Miasanrot-Awards: Nicht eingelöstes Versprechen der Saison 2020/21

Maurice Trenner 25.05.2021

Ein Transfer mit langem Anlauf

Die Geschichte mit Marc Roca beginnt schon ein Jahr vor seinem Wechsel nach München, genau genommen im Sommer 2019. Nach einer starken U21-Europameisterschaft stand der junge Spanier ganz oben auf der Einkaufsliste des damaligen Sportdirektors Hasan Salihamidzic. Doch der abgebende Verein Espanyol Barcelona war in keiner Not den zentralen Mittelfeldspieler abzugeben und rief daher die utopische Transfersumme von 40 Millionen Euro auf. Zu viel Geld entschied die sportliche Führung des Rekordmeisters.

Ein Jahr später waren Roca und Espanyol in die zweite spanische Liga abgestiegen. Der Abstieg war eine Folge der Unruhe in der sportlichen Leitung (mit drei Trainerwechseln in einer Saison) sowie einer absolut verunsicherten Mannschaft. Der damals 23-jährige Roca war daran nicht mehr Schuld als seine Mitspieler, konnte aber auch alleine das Ruder nicht rumreißen. Sein großer Förderer Joan “Rubi” Ferrer war als Trainer noch vor der Saison entlassen worden.

(Quelle: Imago Images)

Geplagt von Geldsorgen aufgrund des Abstiegs, veräußerte Espanyol sein Kronjuwel Roca für einen Bruchteil der Summe aus dem Vorjahr. Auf dem allerletzten Drücker einer turbulenten Transferphase verpflichtete Salihamidzic den Mittelfeldspieler für neun Millionen Euro und gab ihm einen Vertrag über fünf Jahre. Für den mittlerweile zum Sportvorstand beförderten Salihamidzic, der von dem Spanier weiterhin überzeugt war, ein absolutes Schnäppchen. 

Das Versprechen aus Spanien

Ein Absteiger aus La Liga steht nicht gerade ganz oben auf der Watchlist der meisten Journalisten und Blogger, daher waren die meisten Eindrücke geprägt von Rocas Auftritten bei der U21-Europameisterschaft, die er mit Spanien gewinnen konnte. Parallelen zum Triumph der Iberer 2013 wurden wach, als ein entfesseltes Spanien mit den beiden Youngsters Thiago und Isco den Finalgegner Italien 4:2 demontierte. 

Natürlich verpflichtete man mit Roca keinen fertigen Spieler, der den abgewanderten Thiago direkt ersetzen könnte. Doch die Stimmen aus Spanien klangen vielversprechend. In ihm stecken die Gene seiner Landsmänner Xabi Alonso und Sergi Busquets – oder von Rodri, den Bayern 2019 auch verpflichten wollte, dann aber im Wettbieten gegen Manchester City verlor. 

Sein ehemaliger Mentor Rubi attestierte ihm vor allem ein sehr gutes Spielverständnis und die Fähigkeit ein Spiel zu lesen und darauf gezielt eingreifen zu können. Roca beherrscht dabei sowohl das Mittel der Tempoverschleppung als auch den Steilpass in die Tiefe zur Beschleunigung des Spiels. Ein Ruhepol im Mittelfeld. Roca ist trotz seiner 1,84 Meter kein sonderlich physischer Mittelfeldspieler, scheut allerdings auch nicht vor einem Zweikampf zurück. 

Eine Saison in zweiter Reihe

Nach seiner ersten Saison im Münchner Dress stehen lediglich 11 Einsätze über gerade einmal 519 Minuten in den Büchern. Nur sechs Mal durfte Roca von Beginn an spielen, davon einmal im Pokal gegen das unterklassige Düren und einmal bei der FIFA-Klub-WM gegen das international zweitklassigen El Ahly. Deutlich zu wenig, um ein wirkliches Urteil über den Spanier zu fällen. Wieso vertraute Hansi Flick dem Neuzugang so wenig?

Als zentraler Mittelfeldspieler hat man es im System des Erfolgstrainers nicht einfach. Die Rolle ist extrem komplex und stellt höchste Ansprüche. Auch andere Spieler mit ähnlichen Qualitäten – wie Rückkehrer Adrian Fein oder sogar Weltmeister Corentin Tolisso – scheiterten daran. Zudem war das eingespielte Duo aus Kimmich und Goretzka bei Flick, sofern es fit war, immer gesetzt.

Eine Qualität, die für Flick höchste Priorität hat, ist die Arbeit gegen den Ball und dabei vor allem das weiträumige Verteidigen. Immer wieder findet sich der zentrale Mittelfeldspieler im offensiven Flick-Fußball alleine gegen mehrere Angreifer und muss hier Passwege sowie Laufwege strategisch abdecken. Dabei bedarf es gezielten Läufen zum genau richtigen Zeitpunkt. Allesamt Anforderungen, denen Roca so bei Espanyol aufgrund der abweichenden Spielweise nicht begegnet war. 

Dementsprechend sichtlich unwohl fühlte sich der Katalane, wenn er auf der Sechs alleine den gegnerischen Angriff aufhalten sollte. Lehrgeld bezahlte Roca dafür im Champions-League-Spiel gegen Salzburg, als er nach einer knappen Stunde mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen wurde. Einen eigenen Stellungsfehler in einer ebensolchen Situation wusste er nur unbeholfen per Foul zu klären. Sicherlich für den Spieler und den Trainer ein Rückschlag in ihrem gegenseitigen Vertrauensverhältnis.

Wenn man Flick etwas ankreiden kann, dann dass er es nicht geschafft hat, diese höchst kompliziert zu befüllende Rolle seinen Spielern im Kader näher zu bringen und diese Spieler weiterzuentwickeln. Dabei kamen ihm sicherlich die kurze Vorbereitung, an der Roca durch den späten Wechsel zudem gar nicht teilnahm, und die limitierte Trainingszeit in einem prall vollen Terminkalender in die Quere.

Mehr als aktives Coaching gab es für Marc Roca unter Hansi Flick in der abgelaufenen Saison meist nicht zu holen.
(Bild: Imago Images)

Mit dem Ball bewies Roca allerdings, wenn er denn mal spielte, seine guten Anlagen. Von der Bank ohne Rhythmus durchzustarten ist für die meisten Bankspieler etwas schwierig – man siehe nur Eric Maxim Choupo-Moting. Doch der Mittelfeldspieler tat sein Bestes und gehörte gegen Salzburg und Moskau in der Champions League zu den besten Akteuren auf dem Feld. Er tendierte zwar eher zum sicheren Pass und versteckte sich teilweise im Deckungsschatten des Gegenspielers, doch die Präzision und Sicherheit im Passspiel stachen positiv hervor. Mit längerer Spieldauer stieg das Selbstvertrauen sichtlich und er wagte sich auch an längere, teils sehr vertikale, Bälle. Das machte durchaus Lust auf mehr.

Türöffner Nagelsmann?

Unter diesen Eindrücken hätte man gerne mehr von dem jungen Spanier gesehen, doch dafür müssen sich die Bayern-Fans noch bis zur neuen Saison gedulden. Julian Nagelsmann könnte ein Neuanfang für den mittlerweile 24-Jährigen werden. Der junge Coach gilt als Spieler-Entwickler, der in der Lage ist für jeden Spieler basierend auf dessen individuellen Qualitäten die beste Rolle im System zu finden. 

Da Roca nicht im Kader der Spanier für die Europameisterschaft steht, kann er zudem die komplette Vorbereitung unter dem neuen Trainer absolvieren. Das könnte sich für ihn als großen Vorteil erweisen. Die Anpassung an die komplett neuen Anforderungen in der Bundesliga bedürfen gerade für einen jungen Spieler einer gewissen Zeit, die er in der hektischen letzten Saison nicht hatte. Die intensive Arbeit mit dem akribischen Taktiker Nagelsmann wird ihm da sicherlich helfen.

Gerade im Vergleich zum Runner-Up für den Award “Uneingelöstes Versprechen”, Bouna Sarr, sehen die Aussichten für Roca deutlich rosiger aus. Im Gegensatz zum Franzosen wusste er seine Einsätze als Eigenwerbung zu nutzen. Der Fünf-Jahres-Vertrag scheint bei ihm eine sinnvolle Anlage in die Zukunft und ein spannendes Entwicklungsprojekt für Nagelsmann. 

Nein, Marc Roca ist nicht der legitime Thiago-Nachfolger und auch nicht der nächste Xabi Alonso. So viel steht nach einem Jahr fest, doch diese Erwartungen an ihn waren auch von Beginn an überzogen. Und dennoch ist das Fähigkeitsprofil von Roca als deep-lying playmaker im Bayern-Kader bisher nicht vorhanden. Genau diese Lücke gilt es für ihn nun zu nutzen. Dabei könnte er in der kommenden Spielzeit vorrangig als Back-Up für Kimmich fungieren, dessen Rolle im Bayern-Mittelfeld ihm am besten liegt.

SZ-Autor Javier Cáceres schrieb im Juli 2019 schon: “Vielleicht muss man solchen Spielern wie Roca aber auch mal Türen öffnen, um ihr Limit zu ergründen, etwa beim FC Bayern.” Hoffen wir, dass Nagelsmann für Roca zum Türöffner wird und der Spanier nächste Saison sein Versprechen einlösen kann, so dass er bei den Miasanrot-Awards für eine andere Auszeichnung im Rennen ist.

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  1. Was mir bei Roca vor allem auffiel, war folgender Aspekt: wenn er spielen durfte und um ihn herum etablierte Spieler auf dem Feld waren, schien er nicht wie ein überforderter Fremdkörper. Wir haben drei gesetzte Stammspieler im Mittelfeld und das sind Kimmich, Goretzka und Müller. Konnte Roca mit Goretzka oder Kimmich an seiner Seite und gleichzeitig Müller vor ihm agieren, dann waren die Leistungen mehr als brauchbar. Sein schlechtestes Spiel war auch deshalb das Spiel in Frankfurt, weil da “nur” Kimmich an seiner Seite war und vor ihm Choupo-Moting spielte, der auf der Müller-Position selbst Probleme hatte und deshalb keine Hilfestellung anbieten konnte. Was mich persönlich etwas störte, war die Tatsache, dass Flick Roca in sehr vielen Spielen, die zumindest nach 60 Minuten schon entschieden waren, nicht spielen ließ. Hier hätte er unter Wettkampfbedingungen zumindest reinschnuppern können. Zumindest in den Spielen gegen Köln, Stuttgart und Gladbach in der Liga und im Rückspiel gegen Lazio in der CL wäre die Gelegenheit dagewesen, ihm zumindest ca. 120-150 weitere Minuten zu geben.
    Natürlich ist Roca kein 1:1 Ersatz für Thiago und dessen Klasse wird er auch nie erreichen. Das Ziel für Nagelsmann muss es sein, dass er Roca auf ein Level bringt, das erlaubt, ihn bedenkenlos gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte einzusetzen, damit in diesen Spielen Kimmich oder Goretzka nicht mehr die gesamte Spielzeit auf dem Feld stehen müssen und sich ihre Körner für die CL und die Spiele gegen die stärkeren Gegner in der Liga aufsparen können. Warum z.B. Kimmich auch in einem längst entschiedenen Spiel gegen Lazio nach 4:1 im Hinspiel und 1:0 Pausenführung im Rückspiel noch bis zur 77. Minute weiterspielen muss, obwohl man weiß, welches Pensum in den kommenden Wochen auf die Nationalspieler wartet, kann ich bis heute nicht verstehen. Alleine Kimmich hätte man mindestens 100 bis 150 Minuten Einsatzzeit in der Rückrunde ersparen können und sie Roca oder Martinez geben. Ich bin guter Dinge, dass Nagelsmann aus Roca einen guten Kaderspieler macht in der Tradition von Spielern wie Torsten Fink.

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. Das kann man nur ganz dick unterstreichen.

    1. Welch glückliche Fügung des Schicksals.
      Genau als der liebe, immer ehrliche, superempathische Hansi das Mobbing beim FC Bayern nicht mehr ausgehalten hat und seinen gut dotierten Vertrag aus freien Stücken gekündigt hat, wird beim DFB seine absolute Traumposition frei.
      Zufälle gibt’s.

      1. Bin echt gespannt, wie es dieses Mal läuft.
        Beim letzten Mal hat er beim DFB schnell das Weite gesucht, weil ihm die Strukturen nicht passten.
        Glaubt er wirklich, da hat sich jetzt so viel geändert?

      2. @Tobi: Ja, er hat eine, sagen wir mal, charakterliche Prädisposition zu vorzeitigen Vertragsauflösungen. Aber dieses mal glaube ich, dass die Situation eine andere: Er ist Bundestrainer, und dafür erst einmal für die sportlichen Belange tätig. In seine Kaderplanung und seine Mannschaftsaufstellungen wird ihm niemand “reinreden”. Zumal er durch die sportlichen Erfolge bei uns zumindest kurz- bis mittelfristig unantastbar sein wird. Aber etwas genaues weiß natürlich niemand.
        Wie viele Foristen hier bin ich der Meinung, dass er als Bundestrainer den richtigen Job hat:
        – er ist ein Turniertrainer
        – er wird nicht mehr im – vor allem beim FC Bayern – vom Alltagsgeschäft “verschlissen”.
        – er hat die Fähigkeit, relativ schnell seine “Stammmanschaft” zu finden.
        – bei einem Turnier von maximal sieben Spielen spielt auch das Thema Belastungssteuerung keine Rolle
        – er hat einen Draht zu den Spielern und kann diese motivieren (deshalb war ich auch sicher, dass wir in Lissabon eine gute Rolle spielen würden)
        – er hat einen Teammanager, der zu ihm steht und ihm wahrscheinlich den Rücken freihält
        Aber, Prognosen erweisen sich als schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen, meinte schon Karl Valentin

      3. Hallo jjs,
        “…charakterliche Prädisposition zu vorzeitigen Vertragsauflösungen…”
        Ja, was erlauben Trainer! Die Vereine sind dagegen ja die Guten – denen würde niemalsnicht einfallen, vorzeitig einen Trainer zu entlassen…^^

      4. @Mitschnacker: Also, bevor Du “mitschnackst”, mach Dich kundig: Flick hat nicht nur Trainer-, sondern auch Geschäftsführer- und Direktorenposten vorzeitig gekündigt. Man könnte auch sagen: er hat (fast) jeden seiner Jobs vorzeitig gekündigt.

        Abgesehen davon haben wir hier über Flick und den Bundestrainerposten diskutiert und nicht, ob irgendwelche Vereine irgendwelche Trainer entlassen. Dieses whataboutism ist hier völlig fehl am Platz.

      5. Hallo jjs,
        ja, whataboutism ist manchmal unbequem und reizt zur impulsiven Zurückweisung.
        Genauso unbequem sind – für Vereine wie für Verbände – selbstbewusster gewordene leitende Angestellte.

      6. @Mitschnacker: der entscheidende Unterschied ist, dass Trainer nicht entlassen werden, sondern beurlaubt oder freigestellt. Das Gehalt läuft auch ohne Arbeit bis Vertragsende weiter. Flick zahlt uns nix.

      7. Hallo wohlfarth,
        nunja, nicht ganz: Flick hat um Auflösung seines Vertrags gebeten – dem wurde vom Verein letztlich entsprochen. Nach dem 30.06. fließt kein Gehalt mehr.
        Nach Löws Verzicht auf das Bundestraineramt und dem nicht allzu glanzvollen Agieren des FCB-Sportvorstands war klar, wohin die Reise geht. Und man kann ja beide Seiten nur loben, dass die ganze Sache am Ende relativ geräuschlos abgewickelt wurde.
        Ende gut, alles gut.

      8. Ok. Wenn morgen Lewandowski um Auflösung des Vertrages bittet, stimmen wir dann auch zu?
        Klar, wir brauchen ihn dann ja auch nicht mehr bezahlen. Also alles toll.

      9. Ja, ich finde es auch sehr, sehr unbefriedigend, dass wir für Flick überhaupt keine Ablöse bekommen haben. Ich schätze jedoch, dass ein paar kleine Hinterzimmerdeals gemacht wurden – welcher Art auch immer.

      10. @mitschnacker: er musste ja um die Auflösung des Vertrages bitten, weil die andere Möglichkeit, nämlich dass sein neuer Arbeitgeber ihn aus dem Vertrag rauskauft, wie das z.B. bei Rose, Hütter und Nagelsmann der Fall war, nicht greifen konnte, da der DFB ja klar kommuniziert hat, keine Ablöse zu bezahlen. Bayern hätte theoretisch auch sagen können, dass man Flicks Wunsch, nicht mehr Trainer bei Bayern sein zu wollen nachkommt und ihn beurlaubt und weiterbezahlt, den Vertrag aber erst auflöst, wenn man sich mit seinem präferierten neuen Arbeitgeber einigt. Rein arbeitsrechtlich wäre das sicherlich möglich gewesen. Wirtschaftlich wäre es natürlich Blödsinn, da man dann pro Jahr noch einmal ein Jahresgehalt in stattlicher Höhe zusätzlich “verbrennt”. Es ist gut, dass man sich nach der öffentlichen Ankündigung von Flick von allen Seiten professionell genug verhalten hat, um das Kapitel einigermaßen würdig zu beenden. Den größeren Schritt hat in diesem Fall allerdings mMn sicherlich der FCB gemacht.

    2. @Tobi13: Da mache ich mir eher weniger Sorgen, denn als Bundestrainer wird er mit den Strukturen innerhalb des DFB wohl nicht so viel zu tun haben. Wenn der DFB nicht aufgrund irgend eines Sparzwangs wieder auf Trainingslager in Malente und Anreisen mit Bus oder Bahn statt Luxusresorts und Privatjet umsteigt, dürfte Flick vom Verband keine Probleme bekommen. Streitpunkt wäre höchstens, wenn der Verband bei einem Talent, das auch für Deutschland spielberechtigt wäre und sich dann aber für eine andere Nation entscheidet, irgend etwas verschläft. Ansonsten ist Flick ab jetzt vollkommen selbst dafür verantwortlich, wen er in den Kader aufnimmt und wen nicht. Das könnte also schon funktionieren. Wirklich gespannt bin ich nur, wie er reagiert, wenn der Erfolg ausbleiben sollte und Kritik an seinen Entscheidungen geäußert wird. Dieses Mal gibt es keinen Salihamidzic mehr, dem man die Verantwortung zuschreiben kann, weil er die falschen Spieler geholt hat oder sie zu spät verpflichtet hat….
      Es zählt erst die WM-Quali und dann die WM und da gibt es seit Menschengedenken das Gesetz, dass der Bundestrainer Schuld hat, wenn es nicht mindestens das Halbfinale wird.

      1. Da mache ich mir auch keine Sorgen. Bundestrainer ist, glaube ich, sein Traumjob und wie du sagst, er kennt die Strukturen. Also alles gut.
        Mich ärgert nur die Heuchelei und das Aufbauen der Opferrolle beim FC Bayern. Wenn er, nachdem Jogi Löw mitgeteilt hat dass er nach der EM aufhört, gesagt hätte, ich will Bundestrainer werden und bitte legt mir keine Steine in den Weg, dann hätte er meinen vollen Respekt.
        Keiner hat ihn gezwungen zu “schauspielern”, jeder Mensch darf ehrlich sein.

      2. @wohlfarth: Da stimme ich dir voll und ganz zu. Ich gehöre auch nicht zur Fraktion derer, die glauben, dass Flick nach dieser Saison bei Bayern aufgehört hätte, wenn er nicht einen Plan B gehabt hätte. Mir braucht auch niemand zu erzählen, dass Flick erst am Tage der Veröffentlichung von Löws Rücktritt darüber Bescheid wusste. Beweisen kann ich das nicht, aber die Plausibilität der Argumente der Gegenseite ist mMn auch nicht höher. Geradezu bizarr finde ich es allerdings, wenn man in diesem Fall sämtliche Schuld auf jemanden anderen abwälzt, in diesem Fall auf den Sportvorstand. Natürlich ist der immer Schuld: Wenn Alaba größenwahnsinnige Vorstellungen hat und deshalb wechselt und natürlich auch, wenn Flick beschließt, dass das Amt des Bundestrainers ihm mehr zusagt. Ich finde, dass man Salihamidzic für genügend Dinge kritisieren kann, aber aus jeder Entwicklung rund um den FCB ein Argument contra Salihamidzic finden zu müssen, ist in bester Tradition von Cato dem Älteren, der jede seiner Reden damit schloss, dass Karthago zersört werden müsse und dafür jede aktuelle Entwicklung hernahm, um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen. “Ceterum censeo, Brazzonem esse delendam”-Teil 2.

      3. @willythegreat: Wenn schon, dann “delendum”. ;-)

      4. @jep: Bei der Deklination von Brazzo war ich mir nicht so sicher. Im Original heißt es aber doch auch delendam und Carthago endet wie Brazzo auch auf o und ist Singular. Deshalb dachte ich, dass man am Gerundivium delendam eigentlich nichts verändern müsse. Mein Latinum liegt aber schon seit 25 Jahren verstaubt irgendwo herum. :-)

      5. @willythegreat: Bei mir noch viel länger. ;-) Allerdings ist “delendam” fraglos weiblich. Warum Carthago weiblich ist, weiß ich nicht. Die Königin von Carthago, Dido (ihre Affäre mit Aeneas wurde von Purcell vertont), ist es jedenfalls zweifelsfrei und wird selbstredend genauso dekliniert. Brazzo, wie auch immer man ihn ansonsten klassifizieren möchte, ist andererseits ebenso unstrittig männlich. Insofern dürfte “delendum” als männliche Form des Akkusativs schon passen. Es gibt auch andere männliche Nomina, die auf -o enden, wie z.B. “ordo” = Ordnung.

      6. @jep: Danke. Ich bin völlig überzeugt.

    3. Gute Sache. Je eher Klarheit herrscht desto besser für alle Beteiligten.
      Egal was Löw erreicht hat (wahrlich nicht wenig), lastet er aktuell wie ein Alp auf der NM. Es kann dem DFB nur dienlich sein, hier wieder frischen Wind herein zu bekommen.
      Vielleicht finden sie ja sogar auch noch mal eine passende Führungsriege, die den Laden befrieden kann.

      Mittel- bis langfristig ist es auch im elementaren Interesse des FCB, wenn NM und Verband wenigstens halbwegs zufriedenstellend funktionieren.

    4. Hallo Mitschnacker, ja, da gebe ich Dir recht, Trainer dürfen ruhig selbstbewusster werden, ihnen wird ja auch nach Gutdünken gekündigt.
      Aber Flick ist nicht einfach ein “selbstbewusster leitender Angestellter”, er hat praktisch fast jeden Job vorzeitig gekündigt. Das hat mit Selbstbewusstsein nichts mehr zu tun. Das ist, nun ja, seine spezielle “Charaktereigenschaft”.

      Nicht falsch verstehen: Hansi Flick war ein Glücksfall für uns, und wenn er schon nicht “uns” coacht, dann bin ich froh, dass er die Nationalmannschaft trainiert. Ich bin mir auch relativ sicher, dass er Erfolg haben wird (Titel? Keine Ahnung, dazu gehört auch Glück. Aber dieses “Glücksgen” hat er ja auch). Ich hoffe nur, dass er sich dieses mal endlich “durchkämpft”.

      1. Zum Glück hat unser neuer Trainer auch diese spezielle Charaktereigenschaft. Müssen wir uns schon nicht umgewöhnen.

      2. @BM: Ja, hat er, aber nicht ganz so ausgeprägt. Wir werden sehen.

      3. Es kann nur besser werden. ;-)

      4. @jjs:
        Nagelsmann hatte Ausstiegsklauseln, oder?
        Da die “spezielle Charaktereigenschaft” abzuleiten Verträge nicht zu erfüllen, halte ich für übertrieben.
        Das kann man kaum mit Flicks Neigung abzuhauen, wenn ihm was nicht passt, vergleichen.

      5. Tobi: Das hatte ich gemeint; ich vermute, Du hast zwei Posts ein wenig durcheinandergebracht : – )

        Bei Flick ist es die spezielle “Charaktereigenschaft”, bei Nagelsmann ein knallhart durchgezogenes Karriereprofil. Ich denke, dass Bayern München für Nagelsmann zumindest der erste “Karrierehöhpunkt” ist; also fünf Jahre ist – oder wäre – schon mal ein Pfund.

      6. Hallo jjs (15:21),
        man sollte aufgrund sachbezogener Entscheidungen nicht gleich den Charakter eines Menschen in Frage stellen.
        Ein Matthias Sammer brach 2012 seine Zelte beim DFB ab, um zum FCB anzuheuern (was die FCB-Fans durchaus begrüßten, ganz ohne die Charakterfrage zu stellen).
        Es kam eben ein neues Angebot, was der handelnden Person als attraktiver erschien als die bestehende Tätigkeit. Dies allzu moralisch be- oder verurteilen zu wollen, mag menschlich verständlich sein. Man kann solche Vorgänge aber auch nüchterner betrachten. Spielern gesteht man ja auch selbstverständlich zu, den – wie heißt es so schön – “nächsten Schritt zu gehen”, wenn englische Küche, spanische Kultur oder italienische Landschaften locken… :-)

      7. Hallo Mitschnacker, ich stelle ja nicht seinen gesamten Charakter in Frage, ich weise ihm ja nur eine besonder Charaktereigenschaft zu : – )

      8. Nagelsmann hatte eine AK??
        Bitte schnellstens an die Säbener melden. Nicht dass wir noch umsonst eine Weltrekordablöse bezahlen.

      9. Also wenn Nagelsmann bei Leipzig eine AK hatte, dann ist Brazzo noch schlechter als ich dachte. Aber Scherz beiseite: Wir ziehen hier permanent AKs, um Spieler zu verpflichten, kaufen sogar Trainer aus Verträgen raus. Wir akzeptieren den Wunsch von Spielern, wenn sie sich vor Ablauf des Vertrags verändern wollen. Und da soll es auf einmal verwerflich sein, wenn der Trainer das auch möchte, weil er die Aussicht auf seinen Traumjob hat und zugleich nicht mehr mit Leuten zusammenarbeiten muss, mit denen er (und auch andere) offensichtlich nicht gut zurecht kommen?

      10. Wem man es bei Spielern verurteilt, sollte man es bei einem Trainer auch tun.
        Selbst wenn es sich um den Heiland handelt.

      11. Wen verurteilen wir denn für was?
        Flick, Coman, Alaba, Nagelsmann, Upamecano?

      12. Irgendwie wiederholt sich Geschichte:
        Vor etwa 50 Jahren kam eine Reihe junger, selbstbewusster Spieler zum FCB: Paul Breitner, Uli Hoeneß oder Rainer Zobel. Allgemein wurde geargwöhnt über diese “Abiturienten”, welche so gar nicht ins altbekannte Bild der braven “Lizenzspieler” passten. Vereinspatriarch Wilhelm Neudecker fiel wohl in Ohnmacht, als sich Breitner mit Peking-Rundschau und Mao-Konterfei ablichten ließ und auch mal in Westberlin die WG von “Ton Steine Scherben” besuchte. In Mönchengladbach eröffnete Günter Netzer in Gegenwart des entgeisterten Hennes Weisweiler eine eigene Discothek.
        Finanzieller Ausdruck dieser neuen Spielergeneration waren die Prämienverhandlungen im Vorfeld der WM 1974, welche den noch vom selbstlosen Amateurgedanken geprägten DFB sichtlich überforderten. Später eckten Spieler wie Ewald Lienen oder Karl Allgöwer regelmäßig an.
        Mir scheint es, dass nun wiederum die Trainer eine neue, selbstbewusstere Rolle einnehmen, mit welcher die Klubverantwortlichen noch nicht so recht umzugehen wissen. Vorwürfe in Richtung “Charakterlosigkeit” – welche schon Anfang der 1970er in Richtung Spieler eine Rolle gespielt haben – werden nun gebetsmühlenartig in Richtung der leitenden Angestellten auf der Trainerbank wiederholt. Ausstiegsklauseln – bei Spielern ein alter Hut – werden fassungslos gegeißelt, wenn es sich um Fußballlehrer handelt. Aber auch das wird sich schon einrenken.
        Wie formulierte ein gerade 80jähriger: The Times They Are a-Changin’…

      13. @Mitschnacker:
        +1

      14. @Mitschnacker: Ich denke auch, dass sich die Thematik bei den Fußballtrainern bald einrenkt und sich bestimmte Vorgehensweisen etablieren werden, die dann greifen, wenn der Trainer wechseln möchte. Man könnte beispielsweise doch einfach folgende Formel verwenden: Jahresgehalt multipliziert mit restlicher Vertragslaufzeit entspricht der Summe, die ein Trainer auf den Tisch legen muss, wenn er seinen Verein vorzeitig verlassen möchte. Wenn ein Trainer entlassen wird, hat er Anspruch darauf, sein Jahresgehalt weiter bezahlt zu bekommen bis zum Ende der ursprünglichen Laufzeit des Vertrags. Andersrum wäre das mMn auch nur logisch. Dann heißt es eben für den Trainer: entweder hoffen, dass der Wunschverein die Ablöse zahlt, oder selber das Geld auf den Tisch legen oder den Wechselwunsch ad acta legen. Im Fall Flick hätte das bedeutet, dass für ihn ca. 14 Millionen Euro an Entschädigungsgebühr angefallen wären (7 Millionen Jahresgehalt, noch 2 Jahre Vertrag bis 2023). Will der DFB sich daran nicht beteiligen, muss eben Flick die Summe berappen und dann bleiben ihm von seinem DFB-Gehalt für die nächsten Jahre ein paar Euro weniger übrig bzw. er arbeitet bis 2023 beim DFB quasi umsonst, da sein DFB-Gehalt direkt aufs Konto des FCB fließt. Die Arbeit beim Wunscharbeitgeber müsste einem das jedoch wert sein. Dieses System wäre doch ganz fair, oder? Um vorzubeugen, dass Trainer dann nur noch kurzfrisitge Verträge unterschreiben, könnten die Vereine ja auch gegensteuern und die Bezahlung stark an die Vertragslaufzeit koppeln. Dann ist bei einer Laufzeit von nur einem Jahr eben auch maximal 1/4 dessen drin, was man bei einem Vier-Jahres-Vertrag per anno verdienen könnte.

      15. @willythegreat:

        Da glaube ich eher, dass sich wie bei den Spielern ein System von Ablösesummen und Ausstiegsklauseln entwickelt, wie es ja schon abzusehen ist. Allerdings gilt das dann für den Normalfall, den Wechsel von einem Klub zum anderen.
        Der Wechsel aus laufendem Vertrag zum Nationaltrainer ist dagegen sehr speziell, ich würde sagen in der Form ohne Präzedenzfall!?

        Jedenfalls wäre bei einem Wechsel von Flick zu einem anderen Profiklub zweifellos eine Ablöse in (Pi mal Daumen) der von Dir vorgeschlagenen Höhe verlangt worden.
        Beim DFB wäre dagegen eine Ablöse-Zahlung wohl schon rein satzungsgemäß gar nicht zulässig.

        Aber ein gutes Verhältnis zwischen dem FC Bayern und der NM kann mehr bringen als ein paar kurzfristige Millionen Einnahme, z.B. wenn Kimmich und Co. im Umfeld von Länderspielen jemand wie Sané zum Wechsel überzeugen können; oder generell das Image, wer Nationalspieler werden will, sollte am besten zu uns kommen …

    5. Die Tatsache, dass ich gespannt bin, wie Flick diesmal mit den Strukturen beim DFB klar kommt, hat tatsächlich 5 Leute so aufgeregt, dass sie den Beitrag gemeldet haben?
      Da bin ich doch arg überrascht.

      1. Ich will keineswegs die riesengroßen Verdienste von Hans-Dieter Flick schmälern, aber es ist schon eine ziemlich schäbige Nummer, die der gute Mensch von Bammental da abgezogen hat. In einem Verein die ganze Besatzung aufeinander zu hetzen, nur um sich zum wiederholten Mal aus einem laufenden Vertrag zu tricksen, find ich gar nicht in Ordnung. Aber er passt ganz gut zum DFB.

      2. @Fred63:
        +1.

        Wenn er gesagt hätte, dass er Bundestrainer werden will, hätte ihm der FCB auch keine Steine in den Weg gelegt.
        Das hätte deutlich leiser und stilvoller laufen können.

      3. Freut mich, dass Ihr Euch so einig seid – aber letztlich ist es nur eine Unterstellung, dass Flick hier kalt lächelnd nur eine Show abgezogen hätte, um Bundestrainer werden zu können.

        Ich halte es dagegen für absolut glaubhaft, dass einen die Situation in Gewissensnöte bringt: du schaffst nach vielen Jahren endlich deinen Durchbruch als Cheftrainer, mit dem Top-Erfolg schlechthin – alle Titel, die möglich sind. Dann wird ausgerechnet, früher als erwartet, der Bundestrainerposten frei, für den du als Favorit giltst und der dich auch schon länger reizt. Du würdest einerseits gerne beim FC Bayern zeigen, dass du auch in einer “normalen” Saison mit Zuschauern top erfolgreich sein kannst, musst aber damit rechnen, dass die Chance bei DFB danach dauerhaft erledigt ist. Und während du mit dir um die Entscheidung ringst, köchelt der vorhandene Konflikt mit dem Sportvorstand weiter …
        Also führst du im Hintergrund Gespräche mit Bierhoff, Rummenigge und anderen, um auszuloten, was geht. Und irgendwann stellst du fest, dass du bei Bayern am ungeliebten “Vorgesetzten” Brazzo nicht vorbei kommen wirst, und teilst KHR deinen Wunsch nach Vertragsauflösung mit. Finde ich völlig nachvollziehbar, dass der Entscheidungsprozess eine Weile dauert.

        Klar, mein Szenario muss auch nicht stimmen, passt aber zu jemandem, der die Spieler u.a. durch sein ausgeprägte Empathie für sich zu gewinnen weiß, weit besser ins Bild als das eines kaltherzigen Zockers, der die naiven Buben um FCB Vorstand egoistisch gegeneinader asugespielt hat …

      4. @GS: Deine Version klingt nicht unbedingt unrealistisch. Ein guter Umgang mit Spielern muss allerdings nicht heißen, dass man mit anderen Personen innerhalb und außerhalb des Vereins auch gut umgeht. Ich werfe hier mal den Namen Jose Mourinho in den Ring. Der hat sich auch regelmäßig mit allen gefetzt, seine Spieler waren aber zumindest in seinen ersten Jahren bereit, für ihn durchs Feuer zu gehen und schwärmen noch heute in den höchsten Tönen von ihm.

      5. @GS:
        Eine Kindergärtnerin, die einen spitzenmäßigen Umgang mit Kindern hat, hat den nicht automatisch auch mit Kollegen und Vorgesetzten.

        Und das Flick die Geschichte auch hätte regeln können, ohne ständig öffentlich Öl ins Feuer zu gießen, halte ich für unstrittig.

      6. @GS
        Ein plausibles Szenario. Wie es genau war werden wir vermutlich nie erfahren. Also muss man bei realistischen Annahmen bleiben.

      7. @GS
        Natürlich ist es so wie von Dir skizziert.
        Alles andere ist total unplausibel und an den Haaren herbeigezogen.
        Flick hat es garnicht nötig so etwas abzuziehen. Davon abgesehen widerspricht es seinen Charakter und jeglicher Lebenserfahrung.
        Einige Kommentare erinnern an die Reaktion von Teenagern denen gerade die Freundin mit dem besten Freund durchgebrannt ist. War ja bei Pep ähnlich- da unterstellen Leute heute noch er hätte KdB Sane und Gündogan für ManCity verpflichtet obwohl noch bei uns Trainer war.

      8. @BM:

        Also muss man bei realistischen Annahmen bleiben.

        Das jemand, der nicht gerade bekannt dafür ist seine Verträge zu erfüllen, ein ziemlicher Linkmichl sein kann, um aus einem Vertrag rauszukommen, ist jedenfalls keine unrealistische Annahme.

        https://www.t-online.de/sport/fussball/id_90094866/flick-unterschreibt-beim-dfb-der-bundestrainer-deal-hat-einen-beigeschmack.html

      9. Das Szenario von GS ist nicht unrealistisch, genauso gut kann aber auch die für Flick nicht so schmeichelhafte Version wahr sein.
        Was nicht für die Version von GS spricht, ist, warum Flick keine Chance ausgelassen hat Öl ins Feuer zu gießen.
        Aber auch in der Böser-Flick-Variante gibt es Ungereimtheiten.
        Wahrscheinlich werden wir es nie erfahren. Und vielleicht will ich es auch gar nicht wissen.

        @918: du scheinst wirklich nicht an einem anderen Ton interessiert zu sein, anders kann ich mir deinen überheblichen und provokanten Kommentar nicht erklären.

      10. @wohlfarth: egal, welche Variante man vertritt, kann man nur eines mit Sicherheit sagen: Wenn Flick in der Zusammenarbeit etwas nicht passt, ist ein Vertrag etwas, was jederzeit einseitig gekündigt werden kann. Das kann man nun in jeglicher Richtung für sich interpretieren. Manche werden es als Zeichen von Charakterstärke sehen und für andere ist das eher ein kritikwürdiges Verhalten. Man darf auch gerne sämtliche Schuld für Reibungen in der Zusammenarbeit bei Flicks Gegenseite suchen oder ihm übermäßige Sturheit unterstellen. Das schöne am Fußball ist, dass es eben viele verschiedene Interpretationen gibt. Manche mögen etwas weiter hergeholt sein (da will ich mich nicht ausnehmen), manche etwas plausibler erscheinen. Wenn es nicht irgendwann eine offizielle Auflösung gibt, werden wir allerdings nie erfahren, wer mit seinen Vermutungen richtig lag. Die Geschichte der Menschheit lehrt uns eidrucksvoll, dass nicht immer die plausibelste Vermutung auch der Wahrheit entsprach. Wie überall meinen manche natürlich, ihre Version sei die einzig wahre Option, und verteidigen sie deshalb mit Vehemenz, was an sich auch nicht überraschend ist. Etwas befremdlich finde ich es allerdings, wenn man dann bei der Kritik an anderer Stelle auf so hehre Ideale wie Plausibilität keinerlei Wert mehr legt und bei der Kritik am Sportvorstand Geschichten, die an den Haaren herbeigezogen scheinen, ohne kritische Reflexion als bare Münze ansieht.

      11. @willy
        “vor allem wenn du wie gerade das direkte Gespräch dem mMn infantilen Weg deine Entrüstung in Form von Dreizeilern über Dritte zu äußern, vorzieht.”
        So schrieb vor kurzem noch jemand. Du weißt was ich meine.
        Nichts könnte mich persönlich weniger stören. Aber ich gehe davon aus du kennst die goldene Regel und auch ihren Umkehrschluss.
        Es liegt jetzt in deiner Hand.

      12. @BM: Von mir bekommst du die Garantie, dass ich deine Kommentare, was die sportlich-inhaltliche Ebene betrifft, künftig (falls ich das vorher nicht gemacht haben sollte) nicht diskreditieren werde, egal ob sie sich mit meinen Ansichten decken oder nicht. Kritik an anderen Meinungen versuche ich (wie es eigentlich fast immer meine Intention ist) sachlich vorzubringen, wobei ich mir schon vorbehalte, den Ton, den mein Gegenüber anschlägt, im Zweifelsfall zu spiegeln. Eines kann ich dir aber auch garantieren: Ich werde auch weiterhin nicht immer der goldenen Regel entsprechend reagieren, wenn du meine Sichtweisen in der von dir mMn zu häufig verwendeten Form ins Lächerliche ziehst. Wie du gestern gemerkt hast, habe ich nichts dagegen, auf direkte Kritik zu reagieren. Mich hat – und dazu stehe ich nachwievor – an vielen deiner Posts einfach ein Aspekt genervt und das waren diese Ein- bis Dreizeiler, die als Zustimmung zu Posts anderer Kommentatoren, die deine Sichtweise teilen, rüberkommen sollen, in Wirklichkeit aber nur die Meinung anderer User abwerten, die teilweise dann – such es dir aus – als unbelehrbar, ahnungslos, verblendet (hab ich was vergessen?) bezeichnet werden, gern auch mit dem Tipp garniert: “Lass es sein, XY ist sowieso unbelehrbar (um noch die netteren Worte zu verwenden). Diese Vorgehensweise ist für mich infantil und zu dieser Meinung stehe ich auch weiterhin. Und ich denke, dass ich mit dieser Meinung auch nicht alleine dastehe. Direkten Diskussionen gehe ich nie aus dem Weg und ich habe da mit vielen Forumsteilnehmern, deren Meinung ich in einigen Fällen nicht teile, mMn durchaus vernünftige Erfahrungen gemacht und “zivilisierte” Unterhaltungen führen können. Ich hoffe, dass uns beiden das auch gelingt. Es liegt übrigens auch in deiner Hand.

  2. Wenn man den Titel “Uneingelöstes Versprechen” ernst nimmt und es nicht als ein verklausuliertes “Verlierer der Saison” betrachtet, hätte ich diesen Award eher bei Nianzou gesehen.
    Eben nicht weil er ein Verlierer war, sondern weil er als großes Versprechen kam und dann im Verletzungsnirwana verschwand, ohne dass man das Versprechen überhaupt mal auf die Probe stellen konnte. Uneingelöst eben.

    Was Roca betrifft könnte ich mir durchaus vorstellen, dass er von Nagelsmann profitiert. Es ist ja fast schon Usus bei einem Trainerwechsel, dass sich dann Dinge neu sortieren, sich die Verlierer von gestern plötzlich als Gewinner sehen können (leider vice versa auf der Gewinnerseite).
    Wenn ich an das eher behäbige Ballbesitzspiel von RB in der letzten Saison denke, hätte das vielleicht nicht schlecht zu Roca gepasst.
    Allerdings möchte ich das nicht als Nagelsmann-Essenz begreifen, sondern vielleicht eher seinem Stürmermangel geschuldet.
    Was er sich bei Bayern einfallen lässt, wird man erst sehen müssen.

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    1. Nianzou ist immer noch 18! Uneingelöstes Versprechen nach 3 durchstandenen Verletzungen mit 18?
      Nächste Saison sind 2 IV weniger da, da gehts dann um Einspielen und erste Einsätze.

      Zu Roca:
      Was im Bericht bemängelt wird, die teils falsche Positionierung und das nicht immer richtige Spielverständnis, kann halt nur dadurch besser werden, wenn der Spieler spielt.
      Er ist nicht nur perfekt ausgebildet und hat im U-Bereich Erfahrung und Erfolge bereits nachgewiesen, er hat auch stets Verantwortung in seinem Teams übernommen.
      Er ist definitiv gehobenes BuLi Niveau. Dass Flick wirklich keine Fantasie mit ihm hatte und ihm keinerlei Entwicklung zugetraut hat, in seinem System bestehen zu können, kann ich nachwievor von außen nicht verstehen.
      Ich stehe dem Spieler in jedem Fall erst immer noch positiv gegenüber und freue mich auf einen Neuanfang unter einem “neutralen” Trainer.

      1. Wir reden doch konkret von diesem Jahr und nicht von der Zukunft.

      2. ja, aber an einen fast 17-jährigen, der zum FCB wechselt, habe ich in seinem ersten Jahr (bei den bestehenden IV) keine großen Erwartungen, außer dass er mal reinschnuppert. Sei´s drum. Ich hoffe mal, dass Rangnick auch bei ihm Recht hat und Nianzou ein ganz starker IV auch auf Bayern-level wird.

    2. Hallo Jo,
      ich denke, dass Nagelsmann da durchaus flexibel ist.
      Während seiner ersten Saison hatte RB noch den absoluten Topstürmer Timo Werner (28 Tore). In der abgelaufenen Spielzeit musste die Offensive auf mehrere Schultern verteilt werden (Topschütze war Marcel Sabitzer mit gerade mal 8 Buden). Nagelsmann gelang dennoch die Verbesserung von Platz drei auf zwei. Manch ein Klub wäre nach Abgang des Goalgetters ins Trudeln geraten (Werder ohne Max Kruse, BVB 2014/15 nach Lewi-Abgang).

  3. Apropos Marc Roca ist positiv zu werden, dass Gini nun wohl zu Barca geht. Finde ich durchaus gut. Schauen wir mal.

  4. Diesen Award und die ausführliche Begründung kann man uneingeschränkt so unterschreiben.
    Bei Roca schwingt viel Hoffnung mit, denn es wäre für den Club natürlich am besten wenn Nagelsmann ihn einigermaßen hinbekäme so das er die normalen Spiele ohne große Probleme für uns spielen kann.

    Realistischer ist aber anzunehmen das Roca und Tolisso keine lange Restlaufzeit bei uns haben werden.

  5. @Alex
    Schau Dir doch bitte mal diesen Post bon jjs 14.17 an:
    Ist das die von Euch gewünschte Art und Weise?

    „@Mitschnacker: Also, bevor Du “mitschnackst”, mach Dich kundig: Flick hat nicht nur Trainer-, sondern auch Geschäftsführer- und Direktorenposten vorzeitig gekündigt. Man könnte auch sagen: er hat (fast) jeden seiner Jobs vorzeitig gekündigt.„

    Antwortsymbol7 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. @918: “Ist das die von Euch gewünschte Art und Weise?”

      Nein, vermutlich nicht. Allerdings nehme ich an, dass uns auch nicht daran gelegen sein kann, jetzt permanent auf einzelne Beiträge hinzuweisen. À la longue zeigst Du beachtliche Nehmerqualitäten, die andererseits einer nicht zu gering ausgeprägten Selbstbezogenheit – jedenfalls in Deinem Kommunikationsverhalten hier (wie Du sonst so bist, weiß ich natürlich nicht) – korrespondieren. Da kann ich verstehen, dass Du jetzt die Gelegenheit nutzen möchtest, Gerechtigkeit zu verlangen, was die Verteilung von Kritik anbelangt. Dabei solltest Du allerdings nicht übersehen, dass Du aktuell Unterstützung von anderen Foristen erhalten hast (vorhin von @BM, zuvor von mir, als ich die Haltung in Frage stellte, wer @Kurt kritisiere, dürfe Dich nicht unerwähnt lassen). Vor diesem Hintergrund kannst Du es Dir meiner Meinung nach leisten mal zu schauen, wie Du Deinen Beiträgen mehr Akzeptanz verschaffen kannst. Das eine oder andere ließe sich vermutlich recht leicht realisieren. Und es brächte mehr, als jetzt wiederholt Alexander auf diesen oder jenen unglücklich formulierten Kommentar hinzuweisen. Meistens kann man ja eher bei sich selbst etwas ändern als bei den anderen. Und solch eine Haltung ist auch Bayern-like: auf die eigenen Stärken schauen bzw. an ihnen zu feilen statt auf die Schwächen der anderen zu setzen bzw. sich darauf zu konzentrieren.

      1. @jep
        Touche.
        Da hast Du natürlich recht. Wie Du schon angemerkt hast, bin ich bewusst nicht auf die Provokationen in irgendeiner Form eingegangen. Konnte es mir aber, insbesondere bei diesem einen User, nicht verkneifen. Ist aber reine Zeitverschwendung insofern sind die jetzt auf ignore gestellt und wir konzentrieren uns ab jetzt wieder auf den fun Aspekt des Forums.

      2. Ich finde ja, wir hätten Thiago nicht verkaufen sollen. Seine Intelligenz fehlt uns doch sehr. Was meinst Du?

      3. @jjs: Das trifft tatsächlich zu. ;-) Wobei man jetzt mit der Trauerarbeit schon ein Stück weiter sein dürfte und auch schon mal Gelegenheit hätte, auf die immerhin sieben Jahre in München auch mit einem lachenden Auge zurückzuschauen. Zumal der Abschluss mit seiner fantastischen Leistung im CL-Finale doch unübertrefflich grandios war. Nicht immer sah es in den letzten Jahren nach einer solchen Dernière aus. Meine Empfehlung an alle Nostalgiker: loslassen! Lebbe geht weider.

      4. Hallo jep, die Trauerarbeit habe ich letztes Jahr schon (weitgehend) abgeschlossen; ich wollte nur die Meinung von 918 dazu hören.

      5. @jjs: Das war mir klar. Um Dir das Warten auf eine originelle Antwort zu verkürzen, habe ich mir einfach mal erlaubt, dieses von mir sonst aus guten Gründen gemiedene Feld zu bespielen. Nebenbei: ich bin mir ziemlich sicher, dass solche Fragen schon öfter an @918 gerichtet wurden. Insofern auch wieder verständlich, wenn er darauf nicht mehr reagieren mag.

      6. Hallo jep, er reagiert darauf, vielleicht nicht schriftlich, aber kreislauftechnisch.

        So, jetzt will ich wieder die Friedenspfeife rauchen; ich habe gesehen, dass er sich (weiter unten) wieder um einen sachlichen Ton bemüht, wenn auch mit den altbekannten Topoi

  6. Da schreibt Maurice einen so tollen Artikel zu Roca und man ergötzt sich weiterhin an dem bösen Flick. Da kann der Maurice einem so richtig leid tun.
    Erinnert an die damalige Hexenjagd zu Pep. Erfolgreiche Menschen suchen sich eben immer das bestmögliche Umfeld um Erfolg zu haben. Wenn der DFB nicht um die Ecke gekommen wäre, dann wäre die Entscheidung trotzdem so ausgefallen. Mit einem Vorgesetzten der seine Authorität qua Amt und nicht qua Respekt einholt, ist eben dauerhaft wenig machbar. Flick ist ein Erfolgsmensch durch und durch, der ausschließlich auf den Leistungsgedanken setzt. Damit wird er auch beim DFB großen Erfolg haben- rosarote Zeiten brechen dort an.

    Ja und der arme Nagelsmann soll jetzt aus dem technischtaktisch begrenzten Spieler, in der Vorbereitung einen kompatiblen Spieler machen, der Kimmich vertreten kann. Dann ist Roca der U21 Europameister ja wie ein Neuzugang.
    Zusammen mit Tolisso- der kann die 6 wie uns UH schon vor einem Jahr wissen liess, und deshalb braucht man natürlich keinen adäquaten Ersatz für Thiago.
    Aber halt da sind ja noch zwei Neuzugänge namens Fein und Cuisance. So viele hochqualifizierte Mittelfeldspieler da hat man ja die Qual der Wahl.

    Antwortsymbol9 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Meines Erachtens wird der Einfluss von Flick im Artikel von Maurice zumindest auch angesprochen. Auf jeden Fall schreibt auch Maurice Flick eine Mitverantwortung zu, dass Roca so gut wie keine Rolle spielte, wenngleich er natürlich korrekterweise die Rahmenbedingungen als Argument mitanführt.
      Ansonsten gebe ich dir Recht, dass man mit den genannten Spielern allein nicht in die Saison gehen sollte und man noch einen Spieler, der näher am Niveau von Kimmich und Goretzka dran ist als dies Tolisso, Roca, Fein und Cuisance sind, holen sollte. Wijnaldum wird es ja wohl leider nicht werden.
      Wo ich dir nicht zustimmen kann, ist deine Behauptung, dass Flick auch ohne Option DFB so kompromisslos auf seinen Abgang hingearbeitet hätte. Wie Alexander aber heute morgen schon richtigerweise bemerkte, werden in einem Forum eben auch immer persönliche Interpretationen eine große Rolle spielen. Oder hat sich mittlerweile irgendwo ein stichhaltiger Beweis aufgetan, dass Flick ohne wenn und aber seine Zelte beim FCB abgebrochen hätte?
      Ich hoffe übrigens auch darauf, dass es beim DFB einen ähnlichen Effekt gibt als bei uns nach Flicks Amtsübernahme. Das Fehlen eines Spielers der Klasse von Lewandowski macht mich da allerdings ein bisschen skeptisch. Aber jetzt darf Flick ja endlich mit Timo Werner zusammenarbeiten. Evtl. bringt er ihn ja auf ein ähnliches Niveau. Gespannt bin ich auch, wie er den Spagat zwischen kurzfristigem Erfolg bei der WM 2022 und einer Entwicklung der Mannschaft in Bezug auf die Heim-EM 2024 hinbekommt.

      1. @willy
        Flicks Probleme mit Salihamidzic gehen auf Winter 2020 zurück. Vor der Vertragsverlängerung in Mai wurde intensiv über den Disput gesprochen und der Club hat Flick ein Mitspracherecht bei Transfers eingeräumt. Es ist offensichtlich eindeutig klar, das der Sportvorstand sich nicht an diese Vereinbarung gehalten hat. Neuer/Nübel, Thiago, Alaba, Boa, Dest etcetcetc ., Durchstechen an die Medien. Irgendwann hat dann der, laut KHR wichtigste Mitarbeiter, die Nase voll. Die Sache war schon im Februar um die Club WM durch. Die verzweifelten Rettungsversuche (genannt Friedensgipfel mit Kahn) erinnern an das stoische Festhalten von UH an der Idee mit Jupp nochmal verlängern zu können, solange bis dann Tuchel nicht mehr verfügbar war. Flick ist Realist, und wusste das ein gerade zum Vorstand berufene Berufsanfänger nicht wieder ohne Gesichtsverlust abberufen werden kann. Anstatt krampfhaft an Flick festzuhalten und die gravierenden Verstimmungen herunterzuspielen, hätte das Management schon damals frühzeitig mit Flick eine Auflösung des Vertrages zum Sommer vereinbaren müssen. Da folgende Theater muss sich ausschließlich die Clubführung ankreiden lassen.
        Zukünftig kann man nur hoffen, das Hainer und Kahn bei Salihamidzic etwas genauer hinsehen, wenn es zu Meinungsverschiedenheiten mit Nagelsmann kommt, und zu den wird es mit einem so extrovertierten selbstbewussten Typen wie Nagelsmann unweigerlich innen.
        Plausibel sind keinesfalls Deine Gedankengänge, denn Flick hat damals dem DFB und Hopp die Stirn gezeigt und ist ohne einen neuen Job in Aussicht zu haben, zurückgetreten, und zwar wie gehabt, weil die zugesicherten Mitspracherechte nicht eingehalten wurden. So etwas nenne ich ein couragiertes konsequentes selbstbewusstes unabhängiges Verhalten eines erfolgshungrigen leistungsorientierten Menschen, der eben nicht seinen Vertrag irgendwo Abbilder aussitzt, wohl wissend das es weder Spaß noch Erfolg bringt.

        Werner ist, wie wir wissen, kein Spieler der überhaupt in das von Flick bei uns gespielte System passt. Insofern bin ich sicher, das er auch beim DFB kaum eine Rolle spielt. Wie man weiß war UH ein großer Werner Fan und glücklicherweise haben alle anderen dann rechtzeitig den Daumen gesenkt und Sane geholt.

        Nach 2024 wird Flick uns dann wieder, bei Besarf, zur Verfügung stehen. Bis dahin hoffen vor allem Kimmich Goretzka Gnabry Sane Neuer Müller Musiala mit ihrem Lieblingstrainer die EM und WM gewinnen zu können.

      2. @918: Deine Ausführungen klingen interessant und in sich auch logisch. Sie überzeugen mich aber nicht, weil sie viel zu stark pro Flick ausfallen. Man hat in Sachen Personalien ein paar Entscheidungen getroffen, die Flick sicherlich nicht gefallen haben, aber die sind zum größten Teil nicht alleine auf den Mist von Salihamidzic gewachsen. Thiago wurde nicht alleine auf das Zutun von Salihamidzic verkauft, sondern hier hatte auch KHR, der große Befürworter und Unterstützer von Flick, seine Finger im Spiel. Bei Dest war man lange dran, wurde dann aber von Barca ausgestochen, auch weil – wie Dest mehrfach bestätigte – Barca und speziell deren holländischer Trainer ihm eine bessere Perspektive aufzeigen konnten. Ich kann mir auch beim besten Willen nicht vorstellen, dass Salihamidzic der alleinige Treiber war, als es um die Nichtverlängerung des Kontrakts von Boateng ging. Ebensowenig trifft ihn bei Alaba eine große Schuld. Der Verein hat sich mMn sogar deswegen so lange hinhalten lassen, weil Flick aufgrund seines guten Drahtes zu Alaba möglicherweise oft genug Optimismus verbreitet haben wird, dass er “seinen Jungen” schon zur Unterschrift überreden wird, weil im Zweifelsfall die Atmosphäre wichtiger ist als ein paar Millionen Euro mehr auf dem Konto. Pustekuchen, wie sich herausstellte.
        Die Kündigungen beim DFB und bei Hoffenheim könnte man auch so interpretieren, dass Flick im Laufe der Jahre immer mehr gemerkt hat, dass die Funktionärsjobs ihn doch nicht so ausfüllen wie die tägliche Arbeit auf dem Platz und er insgeheim immer auf das passende Angebot wartete, das bis Sommer 2019 aber einfach nicht kam.
        Natürlich hat er die ihm gegebene Chance im November 2019 eindrucksvoll beim Schopf ergriffen und als Cheftrainer unfassbar gute Arbeit abgeliefert. Dadurch hat er sich zurecht in die Pole Position für die Nachfolge von Jogi Löw gebracht. Ohne den FC Bayern wäre er allerdings nie in diese Position gekommen und da würde ich mir persönlich etwas mehr Leidensfähigkeit respektive Toleranz wünschen, wenn es mal nicht so läuft, wie gewünscht.
        Ansonsten kann ich mich nur wiederholen: Das was du als Charakterstärke, Courage oder Unabhängigkeit bezeichnest, werte ich als Defizite in Sachen Kompromissfähigkeit und eine übersteigerte Überzeugung von den eigenen Fähigkeiten. Wenn einen diese Fähigkeiten dazu bringen, dass man innerhalb kürzester Zeit auf Vereinsebene alles gewinnt, was es zu gewinnen gibt und man zusätzlich noch den Traumjob, auf den man diversen Medienberichten schon 2014 scharf war (nur ist Löw blöderweise nach dem WM-Titel nicht zurückgetreten), bekommt, dann kann man freilich sagen: Alles richtig gemacht, Hansi. Wenn man es sich leisten kann, kann man es auch so machen. Warum sich mit Dingen herumschlagen, die einem nicht in den Kram passen.
        Wenn Werner nicht in unser System passt, wieso war Flick dann so erpicht darauf, ihn zu holen? Die Gerüchte über Telefonate von Flick mit Werner halten sich zumindest hartnäckig. So weit ich weiß, war es immer der angeblich so ahnungslos Salihamidzic, der Werner die Tauglichkeit für unser System absprach.
        Und die Behauptung, dass Flick Sanes Lieblingstrainer ist, würde ich auch als sehr gewagt bezeichnen.
        Trotzdem sei gesagt, dass eine Diskussion auf diesem Niveau Spaß macht, auch wenn wir uns wahrscheinlich nicht einigen werden.

      3. @willy
        We agree to disagree
        Kommt bei uns ja auch mal vor……

      4. @willy
        Da du ja so gerne persönlich angesprochen wirst will ich dem Genüge tun. Ich kann es dir dann aber auch nicht ersparen zu sagen dass deine Ausführungen von mal zu mal abstruser werden.
        Flick verantwortlich für das Alaba-Desaster? Also auf diese Theorie ist einem Jahr von Tausenden von Medienbeiträgen und Internetkommentaren noch keiner gekommen.
        Ich würde dir mal empfehlen etwas innezuhalten und den Schaum vom Mund abzuwischen.
        Diesen Beitrag kannst du natürlich wieder gerne über alle möglichen Kanäle melden oder was auch immer. Isso.

      5. @BM: wenn du meinst, dass das abstrus ist, kann ich damit leben. Ähnlich abstrus wie dein Post bzgl. Gerland eins weiter unten?
        Flick hat auf jeden Fall des Öfteren gesagt, dass er bzgl. Alaba sehr optimistisch ist. Der Rest ist natürlich Interpretationssache. By the way: wie man die Wünsche seiner Spieler besser interpretieren kann, hat Guardiola bei Sane deutlich realistischer einschätzen können und deshalb hat ManCity ihn auch nicht ablösefrei verloren. Ich gebe Flick übrigens keinesfalls die Hauptschuld. Allerdings hat er meiner Einschätzung nach eine Mitverantwortung. Alleine auf Salihamidzics Mist ist es sicher nicht gewachsen wie weiter oben von @918 suggeriert wurde.
        Und übrigens: gemeldet habe ich noch keinen einzigen deiner Kommentare und ich sehe auch keine Notwendigkeit dafür, vor allem wenn du wie gerade das direkte Gespräch dem mMn infantilen Weg deine Entrüstung in Form von Dreizeilern über Dritte zu äußern, vorzieht. Kritik nehme ich immer gerne an und ich lasse mich auch gerne von Argumenten überzeugen. Ansonsten wirst du meine tollwütigen Beiträge noch ertragen müssen. Für mich ist Flick eben nur ein sehr guter Trainer, der aber nicht alles richtig gemacht hat und deshalb auch Gegenwind erfahren darf.

    2. Der A-Nationalmannschaftsbereich mag zwar etwas abgesondert sein, aber der DFB ist ja momentan nicht gerade das bestmöglich Umfeld gelinde gesagt.
      Glaube zwar dass Flick für den DFB ein Glücksgriff ist und er wird vermutlich das Optimum rausholen wird. Aber für die nächsten Jahre wird sich die Nationalmannschaft schwer tun. Nachwuchstalente sind in Deutschland Mangelware, insbesondere im Sturm und in der kompletten Abwehrreihe siehts düster aus.
      Rosarote Zeiten (bzw. Titel) sehe ich beim DFB überhaupt nicht, auch wenn ich es mir anders wünschen würde.

      1. Da wird einiges vom Erfolg der EM abhängen.
        Sollte das wie erwartet nicht überragend sein kannst du als neuer Mann gut darauf aufbauen.
        Wenn du wie bei uns auf dem Gipfel des Sextuples bist führt jeder mögliche Weg nur bergab. Sitzt du mit der Nationalmannschaft in der Talsohle kann es nur bergauf gehen.

      2. Von den Figuren die sich da heute ablichten ließen, bleibt ja nur Bierhoff übrig. Und mit dem scheint er ja aus unerfindlichen Gründen gut klarzukommen. Also wird er vom Chaos losgelöst mit seinen alten Spielern arbeiten.
        Die Mannschaft stellt sich ja quasi von selbst auf, bis auf die Verteidiger und MS.
        Würde mich nicht wundern wenn er auf Havertz statt Werner setzt.

  7. Der Tiger hat sich nun auch zu Wort gemeldet. Sein Abschied ist also aus freien Stücken erfolgt. Kein Nagelsmann, kein Campus, er wollte das so.
    Das wirklich interessante daran ist, er hat seinen Abschied an der Hierachie und dem SpoVo vorbei mit Rummenigge direkt verhandelt. Vielsagender kann man das nicht ausdrücken was bei uns alles im Argen liegt.

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    1. Also nicht wie von dir vermutet, aufgrund von Differenzen mit Salihamidzic?

      Die Tatsache, dass er sich an Rummenigge gewendet hat, der nunmal seit Jahrzehnten sein Chef ist, würde ich nicht überinterpretieren.
      Man muss nicht hinter jeder Mücke einen Elefanten vermuten.

      “Der hat mit X geredet und nicht mit Y, also liegt ne Menge im Verein im Argen” ist einfach drüber.

    2. Viel Rauch um nichts

    3. Naja. Ein neutral formuliertes Statement. Nach so langer Zusammenarbeit und Loyalität würde Gerland sicher keine kritischen Aussagen gegenüber dem Verein tätigen. Gerade in aufgeheizten Zeiten wie aktuell der Fall.

      Die Frage ist vielmehr: wäre er unter Flick geblieben? Nur dann liesse sich das einordnen. Man wird es nie wissen. Dass es aber einen Zusammenhang gibt zwischen „neuer Trainerstab Nagelsmann ab 2021“ und „das tue ich mir nach 25 Jahren Dienstzeit und meinen 66 Jahren nicht mehr an“ wäre durchaus nachvollziehbar.

      Wie gesagt, der Cut dieses Jahr wird deutlicher sein, als alle sogenannten „Umbrüche“ davor.

  8. @918 und willy,

    ich möchte kurz auf eure Argumente eingehen.

    1. ZumThema Hexenjagd:

    Eine Hexenjagd finde ich ist das hier auf Flick nicht, da gibt es kaum Löcher die geflickt gehören. Man darf jedoch auch Kritik äußern und das finde ich hat mit einer Hexenjagd nix zu tun. Herr Flick hat mit unserem FCB eine Vielzahl von Erfolgen gefeiert und auch das Jahr mit allen Titeln war grandios, keine Frage. Aber es muss doch möglich sein bestimmte Dinge kritisch zu würdigen, ohne abgestempelt zu werden.

    Für mich war im Sommer 2020 alles in Butter. Die Profis haben alles abgeräumt von Meisterschaft bis Europapokal und die Amas sind Meister in Liga 3 geworden. Besser geht es nicht. Junge Spieler, die vom Trainer auch eingesetzt wurden, auch als Belohnung für ihre guten Leistungen. Das war der perfekte Sommer oder die perfekte Saison. Man hatte das Gefühl jeder ist wichtig und im Verein wird auch die Jugend richtig eingebunden. Die Rotation hat auch geklappt ;)

    Bald Sommer 2021 und die Amas sind abgestiegen, kaum junge Spieler wurden eingesetzt und das Leistungsprinzip alla Tiago Dantas hat Einzug gehalten. Angelo Stiller gibt alles und doch wird er für seine starken Leistungen nicht belohnt. Eine Rotation findet nur sehr selten statt und man konnte die Startelf im Schlaf aufsagen ;) Wir sind Meister geworden und Lewandowski hat sich nochmal extrem gesteigert, wahnsinnig. Im Verein gab es durchgesteckte Internas usw. Flick ist nicht mehr unser Trainer und so weiter und so weiter. Die Jugend wurde nur, wenn es sein musste, berücksichtigt.

    Um es noch einmal zu betonen, dass nicht jeder Jugendspieler beim FCB Fuß fassen kann und wird, ist mir klar, aber wenn man vorher sagt, man wird den Kader mit jungen Spielern auffüllen, dann kann man das auch mal machen. Was wäre dabei gewesen, wenn Angelo Stiller, wie es bei den Amas noch gut gelaufen ist, sein Profidebut in der Bundesliga gegeben hätte ? Ich behaupte nix spräche dagegen und ich muss sagen, ich bin im Jahr 2021 ein wenig enttäuscht, trotz der guten Saison.

    Ich persönlich hätte mir gewünscht, dass man sagt, das Ziel 2021 muss sein, dass wir vermehrt unsere Jugendspieler einsetzen und sie weiter fördern und wenn dann die Meisterschaft nicht dabei rauskommt, ist es sehr schade, aber man kann es, bei entsprechender Entwicklung dennoch vertreten.

    Was mich an Flick wie geschrieben abschließend gestört hat und was ich nie verstehen werden, warum hat er es in der ersten Saison geschafft, dass alles zu machen und in der zweiten Saison nicht im Ansatz ?

    Somit finde ich, wurde der Leistungsgedanke wurde nur teilweise als Maßstab genommen.

    2. Thiago, Tolisso, Roca, Fein, Cuisance:

    a) Thiago:

    Es ist hinlänglich bekannt, dass er nicht mehr da ist. Ich fand es schade, aber habe auch gesehen, dass er am Duo Kimmich / Goretzka nicht vorbeikommt auf lange Zeit. Das haben einige Foristen schon angedeutet und in den Raum gestellt. Das er dann, auch vielleicht im Hinblick auf die nun kommende EM zu sichgesagt, hat, ich probiere nochmal was neues und hoffe dadurch meine Chancen für die EM zu steigern, ist eine Behauptung, aber eine These, über die man diskutieren kann. Es ist nicht mehr da und so schade das auch ist, du wirst ihn nicht herzaubern können. Wenn er wieder kommen sollte, in einem Alter wie Alonso und uns evtl. nochmal helfen kann, wäre das eine schöne Geschichte ;) Kommt Zeit, kommt Rat.

    b) Tolisso:

    Ja, bei Tolisso scheiden sich die Geister. Aber ich bin der Meinung ,dass bei ihm mittlerweile der Badstuberfluch ganz schön viel verschüttet hat, von dem was er kann. Ich bin eigentlich ein Optimist und deshalb glaube ich daran, dass wir einen anderen Tolisso nach einer langen Vorbereitung zu sehen bekommen. Wenn man immer seinen Namen in einen Bezug mit der kann doch nichts usw., dann ist das für mich eine Art Hexenjagd. Das man gegenteilige Meinungen zu ihm hat ist ok, aber ihn komplett zum Teufel zu jagen, finde ich traurig. Er ist immernoch Spieler unseres Vereins und damit ist er ein Teil von unserer “Familie”.

    c) Roca:

    Bei Roca bin ich der Meinung, dass er ähnlich wie Maurice angedeutet hat, unter Julian Nagelsmann den nächsten Schritt machen kann. Warum man ihn nicht zeitweise Spielpraxis bei den Amas gegeben hat, verstehe ich bis heute nicht, muss ich aber auch nicht. Wäre für seine Entwicklung nicht verkehrt gewesen. Er braucht Spiele, um sich an das Niveau gewöhnen zu können. Frag mal bei Martinez nach ;)

    d) Fein:

    Ja, Fein hat eine nicht feine Leihe hinter sich. Aber auch aus der Situation wird er lernen. Ich persönlich bin der Meinung, dass er eine vernünftige Chance erhalten soll. Die, hoffe ich, dass ihm der neue Trainer einräumt. Wenn man Hansi Flick zu Gute hält, er habe keine Vorbereitung gehabt und man bei Fein die Meinung vertritt, er tauge nichts und nur so kann ich den letzten Satz verstehen, dann ist das ein Vergleich von Äpfel und Birnen. Man sollte dann auch Fein eine Vorbereitung zugestehen und ihn nicht wie eine heiße Kartoffel fallen lassen. Ich glaube manchmal hat sich Flick ihn schon zurückgesehnt, spätestens als der Kader auf dem Zahnfleisch gelaufen ist.

    e) Cuisance:

    Auch bei ihm, habe ihn bei den Amas gesehen, muss man festhalten, dass er einen Hang zur Arroganz hat, aber auch ein großes Talent. Er kann einiges aus sich machen, wenn er nur will. Vl. hilft ihm Nagelsmann und bringt ihn auf Kurs ? Technisch ist er nicht schlecht, nur halt das charackterliche, das ist nicht so good.

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    1. Ich stimme dir vollkommen zu. Es ist für mich geradezu bizarr, wie man innerhalb von nicht mal zwei Jahren von “der Trainer ist an allem Schlechten Schuld und Erfolge liegen nur an Spielern” zu “der Trainer trägt keinerlei Verantwortung an negativen Dingen und ohne ihn sind wir aufgeschmissen” wechseln kann und alle die mit Grautönen arbeiten als verblendet angesehen werden.

  9. PS: Das haben bisher anscheinend alle verschlafen :D

    Der VFL BOCHUM ist wieder da

    Zusammen stehn und feiern, Bochum und die Bayern :)

    Wie steht ihr zur Fanfreundschaft und zu welchem Verein habt ihr so eine Art Freundschaft entwickelt ?

    PS: Dort spielt mit Milos Pantovic ein ehemaliger Spieler der Amas ;)

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    1. Was ich mich ja die letzten Tage gefragt habe: sehen wir den Tiger dort wieder? Duerfte ja auch ein Traum von ihm sein, nochmal in der Heimat taetig zu sein…

      1. Freut mich auch für unsere Bochumer Freunde! Und wie die durchmarschiert sind. Kein Trara wie beim HSV und anderen sogenannten Traditionsclubs…einfach fixiert auf Leistung und Siege. Glückwunsch!
        Das Resultat der Umfrage: “Wer ist dein zweit-liebster Bundesligaverein” war mit große Mehrheit: SC Freiburg.
        Mittlerweile dürfte Union Berlin dazu gekommen sein.

      2. Das hätte absolut Charme und man würde sich wieder sehen. Ich sehe schon Bochum bei uns auflaufen und gefeiert wird der Tiger.
        Das hätte was von Giovane Elber.

    2. Da kann die alte Freundschaft ja wiederbelebt werden.

  10. So, da der 25. Mai in ein paar Minuten keiner mehr ist, nochmal die beiden vielleicht wichtigsten Spiele der mehrteiligen Heynckes-Ära, die – so will es der Zufall – sich beide an einem 25. Mai zutrugen.
    Klar, natürlich zum Einen die Krönung von Wembley: https://www.tokyvideo.com/video/bayern-vs-dortmund-2012-13
    Zum Anderen aber – fast ein Vierteljahrhundert zuvor – auch jenes Spiel gegen das Großmaul von Köln: https://www.youtube.com/watch?v=hNyWk88cXFA
    Die enge emotionale Bindung des FCB zu Heynckes, welche so manch späteren Freundschaftsdienst erst ermöglichte, ist wohl an jenem Frühlingsabend entstanden.

  11. Danke, super Idee! Und ein kurioser Aha-Effekt. Ich klicke das Kölner Spiel an, sehe als erstes die Anzeigetafel und denke: wollten die Kölner damals auch schon den geschätzten Kollegen @wohlfarth nerven? Da steht doch tatsächlich “Wohlfahrt”. Und das vor seinem wohl größten Spiel für den FCB. (Was natürlich alle Falschschreiber hier – mir ist es auch schon passiert – exkulpiert.) Neben ihm bei der Begrüßung per Handschlag durch Bundespräsident Weizsäcker (am 31. Spieltag!) Hansi Flick, der an diesem Tag die Rotation hätte lernen können, denn er wurde in der 87. Minute gegen den wegen eines Allergieanfalls geschonten Hansi Dorfner ausgewechselt. Am Spielfeldrand auch die Daviscupsieger um Boris Becker. Sagenhaft, was für ein Auftrieb vor einem ganz normalen, wenngleich die Meisterschaft vorentscheidenden, BL-Spiel! Ob dafür das Daum’sche Ballyhoo (mit-)verantwortlich war? Das wüsste ich nicht mehr zu sagen.

    Antwortsymbol4 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Finde ich auch, das war mein erstes Bundesliga Spiel live im Stadion :-)

      Vor dem Speil wollten die Kölner noch lustig sein und haben 4 Mann in bayr. Tracht ein Plakat: Viel Erfolg im Uefa-Cup, Jupp Heynckes um die Tartanbahn getragen.

    2. Für mich das aufgeladenste und emotionalste BL-Spiel aller Zeiten.
      Es war tatsächlich so was wie das Endspiel um die Meisterschaft am 31.Spieltag. Wir zwei Punkte voraus (noch nach alter Punkteregel). Gewinnen wir sind wir durch, Unentschieden nicht schlecht, verlieren wir, zieht Köln durch die Tordifferenz vorbei.
      Dann die unglaublich aufgeheizte Stimmung, vor allem natürlich durch Daum. Ein paar Tage vorher der legendäre Sportstudioauftritt der Kombattanten mit der ebenso legendären Hoeneß-Prophezeiung “Am Donnerstag ist dein Weg zu Ende”.
      Angefangen hatte das schon im Jahr zuvor mit dem Lattek-Wechsel nach Köln als technischer Direktor. Ein wenig so, als wenn Flick jetzt als Sportdirektor zum BVB ginge. Da flogen dann schon die ersten Pfeile.
      Zudem war aus Bayernsicht die Situation weit davon entfernt so komfortabel zu sein wie heute. Im Vorjahr war man titellos geblieben, Heynckes dadurch natürlich angezählt. In der Mannschaft hatte es einen großen Umbruch gegeben. Große Namen waren gegangen. Man konnte nicht so richtig einschätzen, in welche Richtung sich der Verein entwickeln würde. Da hätten uns gut und gerne auch magere Jahre bevorstehen können.
      Wäre man auch in der Saison gescheitert, wäre es das mutmaßlich für Heynckes gewesen. Wahrscheinlich dann auch für eine spätere Wiederkehr.
      Um ein etwas melodramatisches Stimmungsbild der Bayernfans zu geben: Gewinnen wir ist alles wunderbar, verlieren wir können wir uns gleich in die Isar stürzen. Oder wahlweise den Rhein.

      Und dann Wohlfarth. Zeit für ein “Ausgerechnet Wohlfarth”. Ich weiß nicht wie viele Spiele, Wochen oder Monate er vorher torlos geblieben ist. Jeder hielt Heynckes allmählich für verrückt, dass er immer noch an ihm festhielt.
      Dieser Wohlfarth schießt dann das erste Tor und uns in Führung. 10 Minuten vor Schluss, bei Unentschieden, riskiert Daum alles und holt Kohler für einen Stürmer runter, die Kölner machen auf. Und wieder Wohlfarth, der daraufhin noch zweimal in den letzten 5 Minuten trifft.
      Ich glaube mehr Ekstase gab es nicht nach einem CL-Sieg.
      Der Rest, wie immer, Geschichte. Unser märchenhafter Aufstieg ging weiter, für die Kölner war das irgendwie so ein bisschen der Anfang vom Ende.

    3. Ausgesprochen rätselhaft war ein Jahr später Daums Entlassung: EffZeh-Präsident Artzinger-Bolten reiste im Juni 1990 extra zum deutschen WM-Quartier nach Italien, wo auch Daum weilte, um ihm die Entlassungspapiere zu überreichen. Öffentlich gab es überhaupt keine Begründung für die Demission Daums (wurde auch 1990 Vizemeister). Erst nach der Kokainaffäre im Herbst 2000 deutete Artzinger-Bolten an, dass dies bereits zehn Jahre zuvor eine Rolle spielte.
      Nach 1990 setzte dann der Niedergang des Klubs ein, der 1998 in den ersten Abstieg mündete. Auch Ostjuwel Rico Steinmann (hatte mit 23 Jahren schon 23 Länderspiele für die DDR und war Idol für Michael Ballack) konnte den Domstädtern von 1991 bis 1997 nicht wirklich helfen.

    4. Mein Freund Roland hat seinen Namen auf jeden Fall ins Gedächtnis der Kölner Fans eingebrannt. Ob richtig oder falsch geschrieben :-)
      Ich war an diesem Tag im Stadion, eines der geilsten Spiele in meinem Fanleben. Wohlfarth-Fan war ich schon vorher, das er am diesem Tag, nach langer Durststrecke, drei Tore machte, war das Sahnehäubchen.
      Und in dreißig Jahren werden vielleicht einige Roben, Ryberi oder Kimich schreiben und gerüffelt werden.
      Gibt schlimmeres.

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