Rot-Weißes Round-Up: Michael Tarnat

»Warum? Warum? Warum?« titelte das Magazin 11Freunde im Dezember 2010 und spielte auf den Fußballmoment in der Karriere von Michael Tarnat an, der als bitterste Niederlage zurückbleibt. Über das Finale 1999 muss man heute nicht mehr viele Worte verlieren – Tarnat stand am Pfosten. Beim Finale gegen Valencia war er nicht im Kader.

Der 1969 in Hilden (Nordrhein-Westfalen) geborene Tarnat begann seine Fußballlaufbahn im SV Hilden-Nord, dem heimischen Verein. Zur Saison 1990/91 wechselte er als 19-Jähriger zum Zweitligisten MSV Duisburg und absolvierte 33 von 38 Pflichtspielen in seiner ersten Spielzeit – er traf direkt beim Debüt in Osnabrück. Mit dem Spielverein erlebte er mehrere Berg- und Talfahrten. In vier Saisons wurden die Duisburger mit ihm zwei Mal mit dem Ab- und Aufstieg durcheinander geschüttelt. Mit 134 Einsätzen (12 Tore) erlebte Tarnat die meisten Partien im Dress des MSV Duisburg. Es folgte ein klassischer Wechsel in den 90er Jahren und Michael Tarnat lief im Anschluss im Trikot des Karlsruher SC auf. Nach drei Jahren (81 Spiele) lockte der Ruf aus München, wo er die bestehende Truppe ergänzen sollte und insgesamt 13 Titel gewann. Zwischen 1997 und 2003 bestritt er 122 Partien, erzielte acht Tore, gewann den Ligapokal, Weltpokal, DFB-Pokal und wurde deutscher Meister – oft mehrfach. In diesen Zeitraum fällt auch seine kurzer Karriere bei der Nationalmannschaft. Die Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich erlebte er in vier Spielen auf dem Platz – im Oktober desselben Jahres war nach einem EM-Qualifikationsspiel gegen Moldawien wieder Schluss für ihn.

Doch der FC Bayern München war nicht Tarnats letzte Station. Er wechselte 2003 für ein Jahr nach Manchester und spielte 32 Partien für City. Es folgte ein letzter Wechsel zurück in die Bundesliga nach Hannover, wo er trotz angekündigtem Karriereende seinen Vertrag verlängerte und bis zum Ende der Spielzeit 2008/09 blieb. Auch bei Hannover 96 überschritt bzw. traf er die 100-Spiele-Marke.

Seit August 2009 arbeitet Michael Tarnat wieder für den FC Bayern. Er begann als Jugendscout und ist seit Juli 2010 als Nachwuchskoordinator angestellt. Darüber hinaus verantwortet er die sportlichen Aspekte des FCB Juniorteams.

Wir gratulieren Michael Tarnat nachträglich zum 45. Geburtstag.

Miasanrot.de stellt regelmäßig am Dienstag und Freitag in einem Round-Up lesenswerte Texte und Fundstücke rund um den FC Bayern zusammen. Gewidmet wird jedes Round-Up einem ehemaligen Bayern-Spieler, der am jeweiligen Tag (oder kurz zuvor/danach) Geburtstag hat.

Presseschau

Nachbetrachtung: Unentschieden in Gladbach

Während die Süddeutsche Zeitung »auf den Welttorhüter ist Verlass« titelt und die Paraden von Manuel Neuer lobt, führt die Frankfurter Allgemeine die Debatte um eine spannende Bundesliga in eine wichtige Richtung. Auch wenn der Bericht mit viel Lob über den Sieg in Rom und das »tröstliche« Unentschieden in Mönchengladbach spricht, wird am Ende das richtige Fazit gezogen: Damit der FC Bayern im Frühjahr die großen Aufgaben in der Champions League anpacken kann, darf in dieser Saison kein Spannungsabfall eintreten, wie es ab März diesen Jahres deutlich wurde.

Vollkommen »oben auf« ist nach dem Bundesliga-Spitzenspiel natürlich Christoph Kramer, der auch Xabi Alonso und Philipp Lahm über weite Strecken der Partie zweikampftechnisch durch guten Körpereinsatz abgemeldet hat. Im Interview mit dem Deutschen Fußballbund betont er den Status der Borussia als »zweitbeste Mannschaft im Moment in Deutschland« und lobt Manuel Neuer. In dieses Horn stößt auch FCB-Legende Oliver Kahn gegenüber der Welt.

Mit dem bekannten taktischen Tiefgang analysieren die Kollegen von Spielverlagerung das Unentschieden gegen Borussia Mönchengladbach. Besondere Betonung erhält, wie auch in unserer Analyse, das »fragwürdige Flügelspiel« bzw. die immense Anzahl an Flanken.

An sich waren die Aufbaudynamiken für diese Flankenangriffe in Ordnung, die finalen Hereingaben wurden jedoch ineffektiv genutzt, da zu viele recht hoch und ohne entsprechende Schärfe oder passenden Anschnitt in den Strafraum flogen. Der Flügelfokus wird durch die totale Anzahl an Flanken untermauert.
Spielverlagerung.de am 27.20.2014

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Für Verwirrung in den Schlussminuten sorgte die Verletzung von Gladbachs Granit Xhaka. Bereits in der Zeitlupe sah man seinen stark umgeknickten Fuß und musste eine schwerwiegendere Verletzung befürchten. Er kam dennoch erneut auf den Platz, um seine Partie kurz darauf endgültig zu beenden. Pep Guardiola und Thomas Müller beschwerten sich vehement und deuteten auf die Uhr – Zeitspiel. Der Kicker bestätigte gestern einen Bänder- und Kapselriss bei Xhaka. Unverständlich, wieso er überhaupt wieder den Rasen betrat.

Video-Taktik-Analyse der Partie gegen AS Rom

Freunden der taktischen Analyse ist folgendes Video zum Spiel des FC Bayern gegen den AS Rom zu empfehlen. Mit mehreren Bewegt- und Standbildern sowie Kommentaren wird das asymmetrische Offensivspiel des FCB betrachtet.

Vertragsverlängerung mit Sammer, Job für Hoeneß

Wie schon im Walter Junghans gewidmeten Round-Up angedeutet, bestätigt Karl Hopfner dem Kicker eine Arbeitsstelle für Uli Hoeneß im Jugendbereich.

Es ist geplant, dass Uli bei uns arbeitet […] im Jugendbereich, das hat Uli selbst so gewünscht
Kicker.de am 26.10.2014

Außerdem ist die Vertragsverlängerung mit Matthias Sammer wohl nur noch reine Formsache. Derzeit läuft sein Kontrakt bis Ende Juni 2015, der Verein möchte ebenso verlängern wie der Sportvorstand – auch auf ausdrücklichen Wunsch von Pep Guardiola, der die Zusammenarbeit mit Sammer mehrfach lobte.

Robben auf DFB »Walk of Fame«

Der Deutsche Fußballbund wird Arjen Robben bzw. seine Fußabdrücke künftig im »Walk of Fame« am Berliner Olympiastadion präsentieren. Er wird der erste noch aktive Spieler sein, dem diese Ehre zuteil wird.

Das ist eine große Ehre für mich. Es ist schön, dass etwas von mir in Erinnerung bleiben wird, selbst wenn ich einmal nicht mehr spielen werde.
Arjen Robben, DFB.de am 27.10.2014

Die Abstimmung zur Aufnahme erfolgte öffentlich, wobei der Holländer fast 60 Prozent der Stimmen gewann.

Heinz Müller als letzte Torwart-Ersatzlösung

Der FC Bayern sicherte sich die Dienste von Heinz Müller. Der Torwart soll als »Praktikant« mit der Mannschaft trainieren, sich fit halten und im Fall einer weiteren Verletzung verpflichtet werden. Der 36-jährige ehemalige Mainzer ist derzeit vereinslos und könnte so auch während der laufenden Saison den Kader verstärken.

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Leserkommentare
  1. Zu Heinz Müller: In meinen Augen eine sehr smarte und durchaus kreative Lösung, um auf den schlimmsten Fall einer vierten Torhüterverletzung vorbereitet zu sein.

  2. 1969 geboren und dann als 19jähriger zur Saison 1990/91 nach Duisburg gewechselt? Tanne war schon damals ein Phänomen!

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