Rode sollte direkt nach Frankfurt »zurückverliehen« werden

Jan Trenner 05.03.2014

In einer eigenen Analyse haben wir bereits Ende Januar einen Blick auf den Spieler und seine Möglichkeiten im breiten Kader des FC Bayern München betrachtet:

Ob Rode das packen kann, ist fraglich. Gegenwärtig gibt es im 4-1-4-1 nur einen Platz im defensiven Mittelfeld. Dieser wird von Lahm, Schweinsteiger und Martinez beansprucht. Platz für einen vierten Spieler gibt es in dieser Aufzählung de facto nicht. Selbst wenn Martinez in die IV rückt und Lahm wieder als RV agiert, ist es doch immer noch zweifelhaft ob sich Rode wirklich durchsetzen kann.

Mehr Platz dürfte für ihn auf der „8“ sein – vielleicht als Ersatz-/Ergänzungsspieler für Toni Kroos. Hier kommen die Vorzüge des Bundesliga-Aufsteigers der Saison 2012/13 wohl am meisten zur Geltung. Rode war für die Eintracht vor allem in der Hinrunde 2012/13 einer der Leistungsträger und agierte zielstrebig auf der 6er Position. Gelobt werden bei ihm sein gutes Auge und sein damit verbundenes Stellungsspiel. Aber er besitzt nicht nur defensive Qualitäten, sondern verfügt durchaus über offensive Fähigkeiten – und hier könnte er Toni Kroos zumindest vertreten.
Sebastian Rode und eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, Miasanrot, 26.01.2014

Unsere Einschätzung vom Januar scheint sich zu bewahrheiten, denn obwohl wir inzwischen mit Bastian Schweinsteiger erneut eine Doppelsechs sehen und Martínez als einziger Innenverteidiger gesetzt zu sein scheint, wird der Platz für Sebastian Rode nicht größer. Rafinha vertritt Philipp Lahm ausgesprochen solide und letzterer wird nun auch in der Nationalmannschaft die Zentrale als Betätigungsfeld bekommen. Davor tummeln sich Toni Kroos, Mario Götze und Thiago (sowie Einwechselspieler Claudio Pizarro), wenn Ribery, Robben, Müller und Shaqiri die Außenbahnen übernehmen. Der FC Bayern erlebt eine Kaderstärke, die bisher auch Verletzungen ausgleichen konnte. Gleichzeitig hat man mit Pierre-Emile Højbjerg ein Talent in den Reihen, das ebenfalls auf die zentrale Mittelfeldposition gehört.

Für den 23-jährigen Sebastian Rode scheint einfach kein Platz zu sein und bevor man ihn zum zweiten »Bankdrücker« werden lässt, sollte man direkt nach dem Transfer eine Leihe zu Eintracht Frankfurt stark in Betracht ziehen.

Nun zitiert die Sport Bild Heribert Bruchhagen wie folgt (TM.de Meldung):

Wenn der FC Bayern ihn tatsächlich noch einmal ausleihen möchte und auf uns zukommt, sind wir gesprächsbereit. Das Ansinnen muss aber aus München und nicht von uns kommen.
Heribert Bruchhagen, Vorstandschef Eintracht Frankfurt, 05.03.2014

Meiner Meinung nach ist dies die beste Variante für den Rekordmeister und die Beispiele Jan Kirchhoff (derzeit Schalke 04) und Emre Can (Leverkusen) machen es vor. Kirchhoff laboriert zwar an einer Bänderverletzung, aber Emre Can ist zum Stammspieler aufgestiegen. Im roten Trikot der Münchner hätte er das auf absehbare Zeit nicht geschafft. Die Bayern Amateure hätten seine Entwicklung behindert. Für Sebastian Rode bietet sich dieses Vorgehen ebenso an. Man lässt ihn in seiner Rolle bei Eintracht Frankfurt, ermöglicht ihm eine Entwicklung in bekannter Umgebung und hat vertraglich trotzdem ein weiteres deutsches Fußballtalent an den FC Bayern gebunden. Eine Situation die perfekt scheint, da man mit einem Vierjahres-Vertrag (und ablösefreier Wechsel) alle Fäden in der Hand hält.

Oder solle man stattdessen Højbjerg verleihen und Rode den Platz als Einwechselspieler geben? Im Sommer wissen wir mehr und bis Ende Juni ist hoffentlich auch Rodes Knorpelschaden geheilt.

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