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FanRun mit Fragezeichen

Der FC Bayern möchte sich mit einer weiteren Aktion für Flüchtlinge engagieren und »ein starkes Zeichen für die Willkommenskultur in München« setzen. So steht es auf der Homepage des »FC Bayern FanRun«, die gestern bekannt wurde. Grundsätzlich ist das Engagements des Vereins für Flüchtlinge wie viele weitere Aktionen des Vereins in den vergangenen Wochen sehr lobenswert. Doch mit wem wird beim FanRun eigentlich was getan? Einige Fragen bleiben offen.

Unabhängig von der Frage, ob der Verein erneut mit dem Springer Konzern gemeinsame Sache machen sollte (obwohl ausreichend Gründe dagegen sprechen) bleibt die Organisationsstruktur hinter der Veranstaltung ein wenig undurchsichtig. Es hat den Anschein als sei hier schnell etwas zusammengestückelt worden. Doch der Reihe nach.

»Für den guten Zweck«

Zum Event: Am 10. Oktober möchte der FanRun »20.000 fußballbegeisterte Fans in Bayern-Farben ihr Stadion auf ganz neue Art kennen lernen« lassen. Ein 5km-Lauf auf den Vorplätzen der Allianz Arena soll unter dem Motto »Mitlaufen und Mithelfen« ein Zeichen setzen. In »friedlicher Sportlichkeit für den guten Zweck« heißt es auf der Veranstaltungsseite zum Engagement des FC Bayern München. Des Weiteren ist der »BILD hilft e.V.«, die Allianz Arena und als Organisator die »FanRun GmbH« aufgelistet.

In einer offiziellen Mitteilung formuliert der Verein wie folgt:

Jeder Läufer setzt ein Zeichen der Menschlichkeit. Denn mit der Startgebühr (29,99 Euro) unterstützt jeder Teilnehmer die Aktion #refugeeswelcome – WIR HELFEN der Bild-Zeitung sowie Ein Herz für Kinder.
FCBayern.de am 16.09.2015

Karl-Heinz Rummenigge ergänzt:

[…] der Fußball, die Bundesliga, hat hier die Verpflichtung, sich in verantwortungsvoller Weise zu präsentieren. Mit dem FC-Bayern-FanRun besteht für uns, für alle Fans die Möglichkeit, dieser Verantwortung mit einer schönen sportlichen Geste gerecht zu werden.
Karl-Heinz Rummenigge, FCBayern.de am 16.09.2015

Wer steckt hinter “FanRun”?

Dabei ist gut gemeint leider nicht immer gut gemacht. Während der FC Bayern noch angibt, dass mit der Startgebühr die Organisationen »refugeeswelcome – WIR HELFEN der Bild-Zeitung« und »Ein Herz für Kinder« unterstützt werden – in welcher Höhe bleibt offen – ist auf Veranstalterseite keinerlei Hinweis auf eine Spendenaktion zu finden. [5] Dort wird nur auf die Partnerschaft mit der »Ein Herz für Kinder« Stiftung hingewiesen. Die genaue Verwendung der Teilnahmegebühr (sowie einer Vorverkaufsgebühr von 1,07€) wird bisher nicht ausgewiesen.

Ähnlich undurchsichtig sind die Gesellschaftsstruktur und Unternehmensbeteiligungen am »FanRun«. Die FanRun GmbH, vertreten durch die Geschäftsführer Ralf Nagel und Michael Proch, ist noch nicht ins Handelsregister eingetragen. Steht dieser noch aus, müsste der Zusatz »in Gründung« mittels »i. G.« beigefügt werden. Dies mag zwar nur eine juristische Spitzfindigkeit sein, allerdings ist so eine Ungenauigkeit nicht gerade vertrauenserweckend. [2], [6] Gerade dann, wenn es eigentlich um Spendengelder geht, die im Idealfall zu 100% dem zugedachten Zweck zukommen sollten. Herr Nagel, der laut Impressumsangabe gleichzeitig als Gesellschafter für den Anmeldeservice »trackmyrace.com« aktiv ist, steht auch hinter »mandigo« bzw. der mandigo GmbH, die Zahlungsempfänger der Gebühr ist. Bereits im April 2015 meldete die »Mandigo Bay GmbH« (HRB 204554) mit Alleingesellschafter Ralf Nagel die Marke »FanRun« im Markenregister an.

Am gleichen Firmensitz in München ist außerdem die »bibchip GmbH« aktiv und stellt Zeitmessungsgeräte bei Läufen zur Verfügung. Eingangs erwähnter Michael Proch ist laut seinem XING-Profil Geschäftsführer der »trackmyrace media GmbH«. Mehrere Internetauftritte, ein Firmensitz und sich überschneidende Gesellschafterstruktur. Zumindest die laut Bundesanzeiger bestehenden hohen Verbindlichkeiten (Jahresabschluss zum 31.12.2014) von »mandigo« werfen Fragezeichen auf. All das muss nicht problematisch sein, aber so richtig transparent ist es eben auch nicht.

Das Werbegeschenk

Um die Läufer, unabhängig vom Anreiz etwas Gutes für Flüchtlinge zu tun, fleißig zu motivieren erhält jeder Läufer zur Anmeldung für den Lauf einen Gutschein für ein BILDplus Digitalpaket. Also dem digitalen Abo der BILD Zeitung. Nach einiger Verwirrung, ob es sich hierbei um ein Zwangsabo handelt, was im schlimmsten Falle fristgerecht gekündigt oder widerrufen werden müsste, besserte der Veranstalter inzwischen zur Gutschein-Option mit Selbstbestimmung nach. Der Wortlaut auf der Anmeldeseite wurde nun von »in der Anmeldegebühr enthalten« auf »als Gutschein in der Anmeldegebühr enthalten« geändert. Ein Zwangs-Abonnement, wonach es zuerst aussah, scheint somit nicht vorzuliegen. Ein Widerspruch bzw. eine Kündigung kann aber noch immer beim Einlösen des Gutscheines nötig sein, je nach dem wie die Vertragsgestaltung und Bedingungen von BILD sind.

Zum Schluss lohnt der Blick auf die Teilnahmebedingungen: [7]

Der/die TeilnehmerIn willigt darüber hinaus ein, dass die gespeicherten personenbezogenen Daten an einen kommerziellen Dritten zu Zwecken der Zeitnehmung weitergegeben werden. Weiter willigt der/die TeilnehmerIn ein, dass die gespeicherten personenbezogenen Daten durch den Veranstalter (FanRun GmbH) an den FC Bayern sowie Axel Springer SE zur kommerziellen Zwecken weitergegeben werden können.
FanRun Teilnahmebedingungen, abgerufen am 16.09.2015

Was bleibt, ist eine undurchsichtige Unternehmensstruktur (soweit überhaupt eingetragen), Gesellschafter, die in mehreren an der Veranstaltungsorganisation beteiligten einzelnen Unternehmen aktiv sind. Außerdem eine nicht klar definierte Verwendung der Teilnahmegebühr bzw. keine Erwähnung des Zweckes auf der offiziellen Webseite des »FanRuns«. Darüber hinaus darf die Frage erlaubt sein, weshalb bei einem Charity-Lauf überhaupt eine Zeitmessung erfolgen muss bzw. Geld dafür aufgewendet wird.

Die große Frage bleibt warum der FC Bayern sein, wie gesagt sehr lobenswertes, Engagement für Flüchtlinge nicht auf etablierte Hilfsorganisationen oder lokale Initiativen konzentriert. Auch die Idee eines Spendenlaufs wäre sicherlich mit einem etablierten Dienstleister oder in Eigenregie zu organisieren gewesen – ohne BildPlus-Abos und die kommerzielle Weitergabe von personenbezogenen Daten an die Axel Springer SE [7].

Wir haben am Mittwochnachmittag sowohl der FanRun GmbH als auch der Pressestelle des FC Bayern München Fragen zur Veranstaltung und der im Artikel erwähnten offenen Fragen zukommen lassen. Ein telefonischer Kontakt zu FanRun war nicht möglich – unter der angegebenen Rufnummer konnte keine Verbindung aufgebaut werden. Sobald wir eine Rückmeldung erhalten, werden wir den Artikel aktualisieren.

Wer Flüchtlingsinitiativen unterstützen will …

.. kann sich auf mehreren Internetseiten informieren und in München direkt Hand anlegen. Hierfür lohnt der Blick auf die Seite Flüchtlingshilfe-München.de, die ebenfalls schnell und direkt via Twitter informiert. Das Sozialreferat der Stadt München aggregiert aktuelle Statusinformationen und die Johanniter informieren über neue Erstaufnahmeeinrichtungen.

#RefugeesWelcome

Updates

Um das Thema weiter verfolgen zu können, werden wir diesen Artikel mit Updates versehen, sobald sich neue Erkenntnisse ergeben.

  • [1] Frank sammelt alle Informationen inklusive Screenshots zu Ursprungsversionen und Änderungen auf der FanRun-Webseite in einem Storify.
  • [2] Das Münchner Registergericht antworte auf Franks Anfrage zur Eintragung der »FanRun GmbH« mit einem Fax. Dem Gericht liegt ein Vorgang vor, der zur für die GmbH notwendigen Eintragung ins Handelsregister führen soll.
  • [5] Benjamin Knaack hat mit Ralf Nagel gesprochen (Spiegel Online) und Details zur Verwendung der Einnahmen und Spenden veröffentlicht: »Nach Abzug der Eventkosten werden die Einnahmen aus Spenden und Startgeldern vollständig an Flüchtlingsprojekte gegeben«. Das Fazit von Spiegel Online lautet ebenfalls: »Ziemlich viel Intransparenz für einen guten Zweck«.
  • [6] Die FanRun GmbH ist nun im Handelsregister (HRB 220865) eingetragen und bekannt gemacht. Der Zusatz “i.G.” ist fortan nicht mehr notwendig.
  • [7] Wie Sebastian beobachtet hat, wurden die Teilnahmebedingungen angepasst und der Zusatz »sowie Axel Springer SE zur kommerziellen Zwecken weitergegeben« zu einer allgemeinen Formulierung geändert.

Letztes Update: 19.09.2015, 15.00 Uhr

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Leserkommentare
  1. Joelinhomuc

    Offensichtlich hatten hier ein paar sehr schlaue Leute mit guten Verbindungen zum FC Bayern eine tolle Geschäftsidee. Mit Leuten die laufen wollen Geld verdienen. An der steigenden Zahl der Teilnehmer bei immer mehr Läufen in der ganzen Republik lässt sich erahnen, dass hier eine kleine Goldgrube ist. Aber man braucht eine Nische. Eine große! Warum also nicht Fussballfans, Läufer und Fussballvereine zusammenbringen und sich eine goldene Nase dabei verdienen? Gesagt getan. GmbH gegründet, FC Bayern als erstes Zugpferd gewonnen, damit kann man dann andere Vereine dazu bringen auch so etwas zu veranstalten. Das kann man sogar Europaweit ausweiten. Gar Weltweit! Eigentlich nix verwerfliches. Ich ärgere mich fast, dass ich die Idee nicht selber hatte!
    Und siehe da, es bietet sich plötzlich eine Gelegenheit die Sache noch größer aufzuziehen. Noch bekannter zu machen. Ein richtiges Launch-Trampolin! Ein Charity Event um Flüchtlingen zu helfen! Liegt gerade im Trend. Und es gibt da einen Medienpartner, der auf diesem Thema reitet und versucht sich an die Spitze von #refugeeswelcome zu setzen. Laßt uns doch was gemeinsam machen! Win-win für alle!
    Daß gut gemeint aber nicht gleich gut gemacht ist, das zeigt sich leider in den Details. Die habt ihr ja schon leidlich aufgelistet. Wenn der FC Bayern diesen Lauf-Event mit dem FC Bayern Hilfe e.V. organisiert hätte, ich hätte applaudiert. So aber bleibt nicht nur ein Geschmäckle, nein ich schäme mich sogar etwas für meinen Verein. Schade.

  2. Jo

    Schön, dass ihr euch mit dem Thema beschäftigt und recherchiert habt.

    Aber man sollte vielleicht auch nicht gleich das Kind mitsamt dem Bad ausschütten. In einer solchen Situation benötigt es Engagement, Ideen und simpel Geld. Da sollte vom Grundsatz her erst einmal alles in die Richtung wohlwollend aufgenommen werden. Wenn sich dann herausstellt, dass Leute auch kommerziell oder marketingtechnisch davon profitieren? Ok, aber was ist denn die Alternative? Man kann ja nicht im Ernst alles über die Schiene ehrenamtliche Tätigkeit abwickeln wollen.

    Und zumindest in puncto Organisation ist es auch nicht verkehrt sich mit Springer gemein zu machen. Das gewährleistet auf jeden Fall professionelle Abwicklung und PR.
    Und wie heißt es so schön: Wenn du sie nicht besiegen kannst, verbünde dich mit ihnen.
    Klar wird dort trotzdem morgen oder übermorgen der nächste Hetzartikel erscheinen. Aber das würde er natürlich genauso ohne dieses Event. Warum also nicht für einmal die Möglichkeiten nutzen.

    In Bezug auf die Teilnahmebedingungen scheint alles auch noch etwas im Fluss zu sein. Zumindest sieht das gerade auf der Website etwas anders aus als im Artikel beschrieben.

    Ich weiß z.B. nicht ob das neu ist oder übersehen wurde. Bei der Verwendung der Daten für Werbezwecke sollte man auch erwähnen, dass es natürlich ein Widerspruchsrecht gibt. Das ist zwar (bewusst?) etwas unklar formuliert, aber immerhin.

    Mein Fazit: Ich würde der Sache mal die Chance geben sich zu entwickeln. Vielleicht sind wir mit dem Ergebnis dann doch zufrieden.

    1. Done

      “Und wie heißt es so schön: Wenn du sie nicht besiegen kannst, verbünde dich mit ihnen.”

      An einen solchen Gedanken kann und will ich mich nicht gewöhnen.

      1. Jo

        Kann ich gut verstehen.

        Aber manchmal sollte man sich auch über seine persönlichen Befindlichkeiten hinwegsetzen können. Und wenn es nur im Interesse von Menschen ist, die sich solche Befindlichkeiten gar nicht leisten können.

    2. Done

      P.S. es erregt bei mir immer noch Brechreiz daran zu denken wie unser doch ansonsten recht clever wirkende Kapitän für die Bildzeitung Werbung machte.

      1. JO

        “Aber manchmal sollte man sich auch über seine persönlichen Befindlichkeiten hinwegsetzen können. Und wenn es nur im Interesse von Menschen ist, die sich solche Befindlichkeiten gar nicht leisten können.”
        Das sind doch keine Befindlichkeiten! Die Bild ist ***. Wer sich mit der BILD gemein macht, der nimmt bewusst auch deren Haltungen an, diese sind ja kein Geheimnis.
        Es geht hier nicht um ein lustiges Boulevardblättchen.

        17.09.15, 21.07 Uhr, Jan: Contenance bitte.

      2. Jo

        Ach, ein Doppelgänger?
        Wenn du dich schon auf meinen Beitrag beziehst solltest du dir vielleicht einen anderen Nick zulegen.
        Ist sonst etwas verwirrend.

    3. Abgesehen davon, dass mir

      Und wie heißt es so schön: Wenn du sie nicht besiegen kannst, verbünde dich mit ihnen.

      deutlich zu dumpf ist und im Falle der BILD völlig unangemessen, finde ich dass hier einiges zu sehr runter gespielt wird.

      Wir sprechen hier ja vorrangig über dieses Thema weil es um den FC Bayern geht. Ich behaupte mal, dass der FCB es bei seiner Reichweite und Medienstärke beim besten Willen nicht nötig hat für so eine Aktion mit der BILD ins Boot zu steigen. Die Reichweite in der eigenen Fanbase ist ohnehin größer als die der BILD und viele andere bekommt man für einen “Fanrun” ohnehin nicht begeistert. Es bleibt fraglich ob die BILD überhaupt viel dazu tut diesen Fanrun zu promoten.

      Eine Chance geben? Klar, aber hier wird auch keine Chance verwehrt sondern offensichtlich undeutliches deutlich angesprochen. Dass einige Dinge momentan “im Fluss” ist wohl nur so, weil jetzt einiges öffentlich wurde. Zum Beispiel steht die GmbH mittlerweile als GmbH i.G. im Impressum – seit ca. einer halben Stunde nachdem der Spiegel mal per Email nachgefragt hat. Ist ja nicht so, dass hier der Weltuntergang stattfinden würde, aber es stinkt halt alles ein wenig – entweder der Geruch verfliegt oder eben nicht.

      1. Jan

        Eine Chance geben? Klar, aber hier wird auch keine Chance verwehrt sondern offensichtlich undeutliches deutlich angesprochen. Dass einige Dinge momentan “im Fluss” ist wohl nur so, weil jetzt einiges öffentlich wurde.

        Das waren auch die Gedanken, wegen derer wir gestern Nachmittag Miasanrot-Intern angefangen haben zu diskutieren und etwas genauer auf das ganze Organisationskonstrukt zu schauen. Auch wenn ich die Zusammenarbeit mit der Bild in diesem Fall ablehne, muss der Verein hier zumindest das Vorgehen rechtfertigen. Hierbei sind, wie der Artikel und weitere Recherchen heute (u.a. von Frank und Benjamin) gezeigt haben, durchaus mehrere Fragen offen. Am Ende des Tages geht es um Spendengelder. Werden sie für Flüchtlingshilfe verwendet oder generiert man mit den Läufern ein »nettes« Bild und muss 29,99€ pro Läufer für die Organisation aufwenden?

    4. Jan

      Das man ein BILDplus-Abo bekommt hat einen faden Beigeschmack – Dass man auch noch eine Ticketgebühr zahlen muss erst Recht. Und warum muss für so einen Lauf eigentlich eine eigene GmbH gegründet werden? Wenn es schon eine Rechtsform sein muss, warum dann keine UG oder besser noch e.V.?

      Anstatt bei diesem Lauf teilzunehmen, sollten interessierte Spender lieber gleich 30€ an ein Asylheim spenden. Dann geht wenigstens nicht das meiste für irgendwelche Verwaltungakte drauf!

  3. Mic

    Moin! Gut und richtig, das “Miasanrot” sich diesen FanRun angeschaut hat. Es gehört auch dazu, solche Veranstaltungen unter die Lupe zu nehmen und auch mal kritisch zu beäugen. Insgesamt würde ich auch nach meiner Erfahrung mit Charity-Aktionen dieser Art sagen, das im Normalfall nicht übermäßig viel Geld bei der jeweiligen Einrichtung ankommt. Erstmal werden ja sicherlich auch hier die entstandenen Kosten abgezogen und ganz umsonst gibt’s das T-Shirt und das BildPlus-Abo eher auch nicht. Dann noch die Kosten für Verwaltung, Sicherheit und Müllentsorgung und so weiter und so fort…Allerdings würde ich nicht gleich “Unseriösität” unterstellen. Sollten der FCBayern und die BILD als Partner tatsächlich ein prüfendes Auge darauf richten, wäre man schlecht beraten zu versuchen die über den Tisch zu ziehen, oder? Die BILD macht dich dann schlicht fertig und du kannst dich nirgends mehr blicken lassen…Wer spenden will sollte das vielleicht an die bundesweit hinlänglich bekannten Einrichtung tun. Da gibt’s ‘ne Spendenquittung, die haben eine Spendenzertifizierung und der Betrag kann selbst ausgewählt werden und dann ab in den Park und eine fünf Kilometer Trainingsrunde drehen…;-)

  4. Axel

    St Pauli hat es richtig gemacht und diesem Verblödungsblatt eine Absage erteilt. Unser Verein aber lässt sich von denen vor den Karren spannen. Bei allem Einfluss, den der S.-Verlag Dank seiner Gossenprodukte offenbar ausüben kann und so oft Schreiberlinge von denen auch in TV-Runden vorgeben, sachlich über Fußball reden zu können, gemeinsame Sache muss man mit denen wirklich nicht machen. Ganz sicher nicht in München, wo für Flüchtlinge schon verdammt viel getan wird (sicher mehr als in der Heimatstadt des S.Verlags). Jan, großartig, dass Ihr darüber schreibt!

    Und wo es schon ums Politische geht: Ich habe gestern die Parteilisten der Parlamentswahlen in Katalonien in die Hand bekommen und tatsächlich: Auf Listenplatz 85 (dem letzten Listenplatz) der Gruppierung “JUNTS PEL SÍ” findet sich der Name Josep Guardiola i Sala.

  5. Michael

    Wieso da Zeitmessung verwendet wird ist klar… Da kann schön eine beliebige Geldmenge zu bibchip rübergeschoben werden.
    Und ich bezweifle dass man auf die Fragen sinnvolle Antworten kriegen wird solange nicht genügend öffentliche Aufmerksamkeit besteht. Sonst wird das wohl ausgesessen. Sind ja ganz normal bayrische Verhältnisse.

  6. Kex

    Ich würde es begrüßen, wenn unser FCB ein Zeichen setzt und dem Beispiel St. Pauli, Union, Bochum, Nürnberg, …..(und hoffentlich vielen anderen) folgt. Mit diesem verlogenen Schmuddelblatt sollte man nicht zusammenarbeiten. Echte Hilfe kann man selbst leisten.

    1. Michael

      Dass das niemals passieren wird ist dir schon klar oder? Der FC Bayern ist viel zu sehr verstrickt in der Industrie und Medien. Adidas etc.. die verlangen auch dass der FCB entsprechend in der Bild positiv vorkommt damit die Werbewirkung vergrössert wird. Und der FCB will dass seine Spieler relativ unkritische Interviews in der Bild geben kann. Und die Bild freut sich dass sie exklusiven Zugang bekommen. Das ist alles ein schmieriges Gefüge. Da steckt viel zu viel Geld drin als dass so eine Aktion das ändern könnte. Im Gegensatz zu den kleineren Clubs die davon halt nicht so abhängig sind.

    2. Dampfnudel

      @ KEX
      Sehe ich ganz genau so. Bin gespannt wie sich der Verein dazu äußert.

  7. Tom

    Unterstellt man mal den FCB nicht, dass es nur eine gemeinsame Werbeaktion mit der BILD ist und glaubt, dass das Ganze wirklich gut gemeint, so ist die Umsetzung doch unterste Amateurliga. Jedoch stinkt gerade die Tatsache der Weitergabe der Anmeldedaten an Springer zum Himmel. Ich verstehe nicht, dass die Bayern ihren Ruf so aufs Spiel setzen.

  8. […] 8. Auch das hatten wir gestern schon hier: Der “Fanrun” zu Gunsten der Flüchtlinge beim FC Bayern wird weiter heiß debattiert. Die Neuigkeiten seit gestern: Auch Domains zu einem Lauf zur Europameisterschaft 2016, beim BVB und bei S04 wurden schon reserviert, von wem ist nicht klar. Bislang fehlt auch eine Meldung des FC Bayern und eine ordentliche Rückmeldung der Veranstalter von Mandigo. Mal abwarten.Weiterhin die Empfehlung auf das Storify von Twitteruser @helmi und auf den geupdateten Blog von Miasanrot. […]

  9. Josef

    Vielen Dank für die Aufklärung zum Thema.

  10. Christian

    Vielen Dank für Eure unabhängige Sicht der Dinge! Unter den vielen #BILDnotwelcome-Geschichten der letzten Tage, finde ich diese mit weitem Abstand am empörendsten. Wenn noch irgend jemand Zweifel daran hatte, worum es Kai Diekmann bei seiner Aktion geht, dann wird es hier endgültig klar. Marketing für BILD und die eigene Aktion “Ein Herz für Kinder” auf dem Rücken von Flüchtlingen. Widerlich – und der FC Bayern, die Premium-Marke im deutschen Fußball, lässt sich auch noch einspannen.

  11. Autoservice

    Alles typisch Bayern München. Man schämt sich nicht…

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  13. […] “Miasanrot” veröffentlichte zu diesem Thema einen Eintrag: “FanRun mit Fragezeichen“. Der Twitteruser @Helmi hatte ebenfalls einige kritische Fragen – und sammelte […]

  14. […] dass dies offensichtlich nicht ohne eine Kooperation mit Partnern möglich ist, deren Intentionen (http://miasanrot.de/fanrun-fcbayern-fragezeichen/) aus unserer Sicht nicht in erster Linie auf eine Lösung der drängenden europäischen […]

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