Uli Hoeneß: Für und gegen 50+1

Die Abteilung Attacke ist aus ihrem vierwöchigen Ruhestand zurückgekehrt. Nachdem Uli Hoeneß noch im Juli sich laut Hauspostille Sportbild künftig in der Öffentlichkeit rar machen wollte, nutzte er jetzt die Gelegenheit, sich in der Klatschpappenatmosphäre von SkyOneT in 111 Minuten Netto-Sendezeit den unkritischen Fragen zu stellen.

Christian Nandelstädt – vielen besser bekannt als texterstexte – kommentierte die Geschehnisse am Mittwoch in seinem Blog.

Das Gespräch zwischen Wontorra und Hoeneß ist aus mehreren Blickwinkeln ein Lehrbeispiel. Für den erbärmlichen Zustand großer Teile des Sportjournalismus. Für unwidersprochene und unhinterfragte Irrungen und Wirrungen auf beiden Seiten. Für die nicht minder oberflächliche Rezeption in den Sozialen Netzwerken in grobem Schwarz-Weiß.

Ausführlich polemisiertbesprochen wurde das Thema 50+1. Hierzu habe ich den Wortlaut der Hoeneß-Aussagen aufgeschrieben und stelle dem die Fakten und meine Meinung gegenüber:

„Wir waren dafür, die 50+1 Regelung abzuschaffen. Nicht weil der FC Bayern sich davon Vorteile verspricht, sondern wir wollen den anderen Vereinen die Möglichkeit geben, sich wirtschaftlich vielleicht zu verbessern. Wir wollen ihnen auch ein Alibi nehmen. Die sagen ja immer, der FC Bayern ist vielleicht nicht dafür (für die Abschaffung von 50+1), damit er keine Konkurrenz kriegt. Das ist falsch. Wir sind dafür, die 50+1 Regelung abzuschaffen, weil es dem einen oder anderen Verein, siehe Hannover, oder anderen, die Möglichkeit gäbe, Investoren hinzuzunehmen.“

Andere Vereine sollen also sich für Investoren öffnen dürfen, um dem FC Bayern Konkurrenz zu machen. Dieses Motiv erläutert Hoeneß im weiteren Verlauf:

„Ich habe auch in dem Zusammenhang nie verstanden, dass Borussia Dortmund dagegen ist. Weil Dortmund hat ja selber glaube ich nur noch 15% von ihrem Kapital, obwohl sie die Stimmrechte haben. Da scheint mir eher das Gefühl zu sein, dass man eher die Konkurrenz schwach halten will. Das ist aber falsch. Weil eine gesunde Konkurrenz und den anderen Vereinen die Möglichkeit zu geben, etwas zu verbessern, das sollte man machen.“

Die Borussia Dortmund GmbH & Co. KG auf Aktien hält über den e.V. sogar nur noch gut 5% ihres Kapitals. Über die Konstruktion mit der Geschäftsführungs-GmbH sind die Auflagen der DFL erfüllt, die Kontrolle über die Lizenzspielerabteilung zu haben. Die Haltung von Watzke (laut Sportschau: „Wir haben 153.000 Mitglieder, und ich weiß, dass die meisten von denen 50+1 erhalten wollen. Wollen wir jetzt über deren Köpfe hinweg diese Regel abschaffen?“) mit Verweis auf den Willen der Mitglieder pro 50+1 zu sein, ist nachvollziehbar. Er lehnt schließlich nicht ab, dass auch andere Clubs einen Weg wie Borussia Dortmund gehen. Er ist für 50+1, mit der Begründung, dem Willen der Mitglieder, denen er verpflichtet ist, zu folgen. Im übrigen müsste aus dem gleichen Grund auch Hoeneß pro 50+1 sein. Schließlich hat auch die Mitgliederversammlung beim FC Bayern für die Selbstbeschränkung gesorgt, dass der FCB höchstens 30% der Kapital- und Stimmanteile im fremde Hände legen darf.

„Ich habe auch Verständnis für die Aktivitäten von Herrn Kind, der seit 20 Jahren hier sein ganzes Engagement reinlegt und keine Möglichkeit hat, den Verein mit zu übernehmen.“

Uli Hoeneß ist bekanntlich mit Martin Kind befreundet und kann daher sicher Verständnis für seine Aktivitäten haben. Sachlich betrachtet lehnte die DFL jedoch Kinds Antrag auf Erteilung einer Ausnahmegenehmigung ab. Mit der Begründung, dass das Kriterium der „erheblichen Förderung“ nicht erfüllt sei. Ein Kriterium, das Kind vier Jahre zuvor ausdrücklich richtig fand. Dazu ergänzte Andreas Rettig in einem Interview mit schwatzgelb.de: „Im Dezember 2014 haben wir in einer DFL-Mitgliederversammlung die Kriterien, die zu einer Ausnahmegenehmigung führen und juristisch klar definiert sind, vorgestellt. Da haben 35 von 36 Vereinen … diesem Antrag zugestimmt, also auch Herr Kind. Und jetzt findet er die Regelung auf einmal nicht mehr gut, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.“

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Für diese Aktivitäten von Herrn Kind kann man außerhalb seines Freundeskreises kaum Verständnis haben.

„Ich schätze St. Pauli als Verein sehr, aber die dürfen nie das Maß aller Dinge in der Bundesliga sein. Und die Meinung, die dort gilt, darf nie für die Bundesliga gelten.“

Hier bezieht Hoeneß sich auf die Versammlung der Proficlubs der DFL am 22. März 2018. Dort brachte Andreas Rettig vom FC St. Pauli einen Antrag ein. Der Antrag beinhaltet einen „Prozess zur Verbesserung der Rechtssicherheit sowie weitere Überlegungen hinsichtlich geänderter Rahmenbedingungen unter Beibehaltung der 50+1-Regel“. Diesem Antrag, in dem es also nicht einfach um ein Ja oder Nein zu 50+1 ging, sondern um ein „Ja, unter möglicherweise veränderten Bedingungen“ stimmten 18 der 34 anwesenden Proficlubs zu. Rettig erfragte übrigens später bei den abwesenden Vereinen Regensburg und Kaiserslautern deren Votum. Sie hätten ebenfalls dem Antrag zugestimmt. Hoeneß, der bei Wontorra noch einmal betonte „Ich bin ein Demokrat“, muss akzeptieren, dass hier in einer demokratischen Abstimmung lediglich 4 Vereine gegen den Rettig-Antrag gestimmt haben. Darunter die SpVgg Greuther Fürth, die danach betonte, ebenfalls pro 50+1 zu sein, aber den Antrag aufgrund seiner Formulierung abgelehnt habe. Somit teilt die große Mehrheit der Proficlubs die Meinung des FC St. Pauli. Ob es Uli Hoeneß passt oder nicht.

Wontorra fragt dann tendenziös:

„Warum ist für Sie und für Karl-Heinz Rummenigge das Festhalten an 50+1 purer Populismus?“

„Naja, weil man glaubt, dass man dann nicht fremdes Kapital im Verein hat. Und man will die Gelder alle bei den Mitgliedern lassen und im Verein lassen.“

Hier liegt Hoeneß meiner Meinung nach falsch. Sicher werden die meisten Fans und Mitglieder kein Problem damit haben, wenn viel „fremdes Kapital im Verein ist“. So lange der Verein die Stimmenmehrheit behält. Es geht bei der Diskussion um 50+1 nicht in erster Linie um Gelder, sondern um Mitbestimmung.

Wontorra und Hoeneß – ein Gespräch unter Freunden, aber sicher kein kritischer Journalismus.
(Foto: Joerg Koch / Getty Images for Sky Deutschland)

„Bei uns ist es ja so geregelt: Wir haben eine Vereinbarung mit unseren Mitgliedern, dass wir maximal 30% unseres Kapitals an Investoren verkaufen dürfen. Sollten wir das verändern wollen, bräuchten wir die Zustimmung der Mitglieder auf der Hauptversammlung. Und zwar zu drei Vierteln. Und die kriegen wir nie. Also wir haben uns selbst beschränkt.“

Das Modell, das der FC Bayern gewählt hat, entspricht den 50+1 Kriterien und ist aus meiner Sicht vorbildlich. Die Stimmenmehrheit bleibt beim Verein, der den Mitgliedern gehört. Der eV wiederum hat die Kontrolle per Aufsichtsratsvorsitz über die ausgegliederte Lizenzspielerabteilung. Hoeneß spricht hier aber indirekt zwei weitere Dinge an:

Erstens schätzt er das Modell beim FC Bayern; zweitens schätzt er die Mitbestimmung der Mitglieder. Beides Dinge, die bei einem Fallen von 50+1 bei anderen Vereinen in höchster Gefahr wären. Wie kann er einerseits den bayerischen Sonderweg und die Mitgliedermacht gutheißen – und andererseits von der dringenden Notwendigkeit sprechen, 50+1 abzuschaffen?

„Ich bin ein Demokrat. Ich bin für Freizügigkeit. Jeder Verein muss das für sich entscheiden. Und dass da jetzt in Frankfurt bei der DFL entschieden werden soll, wie sich Hannover 96 oder Fortuna Düsseldorf refinanziert, das halte ich für falsch.“

Diese Aussage ist in sich schief: Die DFL ist die Versammlung der Proficlubs. Die 36 Vereinsvertreter entscheiden demokratisch über 50+1. Die Regelung ist aufgrund solch einer demokratischen Entscheidung mal zum Teil der Satzung geworden. Wenn Hoeneß der Demokrat ist, als den er sich bezeichnet, kann er das nur gut finden. Der FC Bayern sollte also einen Antrag bei der DFL stellen, jedem Verein selbst zu überlassen, wie er sich refinanziert. Dieser Antrag müsste aber eine demokratisch legitimierte Mehrheit bekommen. Wie auch immer abgestimmt wird: Demokrat Hoeneß müsste die Entscheidung akzeptieren.

„Es gibt natürlich immer wieder auch schlechte Beispiele. Das, was da bei 1860 passiert ist mit diesem Ismaik, das ist eine Katastrophe. Da wird diese Regelung mit Füßen getreten. Und dieses Chaos, das da entstanden ist, diese Hereinnahme dieses Investors, gibt natürlich den Leuten, die dagegen sind, immer Wasser auf die Mühlen. Insofern gibt es da ein ganz schlechtes Beispiel, auf das die immer hinweisen können. Was für die Sache von der Argumentationskette her sehr schlecht ist.“

Tja, was will man machen, Uli? Der Fall Ismaik zeigt nun einmal deutlich die Risiken, wenn Investoren die Macht übernehmen. Man kann sich die Welt leider nicht immer im Pipi-Langstrumpf-Stil machen, wie man will. Neben 1860 München gibt es übrigens auch noch viele weitere „schlechte Beispiele“ aus anderen Ländern, bei denen investorengeführte Vereine in den Abgrund gerieten.

„Ich möchte auch nicht, dass man hier fremde Investoren hat, die alles zu sagen haben. Man muss über Konstruktionen der Stimmrechte versuchen, dass der Verein weiterhin das Sagen hat.“

Ich bin überrascht: Was Hoeneß hier vorschlägt, ist die Beibehaltung der 50+1 Regel. Die sieht nämlich nichts anderes vor, als dass der Verein über das Stimmrecht die Mehrheit hat. Erst die Abschaffung der Regelung würde „fremde Investoren“ anlocken, die dann „alles zu sagen haben“. Spätestens an dieser Stelle im Gespräch war ich verwirrt. Kennt Hoeneß die 50+1 Regel gar nicht genau? Wie stellt er sich denn die Realität bei den Clubs vor, wenn die Regel fallen würde? Gemeinsam mit Rummenigge verweist er auf England, Italien, Spanien. Dort werden lupenreine Investorenmodelle umgesetzt, in denen die ursprünglichen Vereinsvertreter und Mitglieder nichts entscheidendes mehr zu sagen haben.

„Es gibt ja prima Beispiele in Deutschland: Wolfsburg, Leverkusen, Hoffenheim. Deswegen kann man doch nicht sagen, dass die schlecht wirtschaften oder das nicht gut für den Fußball ist.“

Diese Beispiele, egal wie ich persönlich dazu stehe, sind die legalen Ausnahmeregeln von 50+1. Sie waren trotz 50+1 möglich und sind eben deshalb kein Beleg dafür, dass man 50+1 abschaffen sollte. Aber offenbar schwebt Hoeneß vor, dass ohne 50+1 deutsche Privat-Investoren oder Unternehmen in Bundesligavereine einsteigen und dort „gut wirtschaften“ würden. Selbst wenn das „gut für den Fußball“ sei, was ich bezweifel’, wären doch trotzdem Tür und Tor geöffnet auch für ausländische Investoren. Mit Geldern teils zweifelhafter Herkunft. Beispiele dafür gibt’s aus Italien und England doch genug.

Die „prima Beispiele in Deutschland“ haben es zudem nicht geschafft, dem FC Bayern Konkurrenz zu machen. Dabei hätten sie es ja aufgrund ihrer Wirtschaftskraft eigentlich leicht gehabt, die anderen Clubs zu überholen. Und zum FCB aufzuschließen. Wolfsburg, Leverkusen und Hoffenheim sind der lebende Beweis dafür, dass kapitalstarke Clubs nach Hoeneß’-Geschmack nicht zwingend für mehr spannenden Wettbewerb in der Liga sorgen.

„Das tut der Fußballwelt ganz gut, dass da ein Verein ist, der nicht auf die Börse schauen muss, der nicht einen Oligarchen hat, nicht einen Ölmagnaten, der bestimmt, was zu tun ist.“

Ja was denn nun? Ein börsennotierter Verein wie der BVB ist also schlecht. 50+1 soll aber auch abgeschafft werden, um Investoren zuzulassen. Die sind aber böse, wenn sie Oligarchen und Ölmagnaten sind. Und bestimmen sollen sie auch nicht. Uli, noch einmal: Was für Dich beim FC Bayern vorbildlich umgesetzt ist, sollte doch auch für die anderen Bundesligavereine gelten, oder? Ach nein, die sollen ja alle selbst entscheiden dürfen. Aber wenn Dir das Wohl der Liga so am Herzen liegt, sollten dann nicht alle dem Vorbild des FC Bayern folgen? Dann solltest Du für die Beibehaltung der 50+1 Regel sein.

„Das halte ich einfach für das Wichtigste, dass man nicht auf Kosten anderer, Steuerzahler, oder auf Kosten irgendwelcher Besitzer das Fußballgeschäft betreibt.“

Den Elfmeter mit „auf Kosten der Steuerzahler“ will ich jetzt mal nicht verwandeln. Ich finde es vielmehr auch hier interessant, dass Hoeneß nicht will, dass „irgendwelche Besitzer“ das Fußballgeschäft in einem Verein bestimmen. Erneut spricht er sich damit für 50+1 aus. Denn die Abschaffung der Regel würde eben genau das ermöglichen, wogegen Hoeneß offenbar ist.

„Früher hast Du gegen Fußballvereine gespielt. Und nicht gegen Staaten. Heute spielst Du gegen den FC Katar, den FC Abu Dhabi, den FC Shanghai, den FC Bejing. Das ist nun mal so. Da kommen riesige Gelder in den Markt. Das kann man gut finden. Doch unsere Fans in der Südkurve und im Stadion sehen das ein bisschen anders. Und ich glaube wir tun alle gut daran, das zu machen was unsere Mitglieder wollen, und nicht was irgendwelche Investoren wollen.“

Genau das tut das von Hoeneß kritisierte Borussia Dortmund. Tut die Mehrheit der Proficlubs. Sie halten sich an das, was die Mitglieder wollen, und haben deshalb pro 50+1 gestimmt.

Davon abgesehen sollte jemand, der Qatar Airways auf dem Trikot spazieren trägt, nicht über den „FC Katar“ herziehen. Auch hier unglaublich, dass Wontorra mit keinem Wort darauf eingeht.

„Ich möchte die Champions League gewinnen. Aber ich möchte das nicht mit Schulden erkaufen! Und nicht von irgendeinem Mann abhängig sein, der heute in Fußball investiert und morgen in Pferde. Das kann es nicht sein!“

Uli, Du bist der beste Mann. Einen stärkeren, prominenteren Fürsprecher von 50+1 kann man sich gar nicht wünschen. Ersetze „Champions League“ durch „Deutsche Meisterschaft“ und Du hast die Argumentation pro 50+1 der anderen Bundesligisten.

A propos Schulden: Schon vergessen? Als Manchester United von Malcolm Glazer gekauft wurde, geschah das auf Pump: Den Schuldendienst von etwa 100 Millionen Euro pro Jahr musste der Verein selbst leisten. Dafür wurden unter anderem das Stadion verpfändet und die Eintrittspreise drastisch erhöht. Manchester United war zeitweilig mit 800 Millionen Euro verschuldet!

Gut, dass Du solche Entwicklungen in der Bundesliga ablehnst. Du hast bei Wontorra vehement für die Beibehaltung der 50+1 Regel argumentiert. Und gegen Investoren, die bei den Vereinen die Stimmenmehrheit übernehmen.

Bei SkyOneT konnte man zwei ältere Herren dabei beobachten, wie sie über eine ihnen zunehmend fremde Fußball- und Medienwelt reden. Neben 50+1 ging es unter anderem auch um die Özil-Thematik. Hier erneuerte Hoeneß seine Kritik des von Özils Beratern „vorgeschobenen Rassismus“, der nur von Özils „schlechten sportlichen Leistungen“ ablenken solle. Ungeachtet der Tatsache, dass Mesut Özil – statistisch belegt – seit Jahren überragende sportliche Leistungen in London bringt, spielt Hoeneß der AfD & Konsorten in die Karten, indem er Özils Rassismus-Vorwürfe als vorgeschobenen Unsinn abtut.

Während man als Fan am privaten Stammtisch auch mal Fakten verdrehen und Halbwahrheiten zu Tatsachen erklären darf, geht das meines Erachtens in einer öffentlichen Sendung nicht. Erst recht nicht, wenn man Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender des FC Bayern ist.

Ich wünsche mir den alten Uli Hoeneß zurück, der ein Gespür für Stimmungen und Trends hatte, der faktensicher war, der wusste, auf wen man draufhauen konnte und wen man schützen musste.

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Leserkommentare
  1. Turbo Batzi

    Verstehe nicht ganz, warum dem Modell Dortmund gehuldigt wird und dem billigen Populismus eines Herren Watzke (unsere Mitglieder entscheiden = echte Liebe) auch noch geglaubt wird. Sollen nun alle Bundesligisten an die Börse, dass die Vereine in den Händen von Aktionären sind und das Management wäscht sich damit rein, dass es die Stimmenmehrheit über eine andere Rechtsform behält? Für mich genauso verlogen, wie ein Großinvestor. Ein Verein sollte mehrheitlich im Besitz seiner Mitglieder sein. Denke da sind sich alle einig.

    Stimme aber überein, dass UH wohl besser daran getan hätte zu sagen, andere Vereine könnten dem FCB Modell folgen. Man müsste dann Spezialregelungen schaffen, dass beispielsweise keine Privatpersonen, sondern Unternehmen diese Anteile zu Minderheiten übernehmen können. Im besten Fall nationale oder noch besser: regionale. Aufgrund der Wirtschaftskraft und vielen kleinen erfolgreichen mittelständischen Betrieben wäre das ein möglicher Geldzufluss, der Interessenskonflikte minimiert. Dazu müsste man allerdings auch harte Ausnahmen definieren („keine Ölscheichs“) und auf dem Weg dahin eine faire nationale vs. globale Diskussion führen (gerade schwierig in D).

    Eine andere Quelle sind natürlich die TV-Einnahmen. Würde man die erhöhen, könnte man die 50+1 Diskussion ggf. beruhigen. Aber diese Diskussion ist bekannt.

  2. Tripler

    Naja, ist halt vieles in Extremen ausgelegt worden von dem netten Nandelstädt. Natürlich sind nicht alle Aussagen von Hoeneß auf bare Münze zu legen. Also mit dem Argument zu kommen, dass man nicht von Staaten geführt werden möchte und dann mit einer Trikotwerbung zu kontern halte ich schon für nicht angebracht. Bayern macht halt ein wenig Kleingeld für Trikotwerbung, andere Vereine finanzieren sich nur darüber.

    Hatte mir hier ein Kommentar von MSR zu den Aussagen von Textertexter (oder so ähnlich) gewünscht anstatt es einfach zu Posten.

    Ich denke im Kern hat Hoeneß schon Recht und Konkurrenz belebt dass Geschäft. Dass dafür 50+1 fallen müsste ist auch klar, nur muss dass eben nicht direkt bedeuten, dass die Vereine die Macht komplett abgeben. Dass man aber Zugeständnisse machen muss sollte auch klar sein. Ohne Leistung halt keine Gegenleistung.

  3. andreas

    ich bin immer wieder überrascht, wieviele Menschen sich an Aussagen oder Haltungen von Uli “abarbeiten” – das muss eine grosse Herauforderung sein oder aber es zeugt von einem ambivalentem Verhältnis zum eigenen Verein. Zum Thema 50+1: ich hätte nichts dagegen, dass die Regel mit ihren diversen “Ausnahmen” geöffnet wird für Investoren. Es ist eine scheinheilige Diskussion, wenn für Vereine wie Bayer, Hoffenheim oder RB Leipzig Konstrukte geschaffen werden, die eine bestehende Regel aushebeln. Sinnvoll wäre es, an den bestehenden Beispielen (Pemier League) zu lernen und Fehler zu vermeiden – grundsätzlich sehe ich Investoren im Fussball als Belebung an und es bietet kleineren Vereinen eine Möglichkeit den Abstand zur Spitze in kurzer Zeit zu verkürzen. Dass die BVB – Führung sich für die Beibehaltung der Regel auspricht ist offensichtlich: als AG bietet sie schon heute keinen Anreiz mehr für ein echtes Investment und die Konkurrenz bleibt so sicher auf Abstand…aber sich dann beschweren über den “uneinholbaren Abstand auf den FC Bayern” – Danke für die Erheiterung bei der Morgenlektüre!

  4. wipf1953

    1. Ich denke nicht, dass der Journalismus des Jahres 2018 noch die Kompetenz hat, konstruktiv kritisch zu hinterfragen. Es geht doch nur noch um die kurzfristige Aufmerksamkeit. Inhaltliches Verständnis ist komplett ineistent. Das gilt für den politischen Journalismus, den Wirtschaftsjournalismus und leider inzwischen auch für den Sportjournalismus (und jetzt komme mir bitte keiner mit der “Süddeutschen Zeitung”, denn die hat extrem abgebaut).

    2. Zu beurteilen ist also nicht “das Interview”, sondern “der Hoeness-Monolog”. Und da finde ich es schon gut, dass er sich die Verhältnisse in Liga und DfB zur Brust nimmt. Eine Bundesliga, von der ab der zweiten Runde international nur noch der FC Bayern vertreten ist, eine Nationalelf, die sich so präsentiert wie der DfB seit einigen Jahren, und am Ende gar eine EM in der Türkei (anderthalb Jahre nach der Advents-WM in Quatar, der wir ja alle jetzt schon “entgegenfiebern”), werden auch dem FC Bayern schaden.

    3. Ob eine Abschaffung von 50+1 jetzt das Allheilmittel ist, kann ich nicht beurteilen (das bedarf einer sehr intensiven Erörterung, zu der jedenfalls der aktuelle deutsche Sportjournalismus nichts mehr beitragen wird und auch nichts gehaltvolles mehr beitragen kann). Aber dass in den aktuellen DFL-Strukturen Jahn Regensburg und der FC St. Pauli genau so viel zu sagen haben wie die international spielenden Clubs halte ich – bei allem Respekt gegenüber Pauli & Jahn – für ein großes Unglück.

  5. Eigentor

    Ich danke der MSR-Redaktion dafür, diesen lesenswerten Kommentar von Christian Nandelstädt kommentarlos hier veröffentlicht zu haben. Ich brauche kein betreutes Denken.
    Das FCB-Modell, maximal 30% der Anteile Investoren zu überlassen und deren berechtigte Interessen durch einen Sitz im Aufsichtsrat absichern zu lassen, finde ich vorbildlich. Warum sich dann
    unser Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender, der dieses Modell ja selbst befürwortet, sich in der Sache 50+1 mehrfach widerspricht, verstehe ich nicht. Es wäre in jedem Fall Aufgabe eines intelligenten und sachkundigen Sportjournalisten gewesen, Fragen zu stellen und auf diese Widersprüche hinweisen zu müssen.
    Nicht verstanden habe die Ausführungen von Christian Nandelstädt zur DFL-Versammlung vom 22.3.2018, insbesondere die Folgerung, dass „lediglich 4 Vereine gegen den Rettig-Antrag gestimmt“ hätten. Aber das nur am Rande.

    1. Tripler

      Hier in meinem betreuten Wohnen wird zum Glück für mich gedacht. Wie sollte ich auch sonst wissen was ich heute schon alles so für einen dünpfiff verzapft habe.
      Auch ein Kommentar kann auf das Warum der Artikel gepostet wird hinweisen. Ich brauche niemanden der mir erklärt dass der Autor ein Problem mit der Person Hoeneß hat. Mir hat es sich auf dieser Seite nicht erschlossen. Wenn ich Copy/Paste Artikel lesen möchte kann ich auch Spox besuchen Aber vielleicht kannst du es mir auch erklären.

      1. Ibiza

        wow, Tripler – “königlich” amüsiert wäre noch untertrieben formuliert, was mich dein Kommentar hat…

        und bin auch inhaltlich zu 100% bei Dir. Bin selten MSR kritisch – aber in Punkto gegen die Vereinsführung schiessen (und ne, grundsätzlich finde ich das voll in Ordnung bzw. äußerst positiv auch kritische Töne zu lesen zu bekommen auf nem Bayernforum, aber es nimmt mir zuletzt etwas “überzogene” Dimensionen an) wird mir da zuletzt etwas arg “konstruiert” versucht fast jedes Thema (von der Brazzo verpflichtung, über Hoeness etwas arg – aber wenn man weiß woher die Aussagen kommen sollte das doch im völlig üblichen/normalen Rahmen gewesen sein – pointierten Aussagen zum Thema Özil und jetzt eben die eigentlich relativ belanglosen Aussagen von ihm zum Thema 50+1) so gut es nur geht (und ja, auch “unkommentiert” veröffentlicht hat die Auswahl eines solchen Artikels wie oben schon etwas sehr “tendenziöses”) dazu auszuschlachten auf die Vereinsführung im Allgemeinen und Hoeness im speziellen “einzuhacken”….

  6. Pat

    Ich habe so langsam den Eindruck, dass Uli Hoeneß meint über allem zu schweben. Er weiß, was gut und schlecht für alle ist. Er kann entscheiden, welcher Investor gut und welcher schlecht ist. Er würde am liebsten entscheiden, welcher Verein welches Modell bekommt. Er weiß ja Bescheid. Er kann in der Arena in Gutsherren-Manier den Daumen heben oder senken. Demokratie ist für ihn dann Denokratie, wenn sie vor allem seine Meinung widerspiegelt. Und genau das hat er mit diesem Interview gezeigt.

  7. Anton

    Es gibt doch mittlerweile die Beispiele, wie man 50+1 ganz legal austrickst.
    man nehme einen Regionalligisten und gliedere die Profis aus in eine Fußball-GmbH. Diese Fußball-GmbH geht dann zu 97,5% in den Besitz einer Event-GmbH über. Der Verein hält die noch verbleibenden 2,5% und hat die Stimmmehrheit in der GmbH – womit der 50+1-Regel Genüge getan ist. Der Präsident des Vereins, der mittlerweile in die 3.Liga aufgestiegen ist , ist Michail Ponomarev. Der Besitzer der Event-GmbH, der 97,5% des Fußball-GmbH gehören, ist ein gewisser Michail Ponomarev!
    Aber 50+1 wird eingehalten.
    Was soll denn eine mit Gewalt eingehaltene Regelung, die jeder Jurastudent im 2. Semester aushebeln kann. 20% der 1.Liga halten sich danl Ausnahmeregelung sowieso nicht dran. Andere erfüllen die Kriterien auf dem Papier, weil ja der Verein die Stimmenmehrheit hat!
    Wenn die Mitgliederversammlung des FCB sich vom Finanzmann Dreesen überzeugen lassen würde, dass auch 55% der Anteile immer noch völlig ausreichen, die Absolute Mehrheit zu garantieren, was ja auch der Fall ist, dann könnte der FCB im Einklang mit 50+1 nochmal locker 20% Anteile veräußeren, was licherlich eine nicht unbeträchtliche Summe bringen würde und die wirtschaftliche Position nochmal erheblich verstärken würde.
    Und dann ginge bei vielen das Geheule wieder los, dass der böse FCB ja in einer ganz anderen Liga spiele, wo all die anderen armen Vereine ja nicht mithalten können! Aber 50+1 wird eingehalten.
    So wie bei Mateschitz und seinen 12 Mitgliedern des Vereins RB, die natürlich das alleinige Stimmrecht haben – aber alle bei Mateschitz angestellt sind.
    Eine Regel, die jeder ohne Probleme sowieso aushebeln kann, ist keine Regel, sondern ein sich in die Tasche lügen.

    Und da stimme ich einem Hoeneß zu – jeder Verein soll das doch bitte selbst entscheiden. Wenn der FCB mit den 30% zufrieden ist – okay; wenn Uerdingen 2,5% reichen und jeder weiß, dass ohne Ponomarev alle Lichter ausgehen – okay; wenn sich andere wie 1860 vom Investor fast in den Abgrund fahren lassen wollen – okay; wenn ein Verein glaubt, er müsse ein neues Stadion bauen und dann in die Insolvenz schlittern wie Aachen- okay.
    Es gibt doch genug Beispiele, wie sich Vereine trotz 50+1 in den Abgrund geritten haben – letzte Saison alleine in der 3.Liga drei Insolvenzen – also soll man es doch einfach jedem Verein und seinen Mitgliedern überlassen, wie sie es gerne hätten.
    Dem FCB kann es egal sein – denn der Verein hat die Probleme ja nicht.
    Der FCB ist aber auch kein Verein, dem gerade noch 5,5% seiner eigenen Fußballer gehören.

    Man stelle sich vor, dort beginnt einer, der über die entsprechende Ahnung und Möglichkeit verfügt, langsam ud heimlich die Aktien aufzukaufen, bis er die entsprechende Mehrheit besitzt- und dann wartet man mal die nächste Gesellschafterversammlung ab. Das könnte aber ganz böse enden, ei einem börsennotierten Unternehmen.

  8. Kurt74

    Ich kann die Kritik an Hoeneß zum Thema 50+1 weniger nachvollziehen. Der FCB kann sich Aufgrund seiner Größe leisten nur 30% seines Kapitals zu veräußern. Und totzdem kann man dafür sein die 50+1 Regelung abzuschaffen. Jeder Verein soll selbst entscheiden können wie er mit seinem Kapital umgeht und welche Investoren mit ins Boot geholt werden. Und ich habe da auch ein Problem damit das ein Rettig von St. Pauli genauso viel zu sagen hat wie Vereine aus der ersten Liga welche die BL an erster Stelle international vertreten.
    Die Diskussion um die 50+1 Regel ist gleichzeitig auch eine über die Fußballromantik. Der Fussball ist doch längst durch und durch kommerzialisiert, ohne Investoren und Werbepartner sind die heutigen Gehälter und Ablösesummen doch gar nicht mehr finanzierbar. Viel mehr müsste die Diskussion lauten, will die BL international mithalten können oder nicht. Kann sich die BL leisten in ihren eigenen Biotop zu leben und die großen Namen des Fussballs gibt es dann nur noch im TV in den anderen Ligen? Gibt es dann genug Fussballromantiker welche dann trotzdem ins Stadion gehen und Sky Abos kaufen? Ich habe meine Zweifel, denn es gibt nur noch 3 Vereine die für ausverkaufte Stadien sorgen, das sind Bayern, BVB und RBL.

    Zum Thema Özil, der meiner Meinung nach auf MiaSanRot fast wie eine heilige Kuh behandelt wird, bin ich ebenfalls der Meinung das die Rassissmuskarte nur vorgeschoben ist. In keinem anderen Land funktioniert diese dermassen perfekt wie in Deutschland aufgrund seiner Vergangenheit, denn jede Kritik an dem Spieler wird dann als Rassismuss ausgelegt. Sind dann alle Nazis und Rassisten die einen Spieler mit türkischem Hintergrund auspfeifen? Ich persönlich glaube das kein Land kritischer und empfindlicher auf Despoten und Diktatoren reagiert wie Deutschland ebenfalls aufgrund seiner Vergangenheit. Und das ist Erdogan nun einmal. Und da haben sehr viele ein Problem damit wenn ein deutscher Nationalspieler Werbung für einen Präsidenten macht welcher Journalisten, Unschuldige und Co. in Gefängnissen verschwinden lässt.
    Was den Fussballer Özil angeht, ob er überragende sportliche Leistungen erbringt oder mit der Mannschaft mitschwimmt ist immer auch eine subjektive Meinung. Er mag ein guter Fussballer sein, aber überragend sind für mich Spieler wie Messi, Ronaldo, Schweinsteiger, Matthäus, Maradonna usw., Spieler die ein Spiel entscheiden können und eine Mannschaft führen können. Wenn mir jetzt einer erklärt das Özil genau zu diesen Typ Spieler gehört muss ich zugeben das ich von Fussball überhaupt keine Ahnung habe.

    1. Mehmet68

      Beim Thema Özil geht es MSR meiner Meinung nach nur darum, dass Hoeneß ohne Not seine sportlichen Leistungen diffamiert.

      Das finde ich auch instinktlos, gelinde gesagt. Erstens stimmt es schlicht nicht, dass Özil so schlecht gespielt haben soll. Zweitens muss man diese Affäre im politischen Kontext sehen, was Du das ja selbst auch tust. Dass Hoeneß diesen Faktor ignoriert, ist unsensibel und etwas selbstherrlich.

      1. Tobi

        >>Beim Thema Özil geht es MSR meiner Meinung nach nur darum, dass Hoeneß ohne Not seine sportlichen Leistungen diffamiert.

        Wenn man Toni Kroos glauben kann, hat Özil ja auch völlig ohne Not die Rassismuskarte gespielt und ist damit weit an den Realitäten innerhalb der Nationalmannschaft vorbeigeschossen.
        Hoeneß führt jetzt halt sehr bewusst ( vielleicht auch übertrieben) an, dass es durchaus sportliche Gründe gibt Özil zu kritisieren.

      2. Pat

        @Tobi: Also wenn Toni Kroos bei der WM so spielt, als wenn hinter im noch Casemiro absichert, dann ist er sportlich gesehen bei dem Turnier nicht besser gewesen als Özil ;-)

      3. dicker-bäcker

        Der Schnauzer von Erdogan, ein blöd grinsender Özil und dazu ein rot-weißes Trikot von Puma.
        Das Gunners Logo und der große Emirates Aufdruck.
        Daran denke ich wenn ich an diese Affäre denke.
        Als Geschäftsmann kann ich mir keine bessere Werbung denken.
        Vielleicht ist UH einfach nur neidisch auf den Coup für Arsenal? ;-)

        Als Spieler mag ich Özil auch nicht, aber nur weil ich die Schleicher noch nie mochte.
        Das er ein guter Spieler ist, der jedem Team weiterhilft ist Fakt, darum erlaube ich mir kein Urteil über ihn.

    2. liza

      “Jeder Verein soll selbst entscheiden können wie er mit seinem Kapital umgeht und welche Investoren mit ins Boot geholt werden.” Das ist naiv. Die Möglichkeit wird eigendynamisch zur Notwendigkeit. Wenn sagen wir mal, Borussia Mgladbach sich entscheidet, 50+1 für sich beizubehalten, die Hälfte der Liga aber mit lukrativen Investoren ihre Kader aufmöbelt, dann wird auch Mgladbach sich ‘rein sportlich’ gezwungen sehen, mitzuziehen, wenn sie weiterhin dauerhaft in der ersten Liga mit dabei sein möchten. Der Möglichkeit kollektiv einen Riegel vorzuschieben, macht also durchaus Sinn.

      Eine Kritik an Özil wie du sie in der zweiten Hälfte des Absatzes vorbringst, ist ja total legitim und vollkommen ersichtlich eine sportliche Kritik. In deiner Einschätzung der sportlichen Klasse von Özil würde ich dir überdies auch zustimmen. Ein Großteil der Kritiken an Özil in den letzten Monaten gehörte jedoch nicht in diese Kategorie, zumal Özil bei der WM rein leistungsmäßig auch gar nicht der kritisierenswerteste Spieler war (Khedira, Müller wären da die besseren Kandidaten gewesen). Hier hat sich sehr wohl ein rassistisches Ressentiment gezeigt, dem man mit Verweis auf vermeintliche “Rassismuskarten” nur in selbige spielt.

      1. Kurt74

        “Der Möglichkeit kollektiv einen Riegel vorzuschieben, macht also durchaus Sinn.”
        Schön und gut aber was sollen dann die Vereine tun welche international mithalten wollen und durch die 50+1 Regel aber machtlos zuschauen müssen wie die anderen Ligen deren besten Spieler herauspicken, sprich selbst überhöhte Ablösesummen zahlen und den Spielern bessere Gehälter anbieten können?
        Das es leider auch Verlierer geben wird falls 50+1 kippt will ich gar nicht erst in Abrede stellen.
        Da kommen wir wieder zu meiner Frage, will die BL international mithalten oder nicht? Hat die BL genügend Fussballromantiker das sie auch ohne sportlichen Wert im internationalen Fussball weiterhin so bestehen kann wie bis jetzt?
        Ich finde es einerseits auch abnormal mit welchen Ablösesummen und Gehältern wir es mittlerweile zu tun haben aber der Moralzug ist in dieser Richtung schon längst abgefahren.
        Auf der anderen Seite wertet es die BL auf wenn Namen wie Raul, Alonso oder Pep Guardiola fallen. Stellen wir uns mal vor der BVB hätte Ronaldo geholt und eine Investorengruppe würde sein Gehalt zahlen. Sowas würde die Liga aufwerten, das würde auch andere namenhafte Spieler anlocken.

        Was ich beim Thema Özil nicht nachvollziehen kann wie unglaublich naiv Löw, Bierhoff und der DFB agiert haben. Dachte man wirklich man könnte das Ganze ignorieren und mit der WM wird es niemanden mehr interessieren? Warum hat man dann nicht einfach anstatt Özil Sané mitgenommen, die Entscheidung wäre sportlich glaubhaft zu begründen gewesen. Man hätte sich die ganze sinnfreie Rassismusdiskussion ersparen können. Eigentlich war schon die komplette WM Vorbereitung ein Disaster aber man hat sämtliche Warnschüsse ignoriert aber das ist wieder ein Thema für sich.

  9. Jörg

    Was hier beim Paradebeispiel FC Bayern aber vergessen wird, ist die Tatsache, dass die Mitglieder zwar abstimmen können, aber sich zum Beispiel gar nicht selbst für Ämter aufstellen lassen können. Das geht alles durch den Verwaltungsbeirat und diese würde ein “normalen” Fan nicht zulassen. Die Dreiviertelmehrheit ist toll, ohne Frage. Trotzdem würde es der Alibi-eV immer irgendwie schaffen, das zu tun, was sie wollen. Zwar behält der eV und damit “die Mitglieder” die Stimmrechte, aber das höchstens eine gefühlte Mitbestimmung.

  10. Mehmet68

    Zu 50+1 kann man sehr geteilter Meinung sein: Einerseit ssehen wir Münchner ja bei 60, was alles schief laufen kann, wenn Investoren das Ruder übernehmen. Andererseits ist der HSV trotz 50+1 von Kühne quasi kontrolliert worden; bei Schalke war das unter Tönnies genau so. Leipzig, Bayer, Wolfsburg sind weitere Fälle faktischer Fremdbestimmung.

    Und wie schon weiter oben geschrieben wurde: Zahlreiche Traditionsklubs sind auch trotz 50+1 komplett abgestürzt.

    Der m. E. einzig valide Punkt, der gegen eine Ablösung von 50+1 spricht, ist die abnehmende Identifikation seitens der Fans. Allerdings scheint das in der Premier League kein Problem zu sein.

    So oder so, Fakt ist, dass die BuLi mit 50+1 auf internationaler Ebene bald auf dem Niveau von Österreich oder den Niederlanden angelangt sein wird, und der FCB in 9 von 10 Jahren Meister wird. Ob das den nationalen Fans dann genügt – keine Ahnung.

  11. FR7

    Man kann die Äußerungen von Hoeneß zum 50+1 durchaus kritisch hinterfragen und widersprechen tun sie sich die Aussagen auch eher öfter als selten, seine Standpunkte wurden aber eindeutig klar. Seinen TV Auftritt insgesamt fand ich einsame Spitze. Wie er z.B. Brazzo und Kovac abermals den Rücken gestärkt hat war grandios und vor allem auch eines: Nötig. Brazzo wurde von vielen (unter anderem auch von mir) belächelt und kritisiert für seine nicht professionelle und unsouveräne Art Interviews zu geben. Der macht aber allem Anschein nach einen prima Job. Auch Kovac, der seitdem er als Bayerntrainer gehandelt wurde, darunter leidet die “dritte Wahl” zu sein wurde von Hoeneß gestärkt. Wie er sich und den FC Bayern dann geschickt zwischen Lewandowski und Zahavi positionierte war auch astrein. Seine Äußerungen bzgl. des Weges den der FC Bayern für die Zukunft eingeschlagen hat waren klar nachvollziehbar und einleuchtend. Sonst wurde das vom FC Bayern immer im Laufe der letzten zwei Jahre der Außenwelt wenig transparent vermittelt. Insgesamt fand ich war es der stärkste öffentliche Auftritt von Hoeneß an den ich mich seitdem er “wieder da ist” erinnern kann. Für die Öffentlichkeitsarbeit und die PR des Vereins war der TV Auftritt wichtig und vor allem – trotz aller Kritik bzgl. seiner 50+1 Aussagen – auch gut gelungen. Natürlich durften die obligatorischen Seitenhiebe an den Bvb nicht fehlen, ohne wär´s doch auch langweilig. ;)

    1. Ibiza

      Danke dafür FR7 – ich muß ja schon zugeben, dass wenn unser Präsident ein wirklich ausführlichestes Interview zu massenhaft interessanten Themen für Bayernfans (die naturgemäß zb. auch recht naheliegend gleichzeitig Fans der Nationalmannschaft sind, so dass auch dieser Themenkomplex durchaus seine Relevanz hatte) gibt, dass dann gerade hier, also auf einem Bayernforum es dann exklusiv um die paar Aussagen geht zu 50+1, also nun wirklich ein Thema das den FCB allerhöchstens am Rande (eben über die potentielle bessere Konkurrenz, eben genau so wie Höneß es sagt, die man sogar eher begrüßen würde um mehr gepusht zu werden) betrifft. Für mich schon ziemlcih schwer nachzuvollziehen…

      Eben gerade wo er ne Menge interessante Sachen/Details über unseren eigenen Verein (zb. auch zu Fragen, die eben die Zukunft unseres eigenen Vereins anders als die 50+1 Frage massiv betreffen) dort schön angesprochen und verkauft hat. Ja, ich würde eben auch sagen – “der stärkste öffentliche Auftritt von Hoeneß an den ich mich seitdem er “wieder da ist”

    2. Ibiza

      “erinnern kann.” hat noch gefehlt am Ende des Zitats…

  12. GestrandetinBerlin

    Die Argumentationsstruktur des Textes ist extrem ärgerlich. Beispiel:
    _Er ist für 50+1, mit der Begründung, dem Willen der Mitglieder, denen er verpflichtet ist, zu folgen. Im übrigen müsste aus dem gleichen Grund auch Hoeneß pro 50+1 sein.”
    Äh, nein. Es wird zwar in dem Text später darauf eingegangen, dass Hoeneß gesagt hat, dass er pro Selbstbestimmung ist, aber die eben zitierte Aussage ignoriert das. Richtig wäre die Aussage, er ist pro Selbstbestimmung.

    Ebenso wird später geschrieben, dass die Argumentation der Selbstbestimmung seitens Hoeneß nicht stimmig sejn kann, da ja die jeweiligen Clubs dagegen gestimmt haben. Auch das ist aber nicht schlüssig, sowas kann man Tyrannei der Mehrheit nennen. Wir würden es zB nicht gerade als demokratisch sehen, wenn man dafür abstimmen würde, dass Gruppe xy nicht mehr wählen darf. Hoeneß’ Argument ebenso zu widerlegen ist daher ziemlich frei von Sinn. Aber vielleicht habe ich es einfach nicht verstanden, der Text war auch sehr anstrengend zu lesen.

    Das der Sportjournalismus n Witz ist, ist keine besonders interessante Erkenntnis und wohl ebensowenig, dass dies auch für große Teile des Internets gilt.

    Abgesehen davon: bin aktuell kein Fan von Hoeneß (von seinem Wirken natürlich schon) aber die Aussage, dass er findet, dass jeder Club das für sich selbst regeln können sollte finde ich erstmal nachvollziehbar. Ob da irgendwelche bösen Hintergedanken dahinter stecken ist möglich aber ich glaube etwas spekulativ.

    1. Anton

      Man kann auch alles verkomplizieren. Entscheidend ist doch – und da muss man eigentlich Hoeneß zustimmen – wenn ein Verein will, ist es für ihn ein leichtes, die 50+1-Regel auszuhebeln.
      Also wozu soll diese Regel dann noch gut sein?
      Wenn in 2 Jahren der Kamerad Ponomarev keine Lust mehr hat, gehen in Uerdingen alle Lichter aus – trotz 50+1, was ja zumindest nach außen hin eingehalten wird. Blöd nur, wenn der Investor seine 97,5% aus der Fußball-GmbH abzieht, hilft auch die Pseudo-Einhaltung von 50+1 nicht.
      Und wenn der Herr Investor dank ausbleibendem sportlichem Erfolg nicht bereit ist zu zahlen, findet sich der Traditionsverein plötzlich in der Bayernliga wieder – trotz 50+1.
      Also soll doch jeder Verein es halten, wie er will.
      Der Knackpunkt ist nämlich ein ganz anderer!Ein Profiverein ist ein Wirtschaftsunternehmen – und den muss man auch so führen.
      Und wenn man das nicht tut, dann schlittert man eben ob mit oder ohne 50+1 in die Insolvenz.
      Wo sind denn die Traditionsvereine Kaiserslautern, Karlsruhe, Offenbach, Preußen Münster, Rot-Weiß Essen und viele andere.
      Und warum sind sie da, wo sie jetzt sind. Meistens aus finanziellen Gründen. Und warum sind sie da hingeraten – weil sie übertrieben gesagt einen Profiverein eher wie einen Taubenzüchterverein geführt haben.
      Und das ist der größte Unterschied- ein Kind, ein Hopp, ein Mateschitz, Bayer, VW würde es niemals zulassen, dass man ihr Geld durch amateurhafte Vereinsführung aus dem Fenster wirft.
      Und das wissen viele derer, die gegen die Abschaffung gestimmt haben, ganz genau. Ohne 50+1 und mi einem entsprechenden Investor wären ihre Tage gezählt.

  13. Osrig

    Das Thema 50+1 ist ein Thema, bei dem ich nur wenig Kenntnisse habe und deswegen mit Einschätzungen lieber zurückhaltend bin. Mir scheint aber die Vorgehensweise bei unserem FCB durchaus vernünftig zu sein, sodass sie durchaus als Vorbild dienen kann. Ob, oder ob nicht, muss jeder Verein für sich entscheiden.

    Ich frage mich allerdings gerade eines:
    50+1 bedeutet maximal 49 von Hundert für mögliche Investoren. Auch wenn es nicht die Mehrheit der Anteile bedeutet, wäre es trotzdem bei vielen Vereinen eine große Menge. Und da ich nicht überrascht wäre, wenn man trotz fehlender Mehrheit als Investor auf ganz legale Weise eine Möglichkeit haben könnte, Mitsprache bzw. Entscheidungsbefugnisse zu bekommen, die vergleichbar wären mit 51 Prozent, so wäre solch eine Investition in 49 Prozent der Anteile doch interessant! Warum investiert aber niemand, und kauft wenigsten diese 49 Prozent?

    1. Anton

      Warum denn? Weil Investoren, die in diesen Größenordnungen investieren kein Interesse daran haben, dass ihr Geld von unprofessionellen Vereinsfunktionären verplempert wird und sie keine Möglichkeit haben, etwas dagegen zu tun.
      Warum investieren große Firmen beim FCB – weil der Vorstand mit Profis besetzt ist. Ein Dresen ist eben kein “verdientes Vereinsmitglied” sonder ein Profi im Finanzsektor. Und das gilt eben auch für andere. Warum wollte der Aufsichrsrat keinen Lahm im Vorstand – weil ihm jegliche professionelle Ausbildung und Erfahrung fehlte.
      Ein Sammer war zuerst Trainer und dann Sportdirektor im DFB- der hatte seinen Vorlauf.
      Warum soll ein Investor im Millionenbereich investieren ohne Mitspracherecht zu haben,weil er ja keine Stimmenmehrheit bekommt. Investoren sind im Normalfall knallharte Geschäftsleute – und so denken und handeln sie dann auch.
      Ein Hopp hat SAP aufgebaut, ein Mateschitz Red Bull, auch ein Kind ist fast eine Milliarde schwer. Und solche Leute sollen ihr Geld in einen Verein stecken, in dem sie praktisch nichts zu sagen haben? Die sind doch nicht irre!
      Das muss man schon so verrückt, wie ein Kühne sein, der jahrelang jedes Jahr eine zweistellige Millionensumme in seinen Lieblingsverein steckte und mit ansehen “durfte” wie das völlig chaotische Management den Laden langsam aber sicher vor die Wand fuhr.

    2. eigentor

      “Warum investiert aber niemand, und kauft wenigsten diese 49 Prozent?”

      Weil er dann, wenn es dumm läuft, überstimmt werden kann und sein “Investment” in Bahnen gelenkt werden kann, die ihm nicht schmecken. Dieses Risiko geht kein Geschäftsmann ein.
      Darum ist ja das FCB-Modell für Investoren so attraktiv. Deren Interessen werden wirkungsvoll vertreten im Aufsichtsrat, in dem die Mehrheit der Mitglieder des e.V. (die Stimmenmehrheit) exakt so viel Einfluß hat, wie Jörg es oben beschrieben hat.

      1. eigentor

        sorry, meine Antwort überschneidet sich mit der von Anton, die ich nicht kannte, als ich auf “abschicken” drückte.

      2. Osrig

        @Anton und Eigentor:
        Mir ist schon klar, dass niemand in größerem Rahmen investiert, wenn er keine Mitsprache hat bzw. nicht mit entscheiden darf. Deswegen meine ich ja auch, dass es bestimmt rechtliche Konstrukte gibt, die solch ein Mitentscheidungsrecht ermöglichen, auch wenn formal die 50+1 Regel eingehalten wird.
        Wenn dem so ist, könnte ja größer investiert werden! Aber wer macht das?

        @JO zufolge gibt es tatsächlich einige Vereine, die in größerem Stil Investoren dabei haben, besonders eindrücklich für mich dabei Stuttgart und Frankfurt.
        Aber wie auch schon von euch erwähnt:
        Der Investitionsrahmen liegt im Bereich zweistelliger Millionensummen, was nicht viel ist im Vergleich zu anderen europäischen Ligen. Der Maßstab ist aber sicherlich der Wert der Vereine, und der scheint dann ja unter dem Strich auch nicht viel höher zu sein. Somit wäre die Frage, wie den Vereinen der BL eine spürbare Wertsteigerung gelingen kann, die dann ja selbst bei 49 Prozent Investitionsvolumen ein sattes Plus bedeuten würde?

    3. Jo

      “Warum investiert aber niemand, und kauft wenigsten diese 49 Prozent?”

      Das geschieht doch schon.

      Der VfB hat ca. 12% der Anteile für ca. 40 Mio € an Daimler verkauft. Für weitere Anteilsverkäufe werden noch Investoren gesucht. Das Modell ist ähnlich wie bei Bayern.

      Der FC Augsburg hat 99% seiner Anteile (in einem BVB-ähnlichen Modell) an eine Investorengruppe um den damaligen Präsidenten verkauft. Diese Investorengruppe wurde nun durch eine Gruppe, die sich um den neuen Präsidenten gebildet hat abgelöst. Es ging dabei wohl um erkleckliche zweistellige Mio.-Beträge.

      Hertha hat einen etwas komplexeren Deal mit KKR, wobei im Ganzen um die 60 Mio geflossen sein sollen. Dabei ist auch ein Anteilspaket von ca. 10% über den Tisch gegangen.

      Frankfurt hat über eine Fußball-AG ca. 33% seiner Anteile an diverse Investoren veräußert. Auch hier bewegt sich dieses Investment im zweistelligen Mio-Bereich.

      Insgesamt dürften alle die genannten Beispiele mit ihren jeweiligen Geschäften aktuell hochzufrieden sein. Das gilt natürlich aber erst mal nur “Stand heute”. Wie nachhaltig das sein wird. wird man wohl erst in Jahren/Jahrzehnten sehen.

      Wobei man bei diesen hier akuten Summen auch die Grenzen dieser Modelle sehen kann.
      Einem VfB helfen 40 Mio. aktuell natürlich deutlich weiter. Allerdings sind das keine Summen mit denen einem FCB oder der erweiterten europäische Elite Konkurrenz gemacht werden könnte. Da müsste man nicht über ein paar dutzend sondern über ein paar Hundert Mio. Euros reden.

      1. Anton

        …helfen 40 Mio natürlich weiter. Da sind wir dann wieder am Punkt. Für DB ist das eine Größenordnung, die schon fast unter Werbung abgeschrieben wird. Macht sich natürlich gerade in Stuttgart gut.

        Für ein wirkliches Investment braucht man eben ganz andere Summen und da werden sich Investoren ganz genau die entsprechenden Vereinsstrukturen ansehen, um eben sicher zu sein, nicht Unsummen durch falsches Management in den Sand zu setzen zu lassen, ohne die Möglichkeit der Kurskorrektur zu haben.

        Also entweder – siehe Uerdingen – 50+1 aushebeln oder sein lassen.

  14. Marco05

    Vielleicht würde ich den Text in Teilen ja ganz gut finden, wenn ich mich nicht schon in der Einleitung über “populistische Scheiße” ärgern müsste und schon im ersten Satz klar ist, wo die Reise hingeht.

    Der Herr Nandelstädt, ach, der Christian (der ja auch Uli Hoeneß duzt, also was solls) mag zum Teil nicht verkehrte Ansichten haben, mir geht aber seit Jahren diese dogmatische Anti-Hoeneß-Haltung gegen den Strich. Da ist nichts mehr von journalistischer Objektivität. Insofern unterscheiden sich die Inhalte vielleicht inhaltlich qualitativ ein Stück weit von dem Massen-Journalismus der genannten Formate, aber nicht in Bezug auf Populismus und Polemik.

    Zum Thema vielleicht nur: man kann auch für etwas sein, ohne es selbst zu wollen, man kann auch Demokrat sein und dennoch für seine Meinung eintreten. Hoeneß wird beides nicht zugestanden und ich frage mich warum. Dieser fortwährende Kleinkrieg nervt. Ich sehe weiß Gott nicht alles positiv was Hoeneß verzapft und tendenziell wird es auch weniger. Ich weigere mich aber ihm jedes Wort negativ auszulegen. Darum finde ich es fast etwas schade, dass man auf MSR jetzt zum wiederholten Mal dafür eine Plattform bietet.

    Wie gesagt, gerne kritisch aber differenziert. Ungerne mit vorgefasster, festgefahrener Meinung und Pseudo-Objektivität, auch wenn fachlich ordentlich.

    1. Jo

      “…und schon im ersten Satz klar ist, wo die Reise hingeht.”
      Man merkt die Absicht und man ist verstimmt, kann ich dazu nur sagen.

      So was mag in der eigenen Filterblase funktionieren, wo Hoeneß-Bashing (oder wer eben gerade das angesagte Opfer ist) qualitätsunabhängig immer für einen Schenkelklopfer gut sein mag.
      Hier wirkt das ziemlich deplatziert.

      1. Anton

        Aber wenn doch so viele den Auftritt von Hoeneß gut fanden, muss doch wenigstens wieder einer den Zeigefinger heben und all den “verblendeten Fans” wieder die richtige Denkweise nahebringen.

        Und wehe es zeigt sich in der Zukunft, dass ein Hoeneß mit seinen Aussagen recht hatte, dann haben es wieder alle – auch die Kritiker- doch schon immer gewußt.

      2. Ibiza

        bin da voll bei euch.

        Und ich muß auch sagen – dass dann gerade hier dieser “Höneß” Zerpflück-artikel (wie weiter oben zu FR7s auch sehr gutem Kommentar schon ausgeführt – es gab total viele gute und für FCBfans interessante Aussagen in dem Interview – kaum etwas davon tangiert unseren Verein aber so wenig wie die hier endlos breitgewalzte 50+1 Geschichte, die bestenfalls paar Minuten von 111 des Interviews ausgemacht hatte) dann so toll unverfälscht wiedergegeben wird, ist für mich schon ziemlich befremdlich.

        Eben ähnlich wie einige weiter oben es (ähnlich wie ich) es befremdlich fanden, dass Özil hier offensichtlich wie ne “heilige Kuh” behandelt wurde. Und das nachdem er sich etwas geleistet hat, wofür JEDER Nationalspieler völlig egal welcher Herkunft massivst kritisiert (und völlig zurecht) worden wäre. Und eben dieser Nationalspieler darf jetzt dann noch nicht mal mehr SPORTLICH kritisiert werden und der ganz ganz Böse ist am Ende unser Präsident weil er sich dazu erdreistet hat??

        Nur weil paar Idioten Politiker (der aus der tradionellen Partei mit dem “Ziegenficker” Spruch hat dafür immerhin mit einen Amtsrücktritt bezahlen müssen) sich da dann völlig daneben benehmen (wann tut das eine AFD denn bitte nicht) soll dann unser Präsident, wenn er zum Rücktritt von Özil befragt wird, seine offensichtlich sehr lange aufgebaute (oder wohl besser aufgestaute) Meinung zur sportlichen Bedeutung von Özil nicht sagen dürfen, sondern schön einen Maulkorb bekommen???? Also bitteschön…

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