Spieler des Monats September: Robert Lewandowski

Maurice Trenner 03.10.2019

Im Spiel in Paderborn lief die siebte Spielminute, als ganz Fußball-Deutschland erleichtert aufatmete. Dieser Robert Lewandowski, der in der Saison bisher nach Lust und Laune getroffen hatte, zeigte, dass er doch menschlich ist. Einen Querpass von Gnabry setzte der Pole aus knapp zehn Metern in bester Frank-Mill-Gedächtnismanier neben das leere Tor. Der Torschrei, der jedem Münchner Fan auf den Lippen lag, verstummte abrupt und die Paderborner Hintermannschaft wirkte fast so ungläubig wie der Stürmer selbst.

Er trifft, und trifft, und trifft

Dass Lewandowski gegen Paderborn schließlich dennoch traf, war jedoch wenig überraschend. Die Bundesliga-Rekorde, die Lewandowski mit seiner Serie gebrochen oder eingestellt hat, sind mittlerweile wohl bekannt. Meiste Tore nach sechs Spieltagen. Meiste Spieltage mit Treffer in Serie zu Saisonbeginn. 

(Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Der Supercup ist bisher das einzige Pflichtspiel in dem der Pole nicht getroffen hat. Im September traf er in vier Spielen fünf mal ins Netz. Gleich zweimal war er der Torschütze zum wichtigen 1:0. 

Auch im internationalen Vergleich sticht der 31-Jährige hervor. In der Premier League führt Aguero die Torschützenliste mit acht Treffern in sieben Spielen an. In Spanien, Portugal und Frankreich reichen sechs, in Italien sogar nur fünf Tore um an der Spitze der Liste zu stehen. 

Umsteigen. Der neue Lewandowski?

Ein Blick auf die Statistiken zeigt nach sechs Spieltagen einen veränderten Stürmer. Während der Pole im Spielgeschehen deutlich involvierter wirkt, als dies in der Vergangenheit häufig der Fall war, sind seine gefährlichen Pässe (“Key Passes”) pro 90 Minuten auf dem niedrigsten Wert seit er bei Bayern ist. Nur 0,18 Pässe leiteten einen Torschuss ein. Zum Vergleich: Letzte Saison lag Lewandowski bei 1,43.

Außerdem schließt der vierfache Torschützenkönig seltener aus dem Fünfmeterraum ab. In der bisherigen Saison ist lediglich jeder zehnte Schuss in diesem Bereich. Keiner führte davon zu einem Treffer. In der letzten Spielzeit schloss er fast jeden fünften Spielzug im Torraum ab und erzielte dort 40% seiner Tore. Naturgemäß liefern Abschlüsse in solcher Tornähe die beste Trefferquote. In Lewandowskis Fall sind das knapp 34%. Ist also sogar noch Luft nach oben?

Diese These widerlegt ein Blick auf die expected Goals. Dort sind für Lewandowski bisher 6,87 xG in dieser Saison vermerkt. Mit diesem Wert liegt er um über zwei Tore vor dem nächsten Bundesliga-Spieler. Momentan übertrifft der Pole seine Erwartung also um mehr als drei Tore pro Spiel. Diese Saison stellt somit einen krassen Gegensatz zur letzten Spielzeit dar, in der er seinen Erwartungswert um über elf Tore verfehlte und “nur” 22 Treffer erzielte. In keiner Saison hat der Pole seinen xG-Wert bisher um mehr als 1,5 Tore pro 90 Minuten übertroffen.

Welchen Lewandowski können wir nun für den Rest der Saison erwarten? Vermutlich wird der Pole in den nächsten Wochen seinen Schnitt nicht halten können und seine Tore werden sich dem xG-Wert annähern. Dennoch steckt in der aktuellen Saison das Potential für eine weitere Spielzeit mit über 30 Treffern und vielleicht sogar mehr. 

Und obwohl seine Statistiken es nicht widerspiegeln, zeigt sich der Stürmer mannschaftsdienlich. Nicht zuletzt der Elfmeter, den er an Coutinho abgab, stellte klar, dass der Lewandowski von 2019 nicht der egoistische Lewandowski vergangener Tage ist. 

»Eier, wir brauchen Eier!«

— Oliver Kahn

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  1. Klar Lewa da kann es eigentlich keine zwei Meinungen geben.

    Die Vorlagen der anderen müssen aber noch besser werden so das der xG entsprechend steigt und damit die mathematische Wahrscheinlichkeit die Quote zumindest hoch zuhalten.

    Nach dem Spurs Spiel muss man festhalten das Lewa und Gnabry einfach super konzentriert auch mal aus der Distanz konsequent abgeschlossen haben.

    Etwa was uns seit einiger Zeit abging.

    Wenn man es schafft mit Coutinho und Thiago das Offensivspiel noch dominanter und strukturierter zu gestalten und vor allem Coman aber auch Gnabry noch besser final auflegen wird es sehr schwer uns zu stoppen.

  2. Danke für den Artikel.
    Aus welchen Quellen hast du denn die Statistiken insbesondere die des Ortes des Torabschlusses? Whoscored?

    Lg

    Antwortsymbol2 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Hallo lsa,
      meine Quellen waren whoscored, Transfermarkt.de und understat.
      Gruß Maurice

  3. Klar, Lewandowski. Wer sonst?
    Bei der Berechnung der xG muss allerdings was durcheinander gekommen sein. Die Werte können sich doch nicht auf 90 Minuten beziehen? Vermutlich ist die bisherige Saison gemeint?

    Antwortsymbol2 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Muss wohl so sein, im gleichen Absatz wird ja auch ein Vergleich zur ganzen letzten Saison gezogen. Ca. 7 xG pro 90 Minuten sind auf Profiniveau unmöglich.

      1. Hallo ihr beiden,
        da habe ich mich leider vertan. Es sind tatsächlich die aufsummierten xG im bisherigen Saisonverlauf gemeint. Habe es jetzt korrigiert.
        Gruß Maurice

  4. Seit Kovac da ist und ihm offiziell Verantwortung übertragen hat (Kapitän, Mannschaftsrat), ist Lewandowski nicht mehr wiederzuerkennen. Ein Teamspieler wie er im Buche steht. Ein kluger Schachzug unseres Trainers.

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