte die Dampf machen. Und dann nach Leistung aufstellen. Ich verstehe wirklich nicht, wo das Problem liegt. Andere Vereine, ob in Deutschland oder International, schaffen doch auch einen solchen, den Zielen und der Belastung entsprechenden, Kader zusammenzustellen und zu führen. Vielleicht muss man auch mal zur richtigen Zeit einen Star verkaufen und das Geld reinvestieren. Zudem sollte man sich auch von dem selbst auferlegten Dokma der größtmöglichen Anzahl von deutschen Nationalspielern befreien und besser international scouten.

      3. Anton

        Herrispezial, nach deiner Rechnung fehlen also zur Zeit 3 Spieler, wenn Davis kommt nur noch 2. Drei Nachwuchsspieler gehören zum Kader – dass sie nicht eingesetzt werden, steht auf einem anderen Blatt.
        Von den 19 vorhandenen sind 19! aktuelle bzw ehemalige Nationalspieler.
        Wenn uns allerdings schon die Nationalspieler nicht mehr stark genug sind, dann wird es schwierig.
        Die Torhüter sind natürlich nicht mitgezählt worden.

        So richtig weit weg von deinen Forderungen ist der FCB also nicht.
        Die Frage ist eben was man draus macht.

      4. Herrispezial

        Das stimmt. Aber genau diese 3 Topspieler mehr machen einen Unterschied – gerade wenn andere schwächeln. Wenn neben Süle ein weiterer IV seiner Qualität zuletzt gespielt hätte (oder auf den AVs neben Kimmich und Alaba 2 vergleichbar gute Leute wären etc.), dann sähe es schon viel besser aus. Aber es muss eben auch Qualität sein – und nicht ein Wagner beispielsweise als zweiter 9er.

      5. Rainer

        @Anton. Ja genau 3. um es genau zu sagen: ein schneller Winger, ein guter linker Verteidiger und ein kreativer, ballsicherer Mittelfeldspieler(der zudem defensiv auch gut ist.(Ups….da waren doch mal ein Bernat und ein Rudy, die ersatzlos abgegeben wurden) was den Winger betr. hatten wir ja schon vor dem Saisonbeginn die Diskussion, ob ein weiterer nötig wäre…..von der reinen Anzahl her sicher nicht. Jedoch aufgrund der Verletzungshistorie und Altersstruktur auf jeden Fall. Und wenn hier von Nachwuchsspielern geredet wird, dann zählt m.M.n. Davies im Moment eher in diese Kategorie. (ich würde mich sehr gerne eines besseren belehren lassen und die Videos sind sehr vielversprechend).

    4. Beobachter

      Wobei man gerade im MF wohl noch am wenigsten über die Kaderdichte meckern kann. Unsere traditionell auftretenden Verletzungsserien sind freilich schon ärgerlich und ich bin nach wie vor der Meinung, dass entweder in der Trainingssteuerung oder der Med.Abteilung oder bei beiden nicht alles TipTop ist. Allerdings würde mich mal ein systematischer Vergleich interessieren: wo stehen wir bei Verletzungen (differenzeirt nach Art, Ausfalldauer) im Vergleich in Dtl.und europäisch?

      1. Anton

        Trainingssteuerung? wie willst du denn das Training steuern, wenn dir im Spiel einer deinen Spieler wegfräst. Ein Coman, ein Rafinha, ein Thiago sind doch nicht verletzt worden, weil das Training falsch war, sondern weil der Gegenspieler entsprechend eingestiegen ist.
        Und wenn zur Zeit alleine in der 1.Liga 10 Spieler mit einem Kreuzbandriss fehlen, wird das wohl auch weniger am Training des FCB liegen.

  54. Gerdl20

    Laut mehrerer Medien Ramsey wohl unser erster (ablösefreie) Neuzugang.
    Halte ich für eine clevere Verpflichtung.

    1. K-Dog 41

      Ich halte Ramsey für einen klasse Spieler, allerdings recht verletzungsanfällig.
      Bin da was einen möglichen Wechsel zu Bayern angeht aber noch skeptisch.
      Auf der sog. 8er-Position ist der Kader eigentlich ausreichend besetzt.

    2. Jo

      Rein sportlich wäre Ramsey für uns vermutlich ein Upgrade.
      Wenn ich allerdings die schon wieder laufende Diskussion über Verletzungen, medizinische Betreuung und Belastungssteuerung betrachte, würde die dadurch schon mal wieder ad absurdum geführt.
      Ich kann mich nicht über ständige Verletzungen beklagen und dann ständig verletzte Spieler verpflichten.

      Im übrigen gibt es auch noch die Geschichte der Briten mit dem Kontinent. Die wirklich Guten landen sehr selten dort und wenn sie es tun, sind sie auf einmal nur noch die Hälfte wert.

    3. Hittmer Otzfeld

      Erstmal schwierig zu verstehen, wieso man einen nominellen 10er holt obwohl man, wie es derzeit ja en-vogue ist, ohne 10er spielt. Und wenn man auf einer Position keine Verstärkung braucht dann auf der 8.

      Aber aber, Ramsey hat unter Wenger oft auf der 6 als ‘holding midfielder’ gespielt und seine Sache sehr gut gemacht. Persönlich bin ich ein kleiner Fan von ihm, bis zu seinem doppelten Schien- und Wadenbeinbruch 2010 war so ziemlich jeder Top-Klub auf ihn heiß, heißt aber nicht das er im Mittelmaß angekommen ist.

      Sollte er als 6 aufgebaut werden, dann gut anderfalls ein typischer, wenig notwendiger Hoeneß-Transfer à la “eine Spieler für umme ist ein guter Spieler”.

    4. Anton

      Da es mittlerweile ja Usus ist, dass die Medien nicht mehr selber recherchieren, sondern einer vom anderen abschreibt, sollte man diesen ganzen Gerüchten erst dann Bedeutung beimessen, wenn es eine Presseerklärung des FCB gibt.

      Ich erinnere an die “Buchführung” der tz vor zwei Jahren, als sie einmal alle Gerüchte, Meldungen, angebliche Absichtserklärungen, fast perfekte Verpflichtungenetc. aufgelistet hat!
      Aus dem damaligen 25er-Kader sollten zum Saisonende 10 Spieler gehen und 42 Spieler kommen.
      Komischerweise hatte der FCB zum Saisonbeginn wieder nur einen 25er-Kader, statt des nah der Gerüchteküche eigentlich 57er.

  55. Bayernexpat

    Als Arsenal Season Ticket holder wrüde ich auf jeden Fall die Finger von Ramsey lassen. Aber was weiß ich schon von langfristiger Kaderplanung.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Miasanrot.com — Der FC Bayern München Blog