Fünf Weihnachts­wünsche für ein Hallelujah

Vor dem Spiel gegen Borussia Dortmund sieht es beim FC Bayern weiter nicht gut aus. Die Mannschaft entwickelt sich nicht weiter, Unruhe macht sich breit. Niko Kovač scheint deshalb schon jetzt keine Zukunft mehr zu haben. Zeit für ein paar Weihnachtswünsche.

Erster Schnee fiel dieser Tage in Deutschland, die Supermärkte werden wieder mit Adventskalendern und besonderem Gebäck befüllt und die Temperaturen bewegen sich langsam in den Keller. Weihnachten nähert sich und diese Zeit war für den FC Bayern in der jüngeren Vergangenheit stets ein versöhnliches und ruhiges Fest. Dieses Jahr droht der Weihnachtsbaum jedoch zu brennen.

Doch es ist nicht der Trainer, der die Hauptverantwortung für die jetzige Situation trägt. In einem langen Prozess hat sich der FC Bayern in den letzten Jahren selbst in diese Lage gebracht. Nun muss er sich selbst auch wieder herausarbeiten. Wir haben Santa Claus schon Anfang November unseren Wunschzettel geschrieben.

Der Miasanrot-Wunschzettel

1. Die Strategie

Auch wenn der FC Bayern selbst in den erfolgreichsten Zeiten nicht den Anschein machte, als gebe er eine den ganzen Klub betreffende Strategie vor, so kam mit Louis van Gaal 2009 ein Hauch von Barcelona an die Säbener Straße. Seitdem hat sich der Klub wieder in die Elite Europas begeben. Philipp Lahm war es, der damals in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung kritisierte, dass eine klare Philosophie fehlen würde. Spieler und Trainer wurden nach Namen verpflichtet, ein Konzept war dahinter aber nur mit viel Wohlwollen zu erkennen.

Im Jahr 2018 befindet sich der Klub in einer ähnlichen Position. In Ansätzen ist zwar immer noch zu erkennen, dass die Münchner gerne dominanten Fußball spielen wollen, doch die Bemühungen der letzten Jahre passten auf allen Ebenen nur in Teilen dazu. Gerade auf der Trainerposition wurden mit Ancelotti und später Kovač eher Trainer geholt, die in der Vergangenheit vor allem mit Mannschaften auf dem Zenit oder mit jungen Teams erfolgreich waren. Beim FC Bayern trafen sie beide auf eine Mannschaft, die längst über dem Zenit ist.

Schlüsselspieler haben ihre besten Jahre hinter sich, junge Spieler sind in ihrer Entwicklung noch nicht an dem Punkt, wo sie mal sein sollen. Kaderpolitik und Trainerverpflichtungen passten deshalb nicht zusammen. Auch deshalb, weil die jeweiligen Trainer entweder keinen adäquaten Ersatz für die alternden Stars hatten oder sich nicht trauten, ein gewisses Risiko mit einer radikalen Verjüngung einzugehen. Es braucht wieder eine klare Strategie auf fußballerischer Ebene, die dieser Mannschaft ein Konzept gibt und dafür braucht es wiederum einen Trainer, der dazu in der Lage ist. Die Frage sollte also nicht sein, welche Erfolge ein Trainer zuletzt hatte, sondern wie sehr seine fußballerischen Ideen zum Kader und den Zukunftsvorstellungen passen.

2. Der Kader

Das führt uns direkt zur Kaderpolitik. Spieler wie Thomas Müller, Jérôme Boateng, Franck Ribéry, Arjen Robben, Mats Hummels und auch Javi Martínez sind allesamt in der Hierarchie des Kaders weit oben anzusiedeln. Sie geben den Ton neben dem Platz, leider aber nur selten auf dem Platz an. Als Führungsspieler haben sie eine große Verantwortung dafür, dass der Kader sich auch in schweren Zeiten als Einheit versteht.

Allerdings ist ein klarer Bruch zu erkennen. Die jungen Spieler merken, dass die Namen der Stars oft größer sind als die eigentlichen Leistungen. Spielen die Führungsspieler aber mal weniger, gehen plötzlich Interna an die BILD-Zeitung und es wird gegen den Trainer gearbeitet. Carlo Ancelotti erlebte dieses Phänomen ebenso wie nun Niko Kovač und deshalb ist der Trainer in diesem Fall in Schutz zu nehmen. Stand jetzt war die Mannschaft in beiden Fällen sehr erfolgreich. Dass sie derart mächtig ist, dass sie jeden Trainer problemlos kippen kann, ist allerdings besorgniserregend und wäre für jeden anderen Trainer eine ebenso schwer zu lösende Aufgabe wie für Niko Kovač selbst.

Rummenigge, Hoeneß und Salihamidžić stehen in der Verantwortung, den Trainer dahingehend zu schützen und seine Autorität zu stärken. Funktioniert das nicht, muss knallhart aussortiert werden. Keiner der genannten Spieler ist sportlich noch unersetzlich. Der notwendige Umbruch kann nur gelingen, wenn die Hierarchie von unten aufgefrischt wird und junge Spieler zunehmend in verantwortungsvolle Rollen kommen. Das bedeutet nicht, dass jeder der genannten Spieler automatisch ins zweite Glied rücken muss. Es bedeutet nur, dass der Konkurrenzkampf verschärft und die Hierarchie verändert werden muss. Dem Vorstand fehlt auch hier eine Strategie – eine, die zum versöhnlichen Ende mit großen Spielern führt, die das Niveau des FC Bayern nicht mehr erreichen können.

Die Kaderstruktur würde es jedem Trainer schwer machen.
(Foto: Sebastian Widmann / Bongarts / Getty Images)

3. Die Außendarstellung

Wie wertvoll Salihamidžić intern für den FC Bayern ist, ist nach wie vor nicht endgültig zu bewerten. Allerdings lässt sich seine Außendarstellung bewerten. Die ist in vielen Bereichen katastrophal. Auf die Frage des Kickers, weshalb derzeit keine Fortschritte erkennbar seien, antwortete der Sportdirektor: “Ja, das ist… das frage ich mich auch. Das ist auch nicht zu beantworten erst mal.”

Werde Miasanrot Patrone & unterstütze unser Projekt. Jetzt direkt teilnehmen und Vorteile sichern oder im Blog mehr erfahren!

Ein Sportdirektor als Sinnbild für die Ratlosigkeit eines Klubs, der völlig überrascht tut, dass es die letzten Jahre und insbesondere in dieser Saison rasant bergab ging. Dabei ist das nur ein Resultat der fehlenden Veränderungen. Als Hoeneß vor der Saison bei Sky über den Bayern-Weg sprach, entstand so etwas wie ein “Aha”-Effekt. Erstmals benannte der konkret Punkte, die in den nächsten Monaten und Jahren angegangen werden sollten.

Spieler aus der eigenen Jugend hochziehen, Transfers so früh wie möglich einfädeln, um dem Konkurrenzkampf mit den anderen Top-Klubs zu entgehen, Robben und Ribéry die Spielzeit verkürzen, um jüngeren Spielern die Chance zu geben – viele der Punkte erschienen schlüssig. Stand Oktober ist von der Umsetzung aber immer noch wenig zu sehen. Trotz Verletzungen bekommt die eigene Jugend keine Chance, Robben und Ribéry bilden trotz ihrer stark abbauenden Leistungen den Mittelpunkt des Angriffsspiels und es ist nicht wirklich zu erkennen, wie dieser Klub in Europas Spitze bleiben möchte. Viel schlimmer noch ist aber, dass niemand in der Öffentlichkeit dazu in der Lage ist, diese Situation zu erklären. Es braucht jemanden, der das kann.

4. Die eigene Jugend

Auch der FC Bayern Campus spielt eine Rolle. Voller Stolz eröffneten die Bayern ihre Jugendakademie und blickten in eine rosige Zukunft. Dass sich erst jetzt die ersten Talente zeigen, die das Potenzial haben, mindestens sehr gute Bundesliga-Spieler zu werden, ist nicht überraschend. Niemand konnte ernsthaft erwarten, dass allein die Eröffnung eines Campus sofort zehn Spieler für die Profis hervorbringen würde.

Allerdings ist das Vertrauen in die jetzt hervorgebrachten Talente gering. Zwar könnte mittlerweile ein Kalender mit Fotos gefüllt werden, die Salihamidžić mit jungen Spielern zeigen, die im Sommer einen Vertrag erhielten. Doch Einsatzzeiten kriegen diese weiterhin nicht. In den vergangenen Jahren trauten sich die Trainer des FC Bayern nur dann, einen jungen Spieler zu bringen, wenn das Spiel kaum noch Bedeutung hatte.

Was vor einigen Jahren aufgrund des Niveaus und des Anspruchs noch verständlich war, ist jetzt allerdings kaum noch nachvollziehbar. Spieler wie Lukas Mai, Oliver Batista Meier und andere Talente haben das Zeug, um zumindest in der aktuellen Verfassung des FC Bayern für frischen Wind zu sorgen. Als van Gaal 2009 Müller, Badstuber und Alaba integrierte, trat er eine Welle des Erfolgs los. Dieser Mut ist dem zukünftigen Trainer des Klubs ebenfalls zu wünschen. Andernfalls kann man den Campus auch wieder schließen.

5. Die Kommunikation des Bayern-Wegs

Allein die Kommunikation ist aber schon ein Problem bei den Bayern. Hoeneß und Rummenigge widersprechen sich nicht nur hin und wieder, sondern lassen auch einen klaren Plan vermissen. Es gibt keinerlei Kommunikation nach außen, wie der Weg des FC Bayern aussehen soll. Dabei wäre es so einfach, der Öffentlichkeit einen Übergang zu verkaufen, der eine Erneuerung von unten herbeiführen soll. Das braucht zwingend Zeit.

Natürlich ist es der Anspruch des FC Bayern, möglichst viele Titel zu gewinnen. Würde man aber endlich klarer formulieren, an welcher Stelle welchen Prozesses sich der Klub befindet, so wäre eine Bewertung der Situation auch deutlich einfacher. Darüber hinaus könnten die Münchner die Erwartungshaltung des Umfelds viel besser steuern. Und auch der eigene Trainer könnte davon enorm profitieren, wenn der Klub seine Vorstellungen auf allen Ebenen konkretisieren würde. Dann hätte dieser nämlich sowohl einen klaren Rahmen für seine Handlungen als auch die Rückendeckung des Klubs in Form einer Philosophie.

Man misst den Erfolg auch oft an den Aussagen. Die Aussagen der Bosse waren in den letzten Monaten aber nicht nur unklar, sondern nicht selten sogar überheblich. Der Höhepunkt war dabei eine Pressekonferenz, bei der eigene Fehler nicht eingestanden wurden. Auf der einen Seite steht der Wunsch nach einer erfolgreichen Zukunft, auf der anderen Seite stehen Verantwortliche, die die dafür notwendigen Schritte nicht gehen. Wo bleibt ein klarer Plan, dem auch Taten folgen, die zu den Zielen passen? Wo bleibt aber vor allem auch ein Plan, wie die Zukunft nach Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß aussehen soll? Auch hier wurde in den letzten Jahren viel geredet und wenig an Lösungen präsentiert.

Fazit: Hört auf zu Klammern!

Im Moment scheint sich der FC Bayern an die Vergangenheit zu klammern. Ein alternder Kader mit einer Hierarchie, die das Leistungsprinzip verhindert, ein Trainer, der mit dieser Situation überfordert ist, weil er sich schwer tut, ein System dafür zu entwickeln, ein Sportdirektor, der sich aus der Öffentlichkeit zunehmend zurückzieht und keine Antworten auf die aktuelle Situation geben kann und Bosse, die das alles mitzuverantworten haben, weil sie entweder keinen Plan haben, ihren Plan nicht umsetzen können oder ihn nicht ausreichend erklären – es fehlt der Glaube, dass diese Situation nicht in einem großen Knall endet.

Es wäre nicht das erste Mal, dass eine große Ära in einer Katastrophe endet. Der direkte Anschluss einer neuen großen Zeit ist auch so gut wie unmöglich. Allerdings ist es die fehlende Entwicklung, die einem Sorgen bereitet. Seit der Saison 2015/16 war absehbar, dass viele Schlüsselspieler ihre letzten Schritte auf ganz hohem Niveau gehen. Mit Süle, Kimmich und ein paar anderen Spielern haben die Bayern auch ein gutes Gespür bewiesen.

Gerade jetzt, wo die Zeit für eine neue Generation gekommen ist, fehlt aber der Mut, den letzten Schritt zu gehen. Der FC Bayern klammert sich an die letzten Jahre und ist nicht bereit, sich davon zu lösen. Bevor das nicht aufhört, wird ein Fortschritt kaum möglich sein.

Miasanrot Patreon

Abonniere unsere Beiträge!

Twitter & Facebook

Folge uns über Social Media

Du willst die aktuellsten und wichtigsten News zum FC Bayern lesen? Folge uns auf Twitter @miasanrot oder like unsere Facebook Seite.

Folgen

Leserkommentare
  1. Toni

    Vielen Dank für den wunderbaren Artikel!

    1. GS

      Schließe mich dem Lob zu 100% an.

      Bleibt nur zu hoffen, dass die kritisierten Personen das Ganze auch lesen und beherzigen … bei Letzterem bin ich allerdings skeptisch :-(
      Ich habe ja längere Zeit gehoft, dass die ganze öffentlich dargestellte Posse um Sportdirektor / Trainer, Spielertransfers usw. nur Potemkinsche Döfer waren, um im Hintergrund ungestört die (von mir vermutete) längerfristige Strategie umsetzen zu können.
      Als dann aber erst Brazzo, dann Kovac geholt wurden, und zuletzt mehr Spieler verkauft als geholt wurden, wurden die Zweifel immer größer. Nach dem guten Saisonauftakt hätte man vermuten können, dass Kovac doch Qualitäten hat, die er mangels Spielermaterial bisher noch nicht zeigen konnte.
      Der Glaube daran ist allerdings inzwischen nahe Null; denn, bei aller berechtigten Kritik an den “alten” Spielern – die haben halt alle schon einige Spitzentrainer gehabt, die für jede Situation ein klares Konzept hatten. Und falls Kovac intern genauso ratlos agiert wie in der Außendarstellung, wäre es kein Wunder, dass sie ihm, vorsichtig ausgedrückt, nicht bedingungslos folgen …

  2. K-Dog 41

    Hi, also erstmal Kompliment, die allermeisten Punkte würde ich so unterschreiben.

    Aber eine Frage an den Autor:
    “Dieser Mut ist dem zukünftigen Trainer des Klubs ebenfalls zu wünschen.”

    Soll das indirekt bedeuten, dass Du Kovacs Amtszeit quasi schon für beendet siehst?

    1. Bei allem, was so nach außen drängt, bin ich nicht guter Dinge, dass er lange bleibt.

      1. Aber zukünftiger Trainer schließt ihn ja mit ein, sollte er bleiben.

      2. TS1970

        sehe es eher nicht so mit der Entlasung, da es eigentlich keine Alternative gibt, von denen man sagen könnte, diese wäre besser.

    2. FR7

      Auch wenn Kovac nach außen hin alles “wegmoderiert”, muss der Druck für ihn enorm sein. Der Branchenmechanismus, dass in einer Krise (die immer noch anhält) das schwächste Glied als erstes ausgetauscht wird, macht auch beim FC Bayern keine Ausnahme. Auch hier ist es in diesem Fall der Trainer der als erstes gehen wird müssen. Die Situation wird noch erheblich kritischer angesichts der Tatsache, dass der Verein einen völlig überforderten und unsouveränen Sportdirektor beschäftigt. Dass Brazzo auf der “legendären” PK auf eine an ihn gerichtete Frage nicht einmal selbst antworten durfte war ein Offenbarungseid. Er schafft es nicht einmal seine eigene Position zu stärken, geschweige denn die des Trainers. Dann kommt erschwerend die Maulwurfsituation hinzu, seitdem James Kovac angeschrien haben soll “Du bist hier nicht in Frankfurt!”. Das ist schlichte Meuterei, ein Geschwür, dass ein Trainer kaum wieder loswird, quasi der Anfang vom Ende. Es gibt eine Menge sichtbare Anzeichen die mir sagen, dass er nicht lange unser Trainer sein wird. Das ist an sich sehr schade, denn ich halte viel von ihm und finde, dass er in dem ganzen Schlamassel bisher noch die beste Figur abgibt. Einzig die Comebacks von Coman und Thiago und ein Raketenstart von Davies könnten ihn durch sportliche Erfolge stützen und seine Position stärken. Ich werde auch das Gefühl nicht los, dass er Ribéry nicht deshalb so häufig spielen lässt, weil er uns sportlich hilft, sondern damit das Maulwurfproblem nicht noch größer wird…Politik. Oder wie man sagen müsste: Kadermanagement. ;-)

      Fakt ist, dass die Mannschaft in jedem Spiel wie auf Kommando nach ca. 10-15 Minuten aufhört gut zu spielen. Das kann kein Zufall sein und kann auch keine taktischen Ursachen haben. Es gibt offensichtlich Spieler auf dem Feld nach einer gewissen Zeit die Handbremse anziehen. Dieser Sache muss man dringend und schnell auf den Grund gehen.

  3. Daniel

    Wieder mal ein klasse Artikel Justin. Nachdem in der letzten Saison Lukas Mai und Batista Meier BL Luft schnuppern durften, hatte ich mir wirklich gewünscht das Kovac den Umbruch einleitet. Leider haben entweder unsere ehemaligen Weltklassespieler wie Boateng, Hummels, Robben und Ribery wirklich zu viel Macht im Verein, oder aber unser Trainer traut sich einfach nicht dauerhaft auf die jungen Spieler zu setzen. Alaba, Müller und Badstuber waren in der Jugend ja auch keine Weltklasse Spieler. Aber van Gaal hat halt konsequent auf die Jungen gesetzt. Im Moment ist das alles nur noch ein Trauerspiel. Ich persönlich sehe in der aktuellen Konstellation von UH, KHR, Brazzo und Kovac leider überhaupt keine Möglichkeit das Ganze wieder positiv zu gestalten. Die letzte Saison mit dem CL Halbfinale gegen Madrid und dem Pokalfinale haben unsere Oberen leider zu sehr geblendet. Ich hätte mir Hasenhüttl anstatt Kovac gewünscht, aber der war zu dem Zeitpunkt ja leider nicht verfügbar. Und Justin, du sprichst auch vollkommen richtig das fehlende Konzept an. Warum nicht auch mal wie der BVB auf junge Spieler setzen und ein Rebuild ausrufen? Junge hungrige Spieler, die nicht Ihre 7 Meisterschaft am Stück feiern und zig Mal in Folge im Halbfinale der CL ausgeschieden sind. Und bitte holt wieder fachliche Kompetenz in den Verein. Olli Kahn wäre mein persönliches Highlight. So sehr ich Brazzo als Spieler mochte und ich mir seine Interviews schönrede. Gerade in dieser Situation zeigt sich das er eine Fehlbesetzung ist. Oder Bastian Schweinsteiger nach seinem Karriereende wenn er Zeit hatte sich zu sammeln. Ich hoffe mittlerweile als treuer Bayernfan das die Ergebnisse der beiden nächsten Spiele so ausfallen, das es Konsequenzen im Trainerstab und auf der SpoDi Position gibt. Und z.B. Hasenhüttl direkt den Auftrag bekommt auf die Jugend zu setzen.

    1. Tschemp

      Du prangerst fehlendes Konzept an und fordert gleichzeitig Hasenhüttl? Den wohl unpassendsten Trainertypen überhaupt für eine Favoriten-Mannschaft? Sein Pressing-Umschaltball würde bei uns doch nie funktionieren, so passiv wie die Gegner hinten drin stehen. Man holt sich ja auch kein Cabrio, wenn es immer regnet.

      1. wipf1953

        Genau der Hasenhüttl-Fußball ist aber das, worauf unser Verein hinarbeitet.

      2. Tschemp

        Wenn man es schafft, dass man die Gegner wieder zu mehr aktivem Fussball bewegen kann, muss das nicht mal falsch sein.

        Dafür spräche auf jeden Fall, dass es viel mehr Trainer gibt, die das trainieren lassen können. Für Ballbesitz-Positionsfussball gibt es leider keine 30 Guardiolas, die das auf höchstem Niveau umsetzen können.
        Auch auf dem Transfermarkt würde man sich dann leichter tun. Schnelle Umschaltspieler sind leichter und billiger zu finden, als die selteneren Pep-Spieler. So einen Thiago z.B. ersetzt und findt man nicht so einfach.

      3. Daniel

        Mir geht es primär um den Umbruch. Welcher Trainer würde sich dieses Elend denn aktuell sonst antun. Hasenhüttl konnte offensichtlich sehr gut mit jungen Spielern umgehen und diese entwickeln. Kovac lässt bei Bayern ja auch nicht mehr den Fussball spielen wie bei Frankfurt. Von daher traue ich das auch anderen Trainern zu.

  4. Marlene Dietrich

    Dem Beitrag möchte ich zustimmen.
    Wie wehmütig weine ich den Jahren 2013-2016 nach, als die handelnden Akteure Guardiola, Sammer und Reschke hießen.

    1. TS1970

      *daumenhoch*

  5. Beobachter

    Danke, Danke, Danke! Alle Punkte sehe ich auch so. Zu Punkt 1 vielleicht noch: seit Ancelotti und Kovac will die Vereinsführung ja offensichtlich einen anderen Fußball haben. Das einmal zu artikulieren wäre super. Gerade die Frage der Kommunikation ist seit Jahren ein Ärgernis – und das auf sehr unterschiedlichen Ebenen.

    1. Tschemp

      Sie können die Wahrheit vielleicht nicht sagen, falls Magath mit der “Mit Absicht eine Pause in der Entwicklung machen” Theorie Recht hat.

      Wer will schon hören, dass die Dauererfolge mittlerweile kontraproduktiv wurden?

      Es gibt Zuschauerrückgang auf allen Ebenen, Lücken im Stadion, kaum noch Leute beim öffentlichen Training, Merchandising Umsätze sinken, Wendepunkt beim Social Media Wachstum ist da. Überall ist der Peak überschritten und die Zahlen bzw. das Wachstum gehen zurück.

      Selbst hier bei Miasanrot hat man doch sicher gemerkt, wie wichtig es ist, dass es etwas zu berichten gibt.

      Jahrelang war die ganze Saison nun bis auf 4 Wochen im Frühjahr fast schon obsolet. Immer dasselbe, Überlegenheit und Kantersiege in Serie, keine Dramen oder generell Stories. Man hat den FC Bayern emotional entladen.

      Der FC Bayern als Player in der Unterhaltungsbranche ist uninteressanter geworden. Um da wieder Fahrt aufzunehmen, ist es eventuell notwendig, den FC Bayern als Player in der Fussballbranche mal eine Pause zu geben.

      Es gibt endlich wieder Emotionen, Drama, Stories. Es gibt etwas zu berichten. Und es gibt etwas zu gewinnen, das ganze Jahr über, nicht nur 4 Wochen im Frühling.

      1. Beobachter

        Also ist Downsizing die Antwort? Der Verein schrumpft – in der Leistungsfähigkeit seiner Mannschaft, seinen Ambitionen, seinem Umfeld – damit mehr Spannung herrscht? Klingt nach Selbstmord aus Angst vor dem Tod. Das die Leistungsdiskrepanz in Dtl. problematisch ist, ist klar, aber die eigene Entwicklung unterbrechen? Wer sagt, dass man dann einfach weitermachen kann? Ich hätte mir gewünscht, dass einerseits Bayern seinen Weg weitergeht – immer die europäische Spitze im Blick. Andererseits hätte man (also nicht Bayern alleine, sondern die Liga etc.) aber gerade die finanziellen Strukturen in Dtl. modifizieren können (Verteilung Fernsehgelder etc.) und zugleich die Attraktivität der Liga steigern (funktioniert freilich nur, wenn die anderen Klubs was draus machen, was sehr fraglich scheint).

        Letztlich kann man den letzten Absatz genau andersherum sehen:
        “Es gibt endlich wieder Emotionen, Drama, Stories. Es gibt etwas zu berichten. Aber es gibt auch viel zu verlieren, das ganze Jahr über, nicht nur 4 Wochen im Frühling.”

        Insgesamt kann ich mir das nicht gut vorstellen und selbst wenn: was hindert sie daran, einfach eine oder zwei Übergangssaisons auszurufen? Und dann zu erklären: zukünftig streben wir eine Mannschaft X und Spielweise Y an. Dazu benötigen wir folgende Schritte und diese Zeit. Klar legt man nicht alles offen, aber so ähnlich

  6. TS1970

    Danke für den Kommentar Justin. Sehr gut gemacht. Stimme dir da bei. *daumenhoch*

  7. Grullit

    hey wenn ich den artikel von oben nach unten lese steht oben schon die antwort auf alle wuensche:
    L van Gaal und P Lahm… beide koennten… und an der richtigen stelle wollen

  8. Grullit

    …mit den 2en waere binnen 5 jahren ein CL sieg moeglich

  9. Mehmet68

    Mein Weihnachtswunsch:
    Uli geht in die wohlverdiente – und überfällige – Rente, KHR bleibt noch 2-3 Jahre, um Lahm, Eberl o. ä. aufzubauen.

    Dann im Sommer Robbery plus zwei andere Oldies (Boateng, Müller, Martinez, Hummels?) raus, viel junges Blut rein.

    Dass es dazu nicht kommen wird, ist mir schon bewusst. Ich hoffe nur, dass es auf der JHV ein klares Zeichen der Mitglieder geben wird!

  10. Anton

    Der Artikel ist sehr gut und beschreibt die Probleme, die ja auch offensichtlich sind.
    Es fehlt eigentlich nur ein einziger Aspekt als Möglichkeit und den hat Tschemp angesprochen.
    Was ist, wenn da wirklich ein Plan dahintersteckt.
    Ein Beispiel für die langsam mimmer mehr nachlassende Spannung war doch in den letzten Jahren zumindest bei einem “Highlight” deutlich sichtbar. Nach dem Pleitejahr 2012 war natürlich 2013 auf dem Marienplatz die Hölle los. Klar, mehr geht halt nicht, aber es war dann doch sichtbar, dass es von Jahr zu Jahr weniger wurde. Eine Meisterschaft, die zur Selbstvertändlichkeit geworden ist, ist eben irgendwann auch nicht mehr das große Highlight.
    Und vielleicht nimmt man wirklich eine solche Saison, wie diese in Kauf, um dann dn wirklichen Umbruch zu starten und die Gier wieder zu wecken.
    Nicht umsonst hören ja viele Sportler in Einzelsportarten irgendwann auf und sagen, ich habe alles erreicht und habe Probleme, mich noch zu motivieren.
    Mal völlig überspitzt gesagt, womit willst du einen Thomas Müller denn anstacheln – Meisterschaft? Hat er schon 7. Pokal? hat er schon 4. CL? hat er schon. WM? hat er schon. Nicht das ich Müller irgendetwas unterstellen will. Und er ist ja auch nicht der Einzige. Womit willst du denn die Erfolgstruppe noch anstacheln – die haben doch schon alles gewonnen.
    Und wenn die jetzt zum 7.Mal Meister werden, reißt das auch keinen mehr aus dem Sitz.
    Und nach einem Jahr Kritik, Häme und keinem Titel brauchst du keinen mehr anzustacheln. Dann sind die von selbst wieder motiviert. Die Jungen sowieso und die Älteren auch, denn so will ja auch keiner abtreten.

    Wäre ne Möglichkeit. Ob es so ist oder doch eher die Planlosigkeit herrscht – wir müssen uns leider Gottes überraschen lassen.

    1. K-Dog 41

      Wenn an dieser – wie ich finde – sehr gewagten Magath-Theorie wirklich etwas dran sein sollte, wie erklärst Du dir dann diese traurige Pressekonferenz und die dort zur Schau gestellte Dünnhäutigkeit von UH und KHR?

      1. Tschemp

        Die PK passt doch wunderbar rein. Einerseits diente sie dem “Drama-Faktor” – es gab in den letzten Jahren immer wenige emotionale Themen rund um den FCB. Nach der PK war der Verein DAS Thema im Land, vorne auf jeder Zeitung und Inhalt jeden Pausengesprächs in den Kantinen. Besser schlechte PR als gar keine, sagte Hoeneß einmal. Jeder muss eine Meinung zu Bayern haben, und wenn man die Leute dazu bringen muss.

        Andererseits wurden die kleinlich kritisierenden Medien eingenordet. Möglicher Hintergedanke: Sie(die Medien) könnten ruhig etwas mehr Dankbarkeit dafür zeigen, dass sich Bayern eine Schaffenspause nimmt und den nationalen Wettbewerb aus dem 5 Jahre Winterschlaf geholt hat. Die Bundesliga war so gut wie tot, und nur ein schwächelnder FC Bayern konnte daran etwas ändern.

    2. Mehmet68

      Was habt Ihr denn geraucht?

      Ein großer Sportverein, der sich absichtlich in die Krise manövriert, um Spannung zu erzeugen? Ja ne, ist klar.

      Aber wenn es Euch hilft, die Planlosigkeit und Rückwärtsorientierung besser zu verdauen – raucht weiter. :-))

      1. Anton

        Wir rauchen doch nichts, aber das wäre zumindest eine Möglichkeit.
        Entweder es herrscht – so wie es ja im Moment aussieht – Planlosigkeit! Oder da steckt etwas dqahinter, was wir noch nicht durchschauen.

        Mich macht diese eine Aussage von Hoeneß ein wenig stutzig: Wir müssen den Umbruch angehen und wenn wir dabei einmal keinen Titel holen, dann ist das eben so.

        Irgendwann werden wir wissen, was los ist. Ändern können WIR es sowieso nicht.

      2. Tschemp

        Die Rückwärtsorientierung würde schon mal für die Re-Emotionalisierungsbemühungen sprechen.

        An der augenscheinlichen Planlosigkeit scheiden sich dann die Geister. Die Bosse sind vieles, aber sicherlich nicht dumm. Sonst wäre der FC Bayern gar nicht da, wo er heute steht.

        Dass Kovac noch nie einen dominante Favoriten mit Erfolg trainierte, wird klar gewesen sein. Auch dass Brazzo alles andere als ein idealer Sportdirektor ist, wird klar gewesen sein. Warum wurde er also ausgewählt? Ist er vielleicht eine nützliche Übergangs-Marionette, ein Opfer für die Schaffenspause? Jemand, den man leicht für den neuen, dann wirklich starken Mann stürzen kann? Oder nimm den Kader: jeder einzelne Fan wusste vorher, dass man mit so einem kleinen Kader Probleme bekommt. Dass Robben und Ribery in den letzten Karrierezügen liegen. Dass die Weltmeister in einer Sinnkrise stecken. Dass man mit Rafinha als doppeltem Backup zu viel Risiko geht. Wieso nimmt man 80 Mio. Transfergelder ein und gibt nicht einen Cent davon sofort wieder aus?

        Es ist zumindest möglich, dass all dies ein bewusstes Innehalten ist.
        Es ist ja nur eine Möglichkeit, die Magath da aufzeigt. Wissen tun es nur die Bosse selbst.

        Ich würde jedenfalls nichts ausschließen, zumal es so viele Vorteile gibt, (siehe oben) die mit dem Nachteil des kurzfristigen sportlichen Misserfolges einhergehen.

      3. Anton

        Und es kann ja eigentlich auch nicht sein, dass die Fans, die Medien, die Experten alle wissen, wo es im Argen liegt und nur die Vereinsführung bekommt nichts davon mit.
        Es ist ja auch nicht so, dass im Bereich Sport da nur Blinde rumlaufen – egal ob das ein Gerland oder ein Herrmann ist. Die sind doch nicht plötzlich alle blind geworden.

      4. Herrispezial

        Ich fürchte die Planlosigkeit ist Misswirtschaft auf finanzieller Ebene. Wir geben ja schon seit Jahren relativ wenig Geld für Transfers aus. Wenn kommenden Sommer nicht mind. 150 Mios ausgegeben werden, dann bleibt keine andere Erklärung. Bei den Einnahmen und gesparten Ausgaben bei steigenden Fernsehgeldern aus BL und CL ist schon die Frage, warum wir nicht in jedem Sommer mind. 80 Mios ausgeben.

      5. Systemrelevant

        Wie heißt es so schön? Nehmt nicht an, dass es sich um Absicht handelt wenn es mit Dummheit viel einfacher erklärt wäre. :-)

        Ich unterstelle den Verantwortlichen keine Dummheit, absolut nicht. Aber vielleicht haben sie ebenfalls einfach nur den Zenit ihrer Leistungsfähigkeit überschritten. Ihre Werte prägten den Verein über Jahrzehnte und sind ein Markenzeichen. Heute ist es aber unter Umständen an der Zeit den Stab weiterzureichen, was aber nicht bedeutet diese Werte aufzugeben sondern sie mit Innovation zu verbinden. Lahm wäre dafür wohl der am besten Geeignete gewesen, aber das ist Schnee von gestern.

  11. wipf1953

    Bei zwei Punkten bist Du IMHO etwas zu kritisch, bzw. zu unkritisch, Justin:

    1. Kaderpolitik (= zu kritisch)

    Der Kader hat ohne jeden Zweifel eine ungute Altersstruktur. Die absolut meisten Spieler sind schon 29, 30 Jahre alt. Die 33, 34 bzw. 35jährigen (Rahinha, Robben, Ribery) sind zahlenmäßig ebenso viele wie die “Mittzwanziger”, die jetzt am Höhepunkt ihrer Karriere stehen sollten (Alaba, Thiago, James). Also: Der insgesamt eher kleine Kader könnte ein paar mehr Spieler im Alter von 24 – 26 Jahren vertragen. Aber als Costa (heute auch schon 28), Kroos (sogar heute, nach vier CL-Siegen, immer noch erst 28) bzw. Götze (26) verkauft wurden, hat man keinen adäquaten, idealer Weise zwei, drei Jahre jüngeren Ersatz geholt (statt Costa kam niemand, statt Kroos kam (und ging) irgendwann Rudy und auch für Götze fehlt mir das Pendent).

    Jetzt kann man natürlich sagen, Bayern hat alles falsch gemacht. Aber: Die heute 29, 30jährigen hat man auch deshalb im Verein gehalten, weil man ihnen enorme Gehälter bezahlt. Und groß “einkaufen” wollte man die letzten Jahre aufgrund der Ablösen nicht. Statt dessen setzte man auf Talente (und zahlte für eines, Sanches, etwa das an Ablöse was ein gestandener Mitt-Zwanziger vielleicht auch gekostet hätte).

    Die Transferpolitik war sicher nicht optimal, sie war eindeutig schlechter als in der Zeit von 2007 bis 2013, 2014, aber sie war IMHO auch durch die wirtschaftlichen Gegebenheiten bedingt.

    Bayern wird daraus lernen. Eventuell ist man künftig bereit, für einen de Bruyne 70 Mio. Ablöse zu bezahlen und sich die 41 für Tolisso und die 35 + x für Sanches zu verkneifen.

    2. Youngsters (= zu unkritisch)

    Ich denke nicht, dass ein 17 jähriger U19 Spieler wie OBM schon reif ist für die Bundesliga. Auch ein 18jähriger Franck Evina ist das wohl noch nicht. Und bei den anderen muss man klar sehen, dass diese Nachwuchsspieler nicht nur die etablierten Leistungsträger verdrängen müssten, die gerade auf dem Platz stehen, sondern auch noch den jeweiligen Jungstar, den Bayern auf dessen Position als Versprechen auf die Zukunft geholt hat. So hat ein Adrian Fein zwar einen Profivertrag bekommen. Er stand bzw. steht aber nicht nur in Konkurrenz zu Spielern wie Vidal (jetzt verkauft), Tolisso (jetzt verletzt) und Goretzka. Nein, exakt auf seiner Position hat Bayern vor zwei Jahren mal grad so eben auch noch einen Sanches verpflichtet.

    Wenn man dann auch noch sieht, dass es da drei, vier, fünf Spieler gibt, die aufgrund vergangener Leistungen auch heute immer spielen wollen, ist die Antwort glaube ich klar: In einer Mannschaft, in der die etablierten deutschen Nationalspieler und zwei 35jährige die Macht haben, den Verein zum Trainerwechsel zu veranlassen, haben Jugendspieler keine Chance.

    1. Anton

      Schau dich doch mal ganz vorsichtig in anderen Vereinen nicht nur in der Bundesliga um. Da gibt es Spieler wie Breece, Oxford, Gomez, die mit knapp 17 PL spielen, ein Sancho spielt mit 18 englische Nationalmannschaft, ein Goretzka hat mit 23 schon fünf Jahre Bundesliga gespielt, Max Meyer, Thilo Kehrer, Brandt, Henrichs, Haverts, Tah, Weigl, Ginter -alles Spieler, die schon mit 18 in der Bundesliga spielten. Von Spielern wie Arkanij ,Zagadou, oder gar Dembele und Mbappe reden wir gar nicht.
      Nur beim FCB klappt das nicht. Auch all die aufgezählten hatten in ihren Vereinen entsprechende etablierte Konkurrenz bis hin zu Nationalspielern. Ein Kehrer hat es zum Beispiel geschafft einen Hoewedes zu verdrängen, Das wäre ihm mit Sicherheit nicht gelungen, wenn er immer nur in der 2. Mannschaft gespielt hätte.

      Wäre es damals nach einem Klinsmann gegangen, dann wäre der FCB nicht nur einen Hummels, sondern auch einen Alaba und einen Müller losgeworden.
      Es verlangt ja auch keiner, dass diese Jungprofis sofort die erste Geige spielen.
      In der Vorbereitung gegen den HSV hat man zumindest gesehen, dass da etwas klappt. Warum dann das, was gegen einen Zweitligisten funktioniert, nicht einmal gegen einen Regionalligisten zumindest zeitweise ausprobiert wird, weiß nur die Führung.

      1. Systemrelevant

        Man denke allein nur an die Altersstruktur zwischen 2012 und 2013, die ja offensichtlich die erfolgreichste Mannschaft dieses Jahrzehnts war mit 2 CL Finals in Folge inkl. Triple.

        Neuer, Boa, Alaba, Martinez, Kroos und Müller waren allesamt unter bzw. 25. Lahm, Schweinsteiger, Ribery und Robben waren nur unwesentlich älterund mindestens 2 Jahre von den 30 entfernt.

        Ist also auch nur ein Gerücht, dass man mit jungen Spielern nichts gewinnen kann. Wenn du den jungen Spielern aber nicht vertraust, sie nicht spielen lässt bzw. nur in der 2. Mannschaft, können sie aber auch nichts gewinnen.

  12. Bernhard B.

    @Anton:
    Es sind zwei Seiten einer Medaille,
    die eine Planlosigkeit und die andere UH steckt dahinter!
    Aber zu Justin, eins hast völlig vergessen. Der FCB hat mit dieser Ära sich als “Global-Player” etabliert. Hat sich weltweit als dritte Kraft gemausert. Und da beißt sich die Katze in den Schwanz. Neuaufbau können sich UH + KHR nicht leisten. Warum sollen sich Fans in Asien oder Amerika kaufen wenn der FCB nur noch zweite Geige spielt?…Dieses Problem ist gegenwärtig nicht zu lösen.

    1. Anton

      Wo ist denn das Problem. Nimm dir doch das Paradebeispiel – ManU!
      Was reißen die in den letzten Jahren -PL eher durchwachsen, CL eher gar nichts bis blamabel..
      Und was hat es bewirkt? Wer ist in Ranking der Vereine, wenn es um Umsatz, Marketing und Merchandising geht immer noch die unangefochtene Nr. 1 in Europa -ManU!!
      Da haben die letzten etwas magereren Jahre offensichtlich überhaupt nichts daran geändert.
      Wenn du dich da oben erst mal etabliert hast, dann ändert da ein schwächeres Jahr auch nichts dran.

  13. Osrig

    Philipp Lahm hatte doch erst vor kurzem erneut darauf hingewiesen, dass ihm seiner Meinung nach die klare spielerische Linie fehlt, die sich von den Jugendmannschaften über die Amateure bis zu den Profis durchzieht!
    Und das selbst nach Pep und van Gaal!!
    Es weist aber eben auch darauf hin, dass zur Strategiefrage eben auch – und in aller erster Linie – die Systemfrage gehört, nach der unsere Profis und letztlich die ganze Fussballabteilung ausgerichtet werden soll.

    Und hier zeigt sich, dass unsere Führung in dieser Hinsicht nicht die geringste Vorstellung hat, ausser Nach Namen und Zeitgeist einzukaufen. Kovac ist auch wegen seines Stallgeruchs auf seinen Posten gekommen, vor allem aber – so vermute ich – weil er ein Vertreter jener “Jungen Wilden” an der Seitenlinie ist, jene jungen Trainer, die seit einigen Spielzeiten für Aufsehen gesorgt haben. Strategie und Taktik waren in der Entscheidung nicht ausschlaggebend!

    Leider zeigt sich jetzt, dass taktische Aspekte – so etwas Nebensächliches wie eine Spielidee – doch von entscheidender Bedeutung werden, und daher ein Trainer wie Kovac an seine Grenzen kommt.
    Ich bin überzeugt, selbst wenn die Rahmenbedingungen optimal wären, würde Kovac nicht in der Lage sein, die taktischen Defizite so lösen zu können, um Lösungen für ein erfolgreiches Spiel in den gegnerischen Strafraum anbieten zu können.
    Jemand der vom “Juego de Posicion” nur wenig Wissen hat, kann es nicht vermitteln! Und er ist auch nicht in der Lage, Spieler besser zu machen! Schon gar nicht Spieler, die bereits alles gewonnen haben, die in dieser Hinsicht schon über ein enormes Vorwissen verfügen.
    Kovac kann es also nicht schaffen! Daher bleibt nur ein Wechsel auf der Trainerposition zu einem ballbesitzerfahrenen Mann!

    Oder aber es muss der Austausch aller Spieler erfolgen, die primär auf Dominanzfussball geschult wurden; und es müssen Spieler integriert werden, die für das schnelle vertikale Spiel besonders geeignet sind!

    Das hieße aber, systembedingt einen Schritt hin zugehen zu einer Spielidee, die selbst in Kombination mit frühem Pressing keine Lösungen gegen kompakte Abwehrreihen anbietet, sondern letztlich auf Überrumpelung setzt, wenn der Gegner selbst das Spiel zu machen versucht. Ein System, dass im Grunde genommen ein “Loser-System” darstellt, dass all jene Mannschaften spielen, die selbst nicht in der Lage sind, das Spiel zu bestimmen und eine gut organisierte Defensive in Unordnung zu spielen! Mit einem solchen System ist Mittelmaß vorprogrammiert, nicht aber der Weg an die europäische Spitze!

    Das auch im Außen Vieles im Argen liegt, keine klaren Strukturen bestehen, Vorsicht und Unsicherheit bei den Entscheidungsträgern bestehen und vielfach der Mut fehlt, junge Spieler zu integrieren und neue Funktionsträger zu installieren, ist ohne jeden Zweifel ein Problem, welches einer Lösung harrt.
    Allerdings werden sich dadurch die sportlichen Probleme nicht lösen, weil die taktischen Defizite unverändert bestehen bleiben!
    Hier gilt es meiner Meinung nach anzusetzen, und wenn die Systemfrage geklärt ist einschliesslich eines passenden Trainers, dann wird sich auch der portliche Erfolg wieder einstellen. Dann gilt es, die Problem im Außen anzugehen, um die Nachhaltigkeit dieses Erfolges auch zu gewährleisten und sich auf Dauer unter den Top-Vier in Europa zu etablieren!

    Denn das ist nur möglich, wenn sowohl das gespielte System eine “Siegersystem” ist und die Rahmenbedingungen soweit wie möglich optimiert sind!
    Im Moment entfernen wir uns in beiden Bereichen immer mehr vom Optimum!

    1. pepismo

      kahn als sportdirektor und zidane als trainer wären mein roter traum…

      1. Raptor

        Zidane gäbe einen Albtraum mit bösem Erwachen!

    2. T.W.

      @ OSRIG: […] Spielidee, die selbst […] letztlich auf Überrumpelung setzt […] im Grunde genommen ein “Loser-System” […] Mittelmaß vorprogrammiert, nicht aber der Weg an die europäische Spitze! […]
      Hm… Atlético oder Juve als mehrmalige CL-Finalisten der letzten Jahre nicht zur “europäischen Spitze” zu zählen, wäre wohl ziemlich vermessen (Klopps Liverpool gesellte sich vergangene Saison hinzu) – und das ohne markante Ballbesitzdominanz Guardiola’scher Prägung. Auch ManCity muss auf internationaler Bühne erst noch nachweisen, dass es CL-Trophäen gegen “Loser-Systeme” einheimsen kann, gegen die zuletzt auch Barcelona und der FC Bayern das Nachsehen hatten (die DFB-Elf sowie Spanien bei der EM/WM ebenfalls). Selbst der jüngste CL-Seriensieger Real Madrid mit reichlich Filigrantechnikern pflegt eher einen Hybrid aus phasenweiser Ballbesitzdominanz sowie taktischem Rückzug für anschließende “Überrumpelungs”konter aus einer möglichst stabilen Defensive heraus. Heynckes triumphierte 2013 mit den Bayern auf ähnliche Weise (gerade gegen Barcelona, wenngleich Messi angeschlagen war).

      Zur aktuellen Innen- und Außendarstellung des Vereins: Mein Eindruck ist, dass Hoeneß nach der Haftzeit noch immer nicht im Reinen mit sich und dem Fortgang der Zeit im und außerhalb des Vereins ist. Was er zurecht niemand anderem der Vereinsangestellten zugesteht – sich über den Verein zu stellen – maßt er sich selbst an, indem er nach kurzer öffentlicher Schamfrist spätestens mit der Wiederwahl zum Präsidenten (“Ich will dem Verein dienen.”) seine persönlichen Befindlichkeiten / Eitelkeiten zum Hauptmaßstab für das Wohl des FC Bayern erhob, damit den Klub als nestwärmende Seelentherapieanstalt für sich und ganz nach seinem Gusto umfunktioniert / missbraucht (nun quasi: “Der Verein hat mir zu dienen.”). Damit einhergehend Amigo- und Vetternwirtschaft nach unseliger CSU-Manier (der Bruder als Spielerberater, dessen Sohn als Campus-Trainer die Kaderzusammenstellung dem Vernehmen nach auch nach familiären Wirtschaftsinteressen vornimmt – einige Jungtalente verlassen entsprechend frustriert den Verein).
      Die Beschwörung der “FC Bayern-Familie” scheint inzwischen vor allem der Absicherung (s)einer Hausmacht zu dienen (die der resigniert-kraftlos wirkende Vorstandsvorsitzende Rummenigge anscheinend komplett verloren hat): ergebene Hoeneß-Jubelperser bei der Jahreshauptversammlung hier, Funktionärsverpflichtungen nach “Stallgeruch” und Hörigkeit statt Kompetenz da, Privilegien für bestimmte Spieler dort. Was letztere offenbar ermutigt, wiederum ihre eigenen Befindlichkeiten über die Autorität ihres vorgesetzten Übungsleiters zu stellen. Das könnte dann auch zum Bumerang werden für Hoeneß und seinen typisch affekt-bauchgesteuerten “Bis aufs Blut”-Schwur für den Trainer. Wäre freilich nicht überraschend, wenn der Patriarch – nonchalant im Widerspruch zu seiner Krawallrhetorik – mal eben abschwört und mal wieder pragmatisch die Taten den Sachzwängen anpasst (siehe auch: “Wir machen den Transfersummenwahnsinn nicht mit” vs “Wir sammeln ein bisschen Geld ein fürs nächste Jahr…” – wobei etwa der schwarzgelbe “Ligaleuchtturm Zwo” aus dem Ruhrpott zumindest für den Moment vormacht, wie man sich auch mit relativ schmalem Geld pro Spielereinkauf, mit wachem Scouting, Mut zur Jugend und geeignetem Trainer effektiv verstärken kann).

      Für Außenstehende derzeit schwer ersichtlich, wie aus solch fragwürdigen Verflechtungen, kleingeistig-rückwärtsgewandten “Visionen”, unsouveränem Verlautbarungs”management” und gleichzeitig unverdrossener Selbstgefälligkeit in der Klub-Teppichetage eine sportlich längerfristig erfolgversprechende Konkurrenzfähigkeit auf europäischem Top-Niveau erhalten und ausgebaut werden soll. Auch das Gros der Mannschaft auf dem Platz scheint akuten Klärungsbedarf nach der Perspektive zu haben, wohin die der Verein steuert – vielleicht kommt auch aus dieser Verunsicherung und dem Frust darüber eine allenfalls “Dienst nach Vorschrift”-Mentalität (bzw. noch weniger).

      1. Mehmet68

        Leider, leider sehe ich das so schwarz, wie Du!

      2. Osrig

        Genau das ist der wichtige Punkt bei der Aufzählung: Die Topmannschaften spielen nicht stur ein System, sondern sind variabel. Sie spielen ein “Hybrid-System”, wie Du ganz richtig bemerkst, T.W. Bei den meisten Mannschaften steht Dominanz- und Ballbesitz durchaus mit auf dem Zettel, Juve kann meines Erachtens durchaus auch prima den Ball laufen lassen, nicht nur steil spielen. Andere Mannschaften wie Liverpool müssen die Nachhaltigkeit ihres Systemhybrids ohne größeren Dominanzanteil noch unter Beweis stellen.
        Atletico ist für mich tatsächlich ein Rätsel, eine Ausnahme, die ich auch mit ihrem Ausname-Trainer im Zusammenhang sehe. Auf die Simeone-Strategie als Erfolgsrezept für unseren FCB zu bauen, halte ich für falsch!
        Und unser Trainer, der es weder versteht, im Rahmen des Ballbesitzsystems Lösungen zu entwickeln, noch bislang in der Lage war, die Probleme im Offensivpressing wirklich zu mildern, dürfte meiner Ansicht nach schwerlich in der Lage sein, einen passenden “Hybrid” für uns zu entwickeln.

        Aber mal sehen! Es geht mir um das System und nicht um die Person Kovac. Es geht mir um – reichlich subjektiv – schönen Fussball! Vielleicht gibt es ja jetzt gegen Athen den “Brustlöser” und Kovac zeigt plötzlich all seine taktische Finesse!

      3. Holdor

        Dem ist nichts hinzuzufügen. Danke!

      4. Rainer

        @OSRIG..“Es geht mir um – reichlich subjektiv – schönen Fussball!“ genau um das geht es. An der Freude am Zusehen. Schnelle Ballstafetten, tolle Abschlüsse, Kombinationsspiel und gute Raumaufteilung. Gepaart mit einem passenden Pressingsystem und Spielern, die eins gg. eins Situationen offensiv und auch defensiv gewinnen können. Dazu passend eine gewisse Variabilität (du würdest Hybridsystem schreiben) um in KO Spielen auch mal dem Gegner den Ball zu überlassen und dann schnell, vertikal zu kontern. Aber all das steht und fällt mit der Lehrfähigkeit des Trainers.
        Und es geht nicht darum ein System zu übernehmen, das es in der BL zulässt, das der Gegner hohen Ballbesitz hat und wir uns am eigenen 16er positionieren und versuchen zu kontern oder hohe Bälle auf Lewa zu spielen, der dann alleine gg. zwei Innenverteidiger spielt.
        Diese Spielweise kommt einzig den sogenannten „Busparkenden“ Mannschaften zugute, die jedes Unentschieden gg. uns feiern. M.M.n. ein System der Mittelmäßigkeit, das bei schwächeren Mannschaften evt. Erfolg verspricht oder in KO Runden der CL oder WM durchaus seine Berechtigung finden kann.(Otto Rehagel mit Griechenland z.B.)

      5. Holdor

        Das “Danke” galt T.W.!!!

        @Osrig: Atletico spielt das Defensiv-System nahezu in Perfektion – gemessen an einem langen Zeitraum, in dem sie sehr erfolgreich sind. Und nein, das ist nicht das System, das ich persönlich sehen möchte, weil mir zu wenig Tore fallen und eine offensivere Mannschaft erleben möchte. Anderseits fand ich es aber immer faszinierend zu sehen, wie sich auf dem Papier “bessere” Mannschaften wie Real oder Barca an Simeones Mannschaft die Zähne ausbissen. Selbst wenn Atletico mal einen Mann weniger auf dem Platz hatte. Was man auch sehen muss: So viele nationale Titel hat Atletico mit der Spielweise nun auch wieder nicht gewonnen, aber für das internationale Geschäft scheint es fast immer zu reichen, um die anderen zu zermürben (so wie Inter oder Chelsea gegen den FCB im Finale). Als CL-Sieger sind sie dennoch nie vom Platz gegangen.

        Die Frage bleibt: Was hilft gegen solche Mannschaften? Tore aus der zweiten Reihe (Freistöße)? Flügelzange? Denn man muss letzten Endes das erste Tor machen, um solche Mannschaften zur Spielverlagerung nach vorne zu zwingen …

  14. Anton

    Mal wieder etwas ketzerisches! Was war das Wichtigste in der Pressekonferenz für das Spiel morgen?
    Robben kann nicht spielen!

  15. Schwarzenbeck

    Da hat uns dieser Bernat doch letztes Jahr fast die CL gekostet und jetzt rettet er dem Tuchel CL-technisch den Allerwertesten. Was erlaube Fußball?!

    1. GÜNO

      Freu mich sehr für Juan und hoffe doch, dass jede gute Leistung bei PSG wie ein kleiner Stich ins Herz von UH ist.

    2. wohlfarth

      Seine beste Saison hatte Bernat bei uns, als es in der Mannschaft lief, alle unsere Heroen auf dem Höhepunkt des Schaffens waren. Da hätte jeder von uns mitspielen können. Und ich glaube, auch bei uns war es ihm nicht verboten Tore zu schießen oder Vorlagen zu geben. Hat er aber nicht gemacht. Ich weiß das, ich hatte ihn lange bei comunio.
      Lass ihn bei Freiburg oder Stuttgart Linksverteidiger spielen, er würde entweder gar nicht oder negativ auffallen.
      Als Typ mag ich ihn, als Fußballer hilft er uns nicht weiter. Als Backup hätte ich ihn aber behalten.

  16. GS

    Nachdem ich mich weiter oben schon mal lobend über den Artikel und kritisch über die Vereinsoberen geäußert habe, möchte ich hier nochmal als Kontrapunkt eine positiv gedachte (steile) These loswerden: heute Abend gelingt der Mannschaft – ohne die spielerischen Defizite beseitigt zu haben – ein klarer Sieg; Renato Sanches macht zwei Tore, Thomas Müller und Robert Lewandowski je eines, am Samstag gelingt gegen die noch nicht gefestigten Dortmunder ein Auswärtsseig mit zwei schönen Kontertoren … was machen wir dann hier alle miteinander?
    Schwenkt dann die Mehrzahl doch wieder zu einer positiven Meinung? Sprich, sind wir nicht doch viel stärker ergebnis-getrieben als kühl-analytisch in unserer Einschätzung der spielerischen Leistung des FC Bayern?
    Ich bin bzw. wäre (denn so ganz glaube ich an diese These nicht) gespannt !

    1. pepismo

      eigentlich müsste man leider auf einen hohen dortmunder sieg hoffen (analog zu barca und real), damit kovac endlich rausfliegt und brazzo am besten gleich mit…

      1. Marlene Dietrich

        Und dann am besten noch Kalle und Uli.
        Mei, wär das schön.

      2. Herrispezial

        Wenn es so kommt, werden die grundlegenden Probleme ja nicht gelöst, sondern nur übertüncht.

        Kovac wurde von mir ja auch während der letzten Siegesserie kritisiert, weil die spielerische Leistung und auch das Defensivverhalten insgesamt schwach waren.

  17. Marco05

    Ich kann mit dem ganzen Thema „Spielphilosophie die sich von der Jugend bis in den Profi-Bereich durchzieht“ überhaupt nix anfangen. Zumal glaube ich, dass das ein Mythos ist und kein Verein lebt danach.
    Als Paradebeispiel wird immer Barcelona aufgeführt, mit La Masia, Ticki-Tacka von der G-Jugend bis zu den Weltstars. Wo ist das eigentlich geblieben???
    Das war eine gewisse Zeit erfolgreich, allerdings wäre man mit dem Trio Xavi/Iniesta und vor allem Messi ohnehin erfolgreich gewesen. Aber selbst wenn nicht. Mit Guardiola ist auch die Philosophie ein Stück weit gegangen.

    Eine „Spielphilosophie“ die viele hier fordern, steht und fällt mit den Spielertypen. Natürlich kann man das konsequent durchziehen, dann muss mal allerdings die entsprechenden Spieler holen, auch wenn sie keine Weltstars sind. Sobald eine „Granate“ verpflichtet wird ist die Philosophie meist gebrochen.

    Was ist außerdem – was sehr wahrscheinlich ist, weil es immer passiert – wenn diese Spielphilosophie nach ein paar Jahren wieder nicht mehr State of the art ist? Das zu ändern dauert dann Jahre. Wie wenn man einen Ozeantanker in voller Fahrt wenden will. Wieso also sollte man sich auf EINE allgemeingültige Philosophie festlegen. Da passe ich doch lieber die Philosophie an das Personal an. Das hat doch bei Real die letzten Jahre wunderbar funktioniert (und bei Barca vorher ja auch). Oder hatte Real eine Philosophie? Noch dazu eine, die schon in der Jugend eingeimpft wird?

    Von daher halte ich das Thema und die Forderung danach für überhöht. Der Ballbesitzfußball war eine zeitlang sehr erfolgreich. Jetzt ist er es nicht mehr. Die Erkenntnis gibt’s in der breiten Masse spätestens seit der WM. Also gilt es nachzujustieren. Wie man sieht, geht das nicht, wenn man das gleiche Personal hat. Und auch unabhängig vom Trainer. Mit DEM Personal kann man nur DIESEN Fußball spielen. Dass der Zenit der Qualität (lang) überschritten ist, kann man auch keinem Trainer ankreiden. Allerdings bin ich dabei, dass man mal kommunizieren sollte, dass man sich im Umbruch befindet bzw. ein Jahr des Umbruchs absolviert. Würde viel helfen.

    1. Beobachter

      Dass der Ballbesitzfussball nicht mehr State of the Art ist, ist aber auch nicht mehr als eine These. Nur weil es gerade niemand supererfolgreich hinbekommt, heißt ja nicht, dass es nicht mehr geht (warum sollte das auch so sein). Denn 1) gibt es auch nicht *den* Ballbesitzfußball (a la Barca) – immerhin haben wir das in Variation auch betrieben und zwar ohne Messi und Co und das nicht ganz unerfolgreich, 2) finde ich es etwas zweifelhaft eine Philosophie immer mit ihrem Erfolg zu verknüpfen (bei der WM…), 3) entscheidend dafür ist die Kombi aus Spielern (dürfen technisch nicht ganz unbegabt und vor allem nicht ganz doof sein) und vor allem (!) dem Trainer. Letzteres ist die Kunst und müssen es halt gar nicht die besten der besten Spieler sein, sondern nur passende.

      Aber selbst wenn man davon absieht: “Da passe ich doch lieber die Philosophie an das Personal an.” Ja dann muss man das halt tun.
      ” Mit DEM Personal kann man nur DIESEN Fußball spielen”
      Rumpelfußball? Das ist für mich die große Unbekannte, was denn “dieser” Fußball sein soll.
      Da liegt ja die Krux: Ich glaube mittlerweile, Kovac ist als Trainer (noch?) zu limitiert, um hier wirklich zu gestalten. Er kann kein Ballbesitzfussball, wie wir ihn früher spielten (aus verschiedenen Gründen, wie Du richtig sagst liegt das nicht nur an ihm), er kann aber auch nichts anderes. Zumindest ist mir bis heute nicht klar, wofür er bspw. in Frankfurt oder bei Kroatien stand und auch bei uns ist das so. Also man kann sich ja von einer Philosophie verabschieden, aber gar keine Linie zu haben, dürfte nicht sehr erfolgversprechend sein.

      1. K-Dog 41

        Ist es denn wirklich immer zwangsläufig so, dass ein bestimmter Trainer immer nur für genau eine Art von Fußball stehen muss?

        Ich finde, dass da seit einigen Jahren in der Öffentlichkeit und natürlich auch unter Fans etwas zu sehr in Schubladen gedacht wird.

      2. Beobachter

        Nein natürlich darf ein Trainer ein breites Repertoir haben – selbst innerhalb eines Spiels mag man das meinetwegen variieren. Aber zum spezifischen Zeitpunkt t sollte man zumindest erkennen, was das denn nun ist. Aber als Favorit muss man so oder so irgendeinen Plan für Ballbesitz haben. Selbst Real hat das.

    2. Torpedo9

      Mit Verlaub Spielphilosophie von der Jugend bis zum Profi Bereich bedeutet nicht , dass die kleinen das Ticki -Tacka erlernen und bis oben durchspielen sollen , weil es gerade en Vogue ist .

      Es bedeutet vielmehr , welchen Spielertypus ich auszubilden gedenke, und das ist bei Bayern schon lange nicht zu erkennen .
      Bayern sammelt natürlich in der Jugend Top Talente ein, dass ist unbestritten , die sehr guten Trainer bringen der Jugend Bewegungsabläufe , Position und Passspiel bei , auch sehr gut , der Druck der bereits in jungen Jahren aufgebaut wird ,mag der Mentalität gut tun . Letztendlich aber und das zeigt sich bei Bayern eklatant, erhalte ich damit gute bis sehr gute Bundesligaprofis.( vielleicht und mit gut Glück dann aber alle paar Jahre ein paar Überflieger ).

      Spielphilosophie bedeutete vielmehr , Individualcharaktere auch mit körperlichen Defiziten ( Größe und Gewicht usw. ) bereits in der Jugend zu erkennen und die Kreativität zu fördern , ( Passspiel usw. erlernen die mit den Trainern sowieso.)

      Xavi , Messi , Iniesta usw. sind nicht so gut geworden , weil sie Ticki , Tacka gelernt hatten , ( geschenkt )
      sondern weil ihr jeweiliges Individualtalent gesehen und durchgefördert wurde .

      Konklusio , je mehr Individualität ich unten reinschiebe ( und auf die Jugendtitel pfeiffe ) um so mehr Individualität kommt oben raus .

    3. Olorin

      “Allerdings bin ich dabei, dass man mal kommunizieren sollte, dass man sich im Umbruch befindet bzw. ein Jahr des Umbruchs absolviert.”
      Umbruch würde bedeuten, dass man etwas neues ausprobiert. In Wirklichkeit spielt man aber das alte System mit den alten Spielern. Insofern gibt es keinen Umbruch, den man kommunizieren könnte. Dass es einen geben SOLLTE ist aber natürlich richtig.

  18. Gerdl20

    Da erwartet uns ja ein kreatives Feuerwerk mit Martinez,Müller und Goretzka!
    Frage mich nur wer den Spielaufbau macht. Hmm…schaun mer mal!

    1. Herrispezial

      Definitiv. James muss wieder zusehen. Kein Wunder, dass der wieder weg will.

      1. Kurt

        James will nicht weg. Meckern darfst du, aber solche Fake News werden hier nicht zugelassen.

        Kann man das eigentlich melden @Admins?

      2. Herrispezial

        Wo sind denn das Fake News? Solche Meldungen geistern seit Wochen immer wieder durch die Presse (erst heute wieder bei Spox). Ebenso, dass er Kovac gesagt haben soll “Wir sind hier nicht in Frankfurt”. Dagegen gab es bisher keinerlei Proteste von der Vereinsführung, obwohl sie doch gegen Falschberichte vorgehen will. Also wird da schon etwas dran sein.

    2. Olorin

      Spielaufbau wird überbewertet. Das braucht kein Mensch, solang die Familie zusammenhält und sich alle vor lauter Stallgeruch die Nase zuhalten müssen.
      Was Kovac mit James macht grenzt langsam an Mobbing…

  19. Gerdl20

    Anscheinend soll er ja wieder Wadenprobleme gehabt haben,aber dann lass ich ihn doch gleich zuhause und nehme nen jungen mit.
    Heynckes hatte es ma schön formuliert: “In Kolumbien ist er ein großer Star, ein Held, und er war schon WM-Torschützenkönig. Jetzt hat er das Glück, einen Trainer zu haben, der auch seine Heimatsprache spricht”, sagte Heynckes.
    Ich glaube Heynckes war ziemlich wichtig für James,gerade in Sachen Kommunikation.
    Für mich ist er körperlich nicht in Bestform und brauch viele Spiele für sein Rythmus.
    Er ist halt unser kreativste der Spieler und davon haben wir eh nicht viele.

  20. Herrispezial

    Da ist es wieder – das Kovac´sche Positionsspiel. Jeder steht rum und hält die Position. Dieser angebliche Knoten wird auch heute nicht platzen. Zumal auch die Flanken nach wie vor indiskutabel sind.

    1. Beobachter

      Weiß gar nicht was du willst, wir führen doch. ;-)

      An das Positionsspiel muss ich heute auch schon denken :D

      1. Herrispezial

        Ja, wir haben den Gegner ja förmlich an die Wand gespielt – und auch der Führung ging eine grandiose Kombination voraus. Sorry für den Sarkasmus, aber ich kann einfach nicht mehr. Wie kann man sich so etwas so lange tatenlos anschauen? Das grenzt schon fast an Arbeitsverweigerung, was von der Mannschaft abgeliefert wird. Und der Trainer schaut sich das auch in Ruhe an anstatt mal etwas zu probieren.

  21. Herrispezial

    Unglaublich, dass fast jeder Ball aus der Abwehr gleich auf dem Flügel landet. Und links ist der Flügel quasi tot. Irgendwie war ja fast klar, dass wir nur durch einen 11er führen können. Herausspielen klappt nach wie vor nicht. Je länger Kovac bleibt, desto schlimmer wird es. Und das ist auch nicht mehr mit fehlendem Spielglück zu erklären. Sondern mit einem Trainer, der nicht mal ansatzweise Ideen hat wie man die Mannschaft wieder auch nur ein klitzekleines Bisschen besser spielen lassen könnte. Er versucht ja nicht mal etwas. Weder in der Aufstellung noch in der Ausrichtung. Das ist schon blamabel für jemanden, der ein Millionengehalt dafür kassiert, dass er seinen Job machen soll. Würde ich so Arbeit leisten wie er, dann wäre ich schon längst weg. Aber im Fussball beim sog. Branchenführer darf man sich so etwas leisten.

  22. Holdor

    Lächerliche Vorstellung. Und Lewa fällt nur noch Elfmeterschinden ein. Was für ein Gewürge.

  23. Kurt

    Warum hat man diesen Boateng eigentlich nicht noch ein Weilchen beim HSV in der 2. Liga gelassen? Er scheint absolut nicht bereit für diese Bühne zu sein.

  24. Gerdl20

    Boateng ist körperlich in einem miserablen Zustand! Das seh doch nicht nur ich so,oder?

  25. Kurt2

    Grausam. Wird eher immer schlimmer. Kein Tempo, keine Ideen, keine Staffelungen. So bekommt man in Dortmund 4 Stück.

  26. Herrispezial

    So langsam zieht auch keine Ausrede mehr. Standfussball, seit Woche grausame Flanken und schlimme Ecken: das alles, weil einige Spieler vor Monaten eine schlimme WM erlebt haben oder wir einen kleinen Kader haben? Nein, genug der erbärmlichen Erklärungen. Holt einen neuen Trainer, der der Mannschaft wenigstens das Laufen und Flanken wieder beibringt.

    1. Beobachter

      Manche sind halt länger traumatisiert :-/

      Ich hab’s die Lernkurve bei Kovac ist halt flach – eher langfristig ausgerichtet. Sieht man in Koratien und Frankfurt. NKs Nachfolger wird die Früchte ernten [/irony off]

      1. Herrispezial

        Stimmt, wenn er geht, sind die Mannschaften danach erfolgreicher (hatte ich ja neulich schon festgestellt).

  27. Rainer

    ……schnelles Umschaltspiel klappt. Da steckt ne langfristige Strategie dahinter. So wurde schließlich auch bei der WM gespielt. ;-)
    Ich halt’s nicht mehr aus.

  28. Liza

    Man stelle sich nur mal vor, wir hätten eine richtig schwere CL-Gruppe à la Barca, Tottenham, Inter oder PSG, Liverpool, Neapel zugelost bekommen. Da würde ich momentan nicht viel auf ein Weiterkommen geben.

    1. Herrispezial

      Den Gedanken hatte ich auch schon. Wenn wir dann im Pokal in der 2. Runde noch einen Bundesligsten bekommen hätten, dann würde der Baum schon lange so richtig brennen. Kovac hatte bisher schon sehr viel Glück mit den Auslosungen, weil die ihm bisher vermutlich den Job gerettet haben. Mann stelle sich vor, wir würden mit 3 Punkten in der CL und einem Zweirundenaus im Pokal dastehen. Mit anderen Auslosungen wäre das nicht unwahrscheinlich gewesen.

  29. Raptor

    Und trotzdem geht mir fast jeder Kommentator im TV auf den Nerv.
    Egal was passiert, alles Sch….!
    Echt Wahnsinn!!!

  30. Herrispezial

    Immerhin wird es wohl mal wieder zu einem Sieg im eigenen Stadion reichen. Das hatten wir ja auch schon eine Weile nicht mehr.

  31. Raptor

    ;-) und Körner gespart fürs Wochenende!

  32. Herrispezial

    Die Interviews und PK mit Kovac werden sicherlich wieder interessant. Die letzten Male wurde ja seine Plan- und Hilflosigkeit mehr als deutlich.

  33. Raptor

    “Hinten kackt die Ente!”, könnte er sagen. ;-)

    1. Marlene Dietrich

      Lol

  34. Holdor

    Tor des Tages: Mal wieder Ronaldo! Unfassbare Bude! Und am Ende trotzdem verloren, weil ManUnited aus zwei Chancen zwei Tore macht.

  35. […] Fünf Weihnachtswünsche für ein Halleluja | Justin […]

  36. […] Vorzeichen sind ein Jahr später aber andere. Der FCB hat sich tendenziell weiter verschlechtert und in Dortmund hat man die Balance aus Defensive und Offensive gefunden. Favres Mannschaft spielt […]

  37. […] Vorzeichen sind ein Jahr später aber andere. Der FCB hat sich tendenziell weiter verschlechtert und in Dortmund hat man die Balance aus Defensive und Offensive gefunden. Favres Mannschaft spielt […]

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Miasanrot.com — Der FC Bayern München Blog