FC Augsburg II – FC Bayern Amateure 1:0 (1:0)

Am Sonntagnachmittag unterlagen die Bayern Amateure dem Nachwuchs des FC Augsburg im schönen Rosenaustadion durch einen frühen Treffer von Merveille Biankadi in der 9. Minute mit 0:1. Das Team von Erik ten Hag muss sich nachsagen lassen, die Partie und ihren Gegner nicht in den Griff bekommen zu haben. Eine folgerichtige Niederlage und der denkbar schlechteste Auftakt in das Pflichtspieljahr 2015.

Falls Ihr es verpasst habt:

Ohne die verletzten Stefan Buck (Zehenverletzung) und Lennart Ingmann (Erkältung) schickte das Trainergespann folgende Aufstellung auf den Platz: Zingerle hütete das Tor, der 20-Jährige wird die Rückrunde als »Nummer 1« bestreiten und erhält weiterhin den Vorzug vor Ivan Lucic. Koussou, Steinhart, Strohmaier und Paul bildeten die Viererkette, vor der Rico Strieder die Fäden wieder in die Hand nahm. Weihrauch, Ribéry, Fischer, Wegkamp und Jelisic formierten sich als Offensivkräfte.

Die Augsburger zeigten vom Anpiff an ein engagiertes Spiel und intensives Zweikampfverhalten. Sie attackierten noch vor der Mittellinie und versuchten das Spiel der Amateure auf die Außenbahnen zu drängen, wo sie den ballführenden Spieler meist zu zweit stellten. Obwohl die Bayern Amateure für ihr technisch sauberes und ballbesitzintensives Spiel bekannt wurden, zeigten sie das am Sonntagnachmittag selten und ließen sich eher den Schneid schon in der eigenen Spielhälfte abkaufen. Nach einer guten Chance in der 3. Minute, erzielte Merveille Biankadi in Minute 9 den einzigen Treffer des Tages und brachte die Augsburger früh auf die Siegerstraße. Die völlig überrumpelte Amateure-Mannschaft wurde ausgekontert, als Raphael Framberger über rechts durchbrach und seine Flanke von Biankadi in der Mitte eingeschoben wurde. In den restlichen Minuten der ersten Spielhälfte funktionierte herzlich wenig und ein individueller Fehler reihte sich an den anderen. Einzig Bastian Fischer näherte sich mit einem Freistoß dem gegnerischen Tor an und Patrick Weihrauch schoss kurz vor dem Pausenpfiff am langen Pfosten vorbei.

Nach der Pause gestaltete sich die Partie offener, da die Bayern Amateure aggressiver in ihre Zweikämpfe gingen und mit zunehmender Spieldauer technische Fehler vermieden. Jelisic, Paul, Görtler und Wegkamp hatten die Chance zum Ausgleich, trafen aber im letzten, entscheidenden Moment die falsche Entscheidung oder ließen sich ins Aus abdrängen. Erik ten Hag hatte unterdessen mit Görtler und Schweinsteiger frische Offensivkräfte auf das Feld gebracht. Jelisic und Fischer verließen den Platz. Nachdem Augsburg fünf Minuten vor dem Abpfiff die Möglichkeit zum 2:0 liegen leiß und auch Wegkamp den Ball nicht über den gegnerischen Torhüter bekam, pfiff Schiedsrichter Florian Fleischmann die Partie ab. 793 Zuschauer, die meist aus mitgereisten Fans der Bayern Amateure bestanden, machten sich auf den Heimweg.

Drei Dinge, die auffielen:

1. Fehler & kaum Präsenz

Die Bayern Amateure verloren auch in der Hinrunde Partien und standen vor schwierigen Aufgaben, wie unsere Vorschau zum Auftakt in das Pflichtspieljahr 2015 zeigte. Dennoch war es auffällig, wie sehr sich die Bayern Amateure von der aggressiven, aber über weite Strecken nicht überharten, Spielweise der Augsburger verunsichern ließen. Selten entstanden gelungene Kombinationen oder spielerische Lösungen, um sich aus dem Pressing der Gastgeber zu befreien. Viel zu oft machte man selbst Fehler, spielte den Ball ins Aus statt zum Mitspieler oder lange Vertikalbälle einige Meter daneben und damit direkt in die vom Gegner kontrollierte Zone. Falsche Passwinkel und überhastete Aktionen im Angriffsdrittel unterstützten dieses Bild. Den Bayern Amateuren fehlte die Souveränität und das Durchsetzungsvermögen, ihr Spiel aufzubauen. Man wurde nicht präsent, um dauerhafte Feldhoheit zu erlangen. Nachdem man spätestens in der zweiten Hälfte die eigene Defensivordnung weitestgehend im Griff hatte, erzeugte man zu wenig Druck auf den Gegner. Unter dem Gesichtspunkt der ständigen Gefahr eines weiteren Konters sicher verständlich, aber mit Blick auf die lange Vorbereitung des Teams und vielen Testspielen eine gefährliche Situation. Es fehlt eigentlich die Zeit sich nun Spiel für Spiel wieder auf Topniveau zu entwickeln. Ein Punkt wäre aufgrund der zweiten Hälfte vielleicht verdient gewesen, über die Niederlage kann man sich aus Leistungssicht dennoch nicht beschweren.

2. Tabellenchance verpasst

Es hätte ein fantastischer Spieltag für die FCB-Amateure werden können. Der Tabellenführer aus Würzburg kam in Buchbach nicht über ein 0:0 hinaus und auch die Nachwuchsabteilung der Blauen spielte nur Unentschieden (ebenfalls 0:0 gegen Schalding-Heining). Anstatt zwei Punkte auf den Tabellenplatz 1 und 2 gut zu machen, verlor man einen Zähler. Ein Sieg wäre wichtig gewesen, um den Druck auf die Tabellenspitze aufrecht zu erhalten. Gegen den blauen Stadtrivalen hätte man mit einem Sieg in Augsburg sogar bis auf zwei Punkte heranrücken können, was ein Vorbeiziehen im direkten Duell beim Amateurederby am Ostermontag ermöglicht hätte. Eine bessere Motivation wäre kaum möglich.

3. Die Fabel vom Aufstieg

Einerseits war es verständlich, dass Trainer Erik ten Hag in der Wintervorbereitung den Druck hoch hält und weiterhin den Aufstieg als klares Ziel seiner Arbeit für die Mannschaft und das Umfeld formuliert. Andererseits steht die Tabelle und besonders die Stärke der Würzburger Kickers dem entschieden entgegen. Man sollte sich auch jetzt nicht vom 0:0-Unentschieden der Würzburger in Buchbach täuschen lassen. Mit derzeit 11 Punkten ist der Tabellenabstand in der Regionalliga Bayern so groß wie die Führung der Profis auf den VfL Wolfsburg. Anstatt bereits jetzt nur auf das Saisonende zu blicken, sollte sich die Gedankenwelt vermutlich schon um die folgende Spielzeit, einen erneuten Angriffsversuch auf die Aufstiegsrelegation und die damit einhergehenden Veränderungen in Kader und Team konzentrieren. Entscheidender könnten die Fragen sein, wie sich der Verein zu den Amateuren bekennt und welche Talente und Konstellationen für den Sprung in die 3. Liga notwendig wären. Im letzten Jahr schaffte man dies durch einen weitestgehend zusammengehaltenen Kader, der punktuell verstärkt wurde. Besteht die Möglichkeit erneut so vorzugehen oder sind größere Veränderungen notwendig?

Am Donnerstagabend bestreiten die Bayern Amateure bereits ihr nächstes Spiel. Um 19 Uhr treffen sie in der Hermann-Gerland-Kampfbahn auf die zweite Mannschaft des FC Ingolstadt und freuen sich sicher über zahlreiche rot-weiße Unterstützer auf der Gegengeraden.

FC Augsburg II – FC Bayern Amateure 1:0 (1:0)
Augsburg IIReichlmayr – Framberger, Stanese, Rieder, Wenninger – Reinthaler, Uhde – Kim (69. Tugbay), Müller (85. Candir), Scherzer – Biankadi (87. Kling)
FC Bayern AmateureZingerle – Koussou, Steinhart, Strohmaier, Paul (79. Sieghart) – Weihrauch, Strieder, B. Fischer (65. Görtler) – Ribéry, Wegkamp, Jelisic (65. T. Schweinsteiger)
BankLucic, Oikonomu, Basta, Bösel
Tore1:0 Biankadi (9.)
KartenGelb: Stanese, Müller / Steinhart, Fischer, Görtler
Zuschauer793
SchiedsrichterFlorian Fleischmann (Burglengenfeld)
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Leserkommentare
  1. Hero991

    Das man Platz 1 in dieser Saison nicht mehr erreichen kann sollte jeden Klar sein. Nach den vielen Abgängen würde nicht genug Geld in die 2. Mannschaft gesteckt. Hinzu kommt, dass Spieler wie Gaudino und Kurt bei der U19 Spielen statt in der U23. Ich habe das Gefühl, dass sich die Prioritäten verändert haben oder wie sieht ihr dass?

    1. Gute Frage und: Ich weiß es ehrlich nicht. Gefühlt hast du aber den richtigen Punkt getroffen. Kurt spielte kurz für die Amateure, dann U19, bei Gaudino ist es ähnlich. Beide trainieren mit den Profis. Dass man die Bayern Amateure nur aus dem eigenen Nachwuchs verstärkt hat, verwunderte mich persönlich. Klar, vor der Pause hatte man die Kurve wieder bekommen, aber wirklich dominant oder deutlich in Schlagdistanz war man nicht.

      Die U19 hat halt den Vorteil der vielleicht qualitativ ausgeglichenen Liga, da die Regionalliga Bayern wohl eher in Richtung 5. Liga tendiert. Außerdem die UEFA Youth League, wo man sich regelmäßig mit den anderen CL-Teilnehmern bzw. ihrem Nachwuchs messen kann. Es wird im Sommer ein Bekenntnis oder eine klare Strategie brauchen: Macht man mit den Amateuren weiter, wie stellt man das an und welchen Weg möchte man dabei einschlagen. Das herumdümpeln in Liga 4 bringt niemandem etwas, wenn wir auf die Durchlässigkeit Nachwuchs>Profis abzielen.

  2. RM-Andi

    11 x 3 = 33

    Soviele Punkte sind also noch zu vergeben. Wir sind 11 Punkte hinten, haben aber auch ein Spiel weniger ausgetragen.

    Will damit nur zum Ausdruck bringen, das man nicht 11 Spieltage vor Schluss die Flinte ins Korn werfen kann. Die Planungen für die neue Saison laufen natürlich trotzdem schon. Einige Verträge laufen aus und aus der Ajgd werden einige Spieler zu den Amateuren aufrücken.

    Wir sehen uns am Donnerstag in der HGK……

    1. Ralph

      Naja, meiner Meinung nach ist es einfach völlig unrealistisch, dass da noch Meisterschafts-Chancen bestehen. Das liegt nicht nur an den 11 bis 8 Punkten Rückstand und an der Mannschaft dazwischen, sondern vor allem an den gesamten Leistungen in der Saison. Die Mannschaft soll die Saison ordentlich zu Ende spielen und vor allem einen Derby-Sieg einfahren. Dann ist auch gut. ;-)

      Und wenn wir die roten Brillen ausnahmsweise mal absetzen, muss man sich ja auch fragen, ob die dritte BL wirklich noch weitere Zweitvertretungen braucht.

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