FC Bayern Amateure - Schweinfurt, HGK, 27.11.2014

FC Bayern Amateure – 1. FC Schweinfurt 05 2:2 (1:1)

Jolle Trenner 27.11.2014

Falls Ihr es verpasst habt:

Bei den Bayern spielten diesmal Edwin Schwarz und Stefan Buck in der Innenverteidigung. Rechts verteidigte Mitchell Weiser, links Philipp Steinhart. Somit konnte Ylli Sallahi ins Zentrum rücken, wo er sich mit Angelos Oikonomou auf der Sechser- und Achterposition abwechselte. Vorne agierten Patrick Weihrauch rechts und Nikola Jelisic links auf den Außen, Gerrit Wegkamp und Steeven Ribery spielten in der Spitze. Der Bayern-Angriff agierte häufig mit allen vier Offensiven auf einer Linie im Sturm, wodurch ein 4-2-4 bzw. 4-1-1-4 entstand. Häufig ließ sich Wegkamp aber auch zurückfallen und nahm die Zehnerrolle ein, um die Mannschaftsteile zu verbinden. Defensiv pressten die Amateure nach ruhenden Bällen relativ mannorientiert oder zogen sich ins 4-4-2/4-4-1-1 zurück. Schweinfurt spielte sehr zurückhaltend mit einer Art Tannenbaumformation mit Fünferkette hinten, drei Sechsern und davor zwei Offensiven.

In Halbzeit 1 war die Mannschaft von Erik ten Hag dem Gegner haushoch überlegen. Man ließ die Gäste nur selten über die Mittellinie kommen und erspielte sich zahlreiche gute Möglichkeiten. Schweinfurt führte nur einen organisierten Angriff durch, die restlichen drei, vier Vorstöße beruhten auf Kontern. Nachdem Ribery und Jelisic den gegnerischen Torhüter prüften und ein Handspiel Schweinfurts im eigenen Strafraum ungeahndet blieb, war es nur eine Frage der Zeit, bis die Bayern in Führung gingen. Oikonomou spielte den wunderschönen Pass aus der Mitte rechts raus auf Weihrauch und der zieht ab zum 1:0. Kurz darauf probierte er es aus ähnlicher Position gleich noch einmal. Bayern strotze vor Selbstbewusstsein, befand sich fast im Minutentakt aussichtsreich in Tornähe, während man Schweinfurt die Verunsicherung deutlich anmerkte. Vor allem der Torhüter faustete ab, wo hätte gefangen werden können oder schlug unbedrängt ins Seitenaus ab. Bei einem der seltenen Vorstöße der Gäste stoppte Sallahi den Konter über die linke Außenbahn per Foul und hätte schon dort Gelb für das taktische Foul sehen können. Als er sich anschließend beim Schiedsrichter beschwert, bekommt er diese dann auch wegen Meckerns. Unnötig. Die Folge: Freistoß am Strafraumeck und Kopfballtor durch Schweinfurts Jäckel. 1:1 kurz vor der Pause.

In Halbzeit 2 dominierten die Bayern erneut das Spiel. Wieder kombinieren die kleinen Bayern gefällig und belohnen sich in der 60. Minute mit der erneuten Führung. Diesmal flankte Jelisic auf Ribery, der freistehend nur noch einschieben muss. Doch schon kurz drauf pennt die Bayernabwehr, Jäckel steht nicht im Abseits, dafür aber 20 Meter mutterseelenallein vor Müller und macht erneut den Ausgleich. In der Folge rennen die Bayern gegen Schweinfurt an, um wie im letzten Spiel gegen Buchbach das Glück zurück auf die eigene Seite zu zwingen. Schweinsteiger und Basta kommen für Weihrauch und Oikonomou. Doch Schweinfurt wagt sich nun etwas weiter raus. Die Bayern schaffen es nicht mehr, zwingend in den Strafraum zu kommen. Die Schlussphase ist hitzig. Viele Fouls und massiv destruktives Zeitspiel der Gäste zerreißen jeglichen Spielfluss. Schweinfurt rettet dieses Ergebnis über die Zeit, obwohl der Schiedsrichter üppige sieben Minuten nachspielen lässt. Eine drückend überlegene Bayernmannschaft verschenkt zuhause zwei Punkte und muss mit dieser Schmach in die Winterpause gehen…

3 Dinge, die auffielen:

1. Hinderliches Selbstvertrauen

Das Pferd springt immer nur so hoch, wie es muss — und manchmal reißt es die Hürde dann auch. Von Schweinfurt kam gerade in der ersten Halbzeit so wenig, die Bayern führten den Gegner nach Belieben vor, erspielten sich eine unglaubliche Vielzahl an Torchancen, war drückend überlegen, schoss zunächst aber nur ein einziges Tor. Der Gegner jagte den Roten auch nach dem Ausgleich keinen Schrecken ein. Ärgerlich, aber schließlich hatte man auch in der Vorwoche spät das Spiel gedreht. So hilfreich dieses Selbstvertrauen ist, um nicht in Hektik zu verfallen, sondern weiter mit Bedacht seinen Plan zu verfolgen, so trügerisch ist es auch. Man dachte so lange, alles im Griff zu haben, bis es zu spät war.

2. Keine Angst vor der Enge

Da Schweinfurt mit fünf Mann hinten drin stand und zwischen den aufbauenden Spielern Bayerns und der Offensive oft viel Raum zu überbrücken war, drohte die Gefahr, sich schlecht gestaffelt vorne festzulaufen und anschließend den Ball zu verlieren oder wieder hintenrum anzugreifen. Das verhinderten die Bayern. Oikonomou und Sallahi gingen immer wieder abwechselnd nach vorn. Wegkamp und Ribery ließen sich zurückfallen und auch Jelisic und Weihrauch zogen immer wieder in die Mitte, wodurch schöner Kombinationsfußball zustande kam. Auch die letzte Linie der Gäste konnte durch Schnittstellenpässe, kleine Wendekreise und den enggeführten Ball überwunden werden. Die Ruhe und Übersicht der Bayern machten dem Gegner permanent Probleme. Leider spielte man es zu selten bis ganz zu Ende.

3. Schießen, einfach schießen

Eng mit den zwei ersten Punkten verwandt ist auch dieses Thema. Immer noch eine Drehung, noch ein Querpass, noch ein Lupfer, noch ein Versuch, den noch besser postierten Mitspieler zu finden und dann ist das Abwehrbein doch schneller am Ball, bevor man abschließen konnte. Hier hätte man mit ein bisschen mehr Stringenz und Kaltschnäuzigkeit schon zur Halbzeit mit 4:0 führen können, doch man ließ die Gelegenheiten verstreichen und erfreute sich an der eigenen Vorführung. Selbst in der Schlussphase, als nur noch wenige Minuten für den Lucky Punch übrig waren, versäumten es sogar die Innenverteidiger, den Ball nach vorne zu schlagen, sondern suchten die Lücke im Mittelfeld. Prinzipiell ist diese Spielweise sehr schön anzusehen. Kein Bayernfan sieht das eigene Team gerne kopflos nach vorne bolzen, aber hier hätte man sich auch dieser Mittel bedienen müssen.

FC Bayern Amateure – 1. FC Schweinfurt 05 2:2 (1:1)
Bayern AmateureD. Müller – Sallahi, Steinhart, Buck, Weiser – Weihrauch (74. Basta), Schwarz, Oikonomou (74. T. Schweinsteiger), Jelisic, S. Ribéry – Wegkamp
BankPaul, Koussou, Sieghart, Puchegger, Hundertmark
SchweinfurtPfeiffer, Bauer, M. Müller, Janz, Pigl, Jäckel (90. Mache), Kleinhenz, Krämer, Fery, Krautschneider, Dußler (53. Kraus)
BankReusch
Tore1:0 Weihrauch (22.), 1:1 Jäckel (43.), 2:1 S. Ribery (58.), 2:2 Jäckel (63.)
KartenGelb: Sallahi / M. Müller, Kleinhenz
SchiedsrichterSteffen Brütting (Effelltrich)
Zuschauer657

»Eier, wir brauchen Eier!«

— Oliver Kahn

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  1. Schade, so allmählich scheint sich das mit dem Aufstieg dieses Jahr wieder zu zerschlagen.

    Dazu wirkt auch Würzburg zu stabil und bietet uns nichts an.

    So kann man schon mal die neue Saison planerisch in Angriff nehmen bzw. sich grundsätzliche Gedanken machen, wie es mit den Amateuren weitergehen soll.

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. Ja, leider. So viele Spieltage gibt es ja nicht mehr und selbst wenn Würzburg die Punkte liegen lassen sollte, die dafür nötig wären, dann traue ich es den Amas nicht zu, volle 100% Punkteausbeute einzufahren… Da schmerzen die vier Punkte, die man allein gegen Schweinfurt hat liegen lassen, schon sehr.

  2. Ich denke ebenfalls, dass man die Meisterschaft getrost abhaken kann. Bitte noch das Rückrunden-Derby gewinnen, und dann ist gut.

    Zu gestern noch: die erste HZ waren die Roten zwar auch aus meiner Sicht deutlich stärker, aber so richtig viele, klare Chancen hab ich dann doch nicht gesehen. Nichtsdestotrotz war das 1-1 zur HZ schon ein Witz.

    Ein Witz war imho auch die Masse an Polizei. Wenigstens waren dann drei von ihnen noch gefordert, den “Fotostreit” zu schlichten.

    Gewundert hab ich mich dann noch, dass da Leute mit Thor Steinar-Jacken im Block stehen…

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