Statsbomb-Analyse: Wie gut Bayern im Herbst wirklich war

Steffen Trenner 07.01.2016

Bemerkenswert ist vor allem wie gut es dem FC Bayern gelang durch quantitativ und räumlich hohen Ballbesitz den Gegner weit vom eigenen Tor fern zu halten. Nicht einmal sieben Torschüsse ließen die Münchner demnach pro Spiel im Verlauf der Hinrunde zu. Ein historischer Tiefstwert. Bayern spielte als einzige Bundesliga-Mannschaft im Schnitt mehr erfolgreiche Pässe in der Zone bis zu 20 Meter vor dem gegnerischen Tor, als der Gegner es vor Neuers Tor überhaupt versuchte.

Zudem zwang das hohe Pressing den Gegner zu einer hohen Anzahl ungenauer und ungefährlicher langer Pässe ins Offensivdrittel. Obwohl der Hauptfokus der Berichterstattung verständlicherweise auf der häufig spektakulären Offensive lag, spielte Bayern in Phasen der Hinrunde klammheimlich das effektivste Pressing der Bundesliga. Ward bringt es auf den Punkt:

For a few weeks before the injury problems hit, it was a pleasure to just enjoy a team who seemed to have almost solved the game.
Dustin Ward, Statsbomb.com

Auch wir hatten uns damit auf dem Höhepunkt der Münchner Leistungsfähigkeit rund um das 5:1 gegen den FC Arsenal befasst. Damals eher mit Blick auf die kaum zu stoppende Offensive mit fünf echten Playmakern auf dem Feld.

Verletzungen als größtes Risiko

Mit Blick auf die Rückrunde sieht er vor allem Verletzungen als größte Gefahr. Das Fehlen von Douglas Costa, Arjen Robben und Franck Ribéry zum Ende der Hinrunde sei demnach auch in nachlassenden Statistiken ablesbar gewesen. “Bayern’s performance dropped from unstoppable to a great, but not truly dominant level.”

Eine Einschätzung, die auch an die vergangene Saison erinnert, als die Münchner in der entscheidenden Phase den Ausfall von Robben und Ribéry nicht auffangen konnten, weil ähnliche Spielertypen im Kader fehlten. Durch die Verpflichtungen von Coman und Costa wurde hier Abhilfe geschaffen. Trotzdem zeigte auch die Hinrunde der laufenden Saison, dass der breitere Kader nicht alles auf Top-Niveau kompensieren kann.

Insgesamt eine sehr feine Analyse mit vielen öffentlich nicht zugänglichen Statistiken. Klare Leseempfehlung:

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