Rasenfunk: 6. Spieltag Sarrgenhaft

Christopher Trenner 02.11.2020

Max-Jacob Ost hat als Gäste Marc Schwitzky und Mischa Tschirwa. Im Fokus der Sendung steht der 6. Spieltag der Bundesliga und Hertha BSC. Ihr findet die Episode hier: Rasenfunk 287.

Den Bayern-Teil findet ihr hier:

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— Oliver Kahn

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  1. Nochmal in aller Deutlichkeit:
    Alaba war ein Eckpfeiler des FC Bayern im letzten Jahrzehnt der durch alle Höhen und Tiefen gegangen sind. Vor allem waren es Höhen. Er hat dem Verein aber mehr zu verdanken, als der Verein ihm.

    In schwierigen ökonomischen Zeiten gibt er ein undankbares Bild ab. Selbst wenn er über Berater gesteuert ist, sollte er klug genug sein, an einem Punkt die Notbremse zu ziehen.

    Wenn das alles ein Manöver sein wollte, weil er am Ende mit den Millionen in der PL liebäugelt bzw. eine neue Herausforderung sucht, hätte er es jederzeit sagen können. Kein Fan würde es ihm verdenken.

    Habe ich etwas vergessen? Meine letzte Hoffnung ist, dass wir ihn zur Winterpause abgeben um eine kleine zweistellige Ablöse zu kassieren. Die Abwehr ist mit Sicherheit gut genug aufgestellt, um ohne ihn erfolgreich zu sein.

    Antwortsymbol7 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Ich bin da voll bei dir. Ich verstehe auch nicht, weshalb ein erwachsener Mann nicht einmal in der Lage ist, selbst etwas zum Thema zu sagen und Klartext zu reden. So kann man auch seine Reputation als untadeliger Sportsmann zerstören. Leider scheint es so zu sein, als liefere man sich auf Gedeih und Verderb seinen “Beratern” aus. Jenseits aller sportlichen Qualität hätte ich als Arbeitgeber kein Interesse mehr, einen Angestellten wie Alaba in meinem Unternehmen zu haben.

    2. Fußball ist aus Fan-Perspektive vor allem auch Folklore; in diesem Kontext ist der Leumund eines Spielers außerordentlich wichtig. Aber darüber hinaus handelt es sich um ein Geschäft wie jedes andere auch. Nur dass in der Wirtschaft die moralische Dimension eigentlich keine Rolle spielt, solange ein Akteur sich rechtlich nicht schuldig macht und lediglich seinen Handlungsspielraum konsequent ausnutzt.

      Diese zwei Sphären sollte man versuchen möglichst immer auseinanderzuhalten.

      1. @Alain Sutter:
        “Nur dass in der Wirtschaft die moralische Dimension eigentlich keine Rolle spielt, solange ein Akteur sich rechtlich nicht schuldig macht und lediglich seinen Handlungsspielraum konsequent ausnutzt.”

        Grundsätzlich richtig. In ihrer Absolutheit würde ich der Aussage dennoch nicht zustimmen. Es gibt auch Branchen, in denen man sich tagtäglich mit moralisch-ethischen Anforderungen und Erwartungen auseinandersetzen muss; und das nicht zu Unrecht. Ich habe erlebt, wie ein Vorstandsvorsitzender in kleinerer Runde die Position seines Unternehmens mit der des Staates Israel verglich: in sich gefestigt, aber mit vielen äußeren Feinden in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Daher umso höhere Anforderungen an die Qualität des eigenen Auftretens. Aber wie das so ist: mal gelingt es besser, mal weniger gut. Womit wir wieder bei David Alaba wären. ;-)

      2. @Cuesco
        Ja, aber bezeichnenderweise hat der Vorstandsvorsitzende dies in kleiner Runde gesagt; in der Öffentlichkeit verläuft der Diskurs in der Regel wertneutraler – und das ist auch gut so, denn wenn die Diskussion erst einmal emotional aufgeladen ist, kann daraus sehr schnell eine Hexenjagd entstehen. Das mag in dem einen oder anderen Fall inhaltlich gerechtfertigt sein, hilft aber prinzipiell nie weiter.

      3. Ich frage mich, was an dem nochmals nachgebesserten Angebot wirklich so schlecht gewesen sein kann, es nicht anzunehmen. Alaba würde weiterhin ordentlich Geld verdienen, selbst wenn die kolportierten Zahlen nicht stimmen. Aber es wird vermutlich immer noch reichen, um alleine mit den Einnahmen aus diesem neuen Vertrag für den Rest des Lebens ausgesorgt zu haben. Dazu ist eines seiner angeblichen Lieblingsziele kurz vor der Pleite (Barcelona). Wo bekommt man denn heute so viel Gehalt angeboten? Vielleicht noch in England. Aber wenn man solche Gehälter bezieht, müsste doch eigentlich der sportliche Aspekt eine Rolle spielen: Wo habe ich gute Aussichten auf Erfolg? Da bleiben auf dem Niveau nicht mehr viele Teams. Und da stellt sich mir angesichts des Verlaufs der Verhandlungen inzwischen die Frage, warum Alaba sich selbst nicht mal klar positioniert hat. Immerhin ist es am Ende seine Entscheidung. Und er sagt dazu quasi nichts. Ich würde seinen Weggang sportlich sehr bedauern, aber menschlich hat er sich in dieser Sache nicht gerade von einer guten Seite gezeigt. Bei all den Angeboten ist es doch nicht so schwer, sich mal zu positionieren. Dass der Verein sich dabei auch nicht immer klug verhalten hat, ist auch klar. Aber man kann doch als Spieler auch mal selbst was zu der Sache sagen. Dass er nun als geldgierig dasteht, das hat er sich schon ganz alleine zuzuschreiben.

        In der Sache finde ich es völlig ok, dass der Verein das Angebot nun zurückgezogen hat. Irgendwann muss man ja auch mal planen können. Hier hat man es m.E. verschlafen, schon früher zu verhandeln. Aber das ändert sich ja vielleicht jetzt auch gerade. Und ansonsten ist ja nicht ausgeschlossen, dass Alaba sich es nun doch noch einmal überlegt. Der FCB würde vermutlich Alaba die angebotenen Konditionen geben, wenn er nun doch wieder angedackelt käme.

      4. Herrispezial – nimm dir mal das Interview von Sky.
        “Das erste Angebot wurde mir vorgelegt, als Corona überhaupt noch kein Thema war.
        Das wäre dann zumindest mal Januar gewesen, denn seit Februar ist Corona sicher ein Thema.
        Das heißt auch ohne Corona eineinhalb Jahre vor Vertragsende – das sollte doch wohl reichen!

      5. @Anton:
        “Das heißt auch ohne Corona eineinhalb Jahre vor Vertragsende – das sollte doch wohl reichen!”

        Normalerweise ja. Für Alabas komplizierten Motive-Mix anscheinend nicht. Was aber nicht unbedingt dem FCB anzulasten ist.

  2. Ich habe mich mit dem Thema Abschied Alabas abgefunden. Mir sind die Gründe völlig egal, aber wenn er am Ende bleibt, würde ich mich natürlich auch freuen. Alaba war einer von den Spielern von uns, die ich von Anfang an miterlebt habe. Die Spieler meiner Kindheit waren schon lange dabei. Insfoern habe ich natürlich ein besonderes Verhältnis zu dieser Generation. Alaba war “unser Junge”.

    Es ist schade, wenn das ganze solch ein Ende nimmt, wo man doch eine recht romantische Vorstellung von einigen der Spieler hat, erst recht wenn sie One-club-men sein könnten.

    Keine Ahnung inwiefern das Gebaren des Agenten auf Alaba selbst zurückzuführen ist, aber es muss auch klar sein, dass die Führung des Vereins hier richtigerweise einen Riegel vorschiebt und definiert, was ein Spieler erwarten kann.

    Alaba wäre schön blöd, wenn er den Verein wechselt, aber das muss er selbst wissen. Unsere Abwehr wird es überstehen. In Topform ist er weltklasse, aber unverzichtbar ist er für uns nicht.

    Antwortsymbol2 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Prinzipiell stimme ich dir zu, aber trotzdem sollte man beispielsweise zwischen “unserem Jungen” Thomas Müller und “unserem Jungen” David Alaba unterscheiden. Der eine spielt seit der E-Jugend beim FC Bayern, der andere stieß zur U19.

      Das soll kein Argument gegen David Alaba sein, sondern nur der Versuch seine Vereinszugehörigkeit genealogisch realistisch einzuschätzen. Was seinerzeit eine Ausnahme war, ist heute fast Standard; die meisten neu verpflichteten Spieler kommen jetzt im Alaba-Alter zu uns, aber deswegen wird sie in Zukunft wahrscheinlich trotzdem niemand “unser Junge” nennen.

    2. yo, ich seh die Chancen dass er bleibt auch nur bei 10% oder so.

      Aber höher sehe ich die Chancen für Alaba auch nicht, dass er wo anders ein besseres Angebot bekommt.

      Und nein, man verdient nicht wirklich 20 Mio im Jahr, wenn man ein paar Tage später auf 70% des Gehalts verzichten muss damit der Verein überlebt.

  3. Ich habe immer gedacht oder den Eindruck, daß David Alaba auch nach seiner aktiven Zeit weiter in München bleiben will. Sei es als Botschafter / Repräsentant des Vereins oder Trainer / Betreuer oder was auch immer.
    Diese Türe dürfte für ihn dann aber auch geschlossen sein… .

    Antwortsymbol18 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. @Martin:
      Ein Job als Greenkeeper sollte aber schon
      drin sein.

    2. Prinzipiell kann man als Bayernspieler, der des Geldes wegen wechselt, sogar Präsident (Beckenbauer) oder Vorstandsvorsitzender (Rummenigge) werden. In den 70er und 80ern wurden solche Wechsel bzw. Vertragsgeschichten aber auch nicht so aufgebauscht und bis ins Detail durchleuchtet, sonst hätten diese beiden sich womöglich auch für spätere Aufgaben beim FCB disqualifiziert. Ich habe beide Wechsel aufgrund meines Alters (Jahrgang 1979) nicht bewusst erlebt. Bei Beckenbauer waren scheinbar auch private Gründe dabei, weil er wegen seiner Scheidung in Deutschland durch den Dreck gezogen wurde. Andererseits ist der Wechsel in eine Operettenliga doch sicherlich nicht nur deshalb erfolgt, weil er da weit weg von Deutschland war.
      Rummenigge wechselte zu Inter und Inter war damals sportlich sicherlich kein Aufstieg. Die Chance auf einen internationalen Titel war auch nicht unbedingt höher als bei Bayern. Es sei ihm zugestanden, dass er eine neue Erfahrung machen wollte und in einer etwas namhafter besetzten Liga spielen wollte. Die Gehaltsabrechung dürfte aber auch hier eine gewichtige Rolle gespielt haben.
      Vielleicht weiß ja der eine oder andere User ein bisschen mehr über diese beiden Transfers, evtl. auch aus eigener Erfahrung?

      1. @willythegreat:
        Meines Wissens spielte bei Rummenigge die Sanierung der damals extrem klammen Vereinsfinanzen eine maßgebliche Rolle, weswegen UH höchst interessiert war am Zustandekommen des Wechsels.

      2. Bei Rummenigge war es zuerst und vor allem ein Vereinswechsel zugunsten des FC Bayern: Die damalige Rekordablösesumme war notwendig um wirtschaftliches Unheil abzuwenden; der Klub war nicht immer so ‘gesund’ wie heute.
        Bei Beckenbauer ist die Motivation nicht so eindeutig, eine Melange von privaten, wirtschaftlichen, kulturellen und sportlichen Gründen – schwer zu durchschauen, wie ja eigentlich alles im Fall Beckenbauer.

        Kurzum: Keiner der beiden von dir erwähnten Fälle hat auch nur annäherungsweise etwas mit der (vermeintlichen) Motivation und Verfahrensweise Alabas zu tun.
        Dein Kommentar ist unter deinem normalen Niveau @willytheshrimp.

      3. @Alain Sutter:
        “Dein Kommentar ist unter deinem normalen Niveau @willytheshrimp.”

        Jammern auf hohem Niveau. ;-)

      4. Hör halt mal in den Podcast 11 Leben von Max rein :-) Da ging es zufällig gerade in der letzten Folge um den Wechsel von KHR.

        KHR hätten anscheinend die Hälfte der Ablösesumme zugestanden.

      5. Bei Beckenbauer war der finanzielle Hintergrund sicher auch entscheidend.
        Die Einkünfte selbst solcher Superstars waren nach heutigen Maßstäben äußerst bescheiden. Bei Cosmos konnte diese Summe in einem Maße vervielfacht werden, das heute gar nicht mehr denkbar wäre. Das würde bei einem Alaba umgerechnet vielleicht auf irgendwas zwischen 100 und 150 Mio € hinauslaufen.
        In diesem Zusammenhang hatte Beckenbauer auch schon damals Probleme mit dem Fiskus, die auf sich auf eine Nachforderung im siebenstelligen Bereich summiert haben sollen.

        Zudem war für jeden ersichtlich, dass der große Zyklus dieser Bayernmannschaft zu Ende war und der Fußballalltag doch ziemlich grau zu werden begann. Dem fast 32-jährigen Beckenbauer war auch klar, dass er kein Bestandteil eines längerfristigen Aufbaus mehr werden würde.

        Im privaten Bereich ging zu der Zeit seine Ehe in die Brüche, er hatte eine neue Lebensgefährtin. Dies alles wurde vom Boulevard natürlich genüsslich ausgeschlachtet.

        Insgesamt also viele gute Gründe für einen Neustart anderswo und wenige noch einige Jahre in München zu bleiben. Zumal für jemanden, der sportlich eh schon alles erdenkliche erreicht hatte.

      6. Danke für die wertvollen Infos zum Thema. Ich habe einiges erfahren, was ich noch nicht wusste. Danke auch an @Alain Sutter. Jetzt weiß ich, dass Shrimp nicht nur eine Bezeichnung für Meeresfrüchte ist, sondern auch für kleinwüchsige Menschen verwendet werden kann. Das Forum vermag einem Dinge zu lernen, die mir trotz eines bayerischen Staatsexamens in Anglistik verborgen blieben.

      7. @ willythegreat:
        “Das Forum vermag einem Dinge zu lernen, die mir trotz eines bayerischen Staatsexamens in Anglistik verborgen blieben.”

        Kröterich: “Wir wollen es ihnen lernen …”
        Ratte: “Es heißt: wir wollen es sie lehren.”
        Dachs: “Jetzt hack nicht auf dem Kröterich herum. Wir wollen es IHNEN LERNEN, verdammt nochmal!”
        Ratte: “Ich dachte doch, es hieße lehren
        … lernen, lehren, lernen … Hmm …”

        Kenneth Grahame, “Der Wind in den Weiden”, aus dem Gedächtnis zitiert nach der fabelhaften Hörversion von Harry Rowohlt

      8. @willythegreat
        “Bezeichnung für (…) für kleinwüchsige Menschen” ist eine sehr moderne, fast kulturell-politisierte Lesart; etymologisch hängt es zwar tatsächlich mit ‘schrumpfen’ zusammen, aber meines Wissens wird es unter lebensnahen Umständen wie ‘Knips’ gebraucht. Mir ging es in erster Linie um ein harmloses Antonym zu ‘great’.

        Allerdings kann man eine gewisse Schärfe in meinem Kommentar nicht verleugnen; das hängt aber weniger mit deinen Einlassungen zu Rummenigge und Beckenbauer zusammen, als vielmehr mit dem Versuch vermeintlichen Wissenslücken mit dem Verweis auf dein Geburtsdatum zu entschuldigen – eine solche Argumentation ausgerechnet von einem Geschichtslehrer halte ich für annähernd skandalös.

        PS. Spaß muss sein.

      9. ‘Knirps’

      10. “…..dem Versuch vermeintliche Wissenslücken mit dem Verweis auf dein Geburtsdatum zu entschuldigen – eine solche Argumentation ausgerechnet von einem Geschichtslehrer halte ich für annähernd skandalös.”

        Grandios :-)

        Übrigens: Die Bezeichnung “Shrimp” für einen kleingewachsenen Menschen zu verwenden ist in meinen Augen nicht harmlos. In unserer so gern korrekten und empathischen Welt und in diesem so gern korrektem und empathischem Forum finde ich sie sogar skandalös.
        Und das sage ich nicht weil es mich betrifft, meine 1,78 m sind wie fast alles an mir durchschnittlich, sondern weil es mich echt verwundert, das eine dermaßen diskriminierende Bezeichnung Kommentatoren wie Alain Sutter und willythegreat so locker von der Tastatur hüpft.

      11. @wohlfarth

        Ich verstehe den zweiten Teil deines Kommentars nicht. “Die Bezeichnung “Shrimp” für einen kleingewachsenen Menschen zu verwenden ist in meinen Augen nicht harmlos.”

        Das Wort ‘shrimp’ hat nun mal im Englischen mehrere Bedeutungen (v.a. wenn man die umgangssprachliche Ebene mit einbezieht). Ich habe es im Sinne von ‘Knirps’ gegenüber Willy gebraucht; Willy verstand darunter im ersten Moment die gängige Übersetzung ‘Garnele’, was in dem gegebenen Kontext nicht besonders sinnvoll war und schaute deshalb im Wörterbuch nach – und dort kann man dann tatsächlich (gegen Ende der Liste an möglichen Übersetzungen) die Bedeutung ‘Zwerg’ oder ‘kleinwüchsige’ oder ‘unbedeutende’ Person finden.
        Ich glaube keiner der Beteiligten wollte das Wort in diesem (diskriminierenden) Sinn gebrauchen oder verstehen; das war meiner Meinung nach ein Missverständnis.

      12. @Alain Sutter:

        Genau so wenig wie die meisten dunkelhäutigen Menschen als “Neger” oder “Schwarze” und die meisten indianisch stämmigen Menschen als “Redskin” bezeichnet werden wollen, kann ich mir nicht vorstellen, dass es einem kleinwüchsigen Menschen gefällt, als “Shrimp” bezeichnet zu werden.

        Auch wenn das in irgendeinem (von weißen, normal gewachsenen Menschen erstellten) Lexikon ganz hinten noch so steht.

        Ich glaube dir, dass du damit niemand beleidigen oder diskriminieren wolltest, aber ich finde diese Bezeichnung völlig daneben.

      13. @wohlfarth
        Okay, jetzt verstehe ich es. Ja, du hast recht, deshalb würde ein ‘normaler’ Mensch diesen Begriff in einem so abschätzigen Sinn wohl auch nicht (mehr) gebrauchen.
        Aber Wörterbücher haben nun mal die Aufgabe auch historisch überlieferte Bedeutungen anzugeben, schließlich sollen sie ja bei der Übersetzung auch alter Dokumente, in denen Begriffe in (für unser heutiges Verständnis) beschämender Weise gebraucht wurden, Hilfestellung liefern. Eine Säuberung im Sinne politischer Korrektheit wäre diesbezüglich nicht hilfreich.

      14. @Alain Sutter:
        Ja, in einem Lexikon kann, darf und sollen diese Begriffe auch noch stehen, mit dem Hinweis “wurde früher als Bezeichnung für ……. verwendet”.

        Aus dem normalen Sprachgebrauch oder hier sollten sie nicht mehr verwendet werden.

        Und ja, in Gesprächen mit meiner Frau oder in meinem Freundeskreis verwenden wir in Gesprächen auch oft noch “unkorrekte” Bezeichnungen, um sie ganz raus zu bekommen, bin ich wohl schon zu alt. Meine Teenager-Kinder grätschen da öfter mal dazwischen.

      15. @Alain Sutter:
        Ich finde meine Vorgehensweise historisch alles andere als skandalös. Da mir für meine Recherche die nötige Zeit fehlte und ich mich nicht nur auf irgendwelche Internetartikel verlassen wollte (z.B. Wikipedia über Franz Beckenbauer), startete ich einen Aufruf unter potentiellen Zeitzeugen. Gerade in der modernen Geschichtsschreibung ist Oral History eine sehr beliebte Disziplin. Da ich leider immer noch keine Originaldokumente aus der damaligen Zeit gefunden habe und Franz Beckenbauer und KHR mir nicht auf meine Anfragen wegen der Gründe ihrer Wechsel antworten werden, muss ich mit den heute Nachmittag bekommenen Infos leben und versuchen, sie auf ihre Plausibilität zu überprüfen. Da ich unter anderem leider nicht weiß, wie alt die Personen, die mir antworteten sind, werde ich natürlich nie auf die Idee kommen, sie als absolute Wahrheiten in Stein zu meißeln. Ein bisschen Quellenkritik muss dann doch sein. :-)
        @Wohlfarth:
        danke für den Hinweis, das shrimp eine abwertende Konnotation hat. Ich würde das Wort natürlich niemals jemandem ins Gesicht sagen bzw. so über jemanden sprechen. Als Beinamen zu willy finde ich das Wort allerdings passend. Da gab es in der Geschichte für Herrscher schon schlimmere Beinamen, z.B. Johanna die Wahnsinnige, Iwan der Schreckliche oder Wenzel der Faule. Mit willytheshrimp stehe ich da ja schon fast in einer Reihe mit Pippin dem Kurzen und der war immerhin der Vater von Karl dem Großen.

      16. @willtythegreat
        :-) [great]

  4. Süle positiv auf Corona getestet.

  5. Ganz ehrlich, viel trauriger macht mich diese Meldung:
    https://m.sportbild.bild.de/fussball/2020/fussball/gerd-mueller-ehefrau-uschi-bewegendes-interview-vor-75-geburtstag-73715990.sportMobile.html

    Echte Legende, bester Stürmer seiner Art aller Zeiten, verarmt im Pflegeheim, kurz vor seinem 75.
    Wenn ich dagegen die Alaba Forderung höre: 5 mal (11 Mio + 6 Mio) Bonus sind zu wenig, werde ich aggressiv.

    Antwortsymbol4 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. @AlanMcInally:
      Ja klar, nur darf man die heutigen Beträge nicht mit den damaligen verwechseln.

      Eine Gemeinsamkeit gibt es sogar zwischen Gerd Müller und David Alaba: auch Müller fühlte sich dereinst nicht hinreichend respektiert (im Vergleich zu Beckenbauer) und liebäugelte mit einem Wechsel zu Barça. Es blieb aber bei der Phantasie.

    2. Alaba hat heute in der Pressekonferenz gesagt, dass nicht alle Zahlen stimmen, die so durch die Medien geistern. Zumal ich nicht weiß, was die beiden Dinge miteinander zu tun haben. Alaba könnte auch umsonst spielen und trotzdem hätte der Bomber Demenz.

      1. Ich habe nicht den Anspruch in einem als emotional erkenntlichen Forumsbeitrag die causa Alaba zu lösen.
        Mir gehts schlicht um das Gefühl der fehlenden Demut, auch und gerade in Zeiten von Corona, wo zig Bekannte vor dem Aus Ihrer Existenz stehen und wenn ich wie Alaba Herrn J. aus Nazareth ständig als Monstranz vor mir hertrage und mir dann diese Beträge mir nicht ausreichen (Alaba bestreitet ja nicht die angebotenen Zahlen des FCB sondern seine kolportierten Forderungen mit 20 Mios fixgehalt und so) empfinde ich ehrlich gesagt einfach Abscheu.
        Und immer dieser Vorwurf des whataboutism – gäähhn.

        Aber wahrscheinlich bin ich einfach zu alt für diesen scheiss…

      2. Es ist ja kein Vorwurf, wenn du genau das machst. :D

        Ich will hier doch gar nicht unnötig Alaba vor Kritik bewahren. Der Beraterwechsel sagt ja schon alles. Es hat nur halt nichts mit anderen Spielern zu tun. Die auf ihre Art und Weise ihr eigenes Kreuz (höhö) zu tragen hatten.

  6. Alaba ist enttäuscht und verletzt, hat es auch nur über die Nachrichten erfahren dass das Angebot zurückgezogen wurde.

    Lieber David,

    da solltest du wohl eher von deinem Berater enttäuscht sein wenn er es nicht für nötig hält dich über die neuesten Entwicklungen zu informieren.

    Und vielleicht solltest du mal überdenken ob du nicht nur ein Spielball für deinen Berater bist. Dass es ihm darum geht das bestmöglischste für dich rauszuholen kann damit mit nein beantwortet werden.

    Manchmal verliert man, manchmal gewinnen die anderen.

  7. @Systemrelevant: etwas ähnlich wollte ich auch schreiben …

    Hängen bleibt bei mir folgendes, und zwar unabhängig von den Medienberichten:

    Wenn alles so super war bei David: warum ist er dann zu Zahavi gewechselt? Das ist der entscheidende Punkt. Und im Grunde es der wichtigste Punkt. Er ist nicht zu Zahavi gewechselt, weil der so menschenfreundlich ist. David Alaba hatte eine ganz klare Absicht, als er den Berater wechselte.

    Antwortsymbol14 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Ja, mehr Wert$$$chätzung

      Den Move hatte Lewi ja auch gebracht. Nur waren damals nicht die Einnahmen um 20, 30% eingebrochen.

    2. Normalerweise hätte es ja auch klappen können: das Maximum herauszuholen. Dann kam Corona dazwischen. Eine heilsame Wirkung des Virus ist anscheinend, dass es die strategischen Fähigkeiten sogar eines Zahavi überfordert. Und Alaba? Was soll der schon groß sagen, wenn der Zampano, den er gerade erst engagiert hat, ihm bedeutet: lass mich mal machen, die kriege ich schon weichgekocht. Ihm in die Parade fahren? Da könnte er sich vermutlich was anhören. Wenn man so jemanden anheuert, liefert man sich ihm bis zu einem gewissen Grad auch aus.

      1. Mir fehlt derzeit der Überblick welcher Verein genügend Spielraum für ein Jahresgehalt 15 Mio + x hat. Wie man hört sind aber schon einige große Vereine auf Kante genäht.
        Bei Barcelona wird über die Zahlungsunfähigkeit spekuliert. In UK fällt es den Vereinen auf die Füße, dass selbst Teams aus dem Mittelfeld inzwischen in der Spitze Gehälter bezahlen wie die Bayern weil selbst dort sind die Einnahmen überall rückläufig.

        Es ist nicht kalkulierbar was in den kommenden 12 oder 24 Monaten passieren wird und da war ein Angebot von maximal 18 Mio im Jahr wohl mehr als nur angemessen für den Spieler David Alaba.

      2. @systemrelevant:
        diesen Sommer kauften die Spitzenklubs der PL (und nur die kommen für Alaba sicherlich in Frage) so ein, als ob es Corona nicht gegeben hätte. Havertz für 80 Millionen, Chilwell für über 50 Millionen, Ruben für 68 Millionen, Tomas für 50 Millionen. Das sind allesamt nicht einmal die größten Namen im Weltfußball, sondern höchstens vielversprechende Investitionen in die Zukunft. Selbst Klubs wie Wolverhampton haben das, was sie eingenommen haben wieder 1:1 reinvestiert ohne etwas für “schlechtere Zeiten” beiseite zu legen. Zahavi kann also Stand jetzt mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass sich im kommenden Jahr in England jemand finden dürfte, dem das Gesamtpaket Alaba auf 5 Jahre gesehen 80 Millionen plus x wert sein dürfte.
        Ob sich die Spanier diese Summe werden leisten können, ist derzeit noch unsicher. Barca wird aber sicher nicht pleite gehen. Ganz im Gegenteil. Sollte Messi den Verein verlassen und man Griezmann oder Dembele verkaufen, dann wird Barca nächsten Sommer eher wieder investieren bzw. sicherlich genug Geld für das Gehalt für Alaba haben. Bei Real sehe ich das ähnlich.

      3. @WTG

        :-)

        Das ist ein Blick in die Vergangenheit, der zählt heute nicht mehr.

        UK ist mitten in einer riesigen Pandemie, die noch dazu gerade erst am Anfang steht. Im April nächsten Jahres ist sie mit Glück zu 50% durch, aber das würden katastrophale Zustände in den Monaten bis dahin bedeuten. Dazu kommt der Brexit, der jetzt wohl doch recht hart ausfallen sollte. Kurz: UK und die PL werden mächtig an Wirtschaftskraft verlieren, allein durch das fallende Pfund.

        Da sich meiner Meinung nach nichts nachhaltig verbessern wird kann Barcelona nur davon träumen 9stellige Summen für ihre Spieler zu erlösen und da sie Medienberichten zu Folge mindestens 200 Mio einsparen müssen, zusätzlich zu der halben Milliarde an Schulden, wird auch das ein ganz schweres Ding. Madrid steht vor dem größten Umbruch seit locker 15 Jahren und die Kassen sind leer.

        Für Italien gilt im Prinzip das selbe. Auch milliardenschwere Investoren werden jetzt nicht mehr freizügig ihre Millionen verprassen um sie in den Fußball zu investieren.

        Der Fußball lebt von TV-Geldern, Zuschauereinnahmen und Merch wie auch Sponsoren.

        TV, Eintrittsgelder, Merch geht alles zurück auf den kleinen Mann. Der kleine Mann steht aber vielerorts vor dem Nichts. Wir haben hier eine große, namenhafte Firma die die Tore für die Mitarbeiter bis in den April hinein geschlossen hat. Unvorstellbar, die Zustände. Werden sich diese Leute noch ein Sky oder dazn-Abo leisten können? Ein Trikot? Ein Ticket für ein Spiel der Bayern (wenn sie denn könnten)? Werden die Verträge mit den Sponsoren bei den nächsten Verhandlungen auch so üppig ausfallen wenn überall Kosten eingespart werden müssen, Leute entlassen werden und die Umsätze wegbrechen?

        Ich hatte dir ja empfohlen in den Podcast 11 Leben reinzuhören.

        Damals in den 70er und 80er machten Eintrittsgelder bis zu 80% der Einnahmen aus und die Zuschauerzahlen schwankten wie man es in den vergangenen 20 Jahren nicht gesehen hat. Vielleicht muss sich der Profisport wieder auf solche schwankenden Einnahmen einstellen. Vielleicht sind die besten Zeiten schon rum, nur haben das noch nicht alle vollends verstanden. Wer es nicht akzeptieren will, dass die Zeiten wohlmöglich vorbei sind beschleunigt den Untergang möglicherweise sogar.

        Wer die Pandemie wirtschaftlich ignoriert und Geld ausgibt als gäbe es kein morgen wird untergehen.

      4. @Systemrelevant
        “Wer die Pandemie wirtschaftlich ignoriert und Geld ausgibt als gäbe es kein morgen wird untergehen.”

        Außer denen, die mit vermeintlich unerschöpflichen finanziellen Ressourcen wirtschaften – und von denen gibt es v.a. auch in England einige.

      5. @Alain Sutter

        Investoren haben Geld, welches sie in den Fußball pumpen können, weil sie Eigentümer von Unternehmen sind, die Gewinne erzielen.

        Da ich mal unterstelle, dass diese Investoren auch halbwegs wirtschaften können, unterstelle ich ihnen einfach mal mehr Geld und Aufwand in die Basis ihres Vermögens zu pumpen als in ihr Hobby.
        Es mag noch unrealistisch klingen, aber ja.. die Umsätze der Vereine könnten auch mal für 3 oder 5 Jahren um 20, 30% niedriger ausfallen. Im europäischen Fußball könnten aber schon 2 Jahre ausreichen um eine unkalkulierbare Kettenreaktion zu bewirken.

        Wie viele Vereine in Italien, Spanien, Frankreich, Deutschland, Österreich usw. überleben denn 24 Monate ohne jede Einnahmen durch Eintrittsgelder?

        Bei den großen Vereinen hörst du durch die Bank von Verlusten in 9stelliger Höhe. Das wird in der Saison 21/22 möglicherweise nicht anders sein.

        Werden Citys Investoren die Millionen eher in den eigenen Staat und Fluglinie pumpen oder in den Fußballverein?
        Wenn wir Pech haben stehen wir erst am Beginn einer weltweiten, wirtschaftlichen Depression.

        Die Schulden, die heute gemacht werden müssen auch wieder zurückbezahlt werden, möglicherweise bei deutlich geringeren Einnahmen.

      6. @Systemrelevant
        Anhand der Erfahrungen im Rahmen der letzten Krise(n) würde ich wagen zu behaupten, dass der Fußball zur Kategorie ‘too big to fail’ gehört und vor einem totalen Kollaps (international orchestriert) gerettet werden würde. Das wissen auch die Investoren und nutzen die Zeit bis dahin, um ihre Marktsituation zu günstigen Konditionen zu verbessern.

        Ziemlich zynisch, aber deshalb nicht unrealistisch.

      7. lol

        Ich glaube kaum, dass 15 Füßballer mit Gehältern in 7 bis 8 stelliger Höhe systemrelevant sind.

        So lange 40 bis 80% der Kosten nur auf das Konto dieser 15 Hanseln geht wird das nicht passieren. Nicht so lange man die Gehälter um 95% drücken kann und selbst dann würden die Spieler mehr kassieren als wir alle hier zusammen.

      8. @Systemrelevant

        Vielleicht unterschätzt du die Systemrelevanz des Fußballs (auf höchster Ebene) als Gesamtsystem – zumal in Zeiten von Kontaktbeschränkungen und reduziertem Freizeitangebot.

        “Die Schulden, die heute gemacht werden müssen auch wieder zurückbezahlt werden (…)”
        Wenn ich die internationalen Bestrebungen von politischen und monetären Akteuren zur Zeit richtig deute, arbeitet man gerade daran, diese vermeintliche finanzmarktliche Grundwahrheit zu umgehen oder zu übergehen. Wenn das geschafft ist, wird vorerst ausreichend Geld für Fußballligen, Fluggesellschaften und sonstige Bedürftigen zur Verfügung stehen.

      9. “Schulden müssen zurückgezahlt werden” ist halt keine Grundwahrheit in dem Sinn, daß es ein unumgängliches Naturgesetz beschreibt. Die “Gesetze” des Finanzmarkts werden letztlich von Menschen gemacht. Tatsächlich war es in der Geschichte der Menscheit noch nie so, daß Schulden grundsätzlich vollständig zurückgezahlt wurden. Eine ziemlich umfassende Analyse dazu bietet das hervorragende Buch “Schulden” des leider viel zu früh verstorbenen Anthropologen David Graeber.

        Wenn aus der Corona-Krise etwas Positives entstehen kann, dann vielleicht die Reflexion über manche Absurditäten der angeblich unveränderlichen “Gesetze des Finanzmarktes”. Allerdings bezweifle ich, als passionierter Pessimist, daß derartiges geschehen wird – dazu ist der Begriff “Wirtschaftswissenschaften” heutzutage zu sehr Oxymoron geworden. Wer über Geldpolitik, Schulden und Wirtschaftskompetenz ein wenig schmunzeln mag, der kann sich derweil den Dokumentarfilm “Oeconomia” ansehen, in der echte Experten (u.a. der ehemalige Chefvolkswirt der EZB) versuchen, diese “Gesetze” zu erklären.

      10. @JP
        Danke für die Empfehlung; ich kenne die Dokumentation nicht, sie ist aber bestimmt sehr interessant und unterhaltsam (und trotz allem thematisch kompliziert.)

        Aber wie auch immer man das Thema versteht oder erklärt, am Ende ist das Vertrauen der Marktteilnehmer für die Geldwertstabilität verantwortlich. Das ist natürlich ein nebulöser und dehnbarer Begriff, aber historisch gesehen gab es immer mal wieder Situationen, in denen Bogen einfach überspannt wurde.

        Wobei man natürlich unter dem Aspekt der Strategie die aktuellen Bemühungen als einfallsreich loben muss: Anstatt das Vertrauen in den Tauschwert des Geldes zu stärken, versucht man stattdessen die Möglichkeit des Nicht-Vertrauens zu eliminieren. Honi soit qui mal y pense.

        PS. Was das mit Fußball zu tun hat? Ich glaube die Herren um Karl-Heinz Rummenigge wissen das sehr wohl…

    3. Die Frage ist: wieviel Einfluss hat sein Vater? Der Wechsel zu Zahavi dürfte vermutlich auf dessen Mist gewachsen sein.
      David jedenfalls wirkte auf der heutigen Pressekonferenz jedenfalls alles andere als glücklich mit der Entwicklung und betonte schon auffällig, wie sehr es ihm in München gefällt.

      1. Man sollte jetzt aber auch nicht vorschnell alle Brücken verbrennen. Das letztbeste Angebot sollte man ihm auch wieder vorlegen, wenn er dazu bereit ist.

  8. Es kommt nicht nur Corona dazwischen. Wir haben mittlerweile ein sehr gutes Mittelfeld, die Außenpositionen sind gut (mehrfach) besetzt, ein Alleinstellungsmerkmal hat David gerade noch in der Abwehr, und dort ist es – vielleicht – ein wenig leichter, Ersatz zu finden.
    Neuer und Lewandowski sind auf Ihren (exponierten) Positionen zur Zeit die jeweilige Nr. 1.

  9. Neuer, Müller und Lewa sind nochmal ne andere Liga als er, das sind gestandene Unterschieds-Spieler.
    Und wie schon von “systemrelevant” ganz richtig erkannt. Es ging jemanden in allererster Linie um mehr Geld.
    Ob das nun Alaba selber war, bleibt unklar. Das hat Thiago besser hinbekommen. Ich weine beiden trotzdem eine Träne nach.

  10. @ Kurt (Kurt Seite 02.11.2020 – 14:48 )

    Ich denke, das wird man auch tun.

  11. Ich glaube nicht, dass Alaba unbedingt ohne wenn und aber in München bleiben wollte. Ich glaube sogar, dass dies nicht einmal seine erste Wahl war. Die Aussicht auf einen Spitzenklub im Ausland reizte ihn, wie man bei ihm ja immer wieder in Interviews hören konnte. Ihm und vor allem seinem Berater war aber wohl spätestens im Frühjahr bewusst, dass kein Spitzenklub für einen Spieler, der auf die 30 zugeht und nur noch ein Jahr Vertrag hat, eine hohe Ablösesumme zahlen würde. Von daher war dem Team Alaba (junior und senior)/ Zahavi wohl schon ziemlich bald klar, dass ein ablösefreier Wechsel im Sommer 2021 die lukrativste Lösung darstellen würde.
    Daher war der Poker mit Bayern mMn nur ein Vorwand, um aus Alaba einen ablösefreien Spieler machen zu können. Man verhandelte, stellte viel zu hohe Forderungen, machte dem Gesprächspartner aber auch vage Hoffnungen auf eine Einigung. Dieser Part fiel Alaba zu, der immer wieder betonte, wie wohl er sich doch in München fühlen würde. Irgendwann war das Transferfenster zu und somit steht jetzt mehr oder weniger fest, dass Alaba im Sommer ablösefrei wechseln kann. Die Taktik von Zahavi ging auf:
    Hätte Alaba ähnlich ehrlich wie Thiago gehandelt, hätte Bayern ihn wohl vor Transferschluss verkauft. Die Ablösesumme hätte Zahavi allerdings eher wenig gebracht und sich womöglich auch noch auf das Gehalt von Alaba ausgewirkt. Statt dessen gibt es ein Handgeld für den Wechsel im Sommer und mehr Spielraum beim Gehalt für den aufnehmenden Verein.
    Würde Alaba den Verein wirklich in seinem Herzen tragen, dann würde bzw. hätte er ja auch eine Verlängerung mit Ausstiegsklausel vereinbaren können, so wie es z.B. Werner und Upamecano bei RB machten. Bei Werner gab es diesen Sommer 2 Gewinner: 1. den Spieler, der sich erhobenen Hauptes verabschieden konnte und 2. RB Leipzig, die eine schöne Ablöse kassierten.
    Bei Alaba wird es leider wohl ebenfalls 2 Gewinner geben: 1. den Spieler und 2. seinen neuen Klub, der sich die Ablöse spart (auch wenn einiges davon in Handgeld und Gehalt investiert werden muss).
    Das Märchen vom kleinen, naiven David, der doch nur bei seinem Herzensverein bleiben möchte und Opfer der Intrigen zwischen Berater und Verein wurde, kann er sich dann immer wieder im Kopf aufsagen.

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    1. Ich habe dir oben geantwortet.

      Ich gehe schwer davon aus, dass es keinen Verein im Sommer 2021 geben wird, der das Angebot der Bayern signifikant übertreffen wird.

      1. Das glaube ich auch. Alaba wird aber trotzdem ab Sommer 2021 für einen ausländischen Topklub spielen, halt nur nicht für das Geld, das er ohne die Corona-Pandemie eingestrichen hätte. Ich denke, im “schlimmsten Fall” für ihn, wird er noch vier-fünf Jahre für das gleiche Gehalt, das er jetzt in München bekommt, irgendwo im Ausland spielen.

    2. Deine Argumentation ist nachvollziehbar, aber wir sollten nie vergessen, dass die ganze Geschichte für uns eine rein mediale soap opera ist. Dahinter gibt es ganz reale Menschen, Motive und Absprachen, von den wir nichts oder fast nichts wissen.
      Ich möchte aufgrund dessen nicht für ein Schweigegelübde appellieren, aber wir sollten unsere Kommentare immer mit einer Prise Zweifel und Ironie abmildern, weil wir ansonsten Gefahr laufen uns als allzu seriöse Schattenkämpfer dem Spott auszusetzen.

      1. @Alain Sutter: Thumbs up!

      2. @Alain; so schlecht Du als Spieler warst, so treffend ist Dein Kommentar.

      3. @AlanMcInally
        Im Vergleich zu mir war Alain ein Fußballgott – also bitte…

    3. Ich finde das nicht plausibel: Wenn “Alaba” (also das Akteursgeflecht aus Spieler, Vater, Berater) 2021 ablösefrei gehen möchte, dann brauchte er gar nichts zu tun, denn sein Vertrag läuft ja 2021 aus. Ohne seine Zustimmung kann der Verein ihn ja nicht verkaufen, also hätte Bayern keine Möglichkeit gehabt, das zu verhindern. Zumal sich das Ansinnen doch auch öffentlich wesentlich besser kommunizieren ließe: “Hey, Bayernfans, vielen Dank, ich suche eine neue Herausforderung ab 2021 und werde meinen Vertrag nicht verlängern. Um dem Club Planungssicherheit zu geben, sage ich schon jetzt Bescheid. Bis dahin gebe ich alles für den FCB. Tschüss baba.”
      Dass die Verhandlungen also nur Schein-Verhandlungen und die ganze unsäglich öffentliche Chose Strategie von “Alaba” gewesen sein soll, finde ich daher arg konstruiert.
      Es scheint mir so, dass in der Verhandlungsdynamik zwischen den Parteien etwas sehr gründlich schief gelaufen ist, würde mir aber nicht anmaßen wollen, da mit dem Finger auf die eine oder die andere Seite zu zeigen. Häufig aber ist es bei Kommunikation ja so, dass beide Seiten an ihrem Scheitern irgendwie beteiligt sind.

      1. Alaba hat bereits beim letzten Vertragsabschluss auf eine Beförderung zum Mittelfeldspieler gedrängt, konnte sich aber damals (scheinbar) nicht durchsetzen. Außerdem ist bekannt, dass ein Wechsel zu einem renommierten ausländischen Verein für ihn immer eine annehmbare Option gewesen ist.
        Da es sich nun um seinen wahrscheinlich letzten großen Vertrag handelt, hat er alles auf eine Karte gesetzt: fürstliche Entlohnung, bessere (bzw. weitere) Position, Aufstieg in der Hierarchie bei Bayern oder ein Wechsel zu günstigsten Konditionen ins Ausland.
        Vor Coronna, als er seine Strategie festgelegt hat, war das für ihn eine win-win situation; inzwischen ist er womöglich selbst nicht mehr so glücklich mit dem Verlauf der Ereignisse…

      2. Warum glaubst du, wechseln Topspieler relativ selten ablösefrei? Ich glaube, weil der Verein, bei dem der Spieler unter Vertrag steht, alles unternehmen wird, um einen ablösefreien Wechsel zu verhindern. Bayern passierte das bislang bei Ballack ein einziges Mal und seitdem hatte man mit Kroos, Vidal und Thiago ein paar Mal ähnliche Fälle. Im Gegensatz zu Alaba war bei diesen Spielern schon vor Saisonbeginn klar, dass sie nicht verlängern würden und immer hat man sie noch ziemlich schnell und (leider) ziemlich günstig verkauft. Andere Vereine handeln da ähnlich. Ich habe mich bei Werner und Upamecano auch gefragt, warum sie ihre Verträge in Leipzig verlängerten bzw. mit welcher Gewissheit die Vereinsführung von RB behaupten konnte, dass sie mit keinem Topspieler in sein letztes Vertragsjahr gehen werden.
        Natürlich hätte Bayern Alaba nicht gegen seinen Willen irgendwohin verkaufen können. Sie hätten aber möglicherweise schon forcieren können, dass Zahavi und Alaba sich outen, wohin sie gehen möchten und dann einen Transfer forcieren. Wahrscheinlich hätte man sich auch geeinigt, wie man das ja bei o.g. Fällen auch tat. Das wäre allerdings zum Nachteil der Alaba-Partei gewesen, weil etwas vom Gesamtvolumen an den FCB gegangen wäre. Ich bleibe dabei, dass es ein inszentiertes Spiel war. Ob es aufgeht, wird sich zeigen, denn die Auswirkungen von Corona waren natürlich noch nicht absehbar, als man sich für diese Strategie entschied.

    4. Im Interview mit Sky erklärt Alaba einige Hintergründe, die über das Finanzielle hinausgehen. Zum Einen wurden die Vertragsverhandlungen aus seiner Sicht zu spät also später als bei früheren Verlängerungen begonnen. Zum Anderen wurde er laut eigener Aussage mit einem Spielertausch konfrontiert, also nach dem Motto, kannst Du dir vorstellen im Tausch gegen Spieler X bei Mannschaft Y zu spielen? Da kann ich schon verstehen, wenn er sagt, mir fehlt die Wertschätzung bzw. das war ein Schlag ins Gesicht.
      Klar gibt immer mehrere Perspektiven aber das klingt als hätte man durchaus geschickter mit ihm verhandeln können.

      https://sport.sky.de/a/12121897

      1. Wenn es stimmt, und warum sollte er dummes Zeigs erzählen, dann hat Salihamidzic ihn in die Arme von Zahavi getrieben.
        Wieder gravierende Fehler von Salihamidzic

      2. Genau hingehört? Das erste Angebot wurde vorgelegt, als von Corona noch überhaupt keine Rede war, hat er gesagt. Das wäre dann mindestens Januar gewesen, also eineinhalb Jahre vor Vertragsende.

      3. Man könnte sich auch einfach mal mit den Tatsachen befassen, ehe man wieder Verschwörungstheorien bastelt.
        Hier sind übrigens Kalles Originalaussagen aus der Primärquelle:
        Dem widerspricht Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge in der tz energisch! „Wie ich gehört habe, kursieren gerade Gerüchte, dass wir David Alaba gerne im Tausch gegen Leroy Sané an Manchester City abgeben wollen würden. Dazu sage ich klar und deutlich: Das ist Grimms Märchen und hat nichts mit der Realität zu tun“, stellt Rummenigge klar.
        Über konkrete Meldungen, dass der FCB Zahavi darum gebeten habe, ein Tauschgeschäft mit Alaba und Sané über die Bühne zu bringen, sagt der FCB-Boss: „Dazu möchte ich ganz klar sagen, dass das überhaupt keine Option für den FC Bayern ist, wir sind ja nicht auf dem Basar.“

        https://www.tz.de/sport/fc-bayern/fc-bayern-muenchen-david-alaba-leroy-sane-karl-heinz-rummenigge-transfer-wechsel-geruecht-fussball-zr-13631265.html

        Aber hauptsache mal wieder einem Vereinsverantwortlichen ans Bein..
        Ach was solls!

  12. Das exklusive Interview bei Sky bestätigt meine Annahmen.
    Salihamidzic hat die Gespräche mit den Spielern bzgl Vertragsverlängerungen zu spät begonnen. Und dann legt man Alaba wohl ein Witzangebot vor bzw fragt ihn ob er getauscht werden wollte.
    Was für ein total Versagen unseres Sportdirektors Salihamidzic!

    Alaba Thiago und auch fast Neuer gehen eindeutig auf sein Konto.
    Normalerweise wird so ein Missmanagement mit Kündigung quittiert!

    Antwortsymbol13 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Meines Wissens nach ist Salihamidzic erst seit Juli 2020 Sportvorstand und damit erst seit 3 Monaten mit solch weitreichenden Entscheidungskompetenzen ausgestattet.

      1. MW hat der Sportdirektor bevor er Sportvorstand wurde Gespräche und Verhandlungen mit den Spielern geführt.
        Merkwürdigerweise haben jetzt Neuer und Alaba unmissverständlich und glasklar deutlich gemacht das diese Gespräche mit Salihamidzic alles andere als harmonisch verkaufen sind. Beide müssen es ja wissen weil es nicht die ersten Verlängerungen sind.

      2. Btw
        Deine Einschätzungen zur wirtschaftlichen Entwicklung ist total überzogen.
        Dies ist keine System sondern eine Ereigniskrise. Evtl solltest Du wechseln von @Systemrelevant zu @mrdoom?

    2. Ich schlage vor wir warten bis Mai. Dann können wir darüber diskutieren ob meine wirtschaftliche Einscätzung so falsch lag.

      Als verantwortlicher Vorstand muss man derzeit aber vom schlechtesten aller Fälle ausgehen. Alles andere ist naiv und blauäugig.

      Und selbstverständlich hat ein weltweites Ereignis, welches 12 bis 36 Monate andauert Auswirkungen auf das komplette System.

      1. D‘accord damit das Dreesens worst case model Grundlage für alle aktuelle Entscheidungen beim FCB sein sollte.
        Ansonsten liegst Du mit Deiner Einschätzung falsch. 2007/8 war eine Systemkrise was wir jetzt nicht haben. Diese Krise geht so schnell wie sie gekommen ist und in ein paar Jahren wird sich kaum einer an die dips erinnern können.

      2. Wenn ganze Wirtschaftsbranchen vor einem Umsatzrückgang von 90% stehen und der Tourismus macht 10% der weltweiten Wirtschaftskraft aus kann man schon von einer Systemkrise sprechen.

        Luftfahrt = -90%.

        Airbus und Boeing mit Auftragsrückgang in historischer Höhe.

        Was machen solche Unternehmen, wenn sie mehr Mitarbeiter haben als Arbeit?

        Sie entlassen.

        Noch sind viele auf deiner Schiene und hoffen, dass alles schnell wieder normal wird und behalten ihre Mitarbeiter. Je länger dieser Zustand anhält, desto mehr entlassen sie.

        Mitarbeiter, die Autos kaufen, Trikots und Eintrittskarten.

        Weniger Autos werden verkauft, die Autobranche trifft das selbe Schicksal. Weniger Möbel werden verkauft, weniger Trikots, weniger dazn-Abos, weniger Eintrittskarten.

        So laufen wirtschaftliche Depressionen ab, Etappe für Etappe.

        In UK kannst noch den Brexit oben draufrechnen, der den Briten auch einige % Wirtschaftskraft kosten wird.

        Rosarote Zeiten.

      3. @systemrelevant
        Du hast eine ziemlich enge Sicht auf die Dinge.
        Dir ist schon klar das im 3.Q nennenswerte BIP gewachsen sind. Klar die Tourismus und Teile der Entertainment Branche leiden- aber davon geht die Welt nicht unter.
        Und Airbus und Boing genauso wenig.
        Airlines kommen und gehen

    3. “Normalerweise wird so ein Missmanagement mit Kündigung quittiert!”

      …oder mit Beförderung. Zumindest bei uns.
      Unfassbar, über Schalke hat man sich noch amüsiert, wenn da ein Spieler nach dem andern ablösefrei ging.
      Man muss nur dankbar sein, dass wir mittlerweile einfach zu groß sind, als dass uns solche Tollheiten noch ernsthaft gefährden würden. Nur allzu lange sollte das natürlich nicht mehr gehen.

      1. Salihamidzic hat ja auch einiges richtig gemacht. Aber die Probleme mit Neuer und Alaba sind schon auffallend.
        Und Thiago hätte man auch früher einlochen können bevor Liverpool reingrätscht

      2. Einlochen? So sieht also Dankbarkeit für einen altgedienten Spieler aus!

    4. Mein lieber Schwan. Bayern verliert bei jedem Heimspiel 4000000 Euro und du schwafelst in deiner Abneigung zu Salihamidzic, dessen Namen du endlich richtig zu schreiben gelernt hast, von einem Witzangebot. Du lebst in einer Parallelwelt. Kauf dir Bücher, oder noch besser. Mach die Augen auf und schau was in der Welt gerade abgeht.

    5. Beim ein oder anderen setzt es mittlerweile völlig aus.
      Ein Alaba gibt im Interview an, dass es erste Gespräche bereits vor einem Jahr – d.h. eineinviertel Jahre vor dem Vertragsende gab.
      Völlig abgesehen von der Tatsache, dass der Verein ja vor genau einem Jahr auch keinerlei anderen Sorgen hatte als Vertragsverhandlungen- scheint bei einigen schon völlig verdrängt zu sein.
      Ein KHR dementiert in kaum noch zu überbietender Deutlichkeit die Meldung vom Spielertausch.
      https://www.tz.de/sport/fc-bayern/fc-bayern-muenchen-david-alaba-leroy-sane-karl-heinz-rummenigge-transfer-wechsel-geruecht-fussball-zr-13631265.html
      Ein Alaba widerspricht sich in seinen Interviews in den diversen Punkten.
      Aber egal, Brazzo ist an allem schuld und gehört entlassen.
      Viel schlimmer geht es wirklich nicht mehr!

      1. Na dann!
        Wenn schon die Aussagen eines KHR nichts mehr wert sind und stattdessen die des Allwissenden zählen, dann ist es auch egal.
        Ich habe ja schon einmal gesagt, wenn man die Aussagen in den diversen Medien nicht eimal zeitlich vernünftig zuordnet, obwohl das nicht einmal eine Minute dauert, aber dafür Falk und Co, fast alles unbesehen glaubt, dann ist das eben so.

  13. @Alain Sutter Seite 02.11.2020 – 16:37

    Du hast recht, wir wissen recht wenig, aber rein phänomenologisch betrachtet, konnten wir vor allem eine Tatsache sinnlich wahrnehmen: Alaba hat den Berater gewechselt und sich für den gefürchtetsten und dreistesten Berater entschieden.
    Das reicht mir aus, bestimmte Absichten zu erkennen. Wo Rauch ist, ist Feuer.

    Antwortsymbol5 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. @jjs
      Einverstanden, es gibt sogar noch eine zweite untrügliche Wahrheit: er hat noch nicht unterschrieben (obwohl wir ziemlich sicher wissen, dass die angebotenen Konditionen ordentlich sind.)

      Ich möchte hier wirklich nicht als Alaba-Apologet auftreten, mich macht die ganze Geschichte auch teils traurig, teils missmutig – aber ich werde grundsätzlich misstrauisch, wenn ein Narrativ in den Medien allzu eindeutig, allzu glatt und selbstverständlich und alternativlos wird. Vergessen wir nicht, dass bei aller allgemeinen Meinungsfreiheit der FC Bayern als Institution eine enorme Macht zur Einflussnahme auf unterschiedlichsten Ebenen hat.

      Was mir zudem ein wenig Kopfzerbrechen bereitet, ist die vermeintliche Tatsache, dass wir alle unseren Verein doch eigentlich gar nicht mehr kennen: Wir assoziieren das Management noch immer mit den Eindrücken, die wir in der Ära des Uli Hoeneß’ erfahren haben: patriarchalisch, hemdsärmlig, oft grob, aber immer direkt und bis zu einem gewissen Grad auch transparent. Verhandlungen fanden sozusagen im Hobbykeller am Tegernsee in heimeliger Atmosphäre statt – wo ein Wille war, da gab es immer auch einen Weg. Ein Mann, ein Wort.

      Allerdings leben wir inzwischen in einer anderen, moderneren Welt. Und auch der Verein funktioniert und arbeitet ganz anders, viel professioneller. Zudem sitzt jetzt (größtenteils) ganz anderes Personal an den Schaltstellen, von denen wir alle doch überhaupt nicht genau wissen, wer sie in ihrer (neuen) Funktion sind und wie sie sich in ihrem (neuen) Aufgabengebiet verhalten. Oder kennt ihr alle die Herren Salihamidzic, Kahn, Dreesen, Jung, Wacker als Manager? Es wird aber unausgesprochen vorausgesetzt, dass die alten Tugenden der Hoeneß-Rummenigge-Epoche nun mit etwas mehr Modernität, Professionalität und Compliance fortgeführt werden.

      Aber vielleicht stimmt das so gar nicht (mehr). Womöglich ist man als Spieler wirklich gut beraten sich einen toughen und durchsetzungsfähigen Manager zur Seite zu holen, weil man ansonsten diesem Verwaltungs-Monster, das bei weitem nicht mehr so loyal und fair agiert wie in früheren Tagen, schutzlos ausgesetzt wäre. Vielleicht gab es interne Absprachen, die per altmodischem Ehrenwort versprochen waren und plötzlich nicht mehr zählen. Vielleicht kam es tatsächlich zu nicht öffentlichen Misstrauensbekundungen, die das gemeinhin angenommene Vertrauensverhältnis zerstört haben.

      Ich habe keine Ahnung, aber mir erscheint es fragwürdig, dass wir so vieles als bekannt und sicher voraussetzen, was in Wirklichkeit gar nicht der Fall ist, und gleichzeitig Schlussfolgerungen ziehen, als würden alle Karten offen auf dem Tisch liegen.
      Ja, wo Rauch ist, da ist auch Feuer, aber die Metapher lässt auch genügend Interpretationsspielraum…

      1. Ja, ich gebe Dir vollkommen Recht, Geschäfte mit Handschlag gibt es nicht mehr. Dass ein Spieler, der sich auf seinen Beruf konzentrieren möchte, einen Berater holt, ist auch in Ordnung.
        Vielleicht ist er ihm ja auch von Lewandowski empfohlen worden?
        Vielleicht hat er sich gar nichts gedacht dabei?

        Vielleicht aber doch?

        Vielleicht sollten wir uns einfach wieder mit Fußball beschäftigen?

        Aber, wie wir wissen, sind die Themen, die Menschen betreffen, für die Menschen doch am interessantesten : – )

      2. @jjs
        Ja, eins ist gewiss: die Menschen sind unverbesserliche Plaudertaschen.
        Für uns ist der Fußball doch auch nur Hintergrundflimmern in unseren ganz eigenen soap opera; auch wenn auf MSR ab und zu mal ein Redakteur mit einer Taktiktafel über die Bühne huscht, sind doch auch wir nur ein weiteres BILD-Forum, wenn auch mit Prätentionen…

      3. @Alain Sutter:
        Das sind kluge und bedenkenswerte Anmerkungen, die maßgeblich zu einem Niveau beitragen, das mich motiviert, seit kurzem nicht mehr nur mitzulesen, sondern auch mal etwas beizutragen.

        Zu dem letztgenannten Punkt: es ist ja bei allem emotionalen Engagement doch in erster Linie unterhaltsam und entspannend, über Fußball zu diskutieren. Und zwar gerade im Stand der von Dir zurecht behaupteten Ahnungslosigkeit. Die wir uns nicht vorwerfen müssen – von wegen Mitverantwortung, wie bei allen möglichen tatsächlichen oder vermeintlichen gesellschaftlichen und politischen Mißständen. Und die selbst dann, wenn wir womöglich gravierend falsch liegen mit unseren Einschätzungen, überhaupt keinen Schaden anrichtet. Was für ein Privileg! Genießen wir es!

      4. @Cuesco

        (⁄ ⁄•⁄ω⁄•⁄ ⁄)⁄
        [blush]

  14. Warum bitte soll Bayern ihn zu einem Wechsel zu einem anderen Verein in einem Tauschgeschäft gedrängt haben?!? Mit wem sollte er getauscht werden und vor allem: warum?
    Das macht doch überhaupt keinen Sinn?
    Oder ist das jetzt beleidigtes Nachtreten?

    Antwortsymbol3 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Spekulation: Mit Sane.

      1. Ein Tauschgeschäft mit ManCity bzgl. Sane wurde zumindest in der ersten Jahreshälfte 2020 des Öfteren in den Medien diskutiert, vom FCB allerdings nicht bestätigt. In der tz und bei sport1 war das ein paar Mal Thema, damals allerdings eher um ein angebliches Scheitern der Sane-Verpflichtung zu begründen. Man argumentierte damit, dass Sane nicht mehr zu Bayern wolle, weil Bayern nicht mal bereit sei, Geld für ihn zu bezahlen und ihn nur als Tauschmasse sehen würde.
        Wer weiß, was an der Geschichte wirklich dran ist.

      2. Z.B.
        https://www.tz.de/sport/fc-bayern/fc-bayern-muenchen-david-alaba-leroy-sane-karl-heinz-rummenigge-transfer-wechsel-geruecht-fussball-zr-13631265.html

        Dem widerspricht Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge in der tz energisch! „Wie ich gehört habe, kursieren gerade Gerüchte, dass wir David Alaba gerne im Tausch gegen Leroy Sané an Manchester City abgeben wollen würden. Dazu sage ich klar und deutlich: Das ist Grimms Märchen und hat nichts mit der Realität zu tun“, stellt Rummenigge klar.

        Über konkrete Meldungen, dass der FCB Zahavi darum gebeten habe, ein Tauschgeschäft mit Alaba und Sané über die Bühne zu bringen, sagt der FCB-Boss: „Dazu möchte ich ganz klar sagen, dass das überhaupt keine Option für den FC Bayern ist, wir sind ja nicht auf dem Basar.“

  15. zum Thema Alaba:
    ES REICHT !!!

    Zitat heute im Kicker:
    “Ich habe es auch aus den Nachrichten erfahren”, sagte der 28-Jährige zum zurückgezogenen Angebot des FC Bayern. “Wie es weitergeht, wird sich zeigen, ich konnte mir in der kurzen Zeit keine Gedanken machen.

    Den gleichen Mist hat er im Mai erzählt:
    “Ich konzentriere mich auch die Meisterschaft, und mache mir derzeit keine Gedanken dazu”

    Den gleichen Mist hat er im August erzählt:
    “Ich konzentriere mich aufs Endspiel, und mach mir derzeit kein Gedanken dazu”

    Was soll der Scheiß ?? Der Typ ist zigfacher Millionär und kriegt den Hals nicht voll. Und dazu noch diese Heucheleien !
    Meine Meinung dazu, und zugleich eine Aufforderung: Alaba verpiss dich !!

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    1. Es ist doch völlig offensichtlich, das Alaba diesen Vertrag noch mitnimmt, bis Vertragsende.
      Dann ein anderes Angebot annimmt, und ein Schweine-Handgeld einstreichen will und wird.
      Nur so rum machen seine Heucheleien Sinn.
      Der labert doch nur vom angeblichen Verbleib in München, weil er möglichst lange von den Fans Ruhe haben will.
      Gefühlt 1 Jahr Vertragsverhandlungen, was ein Müll.
      FCB und die Führung haben alles richtig gemacht, endlich.

      Und ich finde die Fans sollten Alaba deutlich zeigen, was man von Multimillionären hält, die “nicht nachdenken” !

  16. David Alaba ist enttäuscht und verletzt.

    Ich auch.

    Ich werde meine Alaba-Trikots in den Schrank verbannen, dafür lauf ich die nächsten 918 Tage mit meinem alten Brazzo-Trikot rum.

    Zur Arbeit zieh ich mein “Jesus gibt mir die Kraft”-Shirt an, wenn schon scheinheilig, dann richtig.

    Antwortsymbol4 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Hast du denn so einen schlimmen Arbeisstil?

      1. @wolfarth

        Köstlich.

    2. bei “918 Tage im Brazzo-Trikot” musste ich laut auflachen, danke!

      Zu Alaba: Es ist schon krass, dass er behauptet, das aus den Nachrichten erfahren zu haben, wenn der Verein 2 Tage vorher mit dem Berater und (angeblich, letztlich Aussage gegen Aussage) 1 Tag vorher mit ihm selbst gesprochen hat und sogar der Hainer Auftritt im BR ihm gegenüber angekündigt wurde!

  17. Arbeitsstil

  18. Also das Interview macht es auch nicht einfacher! Alaba: der Zeitpunkt und die Höhe des Vertrags entsprechen nicht meinem Stellenwert ( so hab ich seine Aussage verstanden)!
    Da stellt sich doch die Frage, ist Alaba wirklich so gut? So gut wie ein Ramos? Sicher nicht! Hier driften anscheinend Eigenbild und Fremdbild doch deutlich auseinander. Schaut man sich die letzten Jahre an, als linker Verteidiger war da nur noch ein stagnieren zu beobachten, in der Form hätte er vermutlich auch den Platz an Phonsy verloren! Klar, das letzte Jahr war gut, aber wäre sein Querpass in C.Finale besser verwertet worden von PSG wäre das Angebot vielleicht doch passender gewesen!

    Ich denke wir sind ohne Alaba gut aufgestellt!
    Phonzy, Hernandez, Süle, Musiala, Pavard und Sarr! Fehlt eigentlich nur ein Backup mit einem guten linken Fuß, wer wurde da für den Nachwuchs verpflichtet????

    Vielleicht läuft auch alles nur nach Plan, Hernandez kann ein Update zu Alaba sein!
    Phonzy ist ein Update zu Alaba!
    Geld gespart für Kimmich, Goretzka und Süle! Vielleicht, aber nur Vielleicht haben die Bosse beim FCB einfach einen richtig guten Blick auf das Große und Ganze, siehe Transfers am letzten Tag!!!! Der aktuelle Kader ist genial und gerüstet für ein Programm welches es so noch nie gab! Also, gut gemacht!

    Antwortsymbol3 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Musiala für die Abwehr? Ich denke du meinst Nianzou, oder? Auf jeden Fall braucht man 7-8 Mann für die Viererkette.

    2. Musiala hat aber in der Abwehr nichts zu suchen. Meinst du Nianzou?

      1. Mein Fehler, natürlich Nianzou

  19. Sehr guter Auftritt bei Sport 1, Justin.
    Respekt, auf billigen Beifall verzichtet.

    Antwortsymbol6 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Finde ich nicht. Justin ist auf Alabas Zug mit der Wertschätzung aufgesprungen. Mehr Honig ums Maul wie in den letzten Monaten von unseren Offiziellen konnte man ihm gar nicht machen. Er will wie Thiago eine neue Herausforderung, ähm Sprache, ähm Währung kennenlernen. Mal schaun ob der Plan in der Corona Zeit aufgeht. Schade. Er ist schlecht beraten.

    2. Sachlicher und nüchterner kann man auf die offensichtlichen Merkwürdigkeiten die sich ergeben wenn Salihamidzic mit Leistungsträgern spricht nicht darlegen.

    3. Beggars can’t be choosers.

      Das Business ist hart, nicht nur für Fußballer.

      1. Die Moral der Geschicht
        -Alaba ist ein guter Fußballer aber ansonsten ein naiver Kerl.
        -Salihamidzic muss weiter lernen
        -Zahavi Raiola und co wissen woran sie beim FCB sind
        -Jeder Spieler der 1+1 zusammenzählen kann sollte wissen das unter dem Strich diese Sorte Berater keinen Mehrwert haben.

      2. Interessant; ich frage mal schnell bei Lewandowski nach und melde mich dann wieder.

      3. Und hast Du schon eine Antwort?
        Er wird antworten das er unnötig Geld verpulvert hat. Er durfte nicht zu Real und was er unterm Strich heute hat hätte er auch ohne Zahavi bekommen- nur hätte er sich die Provision gespart denn die hat er selbst zahlen müssen

  20. Danke David für eine schöne Zeit, aber langsam reicht´s mit dem Geschwafel: wer Zahavi als Berater just zum auslaufenden Vertragszeitpunkt holt, der weiss, dass es ihm um die Maximierung des Jahressalärs geht – und um nichts anderes.
    Zu Bayern und Brazzo: die hier von einzelnen vorgetrage Kritik am Sportmanagent, speziell an der Person Brazzo, kann ich nicht nachvollziehen. Im Gegenteil: alles richtig gemacht und das Heft des Handels liegt wieder beim Verein – jetzt muss der Spieler sich bewegen oder er verlässt zum Ende der Saison den Verein als “Gefallener” wie einst Ballack. Die Fans haben für Entscheidungen , die aus Geldgeilheit getroffen werden wenig bis kein Verständnis – ich übrigens auch nicht. Ein Kritikpunkt bleibt allerdings: der Zeitpunkt vor zwei richtungsweisenden Spielen zur Bekanntgabe dieser Personalie ist falsch – das Thema ist aber (für den Moment) durch und hat hoffentlich für mögliche Nachahmer eine abschreckende Wirkung. Mehr Gedanken mache ich mir aktuell über die Häufung von Coronafällen im Team…gute Besserung Süle!

  21. Hoffentlich landet dieses Kackwort “Wertschätzung” bald auf dem Müllhaufen der Sprachgeschichte, ich kanns nicht mehr hören.
    Bald wird der erste Bankräuber mit vorgehaltener Pistole Wertschätzung fordern.

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    1. David Alaba hat halt für sich selbst seinen Wert auf 20 Mio pro Jahr geschätzt … vielleicht ist ihm als langjährig hochbezahlter Profi wirklich nicht klar, wie lächerlich und gerade aktuell völlig weltfremd das auf uns Normalos wirkt, wenn er dann angesichts eines Angebots von “nur” bis zu 17 Mio von unzureichender Wertschätzung spricht.

      Viele Unternehmen mit 50 – 100 Mitarbeitern haben wengier Jahresumsatz und David ist “enttäuscht” … so sorry, da fehlt mir jegliches Verständnis.

      1. Die leben nicht nur physisch, zur Aufrechterhaltung des Betriebs, in einer Blase, sondern auch geistig.

        Das kann man nicht wirklich ernst nehmen, man muss es aber zum Glück auch nicht.

      2. Wohlfarth spielt verständlicherweise auf den Bedeutungsunterschied zwischen ‘Wertschätzung’ und ‘Bewertung’ an. Pseudowissenschaftlich könnte man von vorsätzlicher Verwischung der Grenzen zwischen denotativer und konnotativer Bedeutung sprechen: Alaba zieht mit seiner Wortwahl (bewusst oder unbewusst) den Bereich einer moralisch-tugendhaften Bewertung (bei der es um Ehre, Achtung, Prestige, Zuneigung und Respekt geht) in die Sphäre der rein marktwirtschaftlichen Evaluation seiner Arbeit und lädt damit die Frage nach der angemessenen Vergütung seiner fußballerischen Leistungen emotional auf.
        Das ist – isoliert betrachtet – aus der Perspektive des Durchschnittsbürgers in der aktuellen Situation ein bisschen weltfremd und abgehoben – und wird ja auch entsprechend kritisiert.

        Allerdings sollte man David Alaba zugutehalten, dass er selbst in doppelter Weise kein Durchschnittsbürger ist.
        Zum einen stehen Personen des öffentlichen Lebens wie er dermaßen unter Beobachtung der (medialen) Öffentlichkeit, dass er notgedrungen nur noch in seiner weltfremden Blase ein bisschen Privatsphäre findet.
        Zum anderen (und das halte ich für das schwerwiegendere Argument) wird er mehr oder weniger seit seiner Kindheit auf ein Leistungsideal getrimmt und reduziert, dass ihm nur mehr die Alternative zwischen Sieg und Niederlage lässt. Auch persönlich geht es für ihn Tag für Tag vor allem darum, im Haifischbecken Profifußball zu überleben, ständig um seinen Platz zu kämpfen, sich fortwährend gegen Kollegen und Gegenspieler zu verteidigen in der Gewissheit, dass er, sobald er Schwäche zeigt, innerhalb kürzester Zeit seine Position, seine Stellung, seine Karriere und berufliche Existenz einbüßt.
        Auch wir Fans mit unserer Erwartungshaltung gegenüber den Spielern und Vereinen nehmen an der Sozialisation und Konditionierung dieser Gladiatoren teil und wundern uns dann anschließend, dass diese Kampfroboter nicht mehr über die gleiche kuschelweiche Sentimentalität und Empathie verfügen wie wir Zuschauer-Helden.

        Herr, die Not ist groß!
        Die ich rief, die Geister
        werd ich nun nicht los.

      3. @Alain Sutter:
        “Auch wir Fans mit unserer Erwartungshaltung gegenüber den Spielern und Vereinen nehmen an der Sozialisation und Konditionierung dieser Gladiatoren teil und wundern uns dann anschließend, dass diese Kampfroboter nicht mehr über die gleiche kuschelweiche Sentimentalität und Empathie verfügen wie wir Zuschauer-Helden.”

        Dies ist ein wichtiger Punkt. Zu unserem eigenen Anteil stellte vor gut 2 Jahren ein*e User*in in einem anderen Forum eine interessante Frage, die ich hier eingangs wiedergebe. Anschließend meine Antwort.

        “Bei der WM habe ich mir die Frage gestellt : haben wir Fans das verdient ? Mittlerweile stelle ich mir noch eine ganz andere Frage : haben sich die Spieler solche Fans verdient ?”

        Gute Frage! Bei Lichte besehen, ist die gegenwärtig mal wieder besonders intensiv beschworene Fannähe ja eine fromme Lüge. Und zwar von beiden Seiten aus betrachtet. Denn viele Fans erwarten von den Protagonisten eine Aufwertung ihres eigenen Lebens und neigen im Falle des Misserfolgs zu einer unnachgiebigen, teils gar tyrannischen Kritik. Dem wird von seiten der entsprechend in Kommunikationstechnik Geschulten im Bewusstsein ihrer auf diesem Heldenstatus basierenden gewaltigen Privilegien durch ritualisierte Demutsgesten Rechnung getragen. Was an der Maßlosigkeit vieler an sie gerichteter Erwartungen aber nichts ändert.

        Man könnte also sagen, beide Seiten hätten “das” nicht verdient. Oder aber: es ist eine gegenseitige asymmetrische Abhängigkeit, die bisweilen durchaus als lästig empfunden wird, aber dennoch so vielerlei Gewinn bietet, dass man sie nicht aufgeben mag. Mertesacker und die Kontroverse um seine Äußerungen liefern aktuell das beste Beispiel für die Wirksamkeit dieser Mechanismen.

      4. @Cuesco

        Aber die Asymmetrie macht einen gewaltigen Unterschied: Wir Zuschauer schalten unser Fußballinteresse je nach Bedarf und Möglichkeit ein oder aus und passen es unserem Leben an.
        Die Fußballer hingegen, die es nicht geschafft haben sich neben dem Fußball auch eine zivile, geerdete Existenz aufzubauen oder zu bewahren, stecken ständig in diesem Hamsterrad und sind sich unter Umständen gar nicht bewusst, dass ihre Lebensweise gleichermaßen künstlich wie privilegiert ist. Ich bedaure sie nicht ihrer Privilegien wegen, sondern weil ich davon überzeugt bin, dass man außerhalb des Fußballzirkuses ein wesentlich interessanteres, authentischeres und erfüllteres Leben kann.

        Umso angenehmer ist es zu sehen, dass es auch in unserer Mannschaft nicht wenige Spieler gibt, die scheinbar (noch) problemlos über den Tellerrand blicken können und entsprechend wahrscheinlich auch ihre eigene Vertragssituation weniger einfältig einschätzen würden. Wobei ich früher vermutet hätte, dass auch David Alaba zu ihnen zählt.

      5. Alain Sutter, das mit der Asymetrie ist so weder bei den Spielern noch bei den Fans zu 100% so.
        Bei den Fans gibt es auch diese – wie du es nennst – Typen in ihrem Hamsterrad, für die es nur Fußball und Verein gibt, auch wenn sie in der Minderheit sind.
        Und bei den Fußballern – nimm dir als Beispiel Deutschland. Im DFB gibt es 3 Millionen in Vereinen registrierte Fußballer. Von diesen können ca. 3.000 davon leben.
        Und von diesen 3.000 gehören wieder etwa die Hälfte zu denen, die davon “gut” leben können.#
        “Wie finanzen100.de ermittelte, beträgt das jährliche Durchschnittsgehalt in der 3. Liga 116.000 Euro. Dabei konnten 13 von 20 Vereinen entsprechende Werte zugeordnet werden.”
        “Die Spieler der dritten Liga verfügen über Profiverträge, mit ca. 2.500 bis 10.000 Euro pro Monat verdienen die Fußballspieler aber deutlich weniger als ein Pilot. Manche Vereine bezahlen sogar noch weniger, so dass die Spieler gezwungen sind auch noch Geld anderweitig hinzuzuverdienen.”

        Wenn es denn so ist, MUSS sich die Masse der Fußballer zwangsläufig eine zweite Existenz aufbauen, weil bei dem Verdienst eben nicht die Summen zurückgelegt werden können, um davon ab Mitte 30 leben zu können.
        Es ist eben wie im wirklichen Leben. Auch in anderen Berufen sind die Spitzenjobs eher dünn gesät. Die große Masse gehört eben nicht dazu.

      6. @Anton
        Absolut einverstanden. Ich war auf die absolute Oberklasse fixiert, die ja auch den Großteil der medialen Aufmerksamkeit einnimmt. Die Realität sieht natürlich viel eher so aus, wie du sie beschreibst.

        PS. An solche ‘professionellen’ Fans möchte ich lieber gar nicht erst denken – das finde ich wirklich absurd (bei Erwachsenen.)

      7. @Alain Sutter:
        Allerdings bezieht sich Deine Beschreibung des von Fans geförderten Gladiatorentums ja gerade auf die sog. Oberklasse – und aber gerade nicht auf “Fans”, die sich neben allen möglichen anderen Interessen dann und wann auch einmal dem Soccer mit einer Haltung zuwenden, die man vielleicht als heitere Gelassenheit bezeichnen kann. Also Menschen wie Du und ich. ;-) Oder, um es etwas weniger selbstverliebt auszudrücken: das berüchtigte “Operettenpublikum”.

      8. Um nicht missverstanden zu werden: ich hab kein Problem damit, wenn ein so extrem in der Öffentlichkeit und unter Druck stehender Profi wie Alaba (oder eigentlich jeder bei Bayern) viele Millionen im Jahr verdient und sich im Prinzip mit 30 zur Ruhe setzen könnte. Geld genug ist (bzw. war bisher) im System Profifußball ja vorhanden.

        Aber sich in der Öffentlichkeit immer leicht weinerlich auf die angeblich mangelnde (persönliche) Wertschätzung seitens des Vereins zu beziehen, wenn diese sich dann offensichtlich doch nur in hinreichend vielen Millionen Euro pro Jahr ausdrücken soll, wirkt auf mich einfach unehrlich.

      9. @GS:
        Selbstverständlich ist es unehrlich. Wo aber genau verläuft in einer derart von ritualisierten Floskeln (“neue Herausforderung”, “immer schon mein Lieblingsverein”, “neue Sprache/Liga kennenlernen”, “Wertschätzung”, “keine Steine in den Weg legen”) geprägten Kommunikation die Grenze zwischen gerade noch tolerabler und unerträglicher Unehrlichkeit?

        Beispiele gefällig? BS31 wurden anno 2015 “keine Steine in den Weg gelegt”. Thiago aktuell desgleichen, denn er wollte “eine neue Liga kennenlernen”. Toni Kroos beklagte “mangelnde Wertschätzung”, sprich: verlangte die Gehaltsklasse von Mario Götze. Olaf Thon verärgerte einst seine Schalker Fans mit dem Wechsel zu seinem “Lieblingsverein” FCB, in dessen Bettwäsche er schon als Kind geschlafen habe (ich glaube, da gibt es noch aktuellere Beispiele). Lewandowski suchte erst mit dem Wechsel vom BVB, dann mit dem angestrebten zu Real jeweils “neue Herausforderungen”.

        Und dann noch die Fans: “Koan Neuer”, von wegen Eckfahnenimitation des Titans. Die Gegenseite mit pegida-ähnlichen Galgen an der Autobahnbrücke.

        Und nun die Preisfrage: Welche Beispiele sind zwar nervig, aber noch hinreichend authentisch? Und welche unerträglich unehrlich? Ich selbst kenne die richtige Antwort nicht.

  22. Wie ich schon vor ein paar Wochen geschrieben habe :
    Jeder Spieler ist ersetzbar !

    Und dieses dumme Gesabbel von Alaba kann ich nicht mehr hören.
    Zahavi ist bekannt als Geldhai,und der Mann will sich mit dem FCB anlegen ?!
    Das Alaba als Millionär sich hier um Geld streitet,nachdem Er beim FCB Alles erreicht hat,ist ein Armutszeugnis.
    Verhandlungen OK,aber jetzt reicht es.

    Tja,dann kann ich nur sagen :

    Alles Gute und Tschüss David !

  23. Ich hatte zu dem Thema schon eine kleine Diskussion mit Justin auf Twitter.
    Zunächst einmal ist es ja wirklich so, dass wir bei den Verhandlungen nicht mit am Tisch saßen und uns so nur auf Indizien oder Medienberichte stützen können. Aber betrachten wir uns das ganze doch einmal.

    – Anfang 2020 – 1 1/2 Jahre vor Vertragsende – werden Gespräche mit Alaba aufgenommen. Nach den Erfahrungen mit Alaba und Thiago sollte und wird der Verein in Zukunft diese Gespräche sicher noch eher aufnehmen, um keinen Spieler ablösefrei ziehen lassen zu müssen.
    – Alaba wechselt den Berater. Der neue gilt als sehr gut vernetzt, harter Verhandlungspartner und auch Spezialist für Wechsel. Auf der anderen Seite hat dieser auch die Verlängerung mit Lewa mit abgewickelt. Auch hier gab es wohl einige “Diskussionen”. Vielleicht wurde der Berater sogar von Lewa weiter empfohlen. Auf jeden Fall weiß dieser genau, was die Spitze bei Bayern verdient.
    – Es macht den Eindruck von Good Cop – bad cop. Alaba sagt immer wieder: München ist super, will gerne bleiben, konzentriere mich auf Fußball. Es kommt aber zu keiner Einigung, da die “Wertschätzung” fehle.
    – Neben der monetären Wertschätzung geht es wohl auch um die Position in der Mannschaft. Alaba möchte immer noch gern im MF spielen. Flick sieht ihn aktuell ganz klar in der IV. Ich glaube, dass Alaba bei keinem der absoluten Topvereine im MF spielen würde.
    – Nach langem Hin und Her, mehrmaligem Aufstehen und wieder hinsetzen am Verhandlungstisch, zieht der Verein das Angebot zurück. Ausgang offen, Wahrscheinlichkeit, dass Alaba den Verein im Sommer ablösefrei verlässt, ist sehr groß.

    Meine Einschätzung: Die Seite Alaba hat sehr hoch gepokert. Unabhängig, welche Zahlen gefordert wurden, waren diese im Bereich Lewa/Müller/Neuer. Entweder er bekommt also einen Bombenvertrag oder man zieht die Verhandlungen über das Sommertransferfenster hinweg und kann dann ablösefrei wechseln und sich das Handgeld einstreichen.
    Der Verein spricht erst von “keinem” Ultimatum und dann doch von einer Frist bis Ende Oktober. Das finde ich etwas unglücklich. Ob man nun auch öffentlichkeitswirksam das Angebot zurück ziehen muss, bleibt auch Geschmackssache. Inhaltlich finde ich es aber richtig. David ist ein Top-Spieler und auch immer sehr sympathisch rüber gekommen. Er hat großen Anteil an den Erfolgen der letzten Dekade und auch speziell beim Triple in diesem Jahr.
    ABER: wenn Ihr die 3 wichtigsten Spieler der Mannschaft aufzählen müsst (Sorry, Justin :-)): ist Alaba dabei?
    Das Spielsystem mit dem hohen Pressing kommt ihm sehr entgegen. Passt dies auch so gut, wenn wir als Variante tiefer stehen und er mehr in der Endverteidigung arbeiten muss?
    Zudem ist es für den Club wohl auch unabdingbar gerade im Hinblick auf die nächsten Verhandlungen – Goretzka, Kimmich, Gnabry usw. – zu zeigen, was geht und was nicht.

    Ich finde es sehr schade, wenn es so auseinandergehen sollte. Aber der Verein steht über allen. Es ist auch völlig ok, wenn jemand seine Chancen ausreizt oder sagt: ich war jetzt 10 Jahre hier, habe alles gewonnen und will noch einmal was anderes sehen. Aber das kann man offen sagen. Hat Thiago auch gemacht. Oder Bastian. Oder Kalle.

    So bleibt – vielleicht – ein bitterer Beigeschmack.

  24. Interessanter Kommentar

    Grundsätzlich muss doch ein Spieler für sich erst einmal entscheiden was er will. Und klar ist auch dass durch Kovac alle vier Leistungsträger die Frage nach der sportlichen Perspektive gestellt haben. Die war aber eigentlich spätestens in der Winterpause geklärt (allerspätestens Ende Februar nach dem Chelsea Auswärtssieg war klar das Flick Vertrag bekommt).
    Müller hat bei seiner Vertragsverlängerung gesagt :

    Die Gesamtkonstellation stimmt, ich will bei dem Projekt dabei sein. Spieler, Trainer und Verein gehen in die gleiche Richtung“, sagte Müller.

    Und das galt doch für alle vier Leistungsträger. Bei Neuer Müller und Alaba kam dazu das Flick sie eindeutig auch öffentlich als solche herausgestellt hat. Einzig Thiago hatte es mehr „Konkurrenz“ wurde aber auch von Flick herausgestellt.
    Alabas sportliche Perspektive war schon lange geklärt spätestens in der Winterpause nämlich als der Abwehrboss und in einer Position wo er endlich auch zentral dem Spiel seinen Stempel aufdrücken konnte.

    Warum hat er dann im März Zahavi angeheuert?
    Wenn er sich durch die zu diesem Zeitpunkt offensichtlich schon seit Monaten laufenden Gespräche nicht wertgeschätzt fühlt ( kann nur finanziell sein da Flick ihn ja immer lobend herausgestellt hat), oder wenn es in den Gesprächen mit Salihamidzic Irritationen gibt ( nicht auszuschließen siehe Neuer), dann geht man doch direkt zu KHR oder auch UH und redet sich den Frust von der Seele- aber nur wenn man wirklich überzeugt ist, was Müller oben gesagt hat.

    Dann kommt es nicht auf die letzten Millionen an (siehe UH), dann findet man einen Kompromiss, aber das letzte was man macht ist das man einen Zahavi anheuert. Dieser Schritt wurde im März in der Coronapause bekannt, also zu einem Zeitpunkt wo sehr viel Zeit war zu reden. Neuer (trotz Schlammschlacht) und Müller haben es geschafft und gemacht, über die Schiene Laufzeit.
    Mit Zahavi kommen automatisch große (unnötige) Provisionen ins Spiel, die weder dem Spieler noch dem Club zu Gute kommen. Dazu kommt die Schwierigkeit sich überhaupt zu treffen wenn einer sich tausende Kilometer entfernt aufhält). All das müssten die Alabas einkalkuliert haben oder naiverweise eben nicht.
    Alaba und Thiago wurden MMn vom Club in der Hierarchie klar hinter Lewa Neuer Müller angesiedelt, aber eben auch vor Sané und Kimmich.
    Den zuletzt vorgelegten Vorschlag hätte man MMn auch im März-April hinbekommen können- ohne Zahavi.

    Auch wenn einiges beim FCB im Zuge dieser Gespräche bzgl Vertragsverlängerungen mit vier Leistungsträgern nicht korrekt ablief, haben letztlich Neuer und Müller verlängert , und mit Thiago eine Einigung die dann aus anderen Gründen nicht zum Tragen kam.
    Nur mit Alaba soll das nicht klappen?

    In Retrospektive muss man klar sagen das im Prinzip der Zug abgefahren war als Zahavi ins Spiel kam und Alaba sich offensichtlich bis heute nicht klar auf den FCB festgelegt hat.
    Alaba muss sich selbst an die Nase fassen.

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    1. Ich glaube ich lese nicht richtig. Wo kommt denn der Sinneswandel auf einmal her.
      Brazzo doch nicht an allem schuld?
      Respekt.
      Für mich ist die Sache mit Alaba vorbei, ich werde in als guten Spieler in der erfolgreichsten Ära des Vereins in Erinnerung behalten.
      Das er sich nicht mit dem Verein einigen konnte und zahavi angeheuert hat, zeigt dass er jeden Bezug zur Basis, zum normalen Fan und zur Realität verloren hat. Und was erwartet er vom Verein, wo er doch selbst seit einem Jahr vor der Kamera nur rumeiert, anstatt mal Klartext zu reden.
      Schade. Sollen er und sein Geier-Berater mit ihrer Kohle glücklich werden.

  25. Gestattet mir ein Off Topic: hat wer am Wochenende die Amateure in Wehen-Wiesbaden gesehen? Beeindruckende Spielkultur, hohe Ballsicherheit. Nur die Chancenausbeute und die Physis…Mir fiel einer – wieder mal – auf, der herausragt: Angelo Stiller. Ein Fehlpass im ganzen Spiel, wenn ich mich recht erinnere, immer anspielbar, große Ruhe und Übersicht am Ball. Weiß jemand mehr, wie es mit ihm weitergehen soll? Der hat imho ganz klar Bundesliga-Potential, aber das hattet ihr ja in einem Artikel schon angedeutet…

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    1. Ein sehr gutes Spiel. Wahrscheinlich das beste in dieser Saison. Hilfreich ist sicher, dass sich allmählich eine Kernmannschaft herauszubilden beginnt. Und individualtechnisch ist die Mannschaft in ihrer Gesamtheit allen anderen Mannschaften in dieser Klasse, teils deutlich überlegen, das gilt auch für die tatsächlichen oder vermeintlichen Topteams.
      Für das Primärziel Klassenerhalt sieht es jedenfalls gut aus.

      Stiller zu loben Ist fast schon langweilig. Im Grunde ist er sowieso immer der beste Mann auf dem Platz. Vielleicht der herausragende Spieler in der 3.Liga.
      Wie es mit ihm weitergeht, weiß wahrscheinlich kein Außenstehender. Etwas ironisch formuliert droht anlog zu Alaba ein ablösefreier Abgang zum Ende der Saison. Ein weiteres Jahr in der 3.Liga dürfte keinen Sinn mehr für ihn machen und eine Perspektive für die Profis können oder wollen wir ihm offensichtlich nicht geben.
      Ich bin jedenfalls gespannt, wo es ihn hin verschlägt.

    2. Das war wirklich ein super Spiel. Besonders auch vom Angelo Stiller. Es ist unbegreiflich, warum ihn Flick und Co nicht schon zur ersten Mannschaft hochgezogen haben. Es könnte höchstens sein, dass er nicht so in Hansis Pressingschema passt, da er nicht der schnellste ist. Wie Jo geschrieben hat, dürfte er uns wahrscheinlich im Juli ablösefrei verlassen. Allerdings ist sein Berater kein Piranha, sondern der Christian Nerlinger :-)
      Der kleine Tiago war auch nicht schlecht, bis auf einen ganz üblen Fehlpass. Allerdings ist er rein physisch noch ein Jugendspieler. Der muss noch gewaltig zulegen, aber Fußballspielen kann er.
      Die Mannschaft selbst ist schon weiter als vor einem Jahr. Mit Otschi Wriedt würden sie die Liga in Grund und Boden spielen. Zirkzee stagniert leider auf keinem guten Niveau.

  26. Ich kenne weder Inhalte der Vahndlungen, außer die die in der Presse standen, noch kann ich mich in die Gedankenwelt/Lebensart eines Fussballprofis mit Millionengehalt und Berater hineinversetzen.

    Ich kann mich aber sehr gut in die Rolle eines frisch gebackenen Vaters hineinversetzen (ist erst ein paar Jahre her bei mir).

    Als junger Familienvater, würde ich in dieser Position folgendermaßen denken:
    – ich möchte mich aufgrund meiner Rolle im Beruf (Führungsrolle) finanziell verbessern
    – aufgrund von Corona möchte ich (eigentlich) gar nicht wirklich mit meiner jungen Familie in ein anderes Land wechseln,
    da mir die Sache mit der medizinischen Grundversorgung auch wichtig erscheint.
    Spanien finde ich eigentlich wunderbar, aber wenn ich die Nachrichten aus Spanine verfolge, dann gab/gibt es dort üble Unruhen in der Region um Barcelona und es gab dort auch sehr heftige Coronaausbrüche, vorallem in Madrid und Barcelona.

    Nun ja ich heiße nicht David Alaba und bin kein Fussballprofi – aber meine Entscheidung würde ich aus oben genannten Gründen überdenken und nicht auf Teufel komm raus, dann bin ich halt mal weg entscheiden.

    Eine Entscheidung würde ich definitiv mit meiner Frau abstimmen und auch an den Nachwuchs denken.

  27. Was mir nicht gefällt, ist die Tatsache, dass die ganze Geschichte schön langsam Ausmaße annimmt, die wir sonst u.a. vom BVB kennen. Beim Aubameyang-Theater wurde auch in den Medien diskutiert, ob Watzke bei seiner Zusage zu einem Wechsel gelogen hat oder ob die Aubameyang-Seite irgendwelche Absprachen erfunden hat.
    Gestern sagte Alaba, dass an dem Tauschangebot mit ManCity was dran gewesen sein soll, was Rummenigge aber im März vehement bestritten hat. Ich denke nicht, dass wir mal streikende Spieler in unserem Trikot sehen werden, aber schon die Tatsache, dass eine von zwei Parteien offensichtlich lügt, stößt mir sauer auf. Das schlimme daran ist, dass ich die Hand für die Vereinsseite nicht mehr ins Feuer legen würde.

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    1. Ob da jemand lügt, oder eines der berühmten kommunikativen Missverständnisse vorliegt, werden wir tendenziell eh nie erfahren.

      Was mir extrem missfällt ist eher, wie die ganze Affäre auf dem medialen Marktplatz ausgetragen wird. Und das ist nun mal eindeutig in der Sphäre des Vereins zu verorten.
      Hat ein Flick ja gestern auch ziemlich vehement beklagt. Wir haben eine Woche mit zwei wichtigen Spielen vor der Brust und dann macht man da so sinnlos ein Fass auf.

      1. Mit der Bekanntgabe hätte man auf jeden Fall noch bis nach dem BVB-Spiel warten können. Dann hätte man das Ganze in die Länderspielpause vertagt.

      2. Scheinbar ist nicht nur der Spielplan dieses Jahr sehr dicht, sondern auch der Dramakalender.

      3. … bzw. so Mancher “nicht ganz dicht” – sorry, musste sein :-)

      4. willithegreat – ja klar, dann hätte man das Ganze in die Länderspielpause vertagt,
        wo es der arme Alaba dann bei der österreichischen NM erfahren hätte – so geht man doch nicht mit einem verdienten Spieler um, wenn der auch noch im Dienst seines Vaterlands unterwegs ist.
        Oder vielleicht doch besser nach der Länderspielpause – da hätte man aber auch wieder zwei englische Wochen und dann mit Atletico und RB Leipzig vor der Brust – also eigentlich auch ganz schlecht.
        Man hätte auch einfach – so wie es Herr Zahavi vorgeschlagen hat – noch mal ein bisschen nachdenken können.
        Letztlich drängt doch keiner – Alaba hat doch noch Vertrag bis Juni 21-
        Und wenn er nichts besseres findest, kann er ja am 29.06. noch unterschreiben.

        Und das Fass – um einmal bei dem Wort zu bleiben – macht ja nicht der Verein auf.
        Der Verein hat eine klare Ansage gemacht – die hat ganz offensichtlich sowohl zeitlich, wie ja schon seit Mai immer wieder zu lesen ist, als auch finanziell keine Zustimmung fand.
        Und nun hat der Verein genau das gesagt, was im Arbeits- und Wirtschaftsleben eine gängige Praxis in solchen Fällen ist, “dann eben nicht”.
        Nimm dir mal ein profanes Beispiel und buche ein Ticket bei der Bahn oder einer Fluggesellschaft. Dann kannst du dich nicht entscheiden und einen Tag später ist das gleiche Ticket dann wesentlich teurer. Und dann kannst du ja mal bei Bahn oder Fluggesellschaft mit dem Argument – “ja gestern hat das aber….” kommen.
        Und dann gehst du an die Öffentlichkeit und beschwerst dich, dass du zwar das Vorgehen kanntest, aber von der Preiserhöhung völlig überrascht bist. Hämisches Gelächter – mehr gibt es nicht.
        Und der arme Alaba war gestern so konsterniert, dass er und sein Vater von einem Mikro zum anderen rannte.
        Wer macht denn da das Faß auf?
        Verzockt hat man sich und sucht jetzt einen Schuldigen mit zum Teil abenteuerlichsten Argumenten bis hin zum Tauschvorschlag, der nachweislich von Zahavi kam.

      5. @Anton: Die Beweggründe für und die Art des Bekanntgebens kann man Diskutieren und das geschah hier schon ausführlich mit vielen verschiedenen Facetten. Für den Zeitpunkt finde ich nachwievor keine vernünftige Erklärung. Es stehen zwei wichtige Spiele an und ein solches Statement sorgt eben für einigen Wirbel, der den Trainerstab und wohl auch die Mannschaft und nicht nur den betroffenen Spieler vom Wesentlichen ablenkt. Da es scheinbar nicht Hainers Absicht war, auf Alaba Rücksicht zu nehmen, hätte er das Ganze doch auch nächste Woche machen können, denn dann wären Trainerstab und die eigene Mannschaft nicht in ihrer Konzentration gestört gewesen.
        Vor zwei Jahren wurde Löw auch der Zeitpunkt der Demission von Hummels, Boateng und Müller angelastet, weil es die Vorbereitung für ein Spiel störte. Jetzt macht der eigene Präsident etwas, das wohl ähnlich massiv in die Vorbereitung eingreift.

  28. Di ewig gleichen Diskussionen und Meinungen wiederholen sich doch immer wieder: Ballack, Kroos, Thiago… jetzt halt Alaba.

    Zwischen Denjenigen, die bedingungslose Loyalität und Liebe zum Verein einfordern und den Pragmatikern, die nur auf Gehaltshöhen und Verhandlungstiming eingehen, bleibt es im Kern doch immer ein leider weitgehend uninformiertes Hin und Her.

    Nicht dass ich das schlimm fände – über Fußball wird, wie über fast jedes Hobby, ernsthaft und intensiv diskutiert. Aber >100 Beiträge zu einem scheinbar(?) konsequent Selbstoptimierung betreibenden Millionär in kurzen Hosen?

    Diese Dinge passieren eben – vor allem seit dem fatalen Bosman-Urteil, das zwar gut gemeint war, das Kräfteverhältnis zwischen Spieler und Verein aber komplett gekippt hat. Heute Torjubel mit Herzzeichen Richtung Fans, morgen ab in die PL. Das ist eben Big Business – ähem, Fussball.

    Insofern: Locker bleiben. :-)

    1. Zu Lewandowski:
      „Doch ist seinen langjährigen Mitspielern nicht entgangen, dass er gegen stärkere Verteidiger als die aus Berlin und Bielefeld oft nicht zum Zuge kommt.“
      -> da habe ich aufgehört zu lesen, peinlich und tendenziös.

      1. @Alan McInally: Der ZON-Autor ist halt (leicht verbitterter) BVB-Fanboy, und bekommt in den Kommentaren regelmäßig Saures. Für seine Verhältnisse ist das sogar noch ein relativ fairer Artikel, ringt er sich doch gegen Ende dazu durch, anzumerken:

        “Alaba vergisst womöglich auch, dass er seine Stärke nicht zuletzt aus seinem Standing und seiner Historie im Verein zieht. Nach einem Wechsel müsste er seine Aufgabe erst neu suchen. Ein fehlerfreier Verteidiger ist er nämlich nicht. Zwar könnte er in Spanien, wohin es ihn wohl ziehen würde, eine gute Adresse finden, eine viel bessere Mannschaft als den FC Bayern aber nicht. Eine Trennung hätte wohl keinen Gewinner.”

        Muss ihn eine Menge Überwindung gekostet haben. Außer bei der FAZ findet sich in den vermeintlich anspruchsvolleren Gazetten des Landes kaum eine online-Sportredaktion, die den Bayern zumindest unvoreingenommen begegnen würde. Ist wohl der Preis, den der Club für die Nähe zu populäreren Presse-Organen zahlt. Schade.

    2. Also ich schätze die Beiträge von Herrn Fritsch für gewöhnlich. Hier bekommt er am Ende IMO auch noch die Kurve. Aber die Passage zu Kollege Lewandowski ist ein Witz. Freund Alaba auf eine Stufe mit einem Weltfussballer in spe, der gegen stärkere Verteidiger als aus Berlin oder Bielefeld nicht oft zum Zug kommt, zu stellen – da fällt mir nichts mehr ein. Und dass er im Finale quasi Paris einen auflegt, aber egal. Zudem hat Lewandowski halt nunmal nicht zu Corona-Zeiten verlängert. Blödes Timing.

  29. Vielleicht ist ja alles viel einfacher.
    Es ist vielleicht auch nicht auszuschließen das Zahavi wirklich die Zeichen der Zeit nicht erkannt hat. Der Mann geht auf die 80 zu und macht den Job jetzt seit 40 Jahren. Natürlich hat der alle möglichen Ausreden und Bluffs der Vereine von wegen knappe Kassen schon zigmal gehört und kam halt am Ende doch immer wieder mit seinen Forderungen durch.
    Das es dieses Mal dann auch bei den großen Vereinen doch ganz anders aussieht, vielleicht hat er es schlicht nicht geglaubt. ,,David, Junge, mach dir keine Sorgen, Deadline , letztes Angebot, lirumlarum, ich hab denen gesagt die sollen nochmal über ihr Angebot nachdenken, glaub mir, die werden schon einknicken, es sind immer noch alle eingeknickt…ach guck mal der Herr Hainer ist im Fernsehen…”

    Möglich ist alles

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    1. Kann schon auch sein. Ich habe auf jeden Fall Zweifel, dass er ein Angebot bekommt, welches das der Bayern um Größenordnungen übersteigt.

      Selbst in UK werden sie sparsamer mit den 20 Mio + Angeboten werden.

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