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#Tweetball und die gesteuerte Diskussion

Jeden ersten Montag im Monat wollen die großen deutschen Sportmedien eine Fußballdiskussion via Twitter führen. #Tweetball nennt sich der Versuch einer gesteuerten Diskussion und gestern Abend erlebten wir ab 21 Uhr eine Stunde lang was es bedeutet, wenn Medienhäuser auf Fußballtwitterer treffen.

Seit einigen Wochen verfolge ich regelmäßig tolle Diskussionen über den Ballsport in meiner Timeline. Dort geht es nicht nur an Spieltagen hoch her, denn auch die zahlreich stattfindenden #tp___ Treffen in ganz Deutschland zeigen eigentlich nur eines: viel Nachholbedarf haben nicht die Fans, sondern die Zeitungen, Zeitschriften und Onlineportale. Die behandeln ihre Twitteraccounts bei Diskussionen nämlich recht stiefmütterlich.

Nachdem sich am Nachmittag allerhand Protest und Ablehnung breitgemacht hat, kam dann am Abend immerhin ein reger Austausch an Statements zustande. Kurz zusammengefasst: Adler ist gut, weil der HSV derzeit Abwehrprobleme hat, Neuer ist unantastbar, Konkurrenz belebt das Geschäft, Bayernbonus für Manuel, Zieler und ter Stegen werden keine Chance haben, Adler wäre ohne Verletzung immer noch die Nummer 1 und zum Schluss noch das Totschlagargument »eine Torwortdiskussion ist in Deutschland seit Jahren überflüssig«. So viel also zur Themenauswahl, denn Felix Magath wäre ebenfalls langweilig gewesen und unser FC Bayern wohl im Shitstorm geendet. Ein richtiges Streitgespräch gab es nicht. Stattdessen wurden Meinungen abgegeben und retweetet. Man reagierte auf vereinzelte Nachfragen und Denkanstöße.

Prinzipiell bin ich für jede Diskussion zu haben und freue mich über die Versuche der klassischen Berichterstatter eine Annäherung zu uns Twitterern hinzubekommen. Einige Redakteure machen das mit ihren Privataccounts schon vor und nun müssen die offiziellen Kanäle nachziehen. Leider muss man hier bemängeln, dass Twittern nichts ist zu was man sich einfach mal um 21 Uhr verabredet. Alles lebt von der Aktualität und Spontanität. Die hitzigsten Gespräche entstehen nicht wahllos am Montagabend, sondern an Spieltagen, bei Reportagen und sobald ein neuer Artikel erschienen ist. Diese Geschwindigkeit kann momentan niemand Offizielles mitnehmen oder ausnutzen. @SPOX hat während den Spielen zumindest einen lockeren Spruch auf Lager, aber das war es dann auch fast mit guten Beispielen. Wenn man es aber schafft den #Tweetball weiterzuentwickeln und darauf kommt, dass die Lösung des »Twitterproblems« generell mehr Aktivität auf diesem Kanal ist, dann kann man den gestrigen Abend nur begrüßen. Des Weiteren sollten mehrere Themen angesprochen werden können bzw. die Ausgangsfrage in weitere Richtungen führen dürfen. Gestern Abend hätte man ruhig 20 Minuten über den »Bayernbonus« von Manuel Neuer sprechen können. In meiner Timeline entflammte eine Trainerdiskussion über die Nationalelf und einige schärften bereits ihre Werkzeuge um Joachim Löw nach der WM 2014 abzusägen. Bravo! Das sind doch die Themen über die wir spontan reden könnten. Von den Initiatoren regierte Niemand darauf.

Zum Schluss bleibt zu hinterfragen wie der #Tweetball verarbeitet worden ist. Am 5. November dürfte der nächste initiierte Twitterabend folgen und vielleicht wurden bis dahin einige Lehren aus #1 gezogen und Verbesserungen umgesetzt.

Sportbild: Starker Adler setzt Neuer unter Druck

Löw weiß: Adler war schon mal eine starke Nr.1 – und Manuel Neuer die 2.

DerWesten Sport: Twitterer für Rückkehr von Adler ins DFB-Tor

Während der Großteil der Twitterer der Meinung ist, dass Neuer weiter das Nationaltor hüten sollte, gibt es viele, die Adler aber vor Zieler und ter Stegen sehen. Bis zum nächsten Turnier 2014 sei jedoch noch viel Zeit, so die vorherrschende Meinung.

Goal.com: 1. Tweetball zum Thema #AdlerfürD: „Deutschland hat auf keinen Fall ein Torwartproblem!“

Um ganz oben angreifen zu können, fehlt aktuell noch die erbrachte dauerhafte Leistung. Sollte Adlers Leistung nicht einbrechen, sollte ihm ein Anruf von Joachim Löw zustehen.

Die Sportschau twittert ihr Fazit bisher nur:

David Nienhaus hat den ersten #Tweetball schon für DerWesten zusammengefasst und meldet sich nun in seinem privaten Blog (“Die Diskussion um #tweetball“) mit einigen Fakten. Mit über 800 Tweets war reichlich los in der einstündigen Diskussion. Die Idee entstand in Zusammenarbeit mit dem Twitter Deutschlandchef Rowan Barnett.

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Leserkommentare
  1. […] wir ab 21 Uhr eine Stunde lang was es bedeutet, wenn Medienhäuser auf Fußballtwitterer treffen. weiterlesen bei Miasanrot.de… /* Manchmal entwickle ich Ideen aber auch alleine […]

  2. […] sorgten für Ablehnung. Was wiederum für wenig Verständnis bei den Veranstaltern sorgte. Miasanrot und Helmi fassen das ganze schön zusammen. Bei Helmi gibt es auch eine ausgeprägte Diskussion. […]

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