Melanie Leupolz, Simone Laudehr | FFC Frankfurt vs. FC Bayern München Frauen, Stadion am Brentanobad

Bayern-Frauen siegen gegen Frankfurt und machen die Champions League fix

Nach dem Sieg gegen Wolfsburg war die Ausgangslage der Bayern mit Blick auf die Champions-League-Qualifikation bereits sehr komfortabel, aber noch nicht sicher.

Mit einem Auswärtssieg in Frankfurt machten die Bayern-Frauen nun alles klar. In der kommenden Saison werden sie zum vierten Mal in Folge europäisch spielen.

Falls Ihr es verpasst habt:

Grundformationen: FFC Frankfurt vs. FC Bayern München Frauen, AFBL 2018Grundformationen: Frankfurt 4-1-4-1 vs. Bayern 4-2-3-1

Simone Laudehr ersetzte wie in der Schlussphase gegen Wolfsburg die angeschlagene Melanie Behringer auf der Doppelsechs neben Melanie Leupolz. Ansonsten schickte Bayern-Trainer Tom Wörle dieselbe Startelf wie in der Vorwoche auf das Feld.

Die Bayern kamen gleich mit ordentlichem Schwung in die Partie und erzwangen bereits in der 1. Minute die erste Ecke, die in Abwesenheit von Behringer durch Sara Däbritz ausgeführt wurde. Anstatt allerdings dadurch torgefährlich zu werden, gelang den Frankfurterinnen ein Konter, der jedoch durch die wachsame Kristin Demann entschärft werden konnte. Eine Minute später musste das Spiel bereits aufgrund eines Zusammenpralls unterbrochen werden, was sich während des Spiels leider noch mehrfach wiederholen sollte. Nach fünf Minuten marschierte Nicole Rolser in mittlerweile gewohnter Manier Richtung Tor, konnte jedoch den Ball nicht an eine Mitspielerin bringen. In der Folgezeit entwickelte sich ein Auf und Ab mit Chancen hüben wie drüben, wobei die Frankfurterinnen immer wieder gefährliche Konter setzten. Doch die Defensive der Bayern ließ kaum einen Abschluss zu.

In der 26. Minute erhielten die Bayern dann im Mittelfeld einen Freistoß. Däbritz schnappte sich die Kugel und brachte den Ball gefährlich vors Tor. Da der Ball so viel Effet hatte, segelte er an allen vorbei und landete unverhofft im Frankfurter Tor zum 0:1 für die Bayern. Nach dem Führungstreffer versuchte Leonie Maier, mit einer Flanke Dominika Škorvánková in Szene zu setzen, allerdings konnte diese den Ball nicht unter Kontrolle bringen, so dass auch diese Chance verpuffte. Anschließend verkam das Spiel mehr und mehr zu einem lauen Sommerkick – was wohl auch den schwülen Temperaturen geschuldet war. Ohne weitere nennenswerte Aktionen ging es mit einem 0:1 in die Pause.

Während Frankfurt die Torhüterin Desirée Schumann verletzungsbedingt in ihrem letzten Spiel für den FFC auswechseln musste, kamen die Bayern unverändert auf das Feld zurück. Auch nach der Pause hatten die Bayern weiterhin gute Chancen, die jedoch nicht den erhofften Ertrag brachten. Auf der Gegenseite steckte der FFC auch nicht auf und kam immer wieder gefährlich in die Hälfte der Bayern und konnte ein paar Abschlüsse setzen. In der 63. Minute durfte sich dann die Dauerläuferin Rolser auf ihren vorzeitigen Urlaub freuen und wurden unter den Ovationen der Zuschauer für Mandy Islacker ausgewechselt. Die Frankfurterinnen drängten nun immer mehr auf den Ausgleich und verfehlten in der 65. Minute das Bayerntor nur denkbar knapp.

In der 71. Minute hätte dann die Kleinste der Bayern – Leonie Maier – beinah den Ball per Kopf im Frankfurter Tor versenkt, doch auch dieser Ball segelte wenige Zentimeter am Tor vorbei. Nach einer guten Chance durch Islacker brachte Wörle Gina Lewandowski für Maier, die in einem Zweikampf vorher einen leichten Schlag abbekommen hatte. In der Schlussphase hatten beide Mannschaften weitere gute Chancen, die aber stets von der jeweiligen gegnerischen Abwehr oder der Torhüterin glänzend vereitelt wurde. In der 87. Minute kam dann noch Lineth Beerensteyn für Škorvánková ins Spiel, die auch gleich eine Eins-gegen-Eins-Situation mit der neuen Frankfurter Torhüterin Bryane Heaberlin hatte, jedoch an dieser scheiterte. Auch die Frankfurterinnen hätten durchaus noch den Ausgleich markieren können. Doch Manuela Zinsberger war hier auf der Hut und vereitelte einen Treffer. Am Ende konnten die Frauen mit ihren Fans einen 0:1-Auswärtssieg bejubeln und die Champions-League-Qualifikation feiern. Es ist nun zu hoffen, dass es in der nächsten Saison dann über ein paar Runden mehr in der Königsklasse geht.

3 Dinge die auffielen:

1. Auch zum Saisonabschluss spielt die Stammelf

Nach dem Sieg gegen Wolfsburg standen die Roten drei Punkte vor dem SC Freiburg und hatten ein um elf Treffer besseres Torverhältnis. Die Champions League war als eigentlich bereits in trockene Tücher gehüllt. Wer jedoch angesichts dessen glaubte, Tom Wörle würde nunmehr den Reservisten noch ein Spiel von Beginn an schenken, sah sich angesichts der Aufstellung getäuscht. Weder eine Mandy Islacker noch eine Gina Lewandowski bekamen bei ihrer Rückkehr nach Frankfurt einen Startelfplatz, noch eine Laura Georges, für die es das letzte Spiel ihrer Karriere war. So war es nahezu die gewohnte Startelf wie in den Spielen zuvor und auch die Einwechslungen von Islacker und Lewandowski spiegelten den Saisonverlauf wieder. Somit blieb sich das Trainerteam der Linie seit der Niederlage beim SC Freiburg bis zum Ende treu und tauschte das Personal nur dann, wenn es notwendig war. Schade war, dass Viki Schnaderbeck verletzungsbedingt gar nicht erst mitgereist war, da sie sich mit Sicherheit ein Abschiedsspiel verdient gehabt hätte.

2. Chefposten auf mehrere Schultern verteilt

Wie bereits erwähnt musste Melanie Behringer kurzfristig passen, obwohl sie am Freitag noch mit dem Team trainierte. So übernahm Melanie Leupolz die Kapitänsbinde und auch die zentrale Chefrolle im defensiven Mittelfeld. Dafür bekleidete Simone Laudehr eher den offensiveren Part auf der Sechs. Die Standards wurden nahezu ausschließlich von Sara Däbritz ausgeführt. Vor allem die Ecken sorgten für Gefahr. Aber den Höhepunkt markierte Däbritz natürlich mit dem direkten Freistoßtor und vertrat Behringer damit sogar in dieser Disziplin mustergültig. Selbstverständlich ist und bleibt Behringer der Kopf der Mannschaft, aber eine größere Abwechslung bei den Standards könnte zukünftig vielleicht noch für mehr Durchschlagskraft sorgen, zumal dann mit Behringer auch eine exzellente Fernschützin am Sechszehner lauern könnte, um etwaige Abpraller zu nutzen.

3. Als Nummer Zwei behauptet

Angesichts der Diskussion, die vom SC Freiburg nach dem Spiel der Bayern gegen Wolfsburg losgetreten wurde, wollten die Bayern auch im letzten Spiel trotz der praktisch feststehenden Qualifikation für Europa keinen Zweifel aufkommen lassen und dieses Spiel gewinnen. Auch wenn letztendlich die Luft mehr oder weniger raus war und die Teams den hohen Temperaturen Tribut zollten mussten, hatten die Frauen das Spiel trotz vieler gefährlicher Konter weitgehend im Griff und setzten auch nach der Führung immer ihre neue Angriffe. Im Großen und Ganzen konnten die Bayern nach der Niederlage beim SC Freiburg immer mehr an Fahrt aufnehmen und mit Ausnahme des Unentschieden gegen den USV Jena ausnahmslos Siege in der Bundesliga einfahren. Dem SC Freiburg, der zweifelslos eine herausragende Saison gespielt hat, fehlte hingegen letztendlich der letzte „Biss“, was auch das Remis am letzten Spieltag gegen Essen zeigte. Letztendlich haben die Bayern auf der Zielgerade eindrucksvoll den zweiten Tabellenplatz untermauert und verdient die Champions League erreicht.

Frankfurt – Bayern
FrankfurtSchumann (46. Heaberlin) – Sandvej, Prießen, Störzel, Kleinherne, – Hendrich, Schmidt, Pawollek, Groenen, Matheis (86. Munk) – Yokoyama (55. Agg)
BankHechler, Ebert, Gidion, Martinez
BayernZinsberger – Faißt, Demann, Wenninger, Maier (80. Lewandowski) – Laudehr, Leupolz – Rolfö, Däbritz, Škorvánková (87. Beerensteyn), Rolser (62. Islacker)
BankWeimar, Roord, Lohmann, Georges
Tore0:1 Däbritz (26.)
KartenGelb: – / Laudehr (67.)
Schiedsrichter­­innenSusann Kunkel (Hamburg), Kathrin Heimann (Gladbeck), Franziska Erkes (Korschenbroich), Sandra Föhrdes (Lennestadt)
Zuschauer1.910
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