Einwurf: Eine nostalgische Liebeserklärung an Bastian Schweinsteiger

Katrin Trenner 08.06.2020

Sportdokumentationen und Sportlerbiografien sind in der Filmbranche derzeit schwer in Mode. Letztere versprechen, berühmte Athleten von ihrer menschlichen Seite zu zeigen, gewähren einen Blick hinter die Kulissen und in ihr oft streng geschütztes Privatleben, und lassen eine Reihe von Wegbegleitern zu Wort kommen, die Anekdoten und Erinnerungen zum Besten geben.

Nun gibt es also auch eine Doku über Bastian Schweinsteiger. Er ist eine Ikone des FC Bayern, und spätestens seit dem WM-Finale 2014 in Rio de Janeiro auch darüber hinaus unvergessen als Herzstück und unermüdlicher Antreiber der Nationalmannschaft, der immer wieder aufsteht, trotz Platzwunde im Gesicht und malträtiertem Körper. Im vergangenen Jahr beendete Schweinsteiger seine Fußball-Karriere – es war vielleicht nur eine Frage der Zeit, bis jemand auf die Idee kam, ihm einen Film zu widmen.

Viele neue Einblicke bietet „Schw31ns7eiger“ leider nicht, abgesehen von Videos aus seiner Kindheit, die zeigen, dass Schweinsteiger bereits in jungen Jahren einen ausgeprägten Siegeswillen hatte, und einige schöne private Momente mit seiner Frau Ana Ivanović, Bilder ihrer Hochzeit und ein Tennis-Duell, das Schweinsteiger natürlich nur verliert, weil etwas mit dem Bodenbelag nicht stimmt.

Schweinsteigers Anfänge beim FC Bayern und in der Nationalmannschaft als der junge Wilde mit den verrückten Frisuren, die Jahre, in denen er zum „emotionalen Leader“ und Bayerns Fußballgott reift, das verlorene Champions-League-Finale dahoam, der Triple-Triumph ein Jahr später, der WM-Titel 2014, die emotionalen Abschiedsspiele – das sind Szenen, die man in- und auswendig kennt, Geschichten, die man schon hundertmal gehört hat. Das heißt nicht, dass sie deswegen weniger emotional sind – auch ich habe schon wieder ein paar Tränen verdrückt – und natürlich müssen sie gezeigt werden, da diese Momente den Spieler sowie den Menschen Schweinsteiger nachhaltig geprägt haben. Aber trotzdem hätte man sich gewünscht, dass der Film ein wenig mehr in die Tiefe geht.

Stattdessen sehen wir viele alte Bekannte: Lukas Podolski haut lustige Sprüche raus, Jupp Heynckes erinnert sich mit väterlichem Stolz an die gemeinsame Zeit und Oliver Kahn bescheinigt seinem ehemaligen Mitspieler Authentizität. Holger Badstuber, Jérôme Boateng, David Alaba, Manuel Neuer, Miroslav Klose – sie alle loben Schweinsteiger in höchsten Tönen, und als Joachim Löw sagt, dass er schon immer ein Schweinsteiger-Fan gewesen sei und dies auch immer bleiben werde, möchte man rufen: „Ja, wir doch auch! But what else is new?“

Die Doku hat aber auch viele unterhaltsame Momente, etwa als Schweinsteiger Senior erzählt, wie er im Trubel bei der Ankunft seines Sohnes in Chicago einfach am Flughafen vergessen wurde und dem davonfahrenden Auto hinterherlaufen musste.

Als Schweinsteiger nach seinem letzten Spiel für Chicago Fire seinen Mannschaftskollegen mitteilt, dass er in der nächsten Saison nicht mehr dabei ist und seine Karriere beendet, kann er seine Tränen nicht zurückhalten, und da ist er wieder, der Spieler, den wir kennen und lieben; glaubwürdig, emotional, sympathisch – einer von uns.

Produziert wurde „Schw31ns7eiger“ von seinem Freund Til Schweiger, der auch gleich mehrmals vor der Kamera auftaucht, um seine Meinung zum Besten zu geben, ohne damit aber den Film im Geringsten zu bereichern.

Sagen wir es mal so: Ist die Dokumentation eine filmische Meisterleistung? Nein, das ist sie gewiss nicht. Wer diese Erwartungshaltung hat, wird eher enttäuscht sein. Trotzdem wird man sich als Schweinsteiger-Fan nicht langweilen, hat man doch hier die Gelegenheit, noch einmal die Höhen und Tiefen seiner Karriere mitzuerleben und emotional-nostalgisch in Erinnerungen zu schwelgen. „Ich habe immer gesagt, das Wichtigste für mich, das sind Erinnerungen, das ist das Schönste, was man haben kann“, sagt Schweinsteiger im Film. Und für die meisten seiner Fans, die sich diese Doku ansehen, werden diese Erinnerungen mehr als als genug sein.

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  1. Stimme da komplett überein.
    Gibt es einen Grund warum sein ex Kollege Lahm nicht in der Doku auftaucht?

    Antwortsymbol3 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Es gibt sicher mehrere Gründe. So richtige Kumpels werden die beiden nicht gewesen sein, dafür waren sie zu unterschiedlich.
      Außerdem wird sich Philip Lahm auch einer Beteiligung verweigert haben; aus Spaß macht der ja nichts. Diese Doku wird vermutlich auch nicht in sein Karrierekonzept passen.

    2. Es gab laut Christian Falk eine Anfrage an Lahm, es hat bei ihm jedoch zeitlich nicht gepasst. Die verstehen sich sicherlich weiterhin gut.

      1. So hatte ich das auch in Erinnerung.
        Deshalb hatte ich mich gewundert das er nicht aufgetaucht ist.
        MMn sind beide alleine dadurch Legenden weil sie von der Clubführung excellence eingefordert hatten was exakt mit LVG begann.
        Kann nicht nachvollziehen wenn ein Hamann von dem besten FCB der letzten 10-15 Jahre spricht.

  2. Greift der Film eigentlich das Thema “Whirlpool” und “Cousine” noch einmal auf?

    Antwortsymbol2 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Nein, nur Armbandjubel und Frisuren.

    2. Das Drama um Sarah kommt auch nicht vor… strange. ;-)

  3. Schade. Anscheinend war die Beziehung Schweinsteiger-Lahm nur eine Zweckgemeinschaft. Aber okay, auf dem Platz funktionierte es.

  4. Habe mir das gegeben, weil es natürlich auch ein Stück großer Bayerngeschichte ist. Ein Schweinifan war ich nie. Sicherlich ein wichtiger Spieler, aber irgendwie geht mein Gefühl, dass da auch sehr viel (selbst-) inszenierte Erhöhung dabei ist, nicht weg. Im Film irgendwelche Selbstkritik? Nein. Tiefer gehende Selbstreflexionen? Auch nicht. Damit kokettieren, dass man keine Bücher liest? Geschenkt. Ein solcher Jubelfilm kurz nach Abschluss der Karriere passt ins Bild. Ins Bild eines Spielers, der seine Verletzungs- und Comebackstories immer gerne als Drama-Queen-Epos verkauft hat. Die Bekanntmachung einer millionenschweren Vertragsverlängerung nach einem Spiel vor ausverkaufter Arena? Ist wahrscheinlich nicht ohne Grund danach nie wieder passiert. Sorry, ich fand das peinlich. Das Abschiedsspiel nachdem man die Karriere doch recht blass beendet hat, war auch irgendwie unangemessen. Aber viele wollen den großartigen Schweini und er gibt ihn halt. Ob er es wirklich war (oder ist), ist dann wahrscheinlich auch gar nicht mehr so wichtig. Ach so, der Film war echt gar nichts besonderes. 08/15 Massenware. Vielleicht hatte es ja doch ein bisschen mit dem Charakter des Spielers zu tun?

    Antwortsymbol11 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Bastian Schweinsteiger hatte drei bis vier wirklich gute Jahre, in denen er sich sowohl für Bayern München als auch die Nationalmannschaft sehr verdient gemacht hat. Davor und danach gab es aber auch viel Leerlauf. Das wird rückblickend sehr gerne übersehen.
      Es ist schon verwunderlich, in welchem Alter manche Menschen anfangen an ihrer eigenen Legende zu stricken…

      1. @mikro:
        3-4 wirklich gute Jahre, ich würde sogar sagen geniale Jahre, dazu 7-8 normale bis gute Jahre. Weltmeister, CL-Sieger, 8x Meister, 7x Pokalsieger, den restlichen Kleinkram spare ich mir. Und das als Einheimischer.
        Ich denke da braucht man nicht mehr an seinem Legendenstatus stricken, der Mantel ist längst fertig.
        Ich weiß nicht, was man noch mehr tun müsste um zur Vereinslegende zu werden.

      2. @BS31
        Mein Kommentar war quasi als moralische Unterstützung für @Bayernmöger gedacht – ich fand es recht mutig von ihm so klar seine Meinung zu sagen, wohl wissend, dass er damit hier viel Unmut erregen wird. Auch mich stört diese marketing-gesteuerte Überhöhung seiner Personen, die dann als realitätsnahe Dokumentation verkauft wird, obwohl es in Wirklichkeit nur ein Werbeclip ist.
        Ich erinnere mich noch sehr gut an die ewig lange Zeit in der Bastian Schweinsteiger ein Talent, ein Versprechen für die Zukunft war, ohne diesem Anspruch wirklich gerecht werden zu können. Als ihm das dann (unter van Gaal) endlich gelang, war er wirklich sehr gut und vor allem sehr wichtig für die Mannschaft – und das, wie du sagst, als Einheimischer. Die letzten drei, vier Jahre seiner Karriere waren dann wiederum ein langes, fußballerisch relativ ereignisloses Abgleiten in den Ruhestand.

        Wenn ich an ihn denke, denke ich eigentlich immer an den großen Anführer, der so etwas wie das Herz und Seele der Mannschaft war; erst durch die Dokumentation kamen mir dann wieder die ‘Schattenseiten’ in den Sinn, die im Kontext des Superstar-Narrativs irgendwie blasphemisch wirken…

      3. (…) Auch mich stört diese marketing-gesteuerte Überhöhung seiner Personen, die dann als realitätsnahe Dokumentation verkauft wird, obwohl es in Wirklichkeit nur ein Werbeclip ist. (…)

        Wie kürzlich im ZDF zu besichtigen und das gleich in zwei Folgen, produzieren sowas mittlerweile aber auch gebührenfinanzierte Öffentlich-rechtliche Anstalten über einen Bayern-Spieler, der bislang erst einen Bruchteil von Schweini als Fußballer erreicht hat – und FCB-Granden beteiligen sich glorifizierend daran (insbesondere Rummenigge)…
        Räume aber ein, dass zumindest Kimmichs verbale Bekenntnisse durchaus glaubwürdig für mich rüberkamen, er sei stets selbstkritisch und arbeite seriös an seinen Defiziten.

      4. @T.W.
        Wenn ich Kimmich sehe (oder über ihn schreibe) habe ich zur Sicherheit immer eine kleine Dosis schollsches Antiserum in meiner Nähe…
        Allerdings muss man ihm zugestehen, dass er ‘work in progress’ ist, niemals selbstzufrieden, sieht er die Defizite, arbeitet an sich und entwickelt sich auch tatsächlich weiter. Wenn man bedenkt, wie viele selbstzufriedene und selbstverliebte Jungprofis es gibt, ist das eine ermutigend altmodische und solide Grundlage für die Zukunft.

      5. @Mirko
        Ich schwanke manchmal zwischen Rücksicht und Trotz gegenüber MSR-Justin, der ist ja bekennender Kimmich-“Kreischi”… ;-)

      6. Also, ich schau mir solche Heldenverehrungs-Filmchen grundsätzlich nicht an, und würde das auch als Profi über mich selbst nicht machen lassen. Das drängt mir schon ein paar Fragezeichen über den Menschen Bastian Schweinsteiger auf und stört mich auch ein wenig ebenso wie die Tatsache, dass er Werbung für Glücksspiele, Wetten & Co. macht bzw. gemacht hat.

        Wenn wir aber über den Fußballer Schweini reden, wird ihm die Einschätzung “ein paar gute Jahre” nicht gerecht. Er hat schon zu Beginn seiner Karriere fantastische Spiele abgeliefert, damals noch vorwiegend offensiv; ich denke da an die WM 2006, wo er mit 21 in dem legendären Spiel gegen Portugal alle 3 Tore gemacht hat. Natürlich war er, wie die meisten jungen Spieler, noch nicht konstant und hat wohl auch mal andere Dinge als nur Fußball in den Mittelpunkt gestellt. Ausgelöst von van Gaal ist er dann in die Rolle des spielbestimmenden Sechsers hineingewachsen. Dabei wurde seine Spielweise vergleichsweise unauffällig, so das man oft seine eigentlich zentrale Rolle für die Stabilität des Spiels erst bemerkt hat, wenn er mal fehlte.
        Höhepunkt war sicherlich die Triple-Saison, von da an begannen ihn Verletzungen außer Tritt zu bringen. Zur WM 2014 hat er sich noch mal mit unbändigem Willen durchgebissen und könnte als kämpferisches Vorbild vielleicht tatsächlich derjenige gewesen sein, der den Unterschied ausgemacht hat.

        Ab 2015 war es dann sicher nur noch ein “Ausklingen” der Karriere mit dem nachvollziebaren Anspruch, mal etwas anderes als den FC Bayern oder die Stadt München zu sehen, solange einem der Körper dies noch bei guter Bezahlung ermöglicht …

      7. Ja, Justin wirkt manchmal ein wenig befangen, wahrscheinlich ist er der designierte Autor der Kimmich-Biographie…

      8. @Mirko
        Als Buchtitel sowas wie “Generation Gorimmich”?
        Wild vom “kicker” würde das bestimmt besonders gefallen… ;-)

      9. @GS
        Einverstanden, du äußerst dich zum Thema mit unbestreitbar mehr Sachverstand als ich. Zu meiner Entschuldigung sei gesagt, dass ich aufgrund der Dokumentation immer noch an Beißreflexen leide…

      10. @ T.W.

        Solch ein Titel macht direkt Lust auf Lesen; mit ihm könnte wahrscheinlich sogar ein profanes Fußballbuch die ewigen Bestseller-Listen erstürmen: Ich sehe schon Justins Name in der langen Liste berühmter Autoren direkt zwischen Heinz G. Konsalik und Astrid Lindgren…

  5. Seinen Legendenstatus hat Schweini sich bei mir in der Triplesaison erarbeitet. Aber nicht wegen dem Triple an sich oder den WM Pokal, wobei die WM nochmals ein eigenes Kapitel für sich ist. Nein, es war die Art und Weise wie Schweini die Mannschaft in dieser Saison geführt hat. Du musstest kurz vor dem Anpfiff nur Schweinis Gestik und Mimik beobachten und wusstest automatisch, alles klar, zurücklehnen und das Spiel und den sicheren Sieg genießen. Er stand da, gab noch 1-2 Worte zu seinen Mitspielern und blickte dann zur gegnerrischen Mannschaft als würde er sich nochmals fokusieren und zu sich selbst sagen, bis hierher und nicht weiter. Bei einigen Spielen wurde die TV Kamera kurz vor dem Anpfiff nah an ihn herangezoomt und genau dieser Gesichtsaudruck hatte mich immer wieder extrem beeindruckt.

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. Kann natürlich auch sein, dass zu dem Zeitpunkt der Vorvertrag für die Doku schon unterschrieben war. Die jungen Leute sind sehr geschäftstüchtig, wenn es um ihre eigen Person geht. [Ironie aus]

  6. Zu allem FürundWider empfehle ich das Buch von Justin Kraft “Generation LAHMSTEIGER”…
    Da ist eigentlich alles dazu gesagt.

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. Hilfe! Moderation! SPAM!

  7. Ich bin etwas erstaunt, wie hier die Qualität der Doku auf die Qualität von BS31 projiziert wird. Die Doku ist ein typisches Schweiger-Machwerk: gut gemachte, aber seichte Unterhaltung. Allein die Musikauswahl lässt merken, wer hier der Produzent war. Schöne Bilder und Erinnerungen, nicht mehr, nicht weniger. Hätte mir schon etwas mehr Tiefe gewünscht, mehr ausländische Meinungen (dort war Basti eigentlich immer höher angesehen als in D), einen Ausblick auf die Zukunft und auch mehr Konfrontationen. Wenn man den Falk von der Bild schon dabei hat (denke, die Kritiken werden dort positiv sein – guter Move von Schweiger), DANN muss man doch auch einmal die Sache mit dem Chefchen und dem A****loch erwähnen. Schöne Erinnerungen, aber natürlich kein Vergleich zu The last dance oder anderen. Da ist dann wahrscheinlich auch der Abstand zur Karriere zu kurz.

    Nun aber zu Schweinsteiger: Der Unterschied zu vielen anderen Bayern Legenden ist für mich, dass bei ihm eine extreme Entwicklung zu beobachten war. Breitner, Effe, die waren immer gleich. Bastian begann als junger Wilder und große Hoffnung des deutschen Fussballs. Offensive Außenbahn, Dribblings und freche Sachen (Cousine wurde ja bereits erwähnt), lackierte Fingernägel usw. War ja auch nicht unerfolgreich. Aber dann merkte man, dass es zu ganz oben auf der Position nicht reicht. Die Versetzung auf die 6 war dann ein Gewinn für alle Beteiligten. WM 2010 war schon extrem stark. Sein Meisterstück dann natürlich Triple und WM 2014. Gerade beim Finale gegen Dortmund wird mir seine Rolle immer zu klein geredet. Da bezieht sich immer alles auf Javi und seine Zweikampfstärke. Ohne die taktische Änderung, die er selbst entschieden hat – das Fallenlassen zwischen die IV nach ca. 20, 25 Minuten – hätten wir uns dem Druck nicht so entziehen können. Ist aber wie gesagt generell so, dass er um Anerkennung kämpfen musste. Vielleicht erinnert Ihr Euch noch an die Aufregeung bei seiner Wahl zum Fußballer des Jahres.

    Ein weiterer entscheidender Punkt, warum er als Legende und Fußballgott gilt, ist: mit wenig anderen Spielern konnte man so mitleiden. Kenne ich fast nur noch von Boris Becker so. Rauf, runter, rauf usw. Cl Finale 2012, dann die EM, wo er schon fast um einen Platz auf der Bank bittet und trotzdem spielt. Und dann natürlich die WM 2014. Auferstanden aus Ruinen könnte man fast sagen. Niemals werde ich diese WM mit Götze in Verbindung bringen. Immer nur mit BS31. Gefoult, getreten, blutend. Aber immer wieder steht er aus und zeigt: Heute nicht, heute nicht! Und dann noch die EM 2016, wo er wieder verletzt war, im ersten Spiel reinkommt und nach einem langen Sprint das Tor macht. (Man sah, dass der Weg zurück lange dauerte… :-))

    Ja, sein Peak war nicht so lange wie bei Lahm zum Beispiel. (“Passte zeitlich nicht”…seriously?). Aber sein Status als Legende und Fussballgott beim FCB und auch in der deutschen Nationalmannschaft ist aus meiner Sicht absolut berechtigt.

    Antwortsymbol12 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Dem ist nichts hinzuzufügen.
      Unglaublich, wenn diese Karriereleistung kleingeredet wird und gleichzeitig Kimmich schon jetzt Heldenstatus besitzt.
      Da muss (und wird hoffentlich) Josh noch etliche große Spiele bestreiten und einige Titel holen, bevor er mit Schweinsteiger und auch Lahm auf einer Stufe steht.

      1. Das stimmt natürlich: die Frisur hat sich deutlich verbessert. Und sich in jeden Zweikampf zu schmeißen ist auch eine Qualität. Wenn das für viele reicht, um zur Legende zu werden ist, von mir aus. Aber kann man sich darauf verständigen, dass er von den drei großen Bayern im Team (mit Lahm und Müller) vielleicht der am wenigsten tollste war, aber der, der sich am intensivsten selbst zur Legende stilisiert? Darf man das nicht etwas unangenehm finden? Und ist wie wahrscheinlich ist es, dass Schweinsteiger tiefe reflektierte Einblicke im Film gibt, aber Til Schweiger sagt „Das schneiden wir raus“. Ich glaube halt der Film ist genauso oberflächlich wie sein Thema. Ja, er war ein guter und charismatischer Spieler, aber diese (Selbst-) Überhöhung stößt mir schon sehr auf.

      2. “Aber kann man sich darauf verständigen, dass er von den drei großen Bayern im Team (mit Lahm und Müller) vielleicht der am wenigsten tollste war, aber der, der sich am intensivsten selbst zur Legende stilisiert?”
        Nein, nicht mit mir.

        Du darfst wegen mir Schweinsteiger nicht mögen, bei mir steht er für immer im Buch der coolen Leute, oberflächlicher Film hin und her. Wenns nach dem ginge dürften weder Beckenbauer noch Bomber Müller noch Sepp Maier Legendenstatus haben.
        Für mich zählen nur die fußballerischen Leistungen, im Bayern- und im Nationaltrikot.

      3. @Fänger

        (…) Hätte mir schon etwas mehr Tiefe gewünscht, mehr ausländische Meinungen (dort war Basti eigentlich immer höher angesehen als in D) (…)

        Bis auf die Demütigung in Manchester durch Mourinho – aber der ist bekanntlich eh “special”… (hat sich aber zumindest im Nachhinein entschuldigt und beeindruckt zur Loyalität und Professionalität des degradierten Spielers geäußert; Vorgänger van Gaal hatte sich wiederum wohl zu viel von Schweini versprochen).

        WM 2010 war schon extrem stark

        Sehe ich auch so. Im Endspiel gegen ein Spanien in seiner Hochzeit fehlten m. E. plötzlich Unbekümmertheit, Spielwitz und gnadenlose Toreffizienz wie zuvor gegen England und Argentinien – sowie eine couragierte Taktik des Trainers.

      4. “Im Endspiel gegen ein Spanien in seiner Hochzeit…”

        War “nur” Halbfinale ;-)

      5. @wohlfahrt
        Danke, hab‘s eben auch bemerkt – warst aber schneller. ;-)

      6. @wohlfarth
        Pardon, bei der Schreibweise deines Namens muss ich mich auch korrigieren.

    2. @fänger
      Perfekt beschrieben.
      LVG hat ihn zentral gesetzt und ab dann hat er extrem Verantwortung übernommen – vor allem das Spiel immer perfekter gelesen( mMn einer der Kernsätze von ihm in der Doku).
      MMn war er der eigentliche leader beim FCB und der NM. Ohne Lahm kleinreden zu wollen der ja auch sehr geprägt hat aber mMn mehr außerhalb des Platz und Basti immer auf dem Platz.
      Lahm hat natürlich viel beim FCB und dfb hinter den Kulissen angeschoben was BS nie so seine Sache war.
      Auf dem Platz zählt letztendlich.
      Auch rechne ich ihm hoch an rechtzeitig den Wechsel imitiert zu haben weil er selbst am besten einschätzen konnte wie es im sein Leistungsvermögen stand- Lahm auch.

      In Kimmich steckt viel BS

      1. (…) Auch rechne ich ihm hoch an rechtzeitig den Wechsel imitiert zu haben weil er selbst am besten einschätzen konnte wie es im sein Leistungsvermögen stand- Lahm auch. (…)

        Na ja, Schweini war in seiner körperlichen Verfassung doch bereits in München kein Startelf-Kandidat mehr i. Ggs. zu Lahm (da hat die Klubleitung mal sportlich konsequent gehandelt statt sentimentalem Dankbarkeitsvertrag; selbst eine verdiente Klublegende wie Gerd Müller erlebte das schmerzhaft unter Csernai).

        Polemisch gefragt: Hat er dann mit seinem Wechsel vorsätzlich ManUtd geschwächt? ;-)

      2. @TW
        MMn kann man es etwas positiver sehen auch wenn es in der Konsequenz so ist wie du sagst.
        Er hat seinen Vertrag nicht ausgesessen sondern angesichts der Gesamtsituation im Interesse des Clubs und natürlich auch seinen von sich aus die Entscheidung getroffen. So wird es jedenfalls von KHR und Uli gesagt. Er hat doch dem Club damit ein Jahr Debatten erspart oder? Die ersten Spiele bei MUFC waren schon erschreckend weil er so extrem langsam war.und trotzdem immer noch effektiver als viele um ihn herum.

      3. @918
        Ok, war etwas grobkörnig dargestellt von mir.
        ManUtd brauchte ja dringend kreativen/strukturierenden Input im Mittelfeld, und kostspielig investieren in Transfers wollte man auch nicht (was van Gaal nach seiner Demission beklagte). Insofern war das Reunion-Experiment vom “Feierbiest” und von Schweini bei seiner unverhohlen zweiten Klubliebe in gewisser Weise aus beider Perspektivnot und hoffnungsvoller Euphorie heraus geboren.

      4. @ T.W.
        “(…) aus beider Perspektivnot und hoffnungsvoller Euphorie heraus geboren.”

        Ach, schwelg, wie viele wunderbare Nächte sind bereits in dieser Konstellation zustande gekommen – bis zum nächsten Morgen halt…

  8. Sehr guter Einwurf von euch. Ich sehe das genau so. Wenig Tiefe, dafür viel in Erinnerungen schwelgen. Von Anekdoten wie das Vergessen des Flughafens oder dem Haarband nach dem 1. Tor hätte ich mir dabei deutlich mehr gewünscht. Sonst fand ich die seichte Unterhaltung weniger schlimm, als die, leider zu erwartende, Selbstinszenierung Schweigers. Bei der “Kochszene” war ich kurz davor die Doku auszumachen. Schrecklicher Typ.

  9. […] Einwurf: Eine nostalgische Liebeserklärung an Bastian Schweinsteiger | Katrin […]

  10. Ich habe auch mal reingeschaut, es aber nicht durchgehalten. So wenig Neues auf eine so lange Zeit auszuwälzen ist auch eine Leistung, aber Til Schweiger ist halt ein Profi. Basti ist Mitte 30 und wird schon als Legende aufgeblasen, das ist mir wirklich zu viel. Sollte das nicht nach reichlich Abstand zur aktiven Sportlerzeit von den Fans und der Öffentlichkeit selbst beurteilt werden?

    Diese Sportler Biopics sind leider in der Regel aus sehr dünnem Holz gezimmert. Okay Schweini liest lieber das Spiel als Bücher und ist nicht an Kultur interessiert… wollte ich das wissen? Schon stark auf Gala-Niveau das Ganze, mein Eindruck.

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