Scouting-Report: Leon Goretzka

Die Saison 2017-2018 ist nun Geschichte. Mit Niko Kovac beginnt nun eine neue Ära, die hoffentlich von Erfolg geprägt ist. Zu Beginn der Vorbereitung wird einer der Neuzugänge wahrscheinlich noch nicht mit dabei sein. Nach der Berufung in der vorläufigen WM-Kader macht sich Leon Goretzka, der ablösefrei von Gelsenkirchen nach München wechselt, berechtigte Hoffnungen auf eine Teilnahme an der WM.

Mit der Verpflichtung von Leon Goretzka schafften es die Bayern eines der größten deutschen Talente nach München zu lotsen. Bereits vor seinem Wechsel zu Schalke 04 wurde den Bayern das Interesse an Goretzka nachgesagt. Gerade Herrmann Gerland, der weiterhin gute Beziehungen nach Bochum hat – Goretzkas damaligen Verein – pflegt, drängte auf einen Transfer des Youngstars. Fünf Jahre später wechselt der mittlerweile 23-jährige Goretzka also nach München. Was zeichnet ihn aus? Warum war er in Europa so begehrt?

Der Spielertyp Leon Goretzka

Leon Goretzka vereint eine Vielzahl von Eigenschaften. Grundsätzlich fühlt er sich in höheren Zonen auf dem Feld wohler. Seine vertikalen Vorstöße und Dribblings können diesbezüglich zu seinen großen Stärken gezählt werden. Auch sein Passspiel ist auf einem sehr hohen Niveau. Er ist in der Lage den finalen Pass im Angriffsdrittel zu spielen. Doch auch die kurzen Pässe im Spielaufbau beherrscht Goretzka und kann damit die Sechserposition ohne Probleme bekleiden. Gegen den Ball profitiert der Nationalspieler besonders von seinen körperlichen Fähigkeiten. Zu seinen Stärken komme ich im Detail noch einmal im Laufe des Artikels.

Sein breit gefächertes Fähigkeitenprofil erlauben es einem Trainer Leon Goretzka auf vielen Positionen einzusetzen. Gerade bei der Konkurrenzsituation im Mittelfeld der Münchner ein Vorteil, um regelmäßig Spielzeit zu erhalten. Sein Ex-Trainer Domenico Tedesco ließ seine Mannschaft in der abgelaufenen Saison hauptsächlich in einem 3-4-3 agieren. Goretzka spielte dabei die meiste Zeit neben Max Meyer auf der Sechserposition. Hier hatte er aber den offensiveren Part inne und konnte so seine Stärken im Angriffsdrittel besser einbringen. Max Meyer kümmerte sich meist um den Spielaufbau.

Auch Niko Kovac könnte bei den Bayern auf eine Dreierkette setzen, wie er es bereits in Frankfurt tat. Goretzka könnte dabei als Sechser neben einem spielstärkeren Akteur wie Sebastian Rudy oder Thiago auflaufen. Dabei würde er wie auch schon auf Schalke den offensiveren Part bekleiden. Neben der Sechserposition ist Goretzka aber auch auf einer der Zehnerpositionen in Kovacs 3-4-2-1/3-4-3 auflaufen. Seine Fähigkeit Schnittstellenpässe zu spielen würde auf der Zehn noch besser genutzt werden. Darüber hinaus ließ Joachim Löw ihn bei der Nationalmannschaft auf der rechten Seite spielen. Goretzka bringt die athletischen und technischen Fähigkeiten mit, um bei Niko Kovac möglicherweise eine der Flügelverteidigerpositionen zu bekleiden. Jedoch wird es dort mit beispielsweise Joshua Kimmich andere Kandidaten geben.

Leon Goretzka mit einem der aktuellen Bayern-Akteure zu vergleichen ist eher schwieriger. Corentin Tolisso kommt Goretzka vielleicht am nächsten. Auch Tolisso agiert eher etwas offensiver und kann mit seinen Dribblings für Gefahr sorgen. Allerdings sind Goretzkas Fähigkeiten im Passspiel stärker einzuschätzen als die des Franzosen. Gerüchte darüber, dass Goretzka Sebastian Rudy ersetzen könnte, sollten nicht zu ernst genommen werden. Die beiden Spieler sind von ihrer Spielweise und Rolle in einer Mannschaft grundverschieden. Arturo Vidal könnte Probleme bekommen. Leon Goretzka besitzt ähnliche Fähigkeiten wie der Chilene, ist aber zusätzlich im Passspiel, bei der Entscheidungsfindung und unter Druck stärker. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Arturo Vidal den Verein im Sommer verlässt.

Der Mann für den letzten Pass

Gehen wir aber davon aus, dass er als Sechser oder höherer Achter auflaufen wird. Speziell für das Zentrale Mittelfeld bringt er alle Anlagen mit. Goretzka besitzt eine gute Übersicht und eine saubere Technik. Aus dem zentralen Raum heraus konnte er hin und wieder mit guten Vertikalpässen die Schalker Offensivspieler einsetzen. Auch sonst bietet er sich meist gut an und ist in der Lage die Ballzirkulation am Laufen zu halten.

Allerdings ist er in diesen Bereichen nicht mit Akteuren wie Thiago und James zu vergleichen. Goretzka fühlt sich in höheren Zonen wohler. Dort kann er auch unter Druck den Ball behaupten und schnell in die Spitze weiterleiten. In der Rückrunde zeigte er gegen die Bayern beispielsweise eine starke Leistung und schaffte es nach einer Balleroberung im genau richtigen Moment den Pass zwischen die Linien zu spielen.

Speziell seine Pässe in die Tiefe zeugen von einem guten Spielverständnis und Gefühl für die Dynamik des Spiels. Er spielt diese Steilpässe sehr oft im richtigen Moment, mit der richtigen Geschwindigkeit und half diese Saison so, der schwächelnden Schalker Offensive Akzente zu verleihen. Beispielsweise konnte Goretzka durch einfache Ablagen mit dem ersten Kontakt die Schalker Stürmer, meist Guido Burgstaller einsetzen. Neben seiner guten Übersicht und Technik sind auch seine Bewegungen ohne Ball sehr intelligent. Er erkennt freie Räume in der gegnerischen Defensive frühzeitig und ist dabei sehr schwer zu verteidigen.

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Die Besonderheit von Leon Goretzka

Wer an die Stärken von Mittelfeldspielern denkt, wird in aller erster Linie an das Passspiel, die Zweikampfführung oder das Stellungsspiel denken. Jedoch spielt auch das Dribbling eine wichtige Rolle für zentrale Mittelfeldspieler, man denke nur mal an Andres Iniesta. Auch Thiago zeigt hin und wieder, dass Dribblings helfen können, die gegnerischen Linien zu überwinden.

Leon Goretzka ist ebenfalls ein guter Dribbler. Im Vergleich zu Iniesta sind seine Dribblings auf das Überbrücken von größeren Räumen ausgelegt. Gerade in Kontersituationen, wenn er etwas mehr Raum erhält kommt ihm das zu Gute. Doch auch bei Schalke konnte man gelegentlich beobachten, wie Goretzka gerade über die Außenbahn oder den Halbraum durch schnelle vertikale Vorstöße mit dem Ball am Fuß für Probleme beim Gegner sorgen konnte.

Er schafft es dabei, eine elegante und enge Ballführung mit seinen körperlichen Vorteilen zu vereinen. Seine Größe und relative Robustheit helfen ihm dabei den Ball geschickt abzuschirmen.

Auch ohne Ball bewegt sich Leon Goretzka sehr intelligent. Seine vertikalen Vorstöße aus der Tiefe sind sehr effektiv und schwierig zu verteidigen. Meist bewegt er sich nämlich recht spät in die Tiefe und lauert am Sechzehner auf Hereingaben in den Rücken der Abwehr. Dabei nutzt er den Vorteil, dass sich viele Teams beim Verteidigen von Flanken zu sehr auf die Spieler im Sechzehner konzentrieren und die Absicherung nicht immer ideal ist. Gerade bei der Flankenlastigkeit des FC Bayerns wird Goretzka sich hin und wieder in guten Abschlusspositionen befinden.

Sein Tor gegen Mexiko beim Confederations Cup 2017 ist dabei ein sehr gutes Beispiel für seine Qualitäten. Nach einer Balleroberung leitet er den Konter mit einem Steilpass für Henrichs ein. Er erkennt im Laufe des Sprints, dass sich auf der linken Seite ein Mitspieler befindet, der von keinem Verteidiger verfolgt wird.

Dementsprechend bewegt sich der zentrale Akteur von Mexiko in Richtung linke Seite. Bei der Hereingabe von Henrichs muss er abstoppen, während Goretzka zuvor nicht in vollem Tempo nach vorne sprintete. Dafür hat er aber nun den Vorteil hat, dass er mit Geschwindigkeit vor dem Mexikaner am Ball ist und mit dem ersten Kontakt abschließen kann.

Seine Defensivqualitäten

In der Defensive kommen Goretzka seine körperlichen Gegebenheiten zu Gute. Durch seine lange Statur schafft er es im Zweikampf seinen Körper einfacher zwischen Ball und Gegner zu bekommen. Auch ermöglichen ihm seine langen Beine bei Tacklings an viele Bälle zu gelangen, die andere Akteure vielleicht nicht mehr erreichen. Darüber hinaus, findet er eine gute Balance zwischen aggressivem Anlaufen und abwartender Haltung.

Sein Stellungsspiel ist des Weiteren auf einem bereits hohen Niveau, nicht umsonst stellte Schalke 04 diese Saison eine der besten Defensiven der Liga. Goretzka kann besonders in Gegenpressing-Situationen Bälle gut abfangen und beweist auch sonst durch das Anpassen seiner Position seine Qualitäten.

Fazit

Leon Goretzka verfügt über eine Vielzahl an Qualitäten, die bereits jetzt auf einem hohen Niveau sind. In München will er den nächsten Schritt in seiner Entwicklung machen. Akteure wie Joshua Kimmich oder Niklas Süle können hier als Vorbild für ihn dienen. Welche Position er letztlich bekleiden wird, hängt natürlich auch von den Präferenzen von Niko Kovac ab. Ähnlich wie Joshua Kimmich hat 23-Jährige den Vorteil, dass er auf vielen Positionen auflaufen kann.

In der ersten Saison ist davon auszugehen, dass Goretzka noch kein Stammspieler ist. Er wird wahrscheinlich mit Tolisso um seine Minuten kämpfen. Die für ihn ideale Position wäre auf der Sechs zusammen mit einem Akteur, der das Aufbauspiel strukturiert. Thiago wäre hierfür der ideale Kandidat. Ein Mittelfeld bestehend aus Goretzka und Tolisso/Vidal würde für zu wenig spielerische Lösungen im Aufbau sorgen. Natürlich könnte Goretzka auch auf der Zehnerposition mit James auflaufen, das hängt aber von Niko Kovacs konkreten Ideen ab.

Langfristig traue ich Goretzka aber zu, sich zum Stammspieler zu entwickeln und ähnlich wie Joshua Kimmich einen großen Einfluss auf das Spiel des FC Bayern zu haben. Um den Sprung in die absolute Weltklasse zu machen, muss er sich in allen Bereichen noch ein wenig steigern und mehr Konstanz in seine Leistungen bekommen. Ein Trainer, der seine Fähigkeiten passend in das System einbaut, besonders seine Dribblings und Vorstöße ist unerlässlich.

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Leserkommentare
  1. wipf1953

    Erinnert mich an Olaf Thon.

  2. FR7

    Goretzka ist eine echte Granate und das auch noch ablösefrei(!). So jemand wäre diesen Sommer nicht für unter 70 Millionen über die Uefa Ladentheke gezogen worden. Barca, Liverpool, United, alle waren sie an ihm dran, aber wir bekamen ihn, echt geil! Dass sein Fähigkeitenprofil äußerst ausgeglichen ist ja allseits bekannt, gerade bei Ultimate Team Spielern. :D Ich sehe es auch so, dass Vidal diesen Sommer wohl gehen wird, sein Vertrag wurde immer noch nicht verlängert und das ist immer ein sehr starkes Indiz dafür, dass der Spieler verkauft wird, da er sonst nächsten Sommer ablösefrei wäre. Außerdem will Kovac scheinbar Sanches wieder zurück. Goretzka bekäme also einiges an Spielzeit. Bei einer Dreierkette könnte ich mir folgendes gut vorstellen: https://image.ibb.co/dYeFY8/Bildschirmfoto_2018_05_23_um_11_37_43.png
    Goretzka wird sich hoffentlich durchsetzen, der direkte Konkurrenzkampf mit Tolisso könnte beide in ihrer Entwicklung signifikant stärken.

    1. Rainer

      Sehr interessante Aufstellung. Dreierkette.(in der Rückwärts Bewegung je nach Gegner 4er oder 5er)Würde die Transferspekulationen bezgl. Pavard und Vogdt erklären. Mal ein ganz anderer Ansatz. Gegen Defensive Mannschaften aber eine tolle Sache.(für Süle und Boateng vom Speed her machbar, ich habe bei Hummels als zentralen Spieler einige Zweifel.)

    2. Lukas

      Oh ja diese Aufstellung ist echt interessant! Ich denke nur, dass Tolisso schlicht besser ist als Goretzka, da Bayerns Anforderungsprofil im Mittelfeld nun mal zu 80% aus Ballbehandlung, Übersicht und Passspiel besteht.
      Desweiteren halte ich deine Spekulation darüber, wer Goretzka alles wollte für albern. Zu Mourinho passt er gut, für Barca wäre die Verpflichtung ein reiner Witz. Das Gerücht kommt eh nur daher, dass deren Scouts bei Schalke waren. Da kann man sich doch sehr einfach ausrechnen, dass sie wegen Kehrer da waren.
      Ich denke nicht, dass Schalke für Goretzka von irgendeinem Verein mehr als 35-40 Mio bekommen hätte.
      Und die ganze Idee, dass man einen Spieler verpflichtet, nur weil man kann und weil andere ihn auch wollten, obwohl man ihn nicht braucht, zeigt ja das ganze Dilemma unserer sportlichen Führung

      1. FR7

        Diese “Spekulationen” sind in den meisten Fällen leider wahr. Heutzutage läuft sowas nicht mehr top secret im Hintergrund ab, dazu ist alles zu gut vernetzt. Ich kann dir jedenfalls sagen, dass Barcelona Goretzka ganz sicher haben wollte, aber Goretzka Deutschland (noch) nicht verlassen wollte. Denn gerade in der Zentrale suchen die Katalanen schon seit gut zwei Jahren händeringend nach jungem, dynamischen, spielstarken Personal, gerade im Hinblick darauf, dass es Iniestas letzte Saison war. Und dass Klopp Goretzka schon viel früher wohl auch gerne in Dortmund gesehen hätte ist kein sehr großes Geheimnis, so wurde es dann eben doch Keita nachdem Klopp schon vor dieser Saison einen Korb bekam. Weil Goretzka von Anfang an einen Wechsel zu Liverpool ausschloss, sein Berater ihr Interesse aber gerne für die Handgeld- und Gehaltsverhandlungen genutzt hat. Sag mal, hältst du eigentlich auch die Wechselabsicht von Lewandowski für Spekulation und peinlich? ;-)

        Und wie du darauf kommst, dass niemand für Goretzka mehr als 40 Mio zahlen würde wird sich mir wohl nie erschließen. Das ist heutzutage nur Kleingeld. Hätte Goretzka z.B. noch zwei oder drei Jahre Vertrag, wäre er deutlich teurer geworden als Sané. Er hätte den Rekord von Wolfsburgs De Bruyne Verkauf locker getoppt, in diesen verrückten Fußballzeiten wo Geld nichts mehr wert ist. Folgendes wäre dann nämlich passiert: Schalke will 70 Mio für Goretzka, Bayern zieht sich aus sämtlichen Verhandlungen zurück, weil zu teuer. Goretzka wechselt für 70-80 Mio nach Barcelona oder United, steigt dort zur Weltklasse auf und wir alle hier motzen herum warum der FC Bayern damals so günstigen Betrag nicht einfach gezahlt hat. DAS ist reine Spekulation, aber genauso eben schon öfter in der Vergangenheit passiert.

        Und was meinst du damit, “dass der FC Bayern einen Spieler verpflichtet nur, weil man ihn haben kann”? Goretzka ist 1. Deutscher Nationalspieler, 2. Jung und ambitioniert und 3. Schon seit einigen Jahren auf dem Wunschzettel von Bayern bzw. Gerland. Das ist seit Jahrzehnten Bayerns Beuteschema. Wie du also zu so einer Aussage kommst kann ich mir auch nicht erklären.

      2. Lukas

        Selbst, wenn dir der Präsident von Barcelona persönlich mitgeteilt hat, dass er Goretzka verpflichten wollte, solltest du immer noch davon ausgehen, dass er dich angelogen hat. Schau dir einfach an, wie Barcelona seit 10 Jahren Fußball spielt, schau dir dann an, wie Schalke und Goretzka Fußball spielen. Dann wirst du zu dem Schluss kommen, dass es einfach absurd ist, dass Goretzka da mitspielen soll. Auf alles andere werde ich nicht eingehen, da es, wie gesagt Spekulation ist. Natürlich will Klopp ihn, er passt ja auch perfekt zu Liverpool, in dem System hat er ja auch Weltklasse Potential. Und wir werden nie rausfinden, ob jemand mehr als 40Mio für ihn gezahlt hätte.

  3. Yilde

    Freue mich zwar sehr über den Transfer, befürchte aber ein bisschen, dass die hohe Konkurrenzsituation im Mittelfeld zum Problem wird. Das hängt natürlich stark davon ab, ob Vidal nun wirklich geht, oder nicht. Ich finde gerade Tolisso hat zum Ende der Saison einen riesigen Sprung gemacht. Würde mich da sehr freuen, wenn es für ihn Richtung Stammplatz geht. Sollte Vidal bleiben, haben wir da drei Spieler (Vidal, Tolisso, Goretzka) die schon sehr ähnliche Fähigkeitsprofile mit sich bringen, das kann eigentlich fast nicht gut gehen. Ich könnte mir zwar durchaus ein dreier Mittelfeld mit Thiago als tiefem 6er und Tolisso & Goretzka auf der 8 vorstellen, aber halt nur wenn die Verletzungssituation wieder so ist, dass James dauerhaft einen Offensivplatz im Kader einnimmt. Und dann wäre da ja immer noch Vidal..

    1. Done

      Ich kann mir nicht vorstellen, dass Vidal nächste Saison noch bei uns ist.

    2. Jo

      Ich würde das so sehen, dass analog der Argumentation von FR7 der Verein Vidal als auf dem Markt betrachtet.
      Wie das allerdings Vidal sieht, wäre wieder eine andere Frage.

  4. Ju

    Nun ist der Miasanrot-Artikel erschienen – und Goretzka damit zumindest für mich offiziell Teil des FC Bayern.

    Mit der Analyse bin ich jedoch nicht so wirklich d’accord. (Was nicht heißen soll, dass sie falsch ist – mein Eindruck kann ja ebenso nicht stimmen). Mein Bild von ihm ist jedenfalls eher jenes, dass seine zentrale (und besondere) Stärke sein vertikales und diagonales Bewegungsspiel ist, was ihn in Verbindung mit seiner etwas unorthodoxen aber effektiven Ballbehandlung und seinen wie beschrieben durchaus vorhanden Fähigkeiten im Dribbling zu einem ständigen Unruheherd in der gegnerischen Formation macht. Dabei ist er stets tor- oder zumindest durchbruchsorientiert. Sein Passspiel dagegen kam mir nie besonders erwähnenswert vor. Sicher, er hat ein Gespür für dynamische Situationen und kann daher in Umschalt- oder Kontersituationen die Mitspieler sinnvoll einbeziehen. Und auch die ein oder andere feine Kombination um schnell einen Raum zu überbrücken oder einen offenen Raum anzuvisieren ist von ihm zu erwarten. Kreatives Passspiel gegen tief stehende Gegner habe ich bisher allerdings kaum gesehen. Die besagten Schnittstellenpässe kann er sicher durchaus spielen; allerdings eher unter groberen (weiträumigeren) Rahmenbedingungen und nicht in der chirurgischen Präzision, die man beim Wort “Schnittstellenpass” durch die Assoziation mit Thiago, Schweinsteiger und James im Kopf hat. Ganze zwei Assists und lediglich 0,7 Keypässe pro 90 Minuten sprechen auch nicht unbedingt dafür, dass dieser Eindruck trügt.

    Speziell der Passus, Goretzka hätte ähnliche Fähigkeiten wie Vidal, sei aber “zusätzlich im Passspiel, bei der Entscheidungsfindung und unter Druck stärker”, vermittelt ein Bild, das ich so nicht ganz nachvollziehen kann. Vidals Passspiel ist weder sonderlich kreativ, noch emphatisch und teilweise zu leger. Man darf daneben jedoch nicht verkennen, dass Vidals Passtechnik, auch was weite Bälle betrifft, grundsätzlich sauberer als jene von Goretzka ist. Auch darf seine fehlende Pressingresistenz nicht dazu führen, seine teilweise absurd starken Weiterleitungen und Ballbehauptungen zu vergessen, wenn er durch unsaubere Anspiele der Mitspieler in direkte Zweikämpfe muss. Von seiner Klasse gegen den Ball möchte ich gar nicht anfangen. Und auch sonst sind sie eigentlich von der Nutzung ihrer Anlagen sehr unterschiedlich: Vidal ist in Positionierung und Ballaktionen dominant und stets (zu) präsent. Goretzka eher balancierend, unterstützend und gern etwas abseits der Ballungen platziert. Nicht falsch verstehen: Ich bin kein sonderlicher Freund des Spielers Vidal und würde seinen Verkauf begrüßen. Mir ging es nur darum, dass für meine Lesart durch diese Beschreibung ein falsches Bild von Goretzka entsteht.

    1. Done

      Ich denke Vidals herausragende Eigenschaft ist seine Mentalität, sein Kämpferherz, das beinahe Kahnsche “immerweiter”. Wurde er ja auch von KHR als “Krieger” begrüßt. Ob Goretzka diese Rolle übernehmen kann, möchte ich zumindest anzweifeln, da er mir diesbezüglich noch nicht aufgefallen ist, weder bei Schalke, noch bei den U-Mannschaften oder der N11.

    2. Lukas

      @JU
      Du hattest deine Einschätzung gegenüber den beiden schon mal unter einem anderen Artikel ausgeführt. Ich finde das auf jeden Fall ziemlich präzise analysiert, aber denkst du nicht, dass du ein bisschen vom Juve-Vidal sprichst, vielleicht auch noch das erste Jahr bei uns? Ich finde seine Antizipation und Handlungsschnelligkeit, haben wirklich stark nachgelassen. Abgesehen davon hast du mich langsam überzeugt: betrachtet man die beiden für sich, muss man sie echt als relativ unterschiedliche Spieler einordnen. Ich denke nur, nach wie vor, dass sie in Bayerns Spiel mit dem Ball beide eigentlich nur in der Lage sind, die Rolle eines Box-to-Box 8/10 einzunehmen…

      1. Ju

        @Lukas
        Habe Vidal bei Juve nicht allzu oft gesehen. Hab ihn da, ähnlich wie in der Nationalmannschaft, eher als höchsten Mittelfeldspieler in Erinnerung, der bei eigenem Ballbesitz extrem tororientiert agierte, sich durch seine recht hohe Grundposition aus dem Aufbauspiel aber weitgehend raushalten konnte. Bin ich da auf dem richtigen Dampfer?

        Seine Aktionen, bei denen er unter Gegnerdruck oder sogar bereits in den Zweikampf verwickelt noch irgendwas sinnvolles Zustande bekommt, hat er nach wie vor. Inwiefern die Quantität im Vergleich zu seiner Juve-Zeit abgenommen hat, weiß ich nicht.

        Man muss sich ja vor Augen führen, in welchem Kontext man sich damals (übrigens mit Initiative durch Guardiola, der den keinesfalls aufs Auge gedrückt bekam) um Vidal bemühte: Als Weiterentwicklung des extrem vertikal ausgerichteten Flügelfokus wollte Guardiola a) mehr Torgefahr aus dem Mittelfeld und b) ein noch besseres Gegenpressing. Hierfür war Vidal mit seinem exzellten Timing beim Einlaufen in den Strafraum und seiner tollen Zugriffsfindung im Zweikampf der ideale Spieler. Explizit keine Anforderung für den gesuchten Spieler waren taktisches Geschick im Aufbauspiel und Kreativität was die Abschlussvorbereitung angeht. Durch die einfache Besetzung der Flügel durch die Außenstürmer und der Aufstellung falscher Außenverteidiger – Lahm und Alaba rückten permanent in die Halbräume neben Xabi Alonso oder Thiago – sollte Vidal in dieser Hinsicht entlastet werden. Dass er im System Heynckes nicht funktioniert, kann man unter diesen Gesichtspunkten gut nachvollziehen. Bei Kovac könnte das durchaus anders aussehen.

        Bezüglich der Rolle bin ich mir nicht ganz sicher. Könnte mir Vidal hinter der Doppelacht Thiago/James und mit zumindest einem falschen Außenverteidiger (bestenfalls Kimmich) auch durchaus als Solosechser vorstellen; als Abfangjäger hinter dem Ball, Gegenpressing-Biest und nachrückende Option zur Strafraumbesetzung. Hat er ja in der letzten Rückrunde unter Guardiola teilweise so ähnlich gespielt.

      2. GP11

        “(übrigens mit Initiative durch Guardiola, der den keinesfalls aufs Auge gedrückt bekam)”

        Wie kommt es zu dieser Annahme?
        Kann ich mir im Leben nicht vorstellen. Vor allem, wenn man seine Transfers bei City anschaut.
        Guardiola wollte in diesem Sommer De Bruyne haben.
        Ich kann mir höchstens vorstellen, dass ihm klar war, dass auf jeden Fall ein B2B geholt wird, und er dann noch am ehesten Vidal wollte.

      3. Olorin

        @Ju
        Völlig richtig. Bei Juve war Vidal ein sehr tororientierter Zehner, dahinter spielte glaub ich meist ne Raute mit Pirlo auf der tiefen Sechs und Pogba und Marchisio auf den Halbpositionen.

        “Könnte mir Vidal hinter der Doppelacht Thiago/James und mit zumindest einem falschen Außenverteidiger (bestenfalls Kimmich) auch durchaus als Solosechser vorstellen; als Abfangjäger hinter dem Ball, Gegenpressing-Biest und nachrückende Option zur Strafraumbesetzung.”
        Fänd ich ehrlich gesagt nicht so gut. Vidal ist für mich ein Offensivspieler mit starker Defensivarbeit, nicht umgekehrt. Auf tiefen Positionen kann sich seine mangelnde Pressingresistenz und Spielaufbau verheerend auswirken. Ich erinner mich beispielsweise noch schaudernd an das BL-Spiel in Frankfurt, in dem Vidal am eigenen Strafraum von hinten angelaufen wurde, den Ball verlor, den Gegner umhackte und aus irgendeinem Grund nur gelb sah. Und das war kein Einzelfall.
        Aber auch Vidals Bewegungsspiel ist sehr riskant. Ein Solosechser muss oft seine Mitspieler bei deren Pressingaktionen absichern und die Kompaktheit im Mittelfeld sicherstellen. Das ist nicht Vidals Spielweise, der startet eher mit der Wucht eines Stiers ein eigenes Forechecking, was manchmal klappt, aber oft wird er dann auch überspielt und aus dem Spiel genommen. Entsprechend sollte eine Formation im Idealfall auch ohne Vidal prinzipiell kompakt sein, damit er diese Freiheit dann auch hat.

      4. Ju

        @Olorin
        Wäre jetzt auch nicht meine Wunschbesetzung. Er hat’s halt schon gespielt und innerhalb (sehr enger) Rahmenbedingungen könnte es funktionieren. Für mich kann der Solosechser in München im Moment nur Thiago oder Kimmich heißen. Thiago wird jedoch in höheren Zonen ebenso benötigt und Kimmich spielt einen superstarken Außenverteidiger – deshalb sehe ich auf dieser Position eben Bedarf.

      5. Olorin

        @Ju
        Die Mittelfeldbesetzung des Rückspiels in Madrid war find ich sehr passend und stark, was in meinen Augen auch der Schlüssel zu diesem stärksten Bayernspiel seit dem Weggang Guardiolas war. Thiago als tiefer, spielaufbauender Sechser, James als Kreativspieler für höhere Räume und Tolisso als laufstarker Supportspieler-ohne großen Kreativaufgaben, aber sichere Durchlaufoption. Goretzka könnte Tolissos Rolle denk ich ähnlich spielen, da wären wir dann doppelt gut besetzt. Problem ist halt, dass wir keine Alternativen für Thiago und James hätten-außer Kovac macht aus Rudy doch noch einen Spieler mit internationaler Klasse. Ich find auch, dass ein weiterer kreativer Mittelfeldspieler dem Kader sehr gut tun würde, dafür könnte man dann Rudy und Vidal abgeben. Die bekannte Bayernmethode, sich auf der Reservebank Real Madrids zu bedienen, könnte da wieder mal Anwendung finden…da sitzen mit Kovacic und Ceballos zwei interessante Spieler dieser Art, die an Kroos und Modric nicht vorbei kommen.

      6. Ju

        @GP11
        Das ist zwar nicht das Original, was ich eigentlich gesucht habe, aber tut’s auch: https://www.martiperarnau.com/warum-vidal/

        @Olorin
        Ja, ich sehe das auch so. Aber das predigen wir nun schon seit zwei Jahren. Und in dieser Zeit sind wir zwar zweimal aus der CL geflogen und haben heuer den Pokal vergeigt, aber nicht, weil Thiago gefehlt und es keinen Backup gegeben hätte, sondern aus diversen anderen Gründen. Somit haben die alten Herren diesbezüglich mit ihrer Transferpolitik ja recht behalten. (Womöglich wäre es zuträglich gewesen, einen weiteren ballsicheren Mittelfeldspieler einwechseln zu können – aber diese Diskussion ist nun völlig glaskugelig.)

      7. Lukas

        @JU
        da bist du auf dem richtigen Dampfer :-)
        Absolut schlüssig was du da schreibst. So genau hab ich nie über Vidal nachgedacht. Ich hoffe trotzdem, dass er im Sommer verkauft wird haha

  5. Done

    Danke für die schöne Vorstellung :-)
    Ich freue mich auf den Spieler.

    “Goretzka ist eine echte Granate und das auch noch ablösefrei(!). So jemand wäre diesen Sommer nicht für unter 70 Millionen über die Uefa Ladentheke gezogen worden. Barca, Liverpool, United, alle waren sie an ihm dran, aber wir bekamen ihn, echt geil!”

    Man kann sich darüber aufregen, dass der Verein nicht jedes Jahr zig Millionen für einen echten Kracher ausgibt oder sich darüber freuen, dass die ablösefrei zu uns kommen ; -)
    Dann müsste man sich aber auch eingestehen, dass die zwei (Haupt-)Akteure wohl doch nicht ganz so blind sind und ein sehnsuchtvolles Schielen in des Nachbars Garten (z.B. ManCity, Liverpool) nicht notwendig wäre.

    1. wohlfarth

      Mit der ablösefreien Verpflichtung eines Goretzka hat unser seniles und völlig inkompetentes Führungsduo sicher nichts zu tun. Das haben wahrscheinlich noch Sammer und Reschke eigefädelt

      1. GP11

        Wenn das erste Argument für ein Transfer die fehlende Ablöse ist, spricht das eigentlich schon für sich.
        Von den horrenden Gehältern und Handgeldern noch gar nicht angefangen.

      2. wohlfarth

        Sagt ja keiner dass der Goretzka-Deal der Transfer des Jahrhunderts ist. Aber einen jungen, deutschen Nationalspieler ohne Ablöse zu holen ist mal nicht so schlecht. Wie und wo er sich bei uns schlagen wird, werden wir sehen. Risiko sehe ich keins.
        Es geht nur darum, dass viele Leute hier nur ständig besserwisserisch gegen unsere Führungsriege argumentieren. Wenn wir dieses Jahr das Triple geholt hätten, hier hättest du lesen können: Ja gut, aber Hoeneß und Rummenigge haben verhindert, dass wir es noch überlegener gewonnen haben.

    2. Lukas

      Abgesehen davon, dass alle Topvereine nur an ihm interessiert waren, WEIL er ablösefrei war, könnte man auch noch umgekehrt erwähnen, dass Bayern problemlos 200Mio ausgeben könnte und stattdessen jemanden ablösefrei holt, nur weil er deutsch ist und obwohl dessen Position bereits besetzt ist

      1. Vobius

        Hier Ablöse gespart, mehr Budget für ne andere Ablöse übrig ;-)

  6. Jo

    Ein schöner, fundierter Bericht.

    Ich sehe Goretzka bisher so: Kann alles gut, nichts herausragend.
    Da liegen sowohl die Chancen, wie die Risiken. Goretzka kann uns auf jeden Fall nützen. Um eine wirklich große Nummer zu werden, muss bei uns noch ein weiterer Schritt erfolgen.

    Vielleicht liegt seine größte Stärke zwischen den Ohren, wie man so schön sagt. Was man so vernimmt soll er klar im Kopf, ehrgeizig und mannschaftsorientiert sein. Das sind die Eigenschaften die man am schwierigsten scouten kann, die aber gerade in einem Verein/für einen Verein wie Bayern elementar sind.

    So jemanden ablösefrei zu bekommen? Kann man schwer nein sagen.

    Das einzige was mich etwas negativ stimmt, ist seine schon in jungen Jahren nicht unbeträchtliche Krankenakte.

  7. Marlene Dietrich

    Bin gespannt, wie viele Matches er tatsächlich bestreiten wird, da er doch a a verletzungsanfälliger Typ is.

  8. GP11

    Flop mit Ansage ist leider das Einzige, was man zu Goretzka sagen kann.
    Hat in einer Ballbesitzmannschaft schon grundsätzlich nichts zu suchen. Selbst wenn man das ignoriert, bleibt immer noch die Frage, wozu man eigentlich Tolisso als Rekordtransfer (!) geholt hat.
    Beide torgefährlich, dynamisch, weiträumig und mit jeweils guter, aber keinesfalls herausragender Technik und Passfähigkeit. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass er an Tolisso vorbeikommt und ich bin schon ganz bestimmt kein Tolisso-Fan.
    Vidal hat bei uns immer defensiver gespielt, da kann ich mir Goretzka gar nicht vorstellen. Am besten funktionieren würde er wohl auf der Müllerposition als sehr hochstehender, zusätzlicher Offensivspieler. Mit Mittelfeld hat das dann aber nicht mehr viel zu tun.
    Mal abgesehen davon, dass wir B2B-Dynamiker nicht benötigen, hätte man ja noch Fein bei den Amateuren, der zwar bei uns als B2B keine Zukunft haben sollte, aber leistungstechnisch schon sehr weit ist. Hätte man auch einfach ihm einen Profivertrag geben können, wenn man schon den eigenen Dynamiker-Fetisch ausleben muss.

    Typisch für Hoeneß, Rummenigge, ihre Jünger, den deutschen Sportjournalismus und dessen Konsumenten (Überschneidungen mehrfach vorhanden) ist das Ergötzen an Goretzkas Ablösefreiheit. Der bekommt hier doch als absolutes Minimum 70, eher 80 Millionen an Gehalt und Handgeld über seinen Vierjahresvertrag. Und das, obwohl wir keinerlei Bedarf an ihm haben. Umsonst und ein Schnäppchen ist für mich etwas anderes.

    Am besten an seiner Verpflichtung ist aber seine Verletzungshistorie. Laut TM hatte er bereits 13 Verletzungen, wegen derer er Spiele verpasst hat. Wie dumm kann man sein, um solch einen Spieler in Angesicht der eigenen Verletzungsprobleme zu holen?

    Ich denke, Hoeneß und Rummenigge träumen nächste Saison von dieser Aufstellung:
    Müller
    Goretzka Martínez

    Praktisch wird das natürlich schon an der Verletzungsanfälligkeit der Doppelsechs scheitern, aber trotzdem macht mir allein die Vorstellung schon Angst.

    1. FCB-Egokulation

      Ich stimme dir vollkommen zu, GP11, allerdings mit einer kleinen Einschränkung. Wir können es ja leider nicht ändern, dass unsere Vereinsführung keine einheitliche Spielphilosophie vorgibt und das Trainerpersonal allein aufgrund von “Familienzugehörigkeit” verpflichtet (schade, dass wir bei diesem Fokus auf die Familie nicht wenigstens fast & furious spielen). Es wird also nicht passieren, dass wir junge, spielstarke Mittelfeldspieler z. B. aus Spanien oder Brasilien für bis zu 40 Millionen Euro verpflichten, bevor sie bei Barca oder Real landen oder bei einem Verein, von dem aus sie nur zu einem der beiden gehen. Deswegen muss man nehmen, was man kriegen kann. Nur unter diesem Gesichtspunkt ist die ablösefreie Verpflichtung eines aktuellen deutschen Nationalspielers begrüßenswert, weil wir nämlich keinen Besseren kriegen (wollen/können).

    2. wipf1953

      GP11,

      1. Bayern ist IMHO keine Ballbesitzmannschaft mehr.
      2. Beim Rekordtransfer Tolisso war die Vorstellung, eine Art französischen Michael Ballack zu verpflichten. Man hält ihn halt für einen entwicklungsfähigen jungen Mann, was wohl auch Deschamps so sieht.
      3. Für Adrian Fein ist es wirklich schade. 2016 bekam er einen Roberto Sanches vor die Nase gesetzt (35 Mio. Sockelablöse). 2017 das gleiche Spiel mit Tolisso (42 Mio. Rekordablöse). Und jetzt Goretzka .. das ist natürlich ein katastrophales Signal an den gesamten Jugendbereich.

      Ich bin kein Arzt, denke aber, dass man auch darauf schauen muss, was es für Verletzungen waren. Bei Goretzka war zwar eine größere dabei, ein Muskelbündelriss. Davon abgesehen scheint es sich eher um Wehwehchen gehandelt zu haben.

      Bayern macht seit einigen Jahren sehr viele Transfers. Dabei werden eher “Indianer” verpflichtet (keine “Häuptlinge”). “Indianer”, die 90% der anderen Clubs auch gut brauchen können. Mir kommt es so vor, als ob man am großen Spiel mit den hohen Ablösen dadurch mitprofitieren will, dass man einfach mal Spieler ausprobiert, abwartet, ob sie nochmal einen Sprung machen. Wenn ja, behält man sie. Wenn nein, gibt man sie mit Gewinn ab (siehe jetzt den 31jährigen Vidal, für den bei einem Jahr Vertragsrestlaufzeit nun eine höhere Ablöse aufgerufen wird als man selbst bezahlt hat).

      Ich maße mir kein Urteil an und würde nie behauten, dass die neue Richtung “besser oder schlechter” ist als das, was seit 2009 gemacht wurde. Ich will es nur verstehen.

      1. Vobius

        Finde den Indianer/Häuptling Aspekt gut getroffen. Aus diesem Vergleich fällt James! Und was passiert wenn man dieses Konzept durchbricht? Man bekommt einen der besten Spieler, den Bayern je verpflichtet hat.

  9. Fabian Ju

    Nur aus reinem Interesse heraus würde ich gerne einmal (!) ein DM aus Goretzka, Martinez und Tolisso sehen.

    1. Marlene Dietrich

      Ich nicht, klingt unglaublich bieder und ned wirklich berauschend in puncto Spielaufbau.

    2. Vobius

      Echt? Da müssen die Verletzungssorgen aber wieder groß sein für. Danach werden alle über die nichtvorhandene Struktur im Offensivspiel jammern – vermutlich zurecht – und das die Aufstellung ein Experiment bleiben wird.

      1. Fabian Ju

        Ihr habt beide recht. Deswegen habe ich ja explizit erwähnt, dass ich es nur aus Interesse und nur einmal sehen möchte;-) Denn interessant wäre es ja schon

      2. Vobius

        Ich würde gerne mal eine Aufstellung mit 2 Stürmern und weniger Flügel und Flankenfokus sehen… Aber da ist sogar deine Theorie wahrscheinlicher.

  10. Marco05

    Ich würde auch sagen, wir treiben das jetzt mit der Genforschung weiter voran um dann mal wirklich in ein paar Jahren die genau zu unserem 100%-Ballbesitzspiel passenden Supertechniker mit Torgarantie und Defensivqualitäten, die 15km im Sprint abspulen können und natürlich auf Jahrzehnte garantiert verletzungsfrei bleiben im Dutzend zur Verfügung zu haben. Und das für ohne Gehalt, lediglich mit zur Verfügung gestellten Wohnklo auf dem Campus.

    Ach ja: das “immer-spielen-wollen”-Gen müsste man bei der Gelegenheit aber gleich mal entfernen, genauso wie das “beleidigt-bei-Auswechslung”-Gen und ähnliche andere störende (Charakter-)Eigenschaften.

    Dann, ja dann endlich, werden wir diese verflixte 17. Meisterschaft in Folge vielleicht endlich mal holen und nicht im CL-Halbfinale kläglich versagen. Jeder Fan wäre dankbar, wenn es dann endlich mal wieder zu 2+x Trophäen reicht und der Titelhunger befriedigt wird. Das wäre so schön…

    1. Ju

      Hat da jemand Naby Keita gesagt? Achso, das Wohnklo…

    2. Ich denke er meint Toni Kroos

      1. Dinzinger

        Ich denke er meint niemanden.

  11. Vobius

    Goretzka ist vom Potential sicherlich einer der besten Spieler seiner Generation, doch hat er das nicht immer gezeigt oder zeigen können. Was ihm bei Bayern helfen wird seine Leistung und die Konstanz zu steigern, sind zum einem die besseren Mitspieler als bei Schalke die ihn besser in Szene setzten können und der erhöhte Druck im Training immer das beste geben zu müssen um spielen zu können. Wenn er diese Herausforderungen annimmt und – please god- ohne Verletzung bleibt, wird er auf jeden Fall einer sein der unserem Spiel weiterhilft.

    Aber jetzt kommt erstmal eine WM und vom Götze haben vorher auvh alle geschwärmt… Daher muss der Junge erstmal liefern bis ich ihn schätze.

  12. Marlene Dietrich

    Bzgl. der aktuellen Gerüchte: Ich würde Lewy verkaufen und vom Transfererlös Icardi kaufen.
    Soitat möglich sein.

  13. ibiza

    Mal noch kleiner repost hier weil beim “Anrufe auf Sylt”thread die Diskussion schon etwas “eingeschlafen” war als gepostet, und ich bin sicher nicht der Einzige der gerne wieder regelmäßige Podcasts hätte auf miasanrot:

    Und gleich noch ein Zitat, diesmal aus dem Pokalfinalthread:
    “Danke an das Autoren-Team. Ihr habt wieder ganze Arbeit geleistet diese Saison. Ich bin immer gerne bei Euch unterwegs. Macht so weiter und lasst Euch von den Kommentaren nicht nerven!”

    Da kann ich mich nur zu 100% anschließen. Und im gleichen Zug darauf hinweisen, dass uns neuerdings (hat vielleicht noch nicht jeder mitbekommen) eine Möglichkeit gegeben ist diese Dankbarkeit auch finanziell auszudrücken:
    https://www.patreon.com/miasanrot/overview?

    Nicht nur mit schönem Spezialforum mit regelmäßigen Exklusivbeiträgen. Sondern wir stehen auch ganz nah davor, dass eine Institution dies Blogs ein comeback macht:
    $362 of $400 per month
    “Der Podcast ist zurück. Monatlich, versprochen! Endlich gibt es wieder etwas auf die Ohren…”

    Also um es mit unserer (leider nur noch ehemaligen) Lichtgestalt zu halten:
    Geht’s naus – und werdet’s Patreons!

  14. […] Scouting-Report: Leon Goretzka | Tobias H. […]

  15. Turbo Batzi

    Ganz ehrlich: es sind Transfers wie diese, die den Verein aktuell in der Weltspitze mitagieren lassen.

    Wie schon im Fall Lewandowski, Rudy, Süle, Gnabry: wer solche Spieler (fast) umsonst bekommt, in Zeiten in denen Ablösesummen völlig außer Kontrolle geraten sind, hat als Verein und Trainer nur eine Aufgabe: diese Spieler besser zu machen und ein System um sie herum zu entwickeln.

    Sonst macht das ganze nämlich wenig Sinn und die Alternative wäre einzig diese, in die 50 Mio.+ Transfers einzusteigen, die nun bald täglich stattfinden werden. Das war noch nie unsere DNA und dann hole ich von mir aus 1x im Jahrzehnt einen 100 Mio. Mann. Aber um Himmels willen nicht am Ende wie Dortmund enden und jedem Straßenköter (sorry für den Ausdruck aber sie benehmen sich so) Geld hinterherzuschmeißen, nur damit man glaubt, irgendwie im international Geschäft mit zu schwimmen.

    Für uns Fans heißt das, etwas mehr Geduld zeigen und nicht so wie früher sofort „Fail“ zu schreien, wenn es nicht auf Anhieb klappt. Die Zeiten geben das gerade nicht her und wir müssen da etwas enger zusammenstehen. Und Kovac ist klar gefordert, ein System zu entwickeln.

    1. Osrig

      @TB: Deine Anerkennung für die aus kaufmännischer und letztlich auch aus sportlicher Sicht gelungenen Transfers der von dir genannten Spieler kann ich nachvollziehen und wäre nicht überrascht, wenn unsere Führung auch in der nächsten Zeit ähnliche Transfers tätigt: Keine spektakulären Stars, aber Spieler, die sich gut einfügen könnten und etwas mitbringen, was im Team noch fehlt.

      Nicht einverstanden bin ich mit der Einschätzung, der Trainer – jetzt Kovac – habe ein fussballerisches System um die vorhanden oder neu hinzukommenden Spieler zu entwickeln! Welch eine Fehlleistung!
      Das System MUSS vorgebene sein durch die Führung, zu der ich auch den Sportdirektor zähle! Denn alle Strukturen im Verein, vor allem die Amateure und Nachwuchsmannschaften, aber auch das Scouting, muss auf dieses System ausgerichtet sein, um der Ersten Mannschaft möglichst viel Potential zu zuführen.
      Wenn jede Jugendmannschaft spielt, wie sie will, je nach dem, was Spieler und jeweilige Trainer gerade so als Vorstellung haben, dann hemmt man die Entwicklung, die idealer Weise systemtechnisch von zumindest U-13 an durchgehend einer klaren Linie folgen sollte und jenen jungen Spielern besonderes Augenmerk zu kommen lassen sollte, die sich als besonders talentiert in Bezug auf das gespielte System erweisen. Davon profitieren auch die höhen Mannschaften und Profis, die aus dem Nachwuchs Jungs zugeführt bekommen, die schon mit dem System vertraut sind, und sich deswegen auch stärker auf Feinheiten konzentrieren können, als wenn sie erstmal systemtechnisch neu einstellen müssen. So etwas kostet Zeit, Kraft und Konzentration. In ähnlicher Weise sollte sich das Scouting verhalten und gezielt junge Spieler UND Profis sichten, die in das gespielte System passen.
      Deswegen: Das System, egal welches, muss von der Führung vorgegeben werden, und der Cheftrainer und mehr noch der SpoDi sollten auf dessen durchgängige Einhaltung über die verschiedenen Teams hinweg achten.

      Leider ist das bei unserem FCB nicht der Fall, was uns sicher nicht zum Vorteil gereichen wird!

  16. Rainer

    Es ist aber auch so, das man in dieser Zeit auch gut verkaufen kann. Z.B. Costa, evt. Vidal und Bernat. Und dieses Geld sollte dann klug in den Kader investiert werden. Um 50Mio Transfers werden wir perspektivisch nicht herum kommen. Aber vor dem ganz großen Wahnsinn(Dembélé, Neymar etc) verschließe ich mich auch. Wenn man ein oder zwei Spieler für das eingenommene Geld bekommen kann (+-X) die uns weiterbringen oder helfen das Level langfristig, und damit meine ich die Top 5 in Europa, zu halten, dann gerne.
    Zudem sollten nicht zuviele Unruheherde im Kader sein. Dieses permanente pochen auf vertragstreue von Lewandowski kann man sich sparen. Wenn jetzt ein Hammer Angebot kommt, 110Mio +, kann man nicht verkaufen, (selbst bei einem super Ersatz), ohne sich zum Horst zu machen.
    Aber wie vorher bereits einige Male angedeutet fehlt m.M.n. Im Kader nicht viel, um auch mittelfristig um den CL Sieg mitzuspielen.

    1. ibiza

      sehr guter Punkt, Rainer.

      Ging mir bisher auch etwas in der Diskussion ab. Ich finde es auch extrem daneben, dass man sich den Weg zu einem Verkauf von Lewandowski jetzt so unnötig schwer macht gegenüber den eigenen Fans – das “permanente Pochen” der Vereinsführung mag zwar hilfreich sein den Preis hochzutreiben, aber gegenüber den Fans wird ein Verkauf so immer schwerer rechtfertigbar.

      Und ich denke auch, dass wir an einem Punkt sind wo eben eine solche Verkaufsaktion eben zb. bei Lewa durchaus in den Bereich kommt wo man sich das dringend mal genauer überlegen sollte. Nie zuvor hätte der FCB wohl so viel für einen so alten Spieler bekommen. Und noch dazu für einen wo man eben gerade nach seiner heurigen “Leistung” in der CL durchaus ins Grübeln kommt ob da ein Sandro Wagner in der Startformation statt ihm in diesen Spielen nicht vielleicht doch das eine oder andere Tor reinbekommen hätte und nicht eine Chance nach der anderen versiebt hätte.

      Das sehen zwar natürlich auch andere Vereine wie das mit ihm lief. Dass er in der Liga aber ne totale “Bank” ist mit grob 30 Toren (dieses Jahr ja nur um eins verpasst) 3 mal in Folge, das hätte für diverse europ. Spitzenvereine (insbesondere in England), wo die Meisterschaft nicht gar so fixiert zu sein scheint und wo man auch mit einem Meistertitel noch einiges an Renommee gewinnen kann, wohl durchaus trotzdem noch einen Reiz mit Lewa wo um die 100mios wohl durchaus für bezahlt werden könnten…

      Ich persönlich habe meine Meinung bzgl. ihm zumindest in den letzten Monaten entgültig auf den Kopf gestellt – nein, wenn selbst ein Wagner in der BL auf ähnliche Torquote wie er kommt und er in der CL in Serie in Topspielen versagt:

      Einzelne Spiele ohne Tor denke ich kann man nem Stürmer nie vorwerfen, aber so in der Serie wie bei ihm diese Saison und auch die letzten in den “Ausscheidespielen” – das geht so überhaupt nicht und ich würde 100mios für ihn mit Handkuss nehmen..

      1. Turbo Batzi

        Bayern hat noch nie finanziell irrationales gemacht. Aber wenn man für einen ablösefreien Spieler kurz vor 30 Jahren 90 Millionen bekommt, dann sollte der Verein das Irrationale ausnahmsweise einmal probieren. Ein Wagner, Werner, sogar ein Müller als 9 schießt in der Liga aus meiner Sicht wohl 15-20 Tore mit diesem Kader. Und mir ist ein 15-Tore Stürmer lieber, der dafür (a la Dzeko) in den großen Spielen auftrumpft, als übers Jahr 30 Buden für die Show macht und wenn es zählt dann schauen alle irgendwie in die Röhre.

        Bei Wagner sehe ich zudem unheimliches Fan-Potenzial. Für die Südkurve aber auch für ein Zusammenrücken innerhalb des gesamten Vereins. Als Münchner und echter Typ ist er ein wirkliches Asset, wie man so schön sagt und ein wichtiges Gegenstück zur Allgemeinem „Veraalung“ des Sports, die leider auch uns trifft.

        Das einzige Problem ist – und damit ist das eine Wunschdiskussion: niemand wird diese Summe bezahlen. Dafür ist Lewandowski zu wenig Weltstar und war zu unsichtbar in der CL. Und von einem Panikverkauf oder Tausch halte ich gar nichts. Dann dem Spieler für nächste Saison lieber noch eine Chance geben. Denn die Kritik an ihm hat er zweifelsohne wahrgenommen.

      2. Rainrt

        Ich bin da voll bei Dir. Ich würde, man munkelt ja Chelsea hätte Interesse, sogar einen Tausch mir Batshuayi +x Mio in Betracht ziehen. Der hat ebenfalls eine gute BL Quote und ist um einiges jünger. Zudem würde sich dann ein offener Wettbewerb um den Stammplatz mit Wagner ergeben. Wäre m.M.n reizvoll. Zudem hätten wir noch mehr Geld zum investieren in den Kader, ohne ans Festgeldkonto zu gehen. Aber ob Lewa das mitmacht? Wohl eher nicht.

  17. Rainer

    Ich bin da voll bei Dir. Ich würde, man munkelt ja Chelsea hätte Interesse, sogar einen Tausch mir Batshuayi +x Mio in Betracht ziehen. Der hat ebenfalls eine gute BL Quote und ist um einiges jünger. Zudem würde sich dann ein offener Wettbewerb um den Stammplatz mit Wagner ergeben. Wäre m.M.n reizvoll. Zudem hätten wir noch mehr Geld zum investieren in den Kader, ohne ans Festgeldkonto zu gehen. Aber ob Lewa das mitmacht? Wohl eher nicht.

  18. Rainer

    Sorry doppelt.. @IBIZA

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