MSR152: Bundesliga langweilig?

Christopher Trenner 18.06.2020

Im Podcast besprechen wir beide Partien und fragen uns: Kann Flick Verwaltung? Zwar sind die Bayern außerordentlich erfolgreich, doch es ist auffällig, dass sie es in engen Spielverläufen nicht oft genug schaffen, ein Spiel zu kontrollieren. Was steckt dahinter? Und welche Lehren lassen sich aus den beiden Partien ziehen?

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  1. Die These der fehlenden taktischen Neuentwicklung halte ich für ein bisschen gewagt. Mit Rose, Bosz, Nagelsmann (und auch Favre) hat die Bundesliga taktisch äussert ambionierte Trainer. Wie ihr selbst ja schon sagt ist das allgemeine taktische Niveau in der Bundesliga inzwischen ziemlich hoch und ich glaube, dass deshalb eine 80 Punkte-Saison für Mannschaften wie Leverkusen, Gladbach und Leipzig fast im Bereich des Unmöglichen liegt. Wenn Bayern gut arbeitet so wie zur Zeit unter Flick, dann kann ihnen eigentlich nur Dortmund gefährlich werden. Dortmund hat aber auch ihre eigenen Probleme: nur Durchgangsstation für einige Spieler und mit Favre vielleicht auch nicht den Trainer, der es schafft unter diesen schwierigen Voraussetzungen sie als Einheit auf den Titel einzuschwören. Die Vorzeichen versprechen nicht unbedingt für Spannung in der nächsten Saison: Bayern könnte sich personell weiter verstärken, Flick weiter an einigen Details arbeiten, wohingegen Leipzig einen Werner verliert und in Dortmund vielleicht ein neuer Trainer sich einarbeiten muss.

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    1. +1, das Thema “Durchgangsstation schwächt die BuLi ungemein.

      1. Das ist sicherlich das größte Problem. Selbst Clubs, die scheinbar finanziell unabhängig sind, geben ihre besten Spieler ab (Werner & Keita).

    2. Die These der fehlenden taktischen Neuentwicklung halte ich für ein bisschen gewagt.

      Natürlich war das provokant – und ja, ich bin bei dir. Es braucht das richtige Spielermaterial mit dem richtigen Trainer. Vielleicht gab es diese Kombination in der Bundesliga auch nicht in den vergangen Jahren. Nagelsmann war bei Hoffenheim durchaus erfolgreich, aber eben auf EL-Level. Mit besseren Einzelspielern, spielt er vielleicht um den Titel. Das war zumindest meine Erwartungshaltung.

      1. Wo war der BVB vor Klopp?
        Finanziell um Haaresbreite der Pleite entronnen, sportlich gegen Mittelmaß tendierend, am Schluss auf Tabellenplatz 13.
        Ein paar Jahre später zeitweise Deutschlands Nummer 1, jetzt ein Jahrzehnt lang schon unser Hauptkonkurrent und manchmal fast auf Augenhöhe.
        Lass einen Verein wie Schalke (so unglaublich sich das heute anhört) ihren Klopp finden, könnte denen z.B. ein ähnlicher Weg gelingen.
        Vorhersagbar oder planbar ist das natürlich nur sehr bedingt, oder wahrscheinlich auch gar nicht.

      2. @Jo Das waren andere Zeiten. Klopp hat eine Taktikrevolution losgetreten und die Bayern damit zunächst kalt erwischt (erst mit Klopp wurde Taktik bei Bayern ein richtig grosses Thema). So eine taktische Revolution sehe ich aber auf absehbare Zeit nicht mehr kommen. Ein Klopp könnte auf Schalke sicherlich viel bewegen, aber ich glaube nicht, dass er mittelfristig Meister würde.

      3. @cj
        Ach, wenn ich jedesmal 1 € bekäme wenn mir mal wieder jemand erklärt, das wären aber gaaanz andere Zeiten gewesen…. :-)
        Klar, die Zeiten sind immer anders. Dann brauchen wir uns aber um die Gegenwart auch nicht so große Gedanken machen, da in 10 Jahren sowieso wieder ganz andere Zeiten sind.
        Denk dir Klopp einfach als Synomym für die in letzter Zeit so populäre Figur des schwarzen Schwans. Irgendwo da draußen sitzt schon der nächste. Nur du kennst ihn nicht, sonst wäre es ja kein schwarzer Schwan.

      4. @Jo Ich bleibe dabei. Klopp war eine Zeitenwende insbesondere im deutschen Fussball, aber auch international. Gerade bei Bayern lag davor riesiges taktisches Potenzial brach, man fokusierte sich im Wesentlichen auf die individuelle Klasse. Klopp hat dann gezeigt, dass das alleine nicht reicht und seitdem hat Bayern auch auf taktische Aspekte viel mehr wert gelegt. So einen Überraschungscoup sehe ich auf absehbare Zeit nicht mehr kommen. Auch ein Streich, dass früher kleinere Mannschaften durch Taktik, Intensität und Geschlossenheit einiges wett machen konnten, aber heute auch in diesem Bereich die Grossen kaum noch was liegen lassen.

      5. @cj: Da tust du aber allen Trainern vor Klopp mehr als Unrecht. Auch vorher wurde schon an taktischen Formationen gefeilt und nicht nur “geht’s raus und spuits Fussball” gesagt. Nur wurde damals nicht jedes Spiel, jede Formation, jede Auswechslung und jede Umstellung von tausenden Experten und Blogs in alle Einzelheiten zerlegt und wissenschaftlich ausgewertet.
        Umschaltfußball gab es schon vor Klopp, bloß hieß das damals anders.

      6. Ja, natürlich gab es Taktik vorher. Trotzdem lag da sehr viel Potenzial brach und das hat Klopp erkannt. Wie sie im Podcast gesagt haben: er wurde mit einer keineswegs überragend besetzten Mannschaft Meister. Genau das wird aber aus meiner Sicht immer schwieriger, weil Du heutzutage taktisch zwar durchaus viel verlieren kannst, Dir aber nicht mehr so leicht grosse Vorteile erarbeitest.

      7. Vielleicht noch als Nachtrag sollte man darauf hinweisen, dass Klopps Erfolg nicht ein rein taktischer war, sondern er die Intensität auf ein neues Level gehoben hat. Heute ist es auch für Bayern-Spieler selbstverständlich viele Kilometer und vor allem viele Sprints abzuspulen. Das war früher nicht so.

  2. Ich finde die Taktikdiskussion durchaus richtig: Mindestens 12 Teams spielen nur noch eindimensionalen Umschaltfußball, sozusagen Klopp defensiv verstanden.

    Das größere Problem sind aber die finanziellen Unwuchten. Damit meine ich explizit NICHT geniale Großtransfers wie im Podcast erwähnt, sondern die Tatsache, dass kein BuLi-Club mehr eine Mannschaft aufbauen und über Jahre entwickeln kann: Egal, ob BVB, Schalke, Gladbach, Leverkusen und sogar Leipzig: Spieler entwickeln sich zu Leistungsträgern und wechseln dann nach 1-2 Jahren. Man stelle sich mal den BVB, Schalke und Leipzig MIT diesen Abgängen vor, da wäre der Wettbewerbsdruck höher.

    Insofern ginge auch die Lösung, unseren Bayern durch Umverteilung weniger Geld zukommen zu lassen, ins Leere: Die BuLi wäre zwar ausgeglichener, international gesehen aber noch schwächer.

    Insofern gibts für 17 Mannschaften mMn nur die Lösung, a) effizienter zu wirtschaften und b) einnahmetechnisch zum FCB aufzuschließen. Würde auch der Fünfjahreswertung gut tun.

    Antwortsymbol5 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Ich habe den Eindruck, dass wir den Höhepunkt des Umschaltfussballs schon hinter uns haben und viele Mannschaften durchaus wieder mehr Ballbesitz in ihr Spiel integrieren (teilweise natürlich von niedrigem Niveau ausgehend). In Europa spielen wir auch wieder eine bessere Rolle zumindest im Rahmen der Möglichkeiten der Vereine. Insgesamt teile ich nicht die These, dass die anderen Vereine schlecht arbeiten. Unser Vorsprung ist einfach sehr gross und es muss viel zusammen kommen, dass wir nicht Meister werden. Ein riesiger Faktor ist für mich Lewandowski. Es hilft ungemein, wenn Du in engen Spielen so einen Weltklassestürmer hast, der solche Spiele durch seine individuelle Klasse entscheiden kann.

      1. Klar ist Lewandowski eine Sollbruchstelle. Neuer in der jetzigen Verfassung sicherlich eine weitere. Durch individuelle Qualität gewinnt der FC Bayern Spiele, die er vor 10 – 15 Jahren noch nicht in dieser Regelmäßigkeit gewonnen hat. Die letzten 2-3 Jahre zeigen aber, wie anfällig das System ist.

      2. Jetzt wollte ich gerade schreiben:
        “Achtung, der Begriff ‘Sieg durch individuelle Qualität’ kann auf MSR einen shitstorm auslösen”,
        da sehe ich, dass es der Autor selbst wagt, Jehova zu sagen :-)

      3. Hehe – habe ich hoffentlich nie bestritten (oder behaupte jetzt einfach das Gegenteil).

      4. Ich wollte nicht den Vergleich individuelle Klasse vs taktisches Konzept machen, sondern einfach sagen, dass selbst wenn die Mannschaft schon auf hohem taktischem Niveau funktioniert die individuelle Klasse immer noch entscheidende Punkte bringt.

  3. Die Situation in der EPL war bis ca 2003 ähnlich.
    MUFC waren wie der FCB unangefochten Nummer 1.
    Ab und zu haben andere mal gekratzt zuletzt Arsenal aber keiner konnte dauerhaft sportlich herankommen und wirtschaftlich schon garnicht.
    Mit der Übernahme Chelseas durch Abramovich hat sich das massiv geändert .
    Danach die Investments der AbuDhabi in MCFC und diverser Amerikaner in Liverpool und Arsenal. Nur Tottenham haben sich beharrlich nach oben gearbeitet.

    Um eine top6 Situation in der Buli zu schaffen müssen starke Kapitalgeber in BVB BMG und S04 ohne 50+1 Hindernisse eintreten dürfen bzw die existierenden bei RBL und LEV ihre Aktivitäten deutlich verstärken dürfen natürlich immer ohne das FFP zu verletzen.

    Dh wenn starke Leute mit starker Kapitalbasis investieren müssen sie die Mehrheit und damit das Sagen haben müssen.
    Nur dann wird massiv wie Mateschitz eben in Infrastrukturen investiert wie Stadion NLZ Trainingszentrum etc.
    Auch für Vereine wie Frankfurt Köln Hertha wären die Voraussetzungen doch ganz anders wenn Stadien etc dem Club gehören würde und mit zusätzlichen Kapital und Einnahmen bessere Spieler gekauft werden könnten.

    Auch in anderen Ligen Spanien Frankreich und wieder zunehmend Italien übernehmen sehr starke Kapitalgeber die Clubs so das diese konkurrenzfähiger werden.

    Die NLZ in England und Spanien sind inzwischen genauso gut wenn nicht besser als bei uns so das da auch keine Vorteile sind.

    Mal laut gedacht wenn man Leuten wie Rossmann Kind Tönnies Kühne etc Erlauben würde die Clubs komplett zu übernehmen und wie bei LEV Hoff und RB richtig gute Strukturen zu implementieren dann wäre die Dichte nicht nur in der Spitze stärker.

    Antwortsymbol2 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Ergänzung
      Sehr viel hängt neben den finanziellen Möglichkeiten immer von der Kombination eines top Trainers mit professionellen Management zusammen.

      Beispiel Spurs
      Da hat ein Pochettino über Jahre eine super Truppe aufgebaut hauptsächlich aus Spielern der eigenen Akademie und zugekauften Talenten( wie schon vorher bei den Saints).
      Das Gehaltsniveau liegt deutlich unter den der anderen Top 5 Clubs der EPL und anderer Ligen

      Gleichzeitig haben Eigentümer Lewis und CEO Levy entschieden die Top Talente nicht mehr an Mufc AFC Real etc zu verkaufen sondern sie zu halten und wenn man sie verkaufen musste dann eben zu gigantischen Ablösen (Voraussetzung dafür perfekte Vertragsgestaltungen , lange Laufzeiten, rechtzeitige Verlängerungen).

      In der Zeit Pochettinos wurde Tottenham zum CL Dauerteilnehmer während die großen Mufc und AFC quasi sich selbst demontiert haben(trotz bester finanzieller Voraussetzungen).

      Ähnlich ist die Entwicklung des LFC unter Klopp verlaufen.

      Juve kann man auch als Beidpiel anführen.

      RBL machen mMn den Fehler das man sich limitiert in der Philosophie. Man hätte Verträge mit Keita Werner Upamecano etc rechtzeitig verlängern können dann hätte man noch mehr Ablöse reingeholt( denn man kann sie noch nicht dauerhaft binden) . Aber man könnte sich noch größere finanzielle Spielräume schaffen.

      Das hat der BVB inzwischen verstanden und gibt Spieler dann zu sehr guten Ablösen ab wenn man muss. Es fehlt aber noch der ein oder andere Spieler bei dem man sich wiedersetzt und zwar nicht nur gegenüber dem FCB. Dem bvb fehlt dazu aber ein überzeugender Trainer. Bin überzeugt das wenn statt Favre da ein überzeugender Trainer mit klarem Anspruch und Konzept wäre im Titel zu gewinnen auch heute ein Sancho oder Haaland Bock hätten beim bvb zu bleiben. Aber mit einem weichei wie Favre können sich solche Spieler nicht identifizieren.
      Für mich unverständlich das die sich nicht einen Pochettino Allegri etc holen.

      BMG haben mMn es bisher optimal gemacht. Eberl hat erkannt das man jetzt auf einem Niveau angekommen ist wo der Club einen Trainer mit Anspruch und klarem Konzept mit siegeswillen braucht- und keinen Hecking Favre etc. BMG Problem sind die sehr limitierten finanziellen Spielräume. Wenn da jetzt ein Investor 200-300 Mio reinkommen würde wäre mMn BMG sofort in der Lage und dauerhaft unter Druck zu setzen.

      Auch Bayer ist ein Club der viel zu wenig aus den Möglichkeiten macht. Management super und gute kaderpolitik. Aber Bayer beschneiden die Entwicklung. Da sollen die doch mehr machen. Unverständlich das die so ein kleines Stadion haben.

      S04 haben so viele Möglichkeiten verstreichen lassen das es fast schon lächerlich ist. MMn aber ein schlafender Riese den man aber schnell revitalisieren kann- wenn die Fesseln des EV abgelegt werden.

      Auch Hopp müsste/könnte noch mehr machen und sich nicht einschüchtern lassen.

      Hertha haben jetzt das Investment aber mMn mit Preetz und co ein mittelmäßiges Management und keinennzukunftsträchtigen Trainer .

      Was könnte ein Bobic daraus machen?

      Es ist absurd das das Land mit den meisten Einwohnern (damit den potentiell meisten TV Kunden),der mit Abstand größten Wirtschaftskraft , dem größten Fußballverband und damit meisten Fußballern seit Jahrzehnten nicht in der Lage ist die größte Liga Europas zu entwickeln. Erst hat man sich von der EPL abhängen lassen und jetzt hat sogar die LaLiga gleichgezogen und die Italiener sitzen und wieder im Nacken. Wie laufen Gefahr die Entwicklung zu verpennen – trotz Seiffarth ( bei dem man Gefahr läuft das er weggeheuert wird).
      Nur der FCB eben nicht.

      1. @918

        Du vergisst aber bei der Debatte um 50 +1 aber auch, dass wenn Vereine bestimmten Investoren gehören, dass sich die Vereine davon auch was versprechen und auch erwarten. Du führst oben nur “positive” Beispiele an. Nicht jedoch auch die negativen Beispiele.

        Z. B. Jena hat sich für einen Investor geöffnet und steigt jetzt aus der 3. Liga ab.
        Weiteres Beispiel die blauen, haben auch einen Investor und mit dem gibt es nur Ärger ;)

        KFC Uerdingen ist genauso von einem Investor aus Russland abhängig und sieht auch in keine rosige Zukunft.

        Du beleuchtest bestimmte Thematiken immer nur aus einem Blickwinkel, ohne dass man den anderen sich nur annähernd anschaut.

        Oben schreibst du, aus den Fesseln des EVs lösen.

        Wenn Vereine, wie z. B. Schalke mit dem jetzigen Geld nicht haushalten können, wieso sollten sie es mit mehr Geld dann besser machen ?

        Genauso ist es in bei Nürnberg.

        Ich stelle mal diese These bewusst auf.

        Neulich bei einer Talkrunde nach dem Bremen Spiel in der ARD wurde sich mit der Thematik beschäftigt und sogenannte Schneckenrennen als Ursache für das nicht richtige Umgehen mit Geld in manchen Vereinen ausgemacht.

  4. Stichwort Boateng als Gewinner der Woche oder sogar der ganzen Rückrunde, ich sehe das ähnlich und hoffe, dass die Entscheidungsträger inzwischen auch davon abgerückt sind, ihm den Stuhl vor die Tür setzen zu wollen. Klar ist er nicht mehr auf dem Niveau von 2016, als er für mich der kompletteste und beste Verteidiger der Welt war. Aber er hat eindrucksvoll gezeigt, welche Stärken er nach wie vor im Aufbauspiel und speziell den weiten Bällen hat, was ja ansonsten ein Stilelement ist, das die meisten anderen im Kader eher scheuen. Mit Alaba, Pavard und v.a. Davies hat er Mitstreiter, die seine mangelnde Geschwindigkeit ausgleichen können, er kann sich etwas tiefer positionieren und als erste Anspielstation für Neuer fungieren, dann seine strategische Übersicht einbringen. In der Positionierung habe ich jetzt auch lange keinen Fehler mehr gesehen, was angesichts der hohen Abwehrreihe ein echt schwieriges Kunststück ist. Zudem ist er anders als Hernandez auch nicht auf eine Seite festgelegt.

    Ich würde ihn gerne mindestens ein weiteres Jahr bei Bayern sehen. Wenn er im Herbst so weiter macht und mit einer Rotation einverstanden ist, auch gerne noch länger. Als erfahrener Spieler mit seltenen Stärken im Aufbauspiel könnte er Kouassi und vielleicht irgendwann Upamecano sicher noch das eine oder andere beibringen. Das ist auch ein unterschätzter Aspekt, wenn man eine langfristige Philosophie etablieren will.

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    1. MMn möchte Flick den Kader für 20/21 möglichst zusammenhalten um eine gewisse Kontinuität zu gewährleisten aber such in dem Bewusstsein das es sehr schwer sein dürfte im heutigen Umfeld Spieler zu finden die nahtlos in das taktische Konzept des FCB unter Flick passen.
      Alle Spieler die mindest noch unter Pep trainiert haben haben mMn ein größeres Verstandnis für das Konzept eines dominanten offensiven Ballbesitzfussball und das damit verbundene Ball und Positionsspiel (deshalb sind die Verlängerungen mit Alaba und Thiago so wichtig und fast alternativlos).
      Spieler die danach kamen und unter Anc und Kov in das Team integriert wurden haben / hatten große Schwierigkeiten sich nahtlos einzufügen. Nicht nur Spieler wie Sanches Tolisso sondern mE auch zum großen Teil Gnabry Süle und Goretzka.
      Boa ist für diese These das beste Beispiel.
      Er hat das technisch-taktische Verständnis für Flicks Spielweise , sie aber auch jahrelang eingeübt und trainiert. Und deshalb hat er – natürlich Fitness Bereitschaft/Motivation vorausgesetzt- einen Vorteil gegenüber einem Lucas der – wie Flick auch sagte- einfach noch nicht das taktische Verständnis für diese Spielweise hat (weil er eben lange verletzt ausgefallen ist und nicht lange genug mit dem Team trainieren konnte). Dh heißt nicht das Lucas nach einer intensiven Vorbereitung in der Lage wäre auf das technisch-taktische Level von Boa und Alaba zu kommen, mmn kann er das. Denn im eigentlichen verteidigen ist mMn Lucas stärker( Siehe Ausbildung Simeone).
      Gehe soweit das auch ein Süle vergleichsweise abgefallen wäre. Er kennt diese Spielweise zwar ( Nagelsmann) – hätte aber mMn vergleichsweise ähnliche Defizite im technisch-taktischen Bereich offenbart -auch wenn er schon länger im Team ist- weil er eben unter Anc/Kov sich nicht weiterentwickelt hat.

      Für mich haben deshalb Gnabry und Goretzka (neben Pavard/Davies) in dieser Saison die größte Entwicklung gemacht (auch Kimmich auf der 6) weil sie eben von Flick anders gefordert und entwickelt wurden( wobei Gnabry einen Vorsprung aufgrund seiner Wenger und Nagelsmann Zeit hatte die technisch-taktisch in die ähnliche Richtung denken).
      All diese Spieler (außer evtl Perisic und Tolisso) würden mMn von einer weiteren intensiven Vorbereitung unter Flick profitieren und mit der Zeit technisch-taktisch zu den Spielern aufschließen die das jahrelang unter Pep gespielt haben.
      Und deshalb stimme ich zu das es für Flick das Team und die Spieler selbst vorteilhaft wäre wenn Boa (evtl auch Javi) ihren Vertrag 2021 beenden und die nächste Saison bei uns bleiben.
      Spieler wie Sane und Dest sind technisch-taktisch so geschult das sie wohl fast nahtlos in das Konzept von Flick passen. Havertz natürlich genauso.
      Ob Süle und Lucas letztlich den Sprung schaffen werden wie Boa damals unter Pep (insbesondere was die Spieleröffnung betrifft) kann man mmn nicht vorhersagen.
      Mittel und langfristig gedacht ist es eben so wichtig das man jetzt wieder eine Spielphilosophie implementiert hat und lebt die zum Club und den meisten vorhandenen Spielern passt- aber nach der die jüngeren Spieler entwickelt werden und neue Spieler eingekauft werden. Alaba und Thiago sind erfahrene Spieler die für diese Philosophie stehen und ein Abgang zum jetzigen Zeitpunkt würde mMn riesige Lücken reißen die die anderen noch nicht kompensieren können.

      Wenn aus wirtschaftlichen Gründen es vorteilhaft oder erforderlich sein sollte Lucas und Tolisso zu verkaufen spielen diese Überlegungen natürlich keine Rolle.

  5. Rummenigge zur Aussage von Thomas Müller:

    „Ich glaube wir sind uns alle darüber einig, dass wir den mündigen Spieler beim FC Bayern haben wollen. Trotzdem muss der mündige Spieler auch verantwortungsvoll mit seiner Meinung umgehen“, meinte Rummenigge im Morgenmagazin. „In dem Fall muss ich Thomas, der eigentlich ein sehr intelligenter, lustiger und meinungsstarker Bursche ist, widersprechen. Das war keine gelungene Aussage“, stellte der FCB-Boss fest und geht noch weiter.

    „Ich glaube, es gibt Kompetenzen und Verantwortungsbereiche, denen sollte man gerecht werden. Der Spieler ist nicht unbedingt bei Bayern München angestellt, um sich mit dem Transfermarkt auseinanderzusetzen.“ (Quelle: ZDF Morgenmagazin/TZ).

    Da hatte sich Hasan aber diplomatischer ausgedrückt.

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    1. Puh. Harte Worte.
      Eigentlich sagt er “Der soll sich um seinen Schxxxx kümmern. ”

      Irgendwas sagt mir, dass die Empörungswelle trotzdem deutlich kleiner ausfallen wird, als bei Brazzos vergleichsweise moderaten Worten.

    2. Tja. Wenig überraschend herrscht jetzt Schweigen im Walde…

      1. Eine Ergänzung bzgl Rummenigge:

        Rummenigge im ZDF auf die Frage, was Hansi Flick so viel besser macht als sein Vorgänger (Niko Kovac): „Ja, ich glaube zuerst einmal, er hat einen klaren Plan. (…) Er hat auch gewisse Werte wieder eingeführt, von Anfang an, auch menschliche Werte. Er hat eine große Empathie mit der Mannschaft, sie vertraut ihm und er vertraut ihr. Das ist am Ende auch ein wichtiger Faktor neben den qualitativen Werten, die er als Trainer hat.“

        http://youtu.be/UFIXu1NYu6M

        Karl-Heinz Rummenigge mit klaren und richtigen Worten, wie sie ein Vorstandsvorsitzender aussprechen muss. Gefällt mir.

      2. Nett vom eigentlichen Thema abgelenkt ;-)

  6. Eigentlich müsste man für so eine Diskussion einen Gast einladen. Ihr seid euch einfach viel zu ähnlich in Meinung und beide als Bayern-Fans. So ist das mehr ein gegenseitiges Bestätigen der Meinungen.

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. Ja, hätten wir tun können. Wir haben uns etwas spontan für das Thema entschieden. Auf der anderen Seite, gab es so einen Bayern-Blick auf das Thema.

  7. Ein paar lustige Zahlen aus der Vergangenheit, die zeigen, wie “schlecht” man sein konnte und trotzdem Meister wurde. Paradoxerweise fällt mir hier die Meisterschaft ein, die für wohl alle, die sie live erlebt haben, die emotionalste überhaupt gewesen sein dürfte, nämlich 2001 mit dem Last-Minute-Tor von Andersson in Hamburg. Nüchtern betrachtet war die Bayernbilanz in dieser Saison eigentlich wahnsinnig schwach und alles andere als meisterwürdig: 63 Punkte, 15 Spiele nicht gewonnen (davon 6 Remis und unfassbare 9 Niederlagen). Tordifferenz: 62:37. Der knapp geschlagene Rivale Schalke holte in diesem Jahr 6 Punkte gegen Bayern. Es war übrigens das einzige Jahr, an das ich mich erinnern kann, in dem der spätere Meister beide Spiele gegen den späteren Tabellenzweiten verlor. Wenn der Tabellenzweite dann allerdings so wie der angebliche “Meister der Herzen” aus den restlichen 32 Spielen nur noch 56 Punkte holte, also einen Punktschnitt von 1,75 erreichte, dann konnte man sich so ein Jahr schon mal leisten.
    Übrigens: Als Kovac diese Saison entlassen wurde, stand Bayern bei 5 Siegen, 3 Remis und 2 Niederlagen bei 25:16 Toren. Hochgerechnet auf 34 Spiele käme man auf auf 61,2 Punkte bei einer Tordifferenz von 85:54. Eine solche Saison hätte also 2000/01 fast noch für die Meisterschaft gereicht. Die Zeiten haben sich schon extrem geändert. Ein bisschen nachgezogen haben die anderen Teams übrigens in den letzten Jahren schon auch. Mit den 63 Punkten von 2001 würde man wohl dieses Jahr die CL-Quali verpassen. Leverkusen als Vierter steht bei 2 noch ausstehenden Spielen bei 60 Punkten.
    Der BVB war übrigens heuer gar nicht so schlecht unterwegs. Nimmt man das direkte Duell mit Bayern mal beiseite, dann holten sie aus den restlichen 30 Spielen nur 4 Punkte weniger als Bayern. Bayern machte gegen alle anderen Gegner bisher 70 Punkte, der BVB 66. Wenn sie hier noch etwas mehr Konstanz reinlegen und zumindest ihr Heimspiel gegen Bayern nicht verlieren (evtl. sogar gewinnen), dann wäre da schon was drin in Sachen Meisterschaft 2021, vorausgesetzt Bayern holt nächste Saison nicht noch mehr Punkte.

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    1. Danke für die Beispiele. Das wollte ich im Podcast auch zum Ausdruck bringen. Der BVB hat eine sehr gute Saison gespielt und hätte durchaus höhere Chancen auf den Titel gehabt, wäre man etwas konstanter in der Hinrunde gewesen. Union, Paderborn oder zuletzt Mainz passieren noch zu oft.

  8. […] MSR #152: Bundesliga langweilig? | Christopher & Maurice […]

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