Amateurderby München – Eine Reise zum wahren Fußball

Jan Trenner 07.11.2012

Jetzt noch die richtige S-Bahn erwischen, die ersten freundlichen Fans auf dem Weg von der Station in den Sportpark kennenlernen und gemeinsam den schnellsten Weg suchen. Flutlichtmasten, oh ihr tollen Dinger. Was gibt es schöneres als das Licht schon von weitem zu sehen und das Ziel immer im Blick zu haben? Leider sind sie aus den meisten großen Stadien verschwunden. Genau wie Kassenhäuschen eigentlich nur noch stiefmütterlich zu behandeln sind. Kurz davor noch das Amateure-Bladdl mitnehmen und erfahren wo man eigentlich hin muss um die FC Bayern Amateure zu unterstützen. Freie Platzwahl – ja richtig – Auswahl! Eine Sache die man bei der Ticketlotterie für Spiele in der Allianz Arena nie hat.

Ist man dann mal zu einem Bundesligaspiel anwesend steht man durchaus Abseits und wird nicht in der Südkurve unterstützen können. Dauerkarten gibt es nicht mehr und für den normalen Stadiongänger ist das ganze sowieso ein Mysterium. Da freut man sich »Block 114-177« auf seinem Ticket stehen zu haben. Immerhin in der Nähe. In Unterhaching war das kein Problem. Dort spürt man die Nähe, kennt sich untereinander, scherzt und freut sich einander zu sehen und ist auch als »Neuling« recht schnell integriert. Jeder der Stimmung machen und sich beteiligen möchte zählt hier. Und jeder findet auch den Platz das zu tun.

Beim Anpfiff wird es ernst. 90 Minuten bedingungslose Unterstützung der eigenen Mannschaft. Anpeitschen und jeden Schritt auf dem Platz stimmlich mitgehen. Da gibt es klare Regeln die dem gemeinen Besucher sonst nie deutlich bewusst werden. Und es ist gut so. Man ist eine Gemeinschaft und fühlt sich auch beim allerersten Besuch integriert und gefordert. Handschuhe sind bei den frostigen Temperaturen überflüssig. Hände werden beim ineinander klatschen warm. Die Stimme beansprucht und das alkoholfreie Bier nicht gebraucht. Wer Vorurteile über maßlos betrunkene Fußballfans verbreitet erzählt Unsinn. In der Halbzeit die Toilette aufsuchen und ohne langes Anstehen zu vernünftigen Preisen etwas zu Essen kaufen? Kein Problem, aber danach geht es weiter und auch wenn das Spiel keine glanzvollen Höhepunkte aufweist, sorgen die Fans gemeinsam für Highlights. Ein wenig Pyrotechnik, ein Spruchband gegen die Gästefans und weiter geht es mit ganzer Stimmkraft.

Es war ein toller Abend. Ein entspannter Abend und eine Wohltat für die geschundene Fußballfanseele. So euphorisch, so bedingungslos, so unkompliziert. Ja, so sieht wohl der wahre Fußball aus.

»Eier, wir brauchen Eier!«

— Oliver Kahn

Du willst Miasanrot Supporter werden?

Buch Generation Lahmsteiger Justin Kraft
  1. Schöner Bericht.
    Allgemein ein toller Blog.
    Weiter so und viele Grüße!

  2. […] Miasanrot war beim Münchner Amateurederby zwischen Unterhaching und den Bayern. Da war doch einiges los. Nedfuller dagegen war beim nordischen Pendant, nämlich HSV II gegen Werder II. […]

  3. […] Amateurderby im November besuchten wir zum ersten Mal unsere zweite Mannschaft. Seit dem Jahreswechsel ist daraus eine […]

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Ich akzeptiere

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.