Luis Díaz (FC Bayern)
Bild: Alexander Hassenstein/Getty Images

Die Ruhe nach dem Sturm: FC Bayern besonnen zum Sieg gegen Atalanta

Jonathan 18.03.2026

Einen gigantischen 6:1-Vorsprung aus dem Hinspiel galt es in der Allianz Arena in das Achtelfinale gegen Real Madrid zu verwalten und dabei möglichst gesund zu bleiben. Joshua Kimmich und Michael Olise fehlten dafür leider Gottes gesperrt. Dafür schaffte es Jonas Urbig, sich rechtzeitig von seiner Gehirnerschütterung zu erholen.

Allgemein rotierte Kompany logischerweise intensiv. Auf der anderen Seite hatte sich Atalanta am Wochenende einigermaßen vom Debakel erholt und einen Punkt gegen Tabellenführer Inter geholt.

Auch Lennart Karl durfte auf dem rechten Flügel von Beginn an wirbeln, bevor er wohl morgen von Julian Nagelsmann in die deutsche Nationalmannschaft berufen wird.

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FC Bayern geht es ruhig an, bleibt aber ineffizient.

Man merkte der Partie in der Anfangsphase an, dass sich alle 22 Spieler auf dem Rasen einig waren: Die Entscheidung war bereits vor einer Woche gefallen. Atalanta war motiviert es besser zu machen, spielte aber nicht kopflos. Der FC Bayern kontrollierte und dominierte das Spiel ruhig.

Nach anfänglichem Abtasten näherten sich die Bayern dem Tor an: Guerrero (12.) nach schöner Kombination, Pavlović (14.) aus der Distanz, Karl (16.) nach einer Ecke und Bischof (17.) nach schöner Ballmitnahme kamen zu Abschlüssen. Nach etwa 15 Minuten übernahm der FCB immer mehr die Kontrolle und war nach einer Weile drückend überlegen.

Atalanta konnte kaum noch atmen, als Harry Kane dann an eine Guerrero-Flanke kam und per Volley aufs Tor bolzte. Bergamo-Verteidiger Scalvini konnte den Ball nur noch mit dem Unterarm blocken und es gab folgerichtig Elfmeter. Den verwandelte Kane selbst im zweiten Anlauf, nachdem Sportiello den ersten zwar gehalten hatte, nicht aber ohne sich vorher einen unerlaubten Schritt vor die Torlinie gegönnt zu haben.

Es ging ähnlich dominant weiter: Zur Halbzeit hatte der FC Bayern 16:2 Schüsse und 77% Ballbesitz. Und genau so hatte es auch ausgesehen. Mit dem 1:0 kam Atalanta noch glimpflich in Richtung Pausentee davon. Denn wenn sich die Roten einen Vorwurf gefallen lassen mussten, dann den der unzureichenden Chancenverwertung.

FC Bayern weniger ruhig, dafür effizienter.

Die zweite Halbzeit gestaltete sich zu Beginn etwas offener. Atalanta hatte früh zwei Abschlüsse, aber auch die Bayern kamen zu Gelegenheiten über Guerrero (52.) und dann durfte Harry Kane glänzen:

Komplett eingekesselt von zwei Gegenspielern und mit dem Rücken zum Tor, scheint die Situation des Engländers aussichtslos. Doch dann dreht er sich mit Ball am Fuß auf einer Briefmarke und schweißt den Ball mit voller Wucht ins Kreuzeck. Ein Tor, das die Schleusentore der Endorphinausschüttung öffnet.

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Und damit war der FC Bayern immer noch nicht satt: Der frisch eingewechselte Debütant Deniz Ofli erarbeitet in der gegnerischen Hälfte den Ball. Von ihm lief der Ball über Kane und Díaz auf Karl, der überlegt zum 3:0 einnetzen konnte.

Karl revanchierte sich wenige Minuten später beim Kolumbianer mit einem tollen Ball aus der eigenen Hälfte, der Díaz in ein Duell mit dem Keeper schickte – er blieb cool. 4:0.

Danach wurde es auch noch historisch. Verteidiger Filip Pavić, geboren 2010, wurde zum jüngsten Champions-League-Spieler in der Geschichte des FC Bayern. Er löste Paul Wanner ab.

Und ganz, ganz langsam ließ es der FC Bayern nun ruhig angehen. Auch Atalanta war nun die ein oder andere Ballbesitzphase gestattet und der Zug zum Tor des FCB ging doch ein klein wenig zurück. Das wusste Atalanta sogar nochmal zu nutzen: Samardžić köpfte am zweiten Tor frei ein, nachdem Kim zu nachlässig gedeckt hatte. Urbig äußerte seine Frustration lautstark.

Danach war jedoch Schluss. Mit 4:1 wurde das 6:1 aus dem Hinspiel noch veredelt. Von An- bis Abpfiff war das eine abgeklärte, ruhige Vorstellung.

Dinge, die auffielen

Der FC Bayern scheint im richtigen Moment wieder heißzulaufen.

Es gab eine Phase gegen Ende der Hinrunde bis tief hinein in den Januar, als der FC Bayern immer wieder Probleme mit kleineren Gegnern hatte, als ganze Halbzeiten behäbig und unkonzentriert wirkten.

Mit diesem fulminanten Champions-League-Achtelfinale kann man diese Phase nun endgültig für beendet erklären. Und das zur besten Zeit: Die Gegner werden jetzt größer, die Spiele werden jetzt heißer.

Vergangene Saison gab es Stimmen, die dem Kompany-Ball vorwerfen wollten, dass seine Intensität, seine offensive Ausrichtung genau in diesen Phasen spät in der Saison gegen die großen Gegner nicht ausreicht. Die Spieler seien zu müde, die guten Gegner spielten es zu gut aus.

Diese Stimmen machen sich jetzt wieder warm. Es gilt, sie gegen Real Madrid & Co. zum Schweigen zu bringen.

Luis Díaz, der Unermüdliche

Einer derjenigen, die keine Verschnaufspause bekamen, war Luis Díaz. Logisch, da er (höchstwahrscheinlich) am Wochenende sowieso gesperrt sein wird.

Es ist allerdings wirklich bemerkenswert, dass er so gewillt war, seine typische Einsatzbereitschaft auf eine solch überzeugende Art und Weise zu bestätigen. Das ist absolut nicht selbstverständlich – schon gar nicht für Spieler dieses Kalibers – in einem Spiel mit diesen Vorzeichen.

In einem Moment ging seine Motivation sogar einen Tick zu weit, als er nach 75 Minuten sehr hart in einen Zweikampf reinging. Mit etwas Pech begeht er da ein rot-würdiges Foul. Trotzdem ist es unglaublich, welche Gier die Bayern an den Tag legen. Das gilt auch für Harry Kane oder Jonathan Tah, aber keiner zeigt es so über die Intensität wie Luis Díaz.

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