Was der FC Bayern jetzt lösen muss

Die 0:2-Niederlage gegen Mönchengladbach hat ein paar Spuren beim FC Bayern hinterlassen. Weniger die Niederlage an sich, sondern die Art und Weise des Punktverlusts, der vergessen geglaubte Problemmuster offen legte, ist dabei der entscheidende Faktor. Mönchengladbach gewann verdient, beinahe mühelos gegen den Rekordmeister, der durch die im Spiel erlittene Verletzung von Arjen Robben vor einer zusätzlichen Herausforderung steht. Um es klar zu sagen: Es gibt keinen Grund nach der zweiten Bundesliga-Niederlage der Saison alles zu hinterfragen. Aber es gibt ein paar Indikatoren oder besser Baustellen, die den Verein und vor allem das Trainerteam in den kommenden entscheidenden Wochen beschäftigen werden. Vor allem weil mit den Duellen mit Dortmund und Leverkusen in der Liga, Porto in der Champions League und erneut Leverkusen im Pokal in den kommenden vier Wochen schwere Prüfungen warten.

5 Dinge, die der FC Bayern jetzt lösen muss:

1. Offensive Durchschlagskraft ohne Arjen Robben

Arjen Robben ist wahrscheinlich der beste Offensivspieler der Bundesliga in den vergangenen fünf Jahren. International belegt er in diesem Zeitraum sicherlich einen Platz in den Top-5. Allein deshalb ist der 31-Jährige extrem schwer zu ersetzen. 17 Tore und 7 Assists stehen für Robben in der Liga zu Buche. In der Champions League sind es zwar aktuell nur zwei Treffer, doch der Einfluss von Robben auf das Offensivspiel der Bayern ist hier ähnlich groß. Laut Whoscored.com hat Robben pro Spiel die meisten Torschüsse aller Bundesligaspieler (4,2), die fünftmeisten key-passes (2,4) sowie die zweitmeisten erfolgreichen Dribblings (4,5). Innerhalb des FC Bayern führt er mit Ausnahme der Assists alle offensiven Statistiken an. Teilweise mit Abstand. In 19 Partien in denen Robben in der Bundesliga über 45 Minuten auf dem Platz stand holte der FC Bayern im Schnitt 2,7 Punkte schoss 3,1 Tore pro Spiel. In den sieben Spielen in denen er nicht oder nur kurz auf dem Platz stand gelangen nur 1,7 Punkte und 1,5 Tore pro Partie. Ohne ihn gab es Unentschieden auf Schalke, in Hamburg und bei Borussia Mönchengladbach. Dazu nach seiner frühen Auswechslung die Niederlage am Sonntag. Die Zahlen könnten nicht deutlicher nicht sein.

Die Abhängigkeit von Robben (und Ribéry) ist seit Jahren beim FC Bayern ein geflügelter Begriff, der jedoch nicht überbewertet werden sollte. Natürlich ist eine Mannschaft immer von einem ihrer besten Spieler abhängig. Natürlich verändert sich das Spiel, wenn dieser Spieler fehlt. Durch Robbens längerfristigen Ausfall auf Grund der Bauchmuskelverletzung hat Guardiola aber die Chance, einen Plan ohne ihn zu entwickeln. Diese Chance gibt es bei kurzfristigen Ausfällen oder innerhalb eines Spiels meist nicht. Zumal nach dem Abgang von Shaqiri auch kein spielertypisches Äquivalent im Kader vorhanden ist.

Gut möglich, dass Bayerns Offensivspiel in den kommenden Wochen wieder etwas zentrumslastiger wird. Vor allem dann, wenn Thiago als zusätzlicher 8er zurück kommen und mit Götze, Müller und Lewandowski mehr Kombinationsoptionen entwickeln könnte. Die rechte Seite könnte dann zum Beispiel allein von Rafinha oder Lahm bearbeitet werden. Auch Müller hat in der Vergangenheit bewiesen, dass er in einer frei interpretierten Rolle auf dem rechten Flügel sehr effektiv sein kann – wenn auch in einer ganz anderen Ausrichtung als im dribblingintensiven Spiel von Robben. Wichtig wird in diesem Zusammenhang auch die Fitness von Franck Ribéry. Fallen beide Flügel aus, fehlt Bayern ein komplettes Element im Offensivspiel. Robben und Ribéry sind ein wandelndes Double-Team und binden mit fast jeder Ballberührung zwei oder drei Spieler auf dem Flügel. Ohne beide bliebe ansonsten allein Alaba und mit Abstrichen Bernat für Tempodribblings auf dem Flügel.

In der Triple-Saison 2012/2013 ist Toni Kroos in einer ähnlichen Saisonphase für den Rest der Saison verletzt ausgefallen. Heynckes musste damals Lösungen finden, wie er seine Qualitäten in drei Wettbewerben ersetzt. Guardiola steht jetzt mit Robbens Ausfall vor einer ähnlichen wenn auch ungleich schwereren Aufgabe. Denn eins zu eins sind Robbens Qualitäten auf dem rechten Flügel in diesem Kader nicht zu ersetzen. Guardiola muss Bayerns Offensivspiel gerade gegen tiefstehende Gegner anpassen, um in den anstehenden Duellen Durchschlagskraft zu entwickeln.

2. Integration der Rekonvaleszenten

Guardiola bleibt wenig Zeit, um die Rückkehrer Lahm und Thiago in die Mannschaft zu integrieren. Hinzu kommen mit Ribéry und Benatia zwei Spieler, die seit Wochen mit kleineren Verletzungen zu kämpfen haben. Nach einer wie immer komplizierten Aufgabe in Dortmund steht vielleicht die sportlich schwerste Prüfung der kommenden drei Wochen an: das Pokalspiel bei Bayer Leverkusen. Danach geht es mit Frankfurt, Porto, Hoffenheim und erneut Porto weiter Schlag auf Schlag. Positiv ist, dass Lahm und Thiago die komplette Länderspielpause nutzen können, um zumindest im Training weiter Rhythmus aufzunehmen. Lahms Form ist nach seinen beiden Kurzeinsätzen in der Bundesliga kaum zu bewerten. Anders als zum Beispiel bei Schweinsteiger gibt es auch kaum Erfahrungswerte, wie schnell er nach längerer Pause wieder spielfit wird. Thiago ist seit einem Jahr ohne Pflichtspieleinsatz und braucht wahrscheinlich drei, vier Spiele.

Guardiola muss sehr genau überlegen, wann der richtige Zeitpunkt ist, beide zu integrieren. Nach den Eindrücken der letzten Wochen zeichnet sich ab, dass Lahms Startelf-Comeback kurz bevor stehen und er schon gegen Dortmund gemeinsam mit Alaba sowie Alonso oder Schweinsteiger das zentrale Mittelfeld bilden könnte. Spannend wäre auch eine Variante bei der Lahm einen hineinkippenden Rechtsverteidiger gibt wie im Vorjahr zum Beispiel gegen Manchester United, als er im Prinzip zwei Positionen in einer bekleidete und je nach Situation über seine Positionierung auf dem Feld entschied. Die kommenden knapp zehn Trainingstage bis zum Auftakt der heißen Phase gegen Dortmund werden intensiv.

3. Entscheidung für ein Innenverteidigerpärchen

Guardiola sollte sich zumindest für die K.o.-Spiele gegen Leverkusen und Porto auf ein Innenverteidigerpärchen festlegen. Stärker als auf vielen anderen Positionen ist die Abstimmung zwischen diesen beiden Spielern im Verbund mit Torwart Neuer absolut kritisch für den Erfolg. Da zuletzt auch immer mal wieder über die Konterabsicherung und ein zu weites Herausrücken der Innen- und Außenverteidiger diskutiert wurde, sollte hier Mahnung genug sein.

Boateng scheint aktuell einen Vorsprung vor Dante, Benatia und Badstuber zu haben und ist wohl gesetzt. Es gibt sehr viele gute Argumente für Benatia als Partner des Nationalverteidigers in den anstehenden K.o.-Spielen. Benatia und Boateng bilden ein geradezu furchterregend zweikampfstarkes Duo, das Kopfballstärke und Schnelligkeit auf sich vereint. Benatia stand in 18 Pflichtspieleinsätzen in dieser Saison gerade einmal bei zwei Gegentreffern aus dem Spiel heraus auf dem Feld. Einzig die 2:3-Niederlage gegen Manchester City, die Benatia durch eine Rote Karte in der 21. Minute selbst mit einleitete fällt aus einem ansonsten sehr guten Gesamtbild heraus. Benatia führt den FC Bayern laut Whoscored.com bei den abgefangenen Bällen (1,8 pro Spiel in der Bundesliga/2,6 pro Spiel in der Champions League) an. Bei den effektiven Klärungen (2,8/2,6) liegt er jeweils auf Platz 2. Auffällig ist, dass er im Vergleich zu allen anderen Verteidigerkollegen am häufigsten zu Fouls greift. Neben der Passquote vielleicht ein Argument, dass gegen Benatia spricht. Badstuber belegt hier mit knapp 93 Prozent erfolgreichen in der Bundesliga und in der Champions League einen absoluten Spitzenplatz.

Badstuber ist so etwas wie die Feel-good-Story dieser Bayern-Saison. Trotz seines zwischenzeitlichen verletzungsbedingten Rückschlags hat er sich einen festen Platz in der Rotation erspielt und ist zurecht auch in die Nationalelf zurückgekehrt. Kleine Fragezeichen bei der Wendigkeit und Spritzigkeit bleiben noch, aber Badstuber hat als Linksfuß einen weiteren Vorteil auf seiner Seite. Dante bleibt zur Zeit wohl nur die Rolle als Backup.

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Guardiola kann hier zwischen mehreren guten Varianten wählen. Selbst wenn er auf eine Dreierkette setzen sollte, spricht wie in der Vergangenheit viel dafür, dass darin nur zwei echte Innenverteidiger ihren Platz finden. Der Coach sollte dem Duo seiner Wahl in den kommenden Wochen die Möglichkeit geben, gemeinsam Rhythmus aufzunehmen.

4. Mehr Variabilität

Wir hatten es schon in der Analyse zur Partie gegen Mönchengladbach angedeutet. Dem FC Bayern ist die in der Hinrunde so hoch gelobte Variabilität ein wenig abhanden gekommen. Zwar verschiebt Guardiola immer noch einzelne Puzzlestücke hin und her. Erfolgreiche Ad-hoc-Systemwechsel wie in der Hinrunde gegen Wolfsburg, Dortmund und Manchchester City gab es zuletzt aber so gut wie nie. Vor allem die Dreierkette, die in der Hinrunde mehrfach im Verlauf einer Partie zum Einsatz kam und damit die Abstände auf dem Feld völlig veränderte, fehlt aktuell im Repertoire des Rekordmeisters. Im Prinzip eignet sich eine Formation mit Dreierkette sowohl gegen einen tiefstehenden Gegner (intuitivere Konterabsicherung, zusätzlicher Spieler in Mittelfeld oder Angriff) als auch gegen eine starke Pressing-Mannschaft (Auseinanderziehen der Pressinglinie, vorstoßender zentraler Innenverteidiger, kein umständliches Abkippen des 6ers). Guardiola, der ursprünglich mal mit Martínez als zentralem Verteidiger einer Dreierkette geplant hatte, scheute zuletzt die Dreierkette. Wohl vor allem deshalb weil Alaba, der in der Hinrunden einen genialen linken Halbverteidiger gegeben hatte, im Mittelfeld gebraucht wurde. Durch die Rückkehr von Lahm und demnächst auch Thiago gäbe es hier wieder Anknüpfungspunkte. Eine Dreierkette mit drei Innenverteidigern ist grundsätzlich denkbar, wenn auch bisher kaum erprobt.

Auch in anderen Bereichen sollten die Münchner ihren Esprit und ihren Mut zur Überraschung wieder ein wenig stärker herauskehren. Zuletzt war hier ein Einrücken der beiden Flügelspieler auf eine verkappte Halbposition im Mittelfeld das höchste der Gefühle. Auch wenn das Bremen-Spiel auf Grund der riskanten Spielweise der Werderaner nur bedingt als Paradebeispiel gelten kann, hat es gezeigt wie sehr Götze, Müller und Lewandowski von freieren, positionsungebundenen Rollen profitieren können. Auch gegen tiefstehende Gegner muss in den kommenden Wochen ohne Arjen Robben stärker auf dem Feld rotiert und die gegnerische Hintermannschaft damit in Bewegung gebracht werden. Das gilt auch für durch Guardiola angesagte Positions- und Formationswechsel während eines Spiels. Personell wird es nämlich auch in den kommenden Wochen wenig Möglichkeiten geben, von der Bank heraus offensive Akzente zu setzen. Vieles muss aus dem Spiel selbst heraus entstehen.

5. Spannung und Entspannung

Die sportliche Führung des Vereins wird in den kommenden Wochen die richtige Mischung zwischen Spannung und Entspannung finden müssen. Es gilt in den emotionalen K.o.-Spielen genauso zu bestehen wie im Tagesgeschäft Bundesliga, wo alles für die dritte Meisterschaft in Folge spricht. Aber die Punkte gegen Teams wie Frankfurt, Hoffenheim oder Hertha BSC müssen dann auch konsequent und seriös eingefahren werden. Mit der Niederlage gegen Mönchengladbach hat die Mannschaft einen Matchball vergeben. Der ein oder andere wird darüber mit Blick auf das Vorjahr und dem Spannungsabfall nach gewonnener Meisterschaft Ende März noch nicht einmal unglücklich sein.

Der Vorsprung auf den VfL Wolfsburg beträgt immer noch komfortable zehn Punkte. Die Wölfe haben mit dem HSV und Stuttgart allerdings zwei dankbare Aufgaben vor der Brust. Niemand weiß besser als der FC Bayern welche Dynamik bestimmte Konstellationen entfalten können. Ist der Vorsprung erst einmal auf 6-7 Punkte geschmolzen kann vier, fünf Spieltage vor Schluss auch emotional immer noch einiges passieren. Das sollte durch klare Ergebnisse verhindert werden. Es wird spannend zu sehen sein, wie Guardiola die unterschiedlichen Anforderungen im Kader an Spielrhythmus, Spannung und Entspannung zusammenbringt. Auch die ein oder andere gut dosierte Rotation kann hier in den kommenden Wochen eine Antwort sein.

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Leserkommentare
  1. Jo

    Schöne Zusammenstellung.

    Etwas möchte ich doch korrigieren. Die Gladbacher sind keineswegs mühelos zu ihrem Erfolg gekommen. Da tut man ihnen geradezu unrecht.

    Als ich mir das Spiel noch mal in Ruhe angeschaut habe, war ich regelrecht begeistert über die taktische Disziplin, die Zweikampfstärke und die abartige Laufarbeit. So eine perfekte Defensivarbeit hatten wir lange nicht mehr gegen uns. Die haben uns nichts, aber auch wirklich gar nichts angeboten. Da kam auch Wolfsburg nicht mit.

    Btw. haben wir Kramer auf dem Zettel? Sollten wir.

    Ansonsten kann man vieles über die fünf Punkte hinweg mit den drei Namen Ribery, Lahm und Thiago (vielleicht auch noch Robben) zusammenfassen. Wann, wie und in welcher Form uns die drei zur Verfügung stehen wird vsl. entscheidend.

    Die Forderung aus Punkt vier ist ja zu einem Gutteil durch diverse Verletzungen und Sperren verhindert worden. Wäre tatsächlich schön, wenn Benatia jetzt auch mal durchziehen könnte. Ich sehe ihn und Boateng auch als ein schwer zu überwindendes Bollwerk an.

    1. Steffen

      Ich habe mir schon beim schreiben gedacht, dass es beim Begriff “mühelos” Kritik gibt :) Natürlich war die Grundlage für die Leistung eine enorme takatische Disziplin gepaart mit starken individuellen Leistungen, aber was ich mit mühelos meine ist, dass Gladbach einen Plan hatte und diesen dann ohne große Herausforderungen umsetzen konnte. Bayern spielte monoton und ließ es zu, dass es sich Gladbach mit Plan A “gemütlich machte”. Das meinte ich mit mühelos. Vielleicht wirklich etwas unscharf formuliert von mir.

  2. DS

    Solange Robben zu einem möglichen CL Halbfinale wieder fit ist, könnte die Verletzung sogar positive Folgen haben. Wie im Artikel beschrieben, kehrt mit Thiago ein äußerst kombinationsstarker Spieler zurück. Durch diese beiden Fügungen ist Guardiola gezwungen sein Spiel kombinationslastiger auszulegen.
    Mit Porto hat man dann auch einen Gegner der eher den offenen Schlagabtausch sucht und nicht hinten zustellt, was mit Kombinationsfokus sehr gut zu bespielen sein dürfte.
    Im CL Halbfinale dürfte Robben jedoch kaum zu ersetzen sein, denn hier ist von jedem potentiellen Gegner (mit Ausnahme von Barcelona) ein tiefes Verteidigen zu erwarten.

    1. Hans

      Die Frage wird nur sein, ob Porto gegen uns so spielt. wie sie immer spielen, oder auch defensiver agieren werden. Wie hat es Jose Mourinho vor einer Weile gesagt: Wenn man die Bayern spielen *lässt*, hat man keine Chance.

      1. Jo

        Ist das die Frage? Ich befürchte nicht. Warum sollte Lopetegui uns den Gefallen tun sich abschießen zu lassen.
        Notfalls wird er auch ein 0:0 zuhause in Kauf nehmen. Dann hat er immer noch alle Chancen im Rückspiel und die Uhr läuft dann psychologisch gegen uns.

      2. Oliver

        Ganz einfach, weil er es nicht anders kann.

        Du kannst eine Mannschaft die es gewohnt ist Fussball zu spielen nicht von heute auf morgen zu einem Abwehrbollwerk ala Gladbach umformen, das wird kaum funktionieren.

        Natürlich werden sie vorsichtiger spielen und versuchen sicher zu stehen und den Bayern nicht ins offene Messer laufen aber sie werden niemals so verteidigen wie es Gladbach gemacht hat und nicht ihre eigenen Stärken aufgeben denn dann wäre es nur eine Frage der Zeit wann und wie sie verlieren.

        Und ganz nebenbei, Bayern spielt nicht immer so schlecht wie am Sonntag und Neuer macht solche Fehler eben nur gegen Gladbach. Ob Thiago dann allerdings schon wieder so weit ist das er entsprechende Impulse geben kann sollte man abwarten, hier wird man sicherlich keine Risiko eingehen.

      3. Oliver

        PS: Es gibt nicht viele Gegner die mit dieser extrem defensiven Taktik bisher Erfolg hatten und es über 90 Minuten durchgehalten haben. Auch ein Marcel Reif war nach 20 Minuten sehr skeptisch über das was er von Gladbach gesehen hat.

        Es ist nicht lange her da haben alle davon geschrieben das du gegen Bayern nur eine Chance hast wenn du mutig spielst und sie früh anläufst und erst gar nicht ins Spiel kommen lässt und man hat die Gegner regelrecht dazu aufgefordert sich nicht direkt zu ergeben und sich nur hinten rein zu stellen weil es dann nur eine Frage der Zeit ist…..

        Es ist am Sonntag viel zusammen gekommen was gut für Gladbach und schlecht für Bayern war. Das Gladbach dann natürlich mit zunehmender Spielzeit sicherer wurde und Bayern eher hilflos wirkten ist dann eben so wenn an einem Tag gar nichts gelingt.

        Und Ribery ist ja so weit dann wohl wieder fit…..

      4. chicago_bastard

        “Du kannst eine Mannschaft die es gewohnt ist Fussball zu spielen nicht von heute auf morgen zu einem Abwehrbollwerk ala Gladbach umformen, das wird kaum funktionieren.”

        Sorry aber das haben wir doch alle auch letztes Jahr vor den Duellen mit Real gedacht und was war? Die haben sehr wohl 180 Minuten lang diszipliniert und kompakt verteidigt und sich entgegen ihrer sonstigen Spielweise weit zurückgezogen. Nichts anderes erwarte ich von Porto. So dämlich, gegen die Bayern offensiv zu spielen wird Lopetegui wohl nicht sein.

  3. DasDing

    Sehr starker Artikel, der einen guten Überblick über die Lage unmittelbar vor der entscheidenden Saisonphase und die anstehenden Herausforderungen gibt!

    Meine persönliche Haltung in Bezug auf die Mannschaft und ihre enormen Erfolgschancen ist momentan etwas zweigeteilt. Einerseits sind die enormen Qualitäten, über die das Team verfügt, ja hinreichend bekannt. Andererseits lassen sich aber auch einige spezifische Schwächen finden – teils wurden sie im Artikel ja ausführlich angesprochen: Momentan fehlende Variabilität, starke Abhängigkeit von Robben, ich würde noch das Gegenpressing hinzunehmen, welches mir in den letzten Wochen ein paar mal zu harmlos war. Gegen Mannschaften mit ganz bestimmten Fähigkeiten (hohe Kompaktheit und rigide taktische Disziplin in der Defensive bei tiefer Stellung plus die Fähigkeit zu schnellen Kontern, vor allem über die Flügel) akkumulieren sich diese Schwachpunkte, sodass es dann nichtmal gegen Gegner auf insgesamt gutem Euroleague-Niveau (wie zuletzt etwa Gladbach) reicht.

    Wie kommt es nun zu den durchaus signifikanten Problemen gegen kompakte, tiefe Defensivreihen, und zu der Anfälligkeit bei Kontern? Natürlich ist es für fast jede Mannschaft schwer, gegen Teams zum Torerfolg zu kommen die so gut verteidigen wie zuletzt die Gladbacher, aber das darf auch nicht als Ausrede für eine nicht zufriedenstellende Leistung genommen werden: Bei der Aggression und Koordination des Gegenpressings bestand Luft nach oben, und vor allem hat man zum wiederholten Mal längst nicht das komplette Spektrum an zur Verfügung stehenden Möglichkeiten in der Offensive genutzt (dazu gleich mehr).

    Derartige Schwächen sind sicherlich zum Teil durch die Ausfälle bedingt: Diese betreffen nicht nur einige der stärksten und wichtigsten Spieler im Kader, sondern wirken sich gegen Mannschaften mit dem oben genannten Profil wohl auch am stärksten aus. Der einzige im Kader, der wirklich aus engsten Räumen heraus Schnittstellenpässe von höchster Qualität durch die Abwehr des Gegners spielen kann, ist nunmal Thiago – und diese Fähigkeit wird in Spielen wie dem vom letzten Sonntag dringend benötigt. Dazu kommt die lange Verletzungspause Lahms und damit eines Spielers, der über ein enormes Spektrum von Möglichkeiten auf verschiedenen Positionen verfügt. Lahm kombiniert enorme Intelligenz mit hoher Wendigkeit – es ist immer wieder die reine Freude, mit anzusehen, wie er sich selbst aus großer Bedrängnis mit einfachen Finten oder Drehungen befreien kann und dann einen Zielsicheren, raumgewinnenden Pass spielt. Da denke ich mir immer nur: “Wie schafft der Kerl es bloß immer wieder, solche eigentlich toten Bälle noch nach vorn zu bringen und den Spielfluss aufrechtzuerhalten?”. Durch seine Cleverness im Stellungsspiel ist er zudem auch im Gegenpressing eine Waffe. Und nicht zu vergessen Martinez: In der Konterantizipation und -absicherung der beste Bayernspieler. Er erkennt gefährliche Situationen frühzeitig und entschärft sie durch Ballgewinne oder zumindest gutes Stellungsspiel, wobei er vor allem in wichtigen Spielern fast keine Fehler macht und unglaublich konzentriert agiert. Zudem zeichnet er sich durch physische Stärke aus und könnte mit Boateng und Benatia wohl ein angsteinflößendes Trio bilden.

    Es ist klar, dass diese Spieler in den vergangenen Monaten gefehlt haben, ebenso wie wir in den nächsten Wochen Robben schmerzlich vermissen werden. Dennoch ist die Qualität im Kader enorm, und Verletzungen allein erklären die Problemstruktur nicht. Gegen Gladbach fiel vor allem das extrem monotone Auftreten in der Offensive auf: Immer wieder ließ man sich auf die Außen drängen und flankte dann in die Mitte, und das gegen Gladbachs sichere Innenverteidigung – immer und immer wieder nur diese nutzlose Herangehensweise. Vielleicht hofft man, so an die aus dem Zentrum herausgeschlagenen/-geköpften Bälle zu gelangen, aber die Erfahrung zeigt, dass dies selten Torgefahr erzeugt. Warum also probiert man keine Lupfer hinter die Abwehr oder zumindest im Ansatz mal Kombinationen durch die Mitte, geht nur selten in Dribblings (abgesehen von Robben), und versucht nicht einmal, Standards in Strafraumnähe (in dieser Saison ein gefährliches Mittel) herauszuholen? Anscheinend ist die Angst vor Kontern ja mittlerweile so groß, dass man sich das Offensivspiel lieber gleich von der gegnerischen Abwehr diktieren lässt, anstatt irgendwelche Risiken einzugehen. Beim Stand von 0:0 kann man das ja machen, aber spätestens beim Rückstand muss damit Schluss sein. Und das nicht nur in Bezug auf die von mir angesprochenen Einzelmaßnahmen, sondern auch in Bezug auf taktische Varianten – dazu wurde im Artikel ja bereits viel aufschlussreiches gesagt.

  4. Bomber

    Mal ganz Off Topic eine Frage an die Runde: Ich habe Karten für das Heimspiel gegen Porto bekommen, war jedoch das letzte Mal vor Jahren in München und kenne mich dort dementsprechend nicht aus. Wenn ich davon ausgehe, dass ich vielleicht um 23:00 Uhr aus dem Stadion draußen bin, müsste ich noch etwa fünf Stunden überbrücken, bis mein Zug in die Heimat fährt. Meine Frage lautet also: Wo kriegt man Dienstag Nacht in München noch was gutes zu essen (gerne bayerisch) und zu trinken und kann gemütlich ein paar Stunden überbrücken? Gibt es vielleicht Fanlokale, in denen nach den Spielen gefeiert wird?

    1. SD2MUC

      Würde Dir die “Brezn” auf der Leopoldstrasse empfehlen. Danach ist wahrscheinlich die Milchbar fast alternativlos um noch etwas zu trinken und bis 4 Uhr wach zu bleiben. Viel Spaß beim Spiel!

      ————–
      Zum Artikel: Sehr gut. Wie immer.
      Bin schon sehr gespannt auf die nächsten Wochen.
      #immervorwärts

  5. Marco05

    Gute Zusammenfassung, wenngleich ich noch mehr Punkte sehe, zB neben der Entscheidung für ein IV-Päärchen die Entscheidung für DEN einen 6er, die richtige Rolle für Götze, Unterstützung für Lewandowski, mehr Präsenz im letzten Drittel etc.

    So Tage wie am Sonntag haben wir doch immer mal wieder erlebt. Ich war fast etwas froh wieder zu wissen, wie sich eine Niederlage anfühlt. Dennoch bin ich der Meinung, wenn quasi kurz vor Anpfiff die Nachricht über die fast sichere Meisterschaft kommt, dann hat das Einfluß (vgl. letztes Jahr Spiel in Berlin HZ1 vs. HZ2). Nicht umsonst hat sich Gladbach dieses Jahr mit fast ausschließlich 1:0 Siegen durch die Serie gekämpft. Dazu noch Angstgegner-Faktor und der fast obligatorische Bock von Neuer…

    Egal, es gilt die Lehren zu ziehen und die einzelnen Punkte anzugehen und abzustellen. Ich hoffe mit Thiago werden wir ab 20m vor dem Tor wieder gefährlicher oder die Mannschaft zeigt einfach wieder die Einstellung und Laufbereitschaft wie zB die ersten 20 Minuten gegen Köln. So legst du jeden Gegner auseinander, allein man muss es wollen und in der Lage sein.

    Die nächsten Wochen werden verdamm knackig und es fängt schon am nächsten Samstag an…

  6. Oliver

    Kannst du nicht bitte alle deine Karten die Du evtl. noch hast verkaufen und dir einen anderen Verein suchen……

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