Bayern holt den Europäischen Supercup! 2:1 n. V. gegen Sevilla

Christopher Trenner 24.09.2020

Die Münchner sind fulminant in die Saison gestartet. In Budapest durften das Spiel 15.000 Zuschauer erleben, trotz sehr hoher Corona-Infektionszahlen.

Dinge, die auffielen

1. Keine Überraschungen

Flick ging beim zweiten Pflichtspiel der Saison noch nicht vom Gas und brachte eine fast unveränderte Aufstellung. Lediglich Alaba rückte nach seiner Verletzung wieder in die Startelf. Boateng blieb zunächst draußen. Hernández, der gegen Schalke 22 seiner Zweikämpfe gewonnen hatte, bekam den Vorzug vor Davies.

Lopetegui baute auf ein 4-3-3, welches sich als sehr spielstark im Zentrum präsentierte, wenn Sevilla es gelang, das Pressing der Bayern zu überspielen. Der Fokus lag natürlich auf einem schnellen Umschalten nach Ballverlusten der Münchner. Soweit wenig überraschend.

2. Rückstand

Die Münchner zeigten sich in der Anfangsphase beeindruckt von der Pressingresistenz von Sevilla. Der Europa-League-Sieger kombinierte sich zielsicher vorbei an der ersten Bayern-Welle. Nach geschickten Seitenverlagerungen wurde Hérnandez mehrfach in Unterzahl-Duelle geschickt. Der Franzose konnte in der 13. Minute so eine Flanke nicht verhindern. In der Folge foulte Alaba Rakitić im Strafraum. Ocampos sorgte für einen Rückstand nach langer Zeit.

Sevilla stand mit der Führung tiefer, wodurch die Bayern mehr Ruhe in das eigene Aufbauspiel bekamen. Eine Reihe von Chancen blieben in der Folge allerdings ungenutzt. Ein Unterschied im Vergleich zu den letzten Wochen und Monaten, wo die Bayern viele ihrer Torchancen verwandelten (67 % gegen Schalke). Erst durch die Kombination Müller, Lewandowski und Goretzka kamen die Bayern mit der vierten großen Chance zum Treffer.

3. Unterzahl im Zentrum

Der FC Bayern hatte Probleme mit dem Pressing von Sevilla. Das lag daran, dass sich Ocampos, Rakitić, Fernando und Jordan auf Goretzka und Kimmich konzentrieren konnten. Müller stand sehr hoch, fast als zweite Spitze. Gnabry und Sané rückten zwar ein, aber waren meist nicht direkt anspielbar. Hernández und Pavard brachten nicht die Dynamik, die es wohl gebraucht hätte, das Pressing von Sevilla besser zu umspielen. Es fehlten im Zentrum meist die Anspielstationen. Kimmich und Goretzka suchten nach Optionen, fanden oft aber nur den Querpass. Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit war dieser Effekt sehr gut zu sehen.

Besser war es in den Phasen, in denen Sevilla tiefer stand, dann konnten Alaba und Süle im Aufbau helfen. Sevillas 4-4-2 war infolgedessen ungeordneter.

4. Wilde zweite Halbzeit

In der zweiten Halbzeit wurde es ein offenes Duell. Sevilla presste zu Beginn weiter hoch und setzte das Bayern-Aufbauspiel merklich unter Druck. Es fehlte der Flick-Elf an der nötigen Ruhe in vielen Szenen. Hektische Befreiungsschläge nahm die Hintermannschaft des Europa-League-Siegers locker auf. Befreiten sich die Münchner, wurde es gefährlich. Es waren fast umgekehrte Vorzeichen der Spielanlage. Der Plan wäre beinahe aufgegangen, doch sowohl der Treffer von Lewandowski, als auch der von Sané fanden keine Anerkennung.

Als bei den Spaniern die Kräfte schwanden, eroberten sich die Bayern mehr Spielanteile. Es gelang aber nicht, die spielerischen Überlegenheiten in Tore zu verwandeln. Neuer musste in höchster Not retten.

5. Neuer

Neuer blieb lange Zeit ohne Aktion. Beim Elfmetergegentor war der Bayern-Kapitän machtlos, anschließend war er lediglich im Aufbauspiel gefragt. Sevilla hatte wie bereits erwähnt viele Spielanteile, konnte sich aber selbst keinen Abschluss mehr erspielen. Kurz vor Ende der regulären Spielzeit war Neuer dann da. Er bot En-Nesyri eine Ecke geschickt an, der Stürmer fiel drauf rein. Mit Anpfiff war Neuer in Kombination mit dem Pfosten erneut gegen En-Nesyri zur Stelle.

Wenn es einen Beweis brauchte, dass die Münchner Manuel Neuer brauchen, dann war das an diesem Abend zu sehen. Auf der Gegenseite war es der Fehler von Bono, der Martínez die 2:1-Führung ermöglichte.

6. Abnutzungsspiel

Es war am Ende kein schönes Spiel. Vieles erinnerte an das Europäische Supercup-Finale von 2013. Damals lag man ebenfalls früh zurück und kämpfte sich zurück in die Partie. Es ging in Prag, wie auch jetzt in Budapest, in die Verlängerung. In beiden Partien avancierte Javi Martínez zum Matchwinner. Gegen Chelsea erzielte er in der 122. Minute den Ausgleich. Gegen Sevilla war es sogar der Siegtreffer. Ein wunderbarer Kreis, der sich mit dieser Aktion womöglich schließt.

7. Javi <3

<3

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