FC Bayern: Spieler des Monats Oktober: Choupo-Goating

Daniel Trenner 09.11.2022

Als Julian Nagelsmann Eric Maxim Choupo-Moting am 16. Oktober gegen den SC Freiburg von der Leine ließ, spotteten die Beobachter noch. Selbst unser Autor Justin – schon seit Mainzer Tagen bekennender Choupo-Fan – konnte es sich nicht verkneifen, ein bisschen mitzumachen. Die Witze und Blödeleien gingen natürlich weiter, als “Choupo” den Platz mit zwei Scorerpunkten verließ. Keiner konnte ja ahnen, dass wir nur am Anfang etwas ganz Großem standen.

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Eine unfassbare Serie

Drei Tage später im Pokal gegen Augsburg gab es von allem etwas mehr, Choupo-Moting spielte etwas länger, ihm gelang ein Tor mehr und schlussendlich waren es diesmal ganze drei Scorerpunkte, die auf sein Konto gingen. Ganz so viele Scorer sollte er zwar nicht mehr auf einem Schlag einheimsen können, doch die Ketchup-Flasche von Choupo-Motings Torausbeute war nun angebrochen und die Treffer sprudelten kontinuierlich nur so heraus.

Es folgte je ein Treffer gegen Hoffenheim und Barcelona, bevor er im persönlichen Heimspiel gegen Mainz zu seinem gewohnten Hauptgericht des Tores auch noch einen Assist als Beilage servierte. Zum Monatswechsel beschenkte er sich gegen Inter mit seinem schönsten Treffer, einem Wahnsinsstrahl in den Winkel, ehe der Deutsch-Kameruner gegen Hertha dann endlich auch mal wieder doppelt einnetzen durfte.

Glück?

Oftmals wird über Choupo-Moting derzeit gesagt, er würde ja nur einen Lauf haben, und seine Torausbeute sei eine Anomalie. Doch die Tore, mit denen diese Theorie bewiesen werden soll, werden falsch ausgewählt. Es sind nicht seine Arbeitstore gegen Berlin oder Abstauber gegen Barcelona, die Zeugnisse von Glück mit sich tragen. Es ist auch nicht der sicher außergewöhnliche, aber absolut genau so gewollte Weitschuss gegen Inter. Es sind die Tore aus spitzem Winkel, die man nur schwerlich ohne die Termini “Spielglück” oder “Lauf” erklären kann.

Gleich drei Tore erzielte Choupo-Moting abgeschlagen von der rechten Strafraumecke aus spitzestem Winkel. Immer schlug er neben den verdutzten Torhütern ein, die entweder zu spät (Freiburg), zu früh (Augsburg) oder zu breitbeinig (Barcelona) (re)agierten. Immer wieder scheint Choupo-Moting das Glück zu pachten, ja förmlich anzuziehen. Neuerdings tunnelt er Keeper gar im Grätschen. 

Herrmann Gerland meint immer Glück sei Können und bei Choupo-Moting ist schon sehr viel Können dabei. Sein feines Gespür für den Abpraller, seine Qualitäten beim Bälle halten und verteilen, seine unterschätzten Stärken im Kopfball, Dribbling und Passen. Und doch ist es wohl bedauerlicherweise nicht nur Können, das die Keeper reihenweise tunnelt oder daneben greifen lässt. Glück ist auch dabei.

Der beste Stürmer Deutschlands

Morgen wird Hansi Flick seinen Kader für die Weltmeisterschaft in Katar bekannt geben. Ein Name, der nicht fallen wird, ist Eric Maxim Choupo-Moting. Und das, obwohl der in Hamburg geborene Choupo-Moting als Jungspund für die U21 Deutschlands auf Torejagd ging. Im Jahr 2010 vor der WM in Südafrika entschied sich der damals 21 Jährige gegen sein Geburtsland und für die Heimat seines Vaters, Kamerun.

Mit ihnen konnte er zwar gleich zweimal an einer WM teilnehmen, doch ein Tor oder auch nur ein einziger Punkt war ihm bislang nicht vergönnt. Ob er sich wohl ärgert, sich gegen den DFB entschieden zu haben? Der DFB jedenfalls wird sich sicherlich ärgern, nicht mehr um ihn gekämpft zu haben. Heute nämlich wäre er Stammspieler bei Hansi Flick. Erwiesenermaßen funktionierend in Ballbesitz-Teams, dazu Wandspielerqualitäten und spielstark: Nach so einem Spieler lechzt Flick, wie zuvor schon Joachim Löw.

Doch damals, im Jahr 2010 konnte ja keiner ahnen, dass Deutschland einfach aufhören würde, Mittelstürmer zu produzieren. Miroslav Klose und Mario Gómez waren vor ihm, Lukas Podolski noch nicht vollständig von der Mittelstürmerposition abgezogen und das Mittelstürmertalent des besten Torjäger von ihnen allen, Thomas Müller, war da noch gar nicht erst erkannt. Selbst ein Stefan Kießling schaffte es nie sich in der Nationalelf festzuspielen, nur logisch, dass Choupo-Moting da das Weite suchte.

Im Fußball mag es offiziell keine doppelte Staatsbürgerschaft geben, doch in diesem Fall spielt der beste deutsche Stürmer eben für Kamerun. Bei den Superlativen müssen wir hier indes nicht aufhören. Ein Goat mag Choupo-Goating zwar nicht sein, doch der beste Stürmer der Welt ist er allemal. Im Monat Oktober jedenfalls.

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