Statsbomb-Analyse: Wie gut Bayern im Herbst wirklich war

Dustin Ward vom englischen Fußball-Statistik-Blog Statsbomb hat zur Bundesliga-Halbzeit eine bemerkenswerte Analyse zu den Stärken und Schwächen des FC Bayern und Borussia Dortmund in der ersten Saisonhälfte angefertigt. Der Text unterstreicht welch historische Dominanz das Spiel der Münchner in Phasen der Hinrunde hatte.

Bemerkenswert ist vor allem wie gut es dem FC Bayern gelang durch quantitativ und räumlich hohen Ballbesitz den Gegner weit vom eigenen Tor fern zu halten. Nicht einmal sieben Torschüsse ließen die Münchner demnach pro Spiel im Verlauf der Hinrunde zu. Ein historischer Tiefstwert. Bayern spielte als einzige Bundesliga-Mannschaft im Schnitt mehr erfolgreiche Pässe in der Zone bis zu 20 Meter vor dem gegnerischen Tor, als der Gegner es vor Neuers Tor überhaupt versuchte.

Zudem zwang das hohe Pressing den Gegner zu einer hohen Anzahl ungenauer und ungefährlicher langer Pässe ins Offensivdrittel. Obwohl der Hauptfokus der Berichterstattung verständlicherweise auf der häufig spektakulären Offensive lag, spielte Bayern in Phasen der Hinrunde klammheimlich das effektivste Pressing der Bundesliga. Ward bringt es auf den Punkt:

For a few weeks before the injury problems hit, it was a pleasure to just enjoy a team who seemed to have almost solved the game.
Dustin Ward, Statsbomb.com

Auch wir hatten uns damit auf dem Höhepunkt der Münchner Leistungsfähigkeit rund um das 5:1 gegen den FC Arsenal befasst. Damals eher mit Blick auf die kaum zu stoppende Offensive mit fünf echten Playmakern auf dem Feld.

Verletzungen als größtes Risiko

Mit Blick auf die Rückrunde sieht er vor allem Verletzungen als größte Gefahr. Das Fehlen von Douglas Costa, Arjen Robben und Franck Ribéry zum Ende der Hinrunde sei demnach auch in nachlassenden Statistiken ablesbar gewesen. “Bayern’s performance dropped from unstoppable to a great, but not truly dominant level.”

Eine Einschätzung, die auch an die vergangene Saison erinnert, als die Münchner in der entscheidenden Phase den Ausfall von Robben und Ribéry nicht auffangen konnten, weil ähnliche Spielertypen im Kader fehlten. Durch die Verpflichtungen von Coman und Costa wurde hier Abhilfe geschaffen. Trotzdem zeigte auch die Hinrunde der laufenden Saison, dass der breitere Kader nicht alles auf Top-Niveau kompensieren kann.

Insgesamt eine sehr feine Analyse mit vielen öffentlich nicht zugänglichen Statistiken. Klare Leseempfehlung:

Miasanrot Patreon

Abonniere unsere Beiträge!

Twitter & Facebook

Folge uns über Social Media

Du willst die aktuellsten und wichtigsten News zum FC Bayern lesen? Folge uns auf Twitter @miasanrot oder like unsere Facebook Seite.

Folgen

Leserkommentare
  1. Guardiola “erfindet” mit seinen ständigen und intelligenten Positions- und Systemwechseln, ein im Fußball in dieser Form neuartiges, wegweisendes Spielsystem.
    Das hat er erfolgreich in Spanien (Barcelona) und Deutschland (Bayern) instaliert und praktiziert. England wird seine nächste Station sein und auch dort will er “sein” System, wenn auch mit noch mehr Wiederstand durch den englichen “Hauruck” Fußball, spielen lassen.
    Ich bin sicher, dass erst in Jahren vielen Fans ein Licht aufgeht, welch ein visionären, erfolgreicher Trainer auch 3 Jahre in Deutschland gewirkt und gelehrt hat.
    Die Bayern profitiern davon, denn Ancelotti ist zu erfahren, den erfolgreichen Pepschen Fußballstil, grundlegend zu verändern.

    1. MiMarcus

      Ancelotti könnte wie Heynckes auftreten, veredeln und (hoffentlich) weitere Erfolge einfahren.

  2. Axel

    Ich habe aufgrund von Entzugserscheinungen über die Feiertage öfter mal Premier League geschaut, was ich so noch nie gtan hatte. Und ehrlich gesagt war ich ziemlich sprachlos. Ich hätte mir von den Top-Teams der Insel wirklich besseren Fußball erwartet. Das war ein Klassenunterschied und jetzt bin ich überzeugt, dass der FC Bayern der letzten Jahre nicht nur die Bundesliga, sondern auch die Premier League deutlich anführen würde. Aber vielleicht hinkt der Vergleich….

    1. Jo

      ..und deshalb wird das Wirken von Pep in der PL so spannend. Unabhängig von bayrischen Befindlichkeiten: Man kann sehr gespannt sein, was er da bewegen wird.

      1. Osrig

        Er wird dort soviel bewegen, dass die englischen Mannschaften sehr schnell spitz kriegen werden, dass es besser ist, mit 10 Mann in und um den eigenen Strafraum zu verteidigen und vorn auf den Lucky punch zu hoffen, als Pep’s Team mit Kick-and-rush ins offene Messer zu laufen^^
        Spannend wird es sein, zu sehen, ob und auf welche Art und Weise Guardiolas neue Mannschaft Kontertore verteidigen wird. Ob sie da erfolgreicher sein wird, als unser FCB, da erlaube ich mir gewisse Zweifel^^

  3. […] beim FC Arsenal blieben in Erinnerung, ansonsten konzentrierte sich Neuer hinter eine defensiv historisch starken Defensive meist auf seine Qualitäten als mitspielender Torwart, der Guardiola einzigartige Möglichkeiten im […]

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Miasanrot.com — Der FC Bayern München Blog