MSR088 Jamexit?

Justin Trenner 08.05.2019

Die zweite Folge ohne Urlauber Chris und dafür die erste Folge seit längerer Zeit mit unserem Autoren Maurice beinhaltet natürlich ein Nachgespräch zum Sieg gegen Hannover. Außerdem haben wir wieder einige Fragen unserer Patreons eingebaut: Was spricht für Kovac und was gegen ihn? Welche Spielertypen sollte der FC Bayern auf dem Transfermarkt suchen? Und was müsste sich an der Spielanlage ändern, damit gegen schnelle Leipziger eine hohe Siegchance besteht?

Abschließend geht es aber auch um James Rodríguez. Verschiedenen Medienberichten zu Folge geht es für den Kolumbianer in München nicht weiter. Gibt es Argumente dafür, dass die Bayern die Kaufoption eventuell nicht ziehen? Und was spräche für einen Verbleib des 27-Jährigen? Maurice und Justin ordnen die Debatte um James ein.

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  1. Kleine Anmerkung zu den finanziellen Gedankenspielen um einen Jamexit:
    James kaufen und wieder verkaufen wäre möglich, aber die betriebswirtschaftliche Rechnung ist natürlich komplizierter als nur auf die beiden Ablösesummen zu schauen. Angenommen er käme für 42 Mio. € und wechselte für 60 Mio. €, dann ist es nicht so, dass der FCB 18 Mio. € in die Spardose legen kann.
    Zum einen kommen erhebliche Transfernebenkosten auf den Verein zu, ich würde für beide Transfers zusammen mit 10-20 Mio. € Kosten für Berater, Spielervermittler, Anwälte etc. rechnen. Je nachdem wie der Vertrag mit James gestrickt ist, müsste man auch ihm noch einen Signing-Bonus oder Roster-Bonus o.ä. zahlen.
    Zum anderen werden Einnahmen und Ausgaben steuerlich anders wirksam, aber die Details spare ich mir.

    Das alles zusammen verstehe ich, dass man auf die (im obigen Beispiel) 18 Mio. € Ablöseplus verzichtet. Umso eleganter, wenn man sich damit noch als “netter” Club darstellen kann.

  2. @Josef
    Wenn sich ein Transfer dieser Art so komplex gestaltet, kann ich es auch nachvollziehen, wenn man darauf verzichtet…

    https://www.sport.de/news/ne3633240/fc-bayern-james-rodriguez-und-thiago-zu-psg-transfer-von-jerome-boateng-vom-tisch/

    Da aber auch PSG an einer James-Verpflichtung hat, würde ich es begrüßen, wenn die Kaufoption bei Real gezogen wird, um ihn dann für 70 bis 80 Mio. an den (Noch-)Scheich-Club zu verhökern!!

    Antwortsymbol2 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Ginge das (also Kauf/Wiederverkauf) von der Vereinbarung mit Real her? Habe die leider nicht mehr präsent, daher meine Frage.

      1. Nein. Ausdrücklich nicht.

  3. Halte es für ausgeschlossen, dass Bayern nicht an dem James-Transfer profitiert. Es ist doch ganz klar, dass der Spieler einen bedingten Arbeitsvertrag mit Bayern hat. Wenn James nun weder bei Bayern bleiben noch zurück zu Real möchte, ist das natürlich machbar. Bayern könnte die Option ziehen und ihn sofort weiterverleihen. Oder Bayern lässt sich die Nicht-Ausübung der Option bezahlen und Real macht den Transfer mit James’ neuem Club.

    Witzig, dass oben im link von Tom PSG und Boateng in einem Satz genannt werden. Sind wir hier bei “WünschDirWas”? Ich sehe Boateng realistischer Weise in der Türkei oder in China – und auch dort wird es schwierig, einen Verein zu finden, der mit einem sehr langsam gewordenen und nicht mehr so einfach zu motivierenden Vorstopper / Sonnenbrillendesigner was anfangen kann.

    Antwortsymbol2 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Vielleicht gibt es eine indirekte Kompensation wenn man einen anderen Real Spieler verpflichtet zB Isco.

      Oder die kompliziertere Version wenn man das James/Dybala Geruecht glaubt.

      Who knows

      1. Ich kann mir auch vorstellen, dass es mehr auf ein Agreement hinausläuft – nach dem Motto: wenn wir demnächst mal einen Spieler haben möchten, dann lasst ihr ihn unter dem Marktpreis zu uns wechseln (war ja bei Alonso nach dem Kroos-Deal auch ein wenig so).

  4. Hittmer Otzfeld Seite 09.05.2019 - 05:29

    James ist sicherlich auch eine Grundsatzfrage oder wie im Podcast perfekt formuliert “will man einen Spieler in dem viel investieren muss?”. Unter Kovac läuft es nicht weil James gefühlt viel Allüren mitbringt und bei mangelnden Einsatzzeiten quänkelt. Finde es fatal, dass man sich gegen James entscheiden wird.

    Alle Bayernspieler sind gleich aber manche sind gleicher als die anderen. Zu letzteren zählt James bestimmt nicht. Thiago und James und dann kommt erstmal nix. Sollte James tatsächlich privat nicht glücklich sein, dann wäre eine Nichtverpflichtung nur fair, unter sportlichen Gesichtspunkten fände ich es wahnsinnig. Gerade wo es augenscheinlich spielerische Defizite gibt, kann man doch so jemanden nicht gehen lassen, sondern man sollte vielmehr, um Ihn und Thiago die Mittelfeldachse aufbauen. Furchtbar schlechtes Business!

    Antwortsymbol4 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Natürlich ist es eine Augenweide, James spielen zu sehen, zumindest wenn ein Spiel gut läuft und er offensiv geniale Aktionen auslöst.

      Aber man hat ja in den beiden CL-Halbfinals gerade gesehen, dass in entscheidenden Spielen die Persönlichkeit der Spieler und deren Zusammenhalt als Mannschaft ein ganz wesentlicher Faktor ist. Individuell war Liverpool den Barca-Stars definitiv unterlegen; aber der unbedingte Wille und 100% Einsatz in jeder Sekunde haben das “Wunder” ermöglicht.

      Auch unsere “Generation Lahmsteiger” hatte ihren Erfolg ja nicht zuletzt durch den Teamspirit und den unbegrenzten Erfolgswillen jedes einzelnen Spielers.

      Wie James in der Hinsicht zu bewerten ist, lässt sich von außen nicht einschätzen. Wenn er aber genau dieses “Siegergen” nicht in sich haben sollte, dann ist es vertretbar, die Kaufoption nicht zu ziehen, insbesondere wenn er sich auch privat nicht wohlfühlt. Denn dann ist einfach nicht zu erwarten, dass er es schafft, sein Potenzial in München auszuschöpfen – und dann wird das vermeintliche Schnäppchen ein Draufzahlgeschäft.

      1. Wie anderswo schon geschrieben: im CL-Halbfinale letztes Jahr war James einer derjenigen, die sich mit aller Kraft gegen das Ausscheiden gewehrt haben.

        Zudem: sicher ist Wille und mannschaftliche Geschlossenheit ein Zünglein an der Waage in KO-Spielen zwischen etwa gleichstarken Teams. Aber eine Grundlage aus Topspielern und vernünftiger Taktik ist halt quasi das Grundgewicht, und wenn man da als zu leicht befunden wird, hilft alles Gegendrücken mit der Zunge nichts.

        Das galt auch am Dienstag. Bitte nicht auf Klopps albernes Underdog-Getue hereinfallen. Liverpool ist ebenso wie Barca, PSG oder Real eine mit viel Geld gekaufte und mit viel Gehalt zusammengehaltene Mannschaft aus internationalen Topspielern. Rennen und Kämpfen reicht auf dem Niveau für niemanden.

      2. Da sollte man allerdings auch berücksichtigen, dass es gegen seinen Ex Verein ging …

      3. Ich seh das genauso wie @JP.

  5. Mal etwas anderes… zur Champions League:

    Lewandowski und Hummels sind hervorragende Fussballer und sind nach München gewechselt u.a. auch um die UEFA Champions League zu gewinnen. Jetzt sind die beide um die Dreißig; haben noch 2-3 Jahre vor sich und es sieht nicht danach aus, dass Bayern in den kommenden 3-4 Jahren die UEFA Champions League wird. Wie bewertet man nun die beiden Spieler – also ihre Karrieren?

    Ich bin der Meinung, dass jeder “große” Spieler mindestens einmal die UEFA Champions League gewinnen sollte, um als ganz Großer zu gelten.
    Die UEFA Champions League ist die Königsklasse und die sollte man schon im Portfolio haben. Der Sieg einer WM genießt bei mir nicht den selben Stellenwert wie die UEFA Champions League, weil man es sich nicht aussuchen kann in welchem Land man geboren wird. So würde z.B. Mané (Senegal) und Salah (Ägypten) nie eine Chance haben den WM-Pokal zu gewinnen.

    Wäre schön wenn MSR-Mitglieder meinen Beitrag sachlich und fair kommentieren würden.

    Zählen Hummels und Lewandowski zu den ganz Großen – auch ohne UEFA Champions League zu den ganz Großen?

    Antwortsymbol13 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. AntwortsymbolBolzplatzheld85 Seite 09.05.2019 - 15:42

      Gegenfrage : ist ein Effenberg der “größere” Spieler im Vergleich zu Matthäus?

      Und ist Navas (3 cl Titel) von Real der bessere ( größere) Torwart als Neuer (1xcl)?

    2. Maradona hat nie die CL gewonnen. Frage beantwortet? ;-)

    3. Eben weil man es sich nicht aussuchen kann in welchem Land man geboren ist, ist der WM-Titel mehr wert :-)

    4. Servus!

      Ich persönlich halte nicht viel von der Bewertung nach Titeln. Lahm wäre für mich auch dann der beste Fußballer seiner Generation und einer der besten der bisherigen Geschichte gewesen, wenn Dortmund das Finale gewonnen hätte und Götze nicht seinen Moment gehabt hätte.

      Ich schaue mir lieber an, wie Spieler in solch großen Spielen auftreten. Lahm und Schweinsteiger haben 2012 sensationell gut gegen Chelsea gespielt, sie haben aber verloren.

      Ich verstehe die Bewertung, dass ein ganz Großer große Titel haben sollte. So als selbstverständliches Argument. Diese Argumentation ist aber mMn Teil eines Problems, das wir auch immer dann sehen, wenn schlechte Spiele einer Mannschaft mit Ergebnissen gerechtfertigt werden. Gute Fußballer sind automatisch erfolgreich. Für die ganz großen Würfe brauchen sie aber mehr als ihre eigene Klasse. Gutes Beispiel ist da immer Ballack.

    5. Mann braucht sich nur die Karriere von Reus anschauen um die Frage zu beantworten. In meinen Augen gehört er in einem Atemzug mit Schweini, Lahm und Co. genannt, einzig was ihm fehlt sind die Titel. Leider hat sein Körper und Pech ihm so manchen Erfolg verwehrt.

      Und der CL Titel hat imo auch sehr viel mit Glück zu tun. Du musst genau zum richtigen Zeitpunkt im richtigen Verein mit der richtigen Mannschaft spielen um den Titel zu gewinnen und während der CL Saison entsprechend das Spielglück oder so wie Real den richtigen Schiri auf den Platz haben.

      1. AntwortsymbolBolzplatzheld85 Seite 09.05.2019 - 21:15

        Naja Reus hätte durchaus eine erfolgreichere Karriere machen können wenn sein Körper mitgespielt hätte.
        Die jeweilige Bedeutung von lahm und Schweinsteiger in den Mannschaften sehe ich aber dennoch als größer.

    6. AntwortsymbolMarlene Dietrich Seite 09.05.2019 - 20:33

      Nicht Titel machen die Größe eines Spielers aus. Is meine Meinung.
      Gegenbeispiel Bielsa bei den Trainern(ja, ich weiß, ich nerve und wiederhole mich):
      Er is der vermutlich einflussreichste lebende und berufstätige Trainer momentan, hat aber zwei relativ unbedeutende Titel gewonnen. Dennoch würde ihm kaum ein Kenner des Fußballs seine Größe absprechen.

    7. Die Zahl der guten und sehr guten Spieler, die noch nie in ihrer Karriere die CL gewonnen haben, ist doch riesig. nimm dir als Beispiel Spieler-“Legenden” wie einen Buffon, einen Andrea Pirlo, die in ihrer Karriere alles gewonnen haben, aber nie die CL

      1. AntwortsymbolMarlene Dietrich Seite 09.05.2019 - 21:21

        @Anton: Pirlo gewann zweimal mit Milan unter Ancelotti die CL.

      2. Stimmt! Falscher Name!

    8. eins ist ziemlich sicher: unter kovac gewinnt der FCB nicht mehr die CL…

      1. Darauf würde ich mein gesamtes (zugegebenermaßen nicht allzu großes) Haben setzen @Pepismo. ;-)

    9. “Der Sieg einer WM genießt bei mir nicht denselben Stellenwert wie die UEFA Champions League, weil man es sich nicht aussuchen kann in welchem Land man geboren wird.”

      Diese Aussage würde ich so zu 100% unterschreiben @Pleitegeier.

      Doch leider wird das von den Medien und auch von der großen Mehrheit der Fußballbegeisterten (und damit meine ich nicht die wahren Fans) nicht so wahrgenommen.
      Deshalb ist das was bleibt eine Mischung aus internationalen Vereinstiteln UND VOR ALLEM dem Auftreten bei Weltmeisterschaften und Kontinentalmeisterschaften.
      Spieler, die bei solchen “Momentaufnahmen” zu überzeugen wissen, werden als Weltklasse wahrgenommen.
      Für mich ist das prinzipiell nachvollziehbar, da eben die Aufmerksamkeit der Medien und Fußballinteressierten dann viel höher ist, greift aber dann meinem Empfinden nach viel zu kurz.

      Kurz und bündig: Titel (vor allem mit Nationalmannschaften!) alleine machen keine großen Spieler.

  6. “Der Sieg einer WM genießt bei mir nicht denselben Stellenwert wie die UEFA Champions League, weil man es sich nicht aussuchen kann in welchem Land man geboren wird.”

    Diese Aussage würde ich so zu 100% unterschreiben @Pleitegeier.

    Doch leider wird das von den Medien und auch von der großen Mehrheit der Fußballbegeisterten (und damit meine ich nicht die wahren Fans) nicht so wahrgenommen.
    Deshalb ist das was bleibt eine Mischung aus internationalen Vereinstiteln UND VOR ALLEM dem Auftreten bei Weltmeisterschaften und Kontinentalmeisterschaften.
    Spieler, die bei solchen “Momentaufnahmen” zu überzeugen wissen, werden als Weltklasse wahrgenommen.
    Für mich ist das prinzipiell nachvollziehbar, da eben die Aufmerksamkeit der Medien und Fußballinteressierten dann viel höher ist, greift aber dann meinem Empfinden nach viel zu kurz.

    Kurz und bündig: Titel (vor allem mit Nationalmannschaften!) alleine machen keine großen Spieler.

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. Sorry. Falsch platziert. Wollte eigentlich auf den Kommentar von @Pleitegeier antworten. ;-)

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