FC Bayern München – FC Porto 6:1 (5:0)

Keine Sensation brauche es, um den 1:3-Rückstand aus dem Hinspiel im Champions-League-Viertelfinale gegen Porto zu drehen. Das machten mehrere Bayern-Spieler in den vergangenen Tagen unisono deutlich. Damit hatten sie wahrscheinlich recht. Sensationell war es dann trotzdem, was die Roten am Dienstagabend in der Allianz Arena boten. “Niemals aufgeben” gab die Südkurve der Mannschaft mit auf den Weg. Sie dachte nicht einmal daran. 6:1. Halbfinale. Die Analyse.

Falls ihr es verpasst habt:

Guardiola verzichtete vor dem bisher wohl wichtigsten Saisonspiel auf personelle Experimente und veränderte die Mannschaft im Vergleich zum Hinspiel in der Vorwoche nur auf einer Position. Badstuber rückte für Dante in die Startelf. Schweinsteiger zunächst nur auf der Bank. Porto musste auf Grund der Sperren von Danilo und Alex Sandro auf den Flügelverteidigerpositionen improvisieren und brachte mit Reyes und Marcano zwei eher größere Verteidiger in die Mannschaft.

Trotz der erwarteten Aufstellung überraschte Guardiola erneut viele mit seiner Ausrichtung und der breiten Interpretation dieser durch die nominellen Achter Lahm und Götze (mehr dazu folgt in Punkt 1). Bayern begann sehr konzentriert und druckvoll und hatte bereits nach neun Minuten eine Riesenchance, als Lewandowski Müller schickte und dieser an Portos Schlussmann Fabiano scheiterte. Lewandowski setzte den Nachschuss aus sieben Metern stark bedrängt an den Pfosten. Fünf Minuten später dann die Führung. Bernat brachte einen zunächst abgewehrten Ball nach einem guten Solo in die Mitte, wo Thiago aus kurzer Distanz den Kopf hinhielt und traf.

Bayern war in den folgenden Minuten spürbar darum bemüht, sich von der Euphorie des Führungstreffers nicht anstecken zu lassen und die Offensive zu kontrollieren. Nach einigen Halbchancen war es Boateng, der nach einer Ecke und Kopfballvorlage von Badstuber zur 2:0-Führung einnickte (22.). Spätestens jetzt wirkten die Münchner wie im Rausch. Lewandowski nach Traumkombination (27.), Müller mit einem Fernschuss (36.) und erneut Lewandowski nach glänzender Vorarbeit von Thomas Müller (40.) machten die deutliche Pausenführung perfekt. Mit 5:0 ging es in die Halbzeit.

Nach der Pause stellte Porto um, verstärkte das Mittelfeld, stellte Jackson Martínez für Alonso ab und schob die Außenverteidiger weiter nach vorne. Damit gelang es der Elf von Julen Lopetegui, das Spiel etwas offener zu gestalten. Die Bayern waren nun aufs Verwalten bedacht und geriet erst spät noch einmal in Bedrängnis. Jackson Martínez wurde nun viel direkter angespielt und stellte vor allem Badstuber vor ein paar Probleme. In der 73. Minute traf der Angreifer sogar zum 1:5-Anschlusstreffer. Auch wenn es gefühlt noch einmal spannend wurde, blieb es bei nur einer weiteren Möglichkeit von Jackson, der einen Schrägschuss knapp neben das Tor setzte. Bayern zog das Tempo danach wieder etwas an und erspielte sich einige gute Kontermöglichkeiten. Kurz vor Schluss musste Marcano nach einem heftigen Einsteigen gegen Thiago mit Gelb-Rot vom Platz (87.). Den anschließenden Freistoß verwandelte Alonso zum 6:1-Endstand.

Champions League-Halbfinale. Tatsächlich. Zum vierten Mal in Folge. Respekt Jungs.

Drei Dinge, die auffielen:

1. Guardiolas Plan geht voll auf

Es wirkte zunächst verdächtig unspektakulär, als etwas mehr als eine Stunde vor Spielbeginn die Aufstellung der Münchner bekannt gegeben wurde. Große Überraschungen gab es nicht. Keine Dreierkette, kein Rode, kein Schweinsteiger, kein Verzicht auf die zuletzt formschwachen Alonso oder Götze. Schon nach 30 Sekunden wurde aber klar, dass Guardiola sich auch dieses Mal etwas besonders überlegt hatte. Lahm und Götze spielten nicht zentral im 6er-, 8er- oder 10er-Bereich, sondern machten das Spiel auf den Flügelpositionen extrem breit. Beide standen sogar breiter als Robben und Ribéry über weite Strecken dieser Saison. Das zentrale Mittelfeld überließen beide komplett Xabi Alonso und Thiago, die meist gestaffelt vor der Viererkette agierten. Zogen Lahm und Götze einmal nach innen, ging meist Thiago auf eine der beiden Flügelpositionen oder Rafinha beziehungsweise Bernat besetzten den meist ballfernen offensiven Flügel. So entstanden gerade in der ersten Halbzeit häufig 4-2-4 oder 4-1-4-1-Staffelungen.

Das Kalkül Guardiolas war es, das im Hinspiel zurecht so gelobte Pressing der Portugiesen auseinander zu ziehen. Dort gelang es der Elf von Julen Lopetegui, das Aufbauspiel zunächst in die Breite und dann ins Zentrum zu zwingen und dort durch physisches Spiel zuzupacken. Im Rückspiel gelang das nicht. Dort wurde das Aufbauspiel meist durch das Zentrum über Alonso und Thiago vorgetragen und ging erst danach auf die gut besetzten Flügel und Halbpositionen. Auch der ein oder andere lange Diagonalball in der Anfangsphase zwang Porto dazu, diese Breite zu akzeptieren und die Defensivformation entsprechend auseinanderzuziehen. Auch das Hinterlaufen der Münchner Außenverteidiger wurde so wieder deutlich gefährlicher, da echte Pärchen auf den Flügeln entstanden und Porto trotz der fehlenden Dribbelstärke auf dem Flügel häufiger zum Doppeln gezwungen war. Gerade auf Götzes Seite gelang es so mehrmals, Bernat im Rücken freizuspielen – wie vor dem 1:0 durch Thiago. Auch das 3:0 und das 5:0 wurden über den Flügel vorbereitet. Hier über Lahms Seite. Ob Guardiola auch darauf setzte, dass Porto mit 1.89-Mann Reyes und 1.87-Mann Martins Indi zwei ungelernte Außenverteidiger aufbieten würde, ist Spekulation. Bayern spielte dies trotzdem extrem in die Hände. Reyes musste bereits nach 30 Minuten überfordert ausgewechselt werden.

Gerade in der ersten Hälfte spielten die Münchner dadurch über weite Strecken so hoch und dominant, wie man es aus vielen Heimspielen in der Bundesliga gewohnt ist. Auch das Gegenpressing funktionierte durch die hohe Positionierung der fünf Offensivspieler mit Alonso als Absicherung glänzend. So wie vor dem 5:0, als Lahm und Müller den Ball weit in der gegnerischen Hälfte eroberten. Elf Torschüsse allein in der ersten Hälfte waren die direkte Folge. Thiago war zudem überhaupt nicht in den Griff zu bekommen und löste auch in engen Räumen beinahe jede Situation. Er macht im Moment absolut den Unterschied aus und war an vier der sechs Tore entscheidend beteiligt. Porto verpasste es in dieser Phase den hohen Druck der Münchner zu akzeptieren und sich darauf zu konzentrieren, konsequent die Passwege in den Strafraum zuzustellen. Stattdessen verteidigte Porto lange weiter recht mutig beziehungsweise vorschiebend und wurde dafür von effektiven Münchnern eiskalt bestraft.

Erst nach der Pause stellte Lopetegui um, verstärkte das zentrale Mittelfeld, um gegen nun zurückhaltendere Bayern etwas mehr Spielkontrolle zu erlangen. Guardiola reagierte seinerseits und schob Lahm und Götze, später Rode nun wieder nach innen. Weil Porto in der Folge auch die Flügel stärker besetzte, waren sogar mehrere Umstellungen nötig, um entstandene Unterzahlsituationen wieder auszugleichen. Am Ende blieb dies eine Randnotiz. Guardiolas Plan war aufgegangen.

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2. One-Two Punch im Angriff trifft weiter

Es war den Verletzungen von Arjen Robben und Franck Ribéry geschuldet, dass Pep Guardiola im Ligaspiel gegen Dortmund zum ersten Mal auf einen Zweimannsturm mit Robert Lewandowski und Thomas Müller umstellte. Die Maßnahme hat sich für beide Spieler und auch insgesamt für die Mannschaft voll ausgezahlt. Beide ergänzen sich in ihren Stärken sehr gut und wirken als Duo extrem harmonisch. Müller ist der deutlich raumgreifendere Spieler und hat deutlich mehr Freiheiten im Offensivspiel. Seit dem Dortmundspiel sind die beiden Angreifer an 9 der 13 Bayernpflichtspieltore direkt beteiligt. Vier Tore legten sie sich dabei gegenseitig auf. Auch am Dienstagabend bereitete Müller zwei Tore seines Pendants direkt vor. Dazu erzielte er einen weiteren Treffer selbst, schoss vier Mal aufs Tor und bereitete insgesamt drei Torschüsse vor. Eine herausragende offensive Allround-Leistung von Bayerns Nummer 25. Lewandowski traf in der beschriebenen Saisonphase fünf Mal selbst und hat endgültig alle Kritiker verstummen lassen. Acht Mal schoss er gegen Porto aufs Tor. Mehr als doppelt so oft wie die gesamte Gästemannschaft. Wenn er in einigen Szenen noch etwas ruhiger im Abschluss agieren würde, hätte er sein Torekonto in den letzten Wochen sogar noch deutlich steigern können.

Natürlich profitieren beide Spieler von der Abwesenheit zwei so dominanter Offensivakteure wie Robben und Ribéry. Bayerns etwas verändertes Offensivspiel, das insgesamt etwas variabler wirkt und sogar den ein oder anderen Konter oder die direkte Überbrückung des Mittelfelds einbaut, kommt beiden zu Gute. Guardiolas Aufgabe wird es sein, Elemente dieses Spiels auch nach der Rückkehr der beiden etatmäßigen Flügelspieler beizubehalten, um die Stärken von Müller und Lewandowski auch über diese Saisonphase hinaus zu konservieren. Beide hatten gegen Porto großen Anteil am Weiterkommen.

3. Auch ein Sieg der Einstellung

Es ist nach so einem klaren Sieg wahrscheinlich nicht gerade typisch, auf den Einsatzwillen und die Einstellung des FC Bayern am Dienstagabend hinzuweisen. Trotzdem war das 6:1 bei aller taktischen und spielerischen Finesse auch ein Sieg der Moral. Wie konzentriert, fokussiert und klar die Münchner aus der Kabine kamen, muss jedem Respekt abnötigen. Die erste Halbzeit war nicht unbedingt ein klassisches Offensivspektakel (auch wenn es sich so anfühlte), sondern vor allem das Produkt einer enorm disziplinierten Leistung mit extrem hohem Tempo und der notwendigen Präzision im Schlussdrittel. Und all das als Reaktion auf die Debatten der letzten Tage, die teilweise so wenig mit Fußball zu tun hatten. Auch von der zunächst sehr harten Gangart der Portugiesen ließ sich die Elf von Pep Guardiola nicht aus dem Rhythmus bringen.

Dabei war es nicht so, dass den Münchnern alles gelang in diesem Rückspiel. 55 Prozent Ballbesitz, 81 Prozent Passquote, 47 Prozent Zweikampfquote. Nur Holger Badstuber kratzte bei der Passquote die 90er-Marke. Für Bayern-Verhältnisse sogar eher unterdurchschnittliche Zahlen und auch nicht allein mit der etwas schwächeren zweiten Halbzeit zu erklären. Schon zur Pause waren die Werte ähnlich. Auch Guardiola wies in der Pressekonferenz nach dem Spiel darauf hin, dass er längst nicht mit allem zufrieden war.

Mario Götze stand deshalb an diesem Abend vielleicht sinnbildlich für diese Bayern-Mannschaft und den absoluten Willen und die Überzeugung ins Halbfinale einzuziehen. Götze gelang es nicht, die Formschwankungen der letzten Wochen abzustreifen. Keine Torbeteiligung, nur ein erfolgreiches Dribbling, nur ein Torschuss und zwei Torschussvorlagen. Trotzdem machte Götze kein schlechtes Spiel. Er warf sich defensiv ins Gegenpressing, hatte gemeinsam mit Bernat die meisten erfolgreichen Tackles zu verzeichnen (5), zog die meisten Fouls (6), führte 34 Zweikämpfe und gewann respektable 16. Er fand in diesem Spiel einen Weg, der Mannschaft zu helfen, ohne dass er durch die ganz besonderen Offensivmomente auffiel. Auch der extrem emsige Bernat, der unheimlich lauffreudig agierte sowie der kompromisslose Boateng sind in diesem Kontext zu nennen.

Die Zuschauer in der Münchner Allianz Arena hatten genau dafür ein gutes Gespür und klatschten weitestgehend stehend bei Götzes Auswechslung kurz vor Schluss. Es passte zu diesem Abend, der so viele große aber eben auch kleine Geschichten schrieb.

FC Bayern – FC Porto 6:1 (5:0)
FC BayernNeuer – Rafinha (72. Rode), Boateng, Badstuber, Bernat – Xabi Alonso, Lahm, Thiago (90. Dante) – Götze (86. Weiser), Müller, Lewandowski
BankReina, Gaudino, Schweinsteiger, Pizarro
FC PortoFabiano – Reyes (33. Pereira), Maicon, Marcano, Martins Indi – Herrera, Casemiro, Oliver – Quaresma (46. Neves), Martínez, Brahimi (67. Evandro)
BankHelton, Quinteros, Aboubakar, Hernani,
Tore1:0 (14.) Thiago, 2:0 (22.) Boateng, 3:0 (27.) Lewandowski, 4:0 (36.) Müller, 5:0 (40.) Lewandowski, 5:1 (73.) Jackson Martínez, 6:1 (88.) Xabi Alonso
KartenGelb: Badstuber / Herrera, Jackson / Gelb-Rot: Marcano
Zuschauer 70.000
SchiedsrichterMartin Atkinson (England)

 

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Leserkommentare
  1. H34T

    Endlich mal wieder ein emotionales Spiel, in dem es um etwas ging. Thiagos spiel gefällt mir extrem gut, das ist eine Augenweide, was der technisch abzieht. Unstoppable. Den haben wir schmerzlich vermisst. Ich freue mich schon auf nächste Saison, wenn er hoffentlich endlich mal mit kompletter Vorbereitung verletzungsfrei einsteigen kann und die Saison durch spielt. Bin gespannt, in welche Spähern er dann kommen kann.

    Blick nach vorne: von den möglichen HF Gegnern ist barca nach der performance gegen PSG wohl am stärksten einzuschätzen, vor den Madrider vereinen habe ich weniger Respekt, atletico hat gegen Leverkusen nicht wirklich über zeugt, mit real wäre noch eine Rechnung offen.

    1. DS

      Real ist durch den Modric Ausfall zudem extrem geschwächt. Ich bezweifle dass sie überhaupt weiter kommen.
      Barca ist jedoch nach wie vor das Maß aller Dinge in dieser Saison. Bayern hat von allen verbleibenden Teams das höchste Potential sie zu schlagen und ohne die ganzen Verletzungen wäre man vielleicht sogar Favorit, aber stehen die Karten derzeit eher schlecht für Bayern.
      Am liebsten wäre es mir Barca im Halbfinale noch zu vermeiden, denn so müsste man nicht ins Camp Nou und man hätte genügend Zeit die zurückkehrenden Spieler wieder ins System einzubinden, um dann in einem möglichen Finale die bestmögliche Mannschaft zur Verfügung zu haben.

  2. Sabi

    wie immer spitzen Analyse, allgemein nicht mehr viel hinzuzufügen.

    Wahnsinn, wie die Mannschaft mit dem Druck umgegangen ist.
    Wahnsinn, wie das Stadion abging – Vielen Dank allen voran an den Club Nr. 12 für die wunderbare Choreo!
    Wahnsinn, was das “gute Zahnfleisch” da noch auf den Platz gebracht hat.

    Mir fehlen noch immer etwas die Worte (bis auf den Wahnsinn eben ;) ).

    Diese erste Halbzeit,puh, grandios… Stolz auf das Team, stolz auf die Fans, pure Vorfreude aufs Halbfinale. (Wer da nun auch kommen mag.)

    Was ich dann aber doch noch sagen kann und muss: Diese Mannschaft ist auch eine – welch ein Team. Hoffentlich auch Botschaft an alle, die (auch hier) nach dem Hinspiel (einmal mehr) gegen Spieler/Trainer usw. gewettert haben. Einen Götze noch nie so grätschen und beißen sehen, Xabi auch wesentlich besser als die letzten Wochen, aber am besten fand ich die “zwischenmenschlichen” Szenen, die auch für den Charakter sprechen: Boatengs Jubel in die Arme von Dante und selbstverständlich die Umarmung zwischen (dem überragenden) Thiago und Martinez nach dem Spiel – pure Gänsehaut!

    Immer weiter und niemals aufgeben… und nun versuche ich zu schlafen ^^

  3. kurt

    GEIL!

    Ich war mir sicher, dass wir weiterkommen, aber mit so einer Demonstration hätte selbst ich nicht gerechnet. (Hab 4:0 getippt :>)

    Ganz ehrlich schon in Frankfurt hat man gesehen, wie es ohne Ribery und Robben aussehen kann. Mit ihnen wäre das alles zwar noch besser, aber diese ständige Abhängigkeit die herbeigeredet wird, gibt es so einfach nicht. Viel eher sind die “schwächeren” Spiele ohne die beiden oft wohl auch dadurch zu erklären, dass sich die Spieler eben erst wieder neu einstellen müssen. Und die jeweiligen Gegner spielen ja auch (meist) Fußball.

    Ich hoffe natürlich trotzdem darauf, die beiden diese Saison nochmal auf dem Platz zu sehen.

    Szenen des Spiels: Müller pfeift die Champions League-Hymne mit, Robben feiert das 1:0 wie das Wembley-Tor und Thiago/Martinez.

    Der ganze Abend mal wieder ein Beweis, warum dieser Verein so besonders ist!

    The Empire strikes back!

  4. felix

    Nur Holger Badstuber kratzte bei der Passquote die 90er-Marke. Für Bayern-Verhältnisse sogar eher unterdurchschnittliche Zahlen und auch nicht allein mit der etwas schwächeren ersten Halbzeit zu erklären.”
    das sollte, denke ich “zweite halbzeit” heissen

    klasse wie immer. fand noch auffeallig dass die breite oft durch lage diagonalbealle von hinten raus gesucht wurden und dass in der ersten halbzeit aufgrund des oben beschreibenen spielaufbaus mit thiago und xabi in der mitte, der 6er nicht wie sonst ublich zw die beiden innenverteidiger rueckte (in der 2. dann anders, aber da wurde viel umgestellt :) )

  5. Kai@fcb

    Was meiner Meinung nach durchaus fehlt, Rafinha. Er hat viel verkörpert, man konnte es quasi spüren er wollte das, er wollte weiter kommen, er wollte fighten, er wollte es einfach erzwingen. Bis zu seiner Auswechslung für mich mit einer der besten Akteure auf dem Feld. Seine Antizipation hat mehrere gute Aktionen unserer Bayern im Spiel nach vorne erst möglich gemacht.

    Für mich ein sehr gutes Spiel von ihm und man sollte in den Lobhuldigungen in den Aktionen nach vorn keineswegs ihn vergessen.

    1. BayernExpat

      Sowieso unser ‘unsung Hero’ und möglicherweise sogar unser Spieler der sich am meisten verbessert hat unter Pep.

  6. Jürgen

    Super Spiel. Was mir etwas zu kurz kam war Götze. Er hat dieses mal extrem viel gearbeitet, ohne im Rampenlicht zu stehen. War überall zu finden und hatte auch kämpferisch überzeugt.
    Lahm ging viel auf rechts und zeigte meiner Meinung nach wo er hingehört.
    Thiago ist ein Traum, wenn man ihm zusehen darf. Er macht das Spiel extrem schnell und macht mit seiner Technik dann auch noch Sachen, mit denen niemand rechnet. Er selber wahrscheinlich auch nicht. Nächster Gegner , egal top 4 sind alle gut, aber Juve möchte ich am wenigsten, denn wenn es da bei den Italienern nicht läuft, geht es wie bei Porto nur noch auf die Knochen. Da habe ich mehr bedenken, das es noch mehr verletzte gäbe.

  7. Was mich interessieren würde: Wie habt ihr das fehlende Pressing von Martinez auf Alonso gesehen? War unsere Staffelung wirklich so viel besser, dass das nicht ging, oder hat Lopetegui womöglich nicht erkannt, dass das im Hinspiel (einer) der Schlüssel war und es in der Taktikbesprechung vergessen? Ich wundere mich deshalb, weil es in der zweiten Hälfte in Ansätzen ja wieder so aussah, wie im Hinspiel und uns das durchaus Probleme bereitet hat – verständlicherweise nachlassende Konzentration und Kondition mal außen vor…

    1. redrobbery

      Auch wenn ich gestern nicht wirklich ein Auge fuer taktische Dinge hatte, so erschien mir Alonso wesentlich weiter vorne positioniert als in Porto, wo er ja zumeist diese tiefe Quarterbackposition hatte. Wahrscheinlich wollte Guardiola so das Pressing auf ihn mindern bzw. weniger entscheidend gestalten, vielleicht wollte Lopetegui das Spiel nicht mitmachen, vielleicht erschien es Martinez einfach als viel zu tief da zu pressen, dann waere ja niemand mehr auch nur halbwegs in Tornaehe.

      Das Spiel war unglaublich, damit war einfach nicht zu rechnen. Irgendwo war die Hoffnung da, dass man gut spielt und sich zum 2:0 oder 3:0 “zittert”. Aber das? Absolut nicht.

      Zu Thiago fehlen mir die Worte. Das Niveau wird er nicht halten koennen oder Bayern hat einen kommenden Weltfussballer in den Reihen. Technisch nahezu perfekt, unglaubliche Uebersicht und auch physisch praesent. Mehr geht nicht.

      Auch Mueller zeigte Gigantisches. Eines seiner besten Spiele, keine Fehler oder seltsamen Entscheidungen.

      Lewandowski verdient sich Lob, da sehe ich aber immer noch so viel Steigerungspotenzial, vielleicht kommt eines Tages noch der Durchbruch zum Weltstuermer.

      Bei Goetze laeufts halt momentan beschissen, das hat er mit viel Einsatz versucht auszugleichen. Er kann mehr, dennoch Respekt. Zeigt wieder, dass der Ruf als Diva vollkommen unsinnig ist, der Junge ist nur mental blockiert.

      Alonso stark verbessert, Lahm in der “klassischen” Rolle auf Aussen wie gewohnt. Boateng wie immer stark, Badstuber mit einigen Abstrichen.

      Ein Riesenlob gilt den beiden Aussenverteidigern. Rafinha eiskalt, mit der perfekten Balance, der tut einer unsicheren Mannschaft wie der momentanen sehr gut. Bernat war gestern genial. In Porto defensiv noch voellig ueberfordert, in der Arena stand er Alaba in nichts nach. Defensiv ruhig, nach vorne sehr aktiv und mit Mut. Lasst den Mann bloss nicht auf der Bank versauern, in 1-2 Jahren kann der ganz gross werden. Er hat Talent und vor allem Eier. Kein Sicherheitsspieler wie ein Contento oder auch Rafinha.

      1. kurt

        Was bitte gibt es an der Leistung von Lewandowski auszusetzen? Er hat 2 Tore gemacht, das ist für einen Stürmer also sowieso schon Soll erfüllt. Zusätzlich ist er aber einfach total präsent, immer anspielbar (er kann wirklich jeden Ball verwerten, den er bekommt) und verteilt die Bälle sehr gut.

        Er ist für mich (mit Vereinsbrille) der aktuell beste Stürmer der Welt. aber auch neutral gesehen schon längst Welstürmer, wie du es nennst. Den Durchbruch dazu, gab es schon beim BVB.

        Nur ist er hier weder der einzige Spieler neben Reus, der Tore schießen kann, noch ist unser ganzes Spiel auf den Stürmer zugeschnitten, wie bei Gomez.

      2. förb

        ich glaube, das *problem* bei lewandowski ist, dass er eine phase 2012/2013 hatte, wo er unfassbare sachen gemacht und unfassbare tore geschossen hat. daran wird er seitdem gemessen, und deswegen hat man immer das gefühl, da könnte, ja müsste eigentlich noch ein bisschen mehr was gehen. und ehrlich gesagt, ich glaube auch, dass er sein durchschnittsniveau bei bayern auch noch um eine idee steigern wird. und er wird sicher auch noch mal so eine phase haben, wo ihm einfach alles gelingt. mit ein bisschen glück ist das vielleicht genau die heiße CL-phase 2016…

    2. Steffen

      Ich habe es mir extra nochmal angeschaut. Martinez hat die ganze Zeit mannorientiert gegen Alonso gespielt im Pressing. Er stand eigentlich immer bei ihm. Es gibt aktuell auch eine Sequenz von den 28 Pässen vor dem 3:0, die aktuell kursiert – auch da ist schön zu sehen: Martinez immer in der Nähe von Alonso. Von daher ist das nicht unbedingt des Rätsels Lösung.

      Ich denke, dass Porto durch die vier/fünf langen Bälle zu Beginn und der gleichzeitigen Überladung der Flügel gezwungen war das Pressing ein wenig zurück zu ziehen. Außerdem ist es Bayern von Beginn an gelungen sich sehr weit vorn festzusetzen. Den klassischen Aufbau von Neuer und den Innenverteidigern – plus Alonso gab es in der ersten Hälfte ohnehin kaum.

      1. tobiasmac

        Auffallend für mich waren gestern die vielen vertikalen Flachpässe in die Spitze zu Lewandowski/Müller aus der Defensive in Kombination mit den hohen Diagonalbällen von Badstuber, Thiago und Alonso. Das in Verbidnung mit dem Willen war für mich der Schlüssel um das Pressing zum umgehen und damit zum Erfolg.

  8. förb

    REDROBBERY hat es bereits angesprochen: Alonso war deutlich höher positioniert! Und ich muss gestehen, ich bin echt von den Socken, dass er in dieser Rolle echt nochmal so stark auftrumpft. Ich hoffe, das wurde bei Guardiola deutlichst verbucht! In dieser Rolle ist er doch nochmal eine Bereicherung für die Mannschaft.

    Insgesamt kann man es kaum fassen und eigentlich echt nur noch mit Psychologie erklären. ALLES hat besser funktioniert, und es kann mir auch keiner erzählen, dass das mit den Sperren von Porto’s AV zu tun hatte. JEDER Spieler war eindeutig besser als im Hinspiel, einige (Alonso, Bernat, Rafinha, Lahm, Götze) sogar um LÄNGEN!

    Ich werd einfach nicht mehr schlau daraus und gebe das rumanalysieren jetzt einfach mal auf. Harren wir der Dinge…

    1. kurt

      Das lag aber auch an der Darstellung des Hinspiels, wo Porto einfach VIEL zu gut geschrieben wurde. Ja geiles Pressing bla bla. Das hatte dann wenn man ehrlich ist 1 Tor (wenn überhaupt) und 2 Chancen zur Folge.

      Das andere waren Geschenke von Schiri/Alonso und Dante. Somit bleibt unterm Strich ein 1:1 auswärts, worüber es eigentlich gar keine Diskussionen gegeben hätte.

      Dass Porto dann den komplett falschen Ansatz wählt und sich hinten reinstellt, anstatt zumindest zu versuchen ihr Pressing aus dem Hinspiel zu reproduzieren steht natürlich außer Frage.

  9. Mein Dank geht an alle die den FCB nach der Niederlage in Porto nieder- und rausgeschrieben haben.
    Das gilt für die Experten hier in den Kommentaren und für große Teile der Presselandschaft.
    Ich bin mir sicher, ohne eine solche Kritik und so ein Abschreiben wäre der gestrige Abend nicht passiert.
    Zum Rest ist alles gesagt. Mein Thiago Trikot ist auf dem Weg!

    1. förb

      gern geschehen…

      und asche auf mein haupt…

  10. Jo

    Es gibt vielleicht kein perfektes Fußballspiel (obwohl die 1.Halbzeit sich genau so angefühlt hat), aber einen perfekten Fußballabend. Gestern war mal wieder so einer.

    Wen oder was sollte man da noch herausheben? Jeder hat’s verdient und keiner ist rausgefallen.
    Abgesehen vom Spiel selber, haben mich schon im Vorfeld und gestern wieder einzelne Situationen beeindruckt, bei denen man das Gefühl hatte da ist eine richtige Mannschaft auf und neben dem Platz.

    Ach ja und beeindruckt bin ich von Steffen. Nach diesem Spiel noch mal kurz eine sachliche Analyse rauszuhauen? Ich selbst werde erst jetzt so langsam wieder artikulationsfähig ((-;

  11. Koan Messi

    Eine Riesenleistung in der ersten Hälfte – Wahnsinn. Habe nicht ans Weiterkommen geglaubt, schon gar nicht so. Emotionen in der Mannschaft und im Publikum waren Klasse. Toller Abend.

    Thiago war eine Offenbarung: mit fast 0 Karenzzeit, nach einem Jahr Pause schon so über den Platz zu rammeln ist sagenhaft.

  12. Johannes

    Ich fand die Stimmung im Stadion überragend gestern, nicht nur was die Südkurve angeht mit Choreo usw.sondern auch der Rest hat endlich mal mitgemacht.Das war echt mal richtig geil ständig Szenenapplaus für jeden gewonnenen Zweikampf glaube davon hat sich auch der ein aoder andere auf dem Platz anstecken lassen.Glaube ich hab Götze noch nie so fighten sehen, der hat ja nur auf die Socken bekommen die ersten 20min hat aber super dagegen gehalten.

    Zum Spiel braucht man nicht viele Worte verlieren das Ergebnis spricht denke ich für sich.Aber ich fühl mich bestätigt was Porto angeht, die hatten im Hinspiel einfach nen Sahnetag und wir nen denkbar schlechten.Was dann teilweise wieder geschrieben wurde war lustig, schön das die Mannschaft die passende Antwort gegeben hat.

  13. Hans

    Ich war gestern auch im Stadion und hatte das Glück, die erste Halbzeit leicht rechts hinter dem Porto-Tor erleben zu dürfen. Das war ein sensationelles Spiel! Nachdem ich die Tore jetzt noch ein paar Mal gesehen habe, frage ich mich jedoch, was mit dem Torhüter von Porto los war. Beim Tor von Boateng sieht es so aus, als hätte er den Ball schon, und würde dann wieder zurückziehen. Beim abgefälschten Schuss von Müller muss er einfach nur das Bein so lassen wie es ist, aber er hebt es an. Wieso macht er das? Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich denken, dass da irgendwas nicht mit rechten Dingen zuging…

    Barcelona würde ich im Halbfinale gerne vermeiden. Ein Finale in Berlin gegen Peps alte Mannschaft wäre meiner Ansicht nach ein Jahrhundertspiel!

  14. Das habe ich ganz genauso gesehen. Neben all den spielerisch- taktischen Elementen war es ein Sieg der Moral. Ein tolles Spiel. Für diese Momente lebt man!

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