LEIPZIG, GERMANY - MAY 11: Mats Hummels of Bayern Munich looks on after the Bundesliga match between RB Leipzig and FC Bayern Muenchen at Red Bull Arena on May 11, 2019 in Leipzig, Germany. (Photo by Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)

0:0 in Leipzig. Meisterfeier vertagt.

Christopher Trenner 11.05.2019

Es war eine spannende Konferenz. Da Düsseldorf im Parallelspiel alles versuchte, um den Dortmundern Punkte zu stehlen.

Falls ihr es verpasst habt:

Niko Kovač hatte vor dem Spiel mit einigen Verletzungssorgen zu kämpfen. Javi Martínez und James konnten die Reise nach Leipzig nicht antreten. Auch das geplante Comeback von Manuel Neuer kam zu früh. Für ihn stand Sven Ulreich im Tor. Der Bayern-Trainer blieb seinem 4-2-3-1 treu und beließ es aufgrund der angesprochenen Verletzungsprobleme bei einer Änderung zum Spiel gegen Hannover. Mats Hummels startete fürJérôme Boateng.

Auf der Gegenseite ging Ralf Rangnick die Generalprobe für den DFB-Pokal ebenfalls mit der bestmöglichen Aufstellung an. Auch er konnte nicht auf alle Akteure seines Kaders zurückgreifen. So fehlten unter anderem Dayot Upamecano und Tyler Adams. Der Trainer der Leipziger entschied sich für ein 4-4-2 System. Leipzig überraschte damit insofern, da vor der Partie eher mit einem 4-2-2-2 bzw. 5-3-2 gerechnet wurde. Besonderes Augenmerk richtete sich auf Timo Werner, der neben Yussuf Poulsen stürmte. Um den deutschen Nationalspieler halten sich hartnäckige Gerüchte, dass er im nächsten Jahr beim FC Bayern auflaufen könnte.

Die ersten 45 Minuten

Die Partie begann wie erwartet mit viel Pressing auf beiden Seiten. Die Münchner wurden durch das taktische System der Leipziger schon früh auf die Außenbahn gelenkt. Das Ziel war klar: Bayern zu Fehlern zwingen und die Schnelligkeit von Werner im Umschaltspiel auszunutzen. Auf Seiten der Bayern überraschte Kovač mit einer Rochade auf der Flügelposition. Gnabry kam über die linke Seite. Coman auf der Gegenseite.

Die erste Chance der Partie hatten die Bayern. Thiago steckte einen Ball auf Lewandowski durch, der war frei vor Gulácsi. Sein Abschluss verfehlte aber das Tor. Ein Treffer hätte aber ohnehin nicht gezählt. Lewandowski stand zuvor strafbar im Abseits (9.).

Die Möglichkeit der Bayern war der Weckruf für die Leipziger. Es folgte eine längere Phase in der sich die Münchner nicht mehr befreien konnten. Die Elf von Niko Kovač fand kein Mittel das hohe Pressing zu umspielen. Die Folge waren viele einfache, schnelle Ballverluste. Leipzig kam in dieser Phase durch Poulsen und Werner zu guten Abschlüssen.

Es dauerte bis zur 28. Minute bis der FC Bayern wieder eine Chance hatte. Lewandowski spielte auf Höhe der Eckfahne vier Leipziger aus und passte in die Mitte auf Gnabry. Sein Schuss aus kurzer Distanz kann Gulácsi mit etwas Glück abwehren.

Nach einem Eckball gelangte der Ball mit Umwegen bei Serge Gnabry, dessen Schussversuch aber zu unplatziert war. Es war die letzte Möglichkeit vor der Pause. Die Münchner hatten ab der 30. Spielminute die Kontrolle über die Partie zurückgewonnen, aber insbesondere Ibrahima Konaté bekam in der Leipziger Verteidigung immer ein Körperteil einen Bruchteil schneller als ein Bayern-Spieler an den Ball.

Die zweiten 45 Minuten

Ohne personelle Änderungen ging es in die zweite Halbzeit. Der bis dahin überragende Konaté klärt eine Flanke von Kimmich nur unzureichend. Leon Goretzka nimmt den Ball volles Risiko und verwandelt zum 1:0. Die Freude der Bayern-Fans hielt nicht lange. Manuel Gräfe bekam aus Köln ein Signal. Lewandowski stand knapp vor der Kimmich-Flanke im Abseits. Der Treffer zählte nicht (49.).

Es dauerte bis zur 66. Minute bis zur nächsten Szene. Bayern nutzte einen Fehler im Leipziger Zentrum und Gnabry konnte auf der linken Außenbahn durchbrechen. Sein Abschluss landete auf der Latte. Allerdings wurde die Szene wegen Abseits zurückgepfiffen.

Ab dann entwickelte sich ein Schlagabtausch. Bei beiden mit einigen Fehlern, aber die Gegenseite konnte davon nicht profitieren.

Erst spät reagierte Kovač und brachte Ribéry für Gnabry und wenig später Rafinha für Thiago, der sich bei einer Grätsche verletzt hatte.

Ribéry hatte die große Möglichkeit in der 83. Minute. Müller und Coman setzen sich auf der rechten Seite gut durch. Ribéry scheitert in der Mitte per Hacke am Leipziger Schlussmann.

In der 88. Minute nähern sich die Bayern abermals an. Ein Freistoß von Lewandowski verfehlte das Tor nur knapp.

Mit dem Freistoß wurde noch Robben für Coman eingewechselt. Ribéry legte ihm noch einen Schussversuch auf, der aber deutlich über das Tor ging. So blieb es am Ende beim 0:0.

Die Münchner machten über weite Strecken der Partie zu wenig. Zu Beginn der zweiten Halbzeit hatten sie Pech mit der knappen VAR-Entscheidung, konnten aber im Anschluss daran nie wirklich eine anhaltende Druckphase aufbauen. Chancen ergaben sich meist durch Fehler der Leipziger. Somit vertagt sich die Meisterschaftsentscheidung auf den letzten Spieltag.

Dinge, die auffielen

Komplizierte Saison

Das Spiel war ein Spiegelbild der gesamten Saison. Zeigte es doch die Probleme der Bayern sehr gut auf. In der Offensive fehlte es an einer Idee, wenn der Gegner eine Spielidee mitbringt. Durch die Rauten-Formation der Leipziger verhinderten sie das auf Flanken ausgerichtete Spiel der Bayern.

Auf der anderen Seite war das Pressing der Bayern über weite Teile der Partie in Ordnung. Hier steigerte sich die Mannschaft von Niko Kovač in der Rückrunde. Das Lob kann aber nicht uneingeschränkt gegeben werden. Häufig waren es kleine und größere individuelle Fehler, die Leipzig einluden.

Vorspiel für das DFB-Pokalfinale

Die Partie heute, wie auch schon das Hinspiel haben gezeigt, dass es ein sehr taktisch geprägtes Pokalfinale werden kann. Gerade in der Anfangsphase versuchten beide Teams möglichst wenig Fehler zu machen. In der Phase nach der Pause verpassten es die Bayern mehr Risiko zu gehen. Erst spät spielten die Bayern ernsthaft auf Sieg (durch die Ribéry-Einwechslung). Im Hinspiel ging sich das noch aus. Im Rückspiel nicht mehr. Es kann also ein knappes Pokal-Finale erwartet werden.

Ein Punkt würde reichen …

… ein Punkt würde reichen. Wie 2001. Damals spielten die Münchner in Hamburg auf ein 0:0 und kassierten spät noch den Gegentreffer. Für Frankfurt geht es gegen München noch um den Einzug in die Champions League. Das Gleiche gilt allerdings auch für den Gegner der Dortmunder: Borussia Mönchengladbach.

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