Korea Republic v Germany: Group F - 2018 FIFA World Cup Russia

Hoeneß hat es nicht verstanden

Mesut Özil macht mit seinem dreiteiligen Statement am Sonntagabend vieles richtig. Einige Reaktionen darauf beweisen leider, dass er einen wichtigen Punkt getroffen hat. Ein Kommentar.

Als Uli Hoeneß am Montag mit einigen Medienvertretern sprach, war das Thema ausnahmsweise nicht sein FC Bayern. Vielleicht wäre es – wie so oft in letzter Zeit – besser gewesen, wenn der Präsident der Münchner nichts gesagt hätte.

Doch er äußerte sich zu Özils Rücktritt und der harten Kritik, die der Weltmeister anbrachte. Er tat das in einer Art und Weise, die schlicht inakzeptabel war und die aufzeigte, dass er kein Wort von Özils Bekanntmachung verstanden hatte.

Hoeneß reagierte mit Populismus auf eine sensible Debatte, die viel mehr Feingefühl abverlangt hätte. Feingefühl, das er nicht hat. Stattdessen polterte er lauthals.

Ich bin froh, dass der Spuk vorbei ist. Der hat seit Jahren einen Dreck gespielt. Den letzten Zweikampf hat er vor der WM 2014 gewonnen. […] Man muss es mal wieder auf das reduzieren, was es ist: Sport. Und sportlich hat Özil seit Jahren nichts in der Nationalmannschaft verloren.
Uli Hoeneß gegenüber Sport Bild und Bild, via sueddeutsche.de

Spiegelbild der Gesellschaft

Damit ist er aber nicht allein. Es ist schon sehr viel Ironie dabei, dass ausgerechnet Grindel, der lauthals ein Statement Özils forderte, nun zum Hauptziel des Nationalspielers wurde. Inkompetenz und Rassismus sind nur zwei der vielen Vorwürfe, die Özil dem DFB-Präsidenten machte. Die Entwicklung des Verbands gibt ihm dabei recht.

Schon vor dem Statement sollte klar gewesen sein, dass der DFB auf ganzer Linie versagt hatte. Im Umgang mit den Fotos, die Gündogan und Özil mit Erdogan machen ließen, fand der Verband keine klare Position und keinen Weg in eine sachliche Debatte.

Stattdessen sprach man von Werten, für die angeblich eingestanden werde. Doch welche Werte sollen das sein? Letztendlich waren das nur leere Phrasen, an denen klare Doppelstandards zu erkennen sind.

Matthäus mit Putin, Mercedes Benz, Grindels Vergangenheit – Özil pickte gleich mehrere gammelige Kirschen aus der leckeren Torte, die der DFB gerne wäre. Dieser Schritt erforderte viel Mut, aber er sollte im Idealfall etwas lostreten.

Für viele war es naheliegend, dass Özils lange Pausen zwischen den Statements reine PR-Strategie waren. So war es auch. Allerdings aus einem guten Grund. Vermutlich wollten der Nationalspieler und sein Manager, dass zwischen den Statements darüber geredet wird. Andernfalls wären die Kritikpunkte mit seiner Rücktrittsverkündung untergegangen.

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Der DFB hatte versucht, Özil komplett herauszunehmen, um sich selbst zu schützen. Glaubt man den Vorwürfen des Spielers, so ging es kein bisschen darum, sich vor Özil zu stellen.

Man wollte das Thema totschweigen. Die fehlende Positionierung wurde ihnen schließlich zum Verhängnis. Der Spieler fühlte sich schlecht behandelt und auch die Medienvertreter rund um den DFB wurden ausgegrenzt. An Naivität und Arroganz kaum zu überbieten.

Noch schlimmer wurde es, als der Verband sich halbherzig für Mesut Özil entschieden hatte und dieser öffentlich rassistisch angegangen wurde. Mit den schwachen Leistungen des Teams bei der WM wurde Özil zum Spielball der Öffentlichkeit. Basler, die AfD, BILD – das sind nur drei von vielen Beispielen.

Der Verband und seine fehlende Selbstreflexion

Der DFB hätte sich auch hier wieder klar positionieren, sich vor den Spieler stellen müssen. Gegen den Rassismus und gegen den Populismus. Doch es passierte das Gegenteil. Der Verband in Form von Bierhoff und Grindel ließen Özil fallen und stellten ihn an den Pranger.

Für alle zugänglich. Jeder durfte mal draufhauen. Der Sündenbock war gefunden.

Özils Statement verschärft diesen Eindruck noch einmal. Er inszeniert sich damit nicht. Er versucht auch nicht, sich jetzt in eine Opferrolle zu zwängen. Nein, er hält der Öffentlichkeit in Deutschland einen Spiegel vor, der den Rassismus im Land klar offenbart.

Vielerorts ist dieser Rassismus erschreckend offen. Noch erschreckender ist aber der latente und unterschwellige Rassismus, den man alltäglich auf den Straßen sieht, wenn man die Augen nur weit genug aufmacht. Özil war und ist ein Spielball dieser Rassisten.

Für den DFB kann es in Zukunft nur eine Konsequenz geben: Sie müssen sich neu aufstellen. Grindel ist als Präsident nicht mehr tragbar. Auch Bierhoff kann nach seinen Fehlern und Äußerungen nicht mehr unangefochten bleiben.

Der Verband, der 2010 noch als eine Verbindung zwischen Kulturen galt, sorgt 2018 für Spaltung. Er gibt Rassismus eine Bühne und das ist viel trauriger als jede sportliche Niederlage.

Dass Mesut Özil mit seinem Statement wenig Selbstreflexion gezeigt hat und er seine Fotoaktion scheinbar nicht hinterfragt hat, steht auf einem anderen Blatt Papier. Er handelte mindestens naiv und seine Rechtfertigung untermauerte, dass die berechtigte Kritik komplett an ihm vorbeiging. Vielleicht auch deshalb, weil sie im Lärm des Populismus unterging.

Sein Rücktritt ist für Deutschland aber ein herber Schlag. Weil er Menschen wie Uli Hoeneß die Möglichkeit gibt, ihren populistischen Müll auf Özils Schultern abzuladen. Weil er der AfD ermöglicht, sich auf Özils Kosten zu profilieren.

Obwohl ich Steuern in Deutschland bezahle, Einrichtungen für deutsche Schulen spende und die Weltmeisterschaft 2014 mit Deutschland gewonnen habe, bin ich noch immer nicht in der Gesellschaft akzeptiert. Ich werde behandelt, als wäre ich ‘anders’.
Mesut Özil via Instagram

Weil er Nazis ein Megafon in die Hand drückt, durch das sie viele Fußball-Fans erreichen, die mit Özil schon länger ein Problem hatten.

Weil bis jetzt keine Debatte entstand, die nicht nur der DFB, sondern das Land dringend gebrauchen könnte. Der wir uns gemeinsam stellen müssen.

Und Uli Hoeneß ist nicht der Einzige, der das immer noch nicht verstanden hat.

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Leserkommentare
  1. Daniel

    Die zwei Jahre ohne Uli Hoeneß während seiner Haft waren nicht umsonst die schönsten Jahre in der Geschichte des FC Bayern. Damals hatte der Verein eine seriöse Außendarstellung, die seinem Selbstverständnis als Top-5 Club in Europa würdig war. Heute kann man sich für den Herrn Präsidenten nur noch jedes mal in Grund und Boden schämen, wenn er nur den Mund aufmacht.

    1. Holdor

      Dem ist nichts hinzuzufügen.

    2. Kurt

      Komisch, dass sich in der Außendarstellung des Vereins trotz Hoeneß nichts geändert hat.

      Bayern ist immer noch oben auf und bekommen Spieler und Sponsoren.

      Ohne Hoeneß, wurde halt Kalle kritisiert. So durchschaubar.

      1. Fänger

        Die Außendarstellung ist um Welten anders als zur Zeit von Pep, Sammer und Reschke. Das hat doch nichts damit zu tun, ob man Sponsoren hat oder Spieler bekommt. Das ist zu kurz gedacht.

      2. Lukas

        Kurt, deine Gründe Hoeneß immer zu verteidigen sind ja prinzipiell nachvollziehbar. Deine Antwort auf Daniel ergibt aber keinen Sinn…

  2. BayernExpat

    Das soll gar nicht melodramatisch klingen, aber ich bin mir nicht sicher ob ich darueber hinwegsehen kann. Zum ersten mal in meinem Leben erwaege ich ernsthaft dem Verein den Ruecken zu kehren solange Hoeness noch involviert ist. Bitter.

    1. Hechendorfer

      Nein, das machst du bitte nicht.
      Niemals aufgeben!

  3. Olorin

    Uli Hoeneß war das große Idol meiner Kindheit, ich habe ihn lange bewundert und nach seinem Gefängnisaufenthalt bereitwillig wieder zum Präsidenten gemacht, weil jeder eine zweite Chance verdient. Leider hat er seither seine ganze Energie aufgewandt zu beweisen, dass das ein massiver Fehler war. Fehler in der Führung des Vereins sind das Eine, jetzt dieses Nachtreten gegen einen ohnehin schon am Boden liegenden zeigt auch charakterlich schwerste Defizite. Die Zeit, seit der Özil angeblich keinen Zweikampf mehr gewonnen hat, hat Hoeneß großteils mit Steuerhinterziehen und im Knast verbracht. Özil jedenfalls hat nicht den richtigen Zeitpunkt für den Rücktritt verpasst-zumindest das hat er Hoeneß offenbar deutlich voraus.

    1. Eigentor

      @Olorin
      Ihre Gedanken sind auch meine. Und es tut weh, in den Spiegel zu schauen, den Sie mir vorhalten.
      Was würde Landauer dazu sagen?

      1. Olorin

        Ich denke vor dem Spiegel sind wir beide hier leider nicht die einzigen :/

    2. Pat

      Dem ist nichts hinzuzufügen. Ich habe mich lange nicht geschämt ein Bayern Fan zu sein. Jetzt schon…

  4. Eigentor

    Danke, Justin, für diesen Kommentar, Satz für Satz „Klartext“.
    Speiübel wurde mir, als ich die Äußerungen unseres Aufsichtsratsvorsitzenden las.
    Nach Jérôme Boatengs Gruß an Özil fürchte ich, sie wird der Anlaß für die nächste Treibjagd.

    1. Tschemp

      Boatengs Gruß? Du meinst seinen lächerlich oberflächlichen Twitter-Abschied?

      Boateng (und alle anderen Mitspieler) geben ein lächerliches Bild ab. Als wäre es so schwer gewesen, sich a la Schweden mal (öffentlich wirksam!, kein ungelesenes Hinterzimmerinterview) hinzustellen und als Mannschaft ein Statement gegen die rechtsaußen Trittbrettfahrer zu geben, die das Özil Thema für ihre Zwecke gebrauchen.

      1. Eigentor

        @Tschemp
        Mit „Gruß“ meinte ich Boatengs Anrede „Abi“ (Bruder). Das ist für mich die Botschaft und diese halte ich nicht für oberflächlich.
        Ansonsten volle Zustimmung zur Aussage über das fehlende Statement der „Mannschaft“ (im Gegensatz zu Schweden).

  5. Mehmet68

    Ich bin auch der Meinung, dass Hoeneß unsensibel, taktlos und sehr eindimensional reagiert hat. Indiskutabel!

    Allerdings hat es sich der gute Mesut mit seinem Statement auch sehr einfach gemacht: Kein bisschen Selbstkritik, stattdessen Opferrolle reklamieren und Rassismuskeule auspacken – funktioniert ja meistens. Aus meiner Sicht gleichermaßen indiskutabel, diese Reaktion.

    Und nein, ich stehe nicht rechts, war gestern auch bei der Demo, um Offenheit einzufordern. Hier aber haben alle Beteiligten grobe Böcke geschossen, DFB, Spieler und vollkommen unnötig jetzt auch Hoeneß. Den heutigen FCB muss man nicht mögen.

    1. Lukas

      Also ich denke beides ist inhaltlich nicht vorhanden. Er hat sich ganz klar NICHT in eine Opferrolle Argumentiert und wer Grindels Geschichte kennt (wurde in der ZEIT sehr schön aufgearbeitet) der weiß, dass Özil keine Keule geschwungen hat, sondern einfach nur objektive greifbares beschreibt.

  6. GÜNO

    DANKE Justin. Genau darauf hatte ich gewartet. Denn genau diesen Beitrag sollte man an alle Pinwände heften und in allen Stadien verteilen. Sehr, sehr wichtig dieses Statment. BRAVO!

  7. rotweiss

    …wieder mal hätte der große vorsitzende besser geschwiegen. rein sportlich ist er bei özil von der Wahrheit nicht so weit weg, aber er muss natürlich auch mitdenken, wie solch ein statement nun aufgenommen und von geneigten kreisen in ihre ressentiments eingebettet werden wird. von daher wieder mal ein Bärendienst von UH am fcb-image. ach ja, das waren entspannt-seriöse jahre mit hopfner und sammer. jetzt sind wir wieder der populistische biergarten.

  8. Ju

    Was mir an dem Artikel besonders gefälltt, ist die Trennung der Tatsachen, dass sowohl das Foto an sich als auch Özils Erklärungen dazu von einer mir höchst suspekten Einstellung zeugt, der eigentliche Skandal jedoch das Handeln des DFB und der latente Rassismus in großen Teilen der Gesellschaft ist.

    Es ist sehr erfreulich, dass Miasanrot auch, wenn es kein reines Bayern-Thema ist, hier eine Diskussion in diesem durch Sachlichkeit geprägten Forum ermöglicht.

    Özils persönliche Ideologie, die er in seinem Statement darlegt, nämlich das blinde Folgen eines durch die Herkunft bestimmten Führers – eine mindestens traditionalistische, letztendlich nationalistische Einstellung – ist zu missbilligen. Diese Missbilligung als Rassismus auszulegen, ist jedoch völliger Quatsch.

    Was hingegen völlig richtig ist – und ich hoffe, das vor allem dies hängen bleibt – ist, dass Menschen mit arabischer Abstammung in Deutschland stets ein leichtes und dankend angenommenes Ziel sind. Sei es für Politiker, für Medien, oder für die Gesellschaft an sich. Sei es im Kontext von Kriminalität, eines angeblichen Sittenverfalls oder als Feindbild der deutschen Leistungsgesellschaft. Es war stets sehr einfach, Özils Körpersprache mit Klischees über faule arabische Männer zu verbinden.

    Was ich persönlich sehr begrüße, ist das nun unvermeidbare Scheinwerferlicht auf Grindel. Ich finde es skandlös, dass der Präsident einer selbst ernannten integrativen Organisation ein derart reaktionärer und in der Vergangenheit offen rassistischer Mensch sein kann. Özils Rücktritt kann in dieser Sache nicht der Letzte gewesen sein.

    Hoeneß beweist wieder, dass man ihn nicht mehr für voll nehmen kann. Neben seinem eigenen geistigen Verfall scheint er auch auf keine Berater mehr zu hören, die den Schaden in der Öffentlichkeit in Grenzen halten möchten. Nicht nur, dass er Özil seinen Anteil am WM-Titel abspricht; er stellt die aufgekommene Diskussion über die nun von Özils Schreiberling gesetzten Themen – Alltagsrassimus, Ressentiments und deren Repräsentation in hohen Ämtern – als Katastrophe für dieses Land dar, während er die Hinterziehung von zig Millionen Steuergeld nach wie vor für einen Kavaliersdelikt hält. Ich sehe die Katastrophe da doch eher darin, dass Hoeneß Haftstrafe an der Untergrenze des Möglichen geblieben ist und er diese nicht vollständig absitzen musste.

    1. Mehmet68

      Du meinst sicher “muslimisch” statt “arabisch”, oder?

      Ansonsten stimme ich Dir zu: Hoeneß ist für mich nahezu untragbar geworden, Grindel aber ebenfalls.

      1. Ju

        Ich weiß nicht genau, ob ich muslimisch gemeint habe. Die Abneigung gegen den Islam wird zwar im Moment in den einschlägigen Kreisen fröhlich vor sich her getragen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob dort letztendlich nicht eher die arabische Welt + Türkei gemeint ist, wobei das ja sowieso immer in einen Topf geworfen wird. Die Abgrenzung ist ja ohnehin nicht ganz klar, da der türkische Kulturraum nach gängigen Abgrenzungen nirgends so recht dazu gehört und die persische Prägung nicht wegzudiskutieren ist. Was ich also gemeint habe, ist jener deutscher Bevölkerungsteil, der für Teile der übrigen Bevölkerung ein Feindbild darstellt, was sich auf Özil sehr angenehm projizieren lässt.

    2. Marcel B.

      Einfach nur stark in Struktur und Inhalt. Ich verneige mich.

    3. Eigentor

      „Was mir an dem Artikel besonders gefällt, ist die Trennung der Tatsachen, dass sowohl das Foto an sich als auch Özils Erklärungen dazu von einer mir höchst suspekten Einstellung zeugt, der eigentliche Skandal jedoch das Handeln des DFB und der latente Rassismus in großen Teilen der Gesellschaft ist.“

      Volle Zustimmung.
      Darüberhinaus frage ich mich, warum der „Scheiße-Sturm“ nur über Mesut Özil hereingebrochen ist. Da es ja noch jemandem, der diesem „demokratisch gewählten“ Präsidenten ein Trikot überreicht hat – mit handschriftlicher Widmung. Dessen lauwarme Erklärung, die keinerlei Distanzierung zu Erdogan beinhaltete, schluckt der DFB. Özils Schweigen (das ich zu keinem Zeitpunkt gut fand) dagegen nicht.
      Wer soll das verstehen?
      Auch ich finde es gut, dass MSR hier eine Diskussion ermöglicht. Dass sie notwendig ist, zeigen die vielen Reaktionen (nach sehr kurzer Zeit) zu Justins mutigem Kommentar. Auch wenn einige hier die Rückkehr zu Fussballthemen anmahnen, es gibt halt Momente, in denen es reichlich irrelevant ist, ob Kimmich besser als Aussenverteidiger eingesetzt wird, oder besser im Mittelfeld aufgehoben ist. Und so ein Moment ist gerade gegeben. Alles zu seiner Zeit.

    4. Lukas

      Ich denke, das ist eines der größten Probleme seit der erstarkten AfD, dass inhaltliche Kritik kaum mehr möglich ist, wenn “die Rechten” das Feld zuerst belegen. Ich erinnere mich noch, als wir linksgrünversiften Studenten uns in Medienkritik geübt haben – sehr intensiv sogar. Seit der “Lügenpresse” bin ich eigentlich nur noch dabei, die Presse zu verteidigen.
      Özil ist ein weiteres Beispiel. Seine traditionalistische Einstellung, die, wie du genau richtig sagst, einen Hang zum Nationalismus bilden, muss man einfach kritisieren. Trotzdem erwische ich mich dabei, wie ich in Diskussionen der letzten Monate Özil gegen rechts verteidige… Das ist wirklich frustrierend. Vielen Dank für deinen Kommentar JU. Gemeinsam mit dem Artikel wurde vieles sehr schön eingeordnet.

  9. Tschemp

    “Er inszeniert sich damit nicht. Er versucht auch nicht, sich jetzt in eine Opferrolle zu zwängen.”

    Ja nee, ist klar..

    Schuster, bleib doch bitte bei deinen Leisten. Das letzte was es brauchte, ist ein Miasanrot Kommentar zu diesem so vielschichtigen Thema. Gerade wenn es so ein undifferenzierter, reiner pro Özil Text ist wie dieser hier, der vor offensichtlichem Fanboytum nur so trieft. Passt aber zur heutigen Gesellschaft, es werden nur noch Randpositionen eingenommen.

    1. Olorin

      @Tschemp
      “Dass Mesut Özil mit seinem Statement wenig Selbstreflexion gezeigt hat und er seine Fotoaktion scheinbar nicht hinterfragt hat, steht auf einem anderen Blatt Papier. Er handelte mindestens naiv und seine Rechtfertigung untermauerte, dass die berechtigte Kritik komplett an ihm vorbeiging.”
      Das ist wirklich ein undifferenzierter Fanboytext, stimmt.

      1. Tschemp

        Eben, diese zwei Sätze sind für dieses vielschichtige Thema doch viel zu wenig. Man müsste drei Absätze alleine darüber verfassen, wie Özil (bzw. sein Beraterteam) als selbsternannter reiner Fussballer ohne jegliche politische Interessen und Absichten genau das Gegenteil tut, nämlich rein politisch zu agieren und Lawinen loszutreten, die nichts mehr mit seiner Fussballerdasein zu tun haben.

        Der Kommentar kratzt nicht mal die Oberfläche des Themas an. Aber hauptsache Stellung beziehen..

    2. TSCHEMP, möchtest du eventuell mit einer differenzierten Meinung zu diesem vielschichtigen Thema beitragen?

      1. Tschemp

        Dafür gibt es Kommentatoren, die das auch können. In der SZ und Zeit habe ich zB. gute Texte gelesen, die das Thema wenigstens im Ansatz ganzheitlich zu erfassen wissen.

        Bei allem Respekt vor eurer sonstigen Arbeit, hier übernehmt ihr euch deutlich.

    3. Eigentor

      „Dass Mesut Özil mit seinem Statement wenig Selbstreflexion gezeigt hat und er seine Fotoaktion scheinbar nicht hinterfragt hat, steht auf einem anderen Blatt Papier. Er handelte mindestens naiv und seine Rechtfertigung untermauerte, dass die berechtigte Kritik komplett an ihm vorbeiging. Vielleicht auch deshalb, weil sie im Lärm des Populismus unterging.“

      Was Justin hier schreibt, trieft vor „Fanboytum“?

    4. Kurt

      Ich hätte es anders ausgedrückt, aber sehe es ähnlich.

      Es ist schon Wahnsinn, dass man sich jetzt hier an Uli aufhängt, der halt mal wieder einen rausgehauen hat, anstatt mal wirklich in die Tiefe zu gehen und anzuerkennen wie unfassbar es ist, dass sich Özil als Brückenkopf für einen islamischen Diktator geriert.

      1. Olorin

        “…dass sich Özil als Brückenkopf für einen islamischen Diktator geriert.”
        Nur erstaunlich, dass ausgerechnet Uli damit ein Problem hat…unser Verein wird doch durch ihn und seine Marionetten gerade zum Brückenkopf der islamischen Diktatur in Katar ausgebaut. Insofern sind Uli und Hoeneß eigentlich Brüder im Geiste. Ach nee, ich vergaß-die Kataris ham ja Geld. Stimmt, dann ist das was ganz anderes.

      2. Tschemp

        Das ist leider die heutige Verfahrensweise. Es werden oberflächlich und schnell Gegenparteien auserkoren, Randstandpunkte eingenommen, Pro Contra Seiten eröffnet und dann blind losdikutiert, ohne zum Anfang des Problems zurückzufinden.

        Es gibt nur einen Gewinner der ganzen Geschichte: Erdogan. Feuer gelegt, Zerwürfnisse kreiert, Gräben eröffnet, Ränder gestärkt und damit eine Gesamtheit geschwächt und sich selbst gestärkt. Über den diskutiert niemand mehr, warum sollte man auch das Basisproblem ansprechen, wenn man sich an Hoeneß’populistischer Wortwahl oder dem Grindelgetue aufhängen kann. Solange man über Belangloses aufregen kann, reichts anscheinend.

      3. Kurt

        Ne, die Qataris haben keine Diaspora in Deutschland leben. Aber ja, fair point.

      4. Olorin

        “Insofern sind Uli und Hoeneß eigentlich Brüder im Geiste.”
        Das Hoeneß muss natürlich Özil heißen, hab mich vertippt.

      5. Den Schuh, nicht zu differenzieren und irgendwen in irgendeine Ecke zu drängen, ziehe ich mir nicht an. Erst recht nicht, wenn er mir von jemandem gereicht wird, der selbst nicht dazu in der Lage zu sein scheint, sich angemessen auszudrücken.

        Grüße!

      6. Olorin

        “Es gibt nur einen Gewinner der ganzen Geschichte: Erdogan…Über den diskutiert niemand mehr..”

        Was gibt es denn über Erdogan zu diskutieren? Das ist ein riesiges Arschloch, das weiß jeder. Ich als Deutscher kann daran aber nunmal nichts ändern und fühle mich auch nicht verantwortlich dafür, Widerstand gegen den Präsidenten der Türkei zu leisten. Beim Präsidenten des FC Bayern ist das anders…den hab ich durchaus gewählt.

    5. Hittmer Otzfeld

      100% Zustimmung.

      Ist ein Kommentar, okay, aber hier macht es sich Justin zu leicht. “Rassismus der Gesellschaft” “Populistischer Müll von Uli Hoeness” was sollen denn bitte solche Aussagen? Hoeneß reduziert es doch auf den Sport – in der Form sicher hart, aber Unrecht hat er auch nicht. Die Anssage von Rumenigge in Richtung DFB letzte Woche hatte den gleichen Tonus. So sind sie halt die beiden. Sehe das Problem nicht.

      1. Hoeneß bringt keinerlei Fakten, er bringt keine Argumente, er nutzt lediglich populistische, völlig überzogene Ausdrücke. Das ist Populismus in seiner Purform, weil man jeden seiner Punkte mit Fakten bloßstellen könnte. Jetzt aber noch eine sportliche Debatte hier aufzumachen, wäre 1. nicht angebracht und würde 2. meinen Terminkalender sprengen.

  10. Der Groninger

    Si ta­cu­is­ses, phi­lo­so­phus man­sis­ses… Nun war Hoeneß sicher nie ein Philosoph, aber er hatte ein sehr gut ausgeprägtes Bauchgefühl und emotionale Intelligenz. Und, ja, man muss Özil kritisieren ob seiner höchst fragwürdigen Unterstützung eines Autokraten und der damit verbundenen Schwächung kritisch-demokratischer Kräfte in der Türke. Aber was Hoeneß hier macht, ist niederträchtig. Ich vordere ihn hiermit auf, von seinem Amt beim FC Bayern zurückzutreten!

    1. Der Groninger

      *Türkei sollte es heißen, sorry.

    2. Marcel B.

      Stoße doch gerne mal eine Petition an. Sinnvolle und sachliche Argumente aus der Sicht von Mitgliedern des FC Bayern haben wir hier ja bereits genügend gesammelt.

  11. Sok-Yong

    Danke für dieses Statement,

    ich zweifle allerdings an, dass Hoeneß „nicht verstanden“ hat. Ich befürchte im Gegenteil, dass er genau weiß welche Wirkung er erzielen möchte, und dass macht es umso perfider und gefährlicher.

  12. them@ni@c

    Hoeneß ist hochnotpeinlich und leider schon lange untragbar geworden.
    Sein Kommentar ist nichts als populistischer Blödsinn, wie der von vielen Medien. Die AfD wird es freuen.
    —> http://www.spiegel.de/sport/fussball/mesut-oezil-was-die-deutsche-presse-zum-ruecktritt-schreibt-a-1219655.html

    Wenn ich das nur so überfliege, dann kann man auch direkt sagen: “die deutsche Medienlandschaft hat es nicht verstanden.”
    Dieser Kommentar hebt sich bei der Frage der Schuld wenigstens noch differenziert ab: http://www.spiegel.de/sport/fussball/ruecktritt-von-mesut-oezil-der-dfb-und-sein-versagen-in-der-integration-a-1219640.html

    Justin hat es schon schön auf den Punkt gebracht, “Özil pickte gleich mehrere gammelige Kirschen aus der leckeren Torte, die der DFB gerne wäre.”
    Man könnte hier auch den DFB gerne durch “Deutschland” ersetzen. Was wir gerade in vielerlei Hinsicht erleben ist beschämend, arrogant, menschenverachtend – die Liste liese sich problemlos erweitern…

  13. Kurt

    Ihr habt ernsthaft einen Artikel gebracht. Wow. Na dann…

    Hoeneß hat es natürlich GANZ GENAU verstanden. Feige ist nur, dass er sich wie der DFB auf eine sportliche Leistung bezieht, anstatt hier einfach mal Klartext zu reden, dass Özil stellvertretend für das jahrzehntelange Versagen bei der “Integration” (in dem Fall eher Assimilation) von Deutschtürken steht.

    Der DFB hat in §2 seiner Allgemeinen Bestimmungen stehen:

    “Der Deutsche Fußball-Bund ist parteipolitisch und religiös neutral. Er tritt verfassungsfeindlichen Bestrebungen sowie jeder Form von diskriminierenden oder menschenverachtenden Einstellungen und Verhaltensweisen entschieden entgegen. Dies gilt ebenso für jede Form von Gewalt, unabhängig davon, ob sie körperlicher oder seelischer Art ist. Der DFB verpflichtet sich im besonderen Maße dem Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt.”

    Ein Erdogan und seine Politik stehen diesen Grundsätzen, sowie dem, was man uns als Deutsche Werte verkauft, diametral entgegen. Ein Großteil der in Deutschland lebenden Türken, wählt ihren Landesgenossen in der Türkei (die das ja erwiesenermaßen überhaupt nicht in der Anzahl wollen) gerade das osmanische Reich an den Hals. Glückwunsch.

    Özil hätte sofort fliegen müssen, genauso wie Gündogan. Der DFB ist feige und inkompetent. Löw ist eine Schande. Bierhoff ist eine Schande. Grindel ist eine Schande.

    Aber ganz besonders :Özil ist eine Schande für dieses schamlose Rücktrittsstatement, in dem er in altbekanntem Muster zum Rundumschlag ausholt, ohne überhaupt zu reflektieren, was für eine Riesenscheiße er selbst angestellt hat. Dass die Statements offensichtlich von einem PR-Team kommen und da keiner auf den Gedanken gekommen ist, wie das aussieht, sagt auch eingies über Özil und seine Clan/Beraterstab.

    Uli ist leider nicht Manns genug, das so deutlich auszudrücken (aber immerhin hat er die Eier überhaupt was zu sagen) und dafür kann man ihn durchaus kritisieren. Denn rauslesen, wie der böse Populist es meint, kann ja wohl jeder.

    1. Tschemp

      Anscheinend nicht. Wie auch, wenn sich jeder gleich rexlexartig in eine Ecke drängen lässt und dann nur noch aus dieser Warte heraus argumentiert. Dann geht es nicht mehr um die Sache, sondern nur noch um die Art und Weise. Und am Ende stehen alle als Verlierer dar, sowohl auf agierender als auch reagierender Seite.

    2. Olorin

      @Kurt

      Bist du dir sicher, dass du Hoeneß Kritik richtig verstanden hast? Wenn man Hoeneß wörtlich nimmt hat er gar kein Problem mit den Fotos, nur dass Özil sich angeblich dahinter verstecken würde, um seine sportliche Leistung zu verdecken. Danach folgt eine zutiefst populistische Abwertung von Özils Leistungen für den DFB, die sicher nicht immer toll waren, aber auch sicher nicht schlechter als die von einigen anderen (ein deutlich schlechterer spielt sogar für den FCB). Du vermutest jetzt, dass Hoeneß dafür “nicht Manns genug” war…ziemlich unwahrscheinlich, Angst vor kontroversen Meinungen hatte Hoeneß noch nie.

      1. Kurt

        Wenn ich seine Kritk falsch verstanden habe, dann hätte er mit seinem Abriss über Özils Leistung natürlich Unrecht.

        Ich vermute es, richtig. Genau wie Justin nur vermutet. Meine Interpretation ist aber eleganter, weil sie die Problematik nicht an Özils Person festmacht.

    3. Yilde

      Entschuldigung, aber ich kann der Argumentation, man hätte beide Spieler direkt feuern müssen, einfach nicht folgen. Erdogans Regierung ist ein Partner der Deutschen, so unangenehm das nun mal ist. Genau das ist ja eine weitere Facette dieser Angelegenheit: Wenn wir einen Flüchtlingsdeal mit der Türkei aushandeln, ihr als Nato-Partner jegliche Völkerrechtsübertritte gegen Kurden durchlassen, dann gibt das allerhöchstens ein leises Echo in der deutschen Medienlandschaft und Bevölkerung. Wenn aber zwei Spieler der deutschen Nationalmannschaft mit türkischen Wurzeln ein Bild mit diesem Präsidenten machen, ist plötzlich ein riesen Aufschrei da. Diese Diskrepanz ist schon erstaunlich.
      Neben vielen anderen Aspekten (zB implizite Rassismus) geht es hier eben auch um die Frage Integration und wie wir, als deutsche Bürger, damit umgehen. Erwarten wir vollständige Assimilation und eine gleichzeitige Ablehnung allem gegenüber, was zu den Herkunftsländern gehört? Oder lässt man auch Toleranz dem anderen gegenüber walten? Kann ein Mensch Deutscher und Türke gleichzeitig sein? Das sind sensible Themen und ich denke es ist ganz gut, dass die jetzt auch mal deutlich angesprochen und diskutiert werden.
      Deinem Kommentar entnehme ich (verzeih wenn ich falsch liege), dass du eher ein Verfechter dessen bist, dass Integration eine Aufgabe von allem, was aus dem Herkunftsland/der Herkunftskultur stammt, erfordert. Dem möchte ich entgegensetzen, dass nach heutigem Stand der Migrationsforschung ein hoher Assimilationsdruck für junge Menschen eher das Gegenteil einer guten Integration bewirkt. Fühlen diese Menschen sich, als müssten sie sich für eine Seite entscheiden, übt das erheblichen psychischen Druck aus und führt, wenn es schlecht läuft, zu einer deutlichen Entfremdung von der Kultur des Aufnahmelandes.

      1. Mehmet68

        Yilde – Dein Kommentar sollte hier ganz oben erscheinen.

        Das Thema ist deutlich sensibler und komplexer, als Uli H. das ganz offensichtlich verstanden hat – oder wahrhaben möchte. So oder so war seine verbale Blutgrätsche vollkommen unnötig und geschmacklos.

        … und am meisten stört es mich, dass hier immer noch rotweiße Fanboys versuchen, aus dieser dummen und polemischen Aussage Hoeneß’ etwas Positives zu machen.

      2. Kurt

        Den Zwiespalt beschreibst du richtig, aber die Kritiker von Özil/Erdogan sind da die falschen Adressaten. Wie tief das Problem in der deutschen Gesellschaft und vor allem der Regierung steckt, wird hier ja nun deutlich.

        Du liegst nicht falsch, wobei ich eher ein Verfechter dessen bin, dass es mit einer ganz bestimmten Ideologie überhaupt keine Integration/Assimilation geben kann. Die Entfremdung ist sozusagen gottgegeben. :)

        Du ziehst jetzt Migrationsforschung heran um aufzuzeigen, wieso es in Deutschland Probleme mit der Integration gibt. aber ich sehe das grundlegendste Problem eher in der Art wie die Deutschen selbst mit dem Deutschsein umgehen. Integration in das Deutsche bedeutet auch, gewisse Dinge wie die historische Verantwortung für den Holocaust auf sich zu nehmen. Die Wenigsten sind bereit dazu und das führt dazu, dass Integration mittlerweile eine Einbahnstraße geworden ist.

        Diese über Jahrzehnte vernachlässigte Debatte könnte jetzt ein wenig Schwung bekommen, wobei ich da auch meine Zweifel hab, da man hier ja schon von Seiten Özils den “Rassismustrumpf” ausgespielt hat.

        Andere wiederum schalten auf taub, weil sie Angst haben die Deutungshoheit zu verlieren.

      3. Danke Yilde für deinen äußerst fundierten und reflektierten Kommentar. So etwas gibt einem Hoffnung, dass nicht alles den Bach runter geht.

      4. Gegen selbstgerechte Deutsche

        @ Yilde
        Ich möchte mich ausdrücklich für deinen Kommentar bedanken
        Deine Argumentation ist schlüssig, und entlarvt sehr genau die Doppelmoral die viele Menschen haben.

        @ Justin
        ebenfalls absolut schlüssig finde ich deinen Artikel. Ich schließe mich deinen Ausführungen an.

        @ Kurt
        Du bist das Paradebeispiel für alle die Hetzer, die immer lauter werden. Aussagen wie von dir, sind nicht durchdacht, parteiisch und ehrlich gesagt einfach nur dumm. Leute wie du machen mir Angst.
        Nochmal deutlich: Du bist einer dieser vielen selbstgerechten Hetzer, gegen die ich Partei ergreifen will.

      5. Michael

        Ich bin sehr spät (Urlaub nahe der Türkei). Aber das Ganze hier kann ich schwer ertragen und muss doch was schreiben.
        Das Foto mit Erdogan ist vollkommen inakzeptabel! Es geht eben nicht um Integration/Assimilation, deutsche Werte/türkische Werte, christliche Prägung/muslimische Prägung. Erdogan ist nicht die Türkei! Er ist ein zurecht höchst umstrittener Präsident. Größenwahnsinnig, minderheitsfeindlich. Gerne hätte ich sein Land besucht, nur verkneife ich mir das als Journalist sicherheitshalber.
        Sich vor Erdogans Karren spannen zu lassen, ist durch nichts zu rechtfertigen! Entweder sind beide ausgesprochen dämlich und von allen Beratern verlassen, oder sie finden die Politik von Erdogan gut.
        Alle anderen Aspekte des Artikels kann man sicher diskutieren.

  14. Bayernmöger

    Die Jahrzehnte, die ich mit Hoeneß “verbringe” haben gezeigt, dass er nicht so unüberlegt was raushaut, wie er es erscheinen lassen möchte. Inzwischen denke ich mir bei Wortwahl und Thema (was hat das mit dem FCB zu tun?), dass er ablenken möchte. Von was? Kommt da noch was? Vielleicht vor einem Blick der Öffentlichkeit auf die Besetzung des sogenannten “Aufsichts” -rates unseres “Vorzeigevereins”. Noch schlimmeres?
    An dem Fall Özil kann sich nun jeder überprüfen, wie ernst er es mit der bunten und diversen Gesellschaft meint. Meint man es ernst, wird man akzeptieren müssen, dass jeder selbst bestimmen darf inwieweit er sich integrieren will. Ob er, wie Özil, für die deutsche oder türkische Nationalmannschaft spielen will, ob er die Hymne mitsingt oder nicht, ob er dem Präsidenten seines Herkunftslandes die Hand schüttelt oder nicht. Das müssen wir dann halt auch mal aushalten, auch wenn uns nicht gefällt. Da fängt Toleranz wirklich an. Dass die Debatte emotional so aufgeladen ist zeigt, dass halt fast jeder seine Maßstäbe zum Maß aller Dinge erhebt. Uli H. hat seine wahre Haltung nun offengelegt. Ich halte immer weniger von ihm. Schade.

    1. Marcel B.

      Stark.

    2. Tschemp

      Wie sieht die “wahre Haltung von Uli H.” aus?

  15. Yilde

    Bei Hoeneß muss man sich mittlerweile wirklich fragen, was ihn so umtreibt. Langsam aber sicher richtet er auch eine Image-Schaden an, der weit über das hinausgeht, was der nicht-Bayernfan an unserem Club als unsympathisch empfindet. Hoeneß hat sicher schon immer gerne mal “aus dem Bauch” heraus geredet, früher kam es mir aber so vor, als wäre da wenigstens irgendein Kalkül dabei. Heute klingt das meiste eher nach idiotischen Mario Basler Kalauern. Oder wollte er von Müllers grottiger WM ablenken?

  16. Torpedo9

    Vielen Dank , Justin .
    Es war ja auch so klar , dass der erste Vereinspräsident der zu Özil seinen Kommentar abgibt , der unsrige sein muss.

    1. Ju

      Wobei man dazu sagen muss, dass sie hundertprozentig auch unseren Präsidenten zuerst angerufen haben. Die sind ja nicht blöd, sondern wissen, dass der gute Uli ihnen gleich die nächste Schlagzeile liefern wird.

      1. Josef

        Das (!) ist hierbei doch wieder ein ganz wichtiger, erschreckender Punkt.
        Es ist unerträglich, dass sich Hoeneß einmal mehr zum Büttel der BILD machen lässt, und das auf solchem Niveau.
        Genau wie du sagst @JU: Özils Statements werden veröffentlicht, BILD fährt ihre bewährte Anti-Özil-Kampagne (“Warum Özils Rücktritt an Selbstgerechtigkeit nicht zu überbieten und seine Selbststilisierung als Rassismus-Opfer haltlos ist”, sagt z.B. Reichelt im Artikel zu “Özils Jammerrücktritt”.), braucht Unterstützung – und klar – erhält diese in überdeutlicher und populistischer Form aus unserem Hause. Warum? Was haben die gegen Hoeneß in der Hand?

      2. Eigentor

        @JU
        Danke für diesen Link.

    2. Kurt

      Ja, weil Uli noch einer der alten Schule ist und sich Dank der Stellung des FC Bayern sowas auch rausnehmen kann.

      Eigentlich müsste JEDER Vereinspräsident was zu dem Thema sagen, da es die gesamte Gesellschaft betrifft. Jetzt sind wieder alle fein aus dem Schneider, weil der Wurstuli sich “zum Deppen gemacht hat”.

      Und selbst hier die Fans, gehen dem ganz Spektakel auf den Leim.

      1. Marco05

        Seh ich im Grunde irgendwo genauso. Von allen kommt doch nur der (vermeintlich) politisch korrekte Weichspülkurs ohne wirklichen Inhalt. Aber wie man an der Diskussion jetzt sieht ist es wohl besser oder mehr oder weniger gewünscht, dass nur noch belanglose selbstherrliche Statements kommen um ja niemand vor den Karren zu fahren. Özil hat auch gut ausgeteilt, jetzt muss er auch einstecken können…

      2. Ehrlich? Özil hat im Prinzip einstecken müssen, seit er Bekanntheit erlangt hat. Er war schon immer das “ungeliebte Kind” der Nation und hat nie zumindest für seine sportlichen Leistungen die Anerkennung erhalten die er verdient hat, nur weil der Großteil der (Teilzeit-)”Fußballbegeisterten” seinen Wert für die Mannschaft mangels tiefgreifenderem Sachverstand nicht erkennen kann.
        Ich sehe es darum eher andersrum. Nachdem er sich so viele Jahre in den Dienst unserer Nationalelf gestellt hat, obwohl ihm schon immer mehr Hass/Abneigung entgegenschlug als Dankbarkeit/Begeisterung, hat er in meinen Augen definitiv das Recht, sich zur Wehr zu setzen. Ich sehe auch bei ihm Probleme, aber er ist gerade das Gesicht eine viel größeren, tiefgreifenderen Problems und ist jetzt quasi das Bauernopfer. Wenn du mich fragst, hat mich eher überrascht, dass er mit seinem Rücktritt so lange gewartet hat. Hätte ich an seiner Stelle schon viel früher getan.

  17. Mic

    Ich weiss nicht was bei mir aktuell vorherrscht. Wut, oder Traurigkeit!? Wut darüber, das sich Herr Hoeness im Hinblick auf seine eigene Vita (auch die sportliche), überhaupt anmaßt einen jungen Mann, der nahezu einhundert Mal für Deutschland aufgelaufen ist, in dieser Art und Weise -angeblich sportlich- zu kritisieren. Özil hat, genau wie jeder andere Spieler in den letzten Jahren, sehr gute und weniger gute Spiele gemacht. In 1976 hat es da übrigens in einem EM-Finale mal einen legendären Fehlschuss gegeben. Das war vermutlich einer der schlechtesten von einem Nationalspieler geschossenen Elfmeter – jemals!! Aber daran erinnert sich Herr Hoeness ja vorgeblich nicht mehr. Vermutlich ist das die Gnade seines Egos und seines blasierten “Weltbildes”, sich nur an das zu erinnern an das man sich gerne erinnern möchte.
    Traurig bin ich, weil ich keinen Bezug mehr zum Verein bekomme. Genau wegen eben solcher Äußerungen. Mir ist der Spagat den ich machen muss, um den Verein, seine Sportler, seine Mannschaft(en) und deren Erfolge loszulösen von Äusserungen und Personen eines Herrn Hoeness einfach mittlerweile zu gross. Ich fühle mich über die Maßen “gestreckt”. Das ich als Mitglied und Fan, sowieso nur noch degradiert werde zum Konsumenten irgendwelcher mint-grünen Kack-Trikots und Zahnbürsten im Vereinsdesign, oder das ich nie Karten bekomme und der Verein vollkommen unreflektiert Alles hofiert was mehr Geld bringt, habe ich schon schweren Herzens geschluckt. Aber es nicht mehr wegzujubeln, dieses Gefühl, das ich da nicht mehr hingehöre. Und der Präsident des Vereins verstärkt dieses Gefühl mit seinen unbedachten Äusserungen noch. Ich mag nicht mehr. Sicherlich ist die “Causa Özil” und die dazu vom FCB-Präsidenten getätigte Aussage dafür nicht alleine verantwortlich. Das brodelt bei mir schon eine Weile. Aber sie ist der Tropfen, der mein Fass voll gemacht hat. Für mich ist ab heute Schluss. Auch mit meiner Mitgliedschaft. Ich mag das einfach nicht mehr mit-tragen, das da sinnentleert dampfgeplaudert wird und ein 66-jähriger Vereinspräsident gegen einen 29-jährigen jungen Mann vollkommen unreflektiert abledert und sich dabei auch noch grossartig findet.

    1. wipf1953

      Was Du über den Hoeness-Elfer 1976 schreibst, kann man so leider nicht stehenlassen. Hast Du das Spiel gesehen, und hast Du gesehen, wie Hoeness damals 120 Minuten gelaufen ist? Hoeness hätte damals nie schießen dürfen.

      1. Mic

        Eben darum geht es ja. Özil als einzigen Spieler (und dabei auf bspw. eine Müller-Kritik zu verzichten) auf diese Art und Weise zu kritisieren ist unreflektiert, populistisch und berücksichtigt nicht das komplette Bild. Wenn ich den Hoeness-Elfer differenziert betrachten soll und den Mondschuss argumentativ verteidige, muss ich das bei Özil ebenfalls differenziert bewerten und abgewogen (sportlich-) argumentieren. Das macht Hoeness nicht. Unabhängig davon, das ich bei Austragung des Spiels minus zwölf Monate alt war ;-) und es nicht live gesehen habe, traue ich mir aber trotzdem zu es zu “zitieren”.

    2. Marcel B.

      Kann ich vollstens nachvollziehen.

      1. Marlene Dietrich

        @Mic: Gute Idee, ich habe den Schritt bereits letztes Jahr vollzogen.

  18. wipf1953

    Jungs, jetzt kommt doch mal runter. MSR ist ein Bayern-Fanforum, wir sollten uns gezielt mit dem Verein befassen.

    Was auffällt: “Hoeness & Rummenigge” mischen sich aktuell beide aktiv in die DFB-Angelegenheiten ein. Der Kalle will die “Amateure” Grindel und Koch loswerden und Lahm protegieren. Und Hoeness will auch irgendwas – er befriedigt jedenfalls “Volkes Stimme”, indem er das Gleiche sagt wie die BILD.

    Was treibt die beiden an? Hat der FC Bayern ein eigenes Interesse an den Strukturen im DFB? Steckt Adidas dahinter? Oder ging es Rummenigge nur um Lahm und hat Hoeness nur nicht nachgedacht? (vorsicht, damit könnte man ihn unterschätzen).

    1. Torpedo9

      klar geht es Rummenigge um Lahm,, – er möchte ” das freie Radikal Lahm ” im DFB eingebunden sehen , damit es aus dem FCB Umkreis verschwindet ….

      1. wipf1953

        Das ist schlicht Unsinn, Torpedo. Rummenigge hält größte Stücke auf Lahm.

      2. Tschemp

        Ohne Hoeneß hätte Rummenigge den FC Bayern längst zum FC Grill gemacht.

      3. wipf1953

        Und Grill war die offizielle Begründung von Hoeness, warum er Lahm nicht im Management haben wollte (“das Problem ist, wir hätten nicht nur Philipp Lahm bekommen, sondern auch seinen Berater ..”)

    2. Eigentor

      „Jungs, jetzt kommt doch mal runter. MSR ist ein Bayern-Fanforum, wir sollten uns gezielt mit dem Verein befassen.“

      Sorry, aber der Verein existiert und handelt nicht in einem gesellschaftlich luftleeren Raum, das wissen Sie auch. Und wie sich dieses Handeln gezielt auf Bayern-Fans auswirken kann, hat MIC (11:52) sehr anschaulich beschrieben. Gerade wegen solcher Beiträge ist dieses Bayern-Fan-Forum für mich so lesenswert.

      1. Fänger

        Und gerade der FCB mit seiner Geschichte – und damit auch misanrot – muss seine Stimme für gesellschaftliche Werte erheben.

        …allerdings weniger der Uli…….

    3. Sport und Politik lassen sich nicht einfach so trennen. Nicht, solange Menschen beides davon betreiben. Und auch wenn man sich natürlich auf die Causa Hoeneß beschränken könnte (was sich für mich nur mit Bequemlichkeit erklären ließe), kann man es doch nicht wirklich sinnvoll (!) aus dem doch recht komplexen Themenkonstrukt lösen. Außerdem geht uns das große Ganze alle etwas an. Ich halte den Kommentar von Justin ebenfalls für zu kurz, um den wirklich nicht einfachen Themenkomplex zu behandeln, bin aber definitiv in den grundsätzlichen Aussagen auf seiner Seite, wenn auch die Kritik an Özils politischem Handeln durchaus etwas schärfer hätte kritisiert werden dürfen.

  19. Holdor

    Wenn der DFB klare Kante hätte zeigen wollen, hätte der “Die Mannschaft” (haha) gar nicht nach Russland fahren lassen, in dem der omnipotente Putin sein Zepter schwingt. Der steht für viele auf der nach oben offenen Diktatoren-Skala mit Erdogan auf einer Stufe – hindert Loddar aber nicht, sich mit ihm ablichten zu lassen. So wie auch keiner unserer glorreichen Nationalspieler die Tür zuhält, wenn Frau Merkel nach einer gewonnen WM in die Kabine kommt, um sich mit (haha) “Die Mannschaft” ablichten zu lassen. (Nach dem Ausscheiden hat sie es tunlichst vermieden, oder?) Insofern hat Özil schon recht, wenn er die Haltung der Bundesregierung zur Dieselaffäre über Bande spielt und bezüglich Mercedes als DFB-Sponsor thematisiert. Ist ein Thomas Müller nach seiner sauschlechten WM von Mercedes auch aus dem Öffentlichkeitsprogramm genommen worden. Hat Uli thematisiert, dass Müller im letzten Jahr quasi kein Spiel abgeliefert hat, an das man sich noch mit Zungenschmalzen erinnern kann? Dass Müller bei der WM eine absolute Katastrophe und deutlich schlechter als Özil war? Hat Uli thematisiert, dass einem ter Stegen ein Neuer vor die Nase gesetzt wurde, obwohl der seit Monaten kein Spiel mehr abgeliefert hatte? Mit seinen Aussagen nimmt er die eigenen Spieler aus der Schusslinie und opfert Özil. Ob er das auch gemacht hätte, wenn Özil für den FCB spielen würde???
    Generell: Für die WM wurde nach Verdiensten und nicht nach Leistung aufgestellt – ganz unabhängig davon, dass Nivea-Boy-Löw sich IMHO noch ganz andere Dinge hat zuschulden kommen lassen. (Den selben Berater wie Gündogan und Özil zu haben, ist ein absolutes No-Go. Aber da niemand mehr in dem Fußballmillionengeschäft ein Interesse an Entflechtung hat, da alle sehr gut verdienen, passiert da IMHO auch nichts mehr.) Ein Müller hätte auf der Bank Platz nehmen müssen, als Joker. Maximal.
    Zurück zu Özil. Was kommt als nächstes? Gibt der Rest der DNM öffentliche Statements ab? Wird Gündogan auch zum Rücktritt angehalten?
    Ist schon irre, wie der deutsche Fußball sich selbst ans Bein pisst. Chapeau!

  20. Marco05

    “Der DFB hätte sich auch hier wieder klar positionieren, sich vor den Spieler stellen müssen”

    Die Gründe für diese Aussage würden mich interessieren.

    1. Die Beweggründe sind ganz leicht erklärt: Nazis keine Bühne geben und eigene Spieler nicht am öffentlichen Pranger präsentieren.

      1. Kurt

        Wer ist jetzt hier der Nazi? Hoeneß? :D

        Wie sieht es eigentlich mit eigene Vereinspräsidenten nicht am öffentlichen Pranger präsentieren aus? Das Argument funktioniert in beide Richtungen.

        Aber in beiden Fällen haben sie sich den Pranger ja selbst zuzuschreiben.

      2. Uli Hoeneß ist weder Nazi noch ist er mein Präsident. Ebenso wenig stelle ich ihn an einen Pranger.

      3. Marco05

        Öffentlich an den Pranger hat sich Özil schon selber gestellt…

        Hinter einen Spieler stellen, der unabgestimmt öffentlich Fotos mit Erdogan macht? Das hätte vermutlich noch viel weitreichendere Aufschläge gegeben. Und was bitte hat es mit “Nazis” zu tun, wenn man die Aktion kritisiert. Für mich ist das zu schwarz-weiß. Natürlich hat es da eine Bühne gegeben, aber die hat doch Özil selbst geliefert und nicht der DFB.

        Natürlich hätte man anders damit umgehen müssen, aber gibt es denn DEN EINEN richtigen Weg? Für mich wäre der gewesen, die Jungs zu Hause zu lassen. Ohne Wenn und Aber. Dann hätte Özil (oder sein Berater) vielleicht auch kein Vierteljahr für ein Statement, ach hoppla, 3 Statements gebraucht.

        Ich habe noch nirgends, von keinem einzigen gehört, was genau DER richtige Umgang von Seiten des DFB mit dem Thema gewesen wäre. Weil – genau – es gibt ihn nicht. Nur von Indiviuduen als richtig empfundene Vorgehensweisen.

        Und die absolute “Rückendeckung” halte ich da für noch bedenklicher als das was geschehen ist.

      4. Ju

        Für mich hätte es durchaus zwei schwarz-weiß Möglichkeiten gegeben, die sich von der letztendlich gefahrenen “Politik ist uns egal”-Linie abgehoben hätten. Unumgänglich wäre in jedem Fall gewesen, auf öffentliche und ausführliche Äußerungen zu bestehen. Wenn Mesut Özil daraufhin den “ersten Teil” seiner Erklärung dargelegt hätte, wären für den DFB exakt zwei gangbare Wege beschreitbar gewesen:

        1. Feststellen, dass ein Spieler mit einer solchen Einstellung in ihrer Mannschaft nichts zu suchen hat, nicht mit den Werten des restlichen Teams vereinbar ist und den nächsten Flug nach London antreten wird. Gern hätte sich daran der grundsätzliche Kommentar anschließen können, dass man Menschen, die ohne zu Hinterfragen politischen Führern hinterherlaufen, für zu heiß gebadet hält.

        2. Feststellen, dass man die Ideologie des Spielers zwar nicht gut heißt; die Nationalmannschaft jedoch ähnlich wie das Parlament ein Spiegelbild der Gesellschaft ist und man Özil – der mit seiner Einstellung in diesem Land nun wirklich nicht allein steht – deshalb trotzdem akzeptieren wird. Und zwar mit allen Konsequenzen, wozu gehört hätte, sich dann auch bedingungslos vor den Spieler zu stellen. Und zwar nicht vor seine politische Einstellung, sondern vor seine Mitgliedschaft in dieser Mannschaft.

        Der DFB jedoch hat sich auf Gündogans Statment ausgeruht, dass das “kein politisches Signal” sein sollte – worum es in meinen Augen auch niemals ging. Es ging um die Frage, ob man Menschen, die Autokraten Wohlwollen entgegen bringen, im Trikot der Nationalmannschaft sehen möchte. Dass Özil dies aus irgendwelchen familiären oder kulturellen Gründen tut, ändert an der Sache überhaupt nichts. Maximal impliziert es ein Versagen der nordrhein-westfälischen Bildungspolitik.

  21. Thomas

    Uli Hoeneß hat einfach recht. Punkt.

    Uli Hoeneß hat sich zur *sportlichen* Seite der Özil-Affäre geäußert. Er tat dies gewohnt pointiert; in deftigen Bildern, die jeder Fan versteht. Und Uli Hoeneß erinnerte zurecht an Özils durchwachsene Leistung in der Nationalmannschaft. In der Vorrunde in Brasilien 2014 diskutierten Ex-Spieler wie Jürgen Kohler ob man Mesut Özil nicht aus der Mannschaft nehmen solle. Letztlich war sich Kohler mit anderen Veteranen damals darin einig, daß man auf einen Formanstieg bei Özil hoffen solle. Es wurde dann besser, aber ein prägender Spieler war Özil nie.

    Seit Brasilien 2014 ging es steil bergab und die Nibelungentreue nach der langen Verletzung im April/Mai 2018 stand dem Leistungsprinzip entgegen.

    All dies faßt Uli wunderschön in drei Sätzen zusammen. Von den deutschen Fußball-Fans kriegt er dafür stehende Ovationen — trotz der Haftstrafe.

    Daß ein Bayern-Magazin lieber auf “politische Korrektheit” setzt und Uli Hoeneß kritisiert, empfinde ich als typische Verblendung links angehauchter Studenten.

    Die politische Karte solltet ihr nicht spielen; Özils Erklärung nicht bagatellisieren und verteidigen.

    Zunächst einmal greift Özil den R. Grindel persönlich an und zeiht Grindel der “Inkompetenz”. Jenen Grindel, der ihm immer wieder goldene Brücken baute und ihm die Audienz beim Bundespräsidenten Steinmeier verschaffte. Weiter schreibt Özil, er wolle wegen der Behandlung durch den DFB das deutsche Trikot nicht mehr tragen … Er, Özil, habe das Gefühl, daß vergessen worden sei, “was ich seit meinem Debüt 2009 geleistet habe”.

    Was ist das bitteschön für eine Aussage???
    Damit entlarvt er sich doch selbst.

    Aber in diesem Blog wird das schön geredet!
    Bedenklich.

    Freundliche Grüße,
    Thomas.

    1. Es geht ausnahmsweise mal nicht um den Sport. Wer das denkt, hat genauso viel verstanden wie Hoeneß. Nichts.

      1. Und dein „linksangehauchter Studenten“ kannst du dir hier sofort klemmen. Schlimmer und arroganter kann man ja kaum argumentieren und diskutieren.

      2. förb

        Die Art und Weise, wie du kritische Kommentare runterputzt, sagt viel über dich aus, Justin. Du hast ordentlich ausgeteilt in deinem Artikel, und auch zuvor schon hin und wieder bei kritischen Kommentaren. Und du hast dabei nicht immer den Weg der Toleranz und der Friedfertigkeit bestritten.

        “Nichts verstanden”, “klemmen”, “Schlimmer und arroganter kann man ja kaum argumentieren”… Diese Art, mit Teilen eurer Community umzugehen, nur weil sie in einem bestimmten Punkt nicht deiner Meinung sind, kommt weder souverän, noch reif rüber, und ganz am Rande bemerkt, auch nicht sonderlich reif.

        Ich denke, du hast dich in dieser Causa verrannt.

        Schönen Gruß

      3. förb

        Es sollte heißen, weder souverän, noch tolerant

      4. Gegen selbstgerechte Deutsche

        Ich gebe Justin völlig recht.
        Seine Ausdrucksweise finde ich korrekt.

    2. Kurt

      Was hat die Haftstrafe überhaupt in den Kommentaren zu suchen? Wir leben in einem Land, in dem es 4 Wochen Jugendarrest gibt, wenn man Juden mit dem Gürtel schlägt. Ganz offensichtlich also, ist die Justiz eine der Rehabilitierung und nicht eine der Bestrafung.

      Hoeneß hat seine Zeit abgesessen und ist jetzt wieder ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft, dem jede Meinungsäußerung zusteht.

      Dass hier einige Fans, aufgrund von Abneigung (dass sie das in ihren Augen Beste für den Verein im Sinn haben, glaube ich ihnen trotzdem), Hoeneß am Liebsten von jedem Mikro fernhalten würden, ist ja nun kein Geheimnis.

      1. Kurt

        Nachtrag: Auch Inhaftierten steht natürlich jede Meinungsäußerung zu. Das war vielleicht ein wenig missverständlich ausgedrückt.

    3. Ju

      “Daß ein Bayern-Magazin lieber auf “politische Korrektheit” setzt und Uli Hoeneß kritisiert, empfinde ich als typische Verblendung links angehauchter Studenten.”

      Steht doch direkt im Namen dieser Seite, dass wir rot sind. Wo ist nun also das Problem?

      Es sei dir natürlich unbenommen, dich bei den exemplarischen (eher nicht links angehauchten) Tendenzen der alten Männer am Stammtisch wohler zu fühlen. Man muss sicherlich auch ein paar Stunden an jenem Stammtisch verbringen, um irgendwo “stehende Ovationen” für diese Aussagen wahrzunehmen – und das auch noch gut zu finden.

      1. Thomas

        Bei WELT ONLINE gab es vor ca. einer Stunde 468 Kommentare zum Uli-Hoeneß-Artikel. Etwa 90% waren positiv bzw. sogar überschwenglich!

        Ich schätze, daß 7 von 10 Lesern ihrem Kommentar voran stellten, daß ihnen Uli Hoeneß unsympathisch sei.

        PS: Der unvermeidliche (böswillige) Verweis auf seine Steuer-Straftat war natürlich öfters dabei.

      2. Tschemp

        Bei Welt Online gibt es natürlich genau die Kommentare, die man bei Welt Online erwarten kann. Genauso wie man vorher schon weiß, wie die Kommentare bei eher linken Medien aussehen. Jeder liest das, was er lesen will.

  22. Olorin

    Özils Foto mit Erdogan war völlig daneben, um das mal ganz klar zu stellen. Dennoch wundere ich mich, dass wir an unsere Fußballspieler höhere politisch-moralische Ansprüche stellen als an unsere Politiker und Sportfunktionäre. Warum sollte ein deutscher Nationalspieler eigentlich nicht Erdogan treffen? Er ist doch unser “Verbündeter”, dem Deutschland seit Jahren im großen Stil Waffen liefert und dem wir Milliarden zahlen, damit er uns Flüchtlinge vom Leib hält. Wo bleibt denn da der Shitstorm, wo sind da die Moralapostel der Özil-Debatte? Entweder es geht hier eben doch nicht wirklich um die Bilder an sich oder die Leute sind in höchstem Maße naiv. Saudi-Arabien, Katar, Libyen…euch würde die Spucke wegbleiben wenn ihr wüsstet, mit was für Leuten unsere Topleute in Politik und Wirtschaft sich gerne umgeben. Aber Hauptsache auf Özil draufhauen. Aber auch das natürlich erst nach der WM. Gäbe es jetzt einen fünften Stern am deutschen Trikot würde schon wieder kein Hahn danach krähen.

    1. Marcel B.

      Merci!

    2. Kurt

      Du betreibst whataboutism. Der ganze Mist (auch Qatar Airways auf den Schultern) gehört genauso kritisiert, aber das wurde unter anderem hier auf MSR ja schon getan. Auch das Trainingslager war ja hier schon der massiven, berechtigten Kritik ausgesetzt.

      Überleg doch mal wie Özil dargestellt wurde. Der Vorzeigeintegrierte. Und jetzt stellt sich heraus, dass er wie ein Großteil der hier lebenden Türken eben doch kein Deutscher ist, sondern offensichtlich Islamisten supportet.

      Und ja, das geschieht auf anderen Ebenen auch, aber hier geht es nunmal um Özil bzw. den Einfluss Erdogans auf die in Deutschland lebenden Türken/Deutschen mit türkischem Migrationshintergrund.

      1. Olorin

        Ich betreibe keinen whataboutism, das würde ja heißen, dass ich Özils Fehltritt bagatellisiere. Ich hätte es gut gefunden, wenn der DFB Özil und Gündogan direkt nach Veröffentlichung der Bilder für die WM suspendiert hätte. Ich hätte es auch gut gefunden, wenn Hoeneß oder wer auch immer das zu diesem Zeitpunkt gefordert hätte. Hat er aber nicht.
        Es geht hier nicht um Fotos mit Erdogan, es geht nichtmal um Özils Leistung. Es geht einfach darum, einen Sündenbock für eine von deutscher Seite unbefriedigende WM zu präsentieren. Özil bietet sich dafür wunderbar an, weil er rhetorisch wenig begabt ist, eine lasche Körpersprache hat, seit Jahren unbeliebt ist und halt vor der WM dieses Foto gemacht hat, das man jetzt als Grund für den Shitstorm präsentieren kann. Also darf jetzt jeder mal kräftig auf diesen Sündenbock, der ohnehin längst am Boden liegt, drauftreten. Dass unser Präsident sich dabei in die erste Reihe drängt finde ich abstoßend…und wenn ich die Kommentare hier richtig deute, bin ich damit bei weitem nicht allein.

      2. Kurt

        Nein, denn Hoeneß hat sich zu Recht zurückgehalten, als der DFB sich entschieden hat Özil nicht rauszuhauen.

        Jetzt hat aber Özil mit seinem Statement ausgeholt und Hoeneß hat sich angegriffen gefühlt, da er wohl einiges von sich selbst in die von Özil angesprochenen Personen/Strukturen projiziert.

        Das kann man für bescheuert halten, aber der Agressor in dem Fall ist klar Özil.

        “Also darf jetzt jeder mal kräftig auf diesen Sündenbock, der ohnehin längst am Boden liegt, drauftreten.”

        Özil ist in keiner Weise am Boden. Genau das spricht Hoeneß mit dem “35 MIllionen Followern” ja auch an. Vielmehr nutzt Özil seine Bekanntheit und sein internationales Standing, um hier die Schuld ausschließlich auf andere zu schieben. Das ist keine Kurzschlussreaktion, sondern gezielte Provokation.

      3. Thomas

        Kurt, das war in meiner Perspektive die beste Begründung, warum ein Nationalspieler eine Vorbildfunktion hat und warum das Erdogan-Foto ein Fingerzeig für mißlungene Integration ist.

        Mesut Özil lebt hier in zweiter oder dritter Generation und huldigt einem Diktator, der uns Deutsche als “Nazis” beschimpft …!

      4. Kurt

        @Thomas Und damit beschimpft er letztendlich auch Özil, oder würde es, wenn Özil sich selbst als Deutscher fühlen würde. Dass Erdogan Özil nicht als Deutschen sieht, sollte ja offensichtlich sein.

        Nun kann man ihm teilweise abnehmen, dass ihm dieses sich Deutsch fühlen, durchaus durch den vorhandenen Rassismus in der Gesellschaft erschwert wird, aber das ist eine Diskussion, die sich im Kreis dreht.

        Die gleiche Geschichte, wie die Pro-Albanischen Jubelgesten von Shaqiri und Xhaka. Diese Menschen entscheiden sich bewusst für ihre Aktionen. Und ja, das Nichtsingen der Hymne, welches immer gern als Schwachsinnsdiskussion abgetan wird, spielt dort auch mit rein. (Ich finde die Hymne eh mega blöd und man hätte da 45, aber spätestens 90 ja mal ansetzen können. Gibt auch Länder, die haben keinen Text. Wie simpel, aber effektiv das wäre.)

        Das ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, welches hier federführend von Politik und DFB jahrelang weggelächelt wurde. Wir sind ja so ein tolles Einwanderungsland. Friede Freude Eierkuchen. Ja ne, is klar.

    3. wahrheitsliebender

      Olorin,

      grundsätzlich richtig, drum sage ich als Christ ja auch das es mit Özil nicht getan ist und selbstverständlich Merkel und ihr “Regime” auch weg / abtreten muß….

      Der Fisch stinkt bekanntlich immer vom Kopf her…

      Ansonsten noch Gruß und allseits einen schönen Abend!

      1. Martin

        Wärest du Christ, würdest du nicht so einen unchristlichen Müll verzapfen.

  23. El Tren

    Ich finde Hoeneß’ Äußerungen einigermaßen peinlich. Man kann Özil gerne sportlich kritisieren, aber (i) ist die WM 2018, bei der Özil tatsächlich noch zu den besseren gehörte, der falsche Zeitpunkt, (ii) empfinde ich bei einer Einzelperson eine solche (sachlich falsche) Polemik als unangemesssen und (iii) ist bei der aktuellen Debatte eine sportliche Kritik total irrelevant und daher dämlich. Es reiht sich ein in eine ganze Reihe Hoeneß’scher Fehlleistungen, die einen wünschen lassen, dass sich etwas ändert.

    In der eigentlichen Causa hätte der DFB entweder Özil und Gündogan direkt nach den Fotos an die frische Luft setzen müssen. Ich finde die Verbrüderung mit einem angehenden Diktator, der neben seinen Menschenrechtsverletzungen auch Deutschland und seine Bevölkerung maßlos beschimpft hat, als erheblichen Fehltritt, den der DFB so hätte sanktionieren können. Oder man kann zähneknirschenderweise zur Auffassung gelangen, dass das noch akzeptiert wird (ggf nur, wenn entsprechende Klarstellung kommt) – immerhin haben ja auch andere Fußballprotagonisten keine Scheu vor Diktatoren (Matthäus, Bayern in Katar etc.) – auch o.k. Dann muss man sich aber ab dieser Entscheidung hinter Özil und Gündogan klemmen und diese insbesondere gegen rassistische Angriffe entschlossen verteidigen. Das ist nicht passiert und ist das große Versagen des DFB.

    Noch eins: Ich habe mich nie besonders mit der Person Grindel beschäftigt. Das Verhalten von ihm und Bierhoff ist sehr unglücklich, Rücktritt in der Tat denkbar. Aber rassistische Äußerungen habe ich von beiden bisher noch nie gehört. Nur weil beide sich gegenüber Özil dämlich verhalten haben, sind sie nicht gleich Rassisten.

  24. Holdor

    @Thomas: “Seit Brasilien 2014 ging es steil bergab und die Nibelungentreue nach der langen Verletzung im April/Mai 2018 stand dem Leistungsprinzip entgegen.”

    Zur Nibelungentreue hatte ich was um 11 Uhr 54 geschrieben. Dann hätte ein Thomas Müller niemals spielen dürfen. Und auch kein Khedira. Und sehr wohl ein Sané.

    By the way: Wäre man in Deutschland mit den “Polen” Klose und Podolski ähnlich wie nun mit Özil umgesprungen, hätten sie sich (warum auch immer) mit der nationalkonservativen PiS-Regierung ablichten lassen? Und danach bei der WM-Vorrunde rausgeflogen? Ich denke, nicht.
    Ändert jedoch nichts daran, dass ich Özils (und Gündogans) Foto mit Erdogan für selten dämlich halte. Aber das sind Fußballer, keine Handballer – mal ganz böse gesagt.

    1. Tschemp

      Wieso hätte ein Müller und ein Khedira niemals spielen dürfen?

      Müller hat seit der EM in zwei Bundesligasaisons insgesamt 30 Assists (Ligabestwert) und in 13 Länderspielen 13 Scorerpunkte gesammelt.

      Khedira hat seine beste Saison überhaupt bei Juventus hinter sich.

      1. Olorin

        Und warum hätte Özil nicht spielen dürfen? Hat in den letzten zwei Premier League Saisons 31 Scorerpunkte und war bei der EM einer der besten Spieler, inklusive des sehr wichtigen Tors gegen Italien…

    2. Thomas

      @holdor: Mit dem meisten bin ich d’accord: Ja, Jogi Löw opferte das Leistungsprinzip bei der Nominierung (in der Nationalmannschaft schwächelte z.B. Thomas Müller schon länger; Sandro Wagner oder Niels Petersen hätten eine Nominierung anstelle von Chancentod Mario Gomez verdient gehabt; Özil hätte man wegen seiner Verletzung und Formschwäche aussortieren müssen.

      Neben der Nominierung war auch das Südkorea-Spiel eine Abkehr vom Leistungsprinzip: Khedira, Özil und Thomas Müller hätten nicht spielen dürfen.

      Und ich mag Thomas Müller sehr …!

  25. Chris

    Danke für den aufklärenden Beitrag, man ist schnell polarisiert und weiß gar nicht mehr, was eigentlich der Kern ist. Wirklich ein klasse Artikel!

  26. Dingens

    Danke für den Text und die größtenteils zustimmenden Kommentare.
    Wer gegen Rassismus ist, ist normal, nicht links.
    Wenn ich FCB Mitglied wäre, wäre ich heute ausgetreten, genau wie MIC weiter oben. So schäme ich mich nur fremd und hoffe, dass der Verein erkennt, dass es mit Uli, bei allen Verdiensten und völlig berechtigten Lobeshymnen, so nicht so recht weiter gehen wird.
    Grüße
    Der Dingens

    1. Tschemp

      Wieso genau wärst du aus dem Verein ausgetreten?

    2. förb

      Und wer jemanden kritisiert, ist der zufälligerweise Türke/Moslem ist, ist nicht automatisch Rassist.

  27. Vobius

    Das es nach dem WM Vorrunden aus knallen wird und musste war mir klar. Das der DFB jetzt und der Rassismus Keule implodiert war unvorstellbar. Allerdings zeigt es, wie im Artikel beschrieben, dass dieses Problem in wirklich allen gesellschaftsteilen leider fest etabliert ist. Und das jetzt Uli da draufhauen muss ist einfach nur arm und füttert nur dem ‘rechten Flügel’. Das es sportlich sogar halbwegs stimmt, bleibt so nicht hängen sondern zeugt einfach nur von Hoeneß Intolleranz.

  28. Turbo Batzi

    Schade, dass diese unsägliche Diskussion nun in dem von mir stets geschätzten Bayern Blog ankommen muss.

    Der Artikel ist gelinde gesagt tendenziös und macht genau den Fehler, den wir in dem Land täglich begehen: es gibt nur gute Linke und böse Rechte. Oder verblendete Linke und realistische Rechte. Je nach Standpunkt. Dabei gibt es meist keine Gewinner, weder am Stammtisch noch in digitalen Foren. Denn über die vielschichtigen Facetten eines echten und gefühlten Rassismus muss man extrem differenziert diskutieren. Und das tut dieser Artikel leider auch nicht. Ganz im Gegenteil. Er trägt dazu bei, dass dieser giftige Diskurs weiter betrieben wird.

    Hat sich UH in der Wortwahl vergriffen? Zweifellos.

    Hat der DFB in der ganzen Rolle ein erbärmliches Bild abgegeben? Absolut.

    Hat Özil den Bogen mit dem Pressefoto überspannt? Vermutlich.

    Über alles andere kann und sollte man differenziert und möglichst neutral diskutieren. Denn da geht es um mehr, als Stammtischparolen. Integration ist ein mannigfaches Thema.

    Aber das sollte nicht hier ausgetragen werden. Sachen wie „braune Scheiße“, „Nazis“ und „Hetze“ (inkl. das rechte Gegenpol dazu) möchte ich in einem Blog, der stets für die Sachlichkeit einer emotionalen Sportart und eines tollen Vereins (unseres Vereins) bekannt ist, nicht lesen. Schade, dass es soweit kommen musste.

    1. Kurt

      Dein Post ist auch tendenziös. Du verwendest “Zweifellos” und “Absolut” um das Verhalten von Hoeneß und DFB zu kommentieren, aber “Vermutlich” bei Özil.

      Wollte ich nur mal anmerken, da es dann doch mal schneller geht, als man denkt, aber wohl alle hier (Du mit einbezogen) eine fruchtbare Diskussion führen wollen.

    2. Hittmer Otzfeld

      Ehrlicherweise: Wenn man sich das Interview im O-Ton , ist es deutlich zahmer. Die Zitatschnipsel, teilweise auch in falscher Reihenfolge und falsch zitiert, geben ein etwas anderes Bild. Da hat Uli aber schon ganz andere Ansagen von sich gegeben.

      1. Turbo Batzi

        Ja. SPORT1 hat es veröffentlicht. Es gab offenbar nicht mal ein Video sondern nur die Tonaufnahme. Und es klingt in der Tat etwas zivilisierter, als was die Zeitungen stückchenweise wieder gaben.

        Das zeigt: immer besser selbst informieren, bevor man über Zeitungsberichte seine Meinungen kund tut. In der vergifteten Atmospähre ist jedes falsche Wort zu diesem Thema gerade ein absoluter Brandbeschleuniger. Das soll UH nicht reinwaschen aber vielleicht sollten alle – Fans, Medien und auch der ein oder andere Influencer – einfach mit gutem Beispiel voran gehen und eine Nacht darüber schlafen, bevor er seinem Unmut freien Lauf lässt. Vielleicht würde dann vieles sachlicher diskutiert werden.

    3. Ich werde die AfD jederzeit wieder als Nazis bezeichnen, weil sie welche sind.

      Ich werde Menschen, die rassistisch sind, jederzeit wieder als Rassisten bezeichnen, weil sie das sind.

      1. Turbo Batzi

        Da möchte ich dir gar nicht widersprechen. Allerdings halte ich politische Statements in einem (durchaus geschätzten) Vereinsblog für die falsche Plattform.

      2. Das ist dann die “Pressefreiheit”, dass Justin als (Mit-)Betreiber dieses Blogs die Wahl hat, ob er persönlich es als die richtige Plattform sieht.

        Ich hatte es weiter oben schon geschrieben, wiederhole mich aber gern:

        Sport und Politik lassen sich nicht einfach so trennen. Nicht, solange Menschen beides davon betreiben. Im aktuellen Falle gibt es eine Schnittmenge, insofern ist durchaus ein berechtigter Grund vorhanden, dass MSR sich mit diesem Thema auseinandersetzt. Und wenn du mich fragst: Gerade beim Thema Rassismus, Ausgrenzung und gemeinsamem friedlichem Zusammenleben kann es für meine Begriffe gar nicht genug Plattformen geben.

      3. förb

        Alles was du mit deinem AfD Vergleich erreichst ist, dass du Wissens-oder Verständnislücken betreffend deutscher Geschichte offenbarst und gleichzeitig den Begriff “Nazi” bagatellisierst.

        Ich würde mich echt freuen, wenn ich solche Antifa-Sprüche in Zukunft nicht mehr auf miasanrot lesen muss.

      4. Gegen selbstgerechte Deutsche

        Es ist die absolut richtige Plattform.
        Menschen sind durchaus in der Lage sowohl über Politik, als auch Sport nachzudenken.

        Da muss nicht ständig mit Denk- oder Schreibverbot zu politischen Sachverhalten gewedelt werden.

        Was ich aber völlig an diesen sogenannten thematischen Trennungen absurd finde, ist:
        Eine Nationalmannschaft ist ein Gebilde eines Staates. Ohne einen Nationalstaat gibt es keine Nationalmannschaft. Gibt doch genug Heinis, die ständig mit ihrem Stolz auf Deutschland und somit auch mit ihrem Stolz auf eine Nationalmannschaft hausieren gehen.

        Wie sollte in dieser Hinsicht das Thema Nationalmannschaft ohne Politisches Verständnis zu verstehen sein ? Das gehört immer zusammen.

    4. förb

      Gut ausgedrückt. Ganz deiner Meinung.

  29. Mic

    Vielleicht ist es tatsächlich viel simpler. Und vielleicht ist auch der Mensch Özil “simpler”, als wir das unterstellen, erwarten und hoffen sollten. Er macht (seit Jahren) immer mal wieder Fotos mit Erdogan, mit dem amtierenden und den ehemaligen deutschen Bundespräsidenten und ist ziemlich oft “oberkörperfrei” ;-) mit deutscher Nationalflagge und mit Frau Dr. Merkel auf diversen Bildern zu erblicken. Özil hat sich dazu bisher vermutlich nie einen grösseren Kopf gemacht. Und vermutlich ist er in seiner Fussballer-Blase in London auch nicht so nah dran an den (berechtigten) Kritikpunkten an Erdogan aus Deutschland. Er wird sich (mutmaßlich) vor dem Foto inhaltlich nicht sehr differenziert mit der jeweiligen Politik auseinandergesetzt haben. Und jetzt wo “uns” in Deutschland die Politik Erdogans nicht (mehr) in den Kram passt, muss Özil herhalten und eine “Haltung” haben, die unsere komplette Bundesregierung hier schon seit Monaten vermissen lässt – was übrigens im Fall des “Böhmermann-Schmähgedicht” auch nicht anders war. Das Grindel und Kollegen ein Foto zum Anlass nehmen, eine sportlich desolate Leistung, die bereits bei der Kadernominierung begonnen hat, zu erklären ist absolut fragwürdig und billig obendrein. Sie wollten von Anfang an nur von einem notwendigen Neuanfang ablenken. Sie kleben an ihren Ämtern, der Macht und dem Geld. Schäbig. Ihnen fällt jetzt lediglich sehr öffentlichkeitswirksam und drastisch ihr eigenes ätzendes Verhalten auf die Füsse. Sie mögen keine reinen Rassisten sein, aber sie haben versucht populistisch-manipulativ von sich abzulenken. Das spielt Özil grad’ effektvoll zurück. Wenn ich bei Özil Selbstkritik vermisse, wo ist dann die des DFB? Eigentor DFB. Und selbst wenn Özil Erdogan richtig “superklasse” findet, so ist das seine eigene Sache. Vielleicht hätte man das in Gesprächen herausfinden können, oder müssen. Vielleicht vertritt er dann nicht die Werte “Der Mannschaft” und hätte nicht spielen “dürfen”. Keine Ahnung. Aber man stelle sich vor, es käme heraus das ein “deutscher” Nationalspieler die AfD wählt, oder national-konservativ, rassisitisch denkt und fühlt. Würden wir dann sagen, der darf/durfte nicht spielen, weil die AfD den Staat nur wenig respektiert? Der darf die nicht gut finden, der darf so nicht fühlen? Oder würden wir sagen: ist seine Privatsache, solange er gut spielt!? Ich glaube der DFB hat hoch gepokert, weil er hoffte das Özil ein Leistungsträger werden würde. Sie haben den sportlichen Erfolg vor inhaltliche Fragen gestellt, die sie jetzt im Nachhinein diskutieren und kritisieren wollen. Jetzt haben sie halt auch hoch verloren.

  30. Legion

    Schön, dass es so viele kritische Kommentare zu diesem wirklich tendenziösen Beitrag gibt. Bisher waren die Artikel immer sachlich, der hier trieft aber vor Oberflächlichkeit und Pauschalisierung. Schade, aber bald beginnt ja wieder die Saison, dann könnt ihr wieder zu dem zurückkehren, was ihr wirklich könnt.

  31. bürschchen

    …ich bin ziemlich enttäuscht, dass hier eine Rassismus – Diskussion stattfindet über ein Thema, das so wenig mit Rassismus zu tun hat und schon gleich garnichts mit Fussball – dazu meine vier Thesen:
    1. ein Fussballer kann sich mit jeder Person des öffentlichen Interesses fotogrrafieren lassen – solange er dies als Privatperson tut!
    2. Fussballer “müssen” ausserhalb des Platzes keine Vorzeigedemokraten sein – übrigens auch keine Vorzeigeassimilierte Deutsch-Türken! Auf dem Platz aber schon!
    3. Unser Präsident macht den gleichen Fehler, wie alle die anderen in dieser Angelegenheit: er spricht über Dinge, die ihm nicht zustehen!
    4. ich werde auf diesem Forfum wieder mit Freude über den FC Bayern und nur über den FC Bayern lesen und schreiben, wie ich dies bisher getan habe.
    Danke

    1. GünterG

      1) Muss er das kennzeichnen? Sich einen Hut aufsetzen oder einen Ansteckbutton tragen, damit jeder weiß, was man privat und beruflich macht?

      2) Auf dem Platz muss jeder zum “Vorzeigeassimilierte[n] Deutsch-Türken” werden? Präsentieren sie dann das nicht-reale, aber von “ist ja alles gut, wir machen die Augen zu” Personen geforderte Bild?

      3) Wir führen eine Debatte, die sich im Kern mit Integration beschäftigt. Damit, wie viel eine Diskussion aushalten kann, wie man differenziert mehrere Blickwinkel einnehmen, aushalten und kritisieren kann. Wie es nicht nur Schwarz und Weiß gibt. Diese Diskussion steht uns allen zu.

      4) Ich hoffe, hier wird weiterhin öffentlich Stellung bezogen, wenn es das Miasanrot Team für richtig hält.

  32. Anton

    Natürlich kann man jetzt über Uli Hoeneß schimpfen – aber wenn man ehrlich ist und mal so durch die diversen Foren “geistert”, findet man doch seit Jahren – und nicht erst seit der letzten WM – die Kritiker, die Özils fußballerische Leistung sowohl im Vereuin als auch in der NM kritisieren.
    Wie schon oben erwähnt, wurde auch vor der WM von den diversen “Experten” diskutiert, ob man ihn nicht zuhause lassen müsste. Die britische Presse hat große Teile der letzten Saison kein gutes Haar an seiner Leistung für Arsenal gelassen.
    Und betrachtet man die Aussagen eines Löw im Zusammenhang mit dem ersten WM-Spiel, in dem ein Özil spielt und ein “Reus für die wichtigen Spiele geschont werden sollte”, dann sagt das auch so einiges aus.
    Dass ein Hoeneß in seiner Aussage des öfteren etwas brachial rüberkommt, ist doch nichts neues.

    Die ganze Geschichte hat letztlich neben Özil der DFB verbockt.
    In den letzten 5 Jahren hat sich ein Özil mindestens 4x mit Erdogan ablichten lassen – und es hat keinen interessiert!!
    Da muss man dann ja auch erst mal drauf kommen, dass beim 5. Mal plötzlich ein Fass aufgemacht wird.
    Und als nächstes kommt dann ein Bierhoff mit dem Satz “man muß Verständnis haben, wie die Türken ticken!”
    Was ist das denn? Die Türken? Und dann glaubt man die Sache totschweigen zu können.
    Und dann sagt man “Özil, Klappe halten!”
    Dann kommt die Geschichte mit Steinmeier – und keiner dieser Herrschaften beim DFB merkt, dass die Geschichte längst aus dem Ruder gelaufen ist. Konsequenz – Ruhe bewahren, Tot stellen!
    Und nach der WM bräsentiert dann der DFB erneut einen Özil als den großen Hauptschuldigen.

    Und wenn man jetzt schon über einen Hoeneß schimpft – den hat garantiert keiner gefragt, was er von der Leistung der Nationalspieler bei der WM gehalten hat. Sonder, was er zum Rücktritt von Özil denkt.
    Und da hat er eben eine eigene Meinung, die er sicher nicht exclusiv hat.

    Und ein besonders nettes Zitat eines Herrn aus der Politik zum Kapitel Özil-DFB-Integration: “Ob man bei einem in England lebenden und arbeitenden Multimillionär eine Debatte über Integration in Deutschland führen muss oder soll, ist die Frage.”
    So kann man es auch sehen.

    Ein anderer schieb: “Ich bin zwar nicht hier geboren, aber aufgewachsen. Ich habe hier studiert, ich arbeite hier, ich zahle hier meine Steuern, bin mit einer Deutschen verheiratet, habe ein Kind und lebe seit Jahrzehnten hier in dem Land, das für mich meine Heimat ist. Und auf der Straße muss ich mir dann trotzdem sagen lassen: “Geh doch nach Hause in dein Land!”

    Da sieht man dann auch, was Integration für einige bedeutet.

    Und bei allem Verständnis für Özil, muss man aber genauso sehen, dass er jetz alles auf die Integrations- und Fremdenfeindlichkeitsschiene setzt.
    In seinem dreiteiligen Statement hätte er auch irgendwo einmal zu Ausdruck bringen können, dass ER die Situation völlig falsch eingeschätzt hat und – bei allem Verständnis für seine Argumente – falsch reagiert hat. Statt dessen – “nein, ich würde das wieder so tun!” Na bravo!
    Da hätte er sich eigentlich seinen Rücktritt sparen können, denn alleine diese Ankündigung konnte nur dazu führen, dass er nicht mehr nominiert wird. Denn ein zweites Mal wird sich auch ein DFB dieses Chaos nicht mehr freiwillig antun.

    Und dahin passt dan auch die Aussage eines Hoeneß, dass er sich letztlich hinter der Fotoaktion versteckt.
    Und so ganz falsch ist sie dann doch nicht.

    1. mic

      In einigen Punkten stimme ich Dir zu, in anderen weniger. Es ist gut, das wir uns hier im miasanrot-Forum austauschen können. Ich begrüsse es (exemplarisch bei Dir) hier einige Meinungen, Einschätzungen und Wahrnehmungen gelesen zu haben, auf die ich vorher so nicht gekommen wäre, auch wenn sie mir inhaltlich gelegentlich eher unbequem sind. Danke an die Blog-Redaktion, das ihr den Mut habt kritisch zu sein, die Diskussion zu führen und auszuhalten. Vielleicht ist der FC Bayern mit euch noch nicht ganz verloren ;-)

      1. Kurt

        Ich schließe mich dem Lob für MSR an. Nach dem initialen “nicht auch noch hier”, ist es doch offensichtlich, dass Diskussionsbedarf besteht und ich schätze so wie Du auch die Denkanstöße, die man Dank der Posts von Kommentatoren mit einer anderen Perspektive bekommt.

  33. wahrheitsliebender

    Justin,

    auch mir fällt zu deinem nachfolgenden Zitat nur ein – welch verzerrtes, wirres, realitätsfernes, linkes Weltbild – sorry:

    “Vielerorts ist dieser Rassismus erschreckend offen. Noch erschreckender ist aber der latente und unterschwellige Rassismus, den man alltäglich auf den Straßen sieht, wenn man die Augen nur weit genug aufmacht. Özil war und ist ein Spielball dieser Rassisten.”

    Ich habe bereits Wochen vor der WM hier darauf hingewiesen das die “Özil-Gündogan-Affäre” nicht nur das Potenzial besitzt viele linke Lebenslügen endgültig für jedermann offenzulegen sondern darüber hinaus sogar noch zum “Sargnagel für die hier schon länger Herrschenden” werden kann, wenn sie sich in dieser Affäre weiterhin konsequent auf der falschen, verharmlosenden, alles herunterspielenden und gar noch das eigene Volk des Rassismus geisselnden Seite positionieren sollten…

    Gleichzeitig wies ich bereits damals darauf hin, daß das Pfeiffkonzert gegen Özil und Gündogan nichts, aber auch überhaupt gar nichts mit Rassismus zu tun hat, auch wenn das natürlich von interessierten und (verblendeten, linken) Kreisen wieder behauptet werden dürfte….

    In den Stadien pfiff und protestierte nämlich nicht der von Linken immer noch überall vermutete “gemeine, spießbürgerliche deutsche Rassist / Nationalist” sondern der “gemeine, gutbürgerliche, weltoffene und bestens gebildete deutsche Gutmensch und Familienvater” – und zwar völlig zu Recht!

    Und er tat dies, weil er in Gündogan und Özil zwei Unterstützer eines klar faschistischen Diktators erkannte, dessen Ziel “Weltherrschaft des Islam und Unterwerfung des gesamten Globus unter das Joch Allahs = die Knechtschaft der Scharia” lautet/bedeutet!

    In Folge des 2. Weltkrieges wurde der Deutsche nämlich wie kein anderes Volk der Erde dafür sensibilisiert, was eine “faschistische Diktatur/Diktator” ist und wie man diese zu erkennen vermag. Und im Erdogan-Regime kann nun mal eigentlich selbst ein “Blinder” genau das zweifelsfrei erkennen!

    Dagegen richtet sich die Empörung des deutschen Fussballfans in der Özil-Gündogan Affäre und zwar völlig zu Recht! Mit Rassismus hingegen hat sie nichts zu tun!

    Endgültig und völlig absurd aber wird es nun dort, wo linke Kreise, welche selber dazu beigetragen haben, daß der deutsche Michel mittlerweile eine faschistische Diktatur 5000 km gegen den Wind zu erkennen vermag, ihm die Anwendung dieses Wissens / Riechers verbieten wollen, wenn es sich um den muslimischen Kulturkreis und dessen Herrscher / Regime / Unterstützer und damit indirekt gegen euer “Multi-Kulti-Utopia” richtet. Da wäre die Ablehnung von Diktatoren und deren Unterstützer nun plötzlich Rassismus….

    Sorry, aber diesen Unsinn glaubt heutzutage kein aufgeklärter Mensch mehr und es werden mittlerweile auch immer weniger, die sich darüber (von linken Schreiberlingen) noch täuschen und einen Bären aufbinden lassen…

    Gruß!

    1. Kurt

      “Noch erschreckender ist aber der latente und unterschwellige Rassismus, den man alltäglich auf den Straßen sieht, wenn man die Augen nur weit genug aufmacht.”

      Das fällt Özil ja nun auch wirklich nicht schwer. *gröhl*

      Ja, ich bin ein Depp.

      1. wahrheitsliebender

        Kurt – es gibt nunmal teils rießige Unterschiede zwischen den Kulturen…

        Und was Özil in seinem Abdankungsschreiben praktiziert ist absolut typisch für diese Unerschiede…

        Auf deutsch – in der muslimischen Kultur ist Selbstkritik, Selbstreflexion, das Suchen des Balkens im eigenen Auge und die “Erniedrigung = das eingestehen von Schuld/Fehlverhalten ggü. Ungläubigen” ect. nahezu unbekannt / absolut unüblich / verpöhnt / gilt als unehrenhaft. Was hingegen absolut üblich ist, ist der “Angriff als bester Verteidigung”…. Schuld sind hier immer nur die anderen (Ungläubigen), niemals aber der “Rechtgläubige (Muslim)”

        Davon zeugt und strotzt das Abdankungsschreiben Özils…

        Leider kann und ist die Welt oft so einfach (zu verstehen), wenn man sie durch den richtigen Filter betrachtet….

        Gruß!

        Fehler

    2. GünterG

      Ein sprachlich, so stinkendes Kommentar. Wie die Talking Points der politisch Rechten aufgegriffen, verschwurbelt und als Wahrheit verkauft werden. Die Debatte und Özils Rücktritt haben nichts mit Rassismus zu tun? Wie kann man das nur glauben.

      1. Kurt

        Uuuh talking points. Big words vom Günter.

        Bisher war hier alles gesittet und es ist bezeichnend, dass ein offensichtlich politisch Linker versucht, die Debatte ad hominem zu torpedieren.

      2. wahrheitsliebender

        Trittbrettfahrer gibt es natürlich immer und überall…

        Im Kern aber hat die Affäre nichts mit Rassismus zu tun!

        Jeder ist heutzutage doch froh, wenn sich Muslime wirklich integrieren, mit dem Land identifizieren, unsere Werte teilen und in der deutschen Nationalmannschaft spielen.

        Bei Özil ist aber nun wieder zu Tage getreten, das dies leider oftmals nur Wunschdenken unsererseits ist.

        Den – wie ich vor 8 Wochen auch schon dargelegt habe, hat der Besuch von Özil bei Gündogan nix mit Naivität sondern mit Bewunderung zu tun – leider! Und deshalb konnte und will er sich auch bis heute nicht von diesem Treffen mit Erdogan distanzieren!

        Gruß!

      3. Mic

        @wahrheitsliebender: Vielleicht noch mal ein bisschen am Duktus, sowie der Rechtschreibung feilen, Autokorrektur anmachen und benutzen und den Kommentar -trotz hohem Puls- noch mal lesen! Sonst denken die Gesinnungsgenossen noch Du seist Ausländer.

      4. förb

        @ GÜNTERG

        Türken sind keine Rasse.

        Der Islam ist keine Rasse.

      5. förb

        @ MIC

        Ich habe bei dir – bei deutlich weniger Zeichen – mehr Fehler entdeckt.

        Und der, der auf die Idee kommt, Rechtschreibfehler mit Ausländersein zu assoziieren, der bist DU ;)

    3. Mic

      Ich zitiere mal deinen Schreib-Duktus:

      “…viele linke Lebenslügen…”,
      “…Sargnagel für die hier schon länger Herrschenden…”,
      “…auf der falschen, verharmlosenden, alles herunterspielenden und gar noch das eigene Volk…geisselnd…”,
      “…verblendeten linken Kreisen…”
      “…Multi-Kulti-Utopia…”
      “…linke Schreiberlinge…”

      und so weiter und so fort….

      Und Du bist Dir ganz sicher, das Du nicht doch ein Problem mit Rassismus & Ausländerfeindlichkeit hast und eigentlich gar kein (Zitat) “gemeine(r), gutbürgerliche(r), weltoffene(r) und bestens gebildete(r) deutscher Gutmensch und Familienvater” bist, sondern einfach nur ein (Zitat) “gemeine(r), spiessbürgerliche(r), deutsche(r) Rassist/Nationalist” bist ?? Vielleicht hast du dich ja auch auch mal so richtig gefreut, das so viele andere jetzt endlich mal mit Dir gemeinsam einen Spieler mit Migrationshintergrund auspfeiffen und du das nicht mehr ganz alleine im stillen Kämmerlein machen musst? Sorry, aber das klingt alles doch sehr befremdlich.

      1. Kurt

        Anstatt sich hier an Formulierungen aufzuhängen – wir sind hier nicht in einem Safe Space, nur mal so – könnte man ja mal versuchen argumentativ die Behauptungen zu widerlegen.

        So zu tun, als hätte diese Affäre nicht in der Tat den nötigen Sprengstoff, um hier einiges im Land eskalieren zu lassen, ist nämlich ungefähr DFB-Niveau.

      2. wahrheitsliebender

        Hinweis zum Pfeiffen:

        1. Ich persönlich kann gar nicht pfeiffen – bin anscheinend zu blöde dafür…

        2. Eigentlich bin ich kein Freund von Bloßstellungen ganz gleich welcher Art – es gibt aber Situationen wie bei der Gündogan / Özil-Affäre wo es im übergeordneten Interesse unvermeidlich wird/ist!

        Hier konnte und durfte von den deutschen Fans nicht geschwiegen sondern mußte ausgepfiffen werden!

        Erdogan, sein Regime und seine Ziele sind ganz klar faschistisch. Und jeder Deutsche (und Gündogan und Özil sind für mich Deutsche!) der einen solchen Despoten besucht, im huldigt und sein Gedankengut teilt, muß von allen aufrechten Deutschen bedingungslos ausgepfiffen werden!

        Alles andere ist vor Gott, den Menschen und unserer Unheilsgeschichte im 3. Reich unentschuldbar!

        Der deutsche Fan hat insofern in den Stadien diesmal alles richtig gemacht, weshalb ihm dafür Lob, Ehre, Respekt und Anerkennung gebührt, zumal ihm Teile der Presse diesen Anstand wiedermal ausreden und ihm als Rassismus auszulegen trachten!

  34. Ante

    Ich finde diese Rassismus-Vorwürfe sehr merkwürdig. Seit mehreren Jahrzehnten gibt es beim DFB Spieler mit Migrationshintergrund in allen Altersklassen. Nie hat man irgendetwas auch nur annähernd ähnliches gehört. Keinen Spieler, keinen Mitarbeiter und auch sonst niemanden. Und jetzt soll Özil angeblich rassistisch beleidigt worden sein? Warum eigentlich nicht auch Gündogan? Von dem hört man nichts von wegen Rassismus. Liegt es vielleicht daran, dass Gündogan das Foto erklärt hat und Özil lediglich die “Aufforderung” als Rassismus empfindet?

    Özil hat in seinem Statement explizit Löw und Bierhoff erwähnt, die ihm den Rücken gedeckt haben. Dass der ganze DFB allgemein nun als rassistisch dargestellt wird, finde ich sehr unfair.

    Dass sich Sponsoren wie Mercedes von ihm trennen, hat nichts mit Rassismus zu tun, sondern lediglich mit PR (womit sich Özil ja hervorragend auskennen müsste), denn man will mit keinen negativen Schlagzeilen in Verbindung geraten. Nur Grindel wurde von Özil konkret als Person kritisiert. Ob er rassistisch ist? Keine Ahnung und ich weiß nicht, was er konkret zu Özil gesagt hat, aber es ist grundsätzlich nichts rassistisch daran, eine Erklärung für das Foto mit einem Diktator, der Menschenrechte mit Füßen tritt, zu fordern.

    Zu deinen Tweets Justin: Bevor du mich anmachst, weil ich als “Weißer” keine Meinung über Rassismus haben darf: Ich habe, wie Özil auch, einen Migrationshintergrund. Und nein, man muss nicht automatisch jedem Menschen, der behauptet, er wurde rassistisch beleidigt, Empathie zeigen. Man muss es erst, wenn diese Behauptungen auch bewiesen wurden. Denn es kommt durchaus vor, dass man zur Not (ist mir zum Beispiel in meiner Schullaufbahn widerfahren, nach “unfairer” Beurteilung) einfach “Rassismus” ruft.

    Zum Abschluss: Klar, dass es in Teilen der Gesellschaft immer noch Rassismus gibt und auch bestimmte Medien, die Özil zum Hauptschuldigen machten, sind auf der rassistischen Spur unterwegs. Dies muss man auf tiefste kritisieren und die Medien auch boykottieren.

  35. Jan

    Hallo Justin,

    vielen Dank für deinen sehr guten Beitrag!

    Gruß

    Jan

  36. Tschemp

    Gratulation jedenfalls zu den vielen Kommentaren(Rekord?), das war wohl eher nicht Anlass für diesen Artikel, aber so hat die ganze Sache wenigstens etwas Gutes.

  37. Fänger

    Boah, wo soll man anfangen?

    Erst einmal danke, dass Ihr nicht den einfachen Weg geht und sagt, wir sind ein Bayern Blog, das geht uns nichts an, sondern dass Ihr diesen Kommentar gebracht habt. Wie groß der Redebedarf ist, sieht man ja an den vielen Kommentaren in kurzer Zeit. Das Thema ist viel grösser als ein Foto mit Erdogan und es wird noch viel grösser werden in den nächsten Wochen.

    Es ist schon fast alles gesagt, aber noch nicht von jedem, daher meine 2 Cents.

    Der erste Fehler war der Umgang mit dem Erdogan-Foto. Das Foto finde ich selbst keinen Fehler aus Özils Sicht. Wie viele Bilder hat er in den letzten Jahren mit Erdogan gemacht? Jedes Jahr mindestens eins. Gab es negative Reaktionen? – Nein, wie sollte er also jetzt damit rechnen. Dass ich die nicht gut finde, sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt.
    Es hätte zwei Lösungen gegeben: Rausschmiss der beiden oder klare Ansage: ihre Sache, wir stehen zu Ihnen! Gewählt hat man ein Mischmasch aus: finden wir jetzt nicht so gut, aber auch nicht so schlimm, haben sie nicht so gemeint, blabla. Dann der aufgesetzte Besuch beim Bundespräsidenten. Passte in seiner Art zu dem gesamten Marketingdesaster.
    Dann vor der WM die Aussagen von Grindel und Bierhoff: Thema ist beendet. Dann nach der WM die Aussagen von Grindel und Bierhoff: Thema ist wieder eröffnet, Özil muss sich erklären. Das war schon hinterfotzig, dieser Versuch, ihn als Sündenbock darzustellen, zumal er sportlich nicht der schlechteste war. Und dass Bierhoff nicht gewusst hat, was er tat, also bitte. Wenn er was kann, dann Medien. Die üblichen Verdächtigen wie Basler, BILD und Matthäus nutzen die Gelegenheit, sich zu positionieren. “Körpersprache eines toten Frosches” war das – negative – Highlight. Übrigens Matthäus – was war mit Ihm und Putin? Oder mit seinem Einlagespiel beim Führer aus Tschetschenien? Aber da kein Wort der Kritik, weder vom DFB, noch von der BILD, warum wohl?
    Nun das Statement von Mesut. Wohl ausformuliert und geplant mit den drei Teilen und nur in englisch. Zur Erinnerung: gleiche Agentur und Berater wie Löw, der Zusammenhang geht immer völlig unter. Selbstkritik fehlt komplett, stimmt. Macht aber die Kritik an Grindel, Teilen der Medien nicht damit automatisch falsch. Aber nun werden die Reihen schnell geschlossen: BILD, DFB, sogar die DFL. Es kommt von
    Anderen
    Flachpfeifen
    Dämliches…
    Der DFB weist Beschuldigungen zurück, die gar nicht aufgestellt worden sind – es wurde nur Grindel angegriffen, nicht der DFB, schönes Ablenkungsmanöver.
    Aus meiner Sicht ist Grindel nicht zu halten. Wegen der EM 2024 wird er aber erst dann gegangen. Wenn die EM in die Türkei geht, sowieso.

    Der gesamte Vorgang ist ein Super-GAU. Es wird doch kein türkisch-stämmiger Spieler sich mehr in den nächsten Jahren für den DFB entscheiden. Vor der letzten WM wurde noch riesig Werbung gemacht mit der Integration, alles weg. Und dann schaut Euch die Mannschaft von Belgien oder Frankreich an und dann weiß man, welches Potential einem entgeht. Und für die Hetzer auf allen Seiten Wasser auf die Mühlen . Kommentare von AfD und aus der Türkei sprechen Bände.

    Und nun kommt der Uli – um den Bogen zu schlagen – und haut einen raus, leck mich fett. Wann hat Özil bei uns abgesagt, dass der so eine Wut auf den verspürt? Und das Argument, er würde ihn ja sportlich kritisieren, das Thema ist weit über das Sportliche hinweg. Wollte er sich nicht zurückhalten? Hat eine Woche gedauert…
    Es fällt mir in den letzten Jahren immer schwerer, Mannschaft und Verein zu trennen als Fan. Ich bin jetzt 48, seit über 40 Jahren Fan, es macht nicht mehr so richtig viel Spaß – mit dem Fußball im allgemeinen und leider Gottes auch mit Teilen des FCB…

    1. Kurt

      Ich finde es ist überhaupt keine Ausrede, dass er offenbar schon mehrere Fotos mit Erdogan aufgenommen hatte (war mir neu die Info), sondern das zeigt ja eigentlich erst Recht den positiven Bezug der Personen zueinander.

      Schlimm genug, dass dies offenbar niemand kritisiert hat.

      1. Fänger

        Es soll auch keine Ausrede sein. Aber wie soll er ahnen, dass dies jetzt solche Wellen schlägt, wo es vorher keinen interessiert hat?

    2. Mehmet68

      Nur zur Konkretisierung und zum besseren Verständnis: Özils vorherige Treffen mit Erdogan hatten VOR dem missglückten Putsch und den dann folgenden Einschränkungen von Grundrechten in der Türkei stattgefunden. Da waren auch Merkel und Erdogan noch freundlich miteinander umgegangen.

      Vom Stimmungs- und Politikwechsel seit 2016 hätte auch ein in London lebender Jungmillionär etwas mitbekommen müssen.

  38. Anton

    Leute,Leute nun kommt doch mal wieder runter!
    Man kann sich ja über diese Fotoaktion aufregen. Aber dann sollte man sich einmal ein paar Kleinigkeiten durch den Kopf gehen lassen.
    – der “Sportskamerad Erdogan ist doch nicht erst seit gestern so, wie er ist. Der tickt doch schon seit Jahren so. Und der Ausnahmezustand in der Türkei ist doch nicht am 5. Mai verhängt worden. Das ist schon zwei Jahre her.
    Und in dieser Zeit seit Frühjahr 2016 gab es auch schon Fototermine. Mittlerweile hat Özil in den letzten 5 Jahren schon 4x so einen Fototermin wahrgenommen. Und es hat- mit Verlaub gesagt – keine Sau geschert!!!
    Und beim 5. Mal ist plötzlich der Teufel los – da musst du auch als Özil erst mal drauf kommen.
    Vor allem auch, weil das in England sowieso alles keinen interessiert. Da war dieser Termin einer unter hunderten in London.

    Und wer schon einmal eine Autogrammstunde erlebt hat – soll es ja auch beim FCB geben – da sitzen dann die Stars und schreiben wildfremden Menschen irgendwelche Widmungen auf Karten, Trikots, T-Shirts.
    Und keiner fragt nach, “ja was macht der denn, welche Einstellung hat der denn.”
    Was glaubt ihr denn, welche Stars bei welchen Anlässen und an welchem Ort auch immer schon irgendwelchen “Nazis, Terroristen, Verbrechern etc” bei einem solchen Event “meinem lieben….. dein…… aufs T-Shirt geschrieben haben, ohne es zu wissen.
    Aber wenn es keiner weiß, dann passiert eben auch nichts.

    Aber wenn man sich dann schon über dieses Thema aufregt, dann muss man eigentlich von denen, die im Rahmen der WM-Vorbereitung und der WM das Sagen haben, erwarten, dass diese Angelegenheit BEREINIGT und nicht unter den Teppich gekehrt wird.
    Nach dem die AKP ja gleich danach die Werbetrommel rührte, wurde als einer der Ersten der Herr Fußballdirektor von der Presse gelöchert. Aussage: “man muss halt Verständnis haben, wie die Türken ticken”
    Welche Türken? Özil/Gündogan- die Türken?
    Wieso ist denn Özil plötzlich Türke?

    Dann kommt der Löw nach dem Motto: “das war nicht gut, das haben wir den Spielern auch gesagt, ABER MAN MUSS AUCH VERSTÄNDNIS HABEN!”
    Na bravo!!!
    Und dann kommt wieder der Herr Fußballdirektor und erklärt die Sache für erledigt.
    Leverkusen – wie nicht anders zu erwarten, wird Gündogan ausgepfiffen, weil für den Fan eben nicht alles erledigt war!
    Und ein Löw kann das überhaupt nicht verstehen.

    Dann folgt eine katastrophale WM und anschließend haben die Herren des DFB wieder nichts besseres zu tun, als mit mehr oder weniger “merkwürdigen” Aussagen den Sündenbock zu präsentieren – Özil.
    Viel schwächer geht es doch nicht mehr.

    Die Geschichte ist doch schon in den Anfängen völlig verbockt worden.
    In der damaligen Situation war der Fototermin eigentlich ein NoGo, aber lediglich ein Emre Can hat den Braten gerochen.
    Die beiden anderen – dumm gelaufen, nicht nachgedacht, egal, – was auch immer.
    Und für das restliche Chaos hat dann der DFB und weniger Özil gesorgt.

    Und dann wollen wir doch mal in andere Richtungen sehen – und da muss man schon von Scheinheiligkeit sprechen. Und diese Scheinheiligkeit wird gerade von verantwortlichen Politikern und anderen Herrschaften täglich vorgelebt.
    WM in Russland – was wurde nicht alles geschrieben über das System Putin. Hat das Leute von Macron bis Matthäus davon abgehalten? Von Leuten die bei WM-Kandidaten keinen einzigen Sklaven in Ketten gesehen haben – ach Schwamm drüber.
    Über andere Exemplare wie ein Assad, ein Sisi oder nach den ersten Ölfunden ein Gadhafi oder gewisse Herren aus Afrika und sonstigen Gegenden – Mantel des Schweigen drüber. China? Saudi-Arabien? Bahrein? Und,Und,Und! Egal!!!

    Aber beim kleinen Özil da wird jetzt einmal ein Exempel statuiert. So nicht!!
    Dass schon seit Jahren auch bei Experten darüber diskutiert wird, dass er wohl doch nicht so toll ist – steht auf einem anderen Blatt.
    Und dass sich ein Özil jetzt plötzlich wundert, vor allem auch vom DFB zum Buhmann der Republik gemacht zu werden, ist einerseits nachvollziehbar. Andererseits sollte er sich mal erinnern, was man in der letzten Saison in der englischen Presse so an Nettigkeiten über ihn lesen konnte. Und da ist dann ein Teil des Gehalts auch als Schmerzensgeld zu sehen.

    Alleine die Tatsache, dass man seit mittlerweile 10 Wochen auf diesem Thema herumreitet zeigt doch mehr als deutlich, wie absolut unprofessionell hier vorgegangen wurde.
    Wenn man sich überlegt, wieviele wichtige Dinge seit dem 10.5. passiert sind oder entschieden wurden – die schon seit Wochen keinen mehr interessieren.
    Und Deutschland hat immer noch das gleiche wichtige Thema – ÖZIL!

    Deshalb – langsam wieder runterkommen!

  39. Holdor

    Danke, Fänger!

  40. wipf1953

    Ich sehe das so:

    Bierhoff und Grindel haben Özil als den Sündenbock auserkoren. Grindel wollte Özil schon vor der WM ausbooten, Bierhoff hat mit Löw vor der WM gegengesteuert und danach die Seiten gewechselt (= treulose Tomate bzw. Charakterschwein – das passt ja zum DFB).

    Sowohl Bierhoff (mit seinem verschwurbelten und unverständlichen, fünfmal gegengelesenen Interview), als auch Grindel (deutlich verständlicher) haben nach der WM offen Özil kritisiert.

    Der DFB lässt sich medial von einer Firma des Ex-Bild-Chefredakteurs Kai Diekmann beraten. Die machen die tollen Fotos mit Steinmeier und den fünfen am Couchtisch. Und offenbar hat der DFB dadurch die Bild auf seiner Seite. Die BILD ledert gegen Özil.

    Özil wollte das nicht so akzeptieren. Der Rücktritt war dann konsequent. Sein Getwittere war IMHO überflüssig und schwach, aber da lasse ich jedem seine Meinung.

    Jetzt aber die spannende Frage: Rummenigge bezeichnet Grindel als “Amateur”, Hoeness dagegen stärkt via Bild diesen Amateur und polemisiert gegen Özil. Was bitte ist in unserem Verein los? Sind “Hoeness & Rummenigge” eigentlich noch konsensfähig? Mehr und mehr befürchte ich, dass diese Meinungsverschiedenheiten dem Verein irgendwann auf die Füße fallen.

    1. Kurt

      Du interpetierst da jetzt wieder was rein, damit es zum Narrativ “FC Hollywood” passt. Viel eher hat doch der DFB bei Uli nachgehakt, ob er nicht mal was dazu beisteuern könnte, dann ist nämlich schnell der Fokus auf Hoeneß. Nichts vereint Fußballdeutschland doch mehr, als der Hass auf den FCB, vor allem in Person des Präsidenten.

  41. El Tren

    Das hier oft genannte what about-Argument, mit wem sich Politiker so alles abgeben (ergo: Özil darf das dann auch), ist keines. Es ist Aufgabe der Regierung, auch mit den größten Schurkendiktatoren zu sprechen, das ist nunmal Realpolitik und moralisch auch nicht weiter verwerflich. Die Vorbehalte, die man gegenüber der anderen Seite hat, werden im Rahmen des diplomatischen Prozedere schon gemacht. Ewas anz anderes ist, ob man als Privatmann ganz freiwillig eine Art Wahlkampfwerbung für einen Diktator macht wie Özil und Gündogan.

    Wenn man mit whataboutism anfängt, dann schon eher mit Matthäus und dem Besuch bei Putin, aber auch hier würde ich die Sachlage als etwas anders ansehen: Das war eine WM-Veranstaltung und Putin in seiner Rolle als Gastgeber, offenbar war es auch ein von der Fifa organisiertes Event, bei der Matthäus in seiner DFB-Ehrenspielführer-Rolle dabei war. Das ist nicht 1:1 vergleichbar (wenn auch nicht toll).

    1. Olorin

      Es ist Aufgabe der Regierung, mit den größten Schurkenstaaten zu sprechen. Es ist ganz und gar nicht ihre Aufgabe, diesen Staaten Waffen zu verkaufen und ihnen Milliarden in den Rachen zu werfen. Im Grunde zeigt die Debatte um Özil wunderbar die Diskrepanz der Wahrnehmung der Türkei in Deutschland. Für Medien und Bevölkerung ist Erdogan einer der übelsten Despoten und Diktatoren der Welt, aus Regierungssicht ist er ein enger Verbündeter.

      1. förb

        Die Türkei ist NATO-Mitglied!

        Enough said

      2. Olorin

        Eben. Warum sollte Özil dann den Präsidenten der Türkei nicht treffen? So ein enger und wundervoller Verbündeter wie die doch sind…

      3. El Tren

        Das nennt man Realpolitik, alles andere ist Wolkenkuckucksheim. Klaro muss man mit Erdogan irgendwie umgehen. Es geht auch darum, nicht die Brücken abzubrechen für die Zeit nach Erdogan. Außerdem leben in der Türkei tatsächlich viele Flüchtlinge, da ist es in Ordnung, die Türkei mit Geld zu unterstützen, damit die nicht alle hierher kommen. Mit reiner Gesinnungsethik an internationale Politik heranzugehen ist, mit Verlaub, reine Utopie.
        Im Übrigen ist ja – kommt in der Debatte erstaunlicherweise kaum vor – Erdogan nicht nur ein Diktator, er hat auch Deutschland und die Deutschen sehr regelmäßig aufs Übelste beschimpft und ganz offen seine “Landsleute” in Deutschland zur Treue zur Türkei aufgefordert. Da ist es umso heikler, sich mit Erdogan fotografieren zu lassen, denn vor diesem Hintergrund wird aus einem “sowohl als auch” gefühlsmäßig irgendwann ein “entweder, oder”. Auch die deutsche Duldsamkeit gegenüber unflätigsten Beschimpfungen darf nämlich irgendwann einmal ein Ende haben und dann ist es Mesut Özil durchaus zuzumuten, den von seiner Mutter erlernten Respekt gegenüber dem Land seiner Eltern zugunsten des Respekt gegenüber seinem Geburtsland einmal zurückzustellen.

      4. Olorin

        Es gäbe sehr wohl realpolitisch auch andere Möglichkeiten, an Erdogan heranzugehen. Beispielsweise so, wie man an Länder wie Iran oder zum Beispiel auch Russland herangeht (Stichwort Sanktionen). Politisch ist Erdogan ein enger Verbündeter unserer Regierung und so wird er auch behandelt. Natürlich hätte Özil ihn trotzdem nicht treffen sollen, aber es gibt einiges, über das man sich als mündiger Bürger mehr aufregen sollte als über dieses Treffen.

      5. El Tren

        Absolut. Zum Beispiel den Grunderwerbsteuersatz.

    2. Thomas

      Matthäus & Putin ist ein ganz anderes Thema, richtig. Du schreibst:

      Das war eine WM-Veranstaltung und Putin in seiner Rolle als Gastgeber, offenbar war es auch ein von der Fifa organisiertes Event, bei der Matthäus in seiner DFB-Ehrenspielführer-Rolle dabei war. Das ist nicht 1:1 vergleichbar (…)

      – Ist Matthäus aktueller Nationalspieler?
      – Ist Matthäus im Wahlkampf für Putin unterwegs?
      – Huldigt Matthäus “seinem Präsidenten” bei einer Privat-Audienz?
      – Gehört Lothar Matthäus zu einer fränkischen Minderheit, die im Exil für eine autoritäre Verfassung abstimmen soll??

      Nein, nein, nein und nein.
      Folglich ist das Matthäus-Argument nur eine Ablenkung, die von den Linken in die Debatte eingeführt wird. Das soll nur die Sicht vernebeln.

  42. Mehmet68

    Mal zur Abgrenzung des Rassismus-Vorwurfes 2 Testfragen:

    1) Hätte es ein ähnliches Problem gegeben, wenn Özil und Gündogan sich mit einem gemäßigten türkischen Staatsoberhaupt getroffen hätten?

    2) Hätte es ein ähnliches Problem gegeben, wenn sich ein Marco Reuss oder Thomas Müller mit Herrn Gauland von der AfD fotografieren hätten lassen?

    Damit ist doch der Kern des Themas klar umrissen.

    Jammerschade, dass sich durch das Fehlverhalten von Grindel und Bierhoff, aber auch nach Özils billigem Rassismus-Vorwurf das Thema nun verselbständigt hat. Das wird die Integration Jugendlicher zukünftig erstmal deutlich erschweren und ist imo die eigentliche Tragödie – denn im Kern ging es hier eben nicht um Rassismus.

    Dass Uns Uli dann noch ohne Not Öl ins Feuer giesst zeigt nur, wie realitätsfern er inzwischen ist. Ich würde mich über “Uli raus” Rufe in den ersten Heimspielen nicht mehr wundern und fände das sogar ok. Und den Mann habe ich über 30 Jahre lang bewundert…

    1. Kurt

      Also bei Punkt 2 hätte es auf jeden Fall richtig geknallt.

      Schon alleine der Versuch so zu tun, als hätte es da nicht einen riesigen Shitstorm gegenüber DFB und dem Verein des Spielers gegeben, der zum erzwungenen Rücktritt der fraglichen Personen geführt hätten, zeigt, wie tief du in der Filterblase steckst.

      Darf man an dieser Stelle vielleicht noch einmal anmerken, dass Erdogan einen Vernichtungskrieg gegen die Kurden führt? Darf man anmerken, dass Erdogan bei Weitem nicht den Rückhalt in der Türkei hat, den er bei Deutschtürken genießt und dass diese Aktion auch ein Schlag ins Gesicht all der Kritiker ist?

      Hier gehen wohl einige dem PR-Team um Özil auf den Leim, den es geht schlicht nicht um Rassismus. Dass dieser ein Teil der Problematik ist, streitet doch niemand ab. Es geht aber in erster Linie um die fehlende Bereitschaft einer großen Anzahl in Deutschland lebender Menschen, Werte anzunehmen, die “uns Deutschen” jahrelang eingeprügelt wurden.

      Dass du Dir dann noch nicht einmal zu blöd bist, gegen Uli zu hetzen…

      1. ???

        “… Werte anzunehmen, die “uns Deutschen” jahrelang eingeprügelt wurden.”
        Du hast ganz offensichtlich gewaltige Probleme.
        Zu Uli Hoeneß, der Rücktritt ist längst überfällig.

      2. Kurt

        Der einzige der hier Probleme hat bist Du. Und wenn ich mich richtig an den Nick erinnere, zeigst Du das nicht zum ersten Mal.

      3. ???

        Dein Kommentar “lieber Kurt” zeigt, daß Du offensichtlich Probleme mit Werten die in einer Demokratie üblich sind, hast. Im übrigen Kurt, Deine Kommentare fallen mir auch regelmäßig auf, leider nicht im positiven Sinne.

      4. Mehmet68

        Du hast leider überhaupt nichts verstanden lieber Kurt:

        Natürlich hätte es bei 2. einen Riesenärger gegeben, darauf wollte ich ja gerade hinaus:

        Özil hat definitiv Mist gebaut, dann wurde seitens des DFB aber übel nachgetreten, so dass wir ganz unnötig in eine Rassismus-Diskussion abdriften – da zitierst Du mich im Übrigen wörtlich.

        Und Uli versteht die Dimension des Themas einfach überhaupt nicht mehr, wenn er jetzt über die sportliche Seite argumentiert.

    2. förb

      Keine Sorge, den Nachwuchs wird das ganz bestimmt nicht davon abhalten, eine ruhmreiche Karriere mit Geld, Autos und Models anzustreben, ganz sicher nicht! :D

  43. icke

    Eigentlich kann man mit wenigen Sätzen solch ein komplexes Thema nicht bedienen. Die Überschrift triffts aber nicht nur deshalb, weil ich bei Hoeneß das Problem nicht nur auf Özil beschränkt sehe. Er scheint aus seiner Haft nichts gelernt zu haben, auch und v.a. was die Sprache und Selbstgefälligkeit angeht. Ich habe aber das ganze Interview gehört und der Kraftausdruck (“spielt nur Dreck”) kam ziemlich am Ende, nachdem der Journalist nicht locker ließ. Dennoch bin ich schon länger der Meinung, dass UH sich auch aus dem operativen Geschäft raushalten sollte.
    Aber ich sehe auch die Fans verantwortlich für das immer wiederkehrende Verhalten Hoeneß’. Wer ihn auf der JHV in Jubekarien völlig unreflektiert zu Füßen liegt, braucht sich nicht wundern, wenn er sein Verhalten nicht hinterfragt. Auch scheint keiner da zu sein, der quasi als Korrektiv eingreift. Sehe da CSU-Parallelen.

    In der Causa Özil haben sich ALLE zu hinterfragen. Der DFB (desaströses Konfliktmanagement), die Medien (populistisch und undifferenziert, entweder dagegen oder dafür von rechts bis links). Und jetzt überbieten sie sich, wer als erster was sagt.
    Aber eben auch ein Özil. Wer nach 9 Wochen so EIN Statement abgibt, hat auch nichts verstanden. Das das Foto nicht ging sieht er bis heute nicht. Sicher war das Medienecho überzogen und undifferenziert, aber brächte Özil die nötige Selbstreflexion mit, hätte er nur das Foto nicht gemacht, sondern wär auch in der Lage gewesen, in der Reaktion auf das Foto das eine vom anderen zu trennen. Und dann, wie gesagt mit 9 Wochen Verspätung, gibt er eine Erklärung ab, bei der er das Foto als unpolitisch einordnet und sagt: “Für mich macht es keinen Unterschied, wer Präsident ist. Für mich kam es darauf an, daß er der Präsident ist.”
    Also zielt er nicht auf Inhalte ab (ist halt Präsident), aber die Reaktion auf das Foto bewertet er streng inhaltlich (Rassismus) und tritt zurück… Mal ganz abgesehen von der politischen Situation in der Türkei, über die er die Rolle des Präsidenten stellt. Da misst er mit zweierlei Maß, was, angesprochen, die Kritik an DFB, Hoeneß und Bild glaubwürdiger gemacht hätte. Und bei ausbleibender Selbstkritik darf man sich auch nicht über den Vorwurf beschweren, sich in der Opferrolle zu inszenieren.

    Grad hab ich beim Blick in die Medienlandschaft eher den Eindruck, daß der Schlagabtausch ideologische Züge bekommt (es ist wichtiger, wo ich mich positionierte als der Inhalt).
    Da braucht man sich nicht zu wundern, wenn die Diskussion zu entgleitet droht.

    1. Kurt

      Aus seiner Haft sollte Uli Hoeneß lernen keine Steuern mehr zu hinterziehen.

      Ein Gesinnungswandel und Crashkurs in Politischer Korrektheit, stand jedefalls nicht im Urteil.

      1. Icke

        Sorry, aber wenn die Haft nur einen monothematischen Anspruch hat, nämlich den des Haftgrundes, dann brauchen wir keine Haftanstalten, sondern nur “Wegsperrräume”. Und UH hat ne Menge Gründe, auch mal eigenes Verhalten zu hinterfragen…

  44. Mohses

    Vielen, vielen Dank für diesen Artikel Justin.

  45. FR7

    Ich finde es amüsant wie Özil über Rassismus redet aber kein bisschen bereuht sich mit einem Staatsoberhaupt fotografieren zu lassen, dass ein osmanisches Reich fordert und mal Bluttests an türkischen Politikern wollte um zu ermitteln ob sie denn wirklich türkisch seien. Diese Krise wurde 1. von Beginn an unterschätzt und 2. wurde von allen Beteiligten maximal kontraproduktiv damit umgegangen. Grindel muss zurücktreten, Bierhoff am besten auch. Zu den Aussagen von Hoeneß fehlt mir jedes Wort. So sehr ich ihn für seine rein beruflichen Kompetenzen bewundere, das hätte er sich mindestens sparen können. Abgrundtief niveaulos und peinlich. Basler wäre stolz.

    Özil allerdings spielt hier eindeutig die „nur-weil-ich-Kanacke-bin-Karte“. Auch ich wuchs als Kind von Immigranten bzw. Kriegsflüchtlingen in ähnlichen Verhältnissen auf, sogar nicht weit weg von ihm. Ich meine es gut beurteilen zu können wann jemand sich tatsächlich rassistisch bzw. ausländerfeindlich behandelt wird. Der Shitstorm brach doch erst los wegen dem Erdogan Foto, nie zuvor hat jemand Özil ausländerfeindlich behandelt – jedenfalls nicht öffentlich. Das ist auch jetzt nicht der Fall. Klar haben viele (unter anderem ich) auf ihn draufgehauen, aber eben aus sportlichen Gründen. Das tun Leute trotz seiner Weltklasse Leistungsstatistiken seit Jahren. Jetzt erst, nachdem er so einen Bock geschossen hat und sich wochenlang nicht dazu äußerte, jetzt plötzlich sollen wir alle ausländerfeindlich sein. Wir sind in seiner Version die Bösen und er der arme, unschuldige Özil der doch nur ein Foto gemacht hat. Sein Argument, dass er ja nur Fußballer sei und kein Politiker zieht nicht. Ein Foto mit jemandem wie Erdogan, Putin oder sonst einem Politiker dieser Art ist ein Statement. Mit dem Schuss dieses Fotos hat Özil seine Rolle als Fußballer freiwillig verlassen, das hätte er wissen >müssen<. Dieselbe Kritik muss auch ein Oliver Kahn abbekommen der Hände von saudischen Diktatoren schüttelt oder ein Lothar Matthäus der Putin die Hand schüttelt. Oder unsere Vereinsführung die es Kahn in Doha nachmacht. Gleiches Recht für alle bzw. gleiche Werte und Normen für alle. Das einzufordern und bei Nichtbeachtung zu kritisieren hat mit Rassismus nichts zu tun oder bin ich da gegenüber Kahn z.B. etwa ausländerfeindlich? Özil macht es sich zu einfach, das ist billig und leicht durchschaubar. Wir haben ein Rassismusproblem, das stimmt. Dieses ist mit den Erdogan Fotos aber weder größer noch kleiner geworden. Es gab und gibt fast niemanden der Özil einen scheiß Türken nannte oder meinte er solle sich in die Türkei zurückverp**sen. Die Wut der Bürger kam auf wegen Erdogan, nicht, weil Özil türkische Wurzeln hat. Wo er seine Wurzeln hat ist nämlich seit langem bekannt und da krähte noch nie ein Hahn nach. Özil selbst aber stellt sich seinem Fehler nicht und zeigt mit dem Finger nur auf die Öffentlichkeit, nie auf sich selbst. Was den DFB und die Medien betrifft hat er natürlich vollkommen Recht, mit allem anderen allerdings nicht.

    1. Icke

      Dein Kommentar triffts aus meiner Sicht genau!

      1. Fänger

        Rassismus ist mehr als Beleidigungen.
        Und ja, Kahn, Matthäus & Co, müssten die gleiche Kritik bekommen. Tun sie aber nicht. Und auch das ist Rassismus.

    2. Kurt

      https://www.sport1.de/tv-video/video/uli-hoeness-der-praesident-des-fc-bayern-rechnet-mit-mesut-oezil-ab__qnagHByD6QR7VdFcLmHhtlQ7eADlkgrw

      Was daran abgrundtief niveaulos und peinlich sein soll, würde mich echt mal interessieren. Er wird am Flughafen abgepasst und stammelt ein bisschen was ins Mikro. Ja, professionell sieht anders aus, aber wenn hier manch einer tönt, dass er vom DFB Rückendeckung für Özil erwartet hätte, dann kann man ja wohl auch erst recht Rückendeckung für unseren Präsidenten erwarten, wenn er wieder einmal von den Medien die Pistole auf die Brust gesetzt bekommt.

      1. bolzplatz

        danke Kurt für den link.

        Hoeneß scheint sich sehr wohl wohl bewusst zu sein was er sagt und er betont für mich den sportlichen wert özils.

        Özil hätte sich auch für die türkische n11 entscheiden können, hat er aber nicht.
        warum?
        Vielleicht weil die gewinnchance bei einer em oder wm höher erscheint.?
        Karriereplan?

        wann hatte man (jemals) das Gefühl das Herr Ö. sich für die n11 ( die mannschaft) zerreißt?
        2012,2014, 2016 2018 gab es immer Kritik an ihm größtenteils zu recht weil er aus seiner spielanlage zu wenig gemacht hat.
        damals und alle 2 jahre Rassismus? wohl kaum.

        unglücklich sind m.M.n. auch die aussagen das er während der nationalhymne Koranverse betet.
        wasser auf die Mühlen der sogenannten Nazis ( keine linke Einstellung)

        der charakter eines Herrn Ö. zeigt sich spätestens seit gestern sehr deutlich.

        ich hoffe diese Plattform übersteht dieses thema.
        der blog Breitnigge verlor viele Kommentarschreiber und dauerleser wo es bei einem andren andren thema nur links und nazi gab.

      2. rotweiss

        na ja, “die pistole auf die brust gesetzt”…man kann an einem mikro auch mal lächelnd vorübergehen und einfach gar nix sagen. einfach mal die schn…. halten. es stimmt schon, dass er özil sportlich kritisiert. allerdings auf eine altherren-stammtisch-geifernde weise, bei der er sich immer weiter in seine Brandrede hineinsteigert, die extrem unsouverän und unsympathisch wirkt.

        leider haben die Monate in haft nicht das bei ihm bewirkt, was ich ihm um des eigenen seelenheils willen gewünscht hätte: demut, Zurückhaltung, altersweisheit gar?! nichts davon, schade -wieder einmal darf das faszinierte publikum zuschauen, wie ein Denkmal sich selbst demontiert…

    3. Anton

      Dann schau dir mal in dem ein oder anderen Forum die Formulierungen an – da ist der Schei**türke aber noch eine der Harmlosen. Da ist aber bis zum Ziegenfi**er alles dabei. Zusätzlich die Vorwürf, dass er hier als Türke nur die Vorteile kassiere -obwohl er schon seit 8 Jahren gar nicht mehr lebt.
      Immer wird er auf das Kapitel Türke in Deutschland und Integration reduziert. Also da gibt es schon eine ganze Masse an Kommentaren, die man selbst bei allem Wohlwollen nicht anders als rassistisch bezeichnen kann. Und das waren eben leider keine Einzelfälle.
      Auch wenn das natürlich zum Teil das Problem der Anonymität im Netz ist
      Alleine schon der allererste Kommentar von Bierhoff war schon fast grenzwertig – “man muss halt verstehen, wie die Türken ticken!” Die TÜRKEN? Özil, der Türke? Gündogan, der Türke? Was ist das? Deutsche Nationalspieler – die Türken?

      Ein Stefan Kuntz hat es mal so erklärt-“Selbst wenn du dir vornimmst, solche Dinge nicht zu lesen, dann bekommst du sie von Freunden, Bekannten und Angehörigen per Link geschickt. Du kannst dem nicht entgehen!”
      Und als was soll man denn solche Kommentare sonst auffassen.

      1. förb

        “[…] da ist der Schei**türke aber noch eine der Harmlosen. Da ist aber bis zum Ziegenfi**er alles dabei.”

        Interessant, in was für Foren du dich da so rumtreibst.

        “Immer wird er auf das Kapitel Türke in Deutschland und Integration reduziert. Also da gibt es schon eine ganze Masse an Kommentaren, die man selbst bei allem Wohlwollen nicht anders als rassistisch bezeichnen kann.”

        Türken sind keine Rasse. Immer noch nicht.

      2. Olorin

        “Türken sind keine Rasse. Immer noch nicht.”

        Juden und Schwarze auch nicht. Es gibt überhaupt keine Menschenrassen. Das heißt aber nicht, dass es keinen Rassismus gibt. Ohne dir Rassismus unterstellen zu wollen.

      3. Förb

        Deine Aussage macht keinen Sinn. Sorry.

      4. Olorin

        Inwiefern nicht? Du sagst dass Türken nicht Opfer von Rassismus sein können, da sie keine Rasse sind. Weil es aber nach absolut herrschender wissenschaftlicher Meinung keine Menschenrassen gibt könnte in diesem Fall also überhaupt niemand Opfer von Rassismus werden, Rassismus wäre etwas fiktives wie Zauberei oder eine flache Erde. Mehr hab ich nicht gesagt.

      5. eigentor

        @FÖRB

        “[…] da ist der Schei**türke aber noch eine der Harmlosen. Da ist aber bis zum Ziegenfi**er alles dabei.”
        Interessant, in was für Foren du dich da so rumtreibst.”

        Interessant, wo Anton sich so rumtreibt. Er könnte z.B. FAZ.net gelesen (oder aus deren Forum zitiert) haben.
        Dort hat er erfahren: Die Bezeichnung “Ziegenfi**er” (gegenüber Özil und Gündogan) verwendete der Erste Stadtrat Bernd Holzhauer (SPD-Ostbebra) auf seinem privaten Facebook-Account. Später entschuldigte er sich (selbstverständlich) und bezeichnete sich als “nicht ausländerfeindlich” (selbstverständlich).

        Und selbstverständlich ist eine solche Bezeichnung kein Ausdruck von Rassismus, denn nach Ihrem, FÖRB, Verständnis sind Ziegenficker ja keine Rasse.

        http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/oezil-und-guendogan-spd-stadtrat-beleidigt-nationalspieler-15605678.html

      6. Förb

        Nach eurer Auslegung gibt es also keine Rassen, aber Rassismus. Das kann dann ja nur bedeuten, dass es weniger erleuchtete/in Genforschung gebildete Menschen gibt, die fälschlicherweise denken, dass es Rassen gibt, und dann entlang der Trennungslinien zwischen diesen erfunden Rassen Diskriminierung und Verunglimpfung betreiben. Die besserwisserische, pingelige und im Kern chauvinistische Mentalität, die hinter diesem Begriffsmodell steht, finde ich ehrlich gesagt einigermaßen eklig.

        Menschen benutzen Begriffe zum Zwecke der Kommunikation. Wenn der Begriff “Rassismus” im Zusammenhang mit Diskriminierung von Türken/Moslems benutzt wird, dann ist das eine Verdrehung des Begriffs, deren Intention leicht zu erkennen ist: Es geht darum, die Dringlichkeit, die mit dem “Sachverhalt” des “Rassismus” einhergeht, zu beanspruchen für eine im Grunde menschliche und überall auf der Welt zu findende Verhaltensweise, Fremden gegenüber skeptisch zu sein.

        Die Eskalation der Begrifflichkeiten lehne ich, genau wie die Eskalation der Diskussion, ab.

      7. Olorin

        Dann erklär du doch mal, was deiner Meinung nach Rassismus bedeutet, Förb. Und was es dafür für historische oder gegenwärtige Beispiele gibt.

      8. Förb

        Kein Problem: Sklaverei in den USA, Jim Crow, Apartheid und die aktuelle Konterbewegung mit de facto ethnischer Säuberung.

        Dagegen ist das, was hier als “Rassismus” gelabelt wird ein trockener Pups.

      9. Förb

        Und ich würde dann auch gerne mal deine Definition von Rassismus und, idealerweise, “Nazi” kennenlernen.

      10. wipf1953

        Ich bin mal so frei mit einem Erklärungsversuch:

        Rassismus liegt vor, wenn ein Angehöriger einer Ethnie diese gegenüber anderer Ethnien als überlegen ansieht. Z.B. indem er sagt, “Alle [ bitte einsetzen ] begehen versteckte Fouls und neigen zu Schwalben”.

        Die Aussage als solche, dass es verschiedene menschliche Ethnien gibt, ist kein Rassissmus.

      11. Förb

        Das wäre eine komplette Neudefinition des Begriffs, für die ich keinen Anlass sehe.

        Der Sachverhalt wäre mit “Fremdenfeindlichkeit” oder “ethnischer Chauvinismus” zufriedenstellend bezeichnet.

        Alles andere ist eine unnötige Eskalation.

      12. Olorin

        @Förb
        In meiner Definition bedeutet Rassismus, dass man den Wert von Menschen anhand einiger weniger Parameter (Hautfarbe, Nationalität, Religion…) abstuft und in besser oder schlechter kategorisiert. Ein Nazi ist ein Anhänger des Nationalsozialismus, also ist er antisemitisch, nationalistisch, sozialdarwinistisch und antidemokratisch mit dem Ziel eines autoritären Führerstaates. Ein Nazi ist immer ein Rassist, aber nicht jeder Rassist ist ein Nazi. Das Apartheidsregime Südafrikas beispielsweise war massiv rassistisch, aber es war nicht antisemitisch, schließlich war es sogar auf seine Art demokratisch (wenn auch nur für Weiße).

        “Kein Problem: Sklaverei in den USA, Jim Crow, Apartheid und die aktuelle Konterbewegung mit de facto ethnischer Säuberung.”
        Ok. Für dich ist das Wort “Rasse” also gleichbedeutend mit dem Wort “Hautfarbe”, kann man das so sagen?

        “Dagegen ist das, was hier als “Rassismus” gelabelt wird ein trockener Pups.”
        Das stimmt. Aber das ist eine ganz andere Baustelle als deine bisherige Argumentation. Natürlich gibt es Rassismus in unterschiedlichen Ausprägungen, aber Rassismus bleibts trotzdem. Beispiel: wenn jemand einen Juden mit einem Gürtel schlägt ist das ein “trockener Pups” im Vergleich zum Holocaust. Trotzdem ist beides Antisemitismus.

        “Das wäre eine komplette Neudefinition des Begriffs, für die ich keinen Anlass sehe.”
        Sicher dass es nicht du bist, der hier eine Neudefinition vornimmt? Die wikipedia-Definition von Rassismus lautet: “Rassismus ist eine Gesinnung oder Ideologie, nach der Menschen aufgrund weniger äußerlicher Merkmale – die eine gemeinsame Abstammung vermuten lassen – als sogenannte „Rasse“ kategorisiert und beurteilt werden. Die zur Abgrenzung herangezogenen Merkmale wie Hautfarbe, Körpergröße oder Sprache – aber auch kulturelle Merkmale wie Kleidung oder Bräuche – werden in der biologistischen Bedeutung als grundsätzlicher und bestimmender Faktor menschlicher Fähigkeiten und Eigenschaften gedeutet und nach Wertigkeit eingeteilt. Dabei betrachten Rassisten alle Menschen, die ihren eigenen Merkmalen möglichst ähnlich sind, grundsätzlich als höherwertig, während alle anderen (oftmals abgestuft) als geringerwertig diskriminiert werden.”
        Das ist deutlich näher an den Rassismus-Definitionen von Wipf1953 und mir als an deiner. Dass Rassismus nur gegen Angehörige einer anderen “Rasse” gerichtet sein kann hab ich ehrlich gesagt noch nie gehört. Es wäre auch einigermaßen absurd, weil-wie ich schon weiter oben sagte-es keinerlei wissenschaftliche Definition von unterschiedlichen Menschenrassen gibt.

        “Der Sachverhalt wäre mit “Fremdenfeindlichkeit” oder “ethnischer Chauvinismus” zufriedenstellend bezeichnet.”
        Fremdenfeindlichkeit kann sich nur gegen Fremde richten und ist damit auch nur ein Teilbereich des Rassismus. Um beim wohl bekanntesten Beispiel von Rassismus zu bleiben: Zum Zeitpunkt des Holocaust waren die Juden seit Jahrtausenden in Europa und Deutschland heimisch und mitnichten “fremd”. “Ethnischer Chauvinismus” kenn ich ehrlich gesagt nicht so richtig, das ist kein gängiges Wort. Mag aber sein, dass es ein etwas freundlicher klingendes Synonym ist.

      13. Förb

        Wenn du es kürzer fassen und mehr auf den Punkt bringen kannst diskutiere ich gerne weiter…aber so? Da muss ich ganz ehrlich sagen: Sorry, aber ich habe auch noch anderes zu tun.

      14. Olorin

        Nein, kann ich nicht. Man kann nicht alles beliebig vereinfachen und für komplizierte Sachverhalte braucht man auch manchmal mehr Worte.

  46. Tschemp

    Danke für das obige Posten von Hoeneß’ Originalaussagen. Es wird eben doch nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird.

    Danke auch für die obigen Einsichten von anderen “Betroffenen”, also Migrantenkindern. Passend dazu auch ein interessantes Interview mit einem türkisch-stämmigen Boxer http://m.faz.net/aktuell/sport/fussball/boxer-uensal-arik-ueber-oezil-duemmere-aussage-noch-nicht-gehoert-15704304-p2.html?printPagedArticle=true#pageIndex_1

  47. Schwarzenbeck

    156 Kommentare und counting. Hmm, soll ich da noch was schreiben?

    Ich lasse mal das Thema Özil (Sportlicher Wert, Erdogan-Aktion, rassistische Anfeindungen vorher/nachher etc.) außen vor und konzentriere mich auf unseren (langsam wird es schwer, dieses Wort zu nutzen) lieben Uli.

    – Warum muss er sich zu diesem Thema überhaupt äußern? Ein freundlich-bestimmtes “Fragen Sie mich was zu Bayern-Spielern. Das ist ein Thema zwischen Özil und dem DFB.” ist doch nicht so schlimm, oder?
    – Warum muss er – auch wenn er nur auf das Sportliche geht – polemisieren und maßlos übertreiben? Dass er Özil nie für Bayern wollte ist bekannt. Wenn er schon was sagen muss, dann kann er das doch auch sachlich machen. Oder geht das auch nicht?
    – Und warum nimmt er billigend in Kauf, dass sein Stammtisch-Palaver die durchaus gerechtfertigte Diskussion um rassistische Anfeindungen (wie gesagt Özils Verhalten in Sachen Erdogan und seine Statements außen vor) überlagert?

    Nene, ich sage es ungern, aber die Replik des Beraters von Özil ist so verkehrt nicht. Man musste sich ja schon oft für Hoeness rechtfertigen, oftmals ging das, weil er im Kern richtige Punkte ansprach. Aber langsam ist das Fass nicht nur voll, sondern läuft einfach über. Sein Verhalten ist für mich eines Präsidenten des FC Bayern nicht würdig und in Summe schlicht unter aller Sau.

    1. Tschemp

      Höre die Hoeneß’ Aussagen im Original an (oben gepostet), inklusive Reporterfragen, das beantwortet schon mal Teile deiner Fragen.

      Ansonsten rate ich: wem das Verhalten des Präsidenten nicht zusagt, bald ist wieder JHV. Da kann man hingehen und seine Stimme abgeben. Wer davon als Mitglied nicht Gebrauch macht, ist selbst schuld.

      1. eigentor

        “Höre die Hoeneß’ Aussagen im Original an (oben gepostet), inklusive Reporterfragen, das beantwortet schon mal Teile deiner Fragen.”

        Ich habe mir soeben die Aussagen unseres Aufsichtsratsvorsitzenden “im Original” angehört. (Dank an Kurt für den Link). Sie beantworten keine einzige von Schwarzenbecks Fragen, sondern bestätigen alle.

      2. @Eigentor: Dem schließe ich mich an. Der O-Ton hat sogar zusätzlich noch eine unangenehme Note hinzugefügt, weil man Hoeneß ja mittlerweile kennt und durchaus erkennt, dass er das ganz klar so meint wie er es sagt. Höchst bedenklich.

  48. kitas

    lest alle den seite 3 Artikel von morgen auf der SZ.
    endlich Mal was ausdiferenziertes. es gibt nur Verlierer.

  49. rookie

    Danke msr dass ihr Stellung bezieht. Einfach peinlich der Uli. Ich versuche es immer wieder zu verdrängen. Ein Teil der Vereinsführung meines Lieblingsvereins sind mit dem Gesstz in Konflikt geratene CSU- Amigos die Bild bei ihrem widerlichen Populismus behilflich sind. Wo kann man Man City eigentlich nächste Saison im Fernsehen sehen, wenn schon Katar, kriminell und so, dann wenigstens mit schönem Fußball. Wobei ich bei Kovac irgendwie noch Hoffnung habe

  50. wipf1953

    auch wenn “zwar alles gesagt wurde, aber noch nicht von jedem”, halte ich jetzt einfach mal die Klappe :-)

    1. rookie

      Eins habe ich nie verstanden: wieso ist es ok, wenn der DFB an einer WM in Russland (hallo Diktator Bühne für Putin …) und Katar(wieviele Tote bisher auf den Baustellen) teilnimmt, bei einem Foto eines SPielers mit einem Diktator geht es aber plötzlich um Werte??

      1. rookie

        @Wipf sollte eine allgemeine Frage sein und nicht deinen edlen Entschluss auf die Probe stellen, sorry

      2. Kurt

        Weil es kleine russische und so gut wie gar keine qatarische Diaspora in Deutschland gibt.

        Mit Özil hat das doch alles nur am Rande zu tun, sondern es geht um die offensichtlichen Gräben in der Gesellschaft, mit vor allem türkischstämmigen Deutschen. Zumal hier dann auch noch nicht gerade wenige Kurden wohnen, die ja die Opfer der Erdoganpolitik sind. Es ist also ein viel näheres Problem, als die Opfer Putins oder Tote Bausklaven.

        Deshalb ist es ja nicht direkt “ok” wie du es sagst und wird trotzdem von vielen kritisiert.

  51. liza

    Dieser Blog ist mittlerweile der einzige Grund, weshalb ich mich überhaupt noch als Fan dieses Vereins bezeichnen mag. Sonst wäre es mir in Anbetracht der Worte des Vereinspräsidenten zu peinlich. Vielen Dank an Euch!

    1. Kurt

      Fußball wird halt auch noch gespielt, aber wer braucht das schon zum Fansein heutzutage.

      1. liza

        Fußball ist halt mehr als “nur Fußball”.

      2. Tschemp

        Der FC Bayern ist mehr als nur Hoeneß. So viel mehr. Wer von einer Einzelperson seine Vereinszugehörigkeit abhängig macht, hat für mich weder verstanden, was ein Verein überhaupt ist, noch wie er funktioniert.

        Man muss auch kein Mitglied sein, um den Verein aktiv mitzugestalten!

      3. Es nur an der Person Hoeneß festzumachen, ist auch Quatsch. Aber man muss halt schon sagen, dass der Präsident auch ein Aushängeschild des Vereins ist und die Geschicke des Vereins auch beeinflusst. Es läuft unabhängig von seinem Özil-Interview viel mehr in Bahnen, die sich in meinem Falle nicht mit meinem Verständnis von professionellem und verantwortungsvollem Handeln decken. Der Verein besteht aus vielen Mitarbeitern und Ehrenamtlichen, Trainern und Spielern… aber gerade auf dem Platz wechselt das Personal zu oft, um sich langfristig mit ihm zu identifizieren. Die Führungsebene hingegen ist beim FCB eine Konstante und demnach auch in großem Maße verantwortlich für die eigene (Nicht-)Identifikation mit dem Handeln des Vereins.

    2. Tschemp

      Bist du Fan des Vereines, oder des Vereinspräsidenten? Welches Fandasein war früher? Und welches der beiden Dinge ist veränderbar, und könnte man als mündiges Mitglied sogar selbst beeinflussen?

      1. liza

        Ich war noch nie Mitglied, da früher Geld fehlte, heute die Überzeugung. Zu JHVs o.ä. könnte ich aufgrund räumlicher Ferne eh nicht fahren. Umso mehr Respekt für diejenigen, die mit ihren Mitteln – wie Miasanrot per Blog – versuchen, die Dinge zu verändern!

      2. Kurt

        Man darf aber auch nicht vergessen, dass man sich hier auch in einer kleinen Filterblase befindet Liza.

        Wie auch immer es am Ende ausgeht, wenn gewählt wird, wird vielleicht auch so gewählt, dass hier wieder einige lange Gesichter machen.

        Wären alle so fertig mit dem Verein, wie manche hier in der Kommentarspalte, würde es wohl anders aussehen, oder?

    3. Ich kann da nur für mich sprechen, aber ich bin durch den Sport und meine damalige lokale Nähe zum Verein zu ebendiesem gekommen. Aber heißt das denn, dass man dem Verein auf ewig verbunden bleiben muss, wenn einem das Sportliche zwar nach wie vor zusagt, neben dem Platz aber so einiges gealtig schief läuft und man sich damit nicht identifizieren kann? Ich sag’s ganz ehrlich: Mir gefällt nicht, wie monokausal der eine oder andere hier (z.B. Tschemp oder teilweise auch Kurt) diese Themen sieht bzw. wie ihr versucht, diese anderen Themen vom Ballgetrete zu trennen. Fußball ist kein Treffen von 2×11 Freunden, die mal eben gegen den Ball treten und ansonsten passiert da gar nichts. Profisport ist seit Jahrzehnten schon soviel mehr als nur das Bolzen selbst. Den Rest total auszublenden ist alles andere als sinnvoll, und wer derart in der Öffentlichkeit steht, hat auch eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und gegenüber den Mitwirkenden des Sports.

      Ich bin, anders als z.B. MIC, noch nicht so weit, mich angewidert vom Verein abzuwenden, aber ich werde das sicher weiter verfolgen und irgendwann, sollte sich da noch mehr anhäufen, was ich nicht billigen kann, in Erwägung ziehen. Guten Fußball gibt es auch ohne die (rosa)rote Vereinsbrille.

      1. Tschemp

        Was meinst du mit monokausal?

      2. Hmm, muss mich da wohl entschuldigen. Bei 180 Kommentaren den Überblick zu behalten, wer was gesagt hat, ist gar nicht so einfach. Was ich mit “monokausal” meinte: Weiter oben haben einige Kommentatoren versucht diesen großen Themenkomplex auf einen Hauptgrund runterzubrechen, was der Thematik nicht gerecht wird. Das betraf weiter oben tatsächlich nicht dich, Tschemp.

        “Bist du Fan des Vereines, oder des Vereinspräsidenten?”

        Der Satz hingegen zeigt das, was ich meine, ganz gut, wenn auch “monokausal” vielleicht nicht die beste Wortwahl war (man bedenke die Uhrzeit ^^). Natürlich wird seine Antwort sein “Fan des Vereins”, aber ist der Vereinspräsident denn nicht teil des Vereins? Hat das Handeln des Präsidenten denn nicht Auswirkungen auf den Verein und auch auf andere? Da steckt so viel mehr drin als dass eine entweder-oder-Frage dem gerecht würde.

  52. eigentor

    Am Ende eines langen Tages auf MSR: Danke, Justin, für Deinen Artikel, für Deine klare Haltung, für den Anstoß zu einer Diskussion, in deren Verlauf ich viel erfahren, verstanden und einiges gelernt habe. Das Thema spaltet unsere Gesellschaft. Dass Du Dich davor nicht drückst und Deine Arbeit nicht zu einem “Heile-Welt-für-Bayern-Fan-Blog” verkommen lassen willst, hat meinen vollen Respekt.

    1. Wie so oft schließe ich mich Eigentor auch an dieser Stelle an. Gerade die Kommentarspalte hier zeigt, wie wichtig und nötig der Diskurs ist.

  53. Holdor

    @Bolzplatz:
    “2012,2014, 2016 2018 gab es immer Kritik an ihm größtenteils zu recht weil er aus seiner spielanlage zu wenig gemacht hat.”

    Wer entscheidet eigentlich, ob jemand aus seiner Spielanlage zu wenig gemacht hat? Özil ist Weltmeister. Beckenbauer ist Weltmeister. Kam irgendjemand auf die blöde Idee, Beckenbauer vorzuwerfen, er hätte aus seiner Spielanlage zu wenig gemacht, da ja nur einmal Weltmeister als Spieler wurde? Was, bitte schön, ist die Messlatte für dieses ominöse “aus seiner Spielanlage zu wenig gemacht”? Ich finde, Özil hat aus dem, was er kann (vor’n Ball treten), jede Menge gemacht. Gleiches gilt für Toni Kroos. Aber wahrscheinlich bezeichnen auch den noch manche als das unvollendete Genie. Hat ja gerade mal einen WM-Titel – und gemessen an Ferenc Puskás muss Kroos noch viel lernen und bei Real liefern, hm?
    Mannomann! Schau dir einfach mal an, was Özil für Scorerpunkte bei Real Madrid hatte. Oder was er bei Arsenal abgeliefert hat. Weil Jogi sich gegen Italien vercoacht und Hummels einen gebrauchten Tag hatte, war Özil in deiner Wahrnehmung etwa auch schuld, bei der EM ausgeschieden zu sein? Oder worauf zielst du mit “größtenteils zurecht” und den Jahreszahlen ab? Ohne Özil wären wir 2014 ein noch viel souveräner Weltmeister geworden oder was? Wer hat uns gegen Algerien den Arsch gerettet? Neuer im Tor! Und in der 119. Minute schoss, na wer, das Siegtor? Özil!
    Kann gerne fortgesetzt werden, aber was das Sportliche angeht, finde ich es unter aller Kanone, Mesut Özil an den Pranger zu stellen. Sei es bei der WM 2018 oder 2014 oder bei den EMs dazwischen.

    Und um noch einmal klarzustellen: Bezüglich Erdogan stelle ich mich nicht auf Özils Seite. Das war selten blöd.
    Letzten Endes geht es IMHO für alle immer nur um das Eine: Geld. Weshalb Uli auch nicht auf die Idee kommen wird, Thomas Müller ein schlechtes WM-Zeugnis auszustellen. Denn dann würde er quasi zugeben, dass er verfaulte Tomaten in seinem eigenen Obstladen hätte. Und diese möchte Uli im Notfall lieber noch rechtzeitig losschlagen – was er hätte machen sollen, als der Niederländer den Thomas bei ManUnited haben wollte.

    Just my two cents.

  54. Marco05

    @Mehmet68 und andere
    wie kann man sich anmaßen zu beurteilen, was Hoeneß “versteht” oder nicht???
    Das finde ich in meinen Augen ähnlich verwerflich wie man seinen Kommentar zu dem Thema finden kann.
    Wie kann man einem Mann, der den FCB aus dem Nichts aufgebaut hat unterstellen, irgendein Thema nicht zu verstehen was man ergo selbst viel besser versteht?
    Um im Duktus zu bleiben: Ich verstehs nicht!

    Sollte nur mal gesagt werden. Hoeneß versteht das Thema mit Sicherheit besser als diejenigen denken (und um das zu wissen muss man kein Hellseher sein, sondern nur die Populismus-Taste auf “off” stellen, dann kann man ggf. auch etwas differenzierter mit den Dingen umgehen und die Aussage vom Intellekt trennen). Genauso könnte man behaupten Özil kapiert überhaupt nix. Was vermutlich auch nicht der Wahrheit entspricht, zumal ich gern wüsste, wieviel von dem Statement er selbst verfasst hat…

  55. Mehmet68

    @ Marco005: Danke, dass du u. a. mich nennst, dann kann ich das gerne (aus meiner Sicht) klar stellen.

    Was ist passiert?

    1) Özil baut Mist (Erdogan-Foto).
    2) Grindel und Bierhoff treten nach(!) der WM billig nach, weil sie einen Sündenbock suchen.
    3) Özil entschuldigt sich nicht, sondern rechnet ab, indem er, bzw. seine Berater, bewusst die Rassismus-Karte zieht.

    Bis dahin ist schon alles peinlich genug – und zwar für alle oben Genannten.

    Und dann meint Hoeneß, er muss zur Generalabrechnung mit Özil aus rein sportlicher Sicht ausholen: Ist das nicht instinktlos, wo schon so viel Druck auf dem Kessel ist?

    1. wahrheitsliebender

      @ Mehmet

      Ich sehe es auch so – Hoeneß hat die “sportliche Abrechnungskarte” bewußt als Antwort und aus Wut über Özils “Rassismus-Keule” gezogen!

      Und er hat sich bewußt dafür entschieden Özil “sportlich zu attackieren/zu vernichten”, weil ihm klar ist das ansonsten die Rassismuskeule über ihm geschwungen wird.

      Auf deutsch – Hoeneß hat natürlich klar durchschaut das die Rassismuskeule von Özil nur ein Ablenkungsmanöver ist und ist stinksauer das die Özil-Gündogan Affäre nun dem ganzen deutschen Fussball schadet und offenlegt wie es um die “gelingende Integration” gewisser Kreise tatsächlich bestellt ist.

      Und weil er weiß das er seine Wut über das Verhalten von Özil nicht offen in der eigentlichen Sache “herausbrüllen” kann, hat er sich entschieden sein Überdruckventil in Form von “sportlicher Kritik-/Vernichtung” zu öffnen…

      Und um so mehr ich es bedenke, um so weniger kann ich ihn dafür kritisieren….

      So ist er nunmal der gute Hoeneß und der wird sich auch nicht mehr ändern…

      Und das schreibt jemand der Hoeneß früher durchaus als “überhebliches, arrogantes Arschloch” angesehen hat, irgendwann aber seinen Frieden mit ihm gemacht hat….

      Gruß!

  56. Marco05

    Na geht doch ;)

    Ist doch schon eine ganz andere Aussage als “Hoeneß kapiert nix”.

    Ich meine er hat es bewusst aufs sportliche reduziert. Finde nicht, dass man ihm das Ankreiden kann, gerade aus de, Grund, dass schon “soviel Druck auf dem Kessel ist”. Was wäre wohl los, wenn er auch politisch Stellung bezogen hätte. Dann hieße es wieder er soll sich da raus halten etc.

    Ich denke wir sind uns einig, dass er am besten die Schnauze gehalten hätte. Aber jetzt hat er es nunmal nicht und deswegen sollte man auch nur das bewerten, was er gesagt hat.

    1. jjs

      Er hätte aber auch seinen Mund halten können. Er muss doch die ohnehin überhöhte Temperatur dieser Diskussion nicht zusätzlich anheizen.
      Nebenbei darf man bemerken, dass “unsere” Spieler auch nicht gerade geglänzt haben.

  57. TheSpecialOne1991

    Moin moin erstmal…
    Will hier jetzt keinen Hate betreiben (diese Seite ist nämlich ein absoluter Genuss!), gehe aber in dem Fall mit Hoeneß mit.
    Leistungstechnisch hat Özil meines Erachtens in der ersten Elf der NM schon lange nichts mehr verloren.
    Die paar guten Spiele, die er für Arsenal in letzter Zeit gemacht hat, kann man wirklich an einer Hand abzählen.
    Und waren diese dann nicht auch überwiegend gegen sogenannte kleine Gegner?
    Bei der WM2014 war er für mich ebenfalls nicht stark.

    Zum Thema Rassismus:
    Dieser Vorwurf wird (m.E.) als Mittel zum Zweck genutzt.
    Wer 5x als Nationalspieler des Jahres gewählt worden ist und vor dem Erdogan-Foto nie wirklich ausgepfiffen worden ist (zumindest nicht, dass ich es mitbekommen hätte), bzw. angefeindet worden ist, kann jetzt nicht mit so einem Argument ankommen.
    Vor allem – sind wir mal alle ehrlich – gehe ich davon aus, dass Özil kein einziges Länderspiel für Deutschland absolviert hätte. wenn die Türkei auf ähnlichem/gleichem Level wie Deutschland gespielt

  58. Phil

    Gerade über diesen Blog gestolpert und bin begeistert. Sehr reflektiert geschrieben und vorallem, absolut wahr!
    Lob an den Autor!

    Bin es mittlerweile wirklich leid, mich für die Aussagen von UH und KHR zu schämen. Und das leider “fast” jedes mal, wenn einer der beiden den Mund aufmacht.

  59. Thomas

    Der obige Text ist der schlechteste, den es bei Miasanrot bisher gegeben hat. Er wiederholt ständig die Parole “Rassismus”, belegt diesen Vorwurf aber mit keinem Wort.

    Justin zitiert fast gar nicht aus Özils Rundumschlag; und das mit gutem Grund. Mesut Özil begründet nicht, von wem er rassistisch beleidigt worden sei; er behauptet es lediglich.

    Die Rassismus-Keule ist so billig.

    Sie soll von Özils Fehler und fehlender Selbstkritik ablenken. Mesut Özil denkt immer noch, alle anderen seien schuld.

    Wenn die Rassismus-Keule stimmen würde, warum wurden andere Nationalspieler nicht beleidigt?? Warum blieben Jerome Boateng, Miroslav Klose und Podolski unbehelligt??

    Warum höre ich von Miro Klose keine klagen über “Rassismus” im DFB?

    1. Kurt

      “Mesut Özil denkt immer noch, alle anderen seien schuld.”

      Ich glaube mittlerweile Mesut Özil denkt überhaupt gar nicht. Außer an den nächsten Paycheck. Es offenbaren sich aber langsam die Strukturen. Die WELT beleuchtet gerade Erkut Sögüt. Das scheint ein richtiger Filz zu sein und auch die Verbindung zu Löw lässt aufhorchen. Denn auch wenn Uli mit seiner sportlichen Einschätzung Özils mMn übers Ziel hinaus geschossen ist, es gab ja durchaus seit Langem die Diskussion, warum Özil für Löw unantastbar zu sein schien.

      1. wipf1953

        sehr richtig, KURT!

  60. Kurt74

    Die unglaubliche Frechheit als Fussballmillionär der überall auf der Welt zuhause sein kann und die entsprechenden Freiheiten der durch die dort herrschenden Politik genießt für einen Narzist und Despoten Werbung zu machen welcher die Pressefreiheit abschaffen und politisch unangenehme Gegner ins Gefängniss verschwinden lässt handelst du in einen Absatz mit fehlende Selbstreflektion ab. Özil, ein Idol von Millionen macht Werbung dafür das genau diese welche sämtliche Freiheiten in Deutschland leben genießen dürfen für die Türkei genau das Gegenteil wählen sollen, nämlich eine Diktatur. Manche Aussagen von Erdowahn erinnert mich sehr stark an die Zeit als Hitler an die Macht kam, inhaltlich sind sie sich erschreckend ähnlich und für ihn ist zb. das NS-Regime ja ein Beispiel eines funktionierenden Präsidialsystems.
    Für einen solchen Despoten Werbung zu machen kann man nicht einfach als Naivität oder Dummheit abtun.

    Dafür aber wird das Erdogate verwendet um die Rasismusskeule mit voller Leidenschaft zu schwingen. Das ist meine Kritik an diesem Beitrag bzw. an dich Justin. Ich würde mir wünschen das du auch mit derselben Leidenschaft die Thematik um das Foto angehen würdest. Mir kann nämlich keiner erzählen das Özil wirklich so Naiv oder Dumm ist und die Tragweite und die Botschaft dieses Treffen nicht vorrausahnen konnte. Er sieht sich nur als armes Opfer und alle Kritiker sind einfach nur Rassisten. Tut mir leid, das ist mir viel zu einfach. Ich bin nicht blind und weiß es das allgemein einen deutlichen Ruck nach Rechts gibt innerhalb der Gesellschaft bzw. eine Spaltung. Aber trotzdem halte ich das beliebte Rasismusskeule schwingen für gefährlich denn sie unterdrückt auch jede Stimme die nicht zur allgemeinen übertriebenen politischen Korrektheit passt.

    Was Hoeneß angeht, wer das Interview gesehen hat weiss, zumindest für mich ist es so, das seine Aussagen sich auf den Fussballer Özil beziehen und nicht auf den Deutsch-Türken Özil. Man kann ihn dafür kritisieren das er das sagt was ihm auf der Leber liegt aber ihn dafür auch nur ansatzweise Rassismus zu unterstellen halte ich für Weltfremd.

    Ich würde mir wünschen das dieser Beitrag einer der wenigen bleibt mit politischen Inhalt, den da prallen Meinungen und Glaubenssätze zusammen welche sich niemals miteinander vertragen werden und wir sind hier weil wir Fussballfans sind und unser Verein der FC Bayern ist.

    1. f

      Warum Du da bist, hast Du geschrieben. Warum Ich hier bin weißt Du nicht. Ich sag es Dir aber gerne: Ich bin hier und Fan vom FCB, weil ich als 7-jähriger das erste Mal im Oly war und ein Spiel der Bayern gesehen habe. Weil ich Jean Marie Pfaff später toll fand. Weil das Pokalfinale 82 mich begeistert hat. Weil… ganz viele weitere Ereignisse mich geprägt haben. Mittlerweile aber auch, weil ich mich mit der Geschichte des Clubs beschäftigt habe. Und vielleicht sagt Dir der Name Landauer etwas. Und dann behaupte, dass Politik und Fußball einander ausschließen.

      1. Kurt74

        Jean Marie Pfaff war dazumal schon ne coole Socke wobei ich ihn mehr aus den späteren Interviews und den alten Youtube Videos kenne. Bis zu meiner Jugendzeit ging Fussball und Vereine ein wenig an mir vorbei.
        Mitte 90 bin ich dank Matthäus, Effenberg usw. auf Bayern aufmerksam geworden, entgültig erwischt hat es mich 2001 mit der 5min Meisterschaft von Schalke. Diese Spannung und der Wahnsinn haben mich vollkommen mitgerissen. Als Kahn dann “Da ist das Ding!” gebrüllt hat.. unbeschreiblich. Ich gucke heute noch die Videos dazu an :D
        Schade das viele junge Bayernfans nur noch den heutigen Loddar kennen mitsamt seinen Frauengeschichten. Für mich war er zu seiner Zeit einer der besten Fussballer der Welt. Kein Künstler wie Zidane, kein Zauberer wie Maradonna aber ein Kapitän der wie kein anderer eine Mannschaft führen und lenken konnte und dazu noch ein exzellenter Techniker der den über alles Fussball liebte. Für mich die personifizierte “Weiter, immer weiter! -Mentalität” welchen den FCB so auszeichnet.
        Die Landauer Zeit kenne ich durch eine hervorragende FCB Dokumentation. Schon beeindruckend was dieser Mann dazumal für den Verein geleistet hat.

        Nur ist das für mich schon ein wenig zu weit weg. Genau wie für mich alles vor den 70/80er schon zu weit weg ist. Ist gehöre gottseidank schon zu der Generation welche mit den Nachwirkungen des 2. Weltkrieges schon gar nicht mehr in Berührung gekommen ist. Vielleicht auch ein Grund warum ich diese übertriebene politische Korrektheit heutzutage nicht nachvollziehen kann oder nicht verstehe warum Deutschland immer noch im Büßergewand rumlaufen soll und sich selbst kasteien muss. Mittlerweile nimmt doch schon die 2. Generation nach den Weltkriegen die Geschicke des Landes in die Hand die für die Taten ihre Vorfahren überhaupt nichts können. Es reicht heute sogar mehr den je aus die Nazikeule zu schwingen um jegliche Kritik, Diskussion und Überlegungen im Keim zu ersticken weil einmal medial ins rechte Eck gestellt kommst du da nicht mehr raus. Und genau das macht ironischerweise die AfD von Jahr zu Jahr stärker und das beobachte ich mit einigen Sorgen. Aber nun bin ich schon wieder zu sehr ins politische Eck abgedriftet ;)

    2. Rainer

      @Kurt 74
      „Ich würde mir wünschen das dieser Beitrag einer der wenigen bleibt mit politischen Inhalt, den da prallen Meinungen und Glaubenssätze zusammen welche sich niemals miteinander vertragen werden und wir sind hier weil wir Fussballfans sind und unser Verein der FC Bayern ist.“
      Das sehe ich ebenfalls so. Auch das U.H den Fußballer Özil angegriffen hat, und nicht den Deutsch Türken Özil, trifft zu. Ob er Özils Leistungen zu Recht kritisiert, steht auf einem anderen Blatt. Trotzdem würde ich mir wünschen, das U.H. seine von ihm selbst angekündigte Zurückhaltung in den Medien, umsetzt. Es sind oft Äußerungen dabei, bei denen ich denke, das hätte er sich jetzt wirklich sparen können.

    3. Thomas

      Mir kann nämlich keiner erzählen, dass Özil wirklich so Naiv oder Dumm ist und die Tragweite und die Botschaft dieses Treffen nicht vorrausahnen konnte. Er sieht sich nur als armes Opfer und alle Kritiker sind einfach nur Rassisten. Tut mir leid, das ist mir viel zu einfach.

      Gut gesprochen, Kurt. Deine Argumentationslinie kommt in Justins Kommentar aber überhaupt nicht vor. Justin leugnet sogar die fehlende Selbstreflexion von Mesut Özil. Beim DFB geht Justin aber lang und breit auf dessen fehlende Selbstreflexion ein (und da hat Justin sogar recht).

      Erdogan hat Tausende Offiziere aus der Armee werfen lassen. Erdogan hat die Säuberungswelle in der türkischen Bürokratie fortgesetzt. Und es sitzt nicht nur Deniz Yücel im Knast!

      Den ließ er dann frei auf Bitten von Sigmar Gabriel; aber 100 andere sitzen weiter *ohne Anklage* hinter Gitter.

      Und diesem Erdogan huldige ich als Mesut Özil im Wahlkampf?? Wirklich???

      Und wenn ich dafür kritisiert werde, dann werte ich meine Kritiker als “Rassisten” ab …!

  61. John

    Lieber Justin,
    einen Artikel, mit der Überschrift „Özil hat es nicht verstanden“, gleich nach Veröffentlichung des Özil/Erdogan-Photos, hätte ich mir von Dir gewünscht.
    Özil hat nämlich mit dem Photo mehr Schaden angerichtet, als all die Anderen , die sich im Nachhinein unglücklich/unsäglich geäußert haben. Wenn jemand wirklich an Integration interessiert ist, hätte man hier bereits eingreifen müssen. Ich erkläre Dir auch warum ich es so sehe.
    Özil hat nicht nur den „normalen deutschen Bürger“ irritiert, sondern auch Spaltung innerhalb der türkischen Bevölkerung Detschlands in Kauf genommen und auch tatsächlich verursacht. Die Erdogan-Wähler fühlten sich bestärkt und gingen damit auf Konfrontation mit den Nicht-Erdoga-Wähler. Ähnliches hab ich nur erlebt zu Beginn des Bürgerkriegs in Jugoslawien. Von einem Tag auf den nächsten wurden Freundschaten zerstört, nur weil jetzt plötzlich einer Serbe und der andere Kroate und der nächste Bosnier war.
    Und das Özil-Photo hat ähnliches bewirkt.
    Die Erdogan-Wähler haben die Nicht-Erdogan-Wähler beschimpft, vor allem die Aleviten mussten darunter leiden. Wenn Özil wissen möchte was Rassismus ist, dann soll er mal beim Erdogan nachfragen, wie er es mit den Aleviten macht. Falls sich in Deinem Freundeskreis Aleviten befinden, dann frag mal nach. Allein dieses Bild hat viele Freundschaften zerstört und Hass unter den in Deutschland lebenden Türken geschürt. Wir selber habe bis 2013 sehr gerne unseren Familienurlaub in der Türkei verbracht. 2013, d.h. ich war in der Türkei während der Taksim-Aufstände und durfte miterleben wie Erdogan Medienzensur betrieben hat. Ich musste, schweren Herzens, meinen Kindern erklären, dass wir nicht mehr in die Türkei fliegen, solange Erdogan an der Macht ist. Dann dieses Photo. Meine Kinder fragten mich, wieso denn Özil sich eben mit diesem Erdogan ablichten lässt.
    Und ich behaupte mal, so ging es vielen in diesem Land, Deutschen und Türken, Deutschtürken und all den anderen Menschen mit Migrationshintergrund.
    Wieso nur Mesut? Du solltest doch Vorbild sein in Sachen Integration, du der deutsche Weltmeister. Ausgerechnet DU hast dieses Fass aufgemacht, (türkische) Arbeitskollegen zu Feinden werden lassen, den Hass zwischen Nachbarn entfacht. Grindel, Bierhoff und Hoeneß habe sich selten dämlich verhalten, aber DU Mesut hättest all das, auch danach, mit Reue und eingestehen des Fehlers, verhindern können. Und deshalb lieber Justin hätte ich mir o. g. Überschrift gewünscht.
    Rot-weiße-Grüße

  62. Gegen selbstgerechte Deutsche

    Fußballfans sind wirklich gut: Wenn sie schon mal frei haben und jenseits der Pflichten des Alltags ein Interesse ins Auge fassen, dann fällt ihnen nichts Besseres ein, als eine ‚Gemeinsamkeit‘ zu praktizieren, in der schon wieder die einschlägigen Modalverben den Takt bestimmen: Was darf, was muss ich und vor allem jedes andere Mitglied tun, damit „unsere“ Gemeinschaft und ihr fragloses Recht auf Erfolg sich durchsetzt? Sie fingieren eine freiwillige Unterordnung unter ein Kollektiv, das ihnen einen ganzen Katalog von Ritualen, Pflichten und Schuldigkeiten der Mitglieder untereinander vorgibt, zu dem sie sich begeistert und demonstrativ als ihrem Schicksal bekennen. So stilisieren sie ihre Anhänglichkeit an eine Mannschaft glatt zu einer Art auserwählter Gemeinschaft, einem einzig wahren Kollektiv, dem sie in der kämpferischen Auseinandersetzung dienen wollen und müssen. Da, im Kampf gegen andere, wird die eigene Gemeinschaft nämlich überhaupt erst so richtig fühlbar, und das macht für Fans dann auch den Reiz am Spiel um Tore aus: Sie nehmen es als Selbstbehauptung der eigenen Schicksalsgemeinschaft, deren Ehre sie sich zum ganz persönlichen Anliegen machen. Jubel oder Niedergeschlagenheit des Menschen ist komplett das Derivat davon, wie die eigene Gemeinschaft in der Konkurrenz gegen die andern dasteht.

    Mit dieser schönen Freizeitbeschäftigung freier Menschen ist die Einstellung fix und fertig, welche notorisch die unschönen Praktiken hervorbringt, die unter Umständen von offizieller Seite als Rassismus gegeißelt werden. Fans sind eben der festen Überzeugung, einem ehrenwerten Kollektiv anzugehören, das die moralische Gesinnung all seiner Mitglieder eint und von daher alle anderen prinzipiell ausgrenzt. Die offiziell geächteten Hässlichkeiten im Fußball dann mit Appellen zu mehr Toleranz, mit bunten TV-Bildern zu bekämpfen, in denen mit dem Trikottausch Aussehen und Hautfarbe der Person wechseln, geht an der Sache vorbei. Über die Hautfarbe als Merkmal der scharfen Abgrenzung von „uns“ gegen die andern sind moderne Fans im globalisierten Fußballgeschäft nämlich oft hinaus. Wenn es mal einen dunkelhäutigen Österreicher von der Westküste Afrikas in die eigene Mannschaft verschlägt, ist auch der recht – wenn er Tore schießt oder verhindert, gehört er echt zu „uns“. Als „Rasse“-Merkmal reicht heute die eigene Vereinsfahne, die die Zugehörigkeit zur richtigen Gemeinschaft symbolisiert…

  63. Eigentor

    „Ich würde mir wünschen das dieser Beitrag einer der wenigen bleibt mit politischen Inhalt, den da prallen Meinungen und Glaubenssätze zusammen welche sich niemals miteinander vertragen werden und wir sind hier weil wir Fussballfans sind und unser Verein der FC Bayern ist.“

    „Wir“ sind hier alle Fußballfans und „unser“ Verein ist der FCB.
    „Wir“ stehen aber hier nicht unter Harmoniezwang.
    Die Diskussion hier ist kontrovers, sie ist Abbild „unseres“ gesellschaftlichen Zustandes.
    Die z.T. heftigen Reaktionen auf Özils Erklärungen zeigen doch deutlich, dass dieses Thema viel zu lange „unter der Decke“ gehalten wurde.
    Glauben Sie ernsthaft, Fußball und gesellschaftliches Umfeld liessen sich trennen? Özil liesse sich argumentativ in den Fußballer und den Moslem zerlegen?
    Soll Justin ernsthaft bei seinem nächsten Artikel über die Kurt-Landauer-Stiftung deren Aktivitäten gänzlich beiseite lassen und nur berichten, wenn sie gelegentlich mal kicken?

  64. John

    @ MSR Team
    Kann es sein, dass nicht alle Kommentare freigegeben werden?

    1. Doch, aber es verzögert sich durchaus, da wir in unseren Jobs gut eingespannt sind.

  65. jjs

    Kurz noch: Ich war wirklich nie ein Fan von Mesut Özil, aber der Satz “Wenn wir gewinnen, bin ich Deutscher, wenn wir verlieren, ein Immigrant” (oder so ähnlich) ist vielleicht – gestern war ich noch anderer Meinung – nicht so weit hergeholt. Ich bin mir sicher, diese Diskussion hätte es in der Form nicht gegeben, wären wir (wieder) Weltmeister geworden wären oder zumindest das Halbfinale erreicht hätten.
    Abgesehen davon müssen wir uns eingestehen, dass Teile unserer Gesellschaft ein wenig nach rechts gerutscht ist, bzw. es offener zeigt. Ich glaube, bei Anpassungsprozessen war das schon immer so.
    Kurz nach der Wende (das war mal wirklich ein Einschnitt) hatten wir schon mal dieses Problem: Ich weiß jetzt nicht, wie alt die meisten hier sind, aber ich kann mich noch sehr gut an die Ausschreitungen in Rostock Lichtenhagen oder Solingen erinnern. In Bayern hatten wir damals die “Republikaner”.
    Jetzt, nach den, wie soll ich es nennen, “Gesellschaftliche Verschiebungen” nach der großen Flüchtlingswelle in 2015/2016, der nächste große “Einschnitt”, haben wir diese Anpassunprozesse wieder.
    Wir werden alle wieder hart arbeiten müssen, dass sich das Klima wieder ändert.
    Mir schaudert, wie das Klima wäre, oder auch wird, wenn wir wieder sechs Millionen Arbeitslose haben, wie 2003 bis 2005 hätten …
    Was mich am allermeisten ärgert: Erdogan hat GENAU das erreicht, was er erreichen wollte, nämlich eine weitere Spaltung zwischen Deutschland und der Türkei, und auch eine Spaltung INNERHALB Deutschlands und der Türkei. “Teile und Herrsche” mal anders.
    Okay, war jetzt nicht kurz, und stilistisch auch nicht besonders gelungen. Aber es mußte raus.

  66. jjs

    Bei jetzt 234 Forumsbeiträgen kann man getrost sagen, dass das scheinbar “alles mal raus” musste.
    Glückwunsch auch an Justin für die Themenwahl – relevant und erfolgreich :-)

  67. willythegreat

    Wenn unsere Politiker Deals mit Erdogan, Putin, China, Saudi-Arabien etc machen, geht es dabei um wirtschaftliche Aspekte, von denen viele Menschen in unserem Land profitieren (Moral hin oder her). Rüstungsdeals bringen Aufträge und somit Arbeitsplätze und Steuereinnahmen von denen viele Menschen in unserem Land profitieren, auch wenn an dem Geld buchstäblich Blut klebt. Auch der Flüchtlingsdeal mit Ergogan hat in erster Linie ein gesellschaftliches Ziel, nämlich Dampf vom ohnehin brodelnden Kessel zu nehmen indem man verhindert, dass noch mehr Flüchtlinge aus türkischen Lagern sich auf den Weg zu uns machen. Ich denke kaum, dass irgend einer unserer Politiker gerne Geschäfte mit Erdogan macht und sich gerne mit ihm trifft. Sie machen es, weil sie daraus Vorteile für unser Land sehen und sie somit abwägen müssen, ob man lieber jeglichen Kontakt vermeidet oder eben in den sauren Apfel beißt und der Vorteile wegen Geschäfte abschließt.
    Wenn eine Privatperson wie Özil (oder auch Gündogan) sich dagegen aus freien Stücken mit Erdogan ablichten lässt, dann ist das für mich weitaus gravierender. Man stelle sich vor, ein deutscher Nationalspieler ohne Migrationshintergrund ließe sich in der Wahlkampfzeit mit einem AfD-Politiker ablichten. Das Geschrei wäre zurecht groß und ich bin mir ziemlich sicher, dass man ein solches Verhalten nicht dulden würde, was auch gut so ist.
    Özil mag von mir aus ein Verehrer von Erdogan sein bzw. dem Amt des türkischen Präsidenten die Ehre erweisen und damit zu seinen Wurzeln stehen. Sicherlich hat er noch immer Verwandte und Bekannte, die furchtbar stolz darauf sind, dass er den Präsidenten der Türkei trifft. Mit dieser Tatsache habe ich kein Problem. Ich hätte im Übrigen auch kein Problem damit, wenn ein Nationalspieler die AfD wählt. Aber das Ganze hat für mich im nicht-öffentlichen Raum stattzufinden. Ich finde generell, dass für Nationalspieler sämtliche Sympathiebezeugungen für Politiker zu unterlassen sind und wenn es dazu kommt, sollte dies eben auch Konsequenzen haben. Diese Konsequenzen können je nach geäußerter Ansicht natürlich unterschiedlich ausfallen. Lässt sich ein Spieler mit Politikern ablichten, die fest auf dem Boden des Grundgesetzes agieren, würde zweifelsfrei auch eine Ermahnung zur Neutralität vonseiten des DFB reichen. Im Falle von Özil und Gündogan wäre die einzig richtige Konsequenz eine Suspendierung gewesen, da die Person, mit der sich beide ablichten ließen und der sie durch diese Aktion zweifelsfrei ihre Ehre erwiesen, in seiner Einstellung in krassem Gegensatz zu den Werten steht, die der DFB verkörpern möchte.
    Nochmal: Trifft Özil den Präsidenten der Heimat seiner Eltern und Großeltern, dann ist das für mich ok. Schenkt er ihm ein Trikot ist das auch in Ordnung, solange es in einem internen Rahmen passiert. Grinst er dabei aber ergriffen in die Kamera und verschafft seinem Gegenüber damit einen großen Werbeeffekt für den Wahlkampf, dann ist das völlig daneben und gehört sanktioniert. Ich glaube kaum, dass Erdogan vorhatte, sich mit zwei Fußballern mit türkischen Wurzeln auf einen lockeren Plausch über Fußball zu treffen. Der hatte einzig und allein die Absicht, diese bekannten Gesichter der deutsch-türkischen Gemeinde als Gallionsfiguren für seinen Wahlkampf zu benutzen, was ihm bestens gelungen ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Tatsache für Özil eine Überraschung darstellt. Falls ja, hat er eben aufgrund eigener Dämlichkeit und Naivität Pech gehabt. Da ich aber davon ausgehe, dass er das billigend in Kauf nahm, hat er für mich keine Berechtigung, sich als unschuldiges Opfer darzustellen und alle Schuld auf andere zu schieben.

    1. Anton

      Überlege doch mal – in den letzten 5 Jahren hat es viermal einen Fototermin Özil-Erdogan in London gegeben. Und keiner dieser vier Termine hat irgendeinen interessiert. Und es ist ja nicht so, dass der Erdogan von heute ein anderer ist, als der vor 2 oder auch 4 Jahren.
      Und jetzt beim 5. Mal macht die AKP ein Fass auf und danach alle Medien. Da muß man auch als Özil erst mal drauf kommen.
      Nach einem der ersten Shootings mit dem Herrn wurde er von den Fans – und ja nicht nur einmal – zum Nationalspieler des Jahres gewählt.
      Und nach dem letzten Shooting darf er sich sogar von einem CDU-Politiker als Ziegenfi**er beschimpfen lassen.

      Erkläre doch mal diesen Stimmungswechsel – gestern egal, heute Aufstand!
      Und dann überlege mal, wieviele “Stars ” sich mit irgendwelchen wildfremden Menschen, von denen sie auch nicht wissen, was sie wirklich sind, auf Selfies “seelig lächelnd” verewigen und dann im Netz präsentieren lassen -ohne auch nur für 5 Cent darüber nachzudenken.

      Das heißt nicht, dass ich diese Fotogeschichte verharmlosen will. Aber der einzige der von dieser ganzen Sache wirklich profitiert, ist ein gewisser Erdogan – das haben nur einige noch nicht begriffen.
      In einem Land wie Deutschland gibt es seit 10 Wochen das Thema Özil, bis hin zu immerhin 15 min in der heute-Sendung.
      Geht’s eigentlich noch? Wie sagte der Herr Außenminister: Da wird wegen eines seit Jahren in England lebenden und arbeitenden Multimillionärs in Deutschland eine Integrationsdebatte losgetreten. Ist das eigentlich wirklich nötig.
      Recht hat der Mann. CDU, SPD, Grüne, AFD, DFB, DFL, FCB-Präsident – und das alles wegen eines Fußballers und seines Rücktritts.

  68. Eigentor

    „Und nach dem letzten Shooting darf er sich sogar von einem CDU-Politiker als Ziegenfi**er beschimpfen lassen.“

    Ich glaube, die Bezeichnung stammt von dem SPD-Politiker Bernd Holzhauer, wie ich weiter oben -per Link zu FAZ.net – belegt habe. An der Widerlichkeit der Äusserung ändert sich natürlich nichts.
    Im übrigen kann ich nicht dem Argument folgen, WEGEN Özil sei eine Integrationsdebatte losgetreten.
    Özil ist sicherlich nicht die Ursache für Fehlentwicklungen in Sachen Integration. Die (längst überfällige) Diskussion darüber hat er höchstens ausgelöst.

    1. Anton

      Okay, dann war es vieleicht einer von der SPD, was die Sache ja nicht besser macht.
      Diese ganze angebliche Integrationsdebatte ist doch eigentlich im Bezug auf Ozil völliger Unfug.
      Der Mann lebt seit 2010 – also seit mittlerweile 8 Jahren nicht mehr in Deutschland.
      Wo darf er sich denn bitte integrieren. Im Land seiner Herkunft-Deutschland? Im Land seiner Wurzeln -Türkei? ImLand seines derzeitigen Lebensmittelpunkts – England? Wie hätte es denn der jeweilige Kommentator in den Medien gerne. Soll er jetzt in England den Türken oder den Deutschen geben?
      Hier wird sich doch seit ewigen Zeiten in die Tasche gelogen!
      Da gibt es Jungs, die seit Kindergartenzeiten befreundet sind, zusammen im Verein Fußball spielen, zusammen ihren Schulabschluß feiern – obwohl sie aus unterschiedlichen Kulturen stammen. Und genauso gibt es die anderen, die schon seit der Kindheit – warum auch immer – nichts miteinander anfangen können.
      Und das war auch schon früher so, dank der entsprechenden Vorurteile.
      Wie sagte meine Oma vor mittlerweile 60 Jahren – mit denen spielt man nicht, die sind evangelisch! Also ob das eine Krankheit wäre.
      Die Gegensätze/Abneigungen zwischen Landsmannschaften wollen wir gar nicht erst thematisieren.
      Was war das denn in Sachen Integration? Was ist denn im kleinen mit denen, die von wo auch immer plötzlich in den Ort ziehen! Nach wieviel Jahrzehnten gehört man denn zu den “Einheimischen”. Was ist das denn anderes? Und dann kommt dann auch noch einer aus dem Ausland-egal woher!
      Tun wir doch nicht so, als ob das in allen Ländern dieser Welt etwas außergewöhnliches wäre.

      Frag doch mal einen Griechen, was er von den Türken hält – und umgekehrt. Deutsche und Österreicher, Flamen und Wallonen, Engländer und Iren, Serben und Kroaten, und, und, und.
      Nicht mal innerhalb eines Landes funktioniert es. Nord- und Süditaliener, Bayern und Preußen – wobei alles was nicht südlich der Donau lebt, sowieso schon Preußen sind. Sachsen und Brandenburger – von Ost und West gar nicht zu reden.
      Sag mal zu einemNiederländer aus der Proviz Limburg, er wäre Holländer – dann ist aber was los. Bretonen und Pariser.

      Überall das gleiche Theater – es klappt nicht einmal im Inland und dann wird erwartet, dass es mit Ausländern ganz einfach ist. Wie denn?
      Also welche Diskussion oder Debatte bitte? Wenn es doch schon im eigenen Land nicht wirklich klappt.
      Es lebe das Vorurteil – und die kann man eben nicht ausrotten.

      1. Thomas

        @Anton: Apropos Integration! Mesut Özil hat einen Preis erhalten für vorbildliche Integration. Ich glaube, es war der Bambi.

  69. wahrheitsliebender

    @ Justin

    abschließend noch was persönlich an Dich gerichtet:

    Ich finde es schändlich das du meinen letzten Beitrag auch wieder gelöscht hast und damit die Aufklärung der Leser unterbindest, um was es in der Özil-Erdogan-Affäre tatsächlich geht / welch gewaltigen und unheilvollen Hintergrund das ganze hat…

    Merkt ihr eigentlich gar nicht was ihr da machts? Ihr stellts euch damit auf die Seite des Bösen und verhinderts die Aufklärung der Bevölkerung über die Gefahren des kommenden/neuen “Nazi-Reiches”!

    Im Christentum / der Bibel gibt es den Spruch: “wem viel/mehr (an Wissen/Einsicht) gegeben ist, von dem wird auch mehr (Verantwortung) verlangt”….

    Ich habe dir Einsicht gegeben, wer Erdogan wirklich ist, was Özil in ihm sieht und was Kommen wird…

    Du aber hast dich entschieden, deiner Verantwortung nicht gerecht zu werden und diese Wahrheit denn Lesern hier vorzuenthalten….

    Damit bist/wirst auch du zu einem “Diener/Steigbügelhalter des kommenden Bösen”…

    Und du wirst dich dereinst vor dem Thron Gottes dafür verantworten müssen (ich hoffe du hast dann eine gute Ausrede parat….)

    Gruß, das wars ich werde euch nicht / nie mehr mit der Wahrheit belästigen….

    Oder wie Jesus es auszudrücken pflegte “werft den Schweinen keine Perlen vor, den sie werden die Perlen zertreten und könnten sich umwenden und euch zerreißen”….

    Und das ist ja im heutigen Deutschland auch regelmäßig der Fall = das man für das Verbreiten der Wahrheit am Schluß gar noch angezeigt oder des Rassismus bezichtigt wird…

    Nun aber gut…

    1. Hallo, nicht Justin, sondern ich habe deine Kommentare nicht gelöscht, sondern in unseren Moderationsfilter gesteckt. Der führt dazu, dass wir jeden vorab lesen und individuell freigeben oder ablehnen müssen. Insbesondere da, wo du dich in Vergleichen übst, Personen Aussagen und Intentionen unterstellst und diese nicht belegen kannst, sondern mit Anführungszeichen versiehst oder direkt als Wahrheit verkaufst, habe ich von einer Freischaltung abgesehen.

      1. Lukas

        Aber Jan, wenn du die Botschaft des HAILAND nicht vernehmen mögest, wirst du nie WAHRHEIT erfahren! Böses bahnet sich an, das zeigte schon das Abendrot am gestrigen Abend, das war ein ZEICHEN. Nur wer die WAHRHEIT schaut kann der bitteren Zukunft standhalten. Wie sagte einst Jesus Christus? “Desto dümmer die Menschen, desto früher war alles besser”. Von Matthäus (nicht der Loddar, der kann glaube ich gar nicht schreiben) kommt noch der Zusatz “und desto bösartiger erscheint die Zukunft”.

        Ich senke nun mein Haupt in Demut, auf das ich als linksangehauchter Student auch irgendwann die Wahrheit erkennen werde!!1!!drölf!

      2. John

        @Lukas
        Schöner Name, passt übrigens gut zu Matthäus.
        Den Kommentar hättest du dir sparen können.
        Sicherlich verurteilst du Islamfeindlichkeit und Antisemitismus. Ich selbstverständlich auch. Beim Christentum scheint es dir aber nicht so wichtig zu sein. Auch wenn du der Meinung bist, dass @Wahrheitsliebender ein Schmarrn geschrieben hat, mit diesem Text hast du Christen im Allgemeinen beleidigt.
        Vielleicht war es aus dem Affekt heraus, trotzdem wäre es schön wenn du Christen, mit der gleichen Toleranz und dem gleichen Respekt begegnen würdest, wie Moslems oder Juden.
        RwG

      3. Lukas

        Bruder, das war ein Versuch Humor durch das Medium der Satire (vllt bissel Zynismus) anzuwenden… Tut mir leid, wenn es fehlgeschlagen ist! Humor ist eh nicht mehr so angesagt heutzutage. Wobei ich auch bemerke, dass ich Sachen oft nur selbst lustig finde und andere nicht so… Erneut senke ich mein Haupt in Demut.

  70. gallier

    Das Ganze ist einfach beschämend…

    Beschämend, dass Erwachsene nicht überlegen, mit welchem Politiker man sich fotografieren lässt und was das Signal ist.
    Beschämend, dass der DFB die Sache nicht vor der WM geklärt hat.
    Beschämend, dass der DFB nach der WM die Angelegenheit richtig hochkochte.
    Beschämend, dass ein 29-Jähriger persönliche Texte von seinen Beratern schreiben lässt.
    Beschämend, dass die Verbitterung des 29-Jährigen so groß ist, dass man gleichzeitig freudige Urlaubsfotos postet.
    Beschämend, dass ein Text, in dem man für sich reklamiert, doch ein Vorzeige-Integrierter zu sein, in Englisch verfasst ist.
    Beschämend, was noch so alles Abstruses in dem Text steht, der so Interpretationen jeglicher Couleur Tür und Tor öffnet.
    Beschämend, dass es im Jahr 2018 immer noch ausreicht, Rassismus zu unterstellen, und die ganze Debatte dreht sich nur noch darum.
    Beschämend, wie tief das Niveau in Deutschland mittlerweile bis in die obersten Stellen gesunken ist.

    Das Ganze ist einfach beschämend.

    1. Anton

      Frage an den Gallier – du müsstest als Gallier ja deine Texte eigentlich in Französisch schreiben. In welcher Sprache schreibt einer der seit 5 Jahren in England lebt? Warum posten eigentlich Leute wie Boateng, Müller, Mertesacker bei Twitter alle auf Englisch. Oder ist der Müller auch nicht integriert.

      1. gallier

        Mein Nick hat nichts mit Gallien zu tun, es ist eben nur ein Nick. Ich weiß nicht, ob man sich hier auch dafür noch rechtfertigen muss.

        Er (Özil) hätte auch in Deutsch schreiben können. Er ist doch Deutscher, oder?

        Ich weiss nicht, warum Boateng, Müller und Mertesacker bei Twitter alle auf Englisch posten. Vielleicht, weil die Leute, die sie damit erreichen wollen, nicht alle die deutsche Sprache beherrschen?

        Müller ist Ur-Bayer und Deutscher.

      2. Eigentor

        „Er (Özil) hätte auch in Deutsch schreiben können. Er ist doch Deutscher, oder?“

        Seine Nationalität spielt hierbei nicht die geringste Rolle.
        Er (bzw. sein Texter) wählt als Medium Twitter. Dort hat er zwischen 20.000.000 und 30.000.000 „Follower“. Diese textet er, wie andere deutsche Nationalspieler, sei Jahren auf Englisch zu.
        Es ist nun mal die Weltsprache.
        Dazu erreicht er neben seinen Followern vor allem andere Medien (TV, Radiostationen, Zeitungen, Internet), die als Multiplikatoren seinen Text weiterverbreiten -weltweit. Das gelingt schneller, wenn die „Botschaft“ auf englisch vorliegt. Nicht jeder kann rasch aus dem Deutschen übersetzen.
        Mit anderen Worten: Ich glaube, sein Statement war nicht in erster Linie an die deutsche Öffentlichkeit adressiert. Er wollte die Bombe weltweit hochgehen lassen. Das ist ihm gelungen.
        Grindels Aufforderung, sich endlich zu äußern, hat er damit jedenfalls eiskalt gekontert.

  71. Fänger

    Für mich ein großes Problem in der gesamten Diskussion ist, dass die “Lager” immer weiter auseinander driften und niemand bereit ist, aufeinander zu zugehen. Man spricht nicht mehr miteinander, sondern versucht in der Diskussion nur noch seinen Punkt zu machen. dabei können sich die meisten eigentlich auf die grundlegenden Fakten einigen. Aber die Gewichtung ist bei jedem anders.
    So kommt man natürlich nie zu einer gemeinsamen Lösung oder Übereinkunft und die Tonart wird immer rauer. Das ist sehr bedauerlich.

    1. Anton

      Du wirst nie zu einer gemeinsamen Lösung kommen. Wenn es so einfach wäre, gäbe es doch die entsprechenden Diskussionen gar nicht.
      Letztlich ist es doch auch gut, dass es verschiedene Ansichten gibt. Und dass der Ton rauher wird, sehe ich zumindest hier nicht. Aber auch das hast du doch bei anderen Diskussionen auch, dass die mit der Zeit schon mal etwas hitziger werden. Nicht nur hier, sondern auch draußen.
      Und das hast du doch bei anderen Themen genauso.
      Bleib doch mal bei dieser Seite – über was kann man sich den “wochenlang” streiten beim Fußball. Taktik, 11m, Abseits, rote Karten, Videobeweis, Trainer, und auch da wirst du immer die Pro- und die Contra-Seite haben. Und da jeder für sich in Anspruch nimmt, Ahnung zu haben, hast du genau das gleiche Spiel.

    2. Thomas

      (…) und niemand bereit ist, aufeinander zu zugehen. Man spricht nicht mehr miteinander, sondern versucht in der Diskussion nur noch seinen Punkt zu machen.

      Fänger, diese fehlende Diskussionskultur beginnt doch bereits mit dem Autor dieses mißglückten Textes, mit Justin. Und wenn Justin schon nicht kultiviert diskutieren kann, dann spricht das doch Bände für sein Klientel! In meinen Augen geht es den Ideologisierten, den Grünen, den jungen Leuten, die wenig Erfahrung im Arbeitsleben haben, nur darum, sich gut zu fühlen und ein gutes Selbst-Bild zu haben. Es geht nicht um gute Ergebnisse. Es geht nicht um Erkenntnisse.

      Es geht nicht um eine bessere Welt.

      Es werden Phrasen gedroschen. Platte Parolen werden raus gehauen.
      “Du bist rassistitisch” – “Du bist ein Nazi” – Punkt, Ende, Aus.

      Diese unsägliche Verhaltensweise kommt immer wieder von den Grünen, von den Linken. Ganz einfach deshalb, weil das Eingehen auf Sach-Argumente anstrengend ist. Und wenn man keine Argumente dagegen setzen kann, dann brüllt man eben nur. Stimmt’s, Justin?

      Freundliche Grüße,
      Thomas

      1. eigentor

        “Fänger, diese fehlende Diskussionskultur beginnt doch bereits mit dem Autor dieses mißglückten Textes, mit Justin.”

        Was bitte ist ein “mißglückter” Text?
        Einer, dessen Aussage Sie nicht zustimmen können?
        Einer, der sich wenig um Orthographisches, Syntaktisches oder Semantisches schert?
        Oder einer, der bei der Wortwahl nicht so kreativ ist wie Ihrer? (“Rassistitisch” hat mir besonders gut gefallen.)

        “In meinen Augen geht es den Ideologisierten, den Grünen, den jungen Leuten, die wenig Erfahrung im Arbeitsleben haben, nur darum, sich gut zu fühlen und ein gutes Selbst-Bild zu haben. Es geht nicht um gute Ergebnisse. Es geht nicht um Erkenntnisse. Es geht nicht um eine bessere Welt.”

        Hier habe ich den Atem angehalten: Endlich erfahre ich, was das ist, “die bessere Welt”, und wie sie sich schaffen lässt.

        “Es werden Phrasen gedroschen. Platte Parolen werden raus gehauen.”

        Hier habe ich wieder ausgeatmet. Schade. Ich werde wohl auch weiterhin dumm sterben müssen.
        Immerhin habe ich Ihr hohes Maß an Selbsterkenntnis und Ihren Mut zur Selbstkritik bewundert.

        “Diese unsägliche Verhaltensweise kommt immer wieder von den Grünen, von den Linken. Ganz einfach deshalb, weil das Eingehen auf Sach-Argumente anstrengend ist.”

        Weiter oben in der “Diskussion” (die es Ihrer Ansicht nach hier gar nicht gibt), fordert der Forist FÖRB den Mitforisten OLORIN auf, zu definieren, was er unter “Rassismus” verstehe. Freundlicherweise kommt OLORIN dieser Aufforderung nach, benötigt allerdings zur Darlegung seiner Gedanken mehr als drei Worte. Darauf FÖRB: “Wenn du es kürzer fassen und mehr auf den Punkt bringen kannst diskutiere ich gerne weiter…aber so? Da muss ich ganz ehrlich sagen: Sorry, aber ich habe auch noch anderes zu tun.”

        Meinten Sie das mit “fehlender Diskussionskultur”?

        Vielleicht gehöre ich ja selber zu der “Klientel”, die hier nicht kultiviert zu diskutieren vermag.
        Vielleicht habe ich ja nicht mal im Ansatz begriffen, dass das, was Sie hier schreiben, Satire pur ist.
        Dann bitte ich um Nachsicht.

      2. Förb

        @Eigentor: Nein, ich bin nicht verpflichtet, mir einen unendlich ausufernden Besserwisser- Text anzutun, um meine Diskussionsbereitschaft zu demonstrieren. Thank you and have a nice day.

  72. Kurt

    Gegen selbstgerechte Deutsche
    24.07.2018 – 15:10 Uhr
    @ Kurt
    “Du bist das Paradebeispiel für alle die Hetzer, die immer lauter werden. Aussagen wie von dir, sind nicht durchdacht, parteiisch und ehrlich gesagt einfach nur dumm. Leute wie du machen mir Angst.
    Nochmal deutlich: Du bist einer dieser vielen selbstgerechten Hetzer, gegen die ich Partei ergreifen will.”

    Du bist offensichtlich nicht in der Lage, auf nur ein einziges Argument einzugehen und es zu entkräften. Dazu waren hier andere in der Kommentarspalte, ohne Asta-Furor, durchaus in der Lage.

    Veruschs nochmal Claudia.

  73. Hittmer Otzfeld

    Wenn man Kommentare löscht dann bitte konsequent. Auch den geistigen Tinnef von “Gegen selbstgerechte Deutsche”.

    Der Text stammt aus GEGENSTANDPUNKT 2-14, einer marxistischen Gruppierung welche vom bayrischen Verfassungsschutz beobachtet wurde. Nur bis 2015, bis man festgestellt hat, dass es ja nur eine Konglomerat aus sinnlosen und vernachlässigbaren, pseud-intellektuellen Wannabe-Hippies ist. Der Text erschien 2014, also deutlich vor der Özil Geschichte, und bietet weder ein Mehrwert für die Diskussion sondern ist vielmehr eine üble ad-hominem Abrede auf jeden der im Stadion gröllt.

    Wenn Ihr sowas lest und euch sagt ‘Hm ja stimmt ja eigentlich, und nett geschrieben ist es auch’, dann empfehle ich euch mal ganz langsam anzufangen zu hinterfragen und empfehle auch, aufzuhören SPIEGEL Online zu lesen.

    1. Lukas

      Och Otzi du wirst doch noch Gauland von nem senilen kiffenden Alt68er unterscheiden können! Und hoffentlich auch wissen, warum Gaulands Aussagen problematisch/strafbar sind und besser gelöscht werden sollten und warum die Aussagen des Kiffers völlig harmlos und – wenn für falsch erachtet – ignorierbar sind?

  74. Ibiza

    Wie wärs denn mal mit folgender, deeskalierender Sichtweise, wo mal versucht wird, statt auf einen/mehrere/allen der Beteiligten einzuprügeln, deren Verhalten/Fehlverhalten nachzuvollziehen. Dass hier einiges schiefgelaufen ist – keine Frage. Vieles denke ich ist aber vorallem mal einfach “blöd gelaufen”:

    1. Özil/Gündogan, das Photo: Haben offenbar seit Jahren ständig Photos mit Erdogan gemacht, hat bisher nie ne Sau interessiert. Sie leben beide in England (wie ich übrigens auch) – wer hier nicht gerade deutsche Presse liest hat von dem riesigen Aufschrei in D (in UK, wo muslime Immigranten viel eher aus den indischen Nachbarstaaten kommen, hat das Thema kaum jemand interessiert und ging in der Presse weitgehend unter) hat von dem massiven Stimmungsumschwung (toll fanden ihn wohl die wenistens Deutschen auch früher nicht, aber so richtig massiv gedreht ist das erst in den letzten Jahren mit den immer krasseren autokratischen Tendenzen) gegenüber Erdogan kaum was mitbekommen. Gündogan hätte vom Intellekt her wohl noch deutlich eher Chancen gehabt diesen Umschwung der Stimmung zu schnallen, Özil denke ich war meilenweit davon entfernt. Dass sich mit Can der 3. PL-Kandidat mit deutsch/türkcischen Wurzeln dem Ganzen clever entzogen hat – wird mir viel zu wenig rausgestellt – ist ja immerhin ein Ex-Bayernspieler und könnte durchaus mit reinspielen, dass ihm bei uns etwas mehr an dt. Werten vermittelt wurde, als das offensichtlich bei den Ruhrpotclubs gelungen ist….

    2. Die fehlende Entschuldigung Gündogans: Seine Erklärung war ja rechtes Geschwurbel, ein Fehlverhalten einzuräumen wurde klar vermieden. Dass dies so ist allerdings auch nicht sonderlich verwunderlich, denn damit das Ganze klar als Fehler einzuräumen hätte sich in D wohl nicht viel geändert – Gündogan wurde ja trotz Äußerung ausgepiffen, die Leute die da pfeifen sind vom Typ her bestimmt eher welche die drauf scheissen, wie genau die Erklärung im Detail lautete. In der Türkei dagegen hätte er sich ansonsten mit guter Wahrscheinlichkeit den nächsten Shitstorm eingehandelt. Dass er da besonders vorsichtig sein mußte, weil er anscheinds gerade dabei ist in den Bau eines Einkaufszentrum in/nahe seiner Heimatstadt zu investieren – durchaus nachzuvollziehen. Dass er das tut denke ich kann man ihm auch kaum vorwerfen – ich bin mir sicher investmenttechnisch gäbe es Hunderte von Orten auf der Welt, wo ein solches Investment sicherer/profitabler wäre ex ante, er macht das offensichtlich um seiner Heimat etwas Gutes zu tun, kann ich auch nix Falsches erstmal dran erkennen.

    3. die totale Verweigerung Özils auch nur irgendwie Stellung zu nehmen: Tja, da landet man natürlich schon in deutlich “schwierigerem” Terrain. Aber nachdem ihm der DFB das durchgehen lies – tja, da wars dann wieder recht naheliegend bei jemand wie Özil – der sich im Grunde ja immer wenns geht davor drückt (in wieweit er überhaupt dazu in der Lage wäre ne andere Frage..) was Substantielles von sich zu geben – das Angebot annimmt und weiter nix sagt.

    4. der DFB, der die Weigerung akzeptiert: tja, noch schwieriger – am ehesten hätte man denk ich die Kuh so vom Eis gebracht, dass man seinem Berater die Pistole auf die Brust setzt und mit Suspendierung Özils (mit naheliegenden Folgen für dessen MW an dem dem Berater gelegen sein sollte) droht, wenn der nicht zusammen mit dem DFB irgendein Statement zusammenschustert. Das ähnlich wie bei Gündogan wage genug ist auf der dt. Seite die Wogen zu glätten (dass es eh nicht viel bringt hat man dann ja eh bei Gündogan gesehen) und in der Türkei keinen neuen Shitstorm auszulösen. Dass man mit Özil selber mit seiner sturen und verschlossenen Art nicht über sowas reden kann und dass er noch viel weniger selber in der Lage wäre so ein geschickt formuliertes Statement abzugeben – klare Geschichte. Es wäre aber eben nur über diese Drohung gegangen, dazu hätte man sie aber auch ernst meinen müssen.

    5. Löws Beteiligung an der Geschichte: Offensichlich wollte er aber bei dieser WM nicht auf Özil verzichten. Weder vom Alter noch von Özils Leistungen (hat vor nicht allzu langer Zeit einen Rekord gebrochen für die in kürzester Zeit erzielten 50 Assists) war ein Nichtmitnehmen von Özil (es geht hier wohlgemerkt um die Nationalmannschaft wo auf seiner Postition sonst Leute a la Draxler spielen auf die der FC Bayern keinen Bock hat und wo eins weiter hinten dann die 3. Wahl der Bayern der Vorsaison sich dann als klar bester Spieler auf der Postion rausgestellt hat bei der WM) auf sportlicher Basis nicht sonderlich naheliegend. Dass Löw den selben Berater wie Gündogan hat – tja, das liegt daran, dass ihm eben dieser Berater gegen 2000 komplett eigendynamisch seinen ersten Trainervertrag bei einem großen Club (einer der Istanbuler) verschafft hat. Dass er da dann bei dem bleibt und ihn nicht wechselt nur weil der später auch Gündogan unter Vertrag nimmt – klare Geschichte…

    6. nach der WM Bierhof – wird auf die Özil geschichte angesprochen, ob man ihn nicht besser daheim gelassen hätte. Will er sagen (hat er erst ungeschickt ausgedrückt, aber jede andere Aussage wäre total überaschend gewesen von jemand wie Bierhof) dass man ihn wenn dann nur aus sportlichen Gründen daheim gelassen hätte, was aber offenscihtlich nicht der Fall war.

    7. nach der WM Grindel (by the way Multikulti als “Kuddelmuddel” – etwas jovialer Ausdruck, ja, aber sicher nicht so daneben an der Realtität – mit Gefahr von ausl. Monokulturen darzulegen – kann ich nur unterschreiben, reine Ausländergettos sind äußerst typisch in Großstädten, nicht nur in deutschen und führen unweigerlich dazu, dass die Chancen auf Integration gegen Null gehen – mit Rassismus hat so ne Aussage nicht im Geringsten was zu tun) – wird ebenso auf Özil angesprochen, dass der Co-Vize angekündigt hat, die Geschichte würde nach der WM nochmal aufgerollt. Da sagt er dann dass nach seinem Urlaub dann der Özil schon dann endlich mal Stellung nehmen soll. Dass es eine veränderte Lage ist hinterher im Vergleich dazu während der heissten WM-vorbereitungsphase, wo man sich auf den Sport voll konzentrieren will – nachvollziehbar. Paar Sätze weiter im Gespräch sagt er explizit Bierhof wollte natürlcih nicht Özil zum Schuldigen des WMversagen machen. Dass man ihm aus demselben Interview dann den Strick dreht er würde nun genau das tun, wo er extra betont dass Bierhof eben das nicht wollte – Böswilligkeit der Medien das trotzdem zu unterstellen, aber mei, nix Neues, brisante Zitate rauspicken, alles andere ignorieren, logisch, geht ja um Auflage…

    8. Özil Statement – dreht in seiner typischen unreflektierten Art alles auf links – ihm wurde Böse mitgespielt, nicht ein Funken von ihm war falsch, er würde alles wieder so machen (kann man sich denken sowas an seiner Stelle, laut aussprechen ist total daneben). Tja also wenn ich mal irgendwas wirklich kritisch sehe auch bei noch so wohlwollender Betrachtung dann schon diese Nummer…

    9. Hoeneß wird am Flughafen im Vorbeigehen gefragt wie er den Özil Rücktritt findet. Gibt er seine wie er sagt lange schon aufgebaute Überzeugung wieder, dass Özil total überschätzt wird. Wie gerechtfertigt diese Sichtweise ist kann man sich streiten, seine Kritik bezieht sich aber vorallem auf das defensives Verhalten – mag nicht toll sein in der Tat, das mit dem letzten Zweikampf 2014 ist ne joviale Übertreibung wie man sie von Hoeneß kennt – das aber halt keineswegs Kernkompetenz eines offensiven Mittelfeldspielers darstellt. Alles in allem eine leicht nachvollziebare Äußerung – nein, Höneß meint nicht dass das ein großer Verlust wäre. Zur Skandal geschichte sagt er nichts weil er dazu nicht befragt wurde. Was dann an dieser rein sportlichen Aussage so schlimm sein soll (er hat zb. letzten Sommer auch groß verkündet dass er Neymar nicht mal überhaupt haben wollte, bei Mbappe wäre das was anderes, da bin voll bei ihm), keine Ahnung…

    Alles in Allem – viel Lärm um wenig (Özil ist raus und hatte sich mit seinem Statement eh disqualifiziert als dt. Nationalspieler) bis Nichts, wenn man mich frägt…

  75. Fänger

    Kann zu dem Thema den aktuellen Podcast vom Rasenfunk empfehlen – den kann ich generell empfehlen.
    Hier wird nicht zum 197. Mal der Ablauf wieder gegeben, sondern es werden auch mal Fragen gestellt, andere Aspekte beleuchtet.

    Also: reinhören!

    1. Ibiza

      +1

      wirklich excellent – das Beste und Relevanteste, was ich bisher zu dem Thema gelesen/gehört habe und ich bin erst bei Minute 10 (konsumiere sowas Hochwertiges meistens häppchenweise um es zwischendurch auch schon mal reflektieren zu können) von 70…

      1. Anton

        Es ist natürlich – ohne diese Fotogeschichte gutzuheißen – schon etwas schwierig. da gibt es seit Jahren dieses Treffen in London – wie schrieb einer in einem Artikel, “Erdogan könnte mit Özil-Trikots eine ganze Hobbymannschaft ausstatten! Und dieses Treffen mit Erdogan und die entsprechenden Fotos haben jahrelang keinen interessiert! Und jetzt wird ein Faßß aufgemacht! Das ist die eine Seite.

        Aber alles was danach kam, war an Dummheit kaum noch zu überbieten!
        Die erste absolut idiotische Aussage kam vom Herrn Fußballdirektor höchstselbst, der offenbar überhaupt nicht verstanden hat, was sich da entwickelte: ” Man muss halt verstehen, wie die Türken ticken!”
        Welche Türken? Özil/Gündogan – Türken? Dümmer geht’s nimmer!
        Dann das HickHack mit dem Bundespräsidenten.
        Die Aussage eines Löw, “man muss auch Verständnis haben!”
        Immer noch der Glaube, dass das sowieso alles im Sande verläuft! Wozu bezahlen die eigentlich einen Medienbeauftragten, wenn der aber absolut gar nichts mitbekommt. Oder bekommt der sein Geld um im Innenraum rumzupöbeln.
        Der hätte doch sehen müssen, dass diese Angelegenheit nicht zu Ende ist.
        Und dann kommt wieder der Herr Fußballdirektor in der ihm eigenen Arroganz “Zu der Sache ist alles gesagt!”
        Der Meister beendet per Machtwort republikweit die Diskussion.
        Und wenn sich dann auch noch Kommunalpolitiker dazu hinreißen lassen, absolut beleidigende Statements ins Netz zu stellen und der DFB greift wieder nicht ein – bravo!
        Wenn man sich erinnert, wie der DFB auf die Boateng-Äußerung eines Gauland reagiert hat und wie der DFB reagiert hat, als ein SPD-Politiker auf Facebook die beiden Spieler als Ziegenfi**er bezeichnete – nämlich gar nicht. Der andere schrieb -hau doch ab nach Anatolien! Reaktion wieder =0.
        Sie haben es einfach nicht begriffen.

        Dann fährt man die WM vor die Wand und statt jetzt endlich mit einer vernünftigen Aufarbeitung des Desasters WM auch in der Öffentlichkeit zu beginnen, fällt den Herren Bierhoff und Grindel wieder nichts besseres ein, als die Özil-Geschichte wieder hochzufahren und ihn mehr oder weniger als Hauptschuldigen zu präsentieren. Die Analyse verschieben wir derweil auf den 24. August. Dann bleiben ja noch 12 Tage zum Konsequenzen ziehen.

        Und dann wundern sich die Herren wieder, dass ihnen erneut der ganze Laden um die Ohren fliegt.
        Da kann man einem Rummenigge nur zustimmen, der ganze Laden wird nur noch von Amateuren geführt. Wobei das schon fast eine Beleidigung für jeden Amateur ist.
        Da fragt man sich wirklich, wofür hier einige ihr Geld bekommen.
        Irgendwie passt das zu der ganzen verkorksten WM, wo man sich ja auch fragen muss, warum man zu den 23 Spielern einen DFB-Troß von 95 Funktionären braucht.
        Auf der DFB-Seite gibt es neben den 23 Spielern und den 5 der sportlichen Leitung das Team hinter dem Team, zu dem schon dreimal soviel Büro-und Medienmenschen wie Physios oder Ärzte gehören – insgesamt 40. Nach Russland fahren dann noch 50 mehr mit. Aber so eine Fotoaktion in der Mannschaft und in der Öffentlickeit professionell zu händeln – Fehlanzeige!
        Und das ist das eigentliche Trauerspiel.
        Ein Nationalspieler ist zurückgetreten – da passiert im Schnitt mehrmals im Jahr.
        Aber das ist der erste Rücktritt, den man in seiner Gesamtheit als Schmierenkomödie bezeichnen kann.
        Und alle Darsteller haben sich bis auf die Knochen blamiert.

  76. Jamil

    WM’s werden in lupenreine Länder wie Russland und Katar vergeben. Die dt. Bundesregierung schließt Flüchtlingsabkommen und Waffenlieferungen mit der Türkei ab und von einem deutschen Nationalspieler wird mehr Haltung verlangt. Das ist schon ein Witz. Dazu meldet sich Uli Hoeness, ohne auch nur mal ein kritisches Wort über die Katarbeziehung zu verlieren.

    Ich kritisiere die WM Vergabe damit nicht. Immerhin hat Nazideutschland trotz KZ olympische Spiele ausgerichtet. Ob nun Argentinien 78 eine WM ausrichtet oder Katar 2022.
    Wenn man sieht welche honorige Persönlichkeit bei der WM78 im dt. Lager ein- und ausging sieht auch hier, dass der Rubikon schon immer überschritten wurde.
    Ich kritisiere auch nicht den FC Bayern oder Hoeness für seine Katardeals, wenngleich ich sieh nicht gut finde.

    Es zeigt aber, wie eben dieser gute Miasanrot Kommentar folgendes: nicht mal ein Fußballweltmeister bzw. ein Weltfußballer internationaler Klasse ist deutsch genug und wird als Fremder angesehen.
    Eine verheerendes Signal für viele Deutsche deren Eltern bzw. Großeltern aus dem afrikanisch-arabischen Raum. Gottfried Keller lässt grüßen: das Aussehen macht den Menschen

    1. Ibiza

      “Es zeigt aber, wie eben dieser gute Miasanrot Kommentar folgendes: nicht mal ein Fußballweltmeister bzw. ein Weltfußballer internationaler Klasse ist deutsch genug und wird als Fremder angesehen”

      ich hätte so gerne mal erklärt, inwiefern die Özil Geschichte genau das von Dir geschilderte zeigt!

      Wie schon von Vielen und oft dargelegt – hätte zb. ein Weltmeister Müller oder Neuer mit der AFD Bilder zu Wahlkampfzeiten mit Trikotübergabe gemacht – hätte es dann keinen Shitstorm gegeben? Wäre ihr Rauswurf aus der Nationalmannschaft dann überhaupt kein Thema gewesen?

      Oder noch näher an der Özil Story: Hätten sie dasselbe mit eben diesem Erdogan gemacht – hätte es auch dann keinen Aufstand gegeben, nur weil sie keinen Migrationshintergrund haben?

      Dass das ganze ne schöne Vorlage für Leute mit Fremdenfeindlichen Tendenzen war – keine Frage! Aber solche Leute (wie zb. der SPD Mann mit seiner Ziegenficker Aussage, der dafür immerhin mit einem Amtsrücktritt bezahlen mußte) gibt es in absolut JEDEM Land der Welt. Und keineswegs sind alle Wähler der AFD (auch wenn ich sie persönlich NIE im Leben wählen würde) automatisch generell Fremdenhasser oder Rassisten. Einer Religion wie dem Islam gegenüber kritisch eingestellt zu sein, was für ein Wählen dieser Partei für viele (wenn auch wohl im Schnitt eher wenig intelligente bzw. extrem angstgetriebene Leute) wohl schon ausreichend ist, muß ebensowenig heissen, dass das alles Rassisten sind. Ebensowenig wie zb. jeder der das, was der Staat Israel so treibt, zum Teil extrem kritisch sieht, automatisch ein Antisemit ist….

      1. Ibiza

        oder um es noch weiter zu differenzieren: Wenn jemand wie Merkel oder Mathäus (oder wenn man noch weiter denkt ein Özil bei der Medaillenübergabe wenn wir es denn unter die letzten 3 geschafft hätten bei dieser WM) einem Putin in einer öffentlichen Funktion, die damit eben im Interesse (egal ob es nun um Fußball oder politische Fragen geht) der in diesem Falle deutschen Öffentlcihkeit so jemand trifft und die Hand schüttelt – dann ist das auch etwas völlig anderes als wenn eben diese selben Menschen im Urlaub Photos mit Putin machen würden und diese auf Sozialen Medien posten…

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