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FC Bayern – 1. FC Köln 4:1 (2:1)

Am 115. Geburtstag des FC Bayern trafen die Münchner auf den 1. FC Köln. Die Geißböcke sind mit einem Sieg aus fünf Spielen denkbar ungünstig in die Rückrunde gestartet. Die Kölner haben durchaus eine beachtenswerte Bilanz gegen den FC Bayern. Mit einem Sieg hätten die Kölner bereits den zehnten Auswärtserfolg in München feiern können. Auf der Gegenseite konnte der FC Bayern die letzten 20 Spiele gegen Aufsteiger für sich entscheiden.

Falls Ihr es verpasst habt:

Wie erwartet verzichtete Pep Guardiola erneut auf das Duo Schweinsteiger-Alonso. In Paderborn durfte der Spanier spielen, gegen die Kölner durfte Schweinsteiger von Beginn an auflaufen. Neben Alonso wurde auch der zweite Spanier Bernat aus der Mannschaft rotiert, für ihn spielte Götze. Taktisch entwickelte sich ein 2-3-4-1 System mit Badstuber und Boateng in der Abwehr, Alaba, Schweinsteiger und Rafinha auf den Halbpositionen. Ribery, Götze, Müller und Robben agierten sehr variabel in der Offensivlinie und im Sturm Lewandowski.

Es dauerte nur drei Minuten und vier Eckbälle, bis der FC Bayern in Führung ging. Nach einer Ecke von Robben köpfte Schweinsteiger fast unbedrängt zum 1:0 ein. Die Kölner waren sichtlich geschockt von der Führung. Vor allem über die linke Seite kombinierte das Duo Alaba und Ribery sich immer wieder frei. Unterstützt wurden die beiden von Götze, der immer wieder als Anspielstation und Raumöffner fungierte. Zwei Großchancen von Robben und Lewandowski später erzielte Ribery nach einem feinen Solo-Lauf das 2:0.

Danach verflachte die Partie. Der FC Bayern spielte seine Chancen nicht mehr so konsequent aus. Nach einem vermeidbaren Aufbaufehler von Robben gab es kurz vor der Pause noch mal Eckball für Köln. Die Truppe von Peter Stöger zeigte eine kurze Variante, Ribery, Götze und Lewandowski waren zu passiv und konnten die Flanke vom Strafraumeck nicht verhindern und Alaba führte nur einen reaktiven Zweikampf gegen Ujah im Kopfballduell. Die Folge war der Anschlusstreffer mit dem Pausenpfiff.

Nach der Pause drängten die Münchner auf den dritten Treffer, doch nach einem guten Konter der Kölner rette Neuer gegen Ujah in höchster Not (59.). Wenig später hat Risse die erneute Chance zum Ausgleich. Erst ab der 60. Minute bekam der FC Bayern mehr Kontrolle in die Partie. Nach einer Flanke von Ribery köpfte Robben zum zwischenzeitlichen 3:1 ein. Es war bereits der 17. Bundesligatreffer des Holländers im 19. Spiel. Gute zehn Minuten später trug Lewandowski den Ball ins Tor, nachdem der FC Bayern einen Konter über Ribery und Robben mustergültig ausgespielt hatte. Spätestens ab diesem Punkt war die Partie entschieden.

Drei Dinge, die auffielen:

1. Rafinha als Libero

Die zentrale Position in der Dreierkette des FC Bayern wurde vor allem in der ersten Halbzeit von Rafinha besetzt. Er ließ sich von einer defensiven 6/8er Position zum Spielaufbau immer wieder zwischen die beiden Innenverteidiger Badstuber und Boateng fallen, sollte der Spielaufbau zu lange dauern. Diese Rolle kommt sonst gerne Alonso oder Schweinsteiger zu. In heutigen Spiel verzichtete Pep Guardiola bewusst auf dieses Mittel. Der Vorteil: Mit Schweinsteiger, Alaba und/oder Götze konnten die Halbräume besser besetzt werden, aber auch Badstuber und Boateng bekamen interessante Winkel zur Spieleröffnung. Defensiv war das Konzept ebenfalls interessant, da Rafinha nur situativ ins Pressing ging. Meist konnten so Badstuber und Boateng die langen Bälle auf den kopfballstarken Ujah besser verteidigen, der sich vom Zentrum immer wieder auf die Flügelpositionen schob und die Flügelstürmer Peszko, Osako bzw. Risse in Szene setzen sollte. Rafinha deckte dann meist die Zentrale. In anderen Szenen, tauschten sich die Rollen und Rafinha ging in den Zweikampf und Boateng bzw. Badstuber verteidigten den Raum.

2. Sorglosigkeit

Nach zehn Spielminuten stand es bereits 2:0. Zu diesem Zeitpunkt machten die ersten Hochrechnungen die Runde, ob das Spiel eventuell doch zweistellig für den FC Bayern enden könnte. Spätestens ab der 20. Spielminute verlor die Münchner Offensivreihe die nötige Klarheit in den Aktionen. Zu oft wurden gute Torchancen nicht ausgespielt. Negativer Höhepunkt war die 60. Minute als Ribery und Robben alleine auf Horn zu liefen, aber Robben den Ball nicht mit der nötigen Genauigkeit auf den Franzosen abgegeben konnte.

Defensiv zeichnete sich ein ähnliches Bild. Als der FC Bayern gerade die 80-%-Ballbesitzgrenze durchbrach, vernachlässigten die Münchner zunehmend die eigene Raumabdeckung. Auch das Pressing wurde ab der 30. Minute nicht mehr mit der nötigen Konsequenz vorgetragen. Ujah wurde meist zu passiv angegangen, so dass dieser unbedrängt die Bälle auf die schnellen Flügelspieler legen konnte. Hier erwies sich der gelobte Punkt 1 als Fehler, da Boateng oder Badstuber gegen deutlich schnellere Spieler in Laufduelle gezwungen wurden. Ein weiterer Punkt war in der zweiten Halbzeit die schlechte Konterabsicherung. Die lag zum einen an schlecht ausgespielten Standardsituationen. Zum anderen an schlechten Pressingräumen, die Köln einfache Passwege über die Mitte erlaubte. In der Summe ziemlich einfache Fehler, die größtenteils aus der erdrückenden Überlegenheit entstanden sind. Hier mangelte es zwischenzeitlich an der nötigen Konzentration. Es war Manuel Neuer zu verdanken, dass Köln nicht ähnlich wie 2011 (letzte Niederlage nach Führung der Bayern [2:3, nach 2:0 Führung]) zurück ins Spiel kam.

3. Götze – der Verbindungsspieler

Dem Offensivspiel des FC Bayern mangelt es nicht an individueller Qualität. Franck Ribery und Arjen Robben können ein Spiel alleine entscheiden. Gelingt es aber einem Gegner – wie zuletzt Donezk, beide geschickt anzulaufen und ihnen die Geschwindigkeit zu nehmen, dann tut sich der FC Bayern in letzter Zeit schwer beim Spielaufbau. Ein Lösungsansatz könnte dabei Mario Götze sein, der im Spiel gegen die Kölner als Freigeist agierte und immer wieder durch geschickte Läufe aus den Halbräumen den nötigen Platz für Alaba und Ribery auf der linken Seite bzw. Arjen Robben auf der rechten Angriffsseite schuf. Götze startete meist mit kleinen Sprints zwischen den Linien und zog so die Aufmerksamkeit auf sich. Dabei war es nicht immer zwingend notwendig, dass er angespielt wurde, da auch so Räume entstanden. Wenn er den Ball bekam, wartete er meist geschickt und verzögerte das Spiel, bis das Bayern Mittelfeld nachschieben konnte oder er Gegner auf ziehen konnte. Mit 94-%-Passquote leitete er dann zielgerichtet die Offensivaktionen mit ein. Dabei zog er meist zwei Gegenspieler auf sich und zog dadurch geschickt die letzte und vorletzte Kette auseinander. Lobenswert überdies ist das geniale Pressing von Götze im vordersten Angriffsdrittel. Meist läuft er so geschickt den Gegner an, dass sich der FC Bayern nach einem Ballverlust wieder gut staffeln konnte. Highlight war Mitte der 80. Minute als er beinahe Horn den Ball wegspitzeln konnte.

Alles in allem ein souveränes Ergebnis in einem Spiel, das dennoch viele Details zur kritischen Ansprache hinterlässt.

FC BAYERN – 1. FC KÖLN 4:1 (2:1)/th>
FC BAYERN Neuer – Rafinha, Boateng, Badstuber, Alaba – Schweinsteiger (78. Rode) – Robben, Müller (69. Alonso), Götze, Ribéry – Lewandowski
Bank Reina, Dante, Bernat, Weiser, Pizarro
1. FC KÖLN Horn – Brecko, Maroh, Wimmer, Hector – Olkowski, Vogt (72. Halfar), Lehmann, Peszko – Osako (46. Risse) – Ujah (78. Deyverson)
Tore 1:0 Schweinsteiger (3.), 2:0 Ribéry (10.), 2:1 Ujah (45.), 3:1 Robben (67.), 4:1 Lewandowski (75.)
Karten Gelb: – / Halfar
Zuschauer 75.000 (ausverkauft)
Schiedsrichter Daniel Siebert (Berlin)

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Leserkommentare
  1. Hero991

    Gute Analyse wiedermal von euch. Ich sehe es genauso.

    Es ist doch ziemlich interessant, dass Schweinsteiger und Xabi seit 3 Spielen nicht mehr zusammen gespielt haben und heute die von euch erwähnte Libero Rolle von Rafhina gespielt worden ist. Ich glaube man wird Schweinsteiger und Xabi nicht mehr oft zusammen sehen. Ich würde deswegen ungern auf Schweinsteiger verzichten, seine Torgefahr (wie beim 1:0) ist sehr wichtig und er kann sich auch besser von einer Deckung lösen.

    Die Sorglosigkeit in Torabschlüssen begleitet uns ja schon seit Anfang der Saison. Heute gab es wieder einige Szenen wie der Hackenschuss von Lewandowski aber die Konters hatten wir in der Hinrunde ganz gut im Griff aber in der Rückrunde sehen die Kontersicherungen sehr unschön aus. Badstuber sollte man nicht in Laufduelle schicken.
    Fehlt hier Philipp Lahm?

    Zum letzten Punkt muss ich sagen, warum nicht schon vorher? In der letzten Saison war Thiago der das Spiel zwischen defensive und offensive sehr gut verbunden hat. In der Hinrunde war es Philipp und seit dem die beiden verletzt sind, ist Götze der einzige Spieler vom Spielertyp her, der diese Verbindung herstellen kann u.a. durch Anspielstation und Doppelpässe.

    1. Hans

      Die Problematik mit den Kontern ist ja Folgende: In Guardiolas System sollen diese im Idealfall durch das sofortige Gegenpressing unterbunden werden. Da man ja so hoch steht und gemeinsam vorrückt, erfolgt das Gegenpressing dann i. d. R. auch in der gegnerischen Hälfte. Das heißt, wenn Badstuber oder irgendein anderer Verteidiger ins Laufduell muss, ist eigentlich schon ein Fehler passiert, nämlich das unzureichende Gegenpressing in Gegners Hälfte! Natürlich fehlt da ein Lahm, der ja häufig auch durch sofortige Ballrückeroberungen glänzt.

      Erfreulich finde ich, dass Ribery sehr gut aufgespielt hat. Außerdem hat Köln die Mitte recht gut dicht gemacht, wir haben aber über die Außen gute Lösungen gefunden.

      Die Aufgabenteilung Schweinsteiger/Alonso könnte eine gute Idee sein. Es sind ja auch beides Spieler, die hier und da eine Pause gebrauchen können. Wenn Pep so weiter verfährt, stellt sich nur die Frage, wen er in den wichtigen CL-Spielen ranlässt und ob es dann evtl. Stunk gibt!

      Insgesamt ein gutes Spiel mit einer Schwächephase und evtl. nicht dem allerletzten Biss. Der lasche Pass von Robben auf Ribery sei dafür genannt.

  2. Marco05

    Treffende Analyse.
    Man muss auch sagen, dass die Kölner nach dem 0:2 deutlich besser gestaffelt und präsenter in den Zweikämpfen waren. Dazu kam dann ein Schuß zuviel Lockerheit von unseren Jungs. Ein drittes Tor on der Phase wäre gut gewesen.
    Die angesprochene Szene als Robben auf Ribery legt ist schon tückisch. Er läuft frei auf Horn zu, im Grunde muss er den selbst machen und macht es in aller Regel auch. Wenn er allerdings nicht ablegt ist Ribery stinkig. Manchmal denke ich es ist besser wenn gar keiner so aktiv mitläuft…
    Nicht nur in der Szene ist mir aufgefallen, dass Robben deutlich (!) öfter abgespielt und kaum so lange Sololäufe wie die letzten Wochen durchgezogen hat. Vlt. wurde das ja auch intern angesprochen.
    Anosnten ungefährdetes Ding und das man das wahnwitzige Tempo aus den ersten 10 Minuten nicht halten kann ist klar. Aber in Summe gefielen mir viele sehr gut und deutlich spritziger als die letzten Wochen: Insbesondere Ribery, Götze, Alaba.

  3. Axel

    Mir hat das Zusammenspiel von Alaba und Ribery sehr gut gefallen. Fast wie in alten Zeiten. Wäre es denkbar und sinnvoll, dass man die beiden um Bernat ergänzt?

  4. kurt

    Das wird wohl je nach Aufstellung gehandhabt werden. In einer 3er-Kette wird Alaba dann halt wieder mal LIV oder ZM spielen.

    Wir können froh sein mit Pep einen Trainer zu haben, der unseren wirklich bemerkenswerten Kader an sein Optimum bringen kann. Wenn jetzt langsam wieder alle Optionen verfügbar sein werden, würde wohl so mancher Trainer “verzweifeln”:

    Bernat hat ja bewiesen, was für ein wichtiger Part der Mannschaft er ist und wird dementsprechend sicherlich auch weiterhin eine Rolle spielen. Aber ich gebe dir Recht, zwischen Alaba und Ribery funktioniert das Zusammenspiel einfach noch ein Ticken besser. Hab auch manchmal das Gefühl, als würde Ribery beim Spiel mit Bernat teilweise noch eher lieber selber in die Mitte ziehen, statt den Ball durchzustecken, was er bei Alaba ja recht häuftig macht, aber das kann auch nur meine Wahrnehmung sein.

    Alles in allem aber sehr schön zu sehen, dass wir langsam den alten Franck wiederhaben.

  5. Marco05

    Aööerdings war auch Ribéry gestern deutlich besser in Form als zuletzt, als er schon selbst viele Fehlpässe spielte. Es dürfte also mMn fast egal sein, ob Alaba oder Bernat – die nehmen sich technisch eh nicht viel – sondern wie der Monsieur drauf ist. Aber letzten Endes kann man schon froh sein, solche Alternativen zu haben. Wobei gerade nach solchen Auftritten wie gestern die Zeit “danach” umso herausfordernder sein dürfte, wer immer die Lücke(n) füllen soll…

  6. förb

    Ja, Ribery hat schon wieder ein sehr ordentliches Niveau – stark im Pressing und Gegenpressing, und bererits gute Effizienz. Was mir zum ersten Mal so richtig bewußt geworden ist: Ribery muss top drauf sein, damit er effektiv sein kann! Wenn ihm die letzte Schlüssigkeit und Gefährlichkeit in seinen Aktionen abgeht, führen seine Dribblings nicht dazu, dass Gegenspieler gebunden werden und entweder für Mitspieler Räume entstehen oder er selbst in gefährliche Positionen vordringen kann, sondern sie geben dem Gegner nur Zeit, sich zu formieren, und es entstehen diese gefürchteten Momente von statischem, ungefährlichem Ballbesitz. Gegen Köln hat es heute bereits gereicht, gegen stärkere Gegner muss er wohl nochmals zulegen, damit dieser Negativeffekt nicht entsteht.

    Bei Robben hatte ich heute das Gefühl, dass er möglicherweise von den wochen- und monatelangen Topleistungen mental etwas ausgepowert ist; das ist normal und überhaupt kein Problem, von daher wäre es vielleicht zumindest in der Liga derzeit wohl vernünftig, ihm mal ein paar Spiele Pause zu gönnen. Das muss nur entsprechend kommuniziert werden. Auf jeden Fall darf da keine Negativ-Dynamik entstehen; wir brauchen den besten Robben ever in der CL!!

    Lewandowski hatte schöne Momente, aber man spürt bei dem Großteil seiner Aktionen immer noch so einen gewissen Fremdkörperfaktor. Er ist nicht locker, er spielt nicht befreit, er wirkt angespannt. Aber das wird noch. Mit jedem scorer Punkt wird er das weiter ablegen und sein Potential besser ausschöpfen. Man hat es schon ansatzweise gesehen, zb bei seinem Schuss nach dem Konter in der 29. Minute: da hat er nicht lange gefackelt sondern selbstsicher einfach abgedrückt und den Keeper damit zu einer starken Parade gezwungen – diesen Spirit braucht er! Und dann das 4:1: zuerst kommt der initiale Kopfball von ihm; er bewahrt die Übersicht, rennt nicht blind zurück in seine Position sondern behält defensiv die Übersicht. Dann kommt der Pass von Boateng, und noch während der Ball auf den Flügel rübersegelt realisiert Lewa, dass das ein dicker Konter wird, und er sprintet tatsächlich BOX TO BOX, und erzielt das Tor im wahrsten Sinne lediglich durch Zielstrebigkeit und Laufen! überhaupt kein Kontakt mit dem Fuss in der ganzen Situation bei ihm! Also, er muss einfach seinen Killer-spirit finden, dann wird das noch richtig fein mit ihm!

    Da wären wir gleich bei Boateng: Die beiden letzten Tore werden von ihm eingeleitet, beide Male mit gut getimten langen Bällen, beim 3:1 war der Pass auf Götze einfach perfekt. Auf diese Stärke muss er sich wieder mehr besinnen, denn im Spielaufbau hat er mir heute im großen und ganzen überhaupt nicht gefallen. Keine gute Abstimmung mit Rafinha, so dass man sich fast fragen muss, ob Rafinhas abkippen in die ZIV Position eigentlich so gedacht oder eine spontane Eingebung des Brasilianers war. Wenn wir davon ausgehen, dass es geplant war, dann hat Boateng hier ganz schwach agiert weil er den Raum auf dem Flügel schlicht nicht genutzt und keinerlei Druck nach vorne aufgebaut hat. Ist er ausgebrannt?

    Rafinha: Schon erstaunlich, was für eine Entwicklung er in nur 1,5 Jahren gemacht hat; und das in einem doch tendenziell fortgeschrittenen Alter! Nach dem Spiel gestern kann ich ihn mir auch gut auf der 8 vorstellen oder als abkippenden 6er vor einer 4er Kette. Vor allem seine Ruhe, Übersicht und Pressingresistenz haben mich echt überrascht.

  7. Jo

    Im Grunde kann jetzt die Saison beginnen. Die letzten vier Spiele musste man unter normalen Umständen gewinnen. Jetzt beginnt die entscheidende Phase mit den (hoffentlich vielen) K.o.-Spielen und schwierigeren Gegnern in der BL.
    Grundsätzlich geht die Entwicklung auch in die richtige Richtung. Besonders positiv im bisherigen Verlauf der Rückrunde: Es ist gelungen die diversen Rückkehrer wie Badstuber, Schweinsteiger, Alaba und Ribery gut ins Team zu integrieren. Mittlerweile macht auf mich jeder wieder einen fitten, individuell guten Eindruck.

    Bei Götze sieht man was es ausmacht, wenn ein Spieler dort agieren darf wo er stark ist. Insofern profitiert er besonders von einem einsatzfähigen, fitten Ribery, der ihn von der Verbannung auf Linksaußen erlöst.

    Die Position als “Taktikopfer” scheint dafür jetzt auf Thomas Müller übergegangen zu sein. Wenn die Big Five in der Offensive alle spielen sollen, ist es vor allem schwer für Müller die adäquate Position zu finden. In dem Zusammenhang fand ich die Elfmetergeschichte letzte Woche auch völlig überflüssig. Ob Robben jetzt Torschützenkönig wird oder nicht ist für den FC Bayern relativ unerheblich. Auch Robben ist momentan so gut drauf, dass er gar keine positive Verstärkung mehr braucht. Bei Müller sieht das etwas anders aus. Dem hätte das Tor eher gut getan.

    Was mich bei dem Spiel gestern wieder gestört hat. Mal wieder ein Standardgegentor. Die Kölner haben, glaube ich, 4 Standards gebraucht um das Tor und die Chance von Risse herauszuspielen.

    1. Josef

      Guter Kommentar, dem ich 100% zustimme. Auf den Robben-Müller-Elfmeter will ich noch etwas näher eingehen. Ich fand die “Schenkung” des Elfmeters nämlich auch alles andere als glücklich. Einerseits ist es einfach viel zu früh in der Saison für solche Geschenke. Vor allem aber war es ja nicht wirklich eine uneigennützige Entscheidung von Müller, sondern de facto ein (sanfter) Befehl von Schweinsteiger. Es scheint im Moment in der Mannschaft und drum herum zu stimmen bzw. alles unter Kontrolle zu sein, so dass dieses Thema medial nicht ausgeschlachtet wurde. Aber ungefährlich ist das nicht.

  8. DasDing

    Erstaunlich, wie vielfältig einsetzbar Rafinha ist. Für das leichte Mittelfeldproblem der letzten Wochen scheint man langsam Lösungen zu finden: Götze wird etwas nach hinten gezogen und fungiert als Verbidnungsspieler, Alaba schiebt aus der Abwehr nach vorne, Rafinha positioniert sich (wenn nötig) als tiefer 6er, um das Spiel aufzubauen. Mit diesen Dreien und dann noch jeweils einem aus dem Duo Schweinsteiger/Alonso hat man eine viel bessere Verbindung Abwehr/Angriff und viel mehr Möglichkeiten auf engem Raum als mit Schweinsteiger und Alonso gemeinsam, und nur noch Alaba zusätzlich. Das sollte ein Schritt in die richtige Richtung sein, vielleicht kann man die Zeit bis zur Rückkehr Lahms so ja vernünftig überbrücken.

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