RB Leipzig – FC Bayern München 2:1 (1:1)

Tobias Trenner 18.03.2018

Nach dem souveränen Einzug ins Champions League Viertelfinale, trafen die Bayern an diesem Spieltag auf RB Leipzig, die ebenfalls unter der Woche in der Europa League eine Runde weiter kamen.

Jupp Heynckes wechselte im Vergleich zur Partie gegen Besiktas kräftig durch. Niklas Süle und Joshua Kimmich starteten statt Jerome Boateng und Rafinha. Außerdem waren Rudy, James, Bernat und Sandro Wagner von Beginn an mit dabei.

Falls Ihr es verpasst habt:

Die Partie begann mit vielen Zweikämpfen, da beide Teams versuchten den Gegner aggressiv anzulaufen, um ihn gar nicht ins Spiel kommen zu lassen. In der fünften Minute verlor dann Kimmich im Spielaufbau am Sechzehner den Ball und es kam zur ersten kleineren Chance für RB, Sven Ulreich passte aber auf und konnte noch retten.

FC Bayern in Leipzig gegen RB, GrundformationenFC Bayern in Leipzig gegen RB, Grundformationen

Nach neun Minuten musste Leipzig bereits verletzungsbedingt wechseln, Nationalspieler Timo Werner kam für Marcel Sabitzer. Ralph Hasenhüttl überraschte ein wenig mit seiner Aufstellung. In Ballbesitz agierte RB Leipzig mit einer Dreierkette, die gegen den Ball zu einer Fünferkette wurde, was das Zentrum für die Bayern sehr eng machte.

Nach elf Minuten erhielten die Bayern nach einem langen Zuspiel den zweiten Ball und Müller fand James am Sechzehnereck. James Flanke landete perfekt auf dem Kopf von Wagner, der gekonnt ins untere Eck vollstreckte.

Fast im Anschluss hatte Leipzig die riesige Chance zum Ausgleich. Nach einem langen Ball. bei dem Hummels und Süle sich nicht gut positionierten, war Poulsen frei durch und scheiterte zweimal am gut reagierenden Sven Ulreich.

In der Folge verlor das Spiel an Tempo. Beide Teams agierten aggressiv gegen den Ball und hatten wenig Ideen, um das gegnerische Pressing zu umspielen. Dies führte dazu, dass beide Teams viel über lange Bälle kamen. Die Bayern nutzten Sandro Wagner sehr häufig als Zielspieler, waren aber nicht häufig genug gut gestaffelt, um den zweiten Ball zu erhalten.

In der 27. Spielminute hatte dann Timo Werner eine große Chance, Süle konnte aber noch gerade so retten. Vorausgegangen war eine Freistoßchance von Lookman.

Ab der 25. Minute dominierten die Leipziger das Spiel, heraus sprangen aber nur Halbchancen. Bayern hatte in dieser Phase große Probleme sich aus dem starken Gegenpressing der Leipziger zu befreien. Des Weiteren verteidigten die Bayern die Außenbahn schwach. Links kam Laimer hin und wieder durch, während Kimmich rechts doch größere Probleme mit Timo Werner hatte.

In der 36. Minute erzielte Naby Keita den verdienten Ausgleich. Nachdem Sebastian Rudy den Ball außen nicht klären konnte und auch Hummels zu spät kam, verwertete Keita den Abpraller nach Werners Versuch dann zum 1:1.

In der Pause wechselte Jupp Heynckes nicht. Das Spiel ging weiter wie es aufgehört hatte. Bayern überhaupt nicht kompakt. Rudy wirkte im Zentrum verloren und so kam es, dass Timo Werner in der 56. Minute nach einem diagonalen Lauf den Ball im Raum hinter Hummels erhielt und zum 2:1 abschloss.

Gleich im Anschluss kam Timo Werner rechts völlig frei, täuschte einmal an und traf dann nur das Außennetz. Leipzig war in dieser Phase drückend überlegen, da die Bayern einfache Ballverluste hatte und das Gegenpressing nicht existent war.

Wie aus dem nichts kam Hummels nach einem schnell ausgeführten Freistoß zu einer guten Chance, die Gulasci aber entschärfte (61. Minute).

Chancen gab es weiter im Minutentakt. Nachdem Werner auf der einen Seite nach einem Pass von Laimer nicht mehr an den Ball kam, da Hummels aufgepasst hatte, hatte Vidal auf der anderen Seite nach einer Flanke von Kimmich die große Chance zum Ausgleich per Kopf.

Die letzte Viertelstunde versuchte Bayern viel, Heynckes brachte noch Lewandowski als zweite Spitze neben Sandro Wagner. Ideen wie man diese Defensive knacken kann, hatten die Bayern aber nicht. Auch deshalb ging letztendlich der Sieg für Leipzig in Ordnung.

Drei Dinge die auffielen

1. Sandro Wagner bringt ein neues Element

Der einzige Akteur, der gegen Leipzig seine Leistung bringen konnte war Sandro Wagner. Dabei zeigte er, dass er eine weitere Facette ins bayrische Offensivspiel bringen kann. Wagner wurde in der ersten Hälfte sehr oft gesucht, wenn die Bayern den Ball lang nach vorne schlugen. Wagner zeigte dabei seine Qualität lange Bälle festzumachen und dann weiter zu verteilen.

Auch in den wenigen Szenen, in denen er den Ball mal flach erhielt, konnte er immer wieder gute Ablagen an seine Mitspieler spielen und sorgte so dafür, dass die Bayern es überhaupt mal schafften, den Ball vorne festzumachen.

2. Sebastian Rudy, das Sorgenkind

Sebastian Rudy machte mit Abstand sein schlechtestes Spiel im Bayerntrikot. Er wirkte als Sechser meist sehr überfordert und oft genug falsch positioniert, wenn Leipzig den Ball hatte. Auch im Spiel mit dem Ball unterliefen Rudy sehr viele Fehler und er schaffte es nicht Ruhe ins bayrische Ballbesitzspiel zu bekommen.

Neben dem das Rudy komplett außer Form ist, muss man auch anmerken, dass Jupp Heynckes mit dem Spielertyp Rudy nicht wirklich etwas anfangen kann. Rudy antizipiert gut und positioniert sich während der Defensivarbeit meist so, dass er Bälle abfangen kann. Bayern verteidigt aktuell aber sehr mannorientiert.

Dadurch wird Rudy in viele 1-gegen-1-Situationen gedrängt. Hier offenbaren sich dann seine Defizite im Bereich der Athletik und dem Zweikampf. Wenn Rudy so weiterspielt und Heynckes seine Rolle nicht anpasst, ist der Nationalspieler diese Saison keine Option in einem wichtigen Spiel.

3. Auch Heynckes mit schlechter Leistung

Neben den angesprochenen schlechten Leistungen von fast allen Bayernakteuren, muss man an dieser Stelle auch Jupp Heynckes kritisieren. Scheinbar wollte er mit langen Bällen versuchen Leipzigs Pressing zu überspielen, was aber überhaupt nicht funktionierte. Auch deswegen, weil Hasenhüttl durch die Wahl der Dreierkette seiner Mannschaft eine Überzahl in letzter Linie verschaffte.

Heynckes konnte taktisch nicht mehr reagieren, die Wechsel die er tätigte waren ebenfalls fragwürdig. Alles in allem fehlte es den Bayern nicht nur an der taktischen Anpassung an den Gegner, sondern auch die mannschaftstaktischen Abläufe waren mehr als schwach.

Das Ballbesitzspiel lebte nur von Flanken und Flügelangriffen mit mangelnder Präsenz im Zentrum – auch deshalb hatten die Bayern im Gegenpressing keinen Zugriff was Leipzig viele Konter ermöglichte.

Hier wartet noch viel Arbeit auf die Mannschaft, um nicht in der Champions League ihr blaues Wunder zu erleben.

RB Leipzig – FC Bayern
Leipzig Gulacsi – Laimer, Konaté, Upamecano, Ilsanker – Kampl, Demme, Keita (68. Forsberg), Bruma – Poulsen, Sabitzer (10. Werner / 83. Augustin)
Bayern Ulreich – Kimmich (79. Rafinha), Süle, Hummels, Alaba – Rudy – Müller, Vidal, James (72. Lewandowski), Bernat (61. Ribéry) – Wagner
Bank Starke, Boateng, Martinez, Shabani
Tore 0:1 Wagner (12.), 1:2 Keita (37.), 2:1 Werner (56.)
Karten Gelb: Kampl, Keita, Gulacsi / Rudy, Süle, Ribéry, Lewandowski
Schiedsrichter­ Marco Fritz
Zuschauer 42.548

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