Guardiola: Der Unverstandene

Pep Guardiola lässt nach dem 2:2 gegen Turin keinerlei Kritik an seiner Mannschaft zu. Mit seinen Aussagen in Interviews nach der Partie sorgte der Bayern-Coach einmal mehr für Stirnrunzeln. Guardiola offenbart damit aber auch einen Ausschnitt seines ziemlich einzigartigen Blicks auf den Fußball.

„Er war perfekt. Perfekt.“ Es war wieder so ein Moment am Dienstag-Abend. Pep Guardiola gab Sky-Moderator Jan Henkel ein Interview nach dem 2:2 gegen Juventus Turin. Ein Standardtermin. Ein Pflichttermin. Guardiola wirkte angespannt, geladen, geradezu entrückt – wie so häufig kurz nach einem Spiel. Er wischte sich immer wieder mit der Hand durchs Gesicht. Wartete geradezu unwirsch auf die leiseste Kritik an der Leistung seiner Mannschaft, um sie mit fast trotzig wirkender Überzeugung abzuweisen.

Guardiolas Überhöhungen in Interviews sind zu einem Running Gag verkommen. Das liegt zum Teil an der immer noch vorhandenen Sprachbarriere, die Guardiolas rhetorische Möglichkeiten einschränkt. Am Anfang war es das „super, super Spieler“, das viele erheiterte. Dann war es das überschwängliche Lob für mausgraue Mittelklasse-Teams der Bundesliga, die – wenn man Guardiolas Aussagen wörtlich nehmen würde – in verschiedenen Bereichen wie Standardsituationen oder Pressing-Fähigkeiten die „besten der Welt“ seien.

Nun also Joshua Kimmich. „Er war perfekt. Perfekt“, sagte Guardiola nach dem Spiel. Joshua Kimmichs Leistung war nicht perfekt. Er spielte über weite Strecken gut, aber er war an beiden Gegentoren direkt beteiligt. Guardiola ging darauf nicht ein. Auch seiner Mannschaft machte er trotz der zwei späten Gegentreffern keinerlei Vorwurf. Es sei unmöglich Juventus Turin über 90 Minuten zu kontrollieren. Außerdem habe sein Team die Vorgaben über 90 Minuten umgesetzt und noch kurz vor Schluss aggressives Pressing gespielt. Den gemeinen Zuschauer und Fan verliert er mit solchen Aussagen. Desinteresse oder Überheblichkeit interpretieren manche in solche Interviews und Pressekonferenzen. Da ist sicher etwas dran. Aber Guardiola offenbart damit auch einen Blick in seine Gedankenwelt, die nicht so richtig zu den Mechanismen des Profi-Fußballs passt.

Im Herbst – nach dem 5:1 gegen den FC Arsenal – brauchte Guardiola ein paar Tage, um wieder neue Motivation zu finden. So beschrieben es zumindest Weggefährten, die ihn persönlich gesprochen haben. Das Spiel gegen Arsenal war für ihn perfekt. Das was seine Mannschaft dort auf den Platz brachte war die perfekte Umsetzung seiner Vorgaben. Guardiola sah offenbar zumindest für den Moment seine Aufgabe als erfüllt an.

Guardiola hört deshalb nicht auf zu arbeiten, aber die Anekdote zeigt, dass Guardiola Fußball anders bewertet und bespricht, als wir es gelernt haben und gewöhnt sind. Guardiola deutete es am Dienstag auch selbst an. „Für mich ist entscheidend wie die Leistung war. Ich bin Trainer. Ich analysiere was wir gemacht haben. Das ist meine Aufgabe. Wenn du das Ergebnis analysieren willst. Ok. Es war 2:2. Wenn du deine Bewertung davon abhängig machen willst, ist das deine Aufgabe. Nicht meine“, so Guardiola am Sky-Mikro.

Triple, Triple, Triple

Profi-Fußball ist ein Ergebnissport. Es zählt das Ergebnis nach 90 Minuten. Das Ergebnis nach einer Saison. Nichts ist unbedeutender als eine Momentaufnahme Anfang November, wenn drei Tage bereits das nächste Spiel ansteht. Es ist die Gefräßigkeit. Dieses “immer weiter”, das gerade den FC Bayern in den letzten 15 Jahren so maßgeblich geprägt hat. Guardiola bricht zumindest gedanklich mit diesen Mechanismen. Die Vermittlung seiner Idee von Fußball steht für ihn im Mittelpunkt. Nicht zwangsläufig ein Titel. All das heißt sicher nicht, dass ihm Meisterschaften und Pokalsiege egal sind. Aber Guardiola ordnet dem Endergebnis nicht alles unter. „Ich weiß, dass in München nur das Triple zählt. Immer Titel gewinnen. Triple, Triple, Triple.“ Auch das ist so eine Aussage von Guardiola aus den letzten Monaten, die ins Bild passt. Er macht sich dieses Ziel nur sehr widerwillig zu eigen.

Wer sich versucht in diese Gedankenwelt hinein zu versetzen, der erkennt hinter all der Fassade und den sprachlichen Hindernissen im Interview mit Henkel am Dienstag-Abend den Funken Wahrhaftigkeit in seinen Aussagen. Guardiola wird Joshua Kimmich sehr genaue Anweisungen mit ins Spiel gegeben haben. Es wird um Abstände in der Kette, um Muster im Aufbauspiel und ums Herausrücken im Pressing-Verbund gegangen sein. Vielleicht bewertet Guardiola genau das, wenn er Kimmichs Leistung als “perfekt” bezeichnet. Nicht den zu kurz abgewehrten Ball. Nicht die Fußspitze, die er bei einer Hereingabe zu spät kommt.

Genauso wie er seine Mannschaft für die Umsetzung seiner Vorgaben gegen Turin lobt. „Haben wir nicht über 90 Minuten Pressing gespielt? Haben wir in den letzten Minuten am Strafraum verteidigt oder hat Franck Ribéry noch zwei Chancen eingeleitet?“ fragt er Henkel als der vorsichtig nachhakt, warum die Mannschaft nur 60 Minuten richtig gut gespielt und danach noch zwei Gegentore kassiert habe. Wieder so ein Moment in dem völlig unterschiedliche Denkstrukturen – ja Philosophien -aufeinanderprallen. Hier das Ergebnis. Dort die Umsetzung eines Plans. “Ganz verstanden habe ich ihn nicht”, sagte Sky-Experte Franz Beckenbauer nach der Schalte zu Guardiola am Dienstag-Abend. Wie passend.

Guardiolas Ansatz ist der eines Fußballlehrers, der gut beraten ist seine Bewertungen nicht allein vom Ergebnis abhängig zu machen. Dass er erwartet, dass dies auch in der medialen Besprechung des Spiels funktioniert, spricht für seine Konsequenz. Oder eine gewisse Naivität.

Guardiola hat sich in Teilen selbst zuzuschreiben, dass er wohl als Unverstandener in die Bundesliga- und Bayern-Historie eingehen wird. Dass er – wie er vor kurzem monierte – in den wöchentlichen Pressekonferenzen zu selten inhaltliche Fragen über Fußball gestellt bekommen habe, stimmt. Es ist aber in Wahrheit auch nur ein Teil des Problems. Guardiola hat seinerseits viel zu wenig dafür getan seine Ideen und seine Philosophie zu erklären. Das hätte den Widerspruch zwischen der Ergebnis-Logik des Profi-Fußballs und den konzeptionellen Ansätzen Guardiolas sicher auch nicht vollständig aufgelöst. Aber es hätte geholfen Aussagen wie die vom Dienstag-Abend einzuordnen. Zu oft trüben Guardiolas Interviews nämlich den Blick auf die Arbeit dieses genialen Fußballtrainers.

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Leserkommentare
  1. ratazengo

    Schöner Text.

    Eine Anmerkung habe ich jedoch: Dass Pep keine sportlichen Fragen gestellt werden, ist ein totaler Mythos. Auf jeder PK, in jedem Sky-Interview werden ihm zu 90 Prozent sportliche Fragen gestellt. Das Henkel-Interview zeigt ja bestens, dass Pep – was auch irgendwo sein Recht ist – einfach kein Interesse hat, inhaltliche Fragen auch zu beantworten.

  2. Tanja

    Guardiola geht einfach davon aus das wir all sein Handeln doch verstehen müssen. Ohne große Erklärungen. Ist doch logisch was er da macht.

    So ungefähr stelle ich mir das vor. Er sieht es als überdrüssig an sich ständig zu erklären. Das gehört aber nun mal zum Fussball dazu. Das ist sein Manko. Und was jetzt leider sein wahres Genie ein wenig in den Schatten stellt. Das finde ich ziemlich Schade. Denn in meinen Augen ist er ein großer Trainer. Er hat viel aus unseren Spielern rausgeholt, sie besser gemacht. Unsere Spielweise verbessert. Ich hoffe er wird noch mit Titeln belohnt bevor er geht.

  3. STEMAX

    Super Artikel!

    Nur scheint es mir so, als ob das nicht auch die Vergangenheit als auch die Zukunft von ihm beschreibt. In Barcelona wurden die Fans und Medien mit den entsprechenden Titeln und Siegen zufrieden gestellt. Aber ging es ihm genau darum?
    Sollte er in England nicht von vornherein Erfolge einfahren wird ihn di Sun doch in der Luft zerreißen. Ich kann mir schwer vorstellen, dass der englische Fan an einer Geschichte über die Spielphilosophie Guardiolas interessiert ist.
    Inwiefern hätte er eurer Meinung nach seine Philosophie den Medien gegenüber besser erklären können?

    Die angesprochene Sprachbarriere sehe ich auch als eines der größten Probleme. Hier fehlen oftmals die rhetorischen Mittel und im Gegenzug wird jedes seiner Worte auf die Goldwaage gelegt.

    1. “Inwiefern hätte er eurer Meinung nach seine Philosophie den Medien gegenüber besser erklären können?”

      Hätten die es verstehen können bzw. wollen?

      Glaube ich nicht!

  4. Axel

    Gedankenlesen kann echt schief gehen. Neben Euren Erklärungen könnte doch auch sein, dass Pep nicht negativ über Gegner oder eigene Spieler reden will. Aus Prinzip. Erspart eine Menge Konflikte und macht sympathisch (auch, wenn sich offenbar manche für Dumm verkauft fühlten, als sie dieses Muster erkannten). Aber weil auch ich keine Gedanken lesen kann, ist auch das nur Spekulation.

  5. Axel

    P.S.: Aus Beckenbauers “ich habe ihn auch nicht verstanden” tropft doch auch nur eine plumpe Mischung aus Provinzialität und Überheblichkeit. Soll er doch lieber noch ein paar Gummibärchen aus seinem Glas am Kommentatorentisch essen.

  6. Uli

    Pep ist für mich ein großartiger Trainer, aber ich bin ganz ehrlich auch froh, wenn dieses ewige Philosophieren nächsten Jahr ein Ende hat. “Was denkt er wohl,?” “Wie meint er das?”, “Was sagen seine Freunde?”, das hat nicht nur teilweise etwas von Yellow Press Berichterstattung. Dann brauchte es noch ein “Herr Guardiola” Buch, das man angeblich unbedingt lesen sollte, bei jedem anderen Trainer wäre so ein Personenkult völlig undenkbar.

    Ach und zum Thema Sprachbarriere: Ich finde es völlig legitim auch in Interviews einfach mal einen Dolmetscher zu verwenden. Ich habe eher den Eindruck, einige Trainer ziehen sich hier bewusst auf eine “ich verstehe nicht was der andere sagt” Position zurück. Van Gaal konnte das auch ganz toll…

  7. kurt

    In Pep we trust.

    Ich freu mich auf Ancelotti, aber mit nem neuen Trainer wird dieses miefige bayrische/deutsche Provinzdenken auch nicht wengier. Big bear Carlo darf sich dann aus anderen Gründen den Mist der Journalisten anhören. Wahrscheinlich wird er dann statt Fragen zum Spiel auf sein Kaugummikauen angesprochen.

    Wie gut Pep Italienisch gesprochen hat, auf der Pressekonferenz. Ich wünschte der würde einfach nur Spanisch sprechen (dann könnte man sich die Infos von den einschlägigen Seiten übersetzt holen) und den Affen wie Ortlepp und Co. nicht noch Munition liefern, aber geht wohl nicht in Deutschland.

    Klar ist sein Handling der Medien wohl seine große Schwäche, aber seien wir mal ehrlich, was da im deutschen Sportjounrlaismus rumkreucht, geht auch auf keine Kuhhaut. Blogs wie miasanrot, oder sogar oftmals Userkommentare sind da gehaltvoller als das was Altherrenbrigade mit Quotenblondine wie Sky verzapft. (Bei den ÖR gibts wenigstens noch Scholli und Kahn)

  8. Minanda

    Ziemlich negativer Beitrag zu Pep.
    Ich sehe nicht ein, warum Pep von sich aus dem TV-Zuschauer erklärt, wie er spielen lässt. Die Fragen, die er gestellt bekommt, sind vielleicht sportlicher Natur, aber zielen nur auf Klischees, Spieler im Fokus ab. Ich bin überrascht, dass er überhaupt für Interviews zur Verfügung steht, das musste er wohl im Vertrag stehen lassen.

    Unverstanden ist Pep vielleicht von der Presse. Das was er gestern ohne vier etatmäßige Verteidiger taktisch gegen Juve auf den Platz gebracht hat, leuchtet dagegen jedem Fan ein.

    Davon abgesehen: Die Sky-Berichterstattung ist unter aller Sau.
    Am besten gestern Hellmann, als eine Szene von Robben eingeblendet wurde, zum tausendsten Male greift er in die staubigste aller staubigen Fußball-Schubladen:
    “Aber hier! Wie geht das denn, wenn Robben nach links zieht und zum Schuss kommt, das macht er immer, warum kann man das nicht verteid-…?” Dann merkt er plötzlich, dass es gar nicht die Szene vom 0:2 ist, sondern Robbens Flanke mit rechts (!), die er fast an der Grundlinie auf Costa schlägt, der über Umwege auf Müller ablegt, woraus das 0:1 resultiert.

    1. kurt

      Ich würd sagen, Interviews werden ab jetzt an Rudi Völler outgescourcet :>

      1. STEMAX

        Bitte auf der Stelle diese Idee bei Sky und Herrn Völler einreichen :D Da wäre jedes 2.Liga Spiel ein absolutes Highlight!

  9. Jo

    Interessanter Beitrag.
    Die Ära Guardiola wird man erst in einigen (vielleicht in vielen) Jahren richtig einschätzen können. Wenn sich der ganze Pulverdampf gelegt hat, das letzte Interview schon lange gegeben wurde und die Spekulationen, Gerüchte der ganze Trash schon lange vergessen sind.
    Dann wird es auch keinen mehr interessieren bzw. sich keiner überhaupt noch erinnern können welche Fehler der Verein oder Pep in der Medienpolitik gemacht haben ( Oh, und sie haben sicher einige gemacht).
    Dann wird man wahrscheinlich auf einige der sportlich erfolgreichsten Jahre der deutschen Fußballgeschichte mit einem
    Fußball teilweise vom andern Stern zurückblicken können.
    Und wir, die wir das Privileg hatten das miterleben zu dürfen, werden dann den nachfolgenden Fangenerationen mit unserer Guardiola-Nostalgie genüßlich auf den Keks gehen (dürfen).
    Freu mich schon drauf ((-;

    Btw. wer hat denn jemals Zebec oder Happel verstanden?

  10. Axel

    Unfassbar ist für mich auch die ignorante Blödheit, mit der Jan Henkel und fast alle anderen Interviewer mit der sprachlichen Begrenzung von nicht-deutschsprachigen Trainern und Spielern umgehen. Da werden Redewenungen und Vokabeln benutzt, die der Gegenüber gar nicht verstehen kann. Ribery reagiert darauf großartig. Der antwortet dann halt irgendwas. Aber so ein ernsthaft nachsetzender Investigations-Henkel, der schnell spricht und komplexere Sätze baut, kriegt dann halt keine vernünftige Antwort. Anstelle dieses “da hak ich jetzt aber richtig kritisch nach und lass mir danach von meinen KollegInnen auf die Schulter klopfen”-Getues wären einfach formulierte Fragen, die auf den Trainertyp eingehen, viel sinnvoller. Da höre ich lieber Reif zu, der ständig “Robben!” ruft, wenn Ribery zum Dribbling ansetzt….

    1. STEMAX

      Vor allem Herr Henkel beherrscht Spanisch, Italienisch, Englisch und weiß was noch alles…Da hätte sich doch eine Sprache gefunden in der die beiden ein ernstes Interview führen könnten. Aber dafür ist Pep ja nun auch manchmal zu stolz.

      1. Alex

        Haha, das stimmt. Eine Zeit war es mal geläufig, Pep auf Spanisch zu interviewen, was auch nicht so gut ankam. Ist ja allerdings auch unhöflich, dem durchaus Willigen die Landessprache zu verweigern.

  11. Ich glaube, der Eindruck, dass es Guardiola nicht ausschließlich ums Gewinnen geht, täuscht. Die Ansprüche, die er an die Art und Weise des Spiels seiner Mannschaft stellt, sind letztendlich ausschließlich – oder zumindest fast ausschließlich – darin begründet, dass er glaubt, so am klarsten und am häufigsten gewinnen zu können. Auch die vergleichsweise ergebnisunabhängige Bewertung der Leistung seiner Spieler widerspricht dieser These keineswegs. Willst du möglichst oft gewinnen, darfst du nach einem Sieg nicht sagen, dass alles super war und nach einer Niederlage alles schlecht. Du musst das Spiel an sich analysieren und Lob und Tadel aus dieser Analyse ableiten. Ich nehme an, das tut Guardiola (intern).

    Es mag sein, dass ein kleiner Teil von Guardiola den dominanten Ballbesitzfußball mit vielen intelligenten Kurzpasskombinationen auch als Selbstzweck schätzt. Aber ich würde behaupten, dass es ihm zu mindestens 95% nur ums Gewinnen geht. Unterfüttert wird diese These von Guardiolas Aussagen zum Thema Gewinnen.

    1. Steffen

      Hierzu mal eine Einschätzung von Guardiola-Biograf Balagué in der TZ: “Er ist nicht besessen davon, die Champions League zu gewinnen, bevor er die Bayern verlässt. Seine Arbeit liegt in der Tagesroutine, und solange er damit zufrieden ist, wie er die Mannschaft verbessert und ihr seine Ideen eingeflößt hat, ist er im Reinen mit sich.”

      Insofern: Natürlich ist seine fußballerische Strategie immer auch Mittel zum Zweck (Spiele gewinnen). Aber das ist für ihn eben nicht alles.

  12. Bazi78

    Die Wahrheit liegt wohl wie immer in der Mitte. PG hat sicherlich Schuld an seiner öffentlichen Wahrnehmung, aber bei ihm werden alle Entscheidungen auch viel zu kri­tisch beurteilt. Ich hoffe das geht nicht genauso bei Carlo Ancelotti weiter.
    Früher wurde die fehlende DM am Saisonende kritisiert. Heute ist es die CL die von vielen Fans einfach erwartet wird. Nicht nur die Gehälter der Fussball-Spieler werden immer unbegreiflicher…

    1. Tipic

      Ja, die Erwartungshaltung hat inakzeptable Höhen erreicht. Was wird denn passieren, wenn wir mal nicht Deutscher Meister werden oder in einer Saison gar keinen Titel holen??? Und das wird passieren, vielleicht schon unter Ancelotti (der bekanntlich in seinen bisherigen Trainerkarriere erst drei nationale Meisterschaften gewinnen konnte).
      Leute, genießt ganz einfach den Fußball, den wir derzeit spielen! Wenn dabei der eine oder andere Titel herauskommt, umso besser!

  13. Marco05

    Zum Artikel selbst nur ein Wort: vielen Dank! :)

    Gestern war ein typisches Spiel bei dem sich bezüglich Pep die Geister scheiden (und was mich betrifft selbst in einer Person).
    60 Minuten Wahnsinnsfußball, unfassbare Leistung der Mannschaft aufgrund dem, wie sie der Trainer eingestellt und hat rangehen lassen. Wir werden ihn vermissen dachte ich so bei mir.

    Danach das Interview und seine bekannte Art sich und seine Gedanken _nicht_ nach außen zu tragen. In die Ohren der Fans und Fußballbegeisterten. Guardiola mag einer der cleversten Trainer und Fußballhirne auf dem Planeten sein. Allein er bleibt eine black box. Das ist für einen selbst halt teilweise unbefriedigend, weil man halt gerne mehr wüsste und ob er das was er (in die Kameras) sagt auch wirklich meint – in der Regel glaubt man das nicht. Etwas mehr Zugang vor allem als Fan hätte ich mir gewünscht, um seine Einstellung zum Fußball besser verstehen zu können. So bleibt – selbst wenn es “nahestehende” Personen schreiben – vieles im Dunkeln.

  14. Ryukyuu

    Schöner Artikel, auch wenn ich etwas überrascht bin vom recht kritischen Einschlag bzgl. Pep. :)

    Meine Position zu Guardiola habe ich ja das ein oder andere Mal formuliert. Ich teile die Aussage von Jo – richtig einordnen können wir man Guardiola erst in ein paar Jahren. Was eigentlich absurd ist, denn auf dem Papier hat er überragendes geleistet. Umso erstaunlicher, wie umstritten er in München ist. Das Interview gestern war exemplarisch für seine Situation in München. Sportlich ist er unumstritten, im Auftritt nach Außen ist er in meinen Augen allerdings untragbar. Sein Auftreten ist absolut unangemessen und unprofessionell. Das muss man leider so sagen. Man stelle sich mal vor, ein leitender Angestellter eines DAX-Unternehmens würde sich so gegenüber der Presse äußern. Guardiolas Verhalten ist provinziell und wird weder seinem Intellekt noch seiner Verantwortung gerecht. In meinen Augen hat Guardiola mit München abgeschlossen. Und das schon vor einiger Zeit. Er wird seinen Job hier erledigen, ja. Aber er wirkt maximal genervt von allen Dingen, die nichts mit seiner Arbeit auf dem Platz zu tun haben. Diese anderen Dinge gehören aber nun mal auch zu seinem Job, also hat er sich auch im Interesse des Vereins zu verhalten. Tut er aber nicht, weil er mit Bayern abgeschlossen hat und sich unverstanden fühlt. Vermutlich in seinem Stolz verletzt. Wer weiß das schon, spielt auch gar keine Rolle. Es wird ihm auch niemand die Leviten lesen. Wie soll das auch gehen, so devot wie man sich ihm gegenüber verhalten hat. Mit einem Rauswurf hat niemand etwas gewonnen. Mit welchen Sanktionen soll man ihm also mit drohen? Er genießt Narrenfreiheit. Von daher kann er sich verhalten wie er möchte und tut das offensichtlich auch. 

    Mich hat kurz nach der Tasci Verpflichtung ein Interview von ihm wahnsinnig aufgeregt. Dort spricht er Tasci die fehlende Kondition ab. Wie um aller Welt kann er so etwas öffentlich sagen? Es gibt dafür nur einen Grund: Er wollte den Spieler nicht und das war seine Möglichkeit, dass publik zu machen. Warum sonst sollte er Tasci so schwächen? Er macht das ja auch mit keinem anderen Spieler. Man kritisiert keine Neuverpflichtung, bevor sie überhaupt eine Minute auf dem Platz stand. Es ist doch völlig klar, was in den Medien zu lesen ist, wenn Tasci spielt und ihm unterläuft in der 80. Minute ein Bock. Tasci wird es schon schwer genug haben in München, da braucht er nicht noch eine öffentliche Kritik vom Trainer. Guardiola weiß, was so eine Aussage bewirken kann. 

    Und seine genervte Haltung gegenüber Journalisten. Was soll das sein? Ein Journalist ist nicht sein persönlicher Erfüllungsgehilfe. Er wird von seinem Sender oder seiner Zeitung bezahlt, dass er eine Schlagzeile bringt. Journalisten sind auch nicht verpflichtet, ein Spiel wissenschaftlich aufzuarbeiten. Abgesehen davon gibt es wirklich weitaus unsachlichere Reporter als bei Sky. Guardiola ist seit über 20 Jahren im Profifußball, dieses Geschäft muss ihm doch niemand ernsthaft erklären. Seine Reaktion ist weitaus mehr respektlos als die vermeintlich dumme Frage eines jedweden Journalisten. 
    Und was glaubt er eigentlich warum er nach Manchester geholt wird? Damit dort schöner Fußball gespielt wird?? 

    So langsam scheint er jedenfalls jegliche Bodenhaftung verloren zu haben..

    1. kurt

      Für Interviews wurde er ganz sicher nicht geholt. Mich würde es nicht wundern, wenn Manchester City anfängt Journalisten abzumahnen und auszuladen. Als ob das heutzutage irgendeine Auswirkung hat, wie man mit solchen Pfeifen umgeht. Guardiola wird bei City der rote Teppich ausgerollt und nichts anderes hat er verdient. 3 der souveränsten Meisterschaften in Folge (wenn es diese Saison so weitergeht) und der Michel hat nichts besseres zu tun als rumzumaulen.

      Bisschen albern, wie du hier versucht den Berufsstand zu verteidigen, wenn wir doch ganz genau den Zustand der hiesigen Medienlandschaft (und das zieht sich nicht nur durch die Sportpresse) beurteilen können. Das ist ganz großer Mist und man fragt sich, was solche Leute studiert haben, wenn jeder Abiturient das Gleiche leisten könnte.

      Dein Post zeigt ganz deutlich diese Provinzialität die hier vorherrscht, dass du diese dann noch Pep selbst vorwirfst, schlägt dem Fass den Boden aus. Realsatire. “Trainer müssen sich dem ganzen Rummel stellen…weil WAR SCHON IMMER SO. Gehört zum Job.” Vielleicht sollte dann endlich mal ein Umdenken eintreten. Von mir aus muss Pep gar nix erklären und wir lassen Hörwig alle Fragen beantworten. Meine Infos hole ich mir so oder so in den einschlägigen Organen. Auf Bild und Sky kann ich im Jahr 2016 getrost verzichten. Da machen reddit und Co. einen weitaus besseren Job, als diese ewiggestrigen Elendsgestalten im Deutschen Fernsehen.

      Genau wegen solchen hat Pep auch keinen Bock mehr (zumindest da geb ich dir Recht). Der beste Trainer der Welt wird aber eben auch nur in Deutschland vom Hof gejagt. Vielleicht schielt man da ja etwas neidisch auf das als größer angesehene Real Madrid. Da wird sowas ja auch ähnlich gehandhabt. Mit Mia san Mia hat das trotzdem nichts zu tun.

      Abgesehen davon, dass es fraglich ist, ob Pep jemals einen Vertrag über 3 Jahre hinaus erweitert hätte, ist es schon ein Verdienst 3 Jahre lang so erfolgreich gearbeitet zu haben. Andere Trainer wurden schon für weniger geschasst. Zum Glück gibts da in unserem Vorstand mittlerweile ein anderes Denken. Du nennst es Narrenfreiheit. Ich nenn es Vernunft.

      1. Bazi78

        @Kurt

        Mehr Wahrheit hat noch kein Kommentar hier ausgesagt. Volle Zustimmung von Anfang bis zum Ende !

      2. Dakury

        Wie so oft kann ich nach Kurt-Kommentaren nichts neues hinzufügen

  15. Katsche

    Dass Guardiola genervt ist, kann ich sehr gut verstehen. Da wohl kaum ein Journalist fachlich in der Lage ist, sich mit seinen Gedanken auseinanderzusetzen (zumindest nicht in den einschlägigen Medien) und seine Aussagen auch nicht respektiert werden (z.B. im Hinblick auf das Datum zur Aussage über seine Zukunft), mag er sich an vielen Stellen nicht mehr erklären.

    Insbesondere der Sportjournalismus lebt ja nicht mehr von substanziellen Analysen (das Unwissen der Sky-Moderatoren ist hierfür ein schönes Beispiel), sondern vom Hype. Guardiola hat etwas geschaffen, was wir in der Bundesliga noch nicht gesehen haben und sicher auf lange Zeit auch nicht mehr sehen werden.
    Er braucht sich nicht zu rechtfertigen für seine Art, er ist so wie er ist. Aber da das medial unspektakulär ist, werden Schlagzeilen um den Verein leider anders erschaffen.
    Aber natürlich ist es einfacher, sich an Defiziten zu orientieren, denn das Positive zu erarbeiten. Ein 2:2 in Turin (es waren die ersten Tore, die Turin zuhause hinnehmen musste) ist m.E. eine optimale Ausgangsposition.

  16. Alex

    Wunderbar ausbalancierter Artikel, der in den klassischen Medien seinesgleichen sucht. Danke!

    Es stimmt. Auf der einen Seite steht der geniale Dirigent, der ein kongeniales Orchester geformt hat und das anerkannt wissen will (dazu sieht er das Gewinnen als ein Mittel an @TANK). Auf der anderen Seite steht die Bewertung des ganzen Spiels vom Ergebnis her. Ob diese beiden grundverschiedenen Ansätze durch bessere Kommunikation zu vermitteln gewesen wären, ist für mich allerdings fraglich. Etwas tragisches hat es auf jeden Fall.

    Ein Punkt, den man aber auch nicht übersehen darf: Pep hat eine Jahrhundert-Mannschaft übernommen. Ich glaube, das kann man ohne Übertreibung so sagen. Nominell hat es kaum je so einen guten Kader im deutschen Fußball gegeben. Ich glaube, dass viel von dem Druck, die CL zu gewinnen, deshalb so groß ist (wer Tripple sagt meint doch im Kern die CL). Weil einfach jeder weiß: Das ist eine historische Mannschaft, bei der es total schade wäre, ihre Möglichkeiten nicht im Trophäenschrank Niederschlag finden zu lassen. Das ist glaube ich, jenseits aller Vermittlung, die größte Kraft, die Peps grandiosem Konzeptdenken entgegensteht.

    1. Alex

      Konzeptdenken ist der falsche Ausdruck. Die erste Metapher vom kongenialen Orchester passt besser.

  17. Smasher

    Verstehe nicht wie man Guardiola nicht verstehen kann. Man sieht es doch jedes Wochenende auf dem Spielfeld, wie er den Fußball sieht, was seine Idee vom Spiel ist. Totale Dominanz. Das werde ich am meisten vermissen. Ich bin zwar gespannt auf Ancelotti aber das was Guardiola aus unserer Manschaft gezaubert hat ist für mich das Optimum. Besser geht es nicht(besonders das Arsenalspiel).
    Wegen mir muss generell kein Trainer Interviews geben bei denen er Sachen gefragt wird die jeder Depp schon vorher im Spiel selber gesehen hat, nur um den “Journalisten” ne Schlagzeile zugeben. Und im Zweifelsfall erfinden die dann eben einfach irgendwelche Geschichten nur um ihre Scheiße, an den allg. Dödel, verkauft zu bekommen.
    Meine Vorstellung wäre, dass man diese “Interviews” generell abschafft und dafür unter der Woche tatsächliche Tiefeninterviews einführt und zwar von Leuten geführt werden die nicht an der Nächst-Besten Schlagzeile interessiert sind.

    Zu Beckenbauer: keine Sorge dich versteht auch Keiner. Was er und andere EX-Profifußballspieler teilweise raushauen und das obwohl sie genau wissen wie es ist, passt auf keine Kuhhaut.

    1. kurt

      Wenn einer es verstehen kann, auf Pep’s Fußball aufzubauen, dann ist es Ancelotti. Ich stelle mir da ein ähnlichen Leistungsschub wie bei LvG > Heynckes vor (das war ja auch Konzepttrainer > Pragmatiker), aber ohne die anfängliche Schwächelei, weil es diesmal auch keinen Klopp mit Heavy Metal-Wunderfußball gibt, den man erstmal entschlüsseln muss.

      Dem Carlo wird ja eine Ligaschwäche nachgesagt, aber dann wüsste ich nicht, welche Verein (außer PSG und Celtic) besser für ihn geeignet wäre als der FCB.

      Man könnte natürlich meinen, dass der Zweikampf mit Dortmund etwas spannender wird, weil bei denen der Umbruch geschafft wurde und Tuchel endlich in die Vollen gehen kann und bei uns ein neuer Trainer ist, allerdings hat der BVB nächste Saison auch wieder CL-Fußball und das heißt keine Kaderrotation gegen FC Sibiria. Auf die gesamte Spielzeit wird sich das dann wohl entsprechend wieder ausgleichen. Unser Kader ist einfach zu stark, um über 34 Spiele gegen ihn was reissen zu können. Mal sehen wie sich RB Leipzig macht. Ein mir ja recht sympathisches Projekt, allerdings sind mir manche Aussagen “wir lösen die Bayern ab” etwas zu großspurig. Aber ein Verein, der die Mittel hat ähnlich wie Dortmund konstant zu punkten, kann uns und der Bundesliga ja nur recht sein.

      Und ja, Totale Dominanz. Das ist es, was Peps Fußball ausmacht. Die Niederlagen wurden schon immer etwas verklärt und als deutlicher ausgemacht, als sie in der Tat waren. Ich denke das, was die Spieler jetzt in 3 Jahren Pep gelernt haben, wird nicht auf einmal weg sein und durch Ancelotti wohl eher noch verfeinert und durch eigene Ideen bereichert,

      Ich behaupte die Zeiten für den FCB sehen weiterhin rosig aus.

      1. Smasher

        Ich bin auch nicht pessimistisch für die Zukunft aber wie gesagt, für mich ist das was Guardiola gemacht hat oder eben seine Idee von Fußball das Nonplus Ultra, egal wer da als nächstes kommt.
        Den Vergleich mit LVG und Heynckes halte ich für unpassend, einfach weil damals unsere Manschaft Tot war(die hätte lieber den Ball wieder zurück zum TW geschickt als vorne aus 3m aufs Tor zuschießen). Da musste etwas passieren. Unsere Manschaft jetzt strotzt nur so vor Spielfreude. Sie folgt dem Trainer ohne wenn und aber. Theoretisch müsste hier eigentlich alles so bleiben wie es ist^^

        Weiß nicht wer das von RB gesagt haben soll aber Rangnick hat erst vor kurzem gesagt, dass sie noch zwei Klassen unter uns sind. Selbst das finde ich etwas hochgegriffen aber gut.

      2. Tipic

        Das mit Carletto kann gut gehen, muss aber nicht … Einiges hängt natürlich vom Ausgang der laufenden Saison ab: Holt der FCB das Triple und wird ‘Schland Europameister (beides alles andere als sicher, aber auch nicht völlig unwahrscheinlich, glaub ich schon, dass es einen kleinen Knick geben wird – zumal das nächste Jahr ein bisschen wie eine Post-WM-Saison wird: vierwöchige EM, und die Südamerikaner spielen Copa.
        Ich bin auch nicht sicher, ob der derzeitige Kader für Carletto passt: Robben, Ribéry, Costa, Coman, Lewy, Müller, Götze … Pep schafft es manchmal, fünf dieser Spieler aufzustellen. Carletto wird oft nur mit dreien von ihnen spielen lassen – und ist bekannt dafür, dass er nicht gerne rotiert …
        Schließlich (und damit sind wir wieder beim Thema Medien): Die Aussage von Carletto, der FCB würde die BuLi auch mit den Händen in den Hosentaschen gewinnen, wird ihm natürlich bei jeder passenden Gelegenheit vor die Nase gehalten werden.

      3. Smasher

        Wie die Saison und die EM ausgehen hat gar nichts mit der neuen Saison zu tun. 2014 meinte auch jeder(Medien und co), dass wir in ein Loch fallen und was war? Nix! Unsere Manschaft hat den unbedingten Siegeswillen und durch den Konkurenzkampf pushen sich alle gegenseitig. Mal abgesehen davon das ein neuer Trainer zur neuen Saison kommt, wo sich jeder wieder beweisen muss.
        Was Ancelotti dann vor hat und wie er spielen lassen will weiß keiner. Und bei allem Respekt für Real aber die hatten damals und auch heute nicht die Vielzahl an Möglichkeiten im Angriff wie wir.
        Was die Medien angeht: Ancelotti erhebt einmal die Augenbraue und Alle sind ruhig ;) Nein aber er wird damit umgehen können, wer Perez aushalten kann kann auch die deutschen Medien händeln.

      4. Tipic

        Dass Pep das Niveau in den letzten Jahren so hoch halten konnte, liegt meiner Meinung nach auch daran, dass er viel rotiert und Spieler auch mal auf neuen Positionen einsetzt, d.h. die Spieler ständig neu herausfordert.
        Wenn man sich Carlettos bisherige Trainertätigkeit anschaut, kann man davon ausgehen, dass er das nicht so machen wird. Zusammen mit einem allenfalls ein wenig gestillten Titelhunger und den Belastungen von EM/Copa könnte das zu einem Knick führen. Zudem wirkt der Konkurrenzkampf nicht so gut, wenn immer die gleichen spielen.
        Ich hoffe, ich liege falsch und die Mannschaft schließt nahtlos an die Leistungen unter Pep an!

      5. Smasher

        Ich persönlich glaube nicht an einen Leistungsabfall aber gut ist alles Kaffeesatzleserei.
        Pep musste auch viel rotieren zwecks Verletzungen und nicht, weil er Lust auf ne IV bestehend aus einem LV und einem ZM(aber weiß was du meinst).
        Ancelotti wird auch bei uns rotieren, weil wir den Qualitativ tiefsten Kader haben, dass was wir haben hatte er noch bei keinem Verein(und nein, dass ist kein Arroganz Anfall).

    2. pitvonbonn

      Beckenbauer versteht die Taktik sehr gut.
      Die von 1970 bis 1990:
      “Geht`s raus und spielt Fußball”:

      Seit der Zeit lebt er von seinem Namen, seinen Erfolgen, der WM 2006 und mit dem Adenauer Spruch:
      “Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern”.

  18. […] Noch einmal zum Dienstagsspiel zwischen Juventus und Bayern: Steffen versucht bei Miasanrot, die geheimnisvolle Botschaft des Pep Guardiola zu entschlüsseln, wann immer er an ein Mikrofon […]

  19. “Guardiola – der Unverstandene”

    Nennt mich arrogant, aber ich konnte ihn eigentlich immer verstehen! ;-)

    Das ging schon los mit seinen – vor allem anfangs viel belächelten – Superlativen: “Ein super super Spieler”, ein “sehr sehr guter Spieler”!
    Das ist ganz leicht, das zu verstehen, wenn man selbst (nicht nur in der Schule) Spanisch spricht: Die Spanier sagen einfach nicht “muy bien” … sondern “muy muy bien” … je besser, umso mehr “bien” wird verwendet ;-)
    Kein Fußballreporter von Rang und Namen in Deutschland spricht offensichtlich Spanisch – sonst wäre das schnell entmystifiziert worden – ist aber so wohl einfach “lustiger”!!

    Ich habe auch Guardiolas Antworten vom Dienstagabend verstanden:
    “Er wischte sich immer wieder mit der Hand durchs Gesicht.”
    Da ich selbst diese oft belächelte ;-) Eigenart habe, wenn ich mich (tierisch) ärgere, kann ich mir gut vorstellen, was da in ihm vorgegangen ist: Er war zum einen – zurecht – richtig stolz auf die ersten 63 Minuten (welche viele Nörgler den Bayern nicht zugetraut haben) , hat sich sicher trotzdem selbst auch über die unnötige Ergebniskorrektur geärgert – und war schon in der Erwartungshaltung, dass im Interview nur alles schlecht geredet wird. Da hat er sich schon antizipierend geärgert.

    Und dabei ist er doch gut zu verstehen: die insgesamt wesentlich schwächere Mannschaft von Juve (63 von 93 min.) wurde nach dem Spiel nahezu euphorisch gefeiert und das Team, welches 2/3 des Spiels dominiert hat (was habe ich nach einer Stunde von allen Seiten für verschiedene “Glücksmessages” bekommen) und dabei Weltklasse-Fußball zelebriert hat, wurde nach dem Spiel mehr kritisiert als gefeiert. Und das auch noch bei einem Auswärtsspiel …

    Außerdem stellt er sich immer schützend vor die Mannschaft und einzelne Spieler, am Dienstag v.a. vor Kimmich. Ein toller Charakterzug!

    Auch in dieser Hinsicht wurde sehr viel Blödsinn über Pep geschrieben: Dass es keine Nähe zwischen ihm gab und gibt wie zwischen Jupp H. und dem Team, halte ich gelinde gesagt für Flitzkacke! Wer einmal ein Training an der Säbener gesehen hat und darauf geachtet hat, wie Pep und die Spieler miteinander umgehen, kann nur zum Schluss kommen, dass es da ein super super (super ;-) ) Verhältnis gibt!

    Und dass die Spieler nach Verkündigung seines Abgangs im Sommer (öffentlich) nicht alle in Tränen ausgebrochen sind, naja… muss man das erklären?

    Ich war damals kurz vor Weihnachten auch enttäuscht. Ähnlich wird es sehr vielen Spielern gegangen sein. Denn seine Beweggründe kann ich (und ws. auch die Spieler) nicht so richtig nachvollziehen – da ist er wirklich “eigen”. Aber man muss sie akzeptieren!

    1. Smasher

      Wo ist der Like-Button wann man ihn mal brauch? :)
      Ich kann auch sein Gründe für den Abgang verstehen…vielleicht kommt er nochmal wieder.

      1. Tipic

        Ja, das wär’s!
        Er wäre ja nicht der erste erfolgreiche Trainer, der ein zweites Mal zu uns kommt!

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