Merkwürdiges Schauspiel um Lahm

Es waren denkwürdige Minuten am Dienstag-Abend in der Münchner Allianz Arena. Der Sieg über Wolfsburg geriet Minuten nach dem Abpfiff in Vergessenheit.

Während Philipp Lahm vor Journalisten mitteilte, dass er die Vereinsführung darüber informiert habe seinen Vertrag nicht zu erfüllen und derzeit auch keine administrative Rolle im Verein anzustreben, verwies Präsident Hoeneß diese Nachricht vor laufenden Kameras ins Reich der Spekulation. Es sei genug Zeit die Dinge in Ruhe zu besprechen. Lahm war derweil eindeutig. Gespräche seien geführt worden. Aber jetzt sei nicht der richtige Zeitpunkt, um diesen Wechsel zu vollziehen. Ein merkwürdiges Schauspiel.

Wer genau hinhörte merkte, dass dies von Lahms Seite alles andere als eine grundsätzliche Ablehnung einer herausgehobenen Position beim FC Bayern war. Lahm hatte offenbar klare Vorstellungen für ein Engagement. Es wird in den letzten Wochen um Zeitpläne gegangen sein. Um Strukturen. Vielleicht auch schon um das weitere Personal. Lahm machte deutlich, dass er sich in einer Übergangsphase angemessen vorbereiten wollte auf die neue Führungsrolle. Auch das ist zumindest für die nahe Zukunft vom Tisch. Es muss schon ziemlich gekracht haben hinter den Kulissen. Anders ist dieser Schwenk und die mindestens ungelenke Verkündung nicht zu erklären. Es ist kein Geheimnis, dass die Gespräche zwischen Rummenigge und Lahm weit fortgeschritten waren. Dann kam Hoeneß zurück und brachte früh öffentlich andere Namen für eine Sportvorstand-Rolle ins Spiel. Schon das klang nach Machtkampf. Von allen Seiten.

Der Dienstag-Abend war eine öffentliche Eskalation, die dem FC Bayern schadet. Es geht um weit mehr als die schlechte Außendarstellung. Der öffentlich immer wieder geäußerte Wunsch von Uli Hoeneß nachfolgende Generationen in die Bayern-Führung einzubinden, kann bereits jetzt als gescheitert angesehen werden. Schon mit der Generation Kahn/Effenberg war das nicht gelungen. Lahm war so etwas wie die letzte große Hoffnung. Auch die scheint nun mindestens für die nahe Zukunft verbaut.

Es geht dabei um mehr als Folklore. Es braucht neben der gut aufgestellten wirtschaftlichen Führungsebene innovative, neue Kräfte, die den FC Bayern sportlich und strukturell fit machen für die Zukunft und gleichzeitig die Identität des Vereins verstehen, weitertragen und entwickeln. Unabhängig von Hoeneß und Rummenigge, die den Verein seit Anfang der 90er Jahre lenken. Der FC Bayern wird mit Sicherheit einen guten Sportvorstand finden. Doch der notwendige Umbruch in der Spitze wird damit abermals auf Jahre vertagt. Zudem wird der Erfolg einer ohnehin schon nicht störungsfreien Saison durch diese öffentliche Diskussion, die noch längst nicht am Ende zu sein scheint, weiter gefährdet.

Philipp Lahm ist beim medialen Spiel um Macht und Einfluss gewiss kein unbeschriebenes Blatt. Doch er hat in diesem Fall viele Argumente auf seiner Seite. Er braucht den Verein für seine berufliche Zukunft nicht. Der Verein einen wie ihn schon. Was sich am Dienstag-Abend rund um das Pokalspiel gegen den VfL Wolfsburg abspielte war eines europäischen Spitzenclubs nicht würdig. Dem Karriereende eines der besten Fußballer in der Geschichte des FC Bayern schon gar nicht.

Update

Am Mittwoch hat sich der Verein in Form einer Pressemitteilung und eines Interviews von Uli Hoeneß zum Vorgang geäußert.

Immer deutlicher wird, dass es am Ende um die konkrete Ausgestaltung von Lahms Rolle ging. Warum Vorstand und Aufsichtsrat den Bayern-Kapitän für geeignet halten eine Sportdirektor-Position auszufüllen, aber kein Vorstandsamt ist erklärungsbedürftig. Zumal sich die Aufgabenprofile nicht wirklich unterscheiden und mit Michael Reschke noch immer ein international anerkannter Experte für die Detailarbeit bereit steht.

Hätten die Münchner Verantwortlichen damit argumentiert, dass sie einen erfahrenen, gut vernetzten Sportvorstand installieren wollen, wäre das nachvollziehbar und sogar richtig. Hoeneß Verweis auf den “Berufsanfänger-Status” passt nicht wirklich, wenn er Lahm gleichzeitig für die inhaltlich nicht weniger wichtige Sportdirektor-Rolle befürwortete. Philipp Lahm ist machtbewusst. Das hat er in seiner gesamten Karriere gezeigt. Dass er ein Vorstandsamt anstrebt, um Dinge auf Augenhöhe zu besprechen und sich anders als Nerlinger nicht von Ergebniskrisen abhängig zu machen ist nachvollziehbar. Dass Rummenigge und Dreesen genau dies sogar befürworten wie Sport1 erfahren hat, ist ebenfalls bemerkenswert.

Am Ende schließt sich eine Tür für Lahm auch wenn Rummenigge und Hoeneß betonen, dass andere Türen weiter offen bleiben. Vorstand und Aufsichtsrat sind nun umso mehr in der Verantwortung einen starken Sportvorstand zu präsentieren, der ihr Anforderungsprofil erfüllt.

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Leserkommentare
  1. SD2MUC

    Das ganze Durcheinander hab ich im Stadion natürlich gar nicht mitbekommen aber hab so etwas schon befürchtet. Schade schade.
    Jedes Spiel wenn Herr Lahm nicht auf dem Feld ist für unsere Mannschaft ist schwächer als wenn er dabei ist. Seine Konstanz und fehlerfreies Spiel wird uns unglaublich fehlen.
    Und irgendetwas läuft da in der Führungsriege auf alle Fälle auch sehr falsch.

  2. Rye B

    Puuuhh… Lassen wir mal den Kick gestern abend Beiseite.

    Also der feine Herr Lahm will seinen Vertrag nicht erfüllen, ok sei ihm gegönnt ob seiner großen Karriere, dass er das Ende selbst entscheidet.
    Offensichtlich hat es die Vereinsseite nicht lanciert, dass die Lahmseite inklusive Berater Grill mal wieder den Verein öffentlich bloßstellt und Hoeneß in einem ganz schlechten Licht da stehen lässt…ok, seis drum!

    Dass es aber für Philipp gleich nicht weniger als die Vorstandsebene sein muss finde ich schon eine harte Nummer!
    Und am langen Ende bin ich froh, dass es offensichtlich zwischen Kalle und Uli gekracht hat bei der Besetzung des Sportvorstands-Position (danke Uli).
    Die Saison/der vorstehende Umbruch im Team zeigt inzwischen deutlich, wie wichtig ein erfahrener Sportvorstand gewesen wäre und wird!

    Deshalb (etwas überspitzt formuliert!!) ist jetzt halt in der nächsten Tagen Presse-Ballihou angesagt … Danach ist das Lahm-wird-Sport-irgendwas-Thema abgehakt und man kann sich drauf konzentrieren einen erfahrenen Mann nach München zu holen.

    Die Kombination aus Eberl mit Reschke im Rücken wäre was Marktüberblick, Überzeugungskraft, Stallgeruch, Pragmatismuss und Erfahrung eine zukunftsweisende Lösung!!

    1. Steffen

      Zustimmung was die Sportvorstands-Rolle angeht. Haben wir ja hier auch schon ausführlich besprochen, dass das nicht optimal ist. Dass man aber nicht mal in der Lage war einen gemeinsamen Weg zu definieren wie Lahm eingebunden werden soll, halte ich für das eigentliche Problem. Man kann nur hoffen, dass damit die Tür nicht zu ist.

    2. Rye B

      Was den fehlenden gemeinsamen Weg angeht stimme ich dir zu… Halte es aber auch für normal, dass man elementare Dinge kontrovers diskutiert gerne auch ausführlich SO LANGE ES INTERN BLEIBT!!

      Damit komme ich zu dem Punkt an dem ich anderer Meinung bin als du: Wenn sich unsere feine Herren Ex-Spieler ihre Egos nicht zurückstecken können und nicht bereit sind die “Lehrlingslaufbahn” einzuschlagen dann darf die Tür hinter einigen von Ihnen auch mal zugehen.
      Folgende Beispiele:

      Effenberg:
      Anstatt wie andere sich in verschiedenen Trainerstationen den nötigen Feinschliff zu holen kritisiert man im TV den Ex-Club und fabuliert nachdem man in Paderborn auf ganzer Linie gescheitert ist über einen Trainerjob Bayern.

      Scholl:
      Der Versuch war da…ok, kann man ihm abrechnen

      Matthäus:
      Würde wohl gerne… Reden wir nicht drüber

      Lahm:
      Die Posse um seinen “”Berater”” der gestern mit der Lancierung den Verein WIEDERHOLT in eine beschissene Lage/Außendarstellung gebracht hat, ist für mich unter aller Sau.
      Dazu reichen Lahm wohl die Kompetenzen nicht, bei seiner ERSTEN Station nach der Karriere.
      WTF!?! Tut mir leid, Lahm außerhalb des Sportes lässt du deinen Verein wiederholt an die Wand fahren …
      Irgendwie hoffe ich inzwischen, dass unsere Vereinsspitze das Thema Lahm mal für min. 2 Jahre ad acta legt.
      Tür zeitweise zu und wenn dann Arbeitserfahrung da ist und der Berater weg, dann kann man nochmal reden!

      Was den Umbau an der Vereinsspitze angeht:

      Wenn es die “schillernden” Ex-Spieler nicht auf die Reihe bekommen, dann müssen eben die (“weniger glamourösen”) Arbeiter her: Eberl, Reuter, Vogel (auch alle FCB-Vergangenheit) verstärkt mit externen Kräften wie Reschke und Sauer!!

      Wenn man nämlich denen zuhört merkt man, dass sie eine Position beim FCB ganz anders zu schätzen wüssten.

      1. Steffen

        Ich plädiere auch nicht für Effenberg oder Kahn sondern messe Hoeneß an seinen eigenen Worten. Wir diskutieren seit 10 Jahren über den Übergang. Wirtschaftlich ist der gelungen. An der Spitze und im sportlichen noch nicht. Wenn man sich schon monatelang mit Lahm beschäftigt muss es möglich sein am Ende einen gemeinsamen Weg zu vereinbaren. Auch das ist nicht gelungen.

      2. Rye B

        Ja daran wird sich Hoeneß auch weiter messen lassen müssen.

        Aber jetzt werden die Herren Hoeneß/Rummenigge eben zu “ihrem/unserem” Glück gezwungen.
        Ganz ehrlich, wir sind mit Sammer, Reschke und Vogel gut gefahren… Jetzt kommen eben Eberl/Reuter/… mit denen kann ich mich sehr gut identifizieren!!

        Edit:
        Schon im November hatte der Aufsichtsrat darüber, wie Hoeneß sagt, „kontrovers diskutiert“. Die eindeutige Meinung: das Vorstandsamt wäre zu früh gekommen.

        Hoeneß zu dieser Zeitung: „Bei uns im Aufsichtsrat sitzen Dax-Vorstände. Für die kommt nicht infrage, dass jemand ohne Berufserfahrung im Vorstand anfängt. Auch Christian Nerlinger war Sportdirektor und nicht Vorstand. Bei Matthias Sammer war das anders. Er war vorher beim DFB.“

        Damit (und mit der Stellungnahme) ist die Sache gegessen. Das Eigentor hat sich wiederholt die Lahm/Grill -Seite eingeschenkt!!

        Gut, dass man so ein Statement über einen solchen Ablauf mal lesen kann/zu Protokoll gegeben wird!!

  3. Vobius

    Sehr gut gefolgert, dass es gekracht habem muss, zumimdest zwischen Lahm umd Hoeneß. Hat man auch in dem Gesichertern und der Körpersprache on den Interviews nach dem Spiel klar etkannt – das mal ein Spiel langweilger ist als die Nachberichterstattung ist einem Spitzenverin nicht würdig. Bleibt jetzt auch noch das sportliche auf der Strecke fürchte ich wieder einen 90er Fc Hollywood. Das war auf jeden Fall erst der Anfang gestern Abend.

  4. franzferdl

    das ist eine provinz-posse auf allerniedrigstem niveau! der fc bayern verkommt mit der neuerlichen inauguration des ehemaligen gefängnisinsassen wieder zum “fc hollywood”. das kommt davon, wenn man sich von wurschtigem bauchgefühl, folklore und melancholie (abteilung attacke, früher war alles besser, blabla) leiten lässt. diese mitternächtliche groteske bedeutet das ende eines fc bayern, der in den letzten knapp 5 jahren zur spitze der fussballerischen moderne gehörte. ab jetzt wird man wieder in den niederungen der fussballideologischen antike (boulevard-dreck, gras fressen, etc.) herumdümpeln…

  5. Jester

    Schade! Ich hätte mir Philipp Lahm als Sportvorstand wirklich gewünscht! Max Eberl bringt neben seiner Erfahrung natürlich die oben beschriebenen Eigenschaften mit. Dennoch hätte ich mir als 1a Lösung eben Philipp Lahm gewünscht.

    Hoeneß ist damals mehr oder weniger ja auch sofort ins kalte Wasser geschmissen worden. Und vergleiche ich das mit Philipp Lahm, dann scheinen sich beide im kühlen Nass durchaus wohl zu fühlen. Letzterer hat es ja anfangs beim VfB Stuttgart quasi gezeigt. Demzufolge hätte ich ihm die neue Rolle mehr als zugetraut.

    1. Thomas

      Max Eberl verfügt über jahrelange Berufserfahrung. Über Arbeitserfahrung in einem Medien-Umfeld. Über Arbeitserfahrung in einem Verein, in dem er Gegenwind hatte. Eberl mußte Gegner mit Taten überzeugen, sich durchsetzen.

      All dies ist bei Philipp Lahm nicht der Fall.

      Ein verdienter Spieler muß kein toller Sportdirektor sein. Deshalb wäre mir das Risiko zu groß. Und Uli Hoeneß scheint genau diese Vorbehalte vorgebracht zu haben.

      Jetzt hoffe ich, daß Max auch zusagt.

  6. Tschemp

    Grundsätzlich bin ich bei Hoeneß, ein Sportdirektor Lahm ist alles andere als eine Ideallösung.
    Er hat gegenüber Eberl einzig die größere aktive Bayernkarriere auf der Habenseite. Geht es um Berufs-Erfahrung, Rhethorik und Medienumgang, Leistungssteuerung, interne Vereinsvermittlung, Transfermarktkenntnisse usw., also um die klassischen Sportdirektor Aufgaben, spricht nichts für Lahm.

    Miasanrot hat es selbst schon kommentiert. Lahm ist einer für den Rummenigge-Job. Und den wird er in wenigen Jahren auch ausführen, glaube ich. Idealerweise mit Zwischenerfahrung auf sportpolitischem, internationalem Parkett zB irgendwo beim DFB.

    Die Kommunikation gestern zwischen Lahm und Verein war natürlich eine Katastrophe. Für mich wirkt er durch diesen Bärendienst am FC Bayern (erst der Grill-Leak an dessen Hauspostille, dann der mediale Alleingang nach Spielende) wie ein bockiges Kind. Und das eine Woche vor dem richtungsweisendem Arsenal-Spiel.

    Lahm ist für mich der Verlierer des Abends.

    1. Tschemp

      Dazu noch eine Anmerkung:

      Die sportliche Notlage, vor die uns Lahm jetzt stellt, wirft ein noch schlechteres Bild auf den Kapitän Lahm. Die Mannschaft will ihn weiterhin, der Trainer will ihn weiterhin, der Verein will ihn weiterhin, die Fans wollen ihn und der Vertrag beinhaltet eine Zusammenarbeit bis 2018.
      Aber Lahm hat: keinen Bock mehr. Was für ein Bärendienst, der ziemlich einzigartig in der Geschichte ist.

      Selbst wenn Lahm nächstes Jahr nur noch 95% abrufen könne (was ich bei seinem Spiel als Minimum ansehe, da es sehr wenig auf Athletik und Schnelligkeit ausgelegt ist, sondern auf Technik und Spielintelligenz – Lahm hätte ein Maldini werden können!), ist Lahm immer noch die mit Abstand beste Lösung auf der Rechtsverteidigung, die wir 2018 haben könnten.

      Und aus Eitelkeit lässt uns Lahm im Stich.
      Vielleicht hat es auch etwas von der Ratte, die das sinkende Schiff verlässt, da Lahm ahnt dass sich unsere Mannschaft weiter auf der Abwärtsspirale befindet und unter Ancelotti sowieso kein Aufwärtstrend aufkommen wird.

      Wo wir wieder am Anfang wären: Wäre Lahm in der schweren, kommenden Saison als Sportdirektor weiter bei der Mannschaft, was wäre das für ein Unruheherd? Er wäre immer noch einer der besten SPIELER der Mannschaft, fungiert aber nur als Mediator bei der Mannschaft und erklärt auch noch vor Mikros, warum es nicht gut läuft (und warum die Rechtsverteidigung zum Vorjahr stark abgebaut hat!?)? Und die Mannschaft, die er eben noch im Stich gelassen hat, soll seiner Führung im Anzug weiter folgen? Trainiert Lahm dann weiter mit, um den neuen Rechtsverteidigern Kimmich/Henrichs zu zeigen, was sie besser machen müssen? Umso länger ich darüber nachdenke, desto weniger Sinn macht ein Sportdirektor Lahm ab Sommer.

      1. Vobius

        Wenn man deinen Gedankengang verfolgt, kann man Lahms Entscheidung den Sportdirektor bicht anzunehmen nachvollziehen. Gerne hätten die Herrn Hoeneß einen Verantwortlichen gehabt, auf den sie unpopuläre Entscheidungen und schlechte Ergebnisse hätten abschieben können.

        Bin mir aber auch sicher, dass die Machthabenden nichts vom Kuchen haben abgeben wollen. Dabei braucht der FC Bayern frischen modernen Wind in der Führung. Wie oben beschrieben, hat Hoeneß auch mal klein angefangen.

    2. Lord Fenimore

      @ Tschemp:
      was hatte dann Sammer von deinen genannten Punkten? Ich sehe da keinen großen Unterschied zwischen. Lahm sehe ich nicht in der Rummenige -Rolle. Dazu fehlt ihm aus meiner Sicht zu viel (z.b. Vernetzung im europäischen Fußball)
      Gerade für den anstehenden dringenden Generationswechsel wäre Lahm eine gute Maßnahme kennt er die Mannschaft und den europäischen Spitzenfußball doch sehr gut und kann hier sicher besser argumentieren als Eberl.

      1. Tschemp

        Sammer hatte so gut wie alle Punkte vorzuweisen. Vor allem hatte er eine Funktionärslaufbahn und sich gezielt auf den Job Bundesliga-Manager (oder Sportdirektor, Namen sind Schall und Rauch) vorbereitet.

        Sammer war nach der Profikarriere 5 Jahre bei mehreren Vereinen Trainer, wurde Meister, lernte Mannschaftsführung, Zusammenarbeit mit Management, Medien, Vereinsgefügen, Beratern, allen außerhalb des Platzes. Dann war er 6 Jahre lang Sportdirektor beim DFB und lernte dort Leistungssteurung, Spiel(er)beobachtung und scouting, Jugendförderung, Nachwuchskonzeption.

        Das war ein ziemlich idealer Werdegang, wenn man mal außen vor lässt, dass man keinen Sportdirektor aus einem anderen Verein abwerben will.

  7. Tobi

    Lahms Verdienste hin oder her…aber muss es gleich der Sportdirektor sein? Verdienste hat/hatte er allein auf dem Platz. Nur dies privilegiert ihn nicht sofort für den Posten. Ex-Kicker in ähnlichen Rollen (Preetz, Eberl) haben nach der Karriere noch andere Ebenen als Funktionär/im Nachwuchsbereich durchlebt bevor sie auf ihre Position rutschten. Der Posten ist zu wichtig um ihn von einem Neuling ohne Erfahrung/Einarbeitung besetzen zu lassen.
    Ich erkläre es mir so: Rummelfliege sieht in Lahm einen neuen Monchi (Sevilla) und verspricht ihm die Sportdirektorstelle sofort nach Karriereende. Lahm ist einverstanden. Uli kommt zurück und interveniert. Ihm ist das zu heiß. Alle bisherigen Gespräche sind mehr oder weniger hinfällig. Nun kommen gekränkte Eitelkeiten ins Spiel. Vielleicht weniger von Lahm. Eher seitens seines Management.

  8. Tobi

    Ich kann mich hier den letzten Kommentaren nur anschließen. Was der Präsident und Aufsichtsratsvorsitzende des FC Bayern München am gestrigen Abend vor einem Millionenpublikum ablieferte, war eine Blamage allererster Güte.

    Mal davon ab, dass der seit Monaten (bzw. Jahren) angedachte Übergang Lahms nun doch eher unerwartet scheiterte – wohl auch dank Hoeneß, wie man so hört. Mal davon ab, dass die SportBild diese Nachricht zum ungünstigsten Zeitpunkt veröffentlichen kann – eventuell als “Abschiedsgeschenk” des Beraters an seine Freunde im Verein. Die Reaktion von Hoeneß im Live-TV war alles, nur nicht souverän.

    Dass er diesen Artikel nicht direkt bestätigen will, geschenkt. Aber den Bericht explizit als Spekulation darstellen und von laufenden Gesprächen sprechen, während sowohl Lahm selbst als auch seine Mitspieler längst von einer klaren Entscheidung reden…Hoeneß agierte flexibel wie eine Brechstange und diplomatisch wie ein Alleinherrscher. Nie zuvor sehnte ich mich so nach der Außendarstellung Rummenigges.

    Darüber hinaus plaudert er im Vorbeigehen über den intern ausgeübten Druck auf den Trainer. Auch hier schien sich Hoeneß der Bedeutung seiner Aussagen nicht bewusst. Falls die spielerische Krise des FCB zu einer Ergebniskrise werden sollte, Journalisten und Fans werden sich mit Leidenschaft auf diese Aussagen stürzen. Die Story des übermäßig gelassenen Trainers ist im Erfolgsfall eine sympathische, in Krisenzeiten kann sie ihm zum Verhängnis werden – zumal nun von offizieller Seite bestätigt wurde, dass Ancelotti mit seiner aktuellen Gelassenheit ziemlich alleine steht.

    Es war geradezu passend, dass Hoeneß während des ARD-Interviews über die Themen Macht und Verantwortung sprach. Hier zeigte er sich vor der gesamten Anhängerschaft als ein Mensch, der eine Niederlage (unerwartete Bekanntmachung der Lahm-News) weder eingestehen noch verkraften konnte. Anstatt zähneknirschend nichtssagend den Abend zu beenden und die Dinge intern zu klären, macht er im Namen des gesamten Vereins ein elendes mediales Fass auf. Damit ist der “neue” Hoeneß extern erstmals auf dem Level, dass er intern schon seit seiner Rückkehr zu haben scheint: das des Elefanten im Porzellanladen.

  9. Ju

    Und da dachte ich schon, mit dem Interview von Ancelotti nach dem Schalke-Spiel sei der Tiefpunkt der Außendarstellung für diese Woche erreicht. (Woran liegt’s gleich, “Opferbereitschaft”? Ich hoffe nach wie vor auf einen Übersetzungsfehler.)

    Während Hoeneß nach dem Spiel schwitzend anzusehen war, dass er die Situation nicht weiter auf die Spitze treiben wollte, indem er einen Alleingang startet, tut Lahm währenddessen genau das. Während man sich gegenüber der Presse recht schnell auf einen Kommunikationsfehler bezüglich der Bekanntgabe einigen sollte, stellt sich die Frage, wie die Situation unabhängig von dieser Posse zu bewerten ist.

    Ich persönlich wünsche mir einen “Sport-Irgendwas”, der schon während der Rückrunde in die Entscheidungsfindung zur Personalplanung eingebunden wird und auf die derzeitige Kaderzusammenstellung mit einer gewissen Distanz und Erfahrung blickt. Jemand, der während dieser Zeit noch auf Topniveau Fussball spielen soll und sich in dieser Zeit auch zwischenmenschlich seinen (Noch)mitspielern gegenüber verantworten muss, halte ich grundsätzlich für ungeeignet. Vielmehr hätte ich es für gut befunden, wenn er sich im Windschatten eines erfahrenen und vernetzten Experten (bsp. Eberl) einarbeiten kann, ohne nahtlos zum direkten (und reputationslosen) Vorgesetzten seiner Mitspieler zu werden. Wenn er das – aus welchen Gründen auch immer – nicht möchte, soll man Reisende nicht aufhalten.

    Ich möchte mir wirklich nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn der Sportdirektor Phillip Lahm im Januar 2018 Arjen Robben, in Hinblick auf dessen nachlassende körperlichen Fähigkeiten, einen neuen Vertrag verweigert, und der intern oder sogar öffentlich zurückfragt, seit wann in diesem Verein bei der Jobvergabe wieder auf fachliche Fähigkeiten geachtet werde.

  10. Jo

    Missstimmung, Machtkämpfe, Kommunikationsdesaster.
    War in der Hinsicht ein sehr unerfreulicher Abend. Was genau dahintersteckt wird man vielleicht in einigen Tagen (oder Jahren) genauer beurteilen können. Stand heute sind alle Beteiligten dadurch beschädigt.

    Was man zumindest sagen kann ist, dass die Re-Integration von Hoeneß in den Verein nicht ohne Verwerfungen geblieben ist. Kann man gespannt sein wo das noch hinführt.

    Generell stellt sich für mich auch nicht die Frage ob das Sportdirektor oder Sportvorstand heißt. Ein Verein von der Größenordnung des FC Bayern braucht im Grunde beides. Jemanden der im Vorstand das Sportressort in Gänze vertritt, von Profi- zu Juniorteam, von der medizinischen-präventiven Betreuung, dem Teammanagement, dem Scouting, der Kaderplanung, der Infrastruktur.
    Eine Ebene darunter benötigt man dann jemanden den man dann ggf. Sportdirektor nennen mag. Der sich hauptamtlich um das Profiteam kümmert, dort ständig präsent und am Ball ist, der an Spieltagen vor die Kamera tritt und das Gesicht in der Außendarstellung ist.
    Bei aller Ungewissheit und der berühmten Frage “Was macht Sammer” hat sich in dessen Person dabei vor allem gezeigt, dass diese Funktion in der Größenordnung von der wir hier reden, kaum von einer Person alleine kaum zu bewältigen ist.

    Wer auch immer jetzt als Sportdirektor antritt wird nun damit konfrontiert zu sein, die zweite Wahl gewesen zu sein. Gleichzeitig damit vsl. ein Kandidat von Hoeneß Gnaden zu sein. Profil zu gewinnen wird in der Funktion, zwischen den Alphatieren Rummenigge und Hoeneß, nicht einfach sein. Ich befürchte eher einen zweiten Fall Nerlinger, der m.E. weniger an seiner vermeintlichen Inkompetenz, sondern an diesen Verhältnissen gescheitert ist.

  11. wipf1953

    blabla …

    Das ist das erste Mal seit ich hier mitlese dass ich mich über einen miasanrot-Beitrag so richtig ärgere. Was soll dieses Rummoralisieren, dieses besserwisserische “Mit-erhobenem-Zeigefinger-Rumfuchteln? Ein paar Kostproben aus dem Artikel: “Ein merkwürdiges Schauspiel” .. “schadet dem FC Bayern” .. – blablabla, was für ein Stuss.

    Schauen wir zuerst auf die Fakten: Hoeness hat sich durchgesetzt. Lahm wird – und das finde ich richtig – kein Sportvorstand. Dass es da erstens um gewaltige Egos, zweitens um weitreichende Karrieren und drittens um eine Menge Bimbes geht ist ja wohl Fakt. Wie soll sowas denn bitte sonst der Öffentlichkeit präsentiert werden? Im Stile nichtssagender Regierungserklärungen vielleicht?

    Gestern war kein “merkwürdiges Schauspiel”. Sondern gestern ließ der Verein die Katze aus dem Sack. Endlich. Jetzt werden Entscheidungen getroffen. Spannend.

    Das Ganze “schadet” auch nicht dem FC Bayern. Sondern es ist im besten Interesse unseres Clubs. “Schaden” würde nur eines. Nämlich wenn jetzt die falsche Entscheidung getroffen würde – wie etwa damals, als man Nerlinger befördert hatte. Ich begrüße es, dass die Dinge nun besser ausdiskutiert werden.

    1. Steffen

      Interessanter Beitrag. Kann man so sehen. Aber wie kommst du darauf, dass der Verein “die Katze aus dem Sack ließ?” Hoeneß stand vor Kameras und sagte die SportBild-Meldung sei quatsch. Lahm sagte zeitgleich er habe die Führungsriege bereits informiert und alles stimmt.

    2. Steffen

      Und Hoeneß hat sich auch nicht durchgesetzt. Er wollte Lahm ja auch. Nur anscheinend unter anderen Bedingungen und Voraussetzungen.

      1. Elena Brüning

        Könnte man es nicht auch so interpretieren, dass sich Uli H. an eine Abmachung halten wollte und Lahm einfach vorgeprescht ist?

    3. wipf1953

      o.k., die Seite Lahm hat wohl die Katze aus dem Sack gelassen, jedenfalls laut dem Hoeness-Statement in der Sportschau hat sich der FC Bayern nicht geäußert.

      Hoeness hat sich insoweit durchgesetzt, dass Lahm jedenfalls nicht Sportvorstand wurde. Ob jetzt ein anderer Sportvorstand oder nur Sportdirektor wird, wird man sehen.

      Anders als es Hoeness gestern gesagt hat ist es m.E. schon ein großer Unterschied, ob “der Neue” Vorstand wird oder “Direktor”. Der Vorstand ist abhängig vom Aufsichtsrat, wird von ihm ausgesucht, eingestellt und entlassen. Ein Direktor wird vom Vorstand ausgesucht, ist dem Vorstand weisungsgebunden und wird vom Vorstand entlassen (der Aufsichtsrat kann ggf. ein Veto einlegen, aber nichts initiieren oder anordnen).

      Es kann natürlich sein, dass Lahm gesagt hat, “Direktor” sei ihm zu wenig und dann macht er lieber einen auf Privatier. In diese Richtung gingen ja die Anmerkungen von Lodda, der gesagt hat, das “Fenster” zum FC Bayern öffnet sich vielleicht nur einmal im Leben und darum muss er es sich doppelt und dreifach überlegen ob er da absagt.

      Interessant war auch die Info, dass Kalle 2019 nicht nochmal für den Vorstand kandidiert (na ja, er ist dann auch Mitte 60 ..). Das wird an sich die noch spannendere Personalie.

      Wer weiß, vielleicht “heuert” Lahm jetzt erst mal beim DFB an ..

  12. Baldi

    Soweit berichtet wurde hatte das Flagschiff des deutschen Sportjournalismus, die legendäre Sportbild, zuerst die Information, dass Lahm aufhört und nicht Sportvorstand oder Sportdirektor wird. So wie es aussieht sogar vor Uli Hoeneß.
    Da stellt sich doch die Frage wer (oder welches Lager) für eine solche Indiskretion verantwortlich sein kann.
    Ist die verantwortliche Person für eine Führungsposition beim FC Bayern (oder sonstwo) geeignet?

    Die Frage der Integration von ehemaligen Spielern in die Führunsetage ist derzeit vielleicht das wichtigste Theama beim FCB. UH & KHR werden das nicht ewig machen können und neue Besen tun Unternehmen wie Bayern München von Zeit zur Zeit gut.
    Die Generation, die jetzt im besten Alter wäre, also Leute wie Kahn, Scholl, Hellmer, Matthäus usw. scheint entweder lieber Medienkasper zu spielen als eine verantwortliche Position zu übernehmen oder schlicht untauglich.
    Die jetzige, angeführt von Lahm, steht vor einer ähnlichen Problemlage: quo vadis. Allerdings sind es wohl zwei Seiten die betrachtet werden müssen. Zum einen die Schwierigkeit in die Strukturen des FC Bayern integriert zu werden, zum anderen die Schwierigkeit sich einzubringen – und das alles unter der Beobachtung der Medien.

    Denkt mal daran, wie schwierig es seinerzeit für Sammer war und welche Vorbehalte ihm entgegen gebracht wurden.
    Oder erinnert euch daran, wie sich Nerlinger angestellt hat und wie er in den Medien rüber kam.

  13. pitvonbonn

    Es gibt auch positives an dem Komödienstadl.
    Alle Drei sind Alphas.
    Das läßt auch in 2-3 Jahren hoffen, dass mit Lahm ein durchsetzungsfähiger Alpha auf Rummenigges Posten die Geschicke der Bayern weiterleitet.
    Meine Theorie ist schon seit längerem, dass Lahm Nachfolger von Rummenigge wird und Ebert der Sportvorstand wird.
    Wenn Hoeneß aufhört, so meine Theorie, rückt Lahm auf dessen Posten und Ebert löst Lahm auf der Rummenigge Position ab.
    Gut dass Hoeneß den Sportvorstand nicht dem “Sportvorstandslehrling” Lahm überträgt.
    Gut dass Lahm eine Abstandspause einlegt.
    Die Medien freut das Towabou im Moment.
    Aber die Wogen werden sich glätten und wenn Lahm seine Außenerfahrungen gemacht hat, wird er zum Wohl des Vereins erfahrener und mit dem nötigen Abstand zurückkehren.

  14. Ohne81

    Ich hätte nicht gedacht, dass wirklich so viele Leute der gleichen Meinung sind wie ich:

    Zur Verkündung:
    Warum sich unser Hoeneß dazu so geäußert hat (“ich weiß von nix”) kann ich nicht verstehen. Ein einfaches “warten wir es mal ab” wäre an dieser Stelle besser gewesen. Nun gut, er hat sich anders geäußert und damit nicht die beste Figur abgegeben.
    Dass sich unser Lahm dann aber hinstellt und es so verkündet, nun ja gegessen -> war nicht schön aber mir total egal, ist sein Ding

    Zu Lahm:
    Wenn das Alles so stimmt wie es berichtet wurde, dann ist mMn. die Reaktion von Lahm die eines 6jährigen – getreu nach dem Motto: Die haben mir die Stelle die ich aber wollte nicht gegeben, also bin ich bockig und höre zum Saisonende auf.
    Seit dem die Gerüchte um einen Sportdirektor Lahm aufgekommen sind hab nie verstanden warum es Lahm sein soll? Sammer war genau der richtige auf dem Posten und er war genau das Gegenteil von Lahm. Er hatte eine gewisse Distanz zu den Spieler / er war Laut / er hat auch mal gesagt was er gedacht hat / er hat angeeckt und hat sich trotzdem immer zu 10000% vor die Mannschaft gestellt wenns drauf ankam.
    Lahm wäre nächste Saison viel zu nah an der Mannschaft gewesen, als dass sich Spieler etwas von ihm hätten sagen lassen. Selbst seine letzte Ansprache nach dem Spiel “Wir müssen besser spielen” hörte sich nicht nach einem Wachrütteln von nem Anführer/Krieger an sondern nach einem leise wimmernden Mitläufer. (Sorry musste mal raus!)
    Lahm hat sich mit der ganzen Aktion mehr selbst geschadet als er sich selbst eingestehen wird. Sein unantastbare Stellung innerhalb des FCB ist (wie die von Schweini) dahin.

    “Er braucht den Verein für seine berufliche Zukunft nicht. Der Verein einen wie ihn schon.”
    Sorry aber wenn ich das lesen muss ich herzhaft lachen. Da vergisst jemand wer der FCB ist!
    WO braucht der FCB einen Lahm in einer Führungsposition?
    WO ist der FCB abhängig von Lahm, so dass man ihn für den weiteren Werdegang benötigt?
    WO kann Lahm denn hin, ohne sich zu verschlechtern?
    Man muss es sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Da bekommt man die Chance bei einem TOP3 Verein in Europa eine Stelle innerhalb der Führungsebene anzunehmen und man fordert noch mehr und ist danach dann eingeschnappt weil man seinen Willen nicht bekommt…………….unfassbar!

  15. Daniel

    Ich fühlte mich gestern ehrlich gesagt etwas peinlich berührt als SKY das Interview mit Lahm brachte und Herr Hellmann dann sagte jetzt kommt das Interview mit Hoeneß das interessanterweise später aufgezeichnet wurde und UH in meinen Augen vorgeführt wurde. Wie Hoeneß gestern bestätigte endete die Aufsichtsratssitzung am Montag um 21:00 Uhr als die Sportbild bereits im Druck war. Also ist davon auszugehen das Herr Grill das Thema lanciert hat.

    Mal ganz davon abgesehen schadet das Ganze in meinen Augen auch besonders Lahm. Als Kapitän und verdienter Spieler der offensichtlich das höchste Amt im Verein anstrebt geht man nicht so mit seinem Arbeitgeber um. Ich wünsche mir unseren Kapitän in einigen Jahren im Vorstand, aber mit 33 wäre das in meinen Augen einfach zu früh direkt nach dem Karriereende. Wir sind halt kein Ausbildungsverein, weder sportlich noch auf der Führungsebene.

    1. Guergen

      Die Sportbild wird um 23 Uhr gedruckt. Hat der Uli da wieder nix gewusst?

  16. Marco05

    Mal unabhängig von der Art und Weise der Kommunikation:

    Ich bin froh, dass Lahm den Job (welchen jetzt auch immer, Sportvorstand, Sportdirektor – das ist in meinen Augen Makulatur) nicht bekommt.

    Der “Bursche” ist jetzt 33 und schnürt aktuell noch die Stiefel. Der soll erstmal ein paar Jahre “was anderes” machen und dann schauen. Dazu kommt, dass er für so eine Position nach meinem Empfinden zu wenig Ausstrahlung besitzt und mit seinen ganzen “Ähhms” usw. vielleicht nach dem Spiel durchkommt aber nicht in höheren Sphären.

    Da muss für mich ein gestandener Mann her mit Erfahrung auf genau dem Gebiet und das am besten reichlich. Da kann ich keinen Novicen hinstellen, der noch grün hinter den Ohren ist, das ging mit Nerlinger schon gewaltig schief. Und wenn, dann muss es auch ein entsprechender Charakter(kopf) sein. Einen Effe oder Kahn hätte ich mir damals vorstellen können (und bin trotzdem inzwischen dankbar dass es nix wurde).

    Nun heißt es schnell handeln und möglichst eben einen Eberl verpflichten damit die Kuh vom Eis kommt. Nach meinem Dafürhalten ist die ganze Schoße von Lahm initiiert und dann soll er auch einen Dämpfer bekommen. Im Gegensatz zu dem Artikel nicht der Meinung, dass der FCB Lahm “braucht”. Überhaupt nicht.

    1. Jester

      Hoeneß war 27 oder 28 … – Sorry! Das Argument mit dem Alter kann ich nicht mehr hören. Wo ständen wir denn jetzt ohne UH? Man muss halt wollen und dafür leben. Leider tut es Lahm (meine Meinung) nicht, sonst hätte man sich auch vom “Direktor” zum “Vorstand” hocharbeiten können/wollen.

      1. Jester

        Und es gibt auch noch so einen schönen Spruch der kommt ja nicht von ungefähr: “Wir brauchen mehr 13-jährige in unseren Vorständen”.

      2. Ju

        Nee, ich glaube nicht, dass das Alter hier das Hauptargument sein soll (siehe zB die nervige Diskussion um Nagelsmann). Da geht es vielmehr um das Gesamtpaket aus Alter, Nähe zur Mannschaft, Ausstrahlung, Vernetzung über den Verein hinaus (Ich glaube beispielsweise nicht, dass Lahm irgendwen persönlich kennt, den er wegen einem Spieler, den der FC Bayern möchte, anrufen müsste. Genauso wie ich nicht weiß, ob er eine Sprache verhandlungssicher beherrscht, die ihm da weiterhelfen würde. Das soll jetzt nicht heißen, dass Transfers so ablaufen würden. Ein persönlicher Draht ist aber ein Pfund.)

        Das Beispiel Hoeneß bietet zwar Parallelen, aber auch Unterschiede. Es sagt ja auch keiner, dass Lahm ein schrecklicher Sportdirektor geworden wäre. Man hat eben nur berechtigte Zweifel, ob es da keinen besseren gibt.

      3. Marco05

        Das war wann? Vor 150 Jahren??? Die Zeiten haben sich geändert, nicht nur der Umsatz, heute funktioniert das so nicht mehr. Außerdem war Hoeneß schon als Spieler und vorher ein “Geschäftsmann”, ließ mal die Biographie. Aber unabhängig vom Alter ist ja mein Hauptargument die fehlende Erfahrung gewesen. Die hatte Hoeneß damals zwar auch nicht, aber da waren wie gesagt – komplett andere Zeiten.

      4. Jester

        ernsthaft? erfahrung?

        du musst nur für die sache brennen. wo hat den ein bill gates erfahrung gehabt, wo hat ein mark zuckerberg erfahrung gehabt?

        schau dir beide an. das ist im übrigen ein wunderschönes beispiel mit vor 40 jahren und heute. einige leute würden sich den arm abhacken um für facebook arbeiten zu dürfen (für mich btw ein totes medium).

        und das hat er mit erfahrung gemacht? – naja. da auf ne biografie zu verweisen ist schon übertrieben.

      5. Marco05

        Das mag deine Meinung sein, ich habe eine andere. So einfach ist das. Und Lahm mit Zuckerberg oder Gates zu vergleichen ist etwas…naja… strange.

      6. Jester

        Ich find den Vergleich mittlerweile sogar ziemlich geil. Aber der Beitrag passt halt leider auch gut zum Beitrag von Wipf1953.

  17. wipf1953

    Wer ernsthaft die Zeit 1979 mit 2017 vergleicht hat die letzten 40 Jahre verpennt. Damals war der FC Bayern eine Klitsche mit wenigen Mio. DM Umsatz. Heute über 500 Mio. Euro. Damals gab es eine e.V.-Struktur, Ehrenamtler wurden Präsidenten. Es gab öffentlich-rechtliches Fernsehen, die über den DFB TV-Gelder in fixen Quoten ausgeschüttet haben. Es gab einen Trikosponsor, der im Idealfall eine Mio. DM im Jahr zahlte.

    Das ist heute doch “weitgehend” anders.

    Übrigens ist eine der hervorstechenden Eigenschaften von Uli Hoeness ein extremes geschäftliches Geschick. Schon als 20, 25jähriger war er es, der für sich und seine Mitspieler Sponsoren engagiert und weitere Verdienstquellen eröffnet hatte. Paul Breitner sagte damals, “ohne den Uli würde ich keine müde Mark außerhalb des Fußballs verdienen”.

    Manager bei Bayern wurde er, weil er als 27jähriger den aus seiner Heimat Ulm stammenden LKW-Bayer Magirus Deutz als Trikosponsor gewonnen hatte (adidas wurde also verdrängt!). Dem damaligen Bayernpräsidium sagte er, den Werbevertrag bekommt ihr nur, wenn ihr von dem Geld Paul Breitner holt. Die Bosse waren so beeindruckt, dass sie ihn zum Manager gemacht haben.

    Es gibt übrigens noch einen Spruch von Paul Breiter aus dieser Zeit: “Manager von einem Bundesligaclub? Der Uli? Niemals!” Wer jetzt lacht muss wissen, dass Breitner damit gemeint hat, so ein Job sei für Hoeness zu wenig (siehe oben, wenige Mio. DM Umsatz). Er sah ihn eher als Bankvorstand, Unternehmer etc.

    Philipp Lahm hat sicher seine Qualitäten, und die soll er gerne bei Bayern einbringen. Aber mit Hoeness kann man ihn nullkommanull vergleichen.

    1. Jester

      Es ist mir schon klar, das für einige der Vergleich von mir hinken mag. Wenn jemand aber von unseren Granden schon über den grünen Tee gelobt wird, werden die in ihm etwas gesehen haben, wo sie ein gewisses Risko gegangen wären. Das hat dann also nichts mit der Zeitspanne von vor über 40 Jahren zu tun.

      Die Zitate von Paul Breitner und Co. in allen Ehren. Aber du wirst doch heute bei dem Presseniveau nicht annäherend einen Spieler finden, der außerhalb der Standardantworten etwas über jemanden anderen Preis gibt. In wie weit sich Philipp Lahm dort bereits als clever und geschickt bewiesen hat können wir nicht beurteilen. Eindruck bei Vorstand und Aufsichtsrat muss er je irgendwie gemacht haben.

      Und ein UH ist in seinen Aufgaben gewachsen. Auch da könnte ich dir Interviews zitieren wo er anfangs ein paar Telefontate geführt hat und dann um 11.30 nach Hause gefahren ist …

      Ganz gleich wer nun folgt muss und wird sich ebenfalls einarbeiten und kann nicht sofort funktionieren. Außer ein Mathias Sammer gibt sich erneut die Ehre. Aber da würde ich ehr darauf wetten, dass wir Javi Martinez noch einmal (von vielen gewünscht) auf der 6 sehen werden … Im übrigen halte ich beides für ausgeschlossen.

      1. wipf1953

        Ich habe den Breitner nur deshalb zitiert, weil man daran gut nachvollziehen kann, dass Hoeness eben schon sehr spezielle Talente hat, die ihn so jung in diesen Job gebracht haben und mit denen er in diesem Job diese Erfolge hatte.

        Hoeness hat über Lahm nicht viel gesagt, wenn er was gesagt hat war das positiv. Insbesondere ist wohl Rummenigge von ihm angetan. Ich persönlich finde, dass Lahm einfach zu jung ist (Eberl ist 10 Jahre älter). Es gibt im Verein keine ca50-jährigen, die was zu sagen hätten (das wäre die Generation Aumann, Berthold, Kohler, Reuter, Thon, Pflügler, eventuell auch Lodda, Auge etc., irgendwie auch Olli Kahn). Es gibt auch keine 40-jährigen, wobei die vielleicht noch kommen (van Bommel fällt mir da ein, Sammer hat sich leider gerade verabschiedet). Jetzt zwischen die “Rentner” Hoeness und Rummenigge über 30 Jahre zu legen und einen 33-jährigen zum neuen starken Mann zu machen – also sorry, da verstehe ich Hoeness und ich denke auch, dass die Mehrheit im Aufsichtsrat da eine eigene Meinung hat.

  18. Fabian

    Presseerklärung FCB:

    „Der FC Bayern München ist überrascht über das Vorgehen Philipp Lahms und seines Beraters. Uli Hoeneß und ich haben in den vergangenen Monaten mit Philipp offene, intensive und konstruktive Gespräche über seine mögliche Einbindung in das Management unseres Klubs geführt. Ende vergangener Woche hat er uns dann mitgeteilt, dass er derzeit nicht für eine Position in der sportlichen Leitung zur Verfügung stehen und seinen bis zum 30. Juni 2018 laufenden Lizenzspieler-Vertrag vorzeitig zum Saisonende auflösen möchte.

    Bis gestern sind wir davon ausgegangen, dass es zu dieser Entscheidung eine gemeinsame Erklärung Philipp Lahms und des FC Bayern München geben wird.

    Philipp Lahm ist seit mehr als einem Jahrzehnt ein ganz wichtiger Spieler des FC Bayern München. Wir sind überzeugt, dass unser Kapitän sich nun voll und ganz mit der Mannschaft auf die anstehenden schweren Aufgaben in der Meisterschaft, der Champions League und im DFB-Pokal konzentriert. Wir möchten klarstellen, dass für Philipp die Türen beim FC Bayern München auch künftig offen stehen.“

    Karl-Heinz Rummenigge

      1. Fabian

        Ich schätze, da muss man ein paar Tage abwarten. Dann sind wir vielleicht alle schlauer.

    1. Ohne81

      Was die Beweggründe von Lahm waren, weiß wohl nur er. Aber er hat dem Verein damit keinen Gefallen getan solch eine unnötige Unruhe reinzubringen in der jetzigen Situation. Einige Fans hat er mit seiner Art und Weise auf jeden Fall schon mal mächtig verärgert.
      Da werden sich die beiden Parteien KHR+UH vs. Lahm+Berater bei den Verhandlungen wohl falsch verstanden haben, sonst würde der Satz “Wir möchten klarstellen, dass für Philipp die Türen beim FC Bayern München auch künftig offen stehen.” nicht kommen. Das hört sich nicht nach zerschnittenem Tischtuch an sondern ist von Seiten des FCB´s mehr als eine ausgestreckte Hand zur “Versöhnung”.

    2. wipf1953

      ich glaube die wichtigste Info an der Presseerklärung ist, dass sie (nur) von KHR stammt ..

      1. Systemrelevant

        Von wem sollte sie denn noch stammen? Einen Sportvorstand / Direktor haben wir momentan ja keinen.

      2. wipf1953

        FCB-Presserklärungen werden üblicher Weise gar nicht namentlich verfasst (oder steht der Name “Karl-Heinz Rummenigge unter einer Erklärung, wenn – z.B. – die Transfers von Süle und Rudy verkündet werden?)

        Mit den Namen Rummnigge und Hoeness wäre es eine Erklärung des Vereins, des AG-Aufsichtsrats und des AG-Vorstands gewesen. Ohne jede Namensnennung wohl irgendwie auch.

        Jetzt kommt es fast krass rüber, nämlich so, dass unter dem Satz “die Türen stehen weiter offen” explizit nicht der Name Uli Hoeness steht ..

  19. Björn

    Ich sags mal ganz direkt.

    Lahm kotzt mich an.

    Bevor es jemand wusste, wusste es die Bild – und dafür gibt es ja nur eine einzige Quelle, Lahm selbst und sein Speichellecker.

    Bei allem Respekt, er hat dem FC Bayern öffentlich ins Gesicht gespuckt und wie heißt es so schön: Der Verein steht über allem.
    Ich finde Lahm hat jegliches Recht verwirkt auf irgendwelche Forderungen, da habe ich lieber Matthäus als Greenkeeper.

    Am Ende wollte er zu viel und nun steht der Verein dumm da. Nein danke. Aber wenigstens ist Lahm dann ab Sommer gleich weg, bei mir hat er jedenfalls verdammt viel Kredit verspielt.

    1. Marco05

      Harte Worte. Aber ehrlich gesagt bin ich akut dazu geneigt es auch so zu sehen. Was erlauben…?

      Und es war bei weitem wie wir alle wissen nicht das erste Mal. Wird interessant werden, ob noch ans Licht kommt wie es genau abgelaufen ist und wer unserer Granden wem vor den Karren gefahren ist. Jetzt ist erstmal gut, dass das Thema durch ist und jemand mit Erfahrung geholt wird.

  20. Systemrelevant

    Wir brauchen eine kompetente Besetzung des Sportdirektor Postens, das ist alles. Was Lahms Forderungen und die Angebote von Bayern waren ist bislang noch nicht so klar, aber der Posten als Sportvorstand brachts jedenfalls keine Einigung wie es scheint.

    Das Auftreten Lahms ist jedenfalls sehr zweifelhaft und er dürfte damit einige Sympathien verspielt haben. Es ging nur um eine Inszinierung und eine Retourkutsche wie es scheint, weil er nicht das bekam was er wollte. Hat ja sonst keinen nutzen das hier und heute zu verkünden. Wenn er das erst nach der Saison verkündet hätte wäre er halt nicht ständig bis Ende der Saison im Rampenlicht gestanden.

    Egozentrisch.

  21. Puuh, ein gutes Stück GZSZ in München. Wer von unseren drei Häuptlingen hier genau welchen Machtkampf worum mit wem geführt hat, wer sich edel, wer weniger verhalten hat, im Detail weiß man es noch nicht – auch wenn hier bereits viele plausible Interpretationen genannt wurden.
    Unabhängig davon werden für meine Einschätzung ein paar Dinge vermischt, die man getrennt analysieren / bewerten sollte:

    1) Philipp Lahm beendet am 30.06.2017 seine Karriere: Wow! Was ein Spieler. Was ein FC Bayern in den letzten 10 Jahren. DANKE für alles.

    2) Philipp Lahm steht in der Saison 2017/18 nicht als Spieler zur Verfügung: schlecht. Deutliche Schwächung. Und ich teile den geäußerten Eindruck, dass es ein wenig seine Eitelkeit sein könnte, die gegenüber dem TEAM-Gedanken die Oberhand gewinnt. Anyway, große Schwächung und/oder bindet Transferbudget, das man sonst anderweitig einsetzen könnte.

    3) Philipp Lahm wird kurz- und mittelfristig kein Sportdirektor (Sportdirektor im Eberlschen/Sammerschen Sinne) beim FCB: sehr gut. Hierüber bin ich froh. Ich hätte diesen Move nicht verstanden. Zu wenig Erfahrung und Qualifikation einerseits, zu kurze Halbwertszeiten für Sportdirektoren allgemein. Ich will nicht, dass Lahm nach 2-4 Funktionärsjahren den FCB verließe, sondern dass er die nächsten 20-30 Jahre hier eingebunden wird….

    4) …und deshalb: Uli Hoeneß (65) und Kalle Rummenigge (61) haben es nicht geschafft, Ex-Stars in die Funktionärsebene des FCB einzubinden, die die beiden in den nächsten Jahren ablösen können. Das ist in meinen Augen die eigentliche Katastrophe! Philipp Lahm wäre der ideale Mann hierfür gewesen. Brutal anerkannte im Weltfußball, erfahren, eloquent, smart. Ihn via “Praktikum” und 2-3 Jahren als Vice President an die Aufgabe heranzuführen, wäre ein leichtes gewesen. Es wäre der für mich zwingend logische Weg gewesen. Dieser ist nun nicht komplett unmöglich geworden, aber im Moment: puuh, klingt für mich alles nicht so als ob Lahm in den nächsten 2-3 Jahren in Abstimmung mit UH/KHR zurückkommt.

    1. Tipic

      @ 2) In der Tat eine großer Verlust, aber dass deswegen Transferbudget gebunden wird, glaube ich eher nicht. Ich gehe davon aus, dass man versuchen wird, Lahms Position durch Kimmich, Rudy und Rafinha abzudecken. Gute Rechtsverteidiger sind kaum auf dem Markt, und wenn, dann sind sie völlig überteuert.

    2. Tschemp

      @4.

      Da würde ich widersprechen wollen. Der nun aufgezeigte Weg (Lahm beendet die Spielerkarriere, macht eine Pause und gewinnt Abstand, übernimmt evtl. beim DFB eine Stelle, kommt dann in 2,3,4 Jahren zurück) ist in meinen Augen der einzig sinnvolle.

      Erst wenn KHRs Vertrag Ende 2019 ausläuft, gibt es tatsächlich Platz für Lahm. Solange wie UH als Präsident und KHR im Vorstand da sind, ist nur Platz für einen Sportdirektor. Und wie viele es aufgezeigt haben, da spricht alles für eine Lösung Eberl.

      Und auch wenn eine Art sanfte Einarbeitung/Praktikum von Lahm eine romantische Idee ist, realistisch ist das nie gewesen. Lahm ist der Alles oder Nichts Typ. Der kommt nicht als Assistent der Geschäftsführung.

      Sollte UH/KHR dann in 2020 den Übergang zu Eberl und Lahm geschafft haben, ist der Generationenwechsel geglückt. Davon gehe ich aktuell aus, und im Gegensatz zu den “verpassten Chancen” der Vergangenheit um Matthäus, Kahn, Scholl und Effenberg ist das eine gute Lösung.

      Kurzum: der Generationenwechsel wird stattfinden, und meiner Meinung nach passend und zum richtigen Zeitpunkt. Es müssen nur Eberl (ab Sommer) und Lahm (mit sinnvoller Weiterbildung für die 2, 3 Jahre) ihren Teil beitragen.

      1. Ich wäre froh, wenn du recht hättest. Allein, mir fehlt der Glaube. Wenn Lahm ab 2017 Privatier ist, ist das Zeitfenster einfach zu kurz, um bis 2019 ausreichend Erfahrung gesammelt zu haben, um dann von außen als VV zu kandidieren.

        2017 Privatier (und als solcher “Praktika” samt Sprachkurs bei den NY Giants o.ä.), dann ab 2019 Einstieg als Vizepräsident unter KHH, welcher eine Amtszeit dranhängt, und dann 2021 Wahl zum VV ab. Das wäre meine Vision für eine optimale und kooperative Einbindung von Lahm gewesen.

        Über den Umweg DFB/Privatier ist die mit KHH abgestimmte Stabübergabe fast nicht mehr möglich. Nee, nee, das wird noch hässlich.

      2. pitvonbonn

        Hast Du bei abgeschrieben?
        Nein, natürlich nicht.
        Aber Du hast die gleichen Gedanken.
        Siehe oben.

  22. Tipic

    Es ist natürlich reine Spekulation, aber meiner Meinung nach ist es gut möglich, dass der Grund dafür, dass man sich nicht auf einen Einstieg Lahms ins FCB-Management geeinigt hat, weniger formale als vielmehr inhaltliche Gründe hat. D.h. dass es weniger um die Position (Direktor oder Vorstand) und mehr um die Inhalte gegangen ist, die Lahm umsetzen wollte.
    Ich denke da an sein berühmtes SZ-Interview 2009, wo er die damaligen Schwächen ganz klar benannt hat (Erstens: Der FCB hat keine Spielphilosophie. Zweitens: Hinter den Spieler-Verpflichtungen ist kein System zu erkennen.). Zumindest Punkt 1 scheint ja inzwischen leider wieder zu gelten.
    Vielleicht wollte Lahm diesbezüglich ein klares Bekenntnis, dass seine Vorstellungen mitgetragen werden, und ist damit bei Hoeneß und/oder Rummenigge gescheitert.

  23. Osrig

    Für mich bedeutet diese Angelegenheit auch einen entscheidenden Anhaltspunkt für die Klärung der Frage, ob Phillip Lahm als Sportvorstand oder Sportdirektor bei unserem FCB einsteigen soll:
    Ich bin sicher, dass – egal, wie die Gespräche auch gelaufen sind zwischen KHR, Uli und Phillip – alle Beteiligten Stillschweigen vereinbart haben, bis die öffentliche Erklärung des Vereins erfolgt. Dies ist in den letzten Jahren glücklicherweise so üblich geworden, und sicherlich war es verabredet, dieser Gepflogenheit auch dieses Mal nachzukommen.

    Phillip Lahm hat sich augenscheinlich nicht daran gehalten! Er hat sich stattdessen in einem Interview unmittelbar nach einem Spiel zu dieser Angelegenheit geäußert, und sie unmissverständlich bejaht. Somit hat er sich über eine Abmachung und Gepflogenheit hinweg gesetzt, womit er zeigt, dass er in dieser Angelegenheit, die diplomatisches Geschick und Feingefühl erfordert, eigensinnig, unzuverlässig und letztlich nicht vertrauenswürdig ist.

    Phillip Lahm hat sich als Spieler größte Meriten verdient, auf dem Feld gezeigt, dass er zuverlässig sein kann. Auf dem Parkett jenseits des Rasens hat er mit dieser Handlungsweise hingegen offenbart, dass er für eine Aufgabe im Management des FC Bayern (noch) nicht geeignet ist. Allerdings wird Lahm diese erforderlichen Fähigkeiten nicht binnen ein oder zwei Jahren erlernen!
    Der Verein signalisiert, dass für Lahm die Türen weiterhin offen stehen, hoffe aber, dass man intern von einer Installation Lahm’s als Sportdirektor/ -vorstand für die nächsten Jahre Abstand nimmt. Ohnehin sollte er erstmal eine Trainerlaufbahn anstreben, denn die dort erlernten Fähigkeiten werden auch in der Arbeit im Management unverzichtbar sein!!! Sammer darf hier gern als leuchtendes Vorbild dienen.

    1. wipf1953

      1. Den Weg in die Trainerlaufbahn hat sich Lahm aber durch sein jetziges Verhalten fast verbaut. Wer will einen Coach einstellen – und ihm eventuell Millionen bezahlen – wenn dieser eigentlich den beerben will, der ihn gerade einstellt?

      2. So großartig es ist, dass Lahm bis auf die kurze Zeit in Stuttgart immer beim FC Bayern war verstehe ich überhaupt nicht, warum er jetzt nicht ins Ausland geht. Sein Nachwuchs (ein Kind oder schon zwei?) ist noch so klein dass das ohne Schulische Probleme ginge. Sein Horizont würde sich enorm verbreitern. Gerade wenn er Rummenigge beerben will muss man doch sehen, dass dieser im italienischsprachigen und im französischsprachigen (Genf) Ausland gekickt hat. Darum ist auch Rummenigge der Mann für die europäische Clubebene und konnte sich diesen Berich neben dem allmächtigen Hoeness nach und nach erarbeiten. Eventuell war das übrigens ein (unerkanntes) Problem von Sammer. Der ist damals bei Inter grandios gescheitert (null integriert, Heimweh, nach ein paar Monaten kam er zurück).

      3. Lahm hat jetzt die große Chance, alles nochmal auf Null zu stellen. Wer weiß, vielleicht wird er Cotrainer bei Pep .. (aus Sicht des FC Bayern würde ich das sogar begrüßen, weil er dort so viel lernen würde wie nirgendwo sonst).

    2. Rye B

      Für mich liegt der springende Punkt hier:

      Zitat Hoeneß – Funke Media:
      “”
      Es gab insgesamt vier Sitzungen.“ Schon im November hatte der Aufsichtsrat darüber, wie Hoeneß sagt, „kontrovers diskutiert“. Die eindeutige Meinung: das Vorstandsamt wäre zu früh gekommen.
      Hoeneß zu dieser Zeitung: „Bei uns im Aufsichtsrat sitzen Dax-Vorstände. Für die kommt nicht infrage, dass jemand ohne Berufserfahrung im Vorstand anfängt.
      “”

      Der Aufsichtsrat hat ganz genau das gemacht was er tun soll:

      1. Kontrovers diskutieren und entscheiden wer in den Vorstand einzieht oder nicht.
      2. Den Vorstand(svorsitzenden Rummenigge) kontrollieren wen sie ins Boot holen.
      3. Die Direktoren Ebene liegt in der Entscheidungsbefugnis des Vorstandes, hat Wipf richtigerweise erwähnt, -> aber Direktorenebene war Lahm offensichtlich zu wenig
      4. Ein Eberl/Reuter/Sammer kann und wird/hat man einen Vorstandsposten angetragen. Was richtig und wichtig ist und wird!!

      In diesem Sinne freue ich mich, dass offensichtlich die Kontrollmechanismen im Verein funktionieren (und vor allem Kalle nicht schalten und walten kann wies im gerade passt)!
      Und genau für sowas war es wichtig, dass Uli wieder in seine Ämter kam!!

      1. Tschemp

        Sehr interessante Sichtweise. Dafür spricht auch die Posse bei der Jahreshauptversammlung, als im November schon ein Machtkampf der Seiten Rummenigge/Lahm/Grill und Hoeneß/Aufsichtsrat deutlich wurde. KHR bringt Lahm da völlig übereilt fast namentlich schon in Amt und Würden, ehe diese Darstellung umgehend von UH zurückgewiesen wurde.

      2. wipf1953

        Was war da los, Tschemp? Ich hab nix mitbekommen.

      3. wipf1953

        Mal einen ganz anderen Punkt einwerfen, weil mich RYE B grad drauf gebracht hat:

        Wie seht Ihr Reuter als möglichen Mann? Ich hatte ihn damals, als er bei 60 war, eher als Leichtgewicht eingeschätzt (-> danke für die Arena-Anteile). Aus heutiger Sicht chapeau, dass er sich da so lange gehalten hat. Anders als Eberl könnte er sogar Italienisch .. ich denke aber, dass Reuter eher ein “konzeptioneller” Arbeiter ist, bzw. ein “nur-konzeptioneller” Arbeiter, der in der Medienwelt München so seine Problemchen bekommen könnte.

        An sich ist die Sache doch so: Mit Hoeness und Rummenigge stehen zwei Alphas an einem Punkt, wo sie ihre Nachfolger längst hätten aufbauen müssen (geschafft hat es keiner, wobei ich bei Hoeness denke dass er es mit Sammer versucht hat). Beide müssen jetzt in die Gänge kommen, wobei Rummenigge mit seinem Plädoyer für Lahm vielleicht wirklich den Bayern-Aufsichtsrat unterschätzt hat (an sich schwer vorstellbar, ich habe eine sehr hohe Meinung von KHR). Hoeness hat mit Sammer einen “typischen Hoeness Transfer” gemacht – mit seinen Vor- und Nachteilen, wobei man festhalten muss, dass die Außendarstellung des FC Bayern nie so gut war wie unter Sammer.

        Jetzt müssen die Personalien langsam “sitzen”. Und das ist gar nicht so einfach. Es kursieren nur Namen aus der Bundesliga. Kein Mann, der auch in anderen Ligen seine Duftmarken gesetzt hätte (der letzte Bayernspieler, dem das gelungen ist, war wohl wirklich Lothar Matthäus). Auch keiner mit vorheriger Trainererfahrung (im In- oder Ausland).

        Nach wie vor beobachte ich Marc van Bommel – auch wenn ich nicht so dämlich bin als “Außenstehender” auch nur zu behaupten, er käme in Frage ..

  24. Michael

    Nur so eine Idee, die ich hier noch nicht gelesen habe:
    1. Lahm hört auf, weil er merkt, sportlich nachzulassen. Er kann jede Mannschaft führen, aber er genügt seinen eigenen Ansprüchen nicht mehr. Es mag auch sein, dass er mental müde ist, dass ihn Ancelotti nach den intensiven Pep-Jahren nichts mehr gibt, dass der x. Meistertitel vielleicht doch nicht mehr so wichtig ist, … kurzum: emotionslos betrachtet verständlich und absehbar, siehe DFB-Rücktritt.
    2. Lahm hat selbst gemerkt, dass der Sprung in den Vorstand zu groß ist. Ihm fehlt a) die Erfahrung, und b) wäre es schwierig, über sein jetziges Team und seinen Trainer gestellt zu sein. Wenn er das so erkannt hat: eine kluge Entscheidung.

    Ich gebe natürlich zu: Eine ganze Menge Eitelkeiten statt sachlicher Betrachtung scheint hier im Spiel zu sein. Und ein Spielerberater, der seinen Klienten schlecht berät. Denn dass Lahm und/oder Hoeneß keine sachliche Ebene untereinander finden, will ich mir nicht vorstellen.

    1. Osrig

      Noch ein ganz anderer Gedanke, der allerdings auch Ancelotti bzw. unsere Vereinsführung nicht unbedingt in bestem Licht erscheinen lässt. Gestern hatte sich ein Journalist auf Sky ja folgendermaßen geäußert: Danach habe Phillip keineswegs die Absicht gehabt, die Fussballschuhe schon nach dieser Saison an den Nagel zu hängen, sondern wie geplant erst später. Aber Lahm hat eben auch keine Lust mehr auf die Rechtsverteidiger-Position. Wie sagte der Mann so treffend? Lahm habe keinen Spaß mehr daran, als 33-jähriger Aussenverteidiger in jedem Spiel den 20-jährigen “10,0-Sekunden-Sprintern hinterher zu hecheln”! Wie wahr!!
      Leider habe wohl Ancelotti sich nicht darauf eingelassen, Phillip wie gewünscht ins defensive Mittelfeld an die Seite von Alonso zu stellen. Eine Position, die unsere Nr. 21 sehr wohl beherrscht, und wo er noch lange seine Leistung hätte bringen können. Da Phillip nichts ins Mittelfeld darf, aber eben auch nicht mehr als AV auflaufen mag, hat er schlichtweg seinen Rücktritt erklärt nebst vorläufigen Verzicht auf einen Posten im Management,
      Ich kann mir allerdings vorstellen, dass Ancelotti in dieser Frage auch nicht frei entscheiden konnte, denn sein Werben um Lahm empfand ich nicht als vorgeschoben. Wie auch immer, irgendetwas ist ziemlich schief gelaufen, und alles weist auch auf Machtkämpfe innerhalb der Führung zwischen KHR und Uli hin. Etwas, was wir uns in der jetztigen Phase nun aber überhaupt nicht leisten können. In dieses Bild passt auch die Überlegung, dass Sammer auch nicht unbedingt freiwillig seinen Posten geräumt habe, die Durchblutungsstörung bei ihm zwar Anlass zum Kürzertreten gewesen wäre, aber eben keineswegs ein Grund, alles hinzuschmeißen.

  25. Brian Laudrup

    So weit die Meinungen hier auch auseinander gehen, weitgehenden Konsens scheint es bei der negativen Bewertung der Rolle von Grill zu geben. Die Indizien deuten darauf hin, dass er den schwarzen Peter zu Recht zugeschoben bekommt. Aber gibt es da Vorgeschichten, die ich nicht kenne?
    Seine prominenten Klienten haben Ihre besten Zeiten ja alle (lange) hinter sich, bei den ganz jungen ist aber ja vlt wieder mal einer dabei. Spielt die Fein-Hoffenheim-Sache da eine Rolle? Ist im Vergleich doch eigentlich eine Lappalie.

  26. Mic

    Man schaue sich bitte einmal die Mitglieder des Aufsichtsrates der AG an. Darin sind (Fach-)Leute, die Multi-Milliarden Konzerne lenken/gelenkt haben, sowie weit über den FCB hinaus andere Mandate in Unternehmen ausfüllen und (egal wie man dazu inhaltlich steht) ehemalige Spitzenpolitiker vertreten. Die Aufgaben des Aufsichtsrates sind unter Anderem -vor allem- die Kontrolle und auch die Beratung der Geschäftsführung. Da sitzen Leute, von denen ich hoffe, das sie wissen wie ein Unternhemen dieser Kategorie zu führen ist und wie man auch einen Aufsichtsratsvorsitzenden – nötigenfalls zum Wohle des Unternehmens – “überzeugt”. Ein Uli Hoeneß alleine macht hier nicht die Musik. Selbst wenn er nicht von der Personalie Lahm als Sportvorstand begeistert wäre, könnte er nicht “bestimmen”, das Lahm es nicht wird. Somit mutmaße ich hier eher ein Mehrheitsvotum gegen Lahm. Weiterhin wäre Lahm ohne tatsächliche, irgendwie geartete “Berufserfahrung” in den Vorstand eingezogen. Mit 33 Jahren. Das schafft unter normalen Bedingungen in der “realen” Welt außerhalb des Fußballs keiner. Lahms wirtschaftliche Erfahrung ist sicherlich nicht von der Hand zu weisen, ist aber doch eher gering ausgeprägt. Bisher, so interpretiere ich es, ist er nur als Gesellschafter in verschiedenen Bereichen engagiert. Ohne (kaufmännische) Führungserfahrung. Eine Kapitänsbinde allein macht noch keinen guten Vorstand. Ich würde empfehlen ein BWL-Studium/Sportmarketing o.ä. abzuschliesssen, ein paar Jahre Berufserfahrung zu sammeln und sich dann mit der nötigen Demut um ein solches Amt zu “bewerben”. Aber Bitte nicht per se darauf abzielen und es als gesetzt annehmen, das man ohne ihn nicht könne bzw. er alternativlos sei. Und ich bin der Meinung, das er hier grad die beleidigte Leberwurst gibt. Er will den Posten, den er nicht bekommt und jetzt lässt er seinen Vertrag “platzen”. Mit seinem Aus schadet er dem Verein. Selbst wenn er, wie ihm unterstellt wird, erkennt das es sportlich nicht mehr reichen könnte, so dachte ich er würde dabei helfen, einen guten und geregelten Übergang auf seiner Position zu erreichen. 500 Pflichspiele und dann so eine Aktion zu so einem (spielerisch zumindest schwierigem) Zeitpunkt. Ich sehe es so: wenn er sein Karrierebewusstsein und sein Ego nicht hinter den Erfolg des ganzen Vereins einordnen möchte/kann, dann sollte er unter keinen Umständen Sportvorstand werden. Ja, wir verlieren eine Identifikationsfigur. Aber trägt dieses Verhalten tatsächlich zur Identifikation bei. Oder wirkt das nicht eher etwas arrogant? Unbestritten neben diesem unrühmlichen öffentlichen Vorgehen während seines 500. Pflichspieleinsatz ist seine sportliche Karriere und das sein Abgang vor Allem ein immenser sportlicher Verlust ist. Er hat das Spiel auf seiner Position geprägt und neu erfunden. Noch nie habe ich an einem Spieler und seinen Fähigkeiten weniger gezweifelt als an ihm. Aber das sind eben (nur) sportliche Qualitäten. Letztendlich trägt sein Verhalten für mich aber auch zur weiteren “entromantisierung” der Beziehung zwischen Verein, Berufsfussballer und Fan bei. Und eins noch: Reuter und Eberl sind doch noch an andere Arbeitgeber gebunde!?. Keiner von beiden hat irgendwie geäußert, das er für den FCB zur Verfügung stünde. Eberl hat dazu im Übrigen erst vor wenigen Wochen im aktuellen Sportstudio Stellung bezogen. Reuter im Doppelpass. Aber was von Verträgen und irgendwie gearteten Aussagen zu halten ist bzw. nicht zu halten ist haben wir ja erst gestern Abend gelernt…

  27. Rye B

    100% Zustimmung zur ersten Hälfte!

    Was das Thema Eberl/Reuter angeht:
    “”
    Schon im November hatte der Aufsichtsrat darüber, wie Hoeneß sagt, „kontrovers diskutiert“.
    “”
    Für mich liest sich das so als ob man sich bisher “nur” mit/über Lahm Gespräche geführt hat.
    Alternativen eher nicht, deshalb können Eberl/Reuter auch so klar Stellung beziehen ala
    “” Thema steht gar nicht zur Diskussion … hab noch langen Vertrag… Projekt Glattbach/Augsburg noch längst nicht abgeschlossen “”

    Wenn sich ein Hoeneß mit Winterkorn [z.B. … Der hat gerade Zeit ;-) ] mit Max Eberl zusammen setzen und das Gespräch in eine Richtung läuft wie:
    “”Max pass auf, die “Lehrzeit” ist jetzt vorbei, kommt zurück … Wir sind überzeugt, dass du gemeinsam mit Reschke/Dreesen/Vogel/Reuter/Sauer der richtige Mann bist den Verein weiter in die Weltspitze zu führen; Und auf der Sportvorstand/Vorstandsvorsitzender-Position mittelfristig KHR und mich (Uli) zu beerben, dann kann ich nur ganz schwer vorstellen, das Max Eberl nicht ganz stark ins Grübeln kommt (gilt für Reuter auch).
    Ohne despektierlich gegenüber Gladbach sein zu wollen: Was ist drin mit Gladbach?!
    Wenn alles nach Plan liefe kann man sich mit Dortmund/RB/Schalke/(Leverkusen) um den Einzug in die CL duellieren.
    Titel wäre gegebenfalls im Pokal/Euroleague drin (eventuell).

    Ich persönlich kann mir einfach nicht vorstellen, dass jemand der BuLi-Funktionär ist, nicht ganz ernsthaft über eine solche Möglichkeit nachdenkt.

    Sammer als Beispiel, Reschke ist ein anderes… beide gewisser Weise dem “Ruf” gefolgt obwohl sie 0 Bayern-vergangenheit hatten.
    Eberl/Reuter haben ein ganz andere Verbindung zum FCB (und Max zur UH nochmal eine engere)

    Lange Rede kurzer Sinn:
    Wenn man Eberl/Reuter verdeutlichen kann, dass sie die Zukunft sind/sein müssen glaube ich dann wird man sich über einen Auflösung der Verträge (mit Ablöse) verständigen können. [vgl Heidel->Mainz->Schalke]

  28. Vobius

    Die Emotions geladene Schlammschlacht und die Diskussion darüber scheint zum Glück erstmal bei gelegt. Sowas kann man sich bei sportlichen Top Leistungen nicht leistem, nich weniger bei den Aktuellen.

    Die Frage wurde wurde bis jetzt noch gar nicht gestellt: Wie wird sichs Lahms Entscheidung und die Öffentlichmachung auf seine sportliche Leistung den Rest der Saison auswirken? Ich traue dem Kapitän allerdings zu, dass er zu seinen Mitspielern nicht bocken wird.

  29. pitvonbonn

    ich glaube, Lahm hätte die gemeinsame Erklärung mit dem Verein abgewartet, wenn nicht jemand so indiskret gewesen wäre und die Fakten vorher ausgeplaudert hätte. Was hätte er der wartenden “Medienmeute” denn sagen sollen?
    Das einzige wäre gewesen: “warten sie den nächsten gemeinsame Pressetermin ab”.

  30. Jo

    Sorry, aber die Geschichte mit dem besorgten Aufsichtsrat nötigt mir schon ein Schmunzeln ab.

    Mir ist bisher kein Fall bekannt, also wirklich kein einziger, in dem der AR gegen die Pläne des Vorstands votiert hätte.
    Wäre es der klare Wunsch des Vorstands des FCB gewesen und hätte sich der AR-Vorsitzende Hopfner/Hoeneß eindeutig in der Richtung positioniert wäre Lahm Sportvorstand geworden.

    Da er es nicht ist gehe ich davon aus, dass die auschlaggebenden Zweifel eher von Seiten des Vereins kamen. Und wenn ich Verein sage meine ich natürlich in erster Linie Rummenigge/Hoeneß. Und wenn man die Diskussionen der letzten Monate verfolgt hat, dürfte hier die ausschlaggebende Person Hoeneß gewesen sein.
    Bei allen Äußerungen seitens Hoeneß zu diesem Thema schimmerte immer eine gewisse Skepsis gegenüber der Personalie Lahm durch. Als eine Kompromisslösung (wahrscheinlich mit Rummenigge) wurde dann wohl dieses Sportdirektormodell analog Nerlinger entwickelt.
    Interessant wäre dann noch die Frage, ob dieses Modell bewusst in einer gewissen Weise unattraktiv gestaltet wurde um dem Kandidaten eine Zustimmung so schwer wie möglich zu machen.

    Wobei ich das Ergebnis selbst damit im Grunde gar nicht mal kritisieren will. Ich war ja selber einem Soforteinstieg von Lahm gegenüber skeptisch.

    Den Prozess an sich der dahin geführt hat, samt dem ganzen öffentlichen Theaterdonner der dazu seit Monaten fabriziert wird, finde ich allerdings für einen Verein wie Bayern eher beschämend, teils schon lächerlich.
    Das gibt einem kein gutes Gefühl für die nächste Zeit.

    1. wipf1953

      also, Ju, du machst Dir Gedanken über fiktive Sachverhalte (wenn man sich einig gewesen wäre). Das bringt nix.

      Ich verstehe auch nicht das immer wieder (nicht nur von dir) gebrachte Argument, es sei negativ für den FC Bayern wenn Meinungsverschiedenheiten Publik werden. Sorry, ich erwarte dass solche Themen in allen Facetten diskutiert werden.

      Und wenn das Ganze jemanden schadet, dann schadet es Lahm. Der steht nun da wie die beleidigte Diva.

      1. Ich glaube, du verwechselst JU mit JO, aber wem ist das hier noch nicht passiert. ;-)

        Ich finde JOs Erklärung der Vorgänge im AR hier sehr richtig und wichtig. So funktioniert es in (fast) allen Aufsichtsräten. Und beim FC Bayern insbesondere. Die Herren Dax-Vorstände hätten niemals der Benennung von Lahm widersprochen, wenn er die entsprechende Rückendeckung von UH + KHH gehabt hätte.
        JO zeigt damit klar, dass die maßgebliche Entscheidung eben nicht von ominösen Aufsichtsraten kam, sondern von Hoeneß/Rummenigge.

        Übrigens ohne Wertung – aber man sollte die Verantwortung der einzelnen nicht auf die “anonyme” Gruppe wegschieben.

  31. Osrig

    Ich würde wirklich gern mal wissen, wie die “Arbeitsplatz-Beschreibung” für den Sportvorstands- bzw. Sportdirektorposten beim FCB formuliert ist. Welche Aufgabenbereiche die Führung des Vereins darin nennt!
    Denn mir scheint, dass das Anforderungsprofil in den Medien und bei vielen Fans noch immer nicht klar ist, denn bei Vielen scheint der Sportdirektor nicht mehr zu sein als ein offiziell ernannter medialer “Lautsprecher”, der vor und nach einem Spiel vor die Kameras tritt und ein paar kluge Sätze zum aktuellen Geschehen abgibt. Sammer wurde ja größtenteils auf diese Rolle reduziert, seine Aufgabe despektierlich als “Mahner” klein geredet.

    Dabei zeigt sich ja gerade jetzt, wie wichtig die Position Sammers war, und wie wichtig ein guter Sportdirektor auch weiterhin ist. Es ist weniger die Aufgabe der Außendarstellung, weniger die Aufgabe der Talentsuche und noch weniger die Aufgabe, Verträge auszuhandeln, welche diese Position prägen. Vielmehr ist es die Fähigkeit, Stimmungen und Strömungen innerhalb der Mannschaft zu erkennen und Entwicklungen, die sich zu Krisen auswachsen könnten, so früh wie möglich zu begegnen.
    So z.B. müssten Andeutungen, es gäbe innerhalb des Teams Grüppchenbildungen, die ernsthafte Brüche mit sich bringen könnten, einen Sportdirektor sofort auf den Plan rufen!

    Aber auch die Möglichkeit, den Cheftrainer aus einer etwas größeren Distanz in seiner Arbeit zu unterstützen, in dem auf Taktikprobleme oder Hemmnisse in bestimmten Abläufen hingewiesen werden kann, sind von herausragender Bedeutung.
    Denn bei aller Expertise ist das Trainerteam, und der Cheftrainer vorneweg, doch durch eine gewisse “Betriebsblindheit” eingeengt, ist es gut, jemanden hinter sich zu wissen, der mit anderen Augen auf Spiel- und Trainingssituation schaut und Probleme erkennen kann, die dem Cheftrainer im alltäglichen Umgang mit seinen Profis möglicherweise gar nicht auffällt!

    In diesen Bereichen sehe ich die besondere Aufgabe des Sportdirektors! Und zusätzlich muss es seine Aufgabe sein, für die Durchlässigkeit einer bestimmten Strategie durch alle Bereiche des Vereins zu sorgen und komplementäre Vereinsbereiche eng mit der ersten Mannschaft zu verbinden.

    Das operative Geschäft, also die Planung, wer für welche Position geholt wird, wie die Ausrichtung des Vereins laufen soll und welche Entwicklung in komplementären Bereichen wie z.B. Physiotherapie oder Mediengestaltung genommen werden soll, für diese Aufgaben gibt es andere kluge Köpfe im Verein.
    Es macht allerdings Sinn, dem Sportdirektorposten mehr Entscheidungskompetenzen zuzubilligen, weshalb eine Vorstandseinbindung sicherlich vernünftig ist.

    Angesichts dieser Aufgaben, die im Alltag vor allem fussballerische, aber auch Kommunikationskompetenzen erfordern, scheint mir der Wechsel direkt aus der aktiven Laufbahn viel zu gewagt. Im Gegenteil! Es würde noch vieles an Fähigkeiten zu entwickeln sein, weshalb ich eine Trainerausbildung auch für den Sportdirektorposten für essentiell halte, wobei es mir dabei weniger auf Titel, sondern vielmehr auf Inhalte ankommt! Aus dem selben Grund ist auch eine gewisse Erfahrung auf Funktionärsebene vorteilhaft, um den Sportdirektorposten erfolgreich ausfüllen zu können, erst recht, wenn der SpoDi mit dem Vorstand verknüpft wird und zum Sportvorstand wird.

    Daher täte Lahm gut daran, sich erstmal für einige Jahre mit anderen Dingen zu beschäftigen und nicht innerhalb 18 bis 24 Monaten beim FCB wieder einzusteigen. Auch halte ich Eberl und Reuter aus den genannten Gründen ebenfalls nicht für die optimale Wahl. Ich habe allerdings auch niemandem im Blick, der diesem Anforderungsprofil genügen könnte – niemanden, außer Sammer. Und den werden wir wohl nicht mehr zurückholen können.

    1. wipf1953

      Sehr konstruktiver Ansatz, OSRIG. Schauen wir doch einfach mal, welche Funktionen schon abgedeckt sind:

      – Scouting: Reschke
      – Jugend: Dazu kann ich zu wenig sagen, hohe Fluktuation, an sich “Position zu vergeben”.
      – Außendarstellung (also das was Sammer so gut konnte wie keiner sonst beim FCB): Hoeness wird sich da mehr und mehr zurücknehmen, ansonsten “Position zu vergeben”.
      – die von Dir erwähnte Arbeit nah am Team: “Position zu vergeben”

      Lahm kommt eigentlich nur für den letztgenannten Job in Frage – interessanter Weise gab es laut heutigen Pressebereichten wohl auch Unstimmigkeiten über sein Jobprofil. Ich persönlich finde, dass er auch für diesen Job (i) noch viel zu jung ist, und (ii) es eine schlicht abwegige Vorstellung wäre, wenn der noch nicht mal 35-jährige Ex-Spieler Lahm seinem damaligen Trainer Ancelotti ab 2017/2018 in diesen Fragen “vorgesetzt” (!) sein soll.

      Ganz grundsätzlich ist es aber für Außenstehende schwierig zu sagen, wer für so einen Job in Frage käme und wer so einen Job bei anderen Vereinen ausübt, noch dazu gut.

      1. Osrig

        “…und (ii) es eine schlicht abwegige Vorstellung wäre, wenn der noch nicht mal 35-jährige Ex-Spieler Lahm seinem damaligen Trainer Ancelotti ab 2017/2018 in diesen Fragen “vorgesetzt” (!) sein soll.”

        Dem kann ich nur zustimmen! Und es wäre für mich ein weiterer Grund, dass der Sportdirektor eben auch Trainer-Erfahrung haben sollte – u.a. auch, um dem Cheftrainer in dieser Hinsicht wenigsten halbwegs auf Augenhöhe begegnen zu können.

    2. Stimme zu: sehr konstruktiver Ansatz.
      Und bei Lektüre deines Kommentars fällt es mir wie Schuppen von den Augen. Es gibt sie, die Königslösung: Oliver Bierhoff.

      Dann klappt’s auch mit den Dax-Vorständen ;-).

    3. Marco05

      Sehr schön zusammengefasst. Das war in etwa auch das was ich allenthalben mit “fehlender Erfahrung” meinte.

      Allerdings denke ich nicht, dass eine Trainer-Ausbildung erforderlich ist – wenngleich sie natürlich niemanden dümmer macht. Aber diese Ausbildung haben ja viele nicht, und über ein Jahrzehhnt als Spieler auf höchstem Niveau unter den besten (und verschiedensten) Trainern der Welt sorgt ja auch schon für ein gewisses Fachwissen.

      Am Ende des Tages aber bleibt die Frage: WER wird es jetzt und wird es ein 1:1 Sammer-Ersatz oder werden die Aufgaben doch anders aufgeteilt?

      1. Osrig

        “…und über ein Jahrzehnt als Spieler auf höchstem Niveau unter den besten (und verschiedensten) Trainern der Welt sorgt ja auch schon für ein gewisses Fachwissen.”

        Genau darüber denke ich auch immer wieder nach; und ich komme letztlich immer wieder an den Punkt wo ich feststelle, dass es in der Frage der Unterstützung des Cheftrainers und seines Trainerstabs um fussballerische Feinheiten und Details geht, die eben nicht mehr aus der Perspektive des Spielers auf dem Platz, sondern aus dem Blickwinkel desjenigen geht, der an der Seitenlinie steht – und dieser Perspektivwechsel einschließlich der damit verbundenen, alle Spieler betreffenden Verantwortlichkeiten ist wie ich meine trotz aller Erfahrung auf dem Feld überhaupt nicht einfach zu bewältigen. Ich denke, dass gerade da die Trainerausbildung den Blick öffnet für Zusammenhänge, die dem Spieler eher verborgen bleiben, aber eben von hoher Bedeutung sind, um eine Taktik, eine Aufstellung auch erfolgreich werden zu lassen.

        Und ein Sportdirektor muss dann eben in der Lage sein, sofort zu erfassen, was Absicht des Trainers ist, warum er etwas macht. Das “Vier-Augen-Prinzip” eben! Nur darf er sich den “Luxus” leisten, sich zurückzunehmen, abzuwarten und zu beobachten – um erst dann aktiv zu werden, wenn er Verwerfungen und Holperigkeiten spürt, die der Trainer, weil mit allen Sinnen im jeweiligen Moment bei der Sache und fokussiert, möglicherweise gar nicht realisiert, oder zumindest noch nicht die Bedeutung beimisst, welche die Verwerfung möglicherweise bekommt. Allerdings muss zu jederzeit und unmissverständlich klar sein, dass der Cheftrainer in allen Fragen der Aufstellung und Trainingslenkung die Entscheidungen trifft, also den “Hut” auf hat, der Sportdirektor also nicht daran interessiert sein darf, selbst als Trainer aktiv zu sein.
        Bei der Fülle seiner Aufgaben – selbst wenn Verträge und Scouting außen vor gelassen wird – meine ich nicht, dass der SpoDi oder SpoVo^^ da irgendwelche Intentionen in diese Richtung zeigen würde.
        Aber eine Trainerausbildung halte ich, genauso wie Erfahrungen auf Funktionärsebene, für essentiell für die SpoDi/SpoVo-Tätigkeit.

  32. […] Merkwürdiges Schauspiel um Lahm | Steffen […]

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