Ein Dutzend! Der FC Bayern gewinnt mit 12:0 gegen den Bremer SV

Christopher Trenner 25.08.2021

Julian Nagelsmann kündigte bereits im Vorfeld eine größere Rotation an. Manuel Neuer, Leon Goretzka und Robert Lewandowski blieben in München.

Die Aufstellung

Julian Nagelsmann rotierte etwas durch im Vergleich zum 3:2-Heimsieg gegen den 1. FC Köln. Am Ende waren es sechs Änderungen. Ulreich, Sarr, Omar Richards, Tolisso, Musiala und Choupo-Moting begannen. Somit gab Omar Richards sein Pflichtspieldebüt für die Roten.

1. Halbzeit

Bei Bremer Wetter spielte der FC Bayern von Beginn an konzentriert nach vorne. Über lange Bälle aus dem Zentrum wurde meist Sané mit Tempo auf die gegnerische Abwehr geschickt. Das zahlte sich früh aus. Choupo-Moting verwandelte sehenswert zum 1:0 nach Vorlage von Sané (8.). Acht Minuten später traf Musiala zum 2:0 (16.) nach feinem Doppelpass mit Choupo-Moting.

Wenn sich der Bremer SV in der Anfangsphase etwas vorwerfen lassen will (und angesichts der Spielklasse ist die folgende Anmerkung unfair), dann dass sie wenig Druck auf Kimmich ausüben konnten, wodurch das Spiel der Bayern fast nicht gestört wurde.

In der 27. und 28. Minute gelang den Bayern ein Doppelschlag. Erneut hießen die Torschützen Musiala und Choupo-Moting. Das Spiel war entschieden. Wenig später war es erneut Choupo-Moting, der per Kopf nach einer Umschaltaktion traf. Richards hatte im Mittelfeld den Ball gut erobert.

2. Halbzeit

Julian Nagelsmann nutzte die hohe Pausenführung für einen Dreifachwechsel zur Halbzeit. Chris Richards, Cuisance und Tillman kamen für Süle, Kimmich und Müller.

Der junge Malik Tillman, der die letzte Saison wegen eines Kreuzbandrisses verpasst hatte, reihte sich sofort in die Torschützenliste ein (47.). Nur Sekunden später war es erneut Musiala der zum 7:0 traf. Mit einem feinen Übersteiger erspielte er sich den Raum für den Abschluss.

Der Bremer SV konnte aufatmen. Nagelsmann nahm den überragenden Musiala vom Feld und brachte Gnabry. In der 65. Minute durfte sich Sané noch einen eigenen Treffer zum 8:0 bejubeln. Anschließend ging es für ihn in die Kabine und Taylor Booth durfte sein Debüt feiern.

Die letzten knapp 15 Minuten bestritten die Bremer in Unterzahl. Nobile wusste sich gegen Tillmann nur mit einer Notbremse zu helfen. Cuisance nutzte die numerische Überzahl ein paar Minuten später zum 9:0. Auch mit der nächsten Aktion traf der FC Bayern. Choupo-Moting machte das Ergebnis mit seinem vierten Treffer an diesem Abend zweistellig. Am Ende eines ereignisreichen Abends erhöhten Sarr und Tolisso das Ergebnis auf ein Dutzend.

Dinge, die auffielen:

1. Kann Nagelsmann Rotation?

Wenn man im Vorfeld Spannung in die Partie lesen wollte, dann nur mit der Frage: Kann Julian Nagelsmann Rotation? Hansi Flick hatte wenige Schwachstellen in seiner Zeit als Bayern-Trainer, aber ihm gelang es nicht, gegen vermeintlich kleinere Gegner die Elf hinter der Stammelf zu bringen. Dies meint nicht zehn Änderungen, aber durchaus vier bis sieben Wechsel. Nagelsmann entschied sich für sechs Wechsel gegen den Bremer SV.

Ein Quervergleich zur Vorsaison ist durchaus möglich. Damals spielte die Mannschaft von Flick ebenfalls gegen einen Fünftligisten. Gegen Düren ging es sogar in der heimischen Arena. Flick rotierte viel, gab unter anderem Roca eine Chance. Am Ende stand ein mühevoller 3:0-Heimsieg.

Nagelsmann gelang es durchaus seine Mannschaft einzustellen. Natürlich fehlte gerade in der Hintermannschaft der Rhythmus und die Feinabstimmung. Die Mannschaft spielte dennoch kombinationssicher und zielstrebig nach vorne und presste bis in die letzte Spielminute.

2. Sané – Problemkind?

Viel wurde in den letzten Tagen über Leroy Sané diskutiert. Die Erwartungshaltungen in seiner zweiten Saison sind hoch. Beim Spiel gegen den 1. FC Köln wurde er teilweise ausgepfiffen – von den eigenen Fans. Sané spielte bemüht und hatte nach hinten gelungene Aktionen, aber im letzten Drittel traf er nicht immer die richtige Entscheidung. Ihm fehlt das Selbstvertrauen. Beim Bremer SV brachte Julian Nagelsmann den Flügelspieler erneut.

In Manchester kam Sané meist über die linke Seite. In Bremen sollte sich der deutsche Nationalspieler auf dieser Position Sicherheit holen. Der Plan ging auf. Sané war von Beginn an an fast allen Bayern-Aktionen beteiligt und besetzte die Räume gut. Bereitete unter anderem das 1:0 und 4:0 vor und traf in der 65. Minute zum 8:0. Natürlich gelang nicht alles. Die ersten Abschlüsse konnten noch am frühen Abend aus der Weser gefischt werden. Der Treffer ins lange Eck war sehenswert.

Es war ein Spiel in die richtige Richtung. Vielleicht war es ein Fehler, Sané immer als rechten Flügel einzuplanen. Als Vorlagengeber auf der linken Seite kann er sich in dieser Saison bei Bayern neu erfinden.

3. Musiala ein Kandidat für höhere Aufgaben

So auffällig das Spiel von Sané war, stand es dennoch etwas im Schatten von Jamal Musiala. Der Counterpart auf der rechten Seite erzielte drei Tore und überzeugte abermals mit seinen Dribblings auf engem Raum. Seine enge Ballführung ist gerade gegen defensiv kompakt stehende Gegner ein Unterschiedsmerkmal. Zu sehen bei seinem zweiten bzw. dritten Treffer.

Musiala überzeugte bisher schon bei seinen Einwechselungen in dieser Saison. Angesichts der Leistungen gegen Köln und jetzt in Bremen, muss Nagelsmann ihn in die Startelf gegen Hertha beordern.

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