MSR078 Der FCB unterm Katar-Messer

Justin Trenner 03.03.2019

Als die Einladung des FC Bayern, die Frauenmannschaft nach Katar zu begleiten, Ende des Jahres 2018 kam, war Christian Nandelstädt in einem Gewissenskonflikt gefangen. Und doch fiel ihm die Entscheidung letztendlich einfach: Er muss sie annehmen.

Mit etwas Abstand berichtet er uns nun im Podcast, was er erlebt hat und welche Konsequenzen er aus seinem Erlebnis zieht. Gemeinsam mit Justin erörtert er die Situation der Bayern rund um Katar – ein Staat, der seit Jahren in der Kritik steht.

Macht es Sinn, weiter in dieses Land zu reisen? Ist der FC Bayern wirklich daran interessiert, dort etwas zu bewegen? Wo verhält sich der Klub gut und wo nicht? Diese Fragen und mehr versuchen wir zu beantworten.

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  1. Tolle Arbeit, Christian! Schönes Gespräch, Justin!
    Eure Berichterstattung über das Frauentrainingslager bietet interessante Infos zur Meinungsbildung über diese Reisen des FCB. Auch die Einordung bezüglich der Herrenmannschaft und den Sponsor Quatar Airways finde ich angenehm sachlich und nachvollziehbar.
    Tolle Arbeit! In meinen Augen das beste, was man zum FCB lesen/hören kann.Weit über dem, was man in den etablierten Medien geboten bekommt. Danke dafür!

    Antwortsymbol2 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Danke für dein Feedback und das Lob!

      1. Man darf sich nichts vormachen.
        Die Araber denken wie alle aufstrebende Nationen sie kennen alles mit Geld loesen.

        Aber keiner dieser Laender ist so subversiv und kalkulierend gefährlich wie Russland.

        Qatar/PSG und UAE/MCFC machen da weiter wo Al Tani mit dem erfolgreichen Kauf der WM aufgehört hat.

        Das ist aber FIFA Angelegenheit und nicht unsere.

        In diesem Sinne ist jede Begegnung jeder Austausch der Einheimischen mit Auslaendern vorteilhaft und trägt zur Normalisierung bei.

        Der ganze Unsinn der Suedkurvenmoechtegerns ist voreilig unnoetig.

        Und Politiker sollten sich da sowieso beim Sport raushalten.

        Schöner Erfahrungsbericht.

        P.S. die Chinesen warten in den Startloechern Big Times.

  2. Hochinteressanter, ja schon spannender Beitrag.
    Da werden viele Hintergründe zum Verein, zum Trainingslager, zum Land beleuchtet, die man im Mainstream-Journalismus sonst kaum, oder mit sehr viel Mühe finden mag.
    Wäre sehr schade gewesen diese Einladung nicht anzunehmen.

  3. Klasse Podcast! Vielen Dank @Justin für die Umsetzung und @Christian für die interessanten Eindrücke.

    Ich bin gespannt, ob sich in der Thematik künftig noch etwas ändert in Bezug auf Engagement vor Ort und vereinseigener Berichterstattung darüber.

  4. Tolle Sendung! Danke Christian, dass du diese Erfahrungen gemacht hast und uns davon berichtet hast.
    Mein durchweg kritischer Blick auf Quatar und die Geschäftsbeziehungen die wir dorthin pflegen haben einen positiven Punkt bekommen.

  5. Christian Nandelstädt Seite 03.03.2019 - 22:09

    Danke für Euer gutes Feedback!

  6. Sehr schöne Podcast-Folge, die mal eine ganz andere Seite abseits wöchentlicher Spieldiskussionen zeigt und weniger die 1. Herrenmannschaft als vielmehr den Verein in den Vordergrund stellt. Das Dilemma von Christian (Kritiker, der mal hinter die Kulissen schauen darf) kann ich gut nachvollziehen und finde er hat es sehr gut und professionell gemacht. Freue mich, wenn solche Episoden beibehalten werden.

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. Wir sind an Vielfalt natürlich interessiert, aber es muss sich auch anbieten. Für Themenvorschläge sind wir immer offen.

  7. Natürlich gut, dass man sich mit solchen Dingen beschäftigt und danke für den Einblick. Mir persönlich ist es egal, ob der FC Bayern in Katar ein Trainingslager absolviert oder nicht. Für mich stehen da die sportlichen Belange im Vordergrund und wenn diese Tip-top sind sollen sie es halt dort abhalten. Man sieht ja, dass es andere deutsche Mannschaften da deutlich schlechter getroffen haben diesen Winter.

    Um zum Beitrag zu kommen finde ich persönlich, dass es wohl doch eher wie ein Urlaub mit dem Verein war und der Blogger die Zeit nutzen konnte, ein Trainingslager als solches und die Spieler/Funktionäre kennenzulernen. Ist an sich auch nichts verwerfliches dran, aber damit würde vermutlich eine Chance verpasst sich doch intensiver mit dem eigentlichen Thema zu beschäftigen, dass man aus der Ferne gerne kritisiert.
    Ich denke auch nicht, dass es notwendig ist Spieler dafür zu benutzen auf irgendetwas aufmerksam zu machen. Dazu könnten genauso gut die Markenbotschafter genutzt werden. Ist wahrscheinlich ja auch deren Job für den diese bezahlt werden. Spieler sind in erster Linie Sportler und sollten es auch bleiben.

  8. Sehr guter Bericht und auch sehr gutes Interview!
    Ich habe meine Sichtweise auf die Beziehungen zu Qatar teilweise revidieren müssen und dürfen. Vielen Dank dafür!
    Ich möchte vielleicht ein, zwei Punkte mit einfließen lassen. Ja, es stimmt, dass es äußerst schade ist, dass die Männer Mannschaft (bislang) dort keine Akzente setzt. Die Begründung aufgrund des Desinteresses einiger Spieler hat mich zugegebenermaßen erschüttert. Es ist natürlich eine typisch deutsche Marotte zu glauben, wir müssten anderen die Welt erklären. Außerdem treten wir dabei allzu oft oberlehrerhaft auf. Moral kann sehr anstrengend sein und würde eine WM in Russland, einen Urlaub in der Türkei, ein Trikot Made in Bangladesh etc. verbieten. Am Ende ist das aber whataboutism und ändert nichts an der ethischen Verpflichtung eines FCB, den wir auch dafür lieben möchten. Von daher empfinde ich das Engagement des FCB in Qatar nach diesem Podcast als durchaus positiv.
    Ihr sprecht im Interview von “nur die Frauenmannschaft”, ich würde von “sogar die Frauenmannschaft” sprechen wollen. Es tat für den FC Bayern doch überhaupt keine Not, auch mit den Frauen nach Qatar zu fahren. Sie haben es trotzdem gemacht! Das Thema Frauenrechte auf der arabischen Halbinsel so offen anzugehen (und auch vom Gastgeber die Möglichkeit dazu zu bekommen), ist imho ein heißeres Eisen als mit der Männermannschaft auf Gastarbeiter anzusprechen. Ich würde dieses Licht daher garnicht so sehr unter den Scheffel stellen.

    Ich habe mich gefreut, dass die Punkte ‘Marke’ und ‘Werbepartner’ thematisiert wurden, schlage ich doch gerne in eine ähnliche Kerbe. Ein Konzern wie der FCB muss dies professionell, geplant und stringent aufziehen. Noch haben wir die Marktmacht etwas bewegen zu können und gleichzeitig davon zu profitieren. Es muss das bodenständige, bayrische, familiäre Image geschärft werden. Die bayerische Sprachfärbung eines Stephan Lehmann, die Gebirgsschützen im Stadion, die Lederhosen-Romantik etc. all das sind deutschland- und weltweit positiv belegte Standortvorteile. DO macht vor, dass man trotz der Börsennotierung dieses Arbeiter-, Underdog-Image aufrecht erhalten kann. St. Pauli als Verein für den politisch eher links orientierten, antikommerziellen Fan hat ein Merchandise, das vermutlich unter den Top 5 rangiert. Wir haben da eher den Ronaldo Effekt: erfolgreich, hart arbeitend und trotzdem unsympathisch in der allgemeinen Empfindung. Da hilft es einem Ronaldo auch nicht, Rolex an seine Team-Kollegen zu verschenken, was er aus ähnlichen Gründen tun wird. Eine solche Image-Kampagne muss über Jahre schleichend, unterschwellig aber kontinuierlich erfolgen. Lass dich nicht angreifbar machen. Sei es der erwähnte Veggie Burger, das zuckerfreie, isotone Getränk von Paulaner, die Frauenmannschaft in Qatar und Saudi Arabien o.ä. Ich bin nicht so kreativ wie die Profis. Warum wohl wirbt das örtliche Maschinenbau-Unternehmen im lokalen Fussballstadion und sponsort den Volkslauf? Keiner der Zuschauer wird sich eine Drehmaschine für zuhause kaufen. Der Firmenname wird positiv belegt, was z.B. Vorteile bei der Personalsuche bringt.
    Wenn ich als FCB dieses Image habe, kann ich problemlos mit dem Sponsor Qatar-Airways auflaufen, ohne wie die englischen Vereine als austauschbare Scheich-Clubs zu enden. Am Ende des Tages muss viel Geld verdient werden. Alles andere ist Sozial-Romantik.
    Ich mache mal Schluss.

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. sehr erfrischender, reflektierer Kommentar, bringt viele Aspekte a la “sogar die Frauenmannschaft” schön auf den Punkt…

  9. Mit einigen Tagen Verspätung auch von mir noch ein großes Dankeschön! Sehr gutes Interview und vor allem an Chrstian vielen Dank, dass er es gewagt hat.

    Wichtige Erkenntnis auch für mich:
    a) Dinge ändern sich. Was früher schlecht war, muss nicht immer noch schlecht sein – und umgkehrt! Solche Reflexionsprozesse muss man fortsetzen.
    b) Weil zwei das Gleiche machen (Trainingslager der Frauen und der Männer) ist es nicht das Selbe! Hier wird man sich auch weiter messen lassen müssen.
    c) Sport ist Sport und da ist erstmal wichtig, dass die Rahmenbedingungen stimmen. Aber man kann das nicht entpolitisieren. Gerade als so sichtbarer Klub hat man eine Verantwortung.

    BTW: Schöne Überschrift höhöhö

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. stimmt, ziemlich coole Überschrift

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