Das Ende einer Ära: Thomas Müller verlässt den FC Bayern
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Müllers Worte in seinem Abschiedsbrief sind typisch für ihn: loyal, professionell, stets den Verein über sich stellend. „Auch wenn dies nicht meinen persönlichen Wünschen entsprach, ist es wichtig, dass der Verein seinen Überzeugungen folgt“, schreibt er auf Instagram.
Eine klare Botschaft macht er dabei: Er hätte weitergemacht, hätte weiter gekämpft, selbst in einer kleineren Rolle. Doch die Bayern haben entschieden – und Müller akzeptiert es, ohne öffentlichen Groll.
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Thomas Müller und der FCB: Die Kommunikation wirft Fragen auf
Doch gerade diese Art der Kommunikation wirft Fragen auf. Warum wurde der Abschied einer solchen Ikone nicht gemeinsam, nicht mit einer großen Geste inszeniert? Warum preschte Müller mit seinem Instagram-Post vor, während der Verein erst eine halbe Stunde später mit einer Pressemitteilung folgte? Bei seinem DFB-Abschied gab es ein emotionales Video, bei Bayern wirkt es wie ein Verwaltungsakt. Das passt nicht zu einem Spieler, der stets für Nähe zu den Fans stand.
Die kalte Logik des Fußballs – und was dabei verloren geht
Harry Kane brachte es auf den Punkt: „Ich würde es lieben, wenn Thomas bleibt.“ Viele Spieler, Fans, auch ich persönlich und eventuell auch der Trainer hätten sich das gewünscht. Doch die Verantwortlichen entschieden anders.
Klar, der Fußball ist ein Business und irgendwann müssen auch Legenden gehen. Aber bei Müller geht es nicht nur um sportliche Leistung – es geht um Identität, um Vorbildfunktion, um Führung. Gerade in einer Phase, in der der FC Bayern nach einer neuen sportlichen Ausrichtung sucht, wäre ein Thomas Müller als Brückenfigur durchaus wertvoll gewesen.
Aber anscheinend wurde bei den Vertragsverlängerungen von Davies, Kimmich und Musiala (die alle ohne Zweifel wichtig sind) doch sehr hoch gepokert. Für einen Müller-Vertrag (der mit Sicherheit auch nicht gering dotiert gewesen wäre) fehlte da offensichtlich der finanzielle Spielraum.
Auch wenn Thomas Müller sportlich in dieser Saison bisher keine Hauptrolle mehr spielte, wird er nach der Verletzung von Jamal Musiala eventuell doch noch mehr Einsatzzeiten bekommen, als erwartet. Und eine ähnliche Rolle hätte auch in der nächsten Saison durchaus Sinn ergeben können.
Aber für das Bleiben einer symbolischen Brückenfigur oder einen würdevollen Abschied ist in der kalten Logik des Fußballs kein Platz mehr. Schade.
Die einmalige Karriere des Thomas Müller
Über 700 Spiele, zwölf Meisterschaften, sechs DFB-Pokale, zwei Champions-League-Titel, unzählige unvergessene Momente – Thomas Müller ist einer der größten Spieler der Vereinsgeschichte. Er war nie der ultimative technisch perfekte Fußballer, aber er war klug, der „Raumdeuter“, immer leidenschaftlich und immer da, wenn es drauf ankam.
Sein Humor, seine Bodenständigkeit und seine Liebe zum Verein machten ihn zum absoluten Fanliebling. Eventuell bildet die Club-WM oder das „Finale Dahoam“ einen letzten Höhepunkt auf Müllers Karriere, aber auch ohne diese, bleibt Thomas Müller natürlich einzigartig.
Auf jeden Fall beginnt nun ein neues Kapitel – für Müller und für den FC Bayern. Ob er seine Karriere im Ausland ausklingen lässt oder ganz aufhört, bleibt abzuwarten. Eins ist sicher: Der FC Bayern wird nie wieder einen wie ihn haben. Und die Fans werden ihm hoffentlich etwas schenken, was im modernen Fußball selten geworden ist – ewige Treue.
Thomas Müller geht, aber seine Legende bleibt. Sein Abschied zeigt die harte Realität des Profifußballs – doch sein Vermächtnis wird unsterblich sein. Mia san mia war nie so wahr wie mit ihm.
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